43. Schneider Electric Marathon de Paris am 14. April 2019: Äthiopische Siege in den Straßen von Paris

paris-mar-2016-logoAbrha Milaw (ETH) in 2:07:05 und Gelete Burka (ETH) in 2:22:47 gewannen die 43. Ausgabe des Schneider Electric Paris Marathon in der französichen Hauptstadt. Das Rennen der Männer begann ausgesprochen flott mit 14:49 für die ersten 5 km. Nach etwa 6 km konnte einer der Favoriten Yemane Tsegay (ETH) dieses Tempo etwas überraschend schon nicht mehr mitgehen und gab bald darauf auf. An der Spitze passierte ein Pulk von 12 Läufern die 10 km nach 29:30, 15 km nach 44:22 und 20 km nach 58:59. Die Hälfte erreichten 10 Akteure nach 1:02:10, womit man deutlich auf Kurs zu einer Zeit unter dem bestehenden Kursrekord von 2:05:03 lag.

Nach 25 km in 1:13:49 brach das Tempo an der Spitze aber ein und die kommenden 5 km wurden nur noch in 15:37 zurückgelegt. Da man sich vorne nach wie vor nicht einig in der Tempogestaltung war und der letzte Tempomacher bei 32 km ausstieg, brauchte man für kommenden 5 km nach 35 km in 1:45:19 schwache 15:53. Damit waren alle Hoffnungen auf eine schnelle Zeit dahin. Warum man dann in ersten Teil eine solche Tempohatz betrieb, um danach die Errungenschaften aus der Hand zu geben, kann kaum nachvollzogen werden.

Mittlerweile waren noch 5 Läufer vorne, neben Vorjahressieger Paul Lonyangata (KEN) Abrha Milaw, Asefa Mengistu (ETH), Morris Gachaga (KEN) und Barselius Kipyego (KEN). Zunächst startete Lonyangata mehrere erfolglose Attacken, bevor sich nach 39 km Milaw entscheidend absetzen und das Rennen über 2:00:34 bei 40 km in 2:07:05 gewinnen konnte. Zweiter wurde Asefa Mengistu in 2:07:25 und der Sieger der beiden Vorjahre Paul Lonyangata musste sich diesmal mit Platz 3 in 2:07:29 begnügen. Damit gab es wie zuletzt im Jahr 2016 eine schwache Siegerzeit bei den Männern.

paris-mar-2019-winner-burkaGelete Burka gewann den Paris Marathon 2019 bei den Frauen. (c) Veranstalter

Bei den Frauen begann das Rennen mit verhaltenen 5 km in 17:29. Danach wurde Fahrt schneller und 10 Läuferinnen passierten 10 km nach 34:10, 15 km nach 51:04, 20 km nach 1:07:32 und die Halbdistanz nach 1:11:03. Über 1:24:02 bei 25 km lagen noch vier Läuferinnen an der Spitze, die 30 km nach 1:40:47 erreichten und mit einer Projektion ins Ziel von 2:21:20 dem Kursrekord von 2:20:55 immer näher kamen. Doch ähnlich wie bei den Männern wurde das Rennen nun langsamer und bei 35 km in 1.57:57 und 40 km in 2:15:37 hatte man wertvolle Zeit liegen lassen:

paris-mar-2019-calvinClemence Calvin lief einen neuen französichen Landesrekord. (c) Veranstalter

Bei 41 km war es dann die zuvor stets am Ende des Feldes laufende Gelete Burka, die eine Tempoverschärfung einleitete, die nur noch Azmera Gebru (ETH) mitgehen konnte. Doch im Finale vermochte auch Gebru der „gelernten Mittelstrecklerin“ Burka nicht mehr zu folgen, die das Rennen in 2:22:47 gewann. Gebru wurde Zweite in 2:22:52 vor Azmera Abreha (ETH) in 2:23:35. Auf Platz vier stürmte die Französin und Vize-Europameisterin Clemence Calvin (FRA) dicht an die Topplatzierten heran und schaffte in 2:23:41 einen neuen Landesrekord. Diese Leistung entbehrt nicht einer gewissen Ironie, als Calvin kürzlich einer Dopingkontrolle nicht nachkam und ihr damit eine Sperre von bis zu vier Jahren drohen könnte. Erst ein Verwaltungsgericht hatte eine bereits nach dem Vorfall in Marokko ausgesprochene Sperre aufgehoben, eine Hausdurchsuchung bei der Athletin verlief in Sachen Dopingmittel ergebnislos.

Alle Ergebnisse derzeit nur vorläufig!

 Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Abrha Milaw ETH 2:07:05
2. Asefa Mengistu ETH 2:07:25
3. Paul Lonyangata KEN 2:07:29
4. Morris Gachaga KEN 2:07:45
5. Barselius Kipyego KEN 2:07:57
6. Polat Arikan TUR 2:08:14
7. Yitayal Atnafu ETH 2:08:31
8. Morhad Amdouni FRA 2:09:14
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Gelete Burka ETH 2:22:47
2. Azmera Gebru ETH 2:22:52
3. Azmera Abreha  ETH 2:23:35
4. Clemence Calvin FRA 2:23:41
5. Sally Chepyego KEN 2:23:54
6. Pascalia Kipkoech KEN 2:26:05
7. Zerfie Limeneh ETH 2:26:49