Der Berlin-Marathon 2015 benennt das Elitefeld der Frauen: Cherono – Kebede – Hailu – Hahner

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Nachdem die Topstars bei den Männern beim Berlin Marathon am 27. September 2015 bereits einige Zeit bekannt sind,  wurde nun auch die ersten Namen der Spitzenläuferinnen öffentlich gemacht. Danach ist die Kenianerin Gladys Cherono die Läuferin mit der besten Vorleistung am Start. Cherono lief im Januar in Dubai ein großartiges Debüt. Zwar wurde sie dort in 2:20:03 knapp geschlagen Zweite, aber nur Paula Radcliffe war bei einem ersten Marathon jemals schneller. Erst im April steigerte sie sich in Instanbul im Halbmarathon auf hochklassige 1:06:38. Es besteht kein Zweifel, dass es in Berlin unter 2:20 Stunden gehen soll, die beste Zeit des Jahres hält immer noch seit Anfang Januar Mare Dibaba mit 2:19:52 (Xiamen).

In ähnliche Dimensionen wird auch Aberu Kebede laufen können, die in Berlin 2010 sowie 2012 gewann und dort auch ihre Bestzeit von 2:20:30 erzielte. Kebede hat eine beeindruckende Liste von Resultaten über die Marathondistanz, so lief sie im Januar in Dubai 2:21:17. Das ist fast die Bestzeit von Meseret Hailu (ETH) mit 2:21:09, die Hailu beim Sieg in Amsterdam 2012 erreichte.

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Aberu Kebede gewann im letzten Jahr den Frankfurt Marathon in 2:22:21.  (c) H. Winter

Somit werden diese drei Damen das Tempo dieses Jahr in Berlin vorgeben. Wenn der Veranstalter auf seiner Homepage „Anna Hahner gegen Ostafrika“ titelt, ist es erfreulich, dass die sympathische junge deutsche Läuferin sich der Weltelite stellt und sicher wieder ihr Bestes geben wird. Mehr ist aber sicher nicht drin. Schon auf den Unterdistanzen sind die drei Mitstreiterinnen so haushoch überlegen, dass sie von diesen in Berlin nach dem Startschuss nur kurze Zeit etwas sehen wird. Realistischerweise wird die gute Anna am Ende um die 8 Minuten hinter den Erstplatzierten liegen und ein eigenes Rennen gelaufen sein.

Schön – aber auch eigentlich schade. Einen Monat später hätte sie in Frankfurt sicher noch mehr im Fokus des Interesses gestanden und dann auch noch die Chance gehabt, deutsche Meisterin zu werden. Aber nicht nur in der Einschätzung von Anna ist ein solcher Titel heutzutage kaum noch etwas wert. Deshalb ist es aber um so erfreulicher, dass Arne Gabius ein anderen Weg gewählt hat.

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Gladys Cherono (ETH) wurde soeben bei ihrem Debüt um eine Sekunde von Mergia (ETH) beim Dubai Marathon im Januar 2015 geschlagen, bei den dortigen Preissummen eine recht „kostspielige Angelegenheit“. In Berlin könnte es bei ihrem zweiten Marathon schon anders aussehen.  (c) H. Winter

Maratona Caixa da Cidade do Rio de Janeiro (BRA) am 26. Juli 2015: Noch kein olympisches Niveau

rio-2915-logoZwar gab es heute beim Marathon in Rio de Janeiro durch den Kenianer Willy Kangogo Kimutai in 2:14:56 einen neuen Streckenrekord, aber internationale Qualität hat so eine Zeit noch nicht. Und bei den Olympischen Spielen in einem Jahr wird nicht nur der Sieger erheblich schneller laufen müssen. Dabei ist Kangogo mit einer Zeit von 2:11:34 vom Barcelona Marathon 2012 und einer kürzlichen Bestzeit im Halbmarathon im koreanischen Incheon von 1:02:28 sicher auch kein Topathlet, der auf dem zum Teil nicht einfach zu laufenden Kurs an den Stränden entlang für schnelle Zeiten sorgen könnte.Am Ende wurde es um den Sieg recht knapp, nur um eine Sekunde kontte er den Äthiopier Lemmawork Ketema hinter sich lassen. Danach folgten dann einheimische Läufer.

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Willy Kimutai (KEN) gewann den Marathon in Rio de Janeiro mit neuem Streckenrekord von 2:14:56.  (c) P. Azete

Bei den Frauen siegte die Kenianerin Caroline Komen in 2:38:19, die erst im Mai in Sao Paulo einen Marathon in 2:35:49 lief. Von deutscher Seite waren die Hahner-Twins dabei, die sich ein Jahr vor Olympia Rio noch einmal anschauen wollten. Anna wurde Zweite im Marathon nach 2:39:15 und Lisa lief nach langer Verletzungspause den Halbmarathon in 1:18:50, was aber nicht für das Podium reichte.

rio-2015-hahner-anna-33kmAnna Hahner nach 33 km am Strand der künftigen Olympiastadt beim Marathon in Rio de Janeiro. Mit Platz 2 und einer Zeit von 2:29:15 war das eine gute Vorbereitung auf einen Herbst-Marathon (Wo?). Den WM-Marathon im August in Beijing lässt sie aus, mit einem Start in Rio im Jahr 2016 dürfe das schon anders aussehen.   (c) hahnertwins

Ergebnisse „Maratona Caixa da Cidade do Rio de Janeiro“:

     Männer:

1 – Willy Kangogo Kimutai – KEN – 02:14:56 (CR)
2 – Lemawork Ketema – ETH – 02:14:57
3 – Edson Amaro – BRA – 02:16:52
4 – Giomar Pereira da Silva – BRA – 02:18:51
5 –  Eliezes de Jesus Santos – BRA – 02:22:04

     Frauen

1 – Caroline Chemutai Komen – KEN – 02:38:19
2 – Anna Hahner – GER – 02:39:15
3 – Graciete Moreira Carneiro – BRA – 02:41:49
4 – Nelly Jepkurui – KEN – 02:45:19
5 – Mirela Saturnino de Andrade – BRA – 02:45:34

Ergebnisse „Meia Maratona Caixa da Cidade do Rio de Janeiro“

Männer:

1 – Joseph Tiophil Panga – 01:04:07
2 – Elijah Kipkemei Kemboi – 01:04:10
3 – Edwin Kiprop Kibet – 01:004:17
4 – Saidi Juma Makula – 01:04:19
5 – Gilmar Silvestre Lopes – 01:04:46

Frauen:

1 – Joziane Cardoso da Silva  – 01:14:46
2 – Natalia Elisante Sulle –  01:14:48
3 – Sueli Pereira da Silva – 01:15:00
4 – Faluna Abdi Matanga – 01:15:11
5 – Rosangela Raimunda Faria  – 01:16:21

Media maratón de Bogota (Kolumbien) am 26. Juli 2015: Stanley Biwott gewinnt überlegen

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Stanley Biwott (KEN) gewann überlegen den Halbmarathon in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotan in 1:03:15. Bei der Bewertung der im internationalen Vergleich eher schwachen Zeit ist allerdings zu beachten, dass sich der Kurs auf 2600 m Seehöhe befindet und der Luftrdruck sowie vor allem das Sauerstoffangebot erheblich gegenüber dem Flachland reduziert ist. Nur so ist auch zu verstehen, dass die IAAF dieser Veranstaltung ein Golden Label zugestanden hat.

Das Rennen der Männer war ausgesprochen eintönig. Schon nach einem km war Biwott dem Feld enteilt und baute seinen Vorsprung kontinierlich aus, der nach 10 km in 31 Minuten schon 41 Sekunden betrug. Biwott, Vierter beim London Marathon im April und mit59:20 der schnellste Halbmarathonläufer der Saison, ließ damit Konkurrenten wie die 2:04-Marathonläufer Tadese Tola und Asefa Mekonnen hinter sich, die im Ziel alle mehr als 1 1/2 Minuten hinter dem Kenianer lagen und schon früh für sich allein liefen.

bogota-2015-biwott-kursStanley Biwott (KEN) lief in Bogota ein einsames Rennen.  (c) Veranstalter

Die einzige Abwechslung für Biwott war noch das Einholen der Frauen kurz nach 11 km, die mit sieben Minuten Vorsprung gestartet waren und mit 37:11 für die ersten 10 km das Rennen sehr langsam angegangen waren. Eigentlich hatte man durch die Zeitvorgabe bezweckt, dass beide Geschlechter zu ähnlichen Zeiten in Ziel kamen. Obwohl die Frauen im zweiten Teil das Tempo erheblich steigerten, war aber der erste Mann 3 1/2 Minuten eher im Ziel.

Biwott begründete seine Siegerzeit durch die Luftfeuchte, die böigen Winde, den schwierigen Kurs und die fehlenden Konkurrenz. Somit lag seine Zeit von 1:03:15 fast eine Minute hinter dem Kursrekord von Geoffrey Mutai mit 1:02:20 zurück. Tadese Tola (ETH) wurde in 1:04:49 Zweiter vor Kimutai Kiplimo (KEN) in 1:05:14.

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Im Gegensatz zu den Männern blieben die Frauen lange in einer Vierer- und dann Dreiergruppe zusammen. Am Ende war Amane Gonena (ganz links) vorne.  (c) Veranstalter

Im Gegensatz zu den Männern blieben die Frauen lange zusammen, was schon durch das „Fußgängertempo“ im ersten Teil begründet war. Nachdem Stanley Biwott die Frauengruppe erholte, wachten die Damen auf und zogen das Tempo spürbar an und drei Läuferinnen setzten sich ab. Eine gute Zeit war da aber nicht mehr zu erreichen. Es siegte die Ähiopierin Amane Gobena in 1:13:44 vor ihrer Landsfrau Shuru Demise in 1:13:47 und Susan Cherop (KEN) in 1:13:55. Auch die Frauen beklagten sich nach dem Rennen über die schweren Bedingungen.

 

Ergebnis Halbmarathon der Männer:

1. Stanley Biwott KEN 1:03:15
2. Tadesse Tola ETH 1:04:49
3. Kimutai Kiplimo KEN 1:05:14
4. Tsegaye Mekonnen ETH 1:05:58
5. Javier Guarín COL 1:06:08

 

  Ergebnis Halbmarathon der Frauen:

1. Amane Gobena ETH 1:13:44
2. Shure Demise ETH 1:13:47
3. Sharon Cherop KEN 1:13:55
4. Guteni Shone ETH 1:15:29
5. Janet Cherobon-Bwawcon USA 1:16:10

Manager Zane Branson unerwartet in Kenia verstorben

Traurige Nachrichten erreichten uns gestern aus Iten (Kenia), wo der bekannte Manager Zane Branson unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb. Neben bekannten Läuferinnen und Läufern wie Emily und Wilson Chebet war Branson vor allem der Manager von Ex-Marathon-Weltrekordler Patrick Makau. Im Dezember 2014 war er zusammen mit Makau im südjapanischen Fukuoka, wo sein Schützling mit seinem Sieg den Wiedereinstieg in die Wettkampfszene nach längerer Verletzungspause vollzog. Im April war Makau dann auf Betreiben Bransons beim Boston-Marathon dabei. Das Konzept eines weniger prominent besetzten Rennens auf dem Weg zurück in die Weltspitze ging dort aber nicht auf, Makau musste schon früh wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Rennen gehen.

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Zane Branson zusammen mit seinem Schützling Patrick Makau (KEN) nach dessen Weltrekorden über 30 km und im Marathon beim Berlin Marathon 2011.  (c) Veranstalter

Mit Branson verliert der Laufsport eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die in allen Belangen hoch geschätzt wurde. Einen ausführlichen Nachruf findet  man auf der Blogseite „Globrunner“ von Pat Butcher.

24. City Nacht Berlin am 25. Juli 2015: Philipp Pflieger gewinnt über 10 km

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Bei recht windigen Bedingungen setzte sich der deutsche Spitzenläufer Philipp Pflieger aus Regensburg bei der 24. City Nacht in Berlin am Abend des 25. Juli 2015 in 29:39 gegen alle Konkurrenten durch. Um 20:30 Uhr wurde der Hauptlauf über 10 km gestartet, der über den östlichen Teil des Kurfürstendamm sowie der Kantstraße ausgetrage wurden und bei dem 4115 Läuferinnen und Läufer im Ziel registriert wurden. Hinter Pflieger belegte Henrik Them aus Dänemark Platz 2 in 29:44 ,und nur noch André Pollmächer aus Düsseldorf, der amtierende deutsche Meister über 10 km, blieb mit 29:47 auf Platz 3 unter der 30 Minuten-Marke.

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Philipp Pflieger gewann die 24. City Nacht auf dem Kurfürstendamm in Berlin über 10 km in 29:39 und bestätigte damit seine Zugehörigkeit zur deutschen Elite über diese Distanz.  (c) Camera4

Mit 30:16 meldete sich Robert Krebs vom SCC Berlin zurück und lief noch vor Marathonspezialist Falk Cierpinski (Spergau) in 30:35 ein. Der Berlin-Brandenburgische Meister über 5000 m und der Gewinner der 5. „Nacht im Grünauer Forst“ Paul Schmidt aus Dresden wurde in 30:40 Sechster.

Bei den Frauen gab es überraschend einen Sieg für die tschechische Skilangläuferin Eva Nabkova in 33:22, die damit vor allen Spezialistinnen lag. Somit auch vor der Zweitplatzierten und Siegerin des Wien-Marathons dieses Jahres Maja Neuenschwander (SUI), die in 34:46 Zweite wurde.

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Abendliche Stimmung beim Schlusspart auf dem Kudamm.  (c) Camera4

 

Ergebnis 10 km-Lauf – Männer:

1. Pflieger Philipp Regensburg 00:29:39
2. Them Henrik Dänemark 00:29:44
3. Pollmächer Andre Rhein-Marathon Düsseldorf 00:29:47
4. Krebs Robert SCC Berlin 00:30:16
5. Cierpinski Falk LG Spergau 00:30:35
6. Schmidt Paul Fitness First 00:30:40
7. Schulze Marc SCC Berlin 00:30:42
8. Heitmann Ulrik  Dänemark 00:30:43
9. Harwardt Valentin VfL Wolfsburg 00:30:48
10. Hendtke Stefan SC Potsdam 00:30:55

Diamond League Meeting London am 24. Juli 2015: Usain Bolt und Mo Farah zeigen WM-Form

IAAF_DiamondLeagueZwei der Topstars der Szene haben am ersten Tag (Abend) beim Diamond League in London am 24. Juli gezeigt, dass mit Ihnen bei der WM in Beijing Ende August hinsichtlich einer Titelverteidigung zu rechnen ist.

Zunächst machte Superstar Usain Bolt (JAM) klar, dass er mit einer Jahresbestzeit von 10,12 Sekunden nicht nach Bejing kommen wird. Obwohl die Bedingungen in der britischen Hauptstadt durch starken Regen bis zum Beginn der Veranstaltung im Olympiastadion keineswegs optimal waren, gewann Bolt den Vor- und Endlauf in jeweils sehr guten 9,87 bei nasser Bahn und Gegenwind. Die Kontrahenten bei der WM sind gewarnt. So einfach, wie sich das bsiher andeutete, wird der Sieg über den Megastar der Leichtathletik nicht werden.

Gleichfalls eindrucksvoll verlief die Vorstellung von Doppel-Weltmeister und -Olympiasieger Mo Farah (GBR) auf der Unterdistanz von 3000 m. Was sich schon bei den Rennen in der bisherigen Saison andeutete, wurde in London Gewissheit. Mo kann nur durch einen Tempolauf am absoluten Limit in Bedrängnis gebracht werden. Ob das dann reicht, ist allerdings auch die Frage.

In London war das Rennen nicht extrem schnell, obwohl seine Siegerzeit von 7:34,66 die beste Zeit des Jahres bedeutete. Eigentlich wollte man schneller laufen, aber das Tempo der beiden Schrittmacher wurde nicht angenommen, so dass man nach 1000 m in 2:32,48 für die Hasen (Farah, etc. etwa in 2:35) bereits hinter der Marschtabelle von 2:30 deutlich zurücklag. Spätestens auf den nächsten Runden war klar, dass es auch diesmal wieder keine Topzeit geben würde. Nach einem km in 2:35,26 wurden die 2000 m nach 5:07,74 passiert.

Farah ging nun nach vorne und erhöhte mit Runden von 61,39 und 60,91 das Tempo, wobei er noch einmal auf der Gegengeraden vom Kenianer Kipsang überholt wurde. Dann zog Farah aber unwiderstehlich davon und siegte nach einer 55,34-Schlussrunde in akzeptablen 7:34,66. Auch der letzte km in 2:26,42 war durchaus beachtlich und im Regime eines Weltrekordtempos. Am Ende konnte ihm keiner der Kontrahenten auch nur in Ansätzen folgen. Mo ist bereit für die WM und wird bis dahin keinen Wettkampf mehr bestreiten. Aktuell ist kaum vorstellbar, dass ihn die ostafrikanische Konkurrenz bei seinen Titelverteidigungen ernsthaft in Gefahr bringen könnte.

vlcsnap-2015-07-24-23h06m32s198Mo Farah in Bolt-Pose beim Diamond League Sportfest in London.  (c) BBC2

    Das Ergebnis der 5000 m der Männer (Erstplatzierten):

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Halbmarathon in Bogota (COL) am 26. Juli 2015: Weltklasse auf 2640 m Seehöhe

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Der Hochsommer bietet selten günstige Bedingungen für einen Marathon oder auch die halbe Distanz, es sei den man weicht auf die südliche Hemisphäre aus oder begibt sich in die Höhe. Vor allem der letzte Aspekt trifft für den „media maratón de Bogotá“ zu, der am kommenden Sonntag in der kolumbianischen Hauptstadt über die Bühne geht. Und obowhl die Luft in über 2 1/2 km Seehöhe schon recht dünn für Höchstleistungen über längere Laufdistanzen ist, hat es die Veranstaltung in Bogota in den letzten Jahren geschafft, die Auszeichnung eines „Golden Labels“ der IAAF zu erhalten. Wasimmer auch die (wirklichen) Kriterien einer solchen Auszeichnung sein mögen, in Südamerika gibt es nur zwei „goldene“ Events.

Dass die Veranstalter allerdings immer wieder ein Feld von Eliteathleten  zusammen bringen, dass dem hohen Standard genügt, steht auch 2015 außer Frage. Der Topstar bei den Frauen ist Berhane Dibaba (ETH), die nichts mit den Dibaba-Schwestern zu tun hat und die im Februar den  Tokyo-Marathon in 2:23:15 gewann. Dibaba ist vom äthiopischen Verband für den Marathon bei der WM im August in Beijing (vor-)nominiert.

Nur wenig langsamer als Dibaba war mit 2:23:30 ihre Landsfrau Amane Gobena, die mit dieser Zeit Zeit beim diesjährigen Paris-Marathon im April Zweite wurde. Ferner hat Susan Cherop (KEN) gute Aussichten auf den Sieg, die 2012 den Boston-Marathon gewann und eine Bestzeit im Halbmarathon von 1:07:08 aufweist. Und soeben wurde auch noch die Siegerin des Paris-Marathons 2015, Meseret Mengistu (ETH, PB 2:23:26) in die Startliste aufgenommen.

tokyo-2015-dibaba-vor-zielBerhane Dibaba ist einer der Topstars beim Halbmarathon in Bogota.  (c) H. Winter

Auch das Feld der Männer ist stark besetzt. Hier sind vor allem der Äthiopier Tadese Tola, der 2013 in Dubai 2:04:49 lief, sowie Stanley Biwott zu nennen, der beim London Marathon 2014  2:04:55 lief und im Halbmarathon 2013 seine Bestmarke in Ras Al Khaimah auf 58:56 schraubte. In diesem Jahr ist er nach wie vor mit seiner Siegeszeit vom City-Pier-City Loop in den Haag in 59:20 der schnellste Halbmarathonläufer der Saison 2015. Ferner zu nennen sind Kiplimo Kimutai (KEN), der nach zweiten Plätzen in Bogota in den letzten Jahren dort endlich gewinnen will, und Samsom Gebreyohannes (ERI) mit einer Bestzeit von 60:13, womit er bei der HM-WM 2014 in Copenhagen Achter wurde.

Angesichts der große Höhe sind die Streckenrekorde recht beachtlich, 2011 lief Geoffrey Mutai (KEN) 1:02:30 und bereits 2003 schaffte Susan Chepkemei (KEN) 1:10:29.

bogota-2015-kursDer Kurs durch die Innenstadt Bogotas. Halbmarathon = violette Kurve.  (c) Veranstalter

Diamond League Meeting in Monaco am 17. Juli 2015: Dibaba läuft Weltrekord über 1500 m

IAAF_DiamondLeagueMit 3:50,07 lief Genzebe Dibaba beim Diamond League Meeting in Monaco am 17. Juli 2015 einen neuen Weltrekord über 1500 m und eliminierte damit eine der Fabelmarken chinesischer Athletinnen aus den 1990er-Jahren. Bereits eine Stunde zuvor hätte der Kenianer Asbel Kiprop mit 2:26,69 fast einen zweiten Weltrekord aufgestellt, wobei er hinter der Bestmarke von El Guerrouj (3:26,00) und den 3:26,34 von Bernard Lagat nun drittschnellster Läufer ist und die fünftschnellste Zeit in der Geschichte lief. Auch die Breite mit 6 Läufern unter 3:30 Minuten war herausragend. Nach einer ersten Runde in schnellen 53,72 (mit 55er-Runden läuft man 3:26,25) passierte man die 800 m nach 1:50,37, die zweite Runde war mit 56:65 etwas zu langsam und kostete am Ende den Weltrekord. Daran konnte auch eine letzte Runden in 54,76 nichts mehr ändern. Vier Läufer unter 3:29 und sechs unter 3:30 waren auch in der Breite ein tolles Resultat.

Aber noch besser an diesem Abend war die jüngste Dibaba Schwester Genzebe, die erst vor Wochenfrist in 3:54,11 andeutete, in welcher Form sie sich aktuell befindet. In Monaco ging es bei guten Bedingungen für die Mittelstrecken gleich nach dem Start zur Sache, neben Dibaba konnte nur noch die eingebürgerte Niederländerin Sifan Hassan das Tempo  der Schrittmacherin mitgehen. Die ersten 400 m in 60,31 waren nahezu perfekt (3:50 auf 1500 m sind 61,33 pro Runde), doch dann wurde die Fahrt zusehends langsamer. Bei 800 m in 2:04,52 – also einer Runde in nur 64,21 – war das Unternehmen Weltrekord (Qu 3:50,46) eigentlich erledigt, denn die Marge von 5 Sekunden auf ein Tempo mit 60 Minuten pro Runde war schon so gut wie aufgebraucht.

Doch nach dem Ausstieg der Tempomacherin Chanelle Price bei 800 m legte Dibaba los, bis eingangs der letzten Runde konnte Hassan ihr noch folgen. 1000 m wurde nach 2:36,1 passiert, 1200 m in 3:04,62, d.h. die 400 m nach 1200 m in 60,1. Der Vorsprung zu Hassan wuchs nun zusehends an, Dibaba lief die letzte Runde in 59,78 und überquerte die Ziellinie nach 3:50,07. Neuer Weltrekord!

Und auch dahinter purzelten die Bestmarken. Hassan lief in 2:56,06 niederländischen Rekord, Shannon Rowbury in 2:56,29 US-Rekord. Sechs Läuferinnen unterboten die 4 Minuten-Schallmauer.

Dibaba will nun auch noch den 5000 m Weltrekord ihrer Schwester und jungen Mutter Tirunesh nach der WM in Beijing in ihren Besitz bringen. Das Potential dazu hat die äthiopische Ausnahmeläuferin allemal.

dl-monaco-dibabaGenzebe Dibaba holt einen weiteren Weltrekord in die legendäre Dibaba-Familie. Diesmal sind die 1500 m im Freien an der Reihe: 3:50,07. Großartig!  (c) Eurosport 2

 

Ergebnis 1500 m der Frauen:

1. DIBABA Genzebe ETH 3:50.07  WR
2. HASSAN Sifan NED 3:56.05  NR
3.
ROWBURY Shannon
USA 3:56.29  NR
4.
SIMPSON Jenny
USA 3:57.30
5. MUIR Laura GBR 3:58.66  PB
6. KOSTER Maureen NED 3:59.79  PB
7. SADO Basu ETH 4:00.65  PB
8. SHCHAGINA Anna RUS 4:01.46  PB
9. ENNAOUI Sofia POL 4:04.26  PB
10. MOSER Treniere USA 4:04.55

 

Die Splits von Dibaba (z.T. inoffiziell):

300 m 44,6 letzte 400 m
400 m 1:00,31 60,31
500 m 1:16,3
700 m 1:48,1 63,5
800 m 2:04.52 64,21
1000 m 2:36,1
1100 m 2:50,29 62,2
1200 m 3:04,62 60,10
1400 m 3:35,0 58,9
1500 m 3:50,07 59,78

 

Diamond League Meeting Lausanne (9. Juli 2015): Mo Farah bleibt der Chef im Ring

IAAF_DiamondLeagueDer Brite Mo Farah bleibt auf den Bahnlangstrecken das Maß der Dinge. Ohne größere Probleme gewann der Weltmeister und Olympiasieger die 5000 m beim Diamond League Meeting im schweizerischen Lausanne am 9. Juli 2015. Dabei hatte der Lauf insofern noch eine besondere Bedeutung, als der äthiopische Verband die WM-Ausscheidung für diesen Lauf angesetzt hatte.

Dass dies aber nicht unbedingt ein Vorteil in Richtung schneller war, zeigte sich schon kurz nach dem Startschuss. Keiner der Eliteläufer war willens dem hohen Tempo der beiden Schrittmacher zu folgen, die weit vor der Meute liefen. Dabei war schon der Split für die ersten 1000 m mit 2:37,84 nicht übermäßig schnell. Und das änderte sich auch nicht auf dem zweiten km, den die Tempomacher nach 5:16,29 passierten (letzter km 2:38,45), Farah und der Rest lagen dort 6 Sekunden zurück und damit auch Kurs von 13:25; für ein Feld dieser Klasse eine fast indiskutable Zeit.

Dann gingen die Tempomacher heraus, die nächsten Splits waren für 3000 m 8:02,66 (letzter km 2:46,37) und für 4000 m 10:42,03 (letzter km 2:39,37). Erst dann wurde das Rennen schnell. Zwischenzeitlich war bei einer Rempelei einer die äthiopischen Topläufer Alamirew gestürzt und bracht sich so um einen WM-Start. Erwartungsgemäß war der erst 17jährige Riese Yomif Kejelcha, der schnellste Läufer über 5000 m bisher in dieser Saison (12:58,39 – Rom), ärgster Widersacher für Mo.

Die Beiden setzten sich eingangs der letzten Runde schnell vom Rest des Feldes ab, wobei Farah 200 m vor dem Ziel von Kejelcha überspurtet wurde. Doch nach der letzten Kurve kämpfte sich Mo wieder an den Youngster heran und paasierte ihn in seiner unnachahmlichen Art auf der Schlußgeraden in 13:11,77. 54,44 brauchte er für die letzten 400 m, 2:29,74 für die letzten 1000 m. Kejelcha wird sicher für Äthiopien bei der WM starten, seine Zeit als Zweiter in Lausanne 13:12:59.

Damit beseitigte Mo Farah alle Zweifel an seiner aktuellen Form, die nach dem Zirkus und der Gerüchteküche um das Nike Oregon Project von Trainer Alberto Salazar beeinträchtigt schien. Solange die ostafrikanische Konkurrenz nicht einen taktischen Tempolauf am absoluten Limit inszeniert, können Sie Mo Farah den Sieg auch gleich schenken. Man darf auf die WM in Beijing gespannt sein, wo Äthiopien durch Kejelcha, Haji und Edris vertreten werden dürfte.

Aber die Zeiten der schnellen Rennen auf der Bahn von Tergat, Haile, Bekele, etc., die scheinen aktuell der Vergangenheit anzugehören. Gerade einmal fünf Athleten liefen in dieser Saison bisher (knapp) unter 13 Minuten. Z.B. im Jahr 1999 standen noch 21 sub13er-Zeiten in der Bestenliste.

dl-lausanne-2015-farahMo Farah war auch in Lausanne von der ostafrikanischen Konkurrenz nicht zu besiegen.  (c) SRF2

  Das Ergebnis 5000 m der Männer:

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Die Splits des führenden Läufers:

1000 m   2:37,84 P
2000 m   5:16,29 P  2:38,45
3000 m   8:02,66  2:46,37
4000 m  10:42,03  2:39,37
5000 m  13:11,77  2:29,74

 

Meeting in Barcelona: Schon wieder Dibaba – Afrika-Rekord mit 3:54,11 über 1500 m

barcelona-2015-logoDie Äthiopierin Genzebe Dibaba sorgt nach wie vor für Schlagzeilen auf den Mittel- und Langstrecken. Nur vier Tage nach ihrem Sieg über 5000 m beim Diamond League Meeting in Paris war sie schon wieder über 1500 m beim Meeting in der katalanischen Metropole Barcelona am Start und produzierte die nächste Ausnahmeleistung. Mit dem neuen Afrika-Rekord von 3:54,11 deklassierte sie den Rest des Feldes um über eine 1/4 Minute und lief damit die schnellste Zeit über diese Distanz seit dem Jahr 1997.

Weiterhin bemerkenswert war die Leistung von Ayanleh Souleiman (DJI), der über 800 m in 1:43,08 eine neue Jahres-Weltbestleistung schaffte.

Unterstützt von der Tempomacherin Santiusty (CUB) setzte sich Dibaba sofort vom Feld ab und hatte nach 300 m in 45 Sekunden bereits einen riesigen Vorspung und passierte in schnellen 61 Sekunden die 400 m. Nach 700 m in 1:49 lief sie schon allein und passiert die 800 m nach einer 64er-Runde in 2:05. Der Split für die 1000 m war 2:39 und eingangs der letzten Runde (1100 m) zeigten die Uhren 2:53. Die dritte Runde schloss sie bei 1200 m mit 63 Sekunden in 3:08 ab und erreichte das Ziel in 3:54,11. Die letzten Runde legte sie wie die erste in 61 Sekunden zurück.

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Genzebe Dibaba lief auch am Mittwoch in Barcelona über 1500 m wieder eine großartige Zeit.  (c) Veranstalter

Mit dieser Zeit liegt Dibaba zwar nur auf Platz 9 der ewigen Bestenliste, aber die Zeiten vor ihr wurden in einer „anderen Ära“ erzielt, wobei vor allem die Leistungen der 6 Chinesinnen vor ihr mehr als fragwürdig erscheinen.

Die schnellsten Zeiten über 1500 m der Frauen:

1. 3:50.46 Qu Yunxia CHN Beijing 11.09.1993
2. 3:50.98 Jiang Bo CHN Shanghai 18.10.1997
3. 3:51.34 Lang Yinglai CHN Shanghai 18.10.1997
4. 3:51.92 Wang Junxia CHN Beijing 11.09.1993
5. 3:52.47 Tatyana Kazankina RUS Zürich 13.08.1980
6. 3:53.91 Yin Lili CHN Shanghai 18.10.1997
7. 3:53.96 Paula Ivan ROM Seoul 01.10.1988
8. 3:53.97 Lan Lixin CHN Shanghai 18.10.1997
9. 3:54.11 Genzebe Dibaba ETH Barcelona 08.07.2015
10. 3:54.23 Olga Dvirna RUS Kiew 27.07.1982

Berlin Marathon am 27. September 2015: Kipchoge und zweimal Mutai gehen auf Rekordjagd

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Mit den Kenianern Eliud Kipchoge, Emmanuel Mutai sowie Geoffrey Mutai geht der 42. BMW Berlin Marathon am 27. September 2015 an den Start. Damit sind die neben den beiden Weltrekordlern Kipsang und Kimetto wohl stärksten Marathonläufer der globalen Szene am Ablauf. Während Wilson Kipsang und Dennis Kimetto wohl definitiv vom kenianischen Verband für die WM im August in Beijing nominiert und zum Einsatz kommen dürften, ist vor allem die Verpflichtung von Kipchoge in Berlin fast eine Garantie für ein (wieder) sehr schnelles Rennen. Kipchoge zeigte bei seinen letzten beiden Siegen in Chicago im Oktober 2014 und im April2015 in London eine derartige Klasse, dass er als erster Anwärter auf eine Zeit im Regime des Weltrekords von Dennis Kimetto (2:02:57) zu sehen ist. Bei dieser Tempohatz wird Emmanuel Mutai ein idealer Partner sein, wie er es eindrucksvoll in Chicago und Berlin mit Kimetto gezeigt hatte.

Eluid Kipchoge hat von seinen bisherigen fünf Marathonläufen vier gewonnen. Nur im Jahr 2013 war Wilson Kipsang beim Berlin Marathon vor ihm und musste damals mit 2:03:23 Weltrekord laufen, um Kipchoge hinter sich zu lassen. Nach seinem Debüt in Hamburg war dies erst der zweite Marathon für Kipchoge, er wird also diesmal mit wesentlich mehr Erfahrung an den Start gehen. Dabei steht für ihn, so Kipchoge in einem Interview mir der „Daily Nation“, mehr der Sieg als ein Angriff auf den Weltrekord im Fokus. Ein Rekord hängt erheblich von den Bedingungen am Tag des Wettbewerbs ab und da heißt es abwarten. Insbesondere im letzten Jahr war das Wetter in Berlin nahezu perfekt.

Ob bei der Konstallation der Topathleten Geoffrey Mutai eine Chance hat,  ist kaum wahrscheinlich. Nach seiner Fabelzeit beim Boston Marathon und zwei Siegen beim New York City Marathon plagt er sich immer wieder mit kleineren Verletzungen herum und schien nie im Vollbesitz seiner Möglichkeiten zu sein.

Der aktuelle Weltrekordhalter und sein Vorgänger werden einen Monat zuvor um Marathon-WM-Medaillen streiten und können somit in Berlin nur zuschauen, was das Ausnahme-Trio in Berlin präsentiert. Dabei ist sicherlich ein erheblicher Bonus, dass alle Drei die Strecke in Berlin gut kennen und dort auch schon sehr schnell gelaufen sind: Emmanuel Mutai 2:03:13 (2014), Eliud Kipchoge 2:04:05 (2013) und Geoffrey Mutai 2:04:15 (2012). Das sollte eigentlich die Basis für ein Feuerwerk an Topzeiten sein. Am 27. September 2015 gegen 11:03 Uhr wissen wir mehr.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge muss als erster Kandidat auf den Marathon Weltrekord beim Berlin Marathon am 27. September 2015 angesehen werden.  (c) H. Winter

london-2015-e-mutai-finishEmmanule Mutai (KEN) war der große Kontrahent von Kimetto in Chicago und Berlin und trieb ihn zum Weltrekord. Sein letzter Auftritt bei London Marathon ging allerdings erheblich daneben.  (c) H. Winter

b-mar-2012-g-mutai-35kmGeoffrey Mutai (KEN) gehört ohne Zweifel zur absoluten Weltklasse im Marathon mit Siegen und Fabelzeiten in Boston und New York City. Auch sein letzter Einsatz war von einem Mißerfolg gekrönt: DNF bei Vorgin Money London Marathon im April 2015.  (c) H. Winter

Frankfurt Marathon am 25. Oktober 2015: Arne Gabius auf der Jagd nach dem deutschen Marathon-Rekord

frankfurt-marathon-2015-logoWie heute bekannt wurde, wird der deutsche Spitzenläufer Arne Gabius auch in diesem Jahr beim Frankfurt Marathon am 25. Oktober an den Start gehen. Nach seinem phänomenalen Debüt in 2:09:32 im letzten Jahr kann diesmal das Ziel nur die Jagd auf den deutschen Rekord des Dresdners Jörg Peter sein, den der beste deutsche Marathonläufer aller Zeiten im Jahr 1988 beim Tokyo Marathon mit 2:08:47 aufstellte. Da Gabius die zweite Hälfte seines ersten Marathons bereits in genau dem Tempo des Rekordes lief, erscheint sein Vorhaben überaus realistisch.

Und falls der deutsche Rekord am Ende doch nicht zu erreichen ist, bleibt ihm immer noch die 2:09:14, die gleichfalls Jörg Peter am 21. Juli 1984 im Berlin Grünauer Forst schaffte. Dies ist bis heute die schnellste Zeit eines deutschen (Marathon-)Läufers auf deutschen Straßen.

Im letzten Jahr vollbrachte das (öffentlich rechtliche) Hessische Fernsehen den Schwachsinn, nur die zweite Hälfte des Frankfurt Marathons zu übertragen. Nach dem großartigen Lauf von Gabius im letzten Jahr und der Austragung der deutschen Meisterschaften bleibt so eine unverständliche Entscheidung hoffentlich eine Posse der (Medien-)Geschichte.

b-hm-2015-gabiusArne Gabius will beim Frankfurt Marathon Ende Oktober den deutschen Marathon-Rekord angreifen, den immer noch Jörg Peter mit 2:08:47 hält.  (c) H. Winter


Die besten Zeiten deutscher Marathonläufer:

1. Jörg Peter 2:08:47 Tokyo 1988
2. Michael Heilmann 2:09:03 Hiroshima 1985
3. Jörg Peter 2:09:14 Berlin-Grünau 1984
4. Jörg Peter 2:09:23 Berlin 1990
5. Christoph Herle 2:09:23 London 1985
6. Michael Heilmann 2:09:30 Berlin-Grünau 1984
7. Arne Gabius 2:09:32 Frankfurt 2014
8. Stephan Freigang 2:09:45 Berlin 1990
9. Waldemar Cierpinski 2:09:55 Montreal 1976
10. Ralf Salzmann 2:10:01 Tokyo 1988

Gold Coast Airport Marathon (Australien): Kenneth Mungara (KEN) gewinnt in 2:08:42 und läuft neuen Masters-Weltrekord

gold-coast-2015-logoMit einem eindrucksvollen Finale gewann der bereits 41jährige Kenianer Kenneth Mungara den Marathon an der australischen Gold Coast in der Zeit von 2:08:42. Damit blieb er deutlich unter der bisher besten auf australischem Boden erzielten Marathonzeit von 2:09:14, die sein Landsmann Silah Limo im letzten Jahr an gleicher Stelle aufstellte. Diesmal reichte es für Limo in 2:08:54 nur zu Platz 2, aber auch er sowie der Drittplatzierte Evans Ruto in 2:08:55 blieben unter 2:09 Stunden.

In dem Lauf schaffte der Sieger Mungara aber nicht nur den Streckenrekord und den australischen „All-Comers“ Rekord, sondern er verbesserte auch seine Zeit vom Mailand Marathon im April dieses Jahres, wo er mit 2:08:44 den Masters-Weltrekord (40+) bei den Männern des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) schon einmal unterbot.

Und obendrein bedeutet seine Zeit auch noch neuen „Juli-Weltrekord“, den sich der Gold Coast Marathon bisher mit dem Grünau-Marathon in Berlin vom 21. Juli 1984 teilen musste, wo der Dresdner Jörg Peter 2:09:14 erzielte. Niemals lief in der Geschichte des Marathons ein Läufer im Monat Juli schneller als nun Mungara.

Das Rennen mit der vermeintlich besten Besetzung in seiner Geschichte begann ausgesprochen schnell, nach 5 km in 14:49 lag man auf Kurs von 2:05 Stunden. Nur der Japaner Yuki Kawauchi war neben neun Afrikanern dabei, wie sich aber zeigte, war das für Kawauchi in der aktuellen Form zu schnell. Er fiel bald aus der Spitzengruppe heraus und der Sieger von 2013 wurde in 2:16:23 nur Achter.

Auch nach 10 km in 29:48 und 15 km in 45:05 blieb man auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden, bevor das Tempo nach 20 km in 1:00:25 und 1:03:48 bei 25 km in 1:15:56 etwas langsamer wurde. Hier lagen noch acht Läufer an der Spitze, die zunächst unverändert zusammen blieben.

Bei 30 km fiel die Spitzengruppe auseinander, 5 Läufer wurden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verloren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Nach 35 km erschien ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die wieder sieben Athleten umfassende Spitze zog sich nach 1:46:37 auseinander, um den Sieg kämpften Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Tempomacher Isias Beyn.

Ruto und Limo konnten sich kurz vom Rest der Spitze lösen, doch kurz vor 40 km schaffte Mungara noch einmal den Anschluss. Bei 40 km nach 2:02:01 hatte sich Kenneth Mungara (KEN) dann etwas absetzen können, dahinter folgten Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden lag Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord war so gut wie sicher.

Kenneth Mungara lief den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellte damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und neuer “Juli-Weltrekord”.

gold-coast-2015-mungara-zielKenneth Mungara lief 2:08:42,  ist damit der schnellste Master (40+) aller Zeiten und der schnellste Marathonläufer auf australischem Boden.  (c) Veranstalter

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55.

Und ein Drama gab es noch um den Fünftplatzierten Isias Beyn, der als Tempomacher durchlief, kurz vor dem Ziel kollabierte und von übereifrigen Helfern ins Ziel geleitet wurde. Dies führte dann zu seiner Disqualifikation und dem Verlust des Preisgeldes.

Das Rennen der Frauen war fest in japanischer Hand. Neben der Siegerin Risa Takenaka in 2:28:25 gingen auch die nächsten Plätze an japanische Läuferinnen.


Die Splits der Spitze (Männer):

 5 km 14:49
10 km 29:48 14:59
15 km 45:05 15:17
20 km 1:00:25 15:20
 HM 1:03:48
25 km 1:16:56 15:31
30 km 1:31:17 15:21
35 km 1:46:37 15:20
40 km 2:02:01 15:24
  Ziel 2:08:42  6:41

 

Evan Jager (USA): Wer hat Angst vorm „weißen Mann“?

IAAF_DiamondLeagueEin Höhepunkt des Diamond League Meetings am Samstag (4. Juli 2015) in Paris war sicherlich der 3000m-Hindernislauf der Männer und die Vorstellung des US-Amerikaner Evan Jager. In einem sehr schnellen Rennen lag Jager bis zum letzten Hindernis mit einem Vorspung von 1,8 Sekunden vor dem Kenianer Jairus Birech, nach Überqueren der Hürde kam er ohne äußere Einwirkung ins Straucheln und stürzte zu Boden. Birech zog sichtlich überrascht an dem Amerikaner vorbei und gewann in 7:58,83, der ersten Zeit des Jahres 2015 unter 8 Minuten. Jager rappelte sich auf so schnell es ging und überquerte die Ziellinie nach 8:00:45 und verpasste denkbar knapp die große Chance, als erster „weißer Mann“ die 8 Minutenschallmauer über 3000m-Hindernis zu unterbieten.

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Beim letzten Hindernis liegt Jager klar vorne. Von hier sind es noch ca. 70 m bis ins Ziel.  (c) Canal+Sport

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Kurz danach stürzt Jager, Birech kann ihn passieren und das Rennen in 7:58,83 gewinnen.  (c) Canal+Sport

Um die Leistung von Jager zu bewerten, ist es durchaus angebracht, einmal zu spekulieren, dass er die letzte Hürde genauso wie die 34 Hindernisse zuvor (incl. 7 Wassergräben) gemeistert hätte. Jager war in 7:47,1 über der Hürde, Birech in 7:48,9, also 1,8 Sekunden später. Nimmt man diese 1,8 Sekunden Zeitdifferenz, dann wäre Jager sensationelle 7:57,0, vielleicht sogar knapp darunter gelaufen. Diese Zeit ergibt sich auch aus der Laufstrecke von 70 m von der letzten Hürde bis ins Ziel in einem Tempo von 14 Sekunden auf 100 m.

Die sehr unglücklichen Umstände haben eine solche Zeit diesmal (noch) verhindert, aber das ganze Rennen in Paris zeigte, dass Jager in allen Belangen das Leistungsniveau der Kenianer erreicht hat und ihnen mittlerweile ebenbürtig ist. Damit dürfte nach einer langjährigen Dominanz der Afrikaner – insb. Kenianer – ohnegleichen eine Serie auf ihrer „Königsdiziplin“ dem Ende entgegengehen, was man so (schnell) nicht erwarten konnte.

Jager hat seit dem Jahr 2012 (siehe Grafik unten) sich konsequent weiter entwickelt – 7 der schnellsten Zeiten eines US-Sportlers hat er ganz allein erzielt – und steht an der Schwelle zu den sub-8-Minuten. Und sicherlich mehr.

Schon bei der WM im August in Beijing werden die Kenianer alle Kräfte zusammen nehmen müssen, wenn sie diesen US-Boy noch in die Schranken verweisen wollen. Am letzten Samstag in Paris hatten sie noch einmal Glück, das man nun aber auch einmal Jager wünschen würde. Aus dem Sturz in Paris könnte dann Gold in der chinesischen Hauptstadt werden.

Der „weiße Mann“ ist zurück! Und dies in der Königsdisziplin der Afrikaner. Auch in der Leichtathletik gibt es zuweilen noch Wunder …

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Die besten Leistungen US-amerikanischer Läufer im 3000m-Hindernislauf der Männer.  (c) Scotty Bush

Gold Coast Airport Marathon: Topathleten auf der Jagd auf den „Juli-Weltrekord“ von 2:09:14

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Der Start erfolgte vor 20 Minuten um 7:20 Uhr Ortszeit. Der Livestream der TV-Übertragung ist leider für Deutschland gesperrt.

Die Elite im Marathon hat soeben die 5 km-Marke passiert. Mit 14:49 ist man in der Tat sehr schnell gestartet und zehn Läufer, incl. Yuki Kawauchi liegen an der Spitze. Kurz dahinter in 14:54 kommt Jeffrey Eggleston aus den USA, der letztes Jahr hier den dritten Platz hinter Silas und Kawauchi belegte. Aktuell liegt die Spitze auf Kurs von 2:05 Stunden, mal sehen, ob das gut geht.

Zwischenstand nach 5 km:

1. KIMUTAI KIPLIMO 00:14:49 02:05:03
2. BERHANU SHIFERAW TOLCHA 00:14:49 02:05:04
3. ISAIAS BEYN 00:14:49 02:05:05
4. EVANS KIPKOGEI RUTO 00:14:49 02:05:09
5. TEWELDE HIDRU 00:14:49 02:05:10
6. SILAH KIPKEMBOI LIMO 00:14:50 02:05:12
7. KENNETH MBURU MUNGARA 00:14:50 02:05:13
8. ALPHONCE FELIX SIMBU 00:14:50 02:05:16
9. SAMUEL WOLDEAMANUEL 00:14:50 02:05:19
10. YUKI KAWAUCHI 00:14:50 02:05:19
11. JEFFREY EGGLESTON 00:14:54 02:05:52
12. SHIGEKI TSUJI 00:14:58 02:06:21
13. TOMONORI SAKAMOTO 00:15:00 02:06:38
14. RYO YAMAMOTO 00:15:00 02:06:41

 

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Einen ersten Sieger gibt es heute schon. Im Halbmarathon gewinnt der Japaner Takehiro Deki in neuer persönlicher Bestzeit von 62:11.

Die Spitze im Marathon hat mittlerweile die 10 km erreicht. 8 Läufer sind vorne und mit 29:48 nach wie vor sehr schnell unterwegs. Man liegt auf Kurs von unter 2:06 Stunden und hat den zweiten 5 km-Abschnitt unter 15 Minuten zurückgelegt. Mit 29:58 folgt Kimwetich und mit 30:03 Eggleston. Kawauchi mit 30:24 liegt auf Platz 13 zurück.

Bei 15 km beträgt die Zwischenzeit der Spitzengruppe 45:05, man ist auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden. Der südlichste Punkt des Kurses ist nun erreicht, jetzt geht es bis zur Wende bei 36 km nur Richtung Norden.

Bei 20 km liegen weiterhin 8 Läufer in 1:00:25 vorne, das ist ein Tempo auf 2:07:30. Kimwetich hat zur Spitze aufgeschlossen, Eggleston liegt mit 1:00:38 knapp dahinter. Die Durchgangszeit der Spitze beim Halbmarathon: 1:03:48.

gold-coast-2015-spitze-25kmDie Spitze hat soeben die 25 km Marke passiert und liegt auf Kurs von 2:08 Stunden.  (c) Shane Mundy

Unveränderte Situation nach 25 km in 1:15:56 mit Kurs auf 2:08:10, Eggleston braucht 1:16:17 und Kawauchi kommt erst nach 1:19:22 als Vierzehnter. Auch der Topfavorit Berhanu Tolcha liegt mit 1:17:35 schon weit zurück. Insgesamt ist man nach dem schnellen Start doch deutlich langsamer geworden, so ganz langsam schmilzt der Vorsprung auf die 2:09:14 dahin …

Die Zeiten für die 30 km sind soeben eingetroffen. Die Spitzengruppe beginnt nun auseinanderzufallen. 5 Läufer werden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verlieren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Die letzten 5 km waren mit 15:21 wieder etwas schneller. Für die letzten gut 12 km hat man noch knapp 38 Minuten Zeit für einen Steckenrekord, d.h. man kann sich jetzt 5 km-Abschnitte von 15:50 leisten. Das sollte klappen …

Bei 35 km erscheint ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die siebenköpfige Spitze hat sich leicht auseinander gezogen und liegt nach 1:46:37 auf Kurs von 2:08:33. Hinter der Kopfgruppe sind die Abstände erheblich. So liegt z.B. Tolcha bereits über 6 Minuten zurück. Mit der Entscheidung hat er nichts mehr zu tun, genauso wenig wie Kawauchi, der auf Kurs von nur noch 2:16 Stunden liegt. Um den Sieg kämpfen andere: Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Isias Beyn.

Bei 40 km hat sich Kenneth Mungara (KEN) in 2:02:01 etwas lösen können, dahinter folgen Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden liegt Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord ist so gut wie sicher!

Kenneth Mungara läuft den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellt damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und – natürlich – neuer „Juli-Weltrekord“!!

gold-coast-2015-winner-mungaraKenneth Mungara siegte in 2:08:42. Das sind: Streckenrekord, All-Comers Australien Rekord, Juli-Weltrekord und Masters(40+)-Weltrekord.  (c) Veranstalter

Und die Zeit von Mungara ist auch ein neuer Masters-Weltrekord bei den Männern, erst im April steigerte der 41jährige Kenianer die Marke des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) auf 2:08:44.

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55. Yuki Kawauchi läuft mit 2:16:23 auf Platz 8, so schwach war er an der Gold Coast noch nie.

 

Ergebnisse – Marathon der Männer:

1. KENNETH MBURU MUNGARA 02:08:42
2. SILAH KIPKEMBOI LIMO 02:08:54
3. EVANS KIPKOGEI RUTO 02:08:55
4. TEWELDE HIDRU 02:09:33
5. DOMINIC KANGOR KIMWETICH 02:11:51
6. ALPHONCE FELIX SIMBU 02:12:01
7. SHIGEKI TSUJI 02:15:19
8. YUKI KAWAUCHI 02:16:23
9. RYO YAMAMOTO 02:16:40
10. SAMUEL WOLDEAMANUEL 02:17:56

 

Ergebnisse – Marathon der Frauen:

1. RISA TAKENAKA 02:28:25
2. KEIKO NOGAMI 02:29:34
3. MANAMI KAMITANIDA 02:33:43
4. SHOKO SHIMIZU 02:37:13
5. FUMIKO HASHIMOTO 02:37:37