Chevron Houston Marathon am 17. Januar 2016: Weltklasse vor allem im Halbmarathon

houston-mar-logoEin Feld internationaler Klasse konnte Race Director Brant Kotch für den Chevron Houston Marathon am 17. Januar 2016 bekannt geben. Warum diese Veranstaltung immer noch nur das IAAF Bronze Label Road Race hat, weiß vermutlich auch der in massive Skandale verstrickte internationale Verband nicht. Wie dem auch sei, die Sieger der letzten Jahre sowie die besten Frauen des letzten Jahres sind in Houston wieder am Start und garantieren dadurch schon früh in der Saison hochwertige Leistungen. Die Jahres-Weltbestzeiten bei Männern (2:10:18) und Frauen (2:24:04) vom Xiamen Marathon sollten in Reichweite sein.

Dazu Kotch: “The group that our elite athlete committee has assembled, including a two-time men’s marathon winner and the second and third-place finishers from the 2015 women’s marathon, are undoubtedly capable of high-level performances and we can only hope for optimal conditions. We are also particularly eager to see what the international stars can do on our half marathon course: We have Boston Marathon and World Championships marathon winners on display in those races. All of the races have the potential to be lightning-fast.”

Diesen Worten des Race Directors ist eigentlich wenig hinzuzufügen, gerade auch der Halbmarathon wird in Houston mit einer hochklassigen Besetzung für Furore sorgen. Die Klasse beginnt schon mit Mare Dibaba (ETH), die neben einer Zeit von unter 2:20 Stunden im letzten Jahr in Xiamen auch Weltmeisterin im Marathon im Sommer in Beijing wurde. Dibaba hat im Halbmarathon eine Bestzeit von 1:07:13 und ist damit deutlich schneller als der aktuelle Kursrekord von 1:08:26 aus dem Jahr 2012 durch Belaynesh Oljira. Dazu kommt die Zweite der Halbmarathon-Weltmeisterschaften Mary Wacera. Schnellste im Feld ist Cynthia Limo (KEN) mit 1:07:02. Mit Buzunesh Deba (ETH) kommt die Zweite des Boston Marathon 2014, die auch Zweite in Houston im Jahr 2013 war.

dubai-2015-desisa-40kmLelisa Desisa (ETH) ist einer der Topstars im Halbmarathon der Männer.  (c) H. Winter

Genauso stark ist der Halbmarathon bei den Männern durch Lelisa Desisa (ETH) besetzt, der 2015 den Boston Marathon gewann und die halbe Distanz 2012 schon in 59:30 gelaufen war. Noch schneller war sein Landamann Mosinet Geremew mit einer Bestzeit von 59:11 anreist, die er 2014 in Delhi aufstellte. Erst im Dezembe war er an gleiche Stelle nur 10 Sekunden langsamer, er ist also in sehr gute Form. Von den US-Athleten wird Diego Estrada wieder nach Houston kommen, der dort im letzten Jahr US-Meister in 1:00:51 wurde.

dubai2015-workuBazu Worku konnte in Houston bereits 2013 und 2014 gewinnen. Schafft er am Sonntag einen dritten Sieg in der texanischen Metropole?  (c) H. Winter

Im Marathon wird Bazu Worku (ETH) wieder am Start sein, der dort schon 2013 und 2014 gewann. Seine Bestzeit lief er mit 2:05:25 beim Berlin Marathon 2010. Birhanu Gedefa (ETH) ist der Titelverteidiger in Houston und der Sieger von Daegu 2015. Girmay Birhanu (ETH) mit einer Bestzeit von 2:05:49 wurde 2014 in Dubai Dritter. Dominic Ondoro (KEN) könnte die Dominanz der Äthiopier in Houston brechen, im letzten Jahr verpasste er nur knapp in 2:08:00 das Podium.

Guteni Shone (ETH) war Zweite bei den Frauen im letzten Jahre mit neuer Bestzeit von 2:23:32. Sie kommt nach Houston nach einem Sieg beim Seoul Marathon.  Biruktayit Eshetu Degefa und Sechale Dalasa belegten im letzten Jahr die Plätze 3 und 4 in Houston. Aus Australien kommt Lisa Weightman mit einer Bestzeit von 2:26:05 beim 2013 Melbourne Marathon.
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In diversen Wettbewerben (5 km, 10 km, HM, Marathon) werden 27000 Teilnehmer in Houston erwartet, und nach Angaben der Organisatoren machen 200.000 Zuschauer das Event zur größten eintägigen Sportverasntaltung in Texas. Der Start des Marathon erfolgt um 7:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr MEZ).
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Elitefeld Marathon der Männer:
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Bazu Worku (ETH) 2:05:25
Girmay Birhanu (ETH) 2:05:49
Dominic Ondoro (KEN) 2:08:00
Birhanu Gedefa (ETH) 2:08:03
Artur Kozlowski (POL) 2:10:58
Mario Macias (USA) 2:15:55
Sage Canaday (USA) 2:16:52
Pardon Ndhlovu (ZIM) 2:16:52
Yitayal Atnafu (ETH) Debüt
Jovanny Godinez (USA) Debüt
Duncan Kwemboi (KEN) Debüt
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Elitefeld Marathon der Frauen
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Guteni Shone (ETH) 2:23:32
Biruktayit Eshetu Degefa (ETH) 2:23:51
Lisa Weightman (AUS) 2:26:05
Sechale Dalasa (ETH) 2:26:27
Emily Samoei (KEN) 2:26:52
Rachel Hannah (CAN) 2:33:30
Ayantu Dakebo (ETH) 2:33:59
Jovana De La Cruz (PER) 2:35:03
Ariana Hilborn (USA) 2:35:21.
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Elitefeld Halbmarathon der Männer:
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Standard Chartered Mumbai Marathon am 17. Januar 2016: Hochklassige Elitefelder am Start

mumbai-mar-2016-logo

Mit einem hochklassigen Elitefeld bei den Männern wird am 17. Januar 2016 die 13. Ausgabe des Standard Chartered Mumbai Marathon gestartet. Der Sieger von 2013 Jackson Kiprop (UGA), der als Tempomacher seine Bestzeit und den Streckenrekord in Mumbai von 2:09:32 aufstellte, wird wieder vor Ort sein. Kiprop startete im letzten Jahr bei der WM in Beijing und wurde dort in 2:15:16 Zehnter. Er will sich in Mumbai durch eine gute Leistung für das Olympiateam seines Landes empfehlen. Ob diesbezüglich die indische Metropole das geeignete Plaster sein wird, muss sich zeigen. Klimatisch könnte allerdings der indische Winter an die Verhältnisse im August in Rio de Janeiro durchaus heranreichen.

Von den Vorleistungen des Starterfeldes dürfte Kiprop allerdings kaum auf einer vorderen Position zu erwarten sein, denn der Rest des Elitefeldes der Männer ist schon außergewöhnlich gut besetzt. Allein vier Läufer mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden und sogar neun Aktive mit Zeiten unter 2:08 Stunden sind für den Lauf in Mumbai gemeldet. Dabei wird der 44jährige Haudegen Hendrick Ramaala (RSA) allerdings nicht mehr in die Regionen seiner Bestzeit von 2:06:55 laufen können. Das sieht bei Seboka Dibaba (ETH), David Kiyeng (KEN) und Abraham Girma (ETH) schon anders aus.

Dibaba lief seine Bestzeit von 2:06:17 als Neunter des Dubai Marathon 2012 und wurde u.a. beim Seoul Marathon 2013 und Paris Marathon 2015 jeweils Dritter mit 2:07:26 bzw. 2:07:33. Kiyeng lief seinen Hasurekord von 2:06:26 bereits 2009 in Paris und gewann 2012 den Dagu Marathon in 2:07:57. Im letzten Jahr wurde er in Kapstadt Fünfter in 2:14:38, und sein letzter Marathon unter 2:10 Stunden datiert aus 2013 mit 2:09:30 in Chuncheon. Girma lief als Fünfter 2012 in Amsterdam 2:06:47 und 2013 lief er noch zweimal unter 2:10 Stunden in Hengsui und Paris, im letzten Jahr wurde er in Linz Dritter in 2:13:02.

Vier weitere Läufer haben Bestzeiten im Regime von 2:07 Stunden: Lawrence Kimaiyo (KEN, PB 2:07:01, Kosice 2012), Jacob Cheshari(KEN, 2:07:46, Frankfurt 2013) – Gewinner des Hannover Marathon 2015 – , Mulugeta Wami (ETH, 2:07:11, Amsterdam 2013) und Dereje Debele (ETH, 2:07:48, Düsseldorf 2013 – Sieger).

Bei den Frauen ist das Feld nicht ganz so stark besetzt. Hier sind Valentine Kipketer (KEN), die mit 2:23:02 den Amsterdam Marathon 2013 gewann, sowie Nesanet Achamo (ETH) als Zweite des Hamburg Marathon von 2014 die stärksten Läuferinnen im Feld.

Liste der Eliteathleten:
Jackson Kiprop UGA/1986 2:09:32
Seboka Dibaba ETH/1987 2:06:17
David Kiyeng KEN/1983 2:06:26
Abraham Girma ETH/1986 2:06:48
Hendrick Ramaala RSA/1972 2:06:55
Lawrence Kimaiyo KEN/1990 2:07:01
Mulugeta Wami ETH/1982 2:07:11
Jacob Cheshari KEN/1984 2:07:46
Dereje Debele ETH/1986 2:07:48
Marius Kimutai KEN/1992 2:09:14
Seboka Negusse ETH/1989 2:09:14
Ezekial Omullo KEN/1987 2:09:19
Josphat Leting KEN/1988 2:09:34
Herpasa Negasa ETH/1993 2:10:17
Lungile Gongqa RSA/1979 2:11:59
Michael Mazibuko RSA/1986 2:12:29
Xolisa Tyali RSA/1988 2:16:03
Joseph Ebuya KEN/1987 debut
Liste der Tempomacher
Michael Mutai KEN/1983
Ezekiel Chepkorom UGA/1992
Gideon Kipketer KEN/1992
Stephen Kiplagat KEN/1990
Geoffrey Kipyego KEN/1987
Liste der Eliteathletinnen:
Valentine Kipketer KEN/1993 2:23:02
Netsanet Achamo ETH/1987 2:24:12
Shuko Genemo ETH/1995 2:27:29
Workitu Ayanu ETH/1987 2:29:25
Alem Fikre ETH/1988 2:30:13
Rebecca Korir KEN/1992 2:30:36
Seada Kedir ETH/1988 2:31:38
Bornes Kitur KEN/1986 2:33:50
Tesfanesh Merga ETH/1986 2:34:44
Pamela Kipchoge KEN/1983 2:35:27

London Marathon am 24. April 2016: London gibt das Elitefeld der Frauen bekannt

london-marathon-logo-2015Wie in den Vorjahren wird beim Virgin money London Marathon am 24. April 2016 wieder ein Elitefeld von absoluter Weltklasse bei den Frauen an den Start gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltern präsentiert man in London sehr zeitig seine Felder, um festzustellen, dass für den „Rest“ der Marathonläufe im Frühjahr nur noch wenige Damen aus der ersten Garde verfügbar sind. Die starten nämlich fast ausnahmslos im April an der Themse. Wieviel es auch diesmal gekostet haben mag, um ein derartiges Weltklassefeld an die Startlinie in Black Heath zu bringen, darüber schweigt man sich in britischer Höflichkeit aus. Aber die Qualität der Frauenfeldes in London ist auch 2016 einmalig. Es wird vermutlich leichter sein, einen vorderen Platz bei den Olympischen Spielen in Rio der Janeiro zu erzielen als im London Marathon.

Nicht weniger als 5 Läuferinnen mit Bestzeiten unter der Schallmauer bei den Frauen von 2:20 Stunden sind in London verplichtet worden, 8 Athletinnen sogar mit Zeiten von unter 2:21 Stunden. Die vier schnellsten Zeiten des letzten Jahres wurden von Läuferinnen erzielt, die diesmal in London dabei sind. Dabei fungiert die „Titelverteidigerin“ aus dem Vorjahr, Tigist Tufa (ETH), mit einer Vorleistung von 2:21:52 sogar nur auf Platz 9. Tufa profitierte im letzten Jahr von dem moderaten Tempo jenseits der 10 km und konnte sich auf den letzten Kilometern mit einem gewaltigen Antritt von der versammelten Weltklasse absetzen. Dabei hatte sie allerdings schon drei Monate zuvor bis 35 km beim Dubai Marathon demonstriert, dass sie das Potential für eine sub-2:20-Läuferin besitzt. Bei den hohen Erwartungen an das Elitefeld war ihre Zeit im Ziel 2:03:22 etwas enttäuschend.

londom-mar-2015-tufa-40kmTigist Tufa (ETH) gewann den London Marathon im letzten Jahr.  (c) H. Winter

Ob das Rennen am 24. April schneller wird, ist fast zu erwarten. Noch eínmal wird sich ein derartiges Klassefeld auf ein langsames Tempo im Mittelteil kaum einlassen. Mary Keitany ist auch 2016 die Läuferin in London mit der schnellsten Vorleistung. Bei ihrem Sieg in London im Jahr 2012 lief sie 2:18:37 und  nach einer Babypause gewann sie zuletzt den New York City Marathon. Sie wird siche dafür sorgen, dass das Tempo diesmal nicht verschleppt werden wird.  Gleiches dürfte für Florence Kiplagat gelten, die vor allem durch ihre Weltrekorde im Halbmarathon in Barcelona von sich reden machte. Sie möchte am 14. Februar ihren Weltrekord zum dritten Mal steigern, möglichst sogar auf eine Zeit von unter 65 Minuten.

Erstmals in London wird die Kenianerin Gladys Cherono in ihrem dritten Marathon dabei sein. Nach einem tollen Debut mit 2:20:03 im Januar 2015, war sie bei ihrem Sieg beim Berlin Marathon in 2:19:25 die weltschnellste Läuferin in der Marathon-Saison 2015. Ihr Leistungspotential ermöglicht ihr sicher, noch schneller zu laufen. Bleibt zu hoffen, dass das diesmal in London auch umgesetzt wird. Und diesbezüglich sind noch Mare Dibaba (ETH) und ihre Landsfrau Aselefech Mergia zu nennen. Dibaba ist wie Cherono erstmals in London am Start und sorgte im letzten Jahr ganz früh in der Saison bei ihrem Sieg im chinesischen Xiamen in 2:19:52 für eine Topleistung, die sie auch schon 2012 als Dritte in Dubai erzielte. Sie gewann im August 2015 in Beijing den Weltmeistertitel im Marathon der Frauen. Mergia konnte den Dubai Marathon bereits dreimal gewinnen, 2011, 2012 (PB 2:19:31) und 2015 (knapp vor Gladys Cherono). Im letzten Jahr wurde sie in London Dritte.

londom-mar-2015-women-30kmDie Spitze des Frauenfeldes beim London Marathon 2015 in der mittleren Phase des Rennens. (c) H. Winter

Neben den 2:20-Stunden-Läuferinnen Priscah Jeptoo (KEN, PB 2:20:14), Feyse Tadese (ETH, 2:20:27) und Jemima Sumgong (KEN, 2:20:48) sind auch die besten britischen Frauen am Start, die sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifizieren wollen. Das Elitefeld der Männer, das auch diesmal in der Qualität dem der Frauen nicht nachsteht, dürfte in Kürze bekannt gemacht werden.london-2015-pace-womenDer Rennverlauf bei den Frauen beim London Marathon 2015. Wie die Grafik veranschaulicht, wurde das Tempo vor allem nach 10 km zunehmend verschleppt.  (c) H. Winter

Feld der Elite-Läuferinnen mit pers. Bestzeit:
Mary Keitany (KEN) 2:18:37
Gladys Cherono (KEN) 2:19:25
Aselefech Mergia (ETH) 2:19:31
Florence Kiplagat (KEN) 2:19:44
Mare Dibaba (ETH) 2:19:52
Priscah Jeptoo (KEN) 2:20:14
Feyse Tadese (ETH) 2:20:27
Jemima Sumgong (KEN) 2:20:48
Tigist Tufa (ETH) 2:21:52
Jessica Augusto (POR) 2:24:25
Volha Mazuronak (BLR) 2:25:36
Rkia El Moukim (MAR) 2:26:33
Diana Lobacevske (LTU) 2:28:03
Sonia Samuels (GBR) 2:28:04
Freya Ross (GBR) 2:28:10
Alyson Dixon (GBR) 2:29:30
Louise Damen (GBR) 2:30:00
Susan Partridge (GBR) 2:30:46
Irvette Van Blerk (RSA) 2:31:26
Cassie Fien (AUS) 2:38:53
Jess Coulson (GBR) debut
Charlotte Purdue (GBR) debut

Die schnellsten fünf Zeiten im Marathon der Frauen im Jahr 2015:
1. 2:19:25 Gladys Cherono Kiprono KEN Berlin 27.9.2015
2. 2:19:52 Mare Dibaba ETH Xiamen 3.1.2015
3. 2:20:02 Aselefech Mergia ETH Dubai 23.1.2015
4. 2:20:03 Gladys Cherono Kiprono KEN Dubai 23.1.2015
5. 2:20:21 Lucy Wangui Kabuu KEN Dubai 23.1.2015
Läuferinnen in fettem Font sind in London im April 2016 am Start

Egmond Halve Marathon am 10. Januar 2016: Ein Lauf unter extremen Bedingungen

egmond-halve-marathon-logoMit einem ungewöhnlichen Rennverlauf bei extremen äußeren Bedingungen ging heute Mittag in Egmond aan Zee der 44. Egmond Halve Marathon über die Bühne. Die Temperaturen von 7°C und kein Regen waren zwar von Vorteil, aber Wind mit einer Stärke von „5“ und eine extreme Strecke forderten im ersten Teil den Läufer einiges ab. Nur so ist auch ein Ablauf zu erklären, der zwei Hälften sah, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Die ersten 10 km wurden von der Spitze in 36:36 (!) zurückgelegt, das ist bestenfalls das Niveau engagierter Freizeitläufer. Für die zweiten 10 km brauchte der Spitzenläufer 28:12, das ist Weltklasse und über 8 Minuten schneller als das erste Segment.

Ein wesentlicher Grund für diese hohe Asymmetrie lag darin begründet, dass der Pulk der Läufer auf den ersten 7 km direkt am Sand-Strand liefen und ein kräftiger Wind entgegen blies.  So erinnerten die Bilder von der Strecke mehr einer Jogging-Partie als ein Lauf mit internationaler Topbesetzung. Erst als es vom Strand und die Dünen auf befestigte Wege ging, wurde das Tempo schlagartig erhöht. Wurden die ersten beiden 5 km-Abschnitte noch in über 18 Minuten zurückgelegt, so brauchte man für die 5 km nach 15 km in 50:59 nur noch 14:23.

egmond-halve-marathon-strand-spitze1Eine ungewöhnlich große Gruppe für eine Veranstaltung mit Topathleten am Strand von Egmond aan Zee auf den ersten 7 km.  (c) TV80

Bei 15 km lagen bis auf Emmanuel Mutai (KEN), der wenige Sekunden zurücklag, die Favoriten in einer Vierergruppe vorne: Aberu Kuma (ETH), Bernard Kipyego (KEN), Abdi Nageeye (NED) und Yekeber Bayabal (ETH). Ab hier wurde das Rennen sehr schnell, nach einem km in 2:46 brach die Spitzengruppe auseinander und der Äthiopier Bayabal setzte sich ab. Dabei holte er zunächst kurz nach 16 km die Frauen ein, die in einem Handicap-Rennen 9:17 Minuten vor den Männern gestartet wurden, und hielt das Tempo hoch. Die weiter km-Abschnitte: 2:46, 2:44, 2:45 und 2:48. Nach 20 km in 64:48 (da ist man sonst bei Topläufen schon lange im Ziel) lief der Führende die 5 km in beeindruckenden 13:49.

Durch dieses hohe Tempo kam auch keiner der Verfolger mehr an Bayabal heran, der in 1:08:08 ein Rennen mit einem wahrhaft ungewöhnlcihen Verlauf gewann. Benard Kipyego war zwischendurch etwas zurückgefallen, arbeitete sich in der Schlussphase aber noch auf Platz 2 in 1:08:33 vor, kurz dahinter belegte Aberu Kuma (ETH) in 1:08:40 den dritten Platz. Und hinter dem „Niederländer“ Abi Nageeye in 1:09:02 lief einer der Favoriten Emmanuel Mutai eine Sekunde später auf Platz 5 ein. Im internationalen Maßstab sind das alles eher zweitklassige Zeiten, bedürfen aber der Berücksichtigung der Randbedingungen. Und die waren in der Tat sehr extrem.

Das zeigte sich auch bei den Frauen, die bis 10 km in 44 (!) Minuten gleichfalls eine Joggingtour hinter sich brachten. Dann wurde aber auch bei den Frauen die Fahrt deutlich schneller. Bei 15 km nach 59:45 – die letzten 5 km in 15:45 – lag noch ein Duo an der Spitze, vom dem Genet Yalew (ETH) am Ende die meisten Reserven hatte und in 1:19:02 gewann. Zweite wurde Dibabe Kuma (ETH) in 1:19:32. Auch für diese Zeiten gilt die gleiche Einschätzung wie bei den Männern. Im (Elite-)Halbmarathon erreichten 1224 Aktive das Ziel, insgesamt waren in Egmond 17000 Teilnehmer auf den Beinen. Im kommenden Jahr findet der Lauf am 8. Januar 2017 statt.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Yekeber Bayabal ETH 1:08:08
2. Bernard Kipyego KEN 1:08:33
3. Abera Kuma ETH 1:08:40
4. Abdi Nageeye NED 1:09:02
5. Emmanuel Mutai KEN 1:09:03
6. Khalid Choukoud NED 1:09:24
7. Filex Chemonges UGA 1:09:36
8. Abdi Ulad Hakin DEN 1:10:09
9. Ronald Schröer NED 1:10:16
10. Michel Butter NED 1:10:48
Splits des führenden Läufers (inoffiziell)
 5 km 19:25*
10 km 36:36 17:11
15 km 50:59 14:23
20 km 1:04:48 13:49
 HM 1:08:08  3:20
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen
1. Genet Yalew ETH 1:19:02
2. Dibabe Kuma ETH 1:19:31
3. Jachline Chepngeno KEN 1:20:34
4. Aynalem Kasahun ETH 1:21:55

Standard Chartered Dubai Marathon am 22. Januar 2016: Sechs ehemalige Dubai-Champions am Start

dubai-mar-2016-logoVergleichbar mit einer „Salami-Taktik“ machen die Organisatoren des Standard Chartered Dubai Marathon ihre Elitefelder bekannt, die in knapp zwei Wochen am 22. Januar 2016 (Freitag) unweit des Nobelhotels Burj Al Arab an den Start gehen werden. Nachdem schon vier Sieger bzw. Siegerinnen der letztenJahre als Teilnehmer der diesjährigen Ausgabe verkündet wurden, wurde jetzt auch der Start der beiden Sieger von 2014 und 2015 angekündigt.

Auf dem neuen Kurs mit Start und Ziel gegenüber der Dubai Police Academy siegte im Januar 2014 überraschend der junge Tsegaye Mekonnen Asefa (ETH) in 2:04:32, ein inoffizieller Junioren-Weltrekord, allerdings mit der Einschränkung unsicherer Geburtsdaten in seinem Heimatland. Danach konnte er aber die hohen Erwartungen auf eine große Karriere kaum erfüllen. Im gleichen Jahr wurde er London in 2:08:06 Fünfter und stieg im Oktober in Frankfurt aus. Auch beim London Marathon 2015 beendete er das Rennen nach 35 km vorzeitig. Ob der Youngster an der Stelle seines frühen Triumphes wieder eine Topzeit laufen kann, erscheint mehr als fraglich.

sieger-asefa-mod-dubai-2014Tsegaye Mekonnen (ETH) ist nach 2014 diesmal wieder in Dubai dabei.  (c) H. Winter

Auch der (überraschende) Vorjahressieger Hayle Lemi Berhanu wird wieder and der Startlinie stehen, nachdem er im letzten Jahr nach der Aufgabe von Topstar Kenenisa Bekele (ETH) die Gunst der Stunde nutzte und die sichtbar irritiere Konkurrenz bezwang. In einem sehenswerten Finale konnte der zuvor weitgehend unbekannte Nachwuchsmann (2014: Sieger in Zürich in 2:10:40) seinen Landsmann Lelisa Desisa in 2:05:28 bezwingen. Seine Leistung aus dem Emirat konnte er im Verlaufe des Jahres auch in Warschau bestätigen, wo er den Orlen Warschau Marathon in 2:07:57 gewann.

dubai-2013-zielEin legendäres Finale in Dubai im Jahr 2013. Fünf Läufer schaffen eine Zeit von unter 2:05 Stunden. Das gab es zuvor und auch danach noch nie.  (c) H. Winter

Aktuelle Liste der Eliteathleten (10.1.2016)
Ayele Abshero Biza ETH 2:04:23 (CR) 1. Dubai 2012
Tsegaye Mekonnen Asefa ETH 2:04:32 1. Dubai 2014
Tsegaye Kebede ETH 2:04:38 1. Chicago 2012
Hayle Lemi Berhanu ETH 2:05:28 1. Dubai 2015
Mamitu Daska Molisa ETH 2:24:19 1. Dubai 2010
Tirfi Tsegaye Beyene ETH 2:23:23 1. Dubai 2013
Mula Seboka Sefu ETH 2:25:01 1. Dubai 2014

dubai-2015-mapDer Kurs wurde gegenüber dem Vorjahr leicht verändert, man läuft 2016 zunächst in Richtung Media City und dann zur nördlichen Wende in Jumeirah. Die gesamte Marathonstrecke umfasst zwei Wenden sowie zwei 90°-Kurven.  (c) Veranstalter

Great Edinburgh Xcountry am 9. Januar 2016: Mo Farah im Spurt geschlagen

edinburgh-2016-logoMit einer Überraschung endete der Great Edinburg Xcountry, denn der hohe Favorit Mo Farah (GBR) startete in die Olympische Saison mit einer Niederlage. Lange lag der zweifache Doppel-Olympiasieger über die Bahnlangstrecken souverän an dritter Position im 8 km Lauf. Kurz vor Eingang der letzten von 4 Runden, setzte sich Mo an die Spitze und zog das Tempo an. Dabei blieb zunächst eine Fünfergruppe zusammen, die erst 500 m vor dem Ziel durch den Antritt von Garrett Heath (USA) gesprengt wurde. Farah konnte zunächst folgen, verlor dann aber knapp 400 m vor dem Finale den Kontakt zum Amerikaner. Und auch sein legendäres Finish brachte ihn nicht mehr näher an Heath heran, der deutlich in 25:29 mit 2 Sekunden Vorsprung den Lauf gewann. Der Amerikaner hatte in den letzten beiden Jahren bereits bei der gleichen Veranstaltung jeweils die 4 km gewonnen und dabei mit Asbel Kiprop und Kenenisa Bekele hochkarätige Konkurrenz hinter sich gelassen. Farah zeigte sich im Interview leicht enttäuscht und wird seine Vorbereitungen auf die Saison 2016 mit einem Trainingslager in Kenia/Äthiopien fortsetzen. Bis zu den Wettkämpfen in Rio sind es noch gut acht Monate und somit viel Zeit.

edinburgh-2016-moMo Farah wurde beim Edinburgh Cross nur Zweiter.  (c) BBC

edinburgh-2016-winner-wmBei den Frauen siegte überlegen die Britin Kate Avery, die sich nach der Hälfte der 6 km Strecke absetzen konnte und den Vorsprung zunehmend ausbaute.  (c) BBC

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Tiberias Winner Marathon am 8. Januar 2016: Äthiopischer Sieg im strömenden Regen

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Bei strömendem Regen ging heute morgen der Tiberias Winner Marathon am Ufer des Sees Genezareth über die Bühne. Am schnellsten war der Äthiopier Teferi Kebede Balcha in 2:15:30 vor seinem Landsmann Dereje Tadesse Raya in 2:19:52. Eine Fünfergruppe lag bis 15 km zusammen und trug den denkbar schlechten Verhältnissen durch ein sehr moderates Tempo Rechnung. 5 km wurden nach 16:24 zurückgelegt und die 10 km am südlichen Rand des Sees nach 32:58. Nach 15 km in 49:07 brach die Spitzengruppe auseinander. Der spätere Sieger Balcha konnte sich hier von seinen vier Mitstreitern absetzen und passierte die 20 km-Marke am legendären Kibbuz Ein Gev am Ostrand des Sees in 1:04:49, Dereje Raya (ETH), Samuel Demie (ETH) und David Barmasai (KEN) folgen mit 8 Sekunden Rückstand.
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Balcha baute nun seinen Vorsprung in der zweiten Hälfte kontinuierlich aus, bei 25 km in 1:20:03 lag er schon eine volle Minute vor dem Verfolgertrio, bei 30 km nach 1:35:47 war sein Vorsprung schon auf über zwei Minuten angewachsen. Am Ende siegte der Äthiopier hoch überlegen in 2:15:30, was durch die auch in diesem Jahr schlechten äußeren Bedingungen zu erklären sein mag. Der Streckenrekord von 2:07:30 in Tiberias liegt in der Tat in anderen Regionen. Hinter Balcha brach die Verfolgergruppe auseinander und Dereje Raya wurde Zweiter in 2:19:52, dann folgten Samuel Demie in 2:22:21 und der ehemalige Dubai-Sieger David Barmasai in 2:23:51.
tiberias-mar-2015-winnerTeferi Balcha (ETH) war in 2:15:30 der Sieger der Regenschlacht beim Tiberias Winner Marathon am 8. Januar 2016 am See Genezareth. (c) Veranstalter
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Bei den Frauen gewann Edinah Kwambai (KEN) in 2:51:15. Der Lauf war als offene israelische Meisterschaften ausgeschrieben worden, auch mit dem Ziel Qualifikationszeiten für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu erzielen. Bei den ungünstigen Bedingungen schaffte aber bis auf den Sieger keiner der gut 2000 Teilnehmer im Marathon die entsprechenden Normen von 2:19 bzw. 2:45 zu unterbieten. Und der Sieger hätte schon gut 10 Minuten schneller laufen müssen, um sich für das Olympiateam seines Landes zu empfehlen.
 tiberias-mar-2016-vor-startSo sah es heute morgen kurz vor dem Start um 7:30 Uhr Ortszeit in Tiberas aus.  (c) Veranstalter

 

Ergebnis Marathon der Männer:
 1. Teferi Kebede Balcha
ETH
02.15.30
 2. Dereje Tadesse Raya
ETH
02.19.52
 3. Samuel Getachew Demie
ETH
02.22.11
 4. David Barmasai Tumo
KEN
02.23.51
 5. Mlkmo G’mbr
ISR
02.24.01
 6. Luka Rotich Lobuwan
KEN
02.24.47

Egmond Halve Marathon (NL) am 10. Januar 2016: Hochklassige Eliteläufer

egmond-halve-marathon-logoBereits zum 44. Mal findet am kommenden Sonntag in der niederländischen Küstenstadt der „Saucony Egmond Halve Marathon“ statt. Der Lauf geht über die Halbmarathondistanz und hat als Besonderheit ein Streckenstück, das kurz nach dem Start knapp 7 km auf Sand unmittelbar am Strand verläuft. Der Rückweg dieses Laufs, der 1973 erstmals gestartet wurde, geht dann auf festen Wegen zurück ins Ortszentrum von Egmond. Durch den Termin bedingt können die Bedingungen sehr schwierig werden, wie auch ein Blick in die Siegerlisten zeigt. Der Streckenrekord in Egmond wurde 2012 durch Dawit Wolde (ETH) mit 1:00:45 aufgestellt, was paradoxerweise genau eine Sekunde schneller ist als die aktuelle Welt-Jahresbestzeit des nun sehr jungen Jahres 2016.

Parcourskaart-Egmond-Half-2015-v2Der Streckenverlauf bem Egmond Halve Marathon. Kurz nach dem Start geht für ca. 7 km untermittelbar am (Sand-)Strand entlang.  (c) Veranstalter

In diesem Jahr ist es dem Veranstalter gelungen Athleten der absoluten Weltklasse zu verpflichten. Mit Bernard Kipyego (KEN), Abera Kuma (ETH) und Emmanuel Mutai (KEN) sind in der Tat Ausnahmekönner der Szene am Start.

Der 25-jährige Äthiopier Abera Kuma war bereits 2013 dabei und gewann den Halbmarathon in 1.01.20. Seine Bestzeit im Halbmarathon steht bei 1.00.19, erzielt in Birmingham im Jahr 2012. 2014 wurde er beim Berlin Marathon Dritter in 2.05.56, und sein größter Erfolg war bisher der Sieg beim Rotterdam Marathon im letzten Jahr in 2.06.47.

Auch Bernard Kipyego (KEN) war schon in Egmond am Start, im letzten Jahr wurde er aber nur Sechster in 1.04.17. Seine Bestzeit im Halbmarathon mit 59:10 Minuten ist ungleich schneller (Rotterdam 2009) und in Ras Al Khaimah lief er 2011 und 2014 mit 59:45 und 59:47 gleichfalls unter einer Stunde. Er gewann im Oktober den Amsterdam Marathon in 2:06:19 und lief damit bereits viermal unter 2:07 Stunden über die volle Marathondistanz.

Der dritte im Bunde der Topathleten ist der Kenianer Emmanuel Mutai, der bei seinem Sieg beim London Marathon 2011 eine Zeit von 2.04.40 erreichte. Davor und danach glänzte er mit einer ganzen Anzahl zweiter Plätze, am prominentesten war sicher Rang 2 in 2:03:13 hinter dem Weltrekord laufenden Dennis Kimetto (2:02:57) im Rahmen des Berlin Marathon 2014. Seine Bestzeit über die halbe Distanz erzielte er bereits 201 in Lissabon mit ganz knapp über einer Stunde in 1:00:03.

london-2015-e-mutai-finishDer Kenianer Emmanuel Mutai (KEN) ist einer der diesjährigen Topathleten in Egmond aan Zee.  (c) H. Winter

Bei der Traditionsveranstaltung an der niederländischen Küste werden 17.000 Läufer erwartet („hardlopers“), weitere Information finden sich auf der Webseite des Veranstalters:  www.sauconyegmondhalvemarathon.nl.

 

    Die Sieger der letzten Jahre beim Egmond Halve Marathon
2011 16.990 Ayele Abshero ETH 1:02.23 Ab. Afework ETH 1:12.53
2012 15.937 Dawit Wolde ETH 1:00.45 Meseret Hailu ETH 1:11.18
2013 17.268 Abera Kuma ETH 1:01.20 Helah Kiprop ETH 1:10.55
2014 17.739 Ayele Abshero ETH 1:02.52 Guteni Schone GER 1:11.55
2015 17.000 Azm. Mengist ETH 1:03.01 Pur. Cherotich  KEN 1.11.40

6. Adana Halbmarathon (Türkei) am 3. Januar 2016: Beachtliche Weltjahres-Bestzeiten im Halbmarathon

adana-hm-2016-logoMit beachtlichen Ergebnissen wartete am 3. Januar 2016 der 6. Halbmarathon im südtürkischen Adana auf. Bei guten äußeren Bedingungen erzielten Kipyego Barselius (KEN) mit 1:00:46 bei den Männern sowie Anabel Brihane (ETH) mit 1:09:36 beachtliche Zeiten, die natürlich so früh in der Saison Welt-Jahresbestleitungen darstellen.

Etwa 600 Aktive gingen im Halbmarathon an den Start, wo sich schon bald eine Dreiergruppe mit Vorjahressieger Barselius und seinen Landsleuten Paul Kipkorir und Stephen Arita absetzte, die 5 km nach 14:16 und 10 km nach 28:44 passierte. Auch bei 15 km nach 43:59 (Marke stand vermutlich falsch) lagen die drei noch zusammen und hatten dort bereits einen Vorsprung von gut einer Minute auf die restliche Konkurrenz. Nachdem man lange hinter den Durchgangszeiten vom letztjährigen Streckenrekord zurückgelegen hatte, holte man den Rückstand bereits auf dem Segment von 10 km nach 15 km auf und Barselius konnte in der Schlussphase das Tempo weiter steigern und seinen Rekord aus dem Vorjahr von 1:00:51 um 5 Sekunden auf gute 1:00:46 steigern. Man wird nun vermutlich bis zum Halbmarathon in Ras Al Khaimah (UAE) Mitte Februar warten müssen, bis diese Marke unterboten werden könnte.

Platz 2 belegte Paul Kipkorir, der in 1:00:57 gleichfalls noch unter 61 Minuten blieb. Stephen Arita wurde in 1:01:15 Dritter.  Youssef Nasir (MAR) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Platz und wurde in 1:02:40 Vierter.

ada-hm-2016-spitze-4Die Spitze der Männer in einer frühen Phase des Rennens.  Der spätere Sieger  Kipyego Barselius (KEN,1), Chakir Boujattaoui (MAR,14), Stephen Arita (KEN,10) und Paul Kipkemoi (KEN,2). Der Marrokkaner fiel bald aus der Spitzengruppe zurück und belegte am Ende Platz 5 in 1:02:40.  (c) Veranstalter

Eine beachtliche Zeit lief auch die Siegerin Ababel Brihane aus Äthiopien. Wie bei den Männern bildete sich bei den Frauen schnell ein Führungstrio, das 5 km nach 16:03 und 10 km nach 32:32 erreichte. Dann konnten sich Brihane und Visiline Jepkesho (KEN) absetzen. Die Entscheidung fiel auf den letzten Kilometern, wo sich die Äthiopierin in 1:09:36 durchsetzen konnte. Jepkesho wurde in 1:09:43 Zweite vor ihrer Landsfrau Lucy Cheruiyot in 1:12:33, die im zweiten Teil drei Minuten auf die Spitze verlor.

Ergebnis Halbmarathon der Männer:
1. Kipyego Barselius KEN 1:00:46 (CR)
2. Paul Kipkemoi KEN 1:00:57
3. Stepen Arita KEN 1:01:15
4. Youssef Nasir MAR 1:02:40
5. Chakir Boujattaoui MAR 1:02:40
6. Patrick Kipngeno KEN 1:02:49
7. Mehmet Caglayan TUR 1:05:48
8. Abdelkabir Saji MAR 1:05:51
9. Fetene Regasa ETH 1:06:02
10. Akif Kitir TUR 1:06:39
    Splits der Spitze:
 5 km  14:16 60:12
10 km  28:44 14:28 60:37
15 km  43:59 15:15 61:52
  HM 1:00:46
Ergebnis Halbmarathon der Frauen:
1. Ababel Brihane ETH 1:09:36
2. Visiline Jepkesho KEN 1:09:43
3. Lucy Cheruiyot KEN 1:12:23
4. Esma Aydemir TUR 1:12:26

92. Hakone Ekiden (Japan) am 2./3. Januar 2016: Der Titelverteidiger gewinnt erneut

hakone-2016-logoKeine Frage, der „Hakone Ekiden“ ist einer der bedeutendsten globalen Laufwettbewerbe, obwohl man erstaunlicherweise von japanischer Seite kaum Interesse zu haben scheint, diese außergewöhnliche Veranstaltung auch außerhalb des Landes bekannt zu machen. Und wenn man das ohnehin schon geringe Interesse an Laufveranstaltungen in deutschen Medien in Betracht zieht, wird die Verbreitung dieser Veranstaltung in bundesdeutschen Medien kaum vermisst. Während sich in unseren Landen die Berichterstattung vom Sport neben dem Fußball bis in die unteren Ligen auf den Winter- sowie Motorsport beschränkt, haben Laufveranstaltungen in Japan hohe Einschaltquoten, beim Hakone über viele Stunden bis zu 40 %. Und wenn bei vielen Läufen die Zuschauerzahlen bis ins Peinliche geschönt werden, beim Hakone steht ein „Millionen-Publikum“ in der Tat an der Strecke.

Deshalb ist es mehr als angezeigt, zumindest an dieser Stelle auf eines der bedeutendsten Ereignisses in der japanischen Öffentlichkeit einzugehen, das jedes Jahr am 2. und 3. Tag des neuen Jahres über die Bühne geht, in diesem Jahr schon zum 92. Mal. „Hakone“ ist ein Staffel-Lauf („Ekiden“), bei dem sich 20 Teams von Universitätsstudenten aus dem Großraum Tokyo eine Strecke von 217,1 km in zweimal 5 Etappen teilen, die jeweils die Größenordnung einer Halbmarathondistanz umfassen. Die Strecke verläuft aus dem Zentrum Tokyos an der Küste entlang, bis auf der letzten Etappe der spektakuläre Aufstieg mit über 800 Höhenmetern in den Kurort Hakone unweit des Fujijama erfolgt. In Hakone wird dann am kommenden Tag der Lauf zurück nach Tokyo gestartet.

Nach dem etwas überraschenden Gewinn der Aoyama Gakuin University („Grüner Berg Campus“) mit dem sagenhaften Auftritt von Daichi Kamino im Aufstieg nach Hakone, der entscheidend für den Sieg seines Teams war, konnte das Team den Sieg auch 2016 wiederholen. Dabei blieb man wieder – diesmal als einziges Team – unter der legendären Marke von 11 Stunden und führte das Rennen von der ersten Etappe bis ins Ziel an. Dies war seit fast 40 Jahren keinem Team mehr gelungen. Mit einer Siegerzeit von 10 Stunden 53 Minuten und 25 Sekunden liefen die 10 Studenten die 217,1 km in einem Schnitt (!) von 3:00,6 Minuten pro km. Im letzten Jahr lief man sogar eine neue Rekordzeit und war noch 4 Minuten schneller (2:59,5 pro km). Das sagt über das Niveau des Laufs eigentlich alles, wir kommen darauf gleich noch einmal kurz zurück.

Die Ergebnisse und der Rennverlauf sind in englischer Sprache auf der Homepage der Japan Running News (JRN) von Brett Larner im Detail dargestellt. Auf diesen Link sei hinsichtlich einer sehr ausführlichen Berichterstattung verwiesen (in japanischer Sprache ist natürlich ungleich mehr in den dortigen Medien zu finden).

  Endergebnis des 92. Hakone Ekiden am 2./3. Januar 2016

1. 青山学院大学 Aoyama Gakuin University 10:53:25
2. 東洋大学 Toyo University 11:00:36 07:11
3. 駒澤大学 Komazawa University 11:04:00 10:35
4. 早稲田大学 Waseda University 11:07:54 14:29
5. 東海大学 Tokai University 11:09:44 16:19

Um den Lauf in allen seinen Facetten zu durchdringen, braucht es eine Menge Insiderwissen, das man hierzulande kaum voraussetzen kann. Aber es lohnt sich schon an Beispielen anzudeuten, was Hakone so einzigartig macht.

Dies beginnt mit der TV-Übertragung, die an den beiden Tagen schon in der Länge mit ca. 15 Stunden alles in den Schatten stellt. Seit Jahren beweisen die Medien, wie spannend man ein Laufevent zum Zuschauer transportieren kann. Bei der Übertragung von Hakone stimmt einfach alles. Während bei uns und in vielen anderen Ländern völlig unfähige Leute für die Laufübertragungen verantwortlich zeichnen (und so sind dann auch die Sendungen), ist man in Japan in allen Belangen auf der Höhe des Geschehens. Und das wird mit zunehmender Laufzeit immer komplexer. Fortlaufend erhält man alle Zwischenzeiten oder bekommt die Positionen und die Abstände der Läufer von 20 Teams. Ralf Scholt und wie die ganzen Fernsehstrategen in Sachen Marathon in Deutschland heißen mögen, die sollten sich dies einmal anschauen. Es steht nämlich außer Frage, dass ein wesentlicher Anteil des Kultstatus von Hakone auf der großartigen TV-Präsentation seit vielen Jahren beruht. (Übrigens können da die chinesischen Produzenten vom Xiamen-Marathon, der zeitgleich über die Bildschirme lief, noch eine ganze Menge von Japan lernen).

Ein zweiter Aspekt ist das schon oft angesprochene Leistungsniveau der „Studenten“ aus dem Großraum Tokyos, das in der Leistungsspitze und -breite immer wieder schier unfassbar erscheint. Einen Vergleich mit den deutschen Verhältnissen macht dies mehr als deutlich. Im letzten Jahr 2015 lief der deutsche Hochschulmeister im Halbmarathon, der Berliner Nils Bubel, eine Zeit von 1:08:25, Platz 10 wurde mit 1:18:23 belegt, bundesweit wohl gemerkt. Bei Hakone hätte sich der gute Nils nicht für eines der 20 Teams qualifizieren können. Etwa 1:04 Stunden sind da von Nöten, und die vorderen Teams bei Hakone bringen Vorleistungen an den Start, wo man schon durchatmen muss. Aoyama Gakuin zum Beispiel gibt für das Mittel seines Teams der 10 Starter 13:56 für 5 km, 28:35 für 10 km und 1:02:36 für den Halbmarathon an. Das schaffen bei uns gerade einige Läufer der Leistungselite. In Japan sind das Läufer, die alle an Universitäten eingeschrieben sein müssen. „Ausländische“ Verstärkung gibt es nur in wenigen Fällen, die aber im Leistungsniveau nicht herausragen.

Dieses Leistungsniveau wird dann im Rennen in allen Belangen bestätigt. Dazu nur ein Blick auf die erste Etappe über 21,3 km, die Kazuma Kubota von Aoyama Gakuin in 1:01:22 gewann, der drittschnellsten Zeit in der Geschichte von Hakone. Dies entspricht einer Zeit von etwa 1:00:50 im Halbmarathon. Mit einer solchen Zeit gewinnt man auch international etliche Läufe über diese Distanz. Dass diese Leistung keinesfalls singulär ist, zeigen einige Daten auf der ersten Etappe. Mit 2:49, 2:52, 2:52, 2:54, 2:47 erreichten fast alle 20 Teams in 14:16 die 5 km Marke. 15 Läufer passierten 10 km in 28:43 und immer noch 12 Läufer waren in 43:30 bei 15 km zusammen (61:11 Tempo für HM).

In dieser Qualität ging das Rennen weiter, wobei der Titelverteidiger Aoyama Gakuin die Führung stetig ausbaute und schon am ersten Tag mit einem Vorsprung von 3:04 Minuten in Hakone abschloss. Dabei konnte ein leicht angeschlagener Daichi Kamino seine Galavorstellung vom letzten Jahr nicht ganz wiederholen und wurde auf der legendären fünften Etappe mit einem Rückstand von fast einer Minute nur zweitbester Läufer. Diesbezüglich gibt es eine nette Story am Rande, denn im Vorfeld hatte sich der am Freitag schnellste Läufer auf der Königsetappe hinauf nach Hokone, Daniel Kitonyi (Nihon University), an dem Begriff „God of the Mountains“ für den Vorjahressieger der fünften Etappe, Daichi Kamino (Aoyama Gakuin University), gestört, und er sich weniger anmaßend als „King“ bezeichnen würde. Kitonyi ist somit nun der „Mountain King“ von Hakone 2016.

Auch am zweiten Tag konnte Aoyama Gakuin den Vorsprung kontinuierlich ausbauen, wobei deren Läufer drei der fünf Etappen gewannen. Im Ziel lag man 7:11 Minuten vor der Konkurrenz, kein weiteres Team konnte diesmal die 11 Stundengrenze unterbieten.

Xiamen International Marathon am 2. Januar 2016: Vier Minuten langsamer als im Vorjahr

xiamen-logo-2016Schon im Vorfeld war zu erwarten, dass die einmaligen Resultate des Vorjahres in der Tat zunächst „einmalig“ bleiben. Während 2015 der Xiamen International Marathon mit Streckenrekorden und internationalen Topzeiten glänzte, waren die Zeiten der heutigen Ausgabe in der ostchinesischen Hafenstadt eher Mittelmaß. Bei den Männer gewann der Kenianer Vincent Kipruto in 2:10:18 und bei den Frauen war Worknesh Edesa (ETH) in 2:24:04 vorne. Im letzten Jahr liefen an gleicher Stelle Moses Mosop und Mare Dibaba 2:06:14 sowie 2:19:52, Zeiten die einige Monate in der Weltjahres-Bestenliste überdauerten. Das wird in diesem Jahr sicher nicht der Fall sein.

Bei günstigen Temperaturen um 15°C – allerdings über 80 % Luftfeuchte – gingen 27.000 Läufer im Marathon an den Start. Nimmt man dann noch weitere 21.000 Teilnehmer dazu, die zeitgleich über 5 km starteten, waren das schon eindrucksvolle Bilder, die das chinesische Fernsehen CCTV-5 einfing. Dass in der Bildregie wieder ein Aktivist (oder eine Aktivistin) saß, die auch nicht in Ansätzen ein Verständnis für den Sport aufbrachte, ist (leider) ein Faktum, mit dem man wohl auch im Jahr 2016 leben muss. Und das nicht nur in China.

Während die erste Phase des Rennens noch recht flott begonnen – 3 km in 9:06, 5 km nach 15:03 – wurde die Fahrt einer 14köpfigen Gruppe danach sichtbar langsamer. Mit km-Abschnitten von 3:09, 3:12, 3:04, 3:03 und 3:03 ging es in 30:34 zur 10 km Marke, wo man auf Kurs von 2:09:11 lag. Kurz vor 6 km schwächelte der spätere Sieger Kipruto kurz, fand dann aber wieder Anschluss. Bei 15 km wurde eine Zwischenzeit von 45:56 gemeldet, die Uhren zeigten allerdings 46:11, und 10 Läufer an der Spitze erreichten 20 km nach 1:01:33 und den Halbmarathon in 1:05:08. Man lag also „nur noch“ auf Kurs von 2:10 Stunden. Mit der Startnummer „33“ spät nachverpflichtet war der bereits 35jährige Haudegen Deriba Merga (ETH) bis hier an der Spitze zu sehen, danach fiel er aber zurück und beendete (vermutlich) das Rennen nicht.

Dann dünnte die Spitze weiter aus mit 8 Läufern in der Spitzengruppe in 1:17:12 bei 25 km und 1:32:30 bei 30 km. Kurz danach bestand die Spitze noch aus Feyisa Bekele, Shura Kitata, Abdela Godana, Alemu Gemechu and Gebre Mekuant (alle ETH) zusammen mit einem Kenianer, Vincent Kipruto. Bei 31 km ging der Tempomacher heraus und die Spitze dünnte weiter aus, nach 38 km waren nur noch Kitata, Kipruto und Bekele vorne. Nach 39 km in 2:00:48 waren Kitata und Kipruto allein und liefen nach 40 km in 2:03:43 den schnellsten km des Rennens mit 2:55. Die Entscheidung fiel erst an der 42 km-Marke, wo sich Kipruto problemlos von Kitata absetzen konnte und in 2:10:18 gewann. Damit gewann Kipruto den vierten Marathon seiner Karriere und zeigte nach dem schwachen Abschneiden im April in Paris mit Platz 14 wieder aufstrebende Form. Abgesehen von der moderaten Zeit im Ziel lief er die beiden Hälften mit 1:05:08 und 1:05:10 überaus gleichmäßig.

Der erst 19jährige Kitata lief 2:10:20, nachdem er erst vor zwei Monaten in Shanghai mit 2:08:53 Bestzeit lief. Platz 3 auf dem Podium erreichte Feyisa Bekele (ETH) in 2:11:09. Mit diesem Resultat konnten die Organisatoren die hochklassigen Zeiten des Vorjahres auch nicht in Ansätzen bestätigen.

xiamen-2016-winnerVincent Kipruto (KEN) im Siegerinterview nach seinem Sieg beim Xiamen Marathon in 2:10:18.  (c) Veranstalter

Bei den Frauen waren die Zeiten etwas hochwertiger, die Fabelzeit vom Vorjahr war aber niemals in Reichweite. Das zeigte sich schon nach 10 km in 34:28, wo man auf Kurs von 1:25:26 lag, bei 20 km in 1:08:08 und Halbmarathon in 1:12:55 war man kaum schneller. Nach gut 25 km begann Workenesh Edesa ihren Sololauf, den die Äthiopierin mit einer Bestzeit von 2:31:06 (Marrakech 2015) zunächst mit zwei dann noch mit einem Tempomacher mit einer grandiosen Verbesserung ihres Hausrekords in 2:24:04 abschloss. Ihre Landsfrau Marta Lema wurde in 2:24:32 Zweite und konnte gleichfalls ihre Bestzeit von 2:25:59 vom Hengshui Marathon im September 2015 steigern. Mit Fantu Eticha (ETH) auf Platz 3 in 2:26:53 war ein äthiopisches Podium perfekt.

Die Splits der führenden Läufer:

 5 km 15:03 2:07:00
10 km 30:34 15:31 2:09:11
15 km 46:11 15:37 2:09:55
20 km 1:01:33 15:22 2:09:52
 HM 1:05:08 2:10:16
25 km 1:17:12 15:39 2:10:18
30 km 1:32:42 15:30 2:10:23
35 km 1:48:10* 15:28 2:10:24
40 km 2:03:43 15:33 2:10:30
 Ziel 2:10:18  6:35


Ergebnisse des Männer (frisch aus dem Drucker):

xiamen-2016-results-menErgebnisse der Frauen:

xiamen-2016-results-women

„Sao Silvestre“ in Sao Paulo (BRA) am 31. Dezember 2015: Stanley Biwott wird Favoritenrolle gerecht

sao-silvestre-logoMit dem Sieg des Favoriten Stanley Biwott (KEN) ging am Silvestertag die bereits 91. Ausgabe des 1925 begründeten Laufs über 15 km über die Bühne. Der Lauf in Sao Paulo ist sozusagen die „Mutter“ aller Silvesterläufe. Biwott gewann in 44:31 vor den beiden Äthiopiern Leul Gebresilase in 44:34 und Feyisa Lilesa in 44:38. Nach einigen km lag eine etwa 10köpfige Gruppe vorne, die sich im weiteren Verlauf auf 3 Läufer dezimierte, Biwott sowie Edwin Kipsang (KEN) und Leul Gebresilase (ETH). In der Schlußphase setzten sich Biwott und Gebresilase ab und spurteten um den Sieg. Dahinter holte Feyisa Lilesa (ETH) Kipsang noch ein und wurde in 44:38 Dritter vor Kipsang in 44:41. Damit war das auslaufende Jahr für Biwott sehr erfolgreich, da er u.a. auch den New York City Marathon gewann.

sao-silvestre-spitzeDie Spitzengruppe der Männer in der frühen Phase des Rennens. In der Mitte der spätere Sieger Stanley Biwott (207).  (c) Veranstalter

Recht schwach waren die Zeiten bei den Frauen, wo die Ymer Ayalew (ETH) in 54:00 vor Delvine Relin (ETH) in 54:03 gewann. An den Rennen nahmen über 30.000 Läufer teil, begonnen hatte dies alles 1925 mit gerade einmal 36 Finishern.

  Ergebnisse 15 km der Männer:
1. Stanley Biwott KEN 44:31
2. Leul Gebresilase ETH 44:34
3. Feyisa Lilesa ETH 44:38
4. Edwin Kipsang KEN 44:41
5. Giovani dos Santos BRA 44:58
 Ergebnisse 15 km der Frauen:
1. Ymer Wude Ayalew ETH 54:00
2. Delvine Relin KEN 54:03
3. Failuna Matanga TAN 54:11
4. Sueli Pereira BRA 54:15
5. Joziane Cardoso BRA 54:22
                    Die Sieger beim „Sao Silvestre“ seit 1991:
2012 Edwin Kipsang (KEN) 44:04 Maurine Kipchumba (KEN) 51:41
2011 Tariku Bekele (ETH) 43:35 Priscilla Cheptoo (KEN) 48:48
2010 Marílson dos Santos 44:07 Alice Jemeli Timbilili  50:19
2009 James Kipsang Kwambai 44:40 Pasalia C. Kipkoech (KEN) 52:30
2008 James Kip. Kwambai (KEN) 44:42 Wude Ayalew (ETH) 51:37
2007 Robert Kipk. Cheruiyot  45:57 Alice Jemeli Timbilili (KEN) 53:07
2006 Franck de Almeida (BRA) 44:07 Lucélia Peres (BRA) 51:24
2005 Marílson dos Santos 44:21 Olivera Jevtić  (SCG) 51:38
2004 Robert Kipk. Cheruiyot 44:43 Lydia Cheromei  53:01
2003 Marílson dos Santos (BRA) 43:49 Margaret Okayo (KEN) 51:24
2002 Robert Kip. Cheruiyot (KEN) 44:59 Marizete Rezende (BRA) 54:02
2001 Tesfaye Jifar (ETH) 44:15 Maria Z. Baldaia (BRA) 52:12
2000 Paul Tergat 43:57 Lydia Cheromei 50:33
1999 Paul Tergat 44:35 Lydia Cheromei 51:29
1998 Paul Tergat 44:47 Olivera Jevtić (YUG) 51:35
1997 Emerson Iser Bem (BRA) 44:40 Martha Tenorio  52:03
1996 Paul Tergat  43:50 Roseli Machado (BRA) 52:32
1995 Paul Tergat (KEN) 43:12 Carmem de Oliveira (BRA) 50:53
1994 Ronaldo da Costa (BRA) 44:11 Derartu Tulu (ETH) 51:17
1993 Simon Chemoiywo 43:20 Hellen K. Kipkoskei (KEN) 50:26
1992 Simon Chemoiywo (KEN) 44:08 María del Carmen Díaz 54:00
1991 Arturo Barrios 44:04 Maria Luisa Servin (MEX) 54:02

Xiamen International Marathon (China) am 2. Januar 2016: Weltjahres-Bestzeiten sind garantiert

xiamen-logo-2016Nur gut 24 Stunden nachdem in Zürich bei traditionellen Neujahrs-Marathon der Schweizer David Jeker in 2:42:48 eine erste globale Weltbestmarke im Marathon setzen konnte, wird diese Zeit morgen früh beim Xiamen International Marathon in der ostchinesischen Hafenstadt in ganz andere Dimensionen gedrückt werden. Beim ersten IAAF Gold Label Road Race des Jahres 2016 geht eine Gruppe von Eliteathleten an den Start, die wie in den letzten Jahren stets bemerkenswerte Zeiten erzielen konnten. Im Vorjahr waren die Zeiten von solcher Qualität, dass sie auch am Ende einer langen Saison ganz vorne in den Bestenlisten zu finden waren. Die Zeit bei den Frauen von Mare Dibaba mt 2:19:52 wurde 2015 nur von Gladys Cherono Ende September in Berlin unterboten und blieb im globalen Jahresranking auf Platz 2. Und auch die Siegerzeit von Moses Mosop mit 2:06:19 schaffte die Top20 des letzten Jahres.

Ganz so stark ist die Besetzung in diesem Jahr nicht, aber für Topzeiten reicht die Ansammlung von Eliteläufern und -innen allemal. Mit Mariko Kipchumba kehrt der Sieger von 2014 nach Xiamen zurück, damals gewann er in 2:08:03. Kipchumba ist mit 41 Jahren zwar „in die Jahre gekommen“, aber er konnte den letzten Beijing Marathon mit 2:11:00 gewinnen und könnte ein Aspirant auf einen neuen Weltrekord sein. Den Masters-Weltrekord im Marathon wohlgemerkt, den Kenneth Mungara im letzten Jahr zweimal auf nun 2:08:42 steigern konnte. Kipchumbas Bestmarke sind seine 2:06:05 aus dem Jahr 2012, wo er in Reims gewann, aber Zeiten in die Dimensionen des Kursrekords von Moses Mosop sind wenig realistisch.

Vicent Kipruto (KEN) war 2010 in Rotterdam mit 2:05:13 schon schneller, aber nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der WM 2011 konnte er in den letzten Jahren kaum überzeugen. Eine Zeit unter 2:10 Stunden wäre für ihn schon ein Comeback. Für Furore könnte der 19jährige Äthiopier Shura Kitata sorgen, der bei seinem Debüt beim Shanghai Marathon in diesem Jahr als Dritter 2:08:50 lief. In seinem zweiten Marathon will er diese Zeit deutlich steigern. John Kemboi Cheruiyot (KEN) hat eine Bestzeit von 2:08:56 vom Frankfurt Marathon des letzten Jahres und die Äthiopier Abdela Godana und Alemu Gemechu liefen bisher 2:11:37 sowie 2:14:01. Wer immer bei der IAAF die Labels vergibt, für ein „Goldenes Rennen“ ist die Decke an männlichen Eliteathleten ganz schön dünn.

Bei den Frauen wird sich die Ausnahmeleistung aus dem Vorjahr durch Mare Dibaba kaum wiederholen lassen. Hier ist ihre Landsfrau Meseret Legese die aussichtsreiche Läuferin auf den Sieg. Sie war in den letzten beiden Jahren in Xiamen dabei und lief  2:26:36 und 2:27:38. Ihre Bestzeit von 2:26:15 erreichte sie ebenfalls auf chinesischem Boden beim Hengshui Marathon im Jahr 2013. In diesem Jahr wurde sie Siebte eim Paris Marathon in 2:27:28. Schnellste im Feld ist die Türkin Sultan Haydar mit 2:24:44 vom letzten  Dubai Marathon. Meskerem Assefa (ETH) lief in Chicago 2:25:11 und Marta Lema (ETH) 2:25:59 als Zweite beim diesjährigen Hengshui Marathon. Mirriam Wangari (KEN) wurde in Xiamen im letzten Jahr Dritte in Xiamen mit 2:27:53. Weitere Topläuferinnen in Xiamen sind Fantu Eticha (ETH, PB 2:26:14), Lishan Dula (BHR, PB 2:26:56) und Olena Burkovska (UKR, 2:27:07).

Zusammen mit einem Halbmarathon sowie 5 km und 10 km Läufen erwarten die Veranstalter in Xiamen wieder etwa 50.000 Teilnehmer auf den diversen Strecken in unmittelbarer Nähe der Küste des Ost-Chinesischen Meeres.

Quelle:  Veranstalter, IAAF

 

   Die Sieger beim Xiamen Marathon (Quelle: Wikipedia)
2015  Moses Mosop (KEN) 2:06:19  Mare Dibaba (ETH) 2:19:52
2014  Mariko Kipchumba (KEN) 2:08:03  Mare Dibaba (ETH) 2:21:37
2013  Negari Terfa (ETH) 2:07:32  Fatuma Sado (ETH) 2:27:35
2012  Peter Kamais (KEN) 2:07:37  Ashu Kasim (ETH) 2:23:09
2011  Robert Kipchumba (KEN) 2:08:00  Amane Gobena (ETH) 2:31:49
2010  Feyisa Lilesa (ETH) 2:08:47  Atsede Baysa (ETH) 2:28:53
2009  Samuel Mugo (KEN) 2:08:51  Chen Rong (CHN) 2:29:52
2008  Kiprotich Kenei (KEN) 2:09:49  Zhang Yingying (CHN) 2:22:38
2007  Li Zhuhong (CHN) 2:13:17  Zhu Xiaolin (CHN) 2:26:08
2006  Stephen Kamar (KEN) 2:10:46  Sun Weiwei (CHN) 2:26:32
2005  Raymond Kipkoech (KEN) 2:09:49  Zhou Chunxiu (CHN) 2:29:58
2004  James Moiben (KEN) 2:10:54  Zhou Chunxiu (CHN) 2:23:28
2003  Hailu Negussie (ETH) 2:09:03  Zhou Chunxiu (CHN) 2:34:16

BOclassic in Bozen (ITA) am 31. Dezember 2015: Schnelle Männer über 10 km

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Auch  bei den BOclassic im italienischen Bozen gab es bei der seit 1984 ausgetragenen Veranstaltung überraschende Sieger. Die 10 km der Männer gewann 24jährige Tamirat Tola in 28:29 vor seinen Landsleuten Muktar Edris in 28:45 und Imane Merga in 28:57. Hinter Jairus Birech (KEN) in 28:58 landete der Neuseeländer Zane Robertson in 29:00 einen Achtungserfolg gegen die afrikanische Konkurrenz. Bei den Frauen war Netsanet Gudeta (ETH) in 15:58 vorne, die weiteren Plätze auf dem Podium belegten die kenianische Konkurrenz Janet Kisa in 16:03 und Viola Kibiwot in 16:09.

Bei den Frauen war man auf der ersten von 4 1250 m Runden in 4:17 recht vorsichtig angegangen, so dass noch etwas 15 Läuferinnen die Spitze bildeten. Erst dann zog das Rennen wegen einer Attacke der späteren Siegerin Gudeta gewaltig an, die zweite Runde wurde schon in 3:53 zurückgelegt. Als sich dann mit einer noch schnelleren dritten Runde in 3:47 Gudeta und Kisa schon deutlich abgesetzt hatten, kam es zu enem kuriosen Zwischenfall. Kisa zog kurz vor Ende der 3. Runde das Tempo an und passierte die Ziellinie (für die nächste Runde) mit einer halben Sekunde Vorsprung. Da hatten die beiden Damen aber erst 3750 m zurückgelegt. Freundliche Helfer bedeuteten vor allem der bereits abgestoppten Kisa, dass noch eine Runde zu laufen war. Die beiden nahmen das Tempo wieder auf, absolvierten noch eine Runde, in der sich dann aber Gudeta als die schnellere Läuferin erwies und gewann.

Von deutscher Seite waren die Sujew Zwillinge am Start, die nach der Tempoverschärfung durch Gudeta in der zweiten Runde zurückfielen und am Ende die Plätze 8 und 12 belegten: Diana Sujew 16:54, Elina Sujew 17:03

Auch bei den Männern war die Ouvertüre verhalten in zwei 3:38er Runden, dann zog das Tempo an und bereits nach der Hälfte des Rennens in 14:27 setzte sich Tamirat Tola problemlos ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Im Ziel lag er 16 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Edris. Tola hatte sich in diesem Jahr im Halbmarathon in Yangzhou auf 60:08 im Halbmarathon verbessert, im September lief er beim Berlin Marathon bis 25 km 1:13:29 (gab dann aber nach 35 km auf) und gewann kürzlich den „Great Ethiopian Run“ über 10 km in Adiis Abeba. Auch im Marathon ist Tola durch seine 2:06:14 in Dubai vor zwei Jahren ausgewiesen. Das Duell um Platz 3 gewann einer der Favoriten Imane Merga (ETH) , der den Lauf bereits 2010, 2012 und 2013 gewinnen konnte, gegen den Kenianer Jairus Birech knapp mit 28:57 zu 28:58, genauer waren das 1,4 Sekunden.

boclassic-winnerTamirat Tola (ETH) gewann in Bozen die 10 km in 28:29.  (c) Veranstalter

 Ergebnis 10 km der Männer:
1. Tamirat Tola ETH 28:29
2. Muktar Edris ETH 28:45
3. Imane Merga ETH 28:57
4. Jairus Birech KEN 28:58
5. Zane Robertson NZL 29:00
6. Ross Millington GBR 29:23
7. Thomas Longosiwa KEN 29:26
8. Tadesse Abraham SUI 29:51
Ergebnis 5 km der Frauen:
1. Netsanet Gudeta ETH 15:58
2. Janet Kisa KEN 16:03
3. Viola Kibiwot KEN 16:09
4. Elinor Kirk GBR 16:33
5. Margherita Magnani ITA 16:37
6. Sonja Roman SLO 16:47
7. Jamie van Lieshout NED 16:52
8. Diana Sujew GER 16:54
12. Elina Sujew GER 17:03
  Siegerliste der BOclassic über 10 km (M) und 5 km (F):
Muktar Edris (ETH) 29:07 2014 Janet Kisa (KEN) 15:49
Imane Merga (ETH) 28:43 2013 Maryam Jamal (BRN) 16:00
Imane Merga (ETH) 29:12 2012 Sylvia Kibet (KEN) 16:21
Edwin Soi (KEN) 28:16 2011 Viv. Cheruiyot (KEN) 16:03
Imane Merga (ETH) 28:32 2010 Viv. Cheruiyot (KEN) 15:52
Edwin Soi (KEN) 28:44 2009 Gedo S. Utura (ETH) 16:11
Edwin Soi (KEN) 28:55 2008 Guln. Samitova (RUS) 15:59
Edwin Soi (KEN) 28:50 2007  Sylvia Kibet (KEN)

16:01

Abd. Goumri (MAR)

28:34

2006

Aniko Kalovics (HUN)

15:44

Abebe Dinkesa (ETH)

28:38

2005

Isab. Ochichi (KEN)

15:53

Sergey Lebid (UKR)

28:23

2004

Birhane Adere (ETH)

16:14

Sergey Lebid (UKR)

28:36

2003

Birhane Adere (ETH)

15:49

Sergey Lebid UKR)

29:02

2002

Birhane Adere (ETH)

15:50

Sergey Lebid (UKR)

28:41

2001

S. Chepkemei (KEN)

16:26

John Cher. Korir (KEN)

28:27

2000

Mer. Denboba (ETH)

16:08

Sergey Lebid (UKR)

28:24

1999

Gete Wami (ETH)

15:50

Paul Kosgei (KEN)

28:10

1998

Mer. Denboba (ETH)

15:44

Bern. Barmasai (KEN)

28:08

1997

Birhane Adere (ETH)

16:02

Daniel Komen (KEN)

28:37

1996

Tegla Loroupe (KEN)

16:14

Shem Kororia (KEN)

28:19

1995

Tegla Loroupe (KEN)

15:49

Shem Kororia (KEN)

28:33

1994

Tegla Loroupe (KEN)

15:49

Addis Abebe (ETH)

28:43

1993

Lyud. Borisova (RUS)

16:01

Jonah Koech (KEN)

28:25

1992

Lyud. Borisova (RUS)

16:05

Phillim. Hanneck (ZIM)

 28:02

1991

K. Ullrich-W. (GER)

 15:34

Steph. Nyamu (KEN)

28:38

1990

Uta Pippig (GER)

16:04

Ezequiel Canario (POR)

28:27

1989

Elly vanHulst (NED)

16:11

Salvatore Antibo (ITA)

28:34

1988

Maria Curatolo (ITA)

15:54

Fethi Baccouche (TUN)

28:46

1987

Elly vanHulst (NED)

16:02

Pierre Deleze (SUI)

29:25

1986

Vera Michallek (GER)

14:53

Alberto Cova (ITA)

29:31

1985

Chr. Tomasini (ITA)

14:54

Alex Hagelsteens (BEL)

29:10

1984

Birgit Schmidt (GER)

17:03

26. Bitburger Silvesterlauf Trier am 31. Dezember 2015: Unerwartete Sieger

trier-2015-logoÜberraschende Namen auf den vorderen Plätzen fanden sich heute in den Siegerlisten bei der 26. Ausgabe des Bitburger Silvesterlaufs in der Altstadt von Trier. Die Zusatzbezeichnung „Das deutsche Sao Paulo“ erscheint angesichts der tollen Stimmung, angeheizt vor allem auch durch den Moderator Wolf-Dieter Poschmann, durch angebracht. Im Elitelauf der Männer belegte erst auf Platz 3 mit dem Kenianer Micah Kogo einer der Favoriten im Vorfeld zu finden. Auch der Japaner Yuki Kawauchi konnte am Ende nicht in die Entscheidung eingreifen, wobei er noch in der sechsten von acht Runden stürzte und somit auf Platz 21 24:24 Minuten für die 8 km benötigte. Das Rennen gewann der 20jährige Äthiopier Haymanot Alew in 23:00 vor Zakaria Boudad (MAR) in 23:02. Auf Platz 3 folgte mit der gleichen Zeit Micah Kogo (KEN) vor Teklit Tesfaghabr (ERI) in 23:04. Die deutschen Läufer Simon Stützel und Julian Flügel wurden in 23:34 und 23:38 Siebter bzw. Neunter.

trier-2015-winner-menHaymanot Alew (ETH) war in 23:00 der (etwas) überraschende Sieger über 8 km in Trier. (c) Veranstalter

Auch bei den Frauen gab es eine Überraschung. Hier siegte die erst 18jährige Äthiopierin Amare Meskerem in 15:35 mit großen Vorsprung auf die Niederländerin Maureen Koster in 15:57. Erst auf Platz 4 lief dann Anna Holm Baumeister vom Post Sport-Verein Trier in 16:10 ein, dahinter Gesa Krause aus Frankfurt in 16:13 und Katharina Heinig in 16:27.

Insgesamt waren gut 2000 Teilnehmer auf diversen Strecken dabei, die von ca. 15000 Zuschauern bei toller Stimmung angefeuert wurden.

       8 km-Lauf der Männer:
1. Haymanot Alew ETH 23:00
2. Zakaria Boudad MAR 23:02
3. Micah Kogo KEN 23:02
4. Teklit Tesfaghabr 23:04
5. Patrick Ereng KEN 23:21
6. Yannick Michiels BEL 23:24
7. Simon Stützel GER 23:34
8. Krystian Zalewski POL 23:35
9. Julian Flügel GER 23:38
10. Tarik Moukrime BEL 23:47
21. Yuki Kawauchi JAP 24:24
    5 km-Lauf der Frauen:
1. Amare Meskerem ETH 15:35
2. Maureen Koster NED 15:57
3. Deratu Debel Delesa ETH 16:09
4. Anna Holm Baumeister GER 16:10
5. Gesa Krause GER 16:13
6. Katharina Heinig GER 16:27