123rd Boston Marathon am 15. April 2019: Starkes Elitefeld bietet kaum Chancen für die Vorjahressieger

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Bei der 123. Auflage des Boston Marathon dürfte es für die überraschenden Vorjahressieger Yuki Kawauchi (JPN) sowie Desiree Linden (USA) so gut wie unmöglich werden, ihre Erfolge aus dem letzten Jahr zu wiederholen. Kawauchi liegt mit seiner Bestzeit von 2:08:14 aus dem Jahr 2013 nur auf Platz 16 in der Liste der Topathleten, Linden rangiert bei den Frauen mit 2:22:38 auf Platz 9. Allerdings beschert den Beiden das vorhergesagte (schlechte) Wetter mit Regen und Temperaturen um 16°C und Wind aus Südwest mit Geschwindigkeiten über 20 km/h wieder Bedingungen, die auch dieses Jahr recht extrem und somit zum Nachteil für die ostafrikanische Konkurrenz werden könnten. Yuki wird als „Titelverteidiger“ in Boston seinen ersten Wettkampf als professioneller Läufer bestreiten, nachdem er zu Anfang des Monat seinen Job an einer High School in Saitama quittierte, um sich nun voll auf den Laufsport zu konzentrieren.

Ganz oben im Ranking der Topathleten steht Lawrence Cherono (KEN), der im Oktober den Kursrekord beim Amsterdam Marathon auf großartige 2:04:06 steigern konnte. Cherono gewann zweimal hintereinander in Amsterdam, zweimal in Honolulu, in Sevilla und Prag. In ähnlichen Regionen agiert Sisay Lemma (ETH) mit seiner Zeit von 2:04:08 vom letzten Dubai Marathon im Januar 2018. In welcher bestechenden Form der Äthiopier aktuell ist, konnte er Ende Oktober im Regen von Ljubljana demonstrieren, wo er den Streckenrekord in der slowenischen Metropole auf 2:04:58 steigerte. Noch drei weitere verpflichtete Läufer haben gleichfalls die 2:05 Stunden-Marke bereits unterboten.

Lemi Berhanu (Hayle), der beim Dubai Marathon 2016 2:04:33 lief und dort am 25. Januar gleichfalls auf der Startliste steht. Solomon Deksisa (ETH) erzielte in Amsterdam im letzten Jahr 2:04:40, gewann in Mumbai sowie Hamburg, und „Breaking2“-Teilnehmer Lelisa Desisa (ETH) lief bei seinem Sieg in Dubai im Jahr 2013 2:04:45. Durch seinen eindruckvollen Sieg beim New York City Marathon Anfang November 2018 hat er sich in den engsten Favoritenkreis für den Boston Marathon gelaufen.

boston-mar-2018-yuki-winnerYuki Kawauchi gewann sensationell den Boston Marathon im letzten Jahr. (c) Veranstalter

Gegen diese geballte Macht an Weltklasse-Athleten dürften die ehemaligen Boston-Sieger Kawauchi sowie Wesley Korir (KEN) keine Chancen haben. Das sieht beim Boston-Sieger von 2017 Geoffrey Kirui (KEN) schon anders aus, der im letzten Jahr auch auf Grund des fürchterlichen Wetter Yuki Kawauchi in der Schlussphase passieren lassen musste. Kiruis PB stammt vom Amsterdam Marathon 2016 mit 2:06:27. Gute Aussichten auf einen vorderen Platz dürfte auch Kenneth Kipkemoi (KEN) haben, der gleich beim Debüt im April 2018 beim Rotterdam Marathon in 2:05:44 gewann. Felix Kandie (KEN) lief 2017 in Seoul 2:06:03 und gewann in Athen sowie Prag. Der zweifache Sieger in Einhoven Festus Talam (KEN) gewann dort in 2:06:13 und Philemon Rono (KEN) hält seit dem letzten Jahr den Streckenrekord in Toronto mit 2:06:52.

Im Elitefeld der Frauen haben schon 11 Athletinnen eine Zeit von unter 2:23 Stunden unterboten. Die zweifache Weltmeisterin im Marathon Edna Kiplagat (KEN) gewann auch in Boston im Jahr 2017, im Jahr 2012 lief sie ihre Bestzeit von 2:19:50 beim London Marathon. Die Frau mit der besten Vorleistung ist Aselefech Mergia (ETH), die bereits im Jahr 2012 in Dubai mit 2:19:31 gewann. Zwei weitere Frauen sind ebenfalls  unter der Schallmauer von 2:20 Stunden geblieben. Mare Bibaba (ETH) ist die Weltmeisterin von 2015 und gewann bei Olympia 2016 Bronze. 2012 lief sie in Dubai 2:19:52, die gleiche Zeit schaffte sie auch in Xiamen. Und  Worknesh Degefa (ETH) gewann den Dubai Marathon im Jahr 2017 in 2:22:36 und verbesserte sich dort ein Jahr später als Vierte auf 2:19:53.

Meskerem Assefa (ETH) gewann in Rotterdam und Frankfurt, wobei sie in Frankfurt mit 2:20:36 einen neuen Kursrekord aufstellen konnte. Einen Streckenrekord konnte auch Marta Megra (ETH) bei ihrem Sieg beim Wazterfront Marathon in Toronto in 2:22:35 erzielen. Nach längerer Verletzungspause geht die US-Hoffnung Jordan Hasay (USA) wieder an den Start, die in Boston im Jahr 2017 Dritte wurde und sich im Oktober des gleichen Jahres in Chicago auf 2:20:57 steigerte. Betsy Saina (KEN) gewann den letzten Paris Marathon in 2:22:56 und die ehemalige Skilangläuferin  Eva Vrabcova (CZE) wurde bei der EM in Berlin im August 2018 Dritte in 2:26:31. Und interessant dürfte auch das Debüt der Halbmarathon-Spezialistin Mary Wacera (KEN) werden.

Liste der Eliteathleten:
Lawrence Cherono KEN 2:04:06 (Amsterdam, 2018)
Sisay Lemma ETH 2:04:08 (Dubai, 2018)
Lemi Berhanu ETH 2:04:33 (Dubai, 2016)
Solomon Deksisa ETH 2:04:40 (Amsterdam, 2018)
Lelisa Desisa ETH 2:04:45 (Dubai, 2013)
Kenneth Kipkemoi KEN 2:05:44 (Rotterdam, 2018)
Felix Kandie KEN 2:06:03 (Seoul, 2017)
Geoffrey Kirui KEN 2:06:27 (Amsterdam, 2016)
Festus Talam KEN 2:06:13 (Eindhoven, 2017)
Wesley Korir KEN 2:06:13 (Chicago, 2012)
Philemon Rono KEN 2:06:52 (Toronto, 2017)
Hiroto Inoue JPN 2:06:54 (Tokyo, 2018)
Benson Kipruto KEN 2:07:11 (Seoul, 2018)
Ghirmay Ghebreslassie ERI 2:07:46 (London, 2016)
Dathan Ritzenhein USA 2:07:47 (Chicago, 2012)
Yuki Kawauchi JPN 2:08:14 (Seoul, 2013)
Zersenay Tadese ERI 2:08:46 (Berlin, 2018)
Abdi Abdirahman USA 2:08:56 (Chicago, 2006)
Mohamed El Aaraby MAR 2:09:16 (Chicago, 2018)
Hayato Sonoda JPN 2:09:34 (Oita, 2018)
Scott Overall GBR 2:10:55 (Berlin, 2011)
Jeffrey Eggleston USA 2:10:52 (Gold Coast, 2014)
Jared Ward USA 2:11:30 (Rio de Janeiro, 2016)
Elkanah Kibet USA 2:11:31 (Chicago, 2015)
Timothy Ritchie USA 2:11:56 (Sacramento, 2017)
Shadrack Biwott USA 2:12:01 (New York City, 2016)
Scott Fauble USA 2:12:28 (New York City, 2018)
Aaron Braun USA 2:12:54 (Houston, 2015)
Brian Shrader USA 2:13:31 (Sacramento, 2018)
Liste der Eliteathletinnen:
Aselefech Mergia ETH 2:19:31 (Dubai, 2012)
Edna Kiplagat KEN 2:19:50 (London, 2012)
Mare Dibaba ETH 2:19:52 (Dubai, 2012)
Worknesh Degefa ETH 2:19:53 (Dubai, 2018)
Meskerem Assefa ETH 2:20:36 (Frankfurt, 2018)
Jordan Hasay USA 2:20:57 (Chicago, 2017)
Belaynesh Oljira ETH 2:21:53 (Frankfurt, 2018)
Sharon Cherop KEN 2:22:28 (Berlin, 2013)
Desiree Linden USA 2:22:38 (Boston, 2011)
Marta Megra ETH 2:22:35 (Toronto, 2018)
Betsy Saina KEN 2:22:56 (Paris, 2018)
Caroline Rotich KEN 2:23:22 (Chicago, 2012)
Sara Hall USA 2:26:20 (Ottawa, 2018)
Eva Vrabcova CZE 2:26:31 (Berlin, 2018) NR
Sally Kipyego USA 2:28:01 (New York City, 2016)
Krista Duchene CAN 2:28:32 (Toronto, 2013)
Alyson Dixon GBR 2:29:06 (London, 2017)
Lindsay Flanagan USA 2:29:25 (Frankfurt, 2018)
Becky Wade USA 2:30:41 (Sacramento, 2013)
Sarah Crouch USA 2:32:27 (Chicago, 2018)
Sarah Sellers USA 2:36:37 (New York City, 2018)
Mary Wacera KEN 66:29 (Houston, 2016) – Debüt