14. Vodafone Istanbul Halbmarathon am 7. April 2019: Ruth Chepngetich gewinnt in 1:05:30

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Die Kenianerin Ruth Chepngetich (KEN) sorgte mit dem neuen Streckenrekord von 1:05:30 für das Highlight der 14. Ausgabe des Vodafone Istanbul Halbmarathon. Das Rennen der Männer gewann ihr Landsmann Benard Ngeno (KEN) in knapp unter einer Stunde mit 59:56. Bei guten Bedingungen mit Temperaturen um 13°C, einem Taupunkt um 8°C und nur leicht auffrischenden Winden an den Gestaden des Bosperus machte die 24-jährige Kenianerin ihr Ankündigung wahr, sehr schnell laufen zu wollen. Bis zur ersten Wende knapp hinter 5 km in fast aberwitzigen 15:11 Minuten konnte Dorcas Tuitoek (KEN), die den Paderborner Osterlauf im letzten Jahr mit Streckenrekord von 31:00 über 10 km gewann und hier ihr Debüt im Halbmarathon gab, noch mithalten, dann war Chepngetich mit ihrem Tempomacher allein an der Spitze und hielt das Tempo hoch. Als nach 10 km der Start/Zielbereich auf dem Kennedy Expressway nach 30:33 wieder passiert wurde, lag der Shooting Star der Laufszene auf Kurs zu einer Zeit von 1:04:27, deutlich unter dem aktuellen Weltrekord von 1:04:51.

Tuitoek lag hier schon eine gute Viertelminute zurück, und auf Grund der Vorleistungen eher enttäuschend passierte die amtierende Weltmeisterin Netsanat Gudeta (ETH) diesen Punkt mit 50 Sekunden Rückstand. Dabei war es vor allem sie, die vor Rennen auf einen Weltrekord spekulierte. Den hatte nun Chepngetich in Visier, aber es erging ihr im zweiten Teil wie der nur wenige Stunden später gestarteten Sifan Hassan (NED) in Berlin und sie musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Den 5 km-Abschnitt nach 15 km in 46:15 legte sie „nur“ noch in 15:42 zurück, den Abschnitt nach 20 km in 1:02:11 sogar in fast 16 Minuten. Obwohl sich ihr persönlicher Tempomacher Geoffrey Rono nach Kräften mühte, kam damit die globale Bestmarke außer Reichweite, für eine Topzeit reichte es allemal.

istanbul-half-2019-vor-finish-chepngetichRuth Chepngetich zusammen mit ihrem Tempomacher Geoffrey Rono kurz vor dem Ziel des Istanbul Halbmaraton. (c) H. Winter

In 1:05:30 verbesserte Chepngetich ihren eigenen Streckenrekord von 1:06:19 aus dem Vorjahr recht deutlich und lief sich nun auch im Halbmarathon in die erweiterte Weltspitze. Im Marathon hatte sie dies bereits im letzten an gleicher Stelle mit dem Kursrekord von 2:18:34 vollzogen, was sie in Dubai im Januar auf 2:17:08 steigerte. Dorcas Tuitoek lief er beachtliches Debüt in 1:06:33 und Helen Tola (ETH) wurde Dritte in 1:06:45. Sicherlich enttäuschend war die Vorstellung von Netsanet Gudeta, die als Vierte das Ziel erst nach 1:08:04 erreichte.

istanbul-half-2019-bib-chepngetichDie von der Siegerin des Istanbul Halbmarathon – Ruth Chepngetich – signierte Startnummer. (c) H. Winter

Bei Männern liefen die Dinge anders. Zwar schafften es am Ende zwei Läufer unter der magische Schwelle von einer Stunde, aber bei der Klasse des Feldes und den äußeren Bedinugungen wäre sicher noch mehr möglich gewesen. Nach einen ersten Kilometer in 2:49 Minuten sackte die Pace auf km-Splits von 2:56 und 2:59 ab, womit ein Pulk von etwa 15 Läufern auf Kurs zu einer Zeit von 61 1/2 Minuten lagen. Im letzten Jahr konnte der Sieger mit 59:50 erstmals die Stundengrenze in Istanbul unterbieten, entsprechend hoch waren die Erwartungen an das Elitefeld. Der Streckenrekordler Amdework Walelegn (ETH) war auch diesmal am Start, zog sich aber nach gut 10 km eine Knieverletzung zu und musste den Lauf beenden. Nach 3 km war es der designierte Tempomacher Benard Ngeno (KEN), der erst Mitte März beim Bahrain Night Half Marathon Dritter in 59:47 wurde und nun für eine Tempoverschärfung sorgte. 5 km wurden nach 14:18 erreicht und nach der ersten Wende lag man bei 7 km in 19:48 erstmals auf Kurs von unter einer Stunde.

Als Ngeno das Tempo weiter hoch hielt, verloren seine Mitstreiter den Anschluss und eine achtköpfige „Verfolgergruppe“ hatte bei 10 km in 28:17 3 Sekunden Abstand, der sich bis 15 km auf 10 Sekunden erhöhte. Überraschend hatte hier einer der Topfavoriten im Vorfeld Guye Adola (ETH), der beim Berlin Marathon 2017 gegen Eliud Kipchoge ein glanzvolles Debüt aufs Berliner Pflaster legte, schon lange den Anschluss verloren und erreichte am Ende das Ziel nicht. An der Spitze schlossen nach der zweiten Wende vier Läufer zum „Tempomacher“ Ngeno auf, von denen aber nur Abayneh Degu (ETH) – im September lief er in Kopenhagen die seltene Kombination 1:01:01 – und Hillary Kipchumba (KEN) den Anschluss auch halten konnten.

istanbul-half-2019-20km-menIn der Schlussphase kämpften Ngeno, Kipchumba und Degu um den Sieg. (c) H. Winter

Als es dann in das Finale ging, zog Ngeno, der offiziel (wie es sein sollte) als Tempomacher durchlaufen durfte, davon und gewann in 59:56, womit man in Instanbul auch in diesem Jahr mit der Zeit des Siegers unter einer Stunde blieb. Abayneh Degu verbesserte mit 59:58 seine PB auf unter eine Stunde, die der Dritte Hillary Kipchumba in 1:00:01 knapp verfehlte. Mit Haymanot Alew (ETH) und Takele Adugna (ETH) in 1:00:25 sowie Ali Kaya (TUR) in 1:00:58 blieben insgesamt 6 Läufer unter 61 Minuten, womit es auch in der Leistungsbreite ein hochklassiges Ergebnis am Bosperus gab. Somit braucht Istanbul den Vergleich mit den Großen der Szene nicht zu scheuen, man ist mittlerweile ohne Zweifel in der Weltspitze des Halbmarathon angekommen.

Die Splits des führenden Läufers:
split LAP  proj. pace
1 km 2:49 last km: 2:49 proj: 0:59:23
2 km 5:45 last km: 2:56 proj: 1:00:41
3 km 8:44 last km: 2:59 proj: 1:01:26
4 km 11:33 last km: 2:49 proj: 1:00:56
5 km 14:18 last km: 2:45 proj: 1:00:22
6 km 17:07 last km: 2:48 proj: 1:00:10
7 km 19:48 last km: 2:41 proj: 0:59:41
8 km 22:34 last km: 2:46 proj: 0:59:30
9 km 25:29 last km: 2:55 proj: 0:59:44
10 km 28:17 last km: 2:48 proj: 0:59:40
11 km 30:54 last km: 2:37 proj: 0:59:16
12 km 33:52 last km: 2:58 proj: 0:59:33
13 km 36:45 last km: 2:53 proj: 0:59:38
14 km 39:36 last km: 2:51 proj: 0:59:40
15 km 42:29 last km: 2:53 proj: 0:59:45
16 km 45:19 last km: 2:50 proj: 0:59:46
17 km 48:23 last km: 3:04 proj: 1:00:03
18 km 51:13 last km: 2:50 proj: 1:00:02
19 km 54:05 last km: 2:52 proj: 1:00:04
20 km 56:58 last km: 2:52 proj: 1:00:05
Ergebnisse mit Splits – Halbmarathon der Männer:
1. Ngeno, Benard KEN 59:56 14:19 28:17 42:29 56:59
2. Degu, Abayneh ETH 59:58 14:20 28:20 42:38 56:58
3. Kipchumba, Hillary KEN 1:00:01 14:20 28:20 42:38 56:58
4. Alew, Haymanot ETH 1:00:26 14:20 28:20 42:38 57:15
5. Bikila, Adugna Takele ETH 1:00:26 14:21 28:20 42:38 57:15
6. Kaya, Ali TUR 1:00:58 14:19 28:19 42:38 57:40
7. Kwemoi, Peter KEN 1:01:18 14:19 28:19 42:38 57:59
8. Lahbabi, Aziz MAR 1:01:26 14:20 28:38 43:11 58:16
9. Ngelel, Frankline KEN 1:01:31 14:20 28:20 42:54 58:16
10. Adola, Guye Idemo ETH 1:01:44 14:19 28:19 42:40 58:16
11. Walelegn, Amdework ETH 1:01:56 14:20 28:20 42:54 58:37
12. Kaya, Aras TUR 1:02:21 14:20 28:38 43:31 59:04
13. Kiplagat, Shadrack KEN 1:02:22 14:20 28:47 43:36 59:04
14. Sang, Titus KEN 1:02:51 14:20 28:50 43:49 59:35
Ergebnisse mit Splits – Halbmarathon der Frauen:
1. Chepngetich, Ruth KEN 1:05:30 15:11 30:33 46:15 1:02:11
2. Tuitoek, Dorcas Jep. KEN 1:06:33 15:11 30:50 46:38 1:03:08
3. Tola, Helen ETH 1:06:45 15:20 31:23 46:59 1:03:12
4. Gudeta, Netsanet ETH 1:08:04 15:20 31:24 47:40 1:04:24
5. Can, Yasemin TUR 1:08:29 15:45 31:41 48:00 1:04:59
6. Meringor, Delvine KEN 1:08:35 15:46 31:50 48:00 1:05:00
7. Amare, Meskerem ETH 1:09:18 16:05 32:34 48:58 1:05:51
8. Yismaw, Silenat ETH 1:11:08 15:46 32:18 49:19 1:07:18
9. Lekapana, Perendis KEN 1:13:00 16:14 33:26 51:02 1:08:59
10. Fisikovici, Lilia MDA 1:13:54 16:58 34:21 51:52 1:10:03