Stramilano 2015: Rebecca Chesire läuft Streckenrekord

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Am Sonntag, 29. März 2015, verbesserte Rebecca Kangogo Chesire (KEN) den Streckenrekord beim Stramilano Halbmarathon auf 1:08:21. Erst im Januar hatte sich Chesire beim Dubai Marathon auf 2:25:22 gesteigert. Schon früh lag sie auf Kurs zu einem Streckenrekord, was auch noch bei 10 km nach 32:23 galt. Bis hier konnte nur noch ihre Landsfrau Angela Jemesunde Tanui folgen, die aber kurz danach zurückfiel. Bei 15 km in 48:27 betrug ihr Vorsprung auf Tanui schon 11 Sekunden, den sie dann bis ins Ziel auf fast eine Minute ausbaute. Dort zeigten für Chesire die Uhren 1:08:21, womit sie den Streckenrekord der Äthiopierin Aberu Kebede um 22 Sekunden steigern konnte.stramilano2015-chesireRebecca Chesire (KEN) lief einen neuen Streckenrekord beim Stramilano 2015.  (c) Veranstalter

Bei den Männern lagen zunächst die Splits sehr ähnlich wie beim Berliner Halbmarathon am gleichen Tag: 5 km nach 14:17 und 10 km nach 28:32. Danach waren nur noch die Kenianer Victor Chumo, Thomas Lokomwa und Robert Kipkoech vorne. Nach Ausstieg des Tempomachers Chumo nach 42:55 bei 15 km konnte sich in der Schlußphase Chesire absetzen und den Lauf mit einer schwächeren Schlußphase nach 1:00:33 gewinnen. Zuvor hatte ihn bei 17 km Kennedy Kipyego (KEN) kurz eingeholt, der dann aber wieder den Anschluß verlor und in 1:00:39 Zweiter wurde. Somit gab es auch in diesem Jahr bei dieser bekannten Traditionsveranstaltung keine Zeit unter einer Stunde.

6400 Läufer waren in Mailand im Hauptlauf über den halben Marathon dabei. Fast zehnmal soviele Teilnehmer absolvierten bei der gleichen Veranstaltung einen 10 km Lauf.

Ergebnisse der Männer

1. Thomas Lokomwa (KEN) 1:00:33
2. Kennedy Kipyeko (KEN) 1:00:39
3. Yassine Rachik (ITA) 1:03:11
4. Robert Kirui Kipkoech (KEN) 1:03:37
5. Domenico Ricatti (ITA) 1:05:27

Ergebnisse der Frauen

1. Rebecca Kangogo Chesire (KEN) 1:08:21
2. Angela Tanui Jemesunde (KEN) 1:09:14
3. Lucy Murigi Wangui (KEN) 1:11:19
4. Hellen Jepkurgat (KEN) 1:11:24
5. Martha Akeno (KEN) 1:13:11

Carlsbad 5000: Dibaba verpasst WR über 5 km denkbar knapp

carlsbad-5000-gen-dibabaGenzebe Dibaba verpasst in 14:48 den WR über 5 km auf der Straße denkbar knapp.  (c) Veranstalter

Um die Winzigkeit von 2 Sekunden verpasste die Äthiopierin Genzebe Dibaba in den Mittagstunden des Sonntags den 5km Weltrekord auf der Straße ihrer Landsfrau Meseret Defar, die 2006 an gleicher Stelle 14:46 lief. Der Grund für das Verfehlen des Weltrekords wurde bereits auf der ersten Meile gelegt, die in 4:50 zurückgelegt wurde. Dies entspricht einem km-Schnitt von 3 Minuten oder einer 5 km Zeit von glatten 15 Minuten.

Dieses war auch Dibaba nicht entgangen, die auf den nächsten beiden Meilen das Tempo deutlich verschärfte und ihre Konkurrentinnen geschlossen stehen ließ. Aber auch ein mächtiger Schlussspurt half dann nicht mehr, sie passierte in 14:48 das Ziel auf Carlsbad Village Drive bei großartiger Stimmung. Knapp verpasst, ist eben auf daneben. Für den Rest der Saison will sie nun kein Straßenrennen mehr bestreiten und sich voll auf Bahnläufe konzentrieren. Ihr Vorsprung war im zweiten Teil erheblich angewachsen. Gelete Burka in 15:13 und Wude Teimer in 15:18 machten den äthiopischen Erfolg komplett.

Auch die Attacke von Deena Kastor auf den Masters-Weltrekord scheiterte, in 16:02 landete sie nur auf Platz 12.

Diesen schaffte allerdings der US-Amerikaner Bernard Lagat mit einer Zeit von 13:41. Das war am Ende Platz 3 hinter den Kenianern Lawi Lalang in 13:32 sowie Wilson Too in 13:35.

Ergebnisse der Männer:

1. Lawi Lalang KEN 00:13:32
2. Wilson Too KEN 00:13:35
3. Bernard Lagat USA 00:13:41
4. Sam Chelanga KEN 00:13:50
5. Joseph Kitur KEN 00:13:53
6. Diego Estrada USA 00:13:56
7. Haron Lagat USA 00:13:59
8. Ben St Lawrence USA 00:14:11
9. Dan Lowry USA 00:14:13
10. Andy Vernon GBR 00:14:13

 

Ergebnisse der Frauen:

1. Genzebe Dibaba ETH 00:14:48
2. Gelete Burka ETH 00:15:13
3. Wude Yimer ETH 00:15:18
4. Susan Kuijken USA 00:15:28
5. Betsy Saina USA 00:15:31
6. Jessica O’Connell USA 00:15:36
7. Miyuki Uehara JPN 00:15:40
8. Sarah Brown USA 00:15:48
9. Morgan Uceny USA 00:15:52
10. Juliet Bottorff USA 00:15:59

 

35. Berliner Halbmarathon: Wind verhinderte bessere Zeiten, Gabius mit „Blackout“

Recht strammer Wind aus Südwesten mit Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h verhinderte am Sonntag bei der 35. Ausgabe des Vattenfall Berliner Halbmarathons schnellere Zeiten . Zwar hatte sich der schwache Regen pünktlich vor dem verspäteten Start um 10:15:00 Uhr verzogen, dafür blies der Wind den Läufern auf fast der ganzen ersten Hälfte fast frontal entgegen.

Dass so nicht die erhofften Topzeiten unter 59 Minuten nicht zu erzielen waren, zeigte sich sehr schnell. Mit flotten 2:59 für den ersten km lag man im Bereich der Jahreswelt-Bestzeit (59:20), anschließende km-Split von 2:56; 2:51, 2:54 brachte die Männerspitze auf Kurs von 60:39. Nach einem schnellen km von 2:44 zur 5 km-Marke in 14:13 lag man auf Kurs zu einer Stunde, doch die kurze Temposteigerung konnte man zwischen Siegesäule und Schloß Charlottenberg nicht halten und lag bei 10 km in 28:30 auf einer Zeit im Ziel von 60:08. Und ein elfter km von 2:59 ließ die zu erwartete Zeit weiter steigen.

Hier war bereits lange einer der Tempomacher aus dem Rennen,und an der Spitze kämpften nun 6 Athleten um den Sieg, der Wind blies nun von hinten. Damit wurden die Splits wieder flotter, nach 2:47, 2:46, 2:47 und 2:53 wurde 15 km nach 42:40 erreicht. Man mit 59:lag nun wieder auf Stunden-Kurs.

Am Ende des Schöneberger Ufers waren die 10 Meilen nach 45:45 erreicht, von dort sind fast genau 5 km bis ins Ziel. Nach einer Tempoverschärfung nach 17 km führte zur Ausbildung einer Dreiergruppe mit dem Zweiten des Vorjahres Abraham Cheroben, seinem Landsmann David Kogei sowie dem Debütanten Birhanu Legese (ETH). Die drei legten Wind unterstützt eine schnelle Schlußphase aufs Berlin Plaster: 2:48, 2:48, 2:44 waren die letzten km-Splits bis ins Ziel. Damit schaften die Drei am Ende eine Zeit sehr deutlich unter einer Stunde.

Als es für das Spitzentrio auf die letzten 200 m ging fiel zunächst Cheroben zurück, der allerdings nach Aussage seines Managers an Probleme mit der Achillessehne leidet und deshalb einen Sputz nicht mitgehen konnte. Die beiden Erstplatzierten kämpften ähnlich wie im Vorjahr bis auf die Ziellinie um den Sieg, den dann hauhdünn der Novize Birhanhu Legese in 59:46 für sich entschied. David Kogei bekam als Zweiter eine Zeit von 59:47 zuerkannt und Abraham Cheroben wurde Dritter nach 59:49. Danach schaffte es auch Richard Mengich mit 59:59 noch soeben unter der Stunde.

b-hm-2015-spitze-menEtwa 200 m vor dem Ziel kämpfen Legese, Kogei und Cheroben (v.r.) um den Sieg beim Berliner Halbmarathon 2015.  (c) H. Winter

Damit blieb die beste Zeit des Jahres von 59:20 beim City-Pier-City Loop in Den Haag unangetastet. Nach den hochkarätigen HMs des Frühjahrs mit RAK, CPC, Prag, Berlin und Stramilano scheint das Jahr 2015 vom Leistungsniveau schwächer zu werden als die Vorjahre. Schwach war auch die Vorstellung von Arne Gabius, dem man nach seinem Husarenritt beim Frankfurt-Marathon auch im Halbmarathon seine hochtrabenden Pläne von einer Zeit zwischen 60:30 und 61:30 durchaus abnahm. Doch für Gabius kam es am Sonntag ganz anders als er und viele andere erhofft hatten.

b-hm-2015-gabiusArne Gabius konnte in Berlin nicht überzeugen.  (c) H. Winter

Nach 5 km lag Gabius mit 14:20 nur kanpp hinter der Spitzengruppe, danach wurde der Abstand allerdings schnell größer. Bei 10 km in 29:08 lag er schon auf Kurs von nur noch 61:30 – der deutsche Rekord von 60:34 war da schon lange außer Reichweite -, aber es sollte noch viel schlimmer kommen. Arne hatte soeben den Kudamm wieder erreicht, als ihn Bauchmuskelkrämpfe plagten und sich ein völliger Blackout auf das Plaster zwang. Erst nach kurzer Behandlungspause kam er wieder mit Hilfe des deutschen Topläufers Carsten Schlangen wieder auf die Beine und joggte in 1:21 ins Ziel. Somit wachsen auch für den schnellen Hamburger die Bäumen nicht in den (Läufer-)Himmel.

Da macht es der zweite deutsche Spitzenläufer beser und legte in 1:04:16 als 15. ein solides Debüt auf das Berliner Plaster. Bei 5km in 15:01 lag sogar noch etwas mehr drin, aber bereits nach 10 km in 30:20 ging die Fahrt in Richtung 64 Minuten. Damit war sein Lauf in Berlin ein guter Einstand in die langen Strecken auf der Straße, Ende April geht es dann beim Hamburg Marathon auf die volle Distanz.

b-hm-2015-steffen-ulSteffen Uliczka lief er guts HM-Debüt.  (c) H. Winter

 Das Rennen der Frauen war ungleich schwächer besetzt und keine Läuferin unterbot die 70 Minuten-Grenze. Für einen Lauf dieser internationalen Klasse sicherlich ein enttäuschendes Resultat, das aber bei einem Blick auf die Startliste zu befürchten war. Hier siegte die Kenianerin Chepchiret Kosgei in 1:10:52. Beste deutsche Läuferin war auf Platz 8 Melina Tränkle aus Karlsruhe in 1:15:34.

Insgesamt erreichten von etwa 32000 gemeldeten Teilnehmern 14811 Männer und 8710 Frauen das Ziel, insgesamt also 23521 Aktive. Ein erheblicher „Schwund“ vermutlich sind doch einige angemeldete Läufer bei den schlechten Wetterprognosen- die dann gar nicht so schlecht waren – gleich im Bett geblieben …

Ergebnisse der Männer:

 1. » Legese, Birhanu (ETH) 00:59:45
2. » Kogei, David (KEN) 00:59:46
3. » Cheroben, Abraham (KEN) 00:59:49
4. » Mengich, Richard (KEN) 00:59:59
5. » Kipyatich, Abraham (KEN) 01:00:03
6. » Hunegnaw, Fentahun (ETH) 01:00:10
7. » Kipkemoi, Kenneth (KEN) 01:00:17
8. » Oliaulo Ngatuny, Emmanuel (KEN) 01:00:58
9. » Mwangi, Eliud (KEN) 01:01:41
10. » Tesfaye, Simon (ERI) 01:01:43
11. » Ngeny, Fredrik (KEN) 01:01:56
12. » Kaptila, Kennedy (KEN) 01:03:27
13. » Proctor, Gabe (USA) 01:04:13
14. » Kadi, Nesero (ETH) 01:04:14
15. » Uliczka, Steffen (GER) 01:04:16

 

Prager Halbmarathon 2015: Komon nur Dritter

Beim Prager Halbmarathon setzte sich heute mittag überraschend der Kenianer Daniel Wanjiru in 59:51 durch. Zweiter wurde Wilfred Murgor vor dem Favoriten Leonard Komon, für beide wurden 59:57 gestoppt.

Nach 5 km in13:57 sah es nach einer Zeit im Bereich des Streckenrkords (58:47) aus. Aber eine fast 20köpfige Gruppe verlor danach etwas an Fahrt, so dass die Druchgangszeit bei 10 km nur noch 28:08 betrug.  Damit lag man so gut wie exakt auf Kurs zur bestehenden Jahres-Weltbestleitung von 59:20 (CPC Loop). Aber auch diese Tempo konnte nicht aufrecht gehalten werden. Als 12 Läufer die 15 km nach 42:44 passierten, war man schon auf Kurs zu einer Zeit über einer Stunde. Die umgreiche Kopfgruppe war hier schon auseinander gefallen. Auf den letzten Kilometern bildete sich eine Dreiergruppe, in der Komon stets Probleme hatte den Anschluss zu halten.

Diesen verlor er dann nach 19 km, wo sich zunächst Wanjiru und Murgor von ihm lösen konnten. Kurz danach verschärfte Wanjiru nochmals das Tempo und gewann unangefochten in 59:51. Um Platz 2 gab es noch einen dramatischen Spurt. Der Sieger Wanjiru verbessert seine Zeit von 59:59, die er an gleicher Stelle als Drittplatzierter erzielte. Er hätte gerne eine noch schnellere Zeit erzielte, verwies aber auf einen erheblichen Wind auf Teilen der Strecke.

Ergebnisse der Männer:

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Durchaus beachtlich war die Leistung der Siegerin. Es siegte Worknesh Degefa (ETH) in inoffiziellen 67:14, womit sie ihre Bestzeit aus Ostia im Jahr 2013 um eine halbe Minute steigern konnte. Zweite wurde ihre Landsfrau Melese in 68:20.

Mailand rüstet zum legendären „Stramilano“

stramilano-2015-eliteEinige Eliteathleten beim Stramilano am 29. März 2015.  (c) Veranstalter

Am Sonntag startet um 11 Uhr auf der Mailänder Piazza Castello die 44. Ausgabe des „Starmilano“, einem Halbmarathon-Lauf, bei dem 1999 Paul Tergat durch einen neuen Weltrekord in 59:17 für Furore sorgte. Nach Tergats 59:22 im Jahr später wurde die Stundengrenze in Mailand nicht mehr unterboten, bis auf das Jahr 2010, in dem Moses Mosop in 59:20 siegte.

Die Topläufer 2015 sind der Vorjahressieger Thomas Lokomwa (1:01:39) sowie sein Landsmann Kipiego Kennedy, dem Gewinner des Halbmarathons von Nizza im Jahr 2014. Mit schnellen 1:00:22 ist Sylas Chebogel (Yangzhou 2014) gemeldet, Robert Kirui lief letztes Jahr in Bratislava 1:03:19, das ist im übrigen genau ein 3 Minuten/km-Schnitt.

Auch bei den Frauen ist mit Lucy Wambui, die Siegerin des Vorjahres wieder am Start.

Die Startliste der Elitemänner (handgeschrieben):
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Pressekonferenz zum 35. Berliner Halbmarathon am Sonntag

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Recht zuversichtlich äußerten sich die Eliteathleten beim 35. Vattenfall Berliner Halbmarathon am 29. März 2015 auf den Straßen der Berliner Hauptstadt. Gleich zwei Tempojadgen dürften für das Rennen am Sonntag von besonderem Interesse werden. Zum ersten wollen die beiden schnellsten Athleten des Jahres 2014 über die Halbmarathondistanz, die Kenianer Abraham Cheroben sowie Kenneth Kipkemoi, möglichst unter der Weltklassemarke von 59 Minuten bleiben, zu anderen kann man endliche auch mal wieder etwas Erfreuliches von deutschen Athleten berichten, die in Berlin vor allem durch Arne Gabius und Steffen Uliczka vertreten.

Unsere beiden kenianischen Freunde gaben nur sehr spärliche Informationen zum Besten, machgten aber klar, dass sie ihren Weg in die Weltspitzte konsequent fortführen wollen. Dort sind sie aber spästestens nach ihren ersten Plätzen beim Valencia Halbmarathon im letzten Jahr angekommen, wo sie sehr hochklasige 58:48 und 59:01 erzielten. Kein Läufer unterbot diese Marke in 2014. Kipkemoi ist ein Spezialist für zweite Plätze und es würde nicht überraschen, wenn die Reihefolge im Ziel Cheroben – Kipkemoi lauten würde.

Arne Gabius war erst vor zwei Wochen in New York City beim Halbmarathon unterwegs und belegte dort in 1:02:34 Platz 9. Gabius fühlt sich gut erholt und will eine Zeit zwischen „60:30 und 61:30“ angehen. In der Tat hohe Ambitionen, zumal dann sogar der deutsche Rekord von Carsten Eich (60:34) in Reichweite kommen könnte. Seit dem Frankfurt Marathon im letzten Oktober weiss man allerdings, dass solche Ankündigungen des Hamburgers durchaus Sinn für die Realitäten hat. Nach Berlin ist er am 2. Mai für einen 10000 m in Stanford gemeldet, wo er dann seinen zweiten Marathon laufen wird, ist noch nicht entschieden.

Das sind beim zweiten Deutschen im Bunde schon anders aus. Der ehemalige Hindernisläufer Steffen Uliczka möchte beim Hamburg Marathon sein Debut über die volle Distanz geben, Am Sonntag peilt er eine Zeit von möglichst unter 63 Minuten an.

Bei den Frauen ist das Feld diesmal schwach besetzt. Keine Frau im Feld hatte bisher jemals die 70 Minuten unterboten, „Topstar“ ist die Schwedin Isabellah Andersson mit einer Bestzeit von 70:02 aus dem Jahr 2010 beim Venloop.

Wie auf der Pressekonferenz zu erfahren war, sind 31831 Teilnehmer für den Halbmarathon gemeldet. Nimmt man die Bambinis am Samstag und die Inlineskater dazu, werden ca, 40000 Teilnehmer auf den Beinen sein. Das geht schon langsam in die Dimensionen des Großen Bruders im September.

Ein TV-Übertagung des Rennen wird es nicht geben, die lokale öffentlich-rechtliche Anstalt rbb spart sich lieber das Geld für Liveübertragungen von 3. Liga Begegnungen und lässt den Halbmarathon „laufen“. Für die Akzeptanz des Straßenlaufs in einer breiteren Öffentlichkeit ein Desaster, aber diese Attitüden öffentlich rechtlich alimentierter Unternehmen sind leider nur zu vertraut.

Liste der Eliteathleten:

Abraham Cheroben KEN 58:48 Valencia 2014
Kenneth Kipkemoi KEN 59:01 Valencia 2014
Birhanu Legese ETH Debüt
Fentahun Hunegnaw ETH 1:01:18 Barcelona 2015
Richard Mengich KEN 1:00:11 Breda 2014
Sylas Chebogei KEN 1:00:14 Berlin 2014
David Kogei KEN 1:00:50 Valencia 2013
Kennedy Kaptila KEN 1:01:00 Den Haag 2013
Eliud Mwangi KEN 1:01:09 Lille 2014
Fredrick Ngeny KEN 1:01:37 Berlin 2013

Holt sich Genzebe Dibaba den nächsten WR?

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Dort, wo Kalifornien sicherlich mit am schönsten ist, findet alljährlich der schnellste 5 km Straßenlauf der globalen Szene statt. Die Carlsbad 5000 sind Legende und wurden 1986 von gleichfalls legendären Tim Murphy begründet, der auch die Idee in San Diego mit den Rock´n Roll Marathons hatte.

Den Ruf als schnellster 5 km Lauf belegen schon die Weltrekorde bei Männern sowie Frauen, die Sammy Kipketer im Jahr 2000 mit 13:00 und Meseret Defar mit 14:46 2006 aufstellten. Dazu gibt es stets sehr attraktive Elitefelder, die der Veranstaltung unmittelbar an der Pazifikküste zu Weltgeltung verhalfen.

Und dieser Status wird auch in diesem Jahr am 29. März aufrechthalten, wenn bei den Frauen das äthiopische Supertalent Genzebe Dibaba, eine der drei schnellen Dibaba Schwestern, auf Jagd nach dem Weltrekord über die 5 km auf der Straße geht.

Der sportliche Leiter des Laufs in Carlsbad, Matthew Turnbull, sieht jedenfalls beste Chancen, dass Genzebe ihren Weltrekord Nummer 5 aufstellt. Dass die Äthiopierin aktuell ein Topstar der Szene ist, hat sie sehr eindrucksvoll mit ihren Hallen-Weltrekorden bewiesen. Zunächst lief sie in Karlsruhe am 1. Februar 2014 über 1500 3:55,17, wenige Tage später in Stockholm 3000 m in 8:16,60 und am 15. Februar 2014 in Birmingham 9:00:48 über 2 Meilen. Drei Weltrekorde in 15 Tagen. Und in diesem Jahr lief sie am 19. Februar 2015 in Stockholm Rekord Nummer 4: 14:18,86 über 5000 m in der Halle.

Mit dieser Zeit ist sie fast eine halbe Minute schneller als die globale Bestmarke auf der Straße, so dass ein Angriff auf die Zeit von Defar durchaus realistisch erscheint. Auch ihre Freiluft-Bestzeit von 14:28:88 untermauert diese Erwartungen. Dazu kommt, dass man erstmals den Streckenverlauf leicht verändert hat. Der Kurs konzentriert sich nun noch mehr auf den Ortskern von Carlsbad und vermeidet dadurch einen Teil des leichten Gefälles und Anstiegs im Steckenverlauf.

Und im gleichen Rennen wird noch eine weitere Dame auf Weltrekordjagd gehen. Die mittlerweile 42jährige US-Lauflegende Deena Kastor, die 2002 in Carlsbad den noch heute gültigen US-Rekord von 14:54 aufstellte, wird den Masters-Weltrekord über 5 km bei den Frauen angreifen. Diesen stellte Colleen De Reuck mit 14:48 2004 gleichfalls in Carlsbad auf.

Bei den Männern wird sich der Äthiopier Dejen Gebremeskel bemühen seine einmalige Serie mit einem fünften Sieg in Serie fortzusetzen. 2011 gewann er mit 13:11, das war bisher seine beste Zeit in Carlsbad. Im letzten Jahr geriet der Lauf zur Posse, als sich bei einer Nachmessung die Strecke um einige Meter zu kurz erwies. Ein Opfer dieses Fehlers wurde vor allem Barnard Lagat, der letztes Jahr in 13:21 „US-Rekord“ lief, der dann aber nicht anerkannt werden konnte. Diesen Rekord von 13:24, erzielt von Mark Davis im Jahr 1996 (natürlich auch in Carlsbad) hat er in diesem Jahr im Visier. Die Streckenlänge des neuen Kurses sollte stimmen und schneller dürfte die Strecke auch geworden sein.

Konkurrenten der Beiden sind u.a. Diego Estrada, der etwas überraschend im Januar 2015 in Houston die US-Halbmarathon-Meisterschaften in 1:00:51 gewann sowie der Brite Andy Vernon, der bei den Europameisterschaften Silber über 10000 m gewann. Vernon lief 2012 in Carlsbad 13:30, das ist auch seine persönliche Bestzeit über 5 km auf der Straße.

Der Lauf der Elite-Frauen wird am 29. März 2015 kurz vor der Mittagsstunde lokaler Zeit gestartet, die Männer sind dann nach deren Zieleinlauf dran. Zum 30. Jubiläum werden wieder über 10000 Teilnehmer insgesamt erwartet, wobei die Anteile von weiblichen und männlichen Teilnehmern ungefähr gleich sind.

Rom Marathon: Schwieriges Plaster beim Dauerregen in der „ewigen Stadt“

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Die 21. Auflage des Rom Marathons hatten sich die Veranstalter sicherlich anders vorgestellt. Doch der Marathonlauf ist nun einmal ein Freiluftevent und damit von der Wetterbedingungen abhängig. In Rom bedeutete das am Sonntag strömender Regen und damit ungünstige Voraussetzungen für die Läufer vor allem im zweiten Teil, wo es dann vermehrt auf Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen der „Ewigen Stadt“ geht. Am Ende waren in dem IAAF Golden Label Race die Siegerzeiten so schwach wie lange nicht mehr, an Kursrekorde war allerdings bei diesen schlechten Bedinungen auch nicht zu denken.

Aber während die Männer im ersten Teil mutig zur Sache gingen, starteten die Frauen von Anbeginn verhaltener. In beiden Fällen gab es dann sehr moderate Siegerzeiten von Abebe Degefa (ETH) in 2:12:23 und Meseret Tolwak (ETH) 2:30:25.

rom-marathon-sieger-2015Abebe Degefa (ETH) gewinnt den Rom-Marathon 2015.  (c) Veranstalter

Dabei war aber das Rennen der Männer durchaus „denkwürdig“, wenn man sich den Ablauf genauer anschaut. Denn nach überraschend flottem Beginn angesichts des strömenden Regens war eine Sechsergruppe nach 15:05 bei 5 km, 30:11 10 km beim Halbmarathon in 1:04:08 durchaus auf Kurs zu einer sehr guten Zeit.

Nach 25 km in 1:16:02 waren noch drei Läufer vorne, von denen bei 32 km in 1:38:07 nach Ausstieg des Tempomachers Kibor (KEN) nur noch Abebe Degefa und sein Landsmann Birhanu Achame übrig blieben. Degefa hatte 2013 in Beijing 2:08:46 erzielt, Achame lief im letzten Jahr in Rennes 2:10:20. Die Beiden „kämpften“ dann um den Sieg und wirkten dabei wie zwei angeschlagene Boxer, denen der kalte Regen und das mit Wasser übersäte Kopfsteinpflaster zusehends zusetzte.

Einen ersten Eindruck bekam man nach Aussteigen des Tempomachers, der Abschnitt von 30 km nach 35 km wurde in nur 16:43 zurückgelegt. Danach wurde die Pace kurzfristig wieder schneller, um dann in der Schlußphase nach 38 km (1:57:30) wieder stark einzubrechen. 3:25, 3:37 und sogar 3:42 waren die letzten km-Splits des Rennens, die sehr klar belegen, in welcher Verfassung das Führungsduo war. Von einem „taktischen“ Rennen an der Spitze, wie es in einigen Medien zu lesen war, kann nicht die Rede gewesen sein; die wackren Kämpfer waren schlichtweg „breit“.

Am Ende setzte sich Degefa ab und erreichte in schwachen 7:51 für den Schlusspart von der 40 km Marke (2:04:32) nach 2:12:23 das Ziel. Mehr war bei diesen Bedingungen für die mutig angelaufenen Läufer an diesem Tag nicht drin. Mit 1:08:15 für die zweite Hälfte lief man in Rom einen gewaltigen positiven Split. Hinter ihm schleppte sich Birhanu Achame in 2:12:32 ins Ziel vor dem am Ende immer weiter aufkommenden Jamel Chatbi (ITA)  in 2:14:04. Gut schlug sich auch sein Landsmann, der schon 40jährige Haudegen Ruggero Pertile, der nach 2:15:40 das Ziel erreichte.

 Bei den Frauen war das Tempo wesentlich gleichmäßiger. Die Siegerin Meseret Tolwak in 2:30:25 durchlief die Halbmarathonmarke nach 1:15:06. Das war ein perfektes Timing, obwohl die Bedingungen im zweiten Teil eigentlich viel schlechter waren als auf den ersten 25 km. Nach 37 km hatte sich Tolwak von ihrer Landsfrau Alem Kipfle lösen können, die nach 2:31:01 Zweite wurde.

Wie ungünstig die Bedingungen waren, belegt auch die Statistik, dass gerade einmal ACHT (!) Athleten eine Zeit von unter 2:30 Stunden unterboten. Für ein IAAF Gold Label Rennen ist eine solche „Ausbeute“ schon fast blamabel, auch im Regen.

 Ergebnisse Männer:

1. Abebe Negewo Degefa (ETH) 2:12:23

2. Birhanu Addissie Achame (ETH) 2:12:32

3. Jamel Chatbi (ITA) 2:14:04

4. Dadi Feyera Gemeda (ETH) 2:15:05

5. Ruggero Pertile (ITA) 2:15:40

6. Weldon Kiprono Korir (KEN) 2:22:18

7. Nekatibeb Nurelign Tekeste (ETH) 2:25:58

8. Michael Kalomiris (GRE) 2:29:30

9. Giorgio Calcaterra (ITA) 2:34:26

10. Domenico Liberatore (ITA) 2:34:31

Splits der Spitze:

5 km 15:05
10 km 30:11 15:06
15 km 45:20* 15:09
20 km 1:00:45 15:25
HM 1:04:08
25 km 1:16:02 15:17
30 km 1:31:36 15:34
35 km 1:48:16 16:43
40 km 2:04:32 16:13
Ziel 2:12:23  7:52

 

Schlusspart: 38 km 1:57:30 – 39 km 2:00:55 (3:25) – 40 km 2:04:32 (3:37) – 41 km 2:08:14 (3:42)

Ergebnisse Frauen:

1. Meseret Kitata Tolwak (ETH) 2:30:25

2. Alem Fikre Kifle (ETH) 2:31:01

3. Deborah Toniolo (ITA) 2:36:30

4. Annelie Johansson (SWE) 2:40:05

5. Anastasiya Kushnerenko (RUS) 2:40:23

6. Irina Smolnikova (KZK) 2:43:06

7. Jane Fardell (NZL) 2:45:07

8. Maurizia Cunico (ITA) 2:52:39

9. Renate Vranken (NED) 2:55:31

10. Silvia Luna (ITA) 2:57:15

Lissaboner Halbmarathon: Mo Farah läuft Europarekord

lisbon-hm-2015-logoMit einer beeindruckenden Renneinteilung gewann der britische Topstar Mo Farah die 25. Ausgabe des Halbmarathons in Lissabon in 59:32. Damit verbesserte er nicht nur den von ihm gehaltenen britischen Rekord, die Zeit ist auch ein neuer Europarekord, den zuvor der Spanier Fabian Roncero mit 59:52 bereits 2001 in Berlin aufstellte.

Das Rennen sollte sehr schnell um 27:45 für die ersten 10 km angelaufen werden. Doch der Wind war schon hier ein Faktor, so dass alle Ambitionen in Richtung eines WR (28:23) schnell unrealistisch wurden. Ein erster zuverlässiger Split bei 9 km von 25:23 deutete auf eine Zeit von 59:30 im Ziel hin. Zu diesem Zeitpunkt war etwas überraschend Mo Farah schon aus der sechsköpfigen Spitzengruppe zurückgefallen und verlor schnell weiter an Boden.

An der Spitze bildeten nun Stephen Kibet und Micah Kogo (beider KEN) ein Duo, das das Tempo erhöhte und bei 14 km nach 39:13 auf Kurs von 59:06 lag. Farah lag da 0:14 zurück, schloss aber zum Äthiopier Idemo Adola auf und reduzierte nun auf Platz 3 liegend den Abstand zur Spitze zusehends. Innerhalb von 2 km holte er 8 Sekunden auf die Spitze auf.

Nach 44 Minuten passierte die Männerspitze die japanische Lauflegende Noguchi, die mit den anderen Frauen vor den Männern gestartet war, und nach gut 51 Minuten hatte Farah die Läufer an der Spitze eingeholt.

Kurz nach Mos Anschluß fiel Kibet zurück und Farah und Kogo kämpften um den Sieg. Bei 20 km in 56:27 war zwar keine außergewöhnliche Zeit mehr zu schaffen, aber der Europarekord war für Mo so gut wie sicher. Als dann noch wenige 100 m zu laufen waren, zeigte Farah, warum er auf den Unterdistanzen zu den besten Läufern aller Zeiten gehört, und löste sich scheinbar spielerisch von seinem Kontrahenten, der in seiner großen Bahnkarriere ebenfalls über eine hohe Spurtkraft verfügente.

lisboa-hm-mo-finsih-sturzGlück hatte Mo Farah als er sich nach Passieren im Zielband verfing und stürzte. Die Sache ging aber bis auf einige Schrammen gut aus.   (c) Oscar Ferdandez

Farah ließ Kogo auf den letzten Metern fast stehen und gewann in 59:32 mit einer Sekunde Vorsprung auf Kogo, der damit gleichfalls eine gute Zeit erzielte. Viel Boden verlor Kibet, der als Dritter 59:58 erreichte. Nach Überqueren der Ziellinie gab es noch eine Schrecksekunde, da sich Farah im Zielband verfing und spektakulär stürzte. Dabei agierten die beiden Damen, die das Zielband hielten, schon bei den Rollis und den Damen denkbar ungeschickt. Glücklicherweise überstand Mo diese Aktion bis auf ein Paar Schrammen ohne größere Blessuren.

Bei den Frauen setzte sich die Kenianerin Rose Chelimo bereits nach der Hälfte vom Rest des Feldes ab und siegte unangefochten nach 1:08:22. Sehr beachtlich war auch die Leistung der Portugiesin Sara Moreira, die nach 1:09:18 im Ziel war und ihr beachtliches Debut beim New York City Marathon vom November letzten Jahres bestätigte. Erst auch Platz 3 finishte dann Prisca Jeptoo, die offensichtlich voll in den Vorbereitungen auf den London Marathon steckt, so dass die für sie eher schwache Zeit wenig aussagekräftig sein sollte.

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10. „Venloop“ Halbmarathon : Alfers Lagat läuft Steckenrekord, Philipp Pflieger Bestzeit

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Beim „Venloop“, einem Halbmarathon im niederlämdischen Venlo mit einer guten Mischung aus Elitefeldern und Breitensportlern siegte der Kenianer Alfers Lagat in der beachtlichen Zeit von 1:00:32. Nachdem das Rennen mit 14:28 für die ersten 5 km recht vorsichtig anglaufen wurde, legte die 6köpfige Spitze danach zu und erreichte 10 km nach 28:41 (14:13). Lagat sollte eigentlich bis 13 km das Tempo mache, lief dann aber durch und erreichte zusammen mit Ezrah Sang 15 km in 42:50 (14:09). Damit war man auf Kurs von 60:14 und einer minimalen Chance einer Zeit von unter einer Stunde. Der große Favorit Nguse Amlosom (ERI), der im letzten Jahr mit 59:39 Fünfter bei der HM-WM in Kopenhagen wurde, war da schon zurückgefallen.

Nach 20 km in 57:25 (14:35) wurde die Pace wieder langsamer, aber trotzdem reichte es für Lagat am Ende, den Streckenrekord von Stephen Chelimo aus dem Jahr 2009 um eine volle Minute zu verbessern. Schon kurz danach lief Ezrah Sang nach 1:00:35 ein und auch die Nächstplatzierten blieben unter der alten Bestmarke beim Venloop.

Erfreulich die Leistungssteigerung von Philipp Pflüger aus Regensburg, der auf Platz 9 mit 1:03:50 einlief. Diese Zeit wurde im letzten Jahr nur von Arne Gabius und André Pollmächer in Deutschland unterboten und sind für den 27jährigen Langstreckler neue Bestzeit.

Bei den Frauen gewann Jane Morara aus Kenia in 70:41.

Insgesamt waren in Venlo etwa 25000 Läufer auf den Beinen.

 Ergebnisse „Venloop“ am 22. März 2015;

1 Alfers Lagat Kenia 1:00:33
2 Ezrah Sang Kenia 1:00:36
3 Nguse Amlosom Eritrea 1:01:18
4 Justus Kiptoo Kanda Kenia 1:01:18
5 Benard Kitus Kenia 1:01:26
6 Khalid Choukoud Haag Atletiek 1:02:31
7 Sondre Nordstad Moen Noorwegen 1:02:32
8 Hirpha Temesgen Ethiopië 1:03:28
9 Philipp Pflieger Duitsland 1:03:51
10 Gert-Jan Wassink Argo 1:04:04
11 Jesse Stroobants België 1:04:06
12 David Nilsson Zweden 1:04:11
13 Willem van Schuerbeeck België 1:04:12
14 Marius Vedvik Noorwegen 1:04:14
15 Mats Lunders België 1:04:16
16 Mariusz Gizynski Polen 1:04:17
17 Koen Raymaekers Hellas 1:04:21

 

 

Streckenrekord beim New Taipei City Marathon durch Eliud Barngetuny

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Nach Siegen bei den Marathons in Salzburg und Lyon gewann der Kenianer Eliud Barngetuny auch in der taiwanesischen Hauptstadt Taipei und verbesserte in 2:13:14 den Kursrekord aus dem Vorjahr um fast genau 4 Minuten (2:17:17). Dass in dem IAAF Bronze Label Road Race der Streckenrekord fallen würde, zeigten schon die frühen Splits eines Führungsduo aus den Kenianern Josphat Chobei and Hosea Kosgei: 10 km 31:43, 15 km 47:28, 20 km 1:02:43. Man lag im Bereich von 2:12, wie es auch die Zeit beim Passieren der Halbmarathonmarke zeigte. Der spätere Sieger Barngetuny lag da noch 22 Sekunden zurück, holte aber schon auf die Spitze auf.

Bei 25 km in 1:18:46 hatte er die beiden Führenden zusammen mit seinem Landsmann Samuel Kalya eingeholt. Das Quartet blieb nicht lange zusammen, bei 30 km nach 1:34:41 war nur noch Chobei bei ihm, verlor aber auch den Anschluss und lag bei 35 km (1:50:24) schon 25 Sekunden zurück. Recht scharfer Wind im Schlussteil verhinderte dann noch etwas bessere Zeiten.

Die Leistungen der Frauen waren bescheidener und sogar kaum Bronce Label würdig. Es gewann die Kenianerin Gladys Kipsoi in 2:39:32 vor Tigist Teshome Ayanu (ETH) in 2:41:31. Insgesamt nahmen etwa 13000 Aktive an der Veranstaltung teil, die von der Stabhochsprunglegende Sergey Bubka als Ehrengast gestartet wurden.

Ergebnisse Männer:

1. Eliud Kiplagat Barngetuny (KEN) – 2:13:14 – CR
2. Josphat Kiptanui Too Chobei (KEN) – 2:15:51
3. Samuel Kalya (KEN) – 2:18:30
4. Andre Sambu Sipe (TAN) – 2:21:45
5. Dadi Tesfaye Beyene (ETH) – 2:22:37
6. Hosea Kosgei (KEN) – 2:23:08
7. Eshetu Wendimu Tsige (ETH) – 2:23:40
8. Etsu Miyata (JPN) – 2:26:35
9. Ahmed Nasef (ITA) – 2:27:54
10. Debesay Tsige (ERI) – 2:28:06

Ergebnisse Frauen:

1. Gladys Kipsoi (KEN) – 2:39:32
2. Tigist Teshome Ayanu (ETH) – 2:41:31
3. Ruth Wanjiru Kuria (KEN) – 2:42:18
4. Rose Chekurui Kosgei (KEN) – 2:48:09
5. Almaz Negede Fekade (ETH) – 2:51:22
6. Eliana Patelli (ITA) – 2:52:36

Paderborner Osterlauf 2015: Die 10 km sind ausgebucht

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Wie der Geschäftsführer der Paderborner Osterlauf GmbH, Christian Stork, gestern bekannt gab, sind alle 4200 Startplätze für den E.ON 10 km Lauf ausgebucht. Wer noch am Ostersamstag (4. April 2015) an der Pader laufen möchte, muss dann auf die kürzen 5 km oder den Halbmarathon ausweichen. Im letzten Jahr hatte man noch 150 Plätze für Nachmeldungen am Veranstaltungstag zurückgehalten und damit eine lange Schlange vor den Anmeldeschaltern erzeugt, die Startplätze waren in Minuten vergeben.

Dieser Hatz will man sich offensichtlich diesmal nicht aussetzen und hat nach Vergabe aller 10 km-Slots die Anmeldung für diese Distanz geschlossen. Aus diesem frühen Ausverkauf kann man erwarten, dass in diesem Jahr die Zahl der „echten“ Finisher erstmals die 10000er Marke übersteigt.

Der 10 km Lauf ist schon seit vielen Jahren der Teilnehmer stärkste Lauf in Paderborn, wobei das Leistungsniveau seit gut 20 Jahren stagniert. Erstaunlicherweise hat auch eine Armada von Ostafrikanern es bisher nicht geschafft, den Streckenrekord von 27:47 durch den deutschen Läufer Carsten Eich aus dem Jahr 1993 zu unterbieten. Während die afrikanischen Athleten den Kursrekord über den Halbmarathon fast im Jahrestakt auf mittlerweile auch international hochklassige 1:00:09 steigern konnten, hat seit der Premiere des 10 km Laufs im Jahr 1974, d.h. vor gut 40 Jahren, nie ein schwarzer Läufer einen neuen Streckenrekord aufstellen können. Die ist in der Tat in der globalen Laufszene in der Tat überaus ungewöhnlich!

b-hm2013-pk-eichCarsten Eich aus Leipzig hält beim Osterlauf in Paderborn seit 1993 (!) den Streckenrekord über die 10 km.  (c) H. Winter

Neben Streckenrekordler Carsten Eich ist allerdings der Kenianer Moses Kipkosgei Kigen der „König“ und Seriensieger in Paderborn. Viermal gewann Kigen die 10 km zwischen 2003 und 2007 in 28:18, 28:26, 28:32 und 28:02, dazwischen im Jahr 2006 lief er den Halbmarathon und schaffte dort einen Streckenrekord in 1:01:30. Die hochkarätige Marke von Carsten Eich unterbot der kleine und äußerst spurtstarke Kenianer, der sich mittlerweile auf den Marathon konzentriert (PB 2:07:45. Dubai 2012),  jedoch nicht.

Die Streckenrekordler in Paderborn über 10 km seit 1983:

Ralf Salzmann (GER) 29:18 1983
Cor Lambregts (NED) 29:13 1985
Uwe Mönkemeyer (GER) 29:05 1986
Jan Huruk (POL) 28:56 1990
Carsten Eich (GER) 28:30 1992
Carsten Eich (GER) 27:47 1993

 

Sportissimo Prag Halbmarathon: Leonard Komens zweiter Versuch

prag-hm-2015-logoLeonard Komen, der Weltrekordhalter über 10 km und 15 km auf der Straße ist der Topstar beim Prag Halbmarathon am Samstag, 28. März 2015. Im letzten Jahr lief fast am gleichen Tag ein eindrucksvolles Debüt in Berlin, wo er nach furiosem Beginn bis gut 10 km auf Weltrekordkurs lag, dann aber seiner fehlenden Erfahrung und der schlechen Renneinteilung Tribut zollen musste. Trotz allem waren seine 59:14 eine beeindruckende Premiere über diese Distanz, die für die Zukunft hoffen lässt. Die diese liegt jetzt am übernächsten Samstag auf den Straßen der tschechischen Hauptstadt.

Prag verfügt, wie nur wenige weitere Strecken in der globalen Laufszene über einen sehr schnellen Kurs. Nach Lissabon, wo 2010 Zersenay Tadese (ERI) mit 58:23 den aktuellen Weltrekord aufstellte, Den Haag (Samuel Wanjiru 58:33) und Philadelphia (Mathew Kisorio 58:46) hat man dort mit 58:47 den viertbesten Kursrekord (Atsedu Tsegay 2012). (Dabei müsste man eigentlich die Zeit von Kisorio wegen seines Dopingvergehens sogar streichen.)

Dass Komon seine Jagd auf eine schnelle Zeit mitnichten alleine über die Bühne bringen muss, lässt schon ein Blick auf die Vorleistungen im Teilnehmerfeld erwarten, das vor allem auf durch seine Leistungsbreite besticht. 12 Männer gehen in Prag an die Startlinie mit Hausrekorden von unter 61 Minuten, fünf blieben sogar unter einer Stunde. Bei den Frauen sieht es ähnlich aus, wo bereits 9 Frauen die 70 Minuten unterboten. Und so kann der Präsident des Organisationsteams Carlo Capalbo stolz verkünden: „This is, of course, one of the strongest fields we’ve ever had in Prague.  I think we can look forward to some great competition.“

Keonard Komon plant in der Tat schneller als beim Debut in Berlin zu laufen. Leider hat der kenianische Topstar Geoffrey Mutai, der soeben beim London Marathon noch ins Elitefeld aufgenommen wurde, absagen müssen. Aber die Konkurrenz für Komen dürfte auch ohne ihn erheblich werden.

Peter Kirui, der im Februar für Mary Keitany beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah Tempo machte, hat mit 59:22 eine Bestzeit, die nur knapp hinter der von Komon zurück liegt. Was diesbezüglich stark ins Gewicht fällt ist die Tatsache, dass er mit dieser Zeit im letzten Jahr den Lauf in Prag gewann und damit mit der Strecke bereits bestens vertraut sein sollte. 59:39 lief 2011 der Äthiopier Azmeraw Bekele als Zweiter beim Cier-Pier-City in Den Haag und Geoffrey Ronoh glänzte bei diversen Rennen im letzten Jahr, wobei er im August 2014 in Klagenfurt in 59:45 seinen Halbmarathon-Rekord aufstellte. Und der Fünfte im Bunde mit Zeiten unter einer Stunde ist der Kenianer Daniel Wanjiru, der im letzten Jahr in 59:59 in Prag Platz 3 belegte. Erst im Februar wurde er nur wenige Sekunden langsamer immerhin Zweiter in Ras Al Khaimah. Sowohl Bekele als auch Wanjiru haben mit ihren legendäern Namensvettern nichts zu tun.

komon-b-hm-2014Leonard Komon (KEN) will in Prag am 28.3.2015 schnell laufen.  (c) H. Winter

Bei den Frauen hat Lucy Kabuu (KEN) mit 66:06 die schnelle Vorleistung, die 2013 als Siegerin in Ras Al Khaimah aufstellte. Damit ist die hinter Florence Kiplagat und Mary Keitany die drittschnellste (legale) Halbmarathon-Läuferin aller Zeiten. Ihre gute Form hat Lucy erst im Januar beim Dubai Marathon unter Beweis gestellt, wo sie in hochklassigen 2:20:12 Dritte wurde.

Ihre härtesten Konkurrentinnen dürften die Doppel-Marathon-Weltmeisterin Edna Kiplagat (KEN, PB 67:41), Lineth Chepkurui (KEN, PB 67:47) und Worknesh Degefa (ETH, PB67:49) sein.

 

Die Felder der Eliteathleten beim Prag Halbmarathon:

Men:
Leonard Komon KEN 59:14
Peter Kirui KEN 59:22
Azmeraw Bekele ETH 59:39
Geoffrey Ronoh KEN 59:45
Daniel Wanjiru KEN 59:58
Amanuel Mesel ERI 60:10
Nicholas Kipkemboi KEN 60:11
Samson Gebreyohannes ERI 60:13
Adugna Takele ETH 60:15
Cuthbert Nyasango ZIM 60:26
Bernard Bett KEN 60:46
Atalay Yirsaw ETH 60:59
Women:
Lucy Kabuu KEN 66:09
Edna Kiplagat KEN 67:41
Lineth Chepkurui KEN 67:47
Worknesh Degefa ETH 67:49
Waganesh Mekasha ETH 68:48
Netsenat Achamo ETH 69:10
Lisa Nemec CRO 69:16
Diane Nukuri BDI 69:12
Afera Godfay ETH 69:52