Diamond League Meeting in Monaco am 17. Juli 2015: Dibaba läuft Weltrekord über 1500 m

IAAF_DiamondLeagueMit 3:50,07 lief Genzebe Dibaba beim Diamond League Meeting in Monaco am 17. Juli 2015 einen neuen Weltrekord über 1500 m und eliminierte damit eine der Fabelmarken chinesischer Athletinnen aus den 1990er-Jahren. Bereits eine Stunde zuvor hätte der Kenianer Asbel Kiprop mit 2:26,69 fast einen zweiten Weltrekord aufgestellt, wobei er hinter der Bestmarke von El Guerrouj (3:26,00) und den 3:26,34 von Bernard Lagat nun drittschnellster Läufer ist und die fünftschnellste Zeit in der Geschichte lief. Auch die Breite mit 6 Läufern unter 3:30 Minuten war herausragend. Nach einer ersten Runde in schnellen 53,72 (mit 55er-Runden läuft man 3:26,25) passierte man die 800 m nach 1:50,37, die zweite Runde war mit 56:65 etwas zu langsam und kostete am Ende den Weltrekord. Daran konnte auch eine letzte Runden in 54,76 nichts mehr ändern. Vier Läufer unter 3:29 und sechs unter 3:30 waren auch in der Breite ein tolles Resultat.

Aber noch besser an diesem Abend war die jüngste Dibaba Schwester Genzebe, die erst vor Wochenfrist in 3:54,11 andeutete, in welcher Form sie sich aktuell befindet. In Monaco ging es bei guten Bedingungen für die Mittelstrecken gleich nach dem Start zur Sache, neben Dibaba konnte nur noch die eingebürgerte Niederländerin Sifan Hassan das Tempo  der Schrittmacherin mitgehen. Die ersten 400 m in 60,31 waren nahezu perfekt (3:50 auf 1500 m sind 61,33 pro Runde), doch dann wurde die Fahrt zusehends langsamer. Bei 800 m in 2:04,52 – also einer Runde in nur 64,21 – war das Unternehmen Weltrekord (Qu 3:50,46) eigentlich erledigt, denn die Marge von 5 Sekunden auf ein Tempo mit 60 Minuten pro Runde war schon so gut wie aufgebraucht.

Doch nach dem Ausstieg der Tempomacherin Chanelle Price bei 800 m legte Dibaba los, bis eingangs der letzten Runde konnte Hassan ihr noch folgen. 1000 m wurde nach 2:36,1 passiert, 1200 m in 3:04,62, d.h. die 400 m nach 1200 m in 60,1. Der Vorsprung zu Hassan wuchs nun zusehends an, Dibaba lief die letzte Runde in 59,78 und überquerte die Ziellinie nach 3:50,07. Neuer Weltrekord!

Und auch dahinter purzelten die Bestmarken. Hassan lief in 2:56,06 niederländischen Rekord, Shannon Rowbury in 2:56,29 US-Rekord. Sechs Läuferinnen unterboten die 4 Minuten-Schallmauer.

Dibaba will nun auch noch den 5000 m Weltrekord ihrer Schwester und jungen Mutter Tirunesh nach der WM in Beijing in ihren Besitz bringen. Das Potential dazu hat die äthiopische Ausnahmeläuferin allemal.

dl-monaco-dibabaGenzebe Dibaba holt einen weiteren Weltrekord in die legendäre Dibaba-Familie. Diesmal sind die 1500 m im Freien an der Reihe: 3:50,07. Großartig!  (c) Eurosport 2

 

Ergebnis 1500 m der Frauen:

1. DIBABA Genzebe ETH 3:50.07  WR
2. HASSAN Sifan NED 3:56.05  NR
3.
ROWBURY Shannon
USA 3:56.29  NR
4.
SIMPSON Jenny
USA 3:57.30
5. MUIR Laura GBR 3:58.66  PB
6. KOSTER Maureen NED 3:59.79  PB
7. SADO Basu ETH 4:00.65  PB
8. SHCHAGINA Anna RUS 4:01.46  PB
9. ENNAOUI Sofia POL 4:04.26  PB
10. MOSER Treniere USA 4:04.55

 

Die Splits von Dibaba (z.T. inoffiziell):

300 m 44,6 letzte 400 m
400 m 1:00,31 60,31
500 m 1:16,3
700 m 1:48,1 63,5
800 m 2:04.52 64,21
1000 m 2:36,1
1100 m 2:50,29 62,2
1200 m 3:04,62 60,10
1400 m 3:35,0 58,9
1500 m 3:50,07 59,78

 

Diamond League Meeting Lausanne (9. Juli 2015): Mo Farah bleibt der Chef im Ring

IAAF_DiamondLeagueDer Brite Mo Farah bleibt auf den Bahnlangstrecken das Maß der Dinge. Ohne größere Probleme gewann der Weltmeister und Olympiasieger die 5000 m beim Diamond League Meeting im schweizerischen Lausanne am 9. Juli 2015. Dabei hatte der Lauf insofern noch eine besondere Bedeutung, als der äthiopische Verband die WM-Ausscheidung für diesen Lauf angesetzt hatte.

Dass dies aber nicht unbedingt ein Vorteil in Richtung schneller war, zeigte sich schon kurz nach dem Startschuss. Keiner der Eliteläufer war willens dem hohen Tempo der beiden Schrittmacher zu folgen, die weit vor der Meute liefen. Dabei war schon der Split für die ersten 1000 m mit 2:37,84 nicht übermäßig schnell. Und das änderte sich auch nicht auf dem zweiten km, den die Tempomacher nach 5:16,29 passierten (letzter km 2:38,45), Farah und der Rest lagen dort 6 Sekunden zurück und damit auch Kurs von 13:25; für ein Feld dieser Klasse eine fast indiskutable Zeit.

Dann gingen die Tempomacher heraus, die nächsten Splits waren für 3000 m 8:02,66 (letzter km 2:46,37) und für 4000 m 10:42,03 (letzter km 2:39,37). Erst dann wurde das Rennen schnell. Zwischenzeitlich war bei einer Rempelei einer die äthiopischen Topläufer Alamirew gestürzt und bracht sich so um einen WM-Start. Erwartungsgemäß war der erst 17jährige Riese Yomif Kejelcha, der schnellste Läufer über 5000 m bisher in dieser Saison (12:58,39 – Rom), ärgster Widersacher für Mo.

Die Beiden setzten sich eingangs der letzten Runde schnell vom Rest des Feldes ab, wobei Farah 200 m vor dem Ziel von Kejelcha überspurtet wurde. Doch nach der letzten Kurve kämpfte sich Mo wieder an den Youngster heran und paasierte ihn in seiner unnachahmlichen Art auf der Schlußgeraden in 13:11,77. 54,44 brauchte er für die letzten 400 m, 2:29,74 für die letzten 1000 m. Kejelcha wird sicher für Äthiopien bei der WM starten, seine Zeit als Zweiter in Lausanne 13:12:59.

Damit beseitigte Mo Farah alle Zweifel an seiner aktuellen Form, die nach dem Zirkus und der Gerüchteküche um das Nike Oregon Project von Trainer Alberto Salazar beeinträchtigt schien. Solange die ostafrikanische Konkurrenz nicht einen taktischen Tempolauf am absoluten Limit inszeniert, können Sie Mo Farah den Sieg auch gleich schenken. Man darf auf die WM in Beijing gespannt sein, wo Äthiopien durch Kejelcha, Haji und Edris vertreten werden dürfte.

Aber die Zeiten der schnellen Rennen auf der Bahn von Tergat, Haile, Bekele, etc., die scheinen aktuell der Vergangenheit anzugehören. Gerade einmal fünf Athleten liefen in dieser Saison bisher (knapp) unter 13 Minuten. Z.B. im Jahr 1999 standen noch 21 sub13er-Zeiten in der Bestenliste.

dl-lausanne-2015-farahMo Farah war auch in Lausanne von der ostafrikanischen Konkurrenz nicht zu besiegen.  (c) SRF2

  Das Ergebnis 5000 m der Männer:

dl-lausanne-2015-5000m-result


Die Splits des führenden Läufers:

1000 m   2:37,84 P
2000 m   5:16,29 P  2:38,45
3000 m   8:02,66  2:46,37
4000 m  10:42,03  2:39,37
5000 m  13:11,77  2:29,74

 

Meeting in Barcelona: Schon wieder Dibaba – Afrika-Rekord mit 3:54,11 über 1500 m

barcelona-2015-logoDie Äthiopierin Genzebe Dibaba sorgt nach wie vor für Schlagzeilen auf den Mittel- und Langstrecken. Nur vier Tage nach ihrem Sieg über 5000 m beim Diamond League Meeting in Paris war sie schon wieder über 1500 m beim Meeting in der katalanischen Metropole Barcelona am Start und produzierte die nächste Ausnahmeleistung. Mit dem neuen Afrika-Rekord von 3:54,11 deklassierte sie den Rest des Feldes um über eine 1/4 Minute und lief damit die schnellste Zeit über diese Distanz seit dem Jahr 1997.

Weiterhin bemerkenswert war die Leistung von Ayanleh Souleiman (DJI), der über 800 m in 1:43,08 eine neue Jahres-Weltbestleistung schaffte.

Unterstützt von der Tempomacherin Santiusty (CUB) setzte sich Dibaba sofort vom Feld ab und hatte nach 300 m in 45 Sekunden bereits einen riesigen Vorspung und passierte in schnellen 61 Sekunden die 400 m. Nach 700 m in 1:49 lief sie schon allein und passiert die 800 m nach einer 64er-Runde in 2:05. Der Split für die 1000 m war 2:39 und eingangs der letzten Runde (1100 m) zeigten die Uhren 2:53. Die dritte Runde schloss sie bei 1200 m mit 63 Sekunden in 3:08 ab und erreichte das Ziel in 3:54,11. Die letzten Runde legte sie wie die erste in 61 Sekunden zurück.

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Genzebe Dibaba lief auch am Mittwoch in Barcelona über 1500 m wieder eine großartige Zeit.  (c) Veranstalter

Mit dieser Zeit liegt Dibaba zwar nur auf Platz 9 der ewigen Bestenliste, aber die Zeiten vor ihr wurden in einer „anderen Ära“ erzielt, wobei vor allem die Leistungen der 6 Chinesinnen vor ihr mehr als fragwürdig erscheinen.

Die schnellsten Zeiten über 1500 m der Frauen:

1. 3:50.46 Qu Yunxia CHN Beijing 11.09.1993
2. 3:50.98 Jiang Bo CHN Shanghai 18.10.1997
3. 3:51.34 Lang Yinglai CHN Shanghai 18.10.1997
4. 3:51.92 Wang Junxia CHN Beijing 11.09.1993
5. 3:52.47 Tatyana Kazankina RUS Zürich 13.08.1980
6. 3:53.91 Yin Lili CHN Shanghai 18.10.1997
7. 3:53.96 Paula Ivan ROM Seoul 01.10.1988
8. 3:53.97 Lan Lixin CHN Shanghai 18.10.1997
9. 3:54.11 Genzebe Dibaba ETH Barcelona 08.07.2015
10. 3:54.23 Olga Dvirna RUS Kiew 27.07.1982

Berlin Marathon am 27. September 2015: Kipchoge und zweimal Mutai gehen auf Rekordjagd

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Mit den Kenianern Eliud Kipchoge, Emmanuel Mutai sowie Geoffrey Mutai geht der 42. BMW Berlin Marathon am 27. September 2015 an den Start. Damit sind die neben den beiden Weltrekordlern Kipsang und Kimetto wohl stärksten Marathonläufer der globalen Szene am Ablauf. Während Wilson Kipsang und Dennis Kimetto wohl definitiv vom kenianischen Verband für die WM im August in Beijing nominiert und zum Einsatz kommen dürften, ist vor allem die Verpflichtung von Kipchoge in Berlin fast eine Garantie für ein (wieder) sehr schnelles Rennen. Kipchoge zeigte bei seinen letzten beiden Siegen in Chicago im Oktober 2014 und im April2015 in London eine derartige Klasse, dass er als erster Anwärter auf eine Zeit im Regime des Weltrekords von Dennis Kimetto (2:02:57) zu sehen ist. Bei dieser Tempohatz wird Emmanuel Mutai ein idealer Partner sein, wie er es eindrucksvoll in Chicago und Berlin mit Kimetto gezeigt hatte.

Eluid Kipchoge hat von seinen bisherigen fünf Marathonläufen vier gewonnen. Nur im Jahr 2013 war Wilson Kipsang beim Berlin Marathon vor ihm und musste damals mit 2:03:23 Weltrekord laufen, um Kipchoge hinter sich zu lassen. Nach seinem Debüt in Hamburg war dies erst der zweite Marathon für Kipchoge, er wird also diesmal mit wesentlich mehr Erfahrung an den Start gehen. Dabei steht für ihn, so Kipchoge in einem Interview mir der „Daily Nation“, mehr der Sieg als ein Angriff auf den Weltrekord im Fokus. Ein Rekord hängt erheblich von den Bedingungen am Tag des Wettbewerbs ab und da heißt es abwarten. Insbesondere im letzten Jahr war das Wetter in Berlin nahezu perfekt.

Ob bei der Konstallation der Topathleten Geoffrey Mutai eine Chance hat,  ist kaum wahrscheinlich. Nach seiner Fabelzeit beim Boston Marathon und zwei Siegen beim New York City Marathon plagt er sich immer wieder mit kleineren Verletzungen herum und schien nie im Vollbesitz seiner Möglichkeiten zu sein.

Der aktuelle Weltrekordhalter und sein Vorgänger werden einen Monat zuvor um Marathon-WM-Medaillen streiten und können somit in Berlin nur zuschauen, was das Ausnahme-Trio in Berlin präsentiert. Dabei ist sicherlich ein erheblicher Bonus, dass alle Drei die Strecke in Berlin gut kennen und dort auch schon sehr schnell gelaufen sind: Emmanuel Mutai 2:03:13 (2014), Eliud Kipchoge 2:04:05 (2013) und Geoffrey Mutai 2:04:15 (2012). Das sollte eigentlich die Basis für ein Feuerwerk an Topzeiten sein. Am 27. September 2015 gegen 11:03 Uhr wissen wir mehr.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge muss als erster Kandidat auf den Marathon Weltrekord beim Berlin Marathon am 27. September 2015 angesehen werden.  (c) H. Winter

london-2015-e-mutai-finishEmmanule Mutai (KEN) war der große Kontrahent von Kimetto in Chicago und Berlin und trieb ihn zum Weltrekord. Sein letzter Auftritt bei London Marathon ging allerdings erheblich daneben.  (c) H. Winter

b-mar-2012-g-mutai-35kmGeoffrey Mutai (KEN) gehört ohne Zweifel zur absoluten Weltklasse im Marathon mit Siegen und Fabelzeiten in Boston und New York City. Auch sein letzter Einsatz war von einem Mißerfolg gekrönt: DNF bei Vorgin Money London Marathon im April 2015.  (c) H. Winter

Frankfurt Marathon am 25. Oktober 2015: Arne Gabius auf der Jagd nach dem deutschen Marathon-Rekord

frankfurt-marathon-2015-logoWie heute bekannt wurde, wird der deutsche Spitzenläufer Arne Gabius auch in diesem Jahr beim Frankfurt Marathon am 25. Oktober an den Start gehen. Nach seinem phänomenalen Debüt in 2:09:32 im letzten Jahr kann diesmal das Ziel nur die Jagd auf den deutschen Rekord des Dresdners Jörg Peter sein, den der beste deutsche Marathonläufer aller Zeiten im Jahr 1988 beim Tokyo Marathon mit 2:08:47 aufstellte. Da Gabius die zweite Hälfte seines ersten Marathons bereits in genau dem Tempo des Rekordes lief, erscheint sein Vorhaben überaus realistisch.

Und falls der deutsche Rekord am Ende doch nicht zu erreichen ist, bleibt ihm immer noch die 2:09:14, die gleichfalls Jörg Peter am 21. Juli 1984 im Berlin Grünauer Forst schaffte. Dies ist bis heute die schnellste Zeit eines deutschen (Marathon-)Läufers auf deutschen Straßen.

Im letzten Jahr vollbrachte das (öffentlich rechtliche) Hessische Fernsehen den Schwachsinn, nur die zweite Hälfte des Frankfurt Marathons zu übertragen. Nach dem großartigen Lauf von Gabius im letzten Jahr und der Austragung der deutschen Meisterschaften bleibt so eine unverständliche Entscheidung hoffentlich eine Posse der (Medien-)Geschichte.

b-hm-2015-gabiusArne Gabius will beim Frankfurt Marathon Ende Oktober den deutschen Marathon-Rekord angreifen, den immer noch Jörg Peter mit 2:08:47 hält.  (c) H. Winter


Die besten Zeiten deutscher Marathonläufer:

1. Jörg Peter 2:08:47 Tokyo 1988
2. Michael Heilmann 2:09:03 Hiroshima 1985
3. Jörg Peter 2:09:14 Berlin-Grünau 1984
4. Jörg Peter 2:09:23 Berlin 1990
5. Christoph Herle 2:09:23 London 1985
6. Michael Heilmann 2:09:30 Berlin-Grünau 1984
7. Arne Gabius 2:09:32 Frankfurt 2014
8. Stephan Freigang 2:09:45 Berlin 1990
9. Waldemar Cierpinski 2:09:55 Montreal 1976
10. Ralf Salzmann 2:10:01 Tokyo 1988

Gold Coast Airport Marathon (Australien): Kenneth Mungara (KEN) gewinnt in 2:08:42 und läuft neuen Masters-Weltrekord

gold-coast-2015-logoMit einem eindrucksvollen Finale gewann der bereits 41jährige Kenianer Kenneth Mungara den Marathon an der australischen Gold Coast in der Zeit von 2:08:42. Damit blieb er deutlich unter der bisher besten auf australischem Boden erzielten Marathonzeit von 2:09:14, die sein Landsmann Silah Limo im letzten Jahr an gleicher Stelle aufstellte. Diesmal reichte es für Limo in 2:08:54 nur zu Platz 2, aber auch er sowie der Drittplatzierte Evans Ruto in 2:08:55 blieben unter 2:09 Stunden.

In dem Lauf schaffte der Sieger Mungara aber nicht nur den Streckenrekord und den australischen „All-Comers“ Rekord, sondern er verbesserte auch seine Zeit vom Mailand Marathon im April dieses Jahres, wo er mit 2:08:44 den Masters-Weltrekord (40+) bei den Männern des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) schon einmal unterbot.

Und obendrein bedeutet seine Zeit auch noch neuen „Juli-Weltrekord“, den sich der Gold Coast Marathon bisher mit dem Grünau-Marathon in Berlin vom 21. Juli 1984 teilen musste, wo der Dresdner Jörg Peter 2:09:14 erzielte. Niemals lief in der Geschichte des Marathons ein Läufer im Monat Juli schneller als nun Mungara.

Das Rennen mit der vermeintlich besten Besetzung in seiner Geschichte begann ausgesprochen schnell, nach 5 km in 14:49 lag man auf Kurs von 2:05 Stunden. Nur der Japaner Yuki Kawauchi war neben neun Afrikanern dabei, wie sich aber zeigte, war das für Kawauchi in der aktuellen Form zu schnell. Er fiel bald aus der Spitzengruppe heraus und der Sieger von 2013 wurde in 2:16:23 nur Achter.

Auch nach 10 km in 29:48 und 15 km in 45:05 blieb man auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden, bevor das Tempo nach 20 km in 1:00:25 und 1:03:48 bei 25 km in 1:15:56 etwas langsamer wurde. Hier lagen noch acht Läufer an der Spitze, die zunächst unverändert zusammen blieben.

Bei 30 km fiel die Spitzengruppe auseinander, 5 Läufer wurden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verloren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Nach 35 km erschien ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die wieder sieben Athleten umfassende Spitze zog sich nach 1:46:37 auseinander, um den Sieg kämpften Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Tempomacher Isias Beyn.

Ruto und Limo konnten sich kurz vom Rest der Spitze lösen, doch kurz vor 40 km schaffte Mungara noch einmal den Anschluss. Bei 40 km nach 2:02:01 hatte sich Kenneth Mungara (KEN) dann etwas absetzen können, dahinter folgten Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden lag Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord war so gut wie sicher.

Kenneth Mungara lief den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellte damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und neuer “Juli-Weltrekord”.

gold-coast-2015-mungara-zielKenneth Mungara lief 2:08:42,  ist damit der schnellste Master (40+) aller Zeiten und der schnellste Marathonläufer auf australischem Boden.  (c) Veranstalter

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55.

Und ein Drama gab es noch um den Fünftplatzierten Isias Beyn, der als Tempomacher durchlief, kurz vor dem Ziel kollabierte und von übereifrigen Helfern ins Ziel geleitet wurde. Dies führte dann zu seiner Disqualifikation und dem Verlust des Preisgeldes.

Das Rennen der Frauen war fest in japanischer Hand. Neben der Siegerin Risa Takenaka in 2:28:25 gingen auch die nächsten Plätze an japanische Läuferinnen.


Die Splits der Spitze (Männer):

 5 km 14:49
10 km 29:48 14:59
15 km 45:05 15:17
20 km 1:00:25 15:20
 HM 1:03:48
25 km 1:16:56 15:31
30 km 1:31:17 15:21
35 km 1:46:37 15:20
40 km 2:02:01 15:24
  Ziel 2:08:42  6:41

 

Evan Jager (USA): Wer hat Angst vorm „weißen Mann“?

IAAF_DiamondLeagueEin Höhepunkt des Diamond League Meetings am Samstag (4. Juli 2015) in Paris war sicherlich der 3000m-Hindernislauf der Männer und die Vorstellung des US-Amerikaner Evan Jager. In einem sehr schnellen Rennen lag Jager bis zum letzten Hindernis mit einem Vorspung von 1,8 Sekunden vor dem Kenianer Jairus Birech, nach Überqueren der Hürde kam er ohne äußere Einwirkung ins Straucheln und stürzte zu Boden. Birech zog sichtlich überrascht an dem Amerikaner vorbei und gewann in 7:58,83, der ersten Zeit des Jahres 2015 unter 8 Minuten. Jager rappelte sich auf so schnell es ging und überquerte die Ziellinie nach 8:00:45 und verpasste denkbar knapp die große Chance, als erster „weißer Mann“ die 8 Minutenschallmauer über 3000m-Hindernis zu unterbieten.

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Beim letzten Hindernis liegt Jager klar vorne. Von hier sind es noch ca. 70 m bis ins Ziel.  (c) Canal+Sport

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Kurz danach stürzt Jager, Birech kann ihn passieren und das Rennen in 7:58,83 gewinnen.  (c) Canal+Sport

Um die Leistung von Jager zu bewerten, ist es durchaus angebracht, einmal zu spekulieren, dass er die letzte Hürde genauso wie die 34 Hindernisse zuvor (incl. 7 Wassergräben) gemeistert hätte. Jager war in 7:47,1 über der Hürde, Birech in 7:48,9, also 1,8 Sekunden später. Nimmt man diese 1,8 Sekunden Zeitdifferenz, dann wäre Jager sensationelle 7:57,0, vielleicht sogar knapp darunter gelaufen. Diese Zeit ergibt sich auch aus der Laufstrecke von 70 m von der letzten Hürde bis ins Ziel in einem Tempo von 14 Sekunden auf 100 m.

Die sehr unglücklichen Umstände haben eine solche Zeit diesmal (noch) verhindert, aber das ganze Rennen in Paris zeigte, dass Jager in allen Belangen das Leistungsniveau der Kenianer erreicht hat und ihnen mittlerweile ebenbürtig ist. Damit dürfte nach einer langjährigen Dominanz der Afrikaner – insb. Kenianer – ohnegleichen eine Serie auf ihrer „Königsdiziplin“ dem Ende entgegengehen, was man so (schnell) nicht erwarten konnte.

Jager hat seit dem Jahr 2012 (siehe Grafik unten) sich konsequent weiter entwickelt – 7 der schnellsten Zeiten eines US-Sportlers hat er ganz allein erzielt – und steht an der Schwelle zu den sub-8-Minuten. Und sicherlich mehr.

Schon bei der WM im August in Beijing werden die Kenianer alle Kräfte zusammen nehmen müssen, wenn sie diesen US-Boy noch in die Schranken verweisen wollen. Am letzten Samstag in Paris hatten sie noch einmal Glück, das man nun aber auch einmal Jager wünschen würde. Aus dem Sturz in Paris könnte dann Gold in der chinesischen Hauptstadt werden.

Der „weiße Mann“ ist zurück! Und dies in der Königsdisziplin der Afrikaner. Auch in der Leichtathletik gibt es zuweilen noch Wunder …

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Die besten Leistungen US-amerikanischer Läufer im 3000m-Hindernislauf der Männer.  (c) Scotty Bush

Gold Coast Airport Marathon: Topathleten auf der Jagd auf den „Juli-Weltrekord“ von 2:09:14

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Der Start erfolgte vor 20 Minuten um 7:20 Uhr Ortszeit. Der Livestream der TV-Übertragung ist leider für Deutschland gesperrt.

Die Elite im Marathon hat soeben die 5 km-Marke passiert. Mit 14:49 ist man in der Tat sehr schnell gestartet und zehn Läufer, incl. Yuki Kawauchi liegen an der Spitze. Kurz dahinter in 14:54 kommt Jeffrey Eggleston aus den USA, der letztes Jahr hier den dritten Platz hinter Silas und Kawauchi belegte. Aktuell liegt die Spitze auf Kurs von 2:05 Stunden, mal sehen, ob das gut geht.

Zwischenstand nach 5 km:

1. KIMUTAI KIPLIMO 00:14:49 02:05:03
2. BERHANU SHIFERAW TOLCHA 00:14:49 02:05:04
3. ISAIAS BEYN 00:14:49 02:05:05
4. EVANS KIPKOGEI RUTO 00:14:49 02:05:09
5. TEWELDE HIDRU 00:14:49 02:05:10
6. SILAH KIPKEMBOI LIMO 00:14:50 02:05:12
7. KENNETH MBURU MUNGARA 00:14:50 02:05:13
8. ALPHONCE FELIX SIMBU 00:14:50 02:05:16
9. SAMUEL WOLDEAMANUEL 00:14:50 02:05:19
10. YUKI KAWAUCHI 00:14:50 02:05:19
11. JEFFREY EGGLESTON 00:14:54 02:05:52
12. SHIGEKI TSUJI 00:14:58 02:06:21
13. TOMONORI SAKAMOTO 00:15:00 02:06:38
14. RYO YAMAMOTO 00:15:00 02:06:41

 

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Einen ersten Sieger gibt es heute schon. Im Halbmarathon gewinnt der Japaner Takehiro Deki in neuer persönlicher Bestzeit von 62:11.

Die Spitze im Marathon hat mittlerweile die 10 km erreicht. 8 Läufer sind vorne und mit 29:48 nach wie vor sehr schnell unterwegs. Man liegt auf Kurs von unter 2:06 Stunden und hat den zweiten 5 km-Abschnitt unter 15 Minuten zurückgelegt. Mit 29:58 folgt Kimwetich und mit 30:03 Eggleston. Kawauchi mit 30:24 liegt auf Platz 13 zurück.

Bei 15 km beträgt die Zwischenzeit der Spitzengruppe 45:05, man ist auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden. Der südlichste Punkt des Kurses ist nun erreicht, jetzt geht es bis zur Wende bei 36 km nur Richtung Norden.

Bei 20 km liegen weiterhin 8 Läufer in 1:00:25 vorne, das ist ein Tempo auf 2:07:30. Kimwetich hat zur Spitze aufgeschlossen, Eggleston liegt mit 1:00:38 knapp dahinter. Die Durchgangszeit der Spitze beim Halbmarathon: 1:03:48.

gold-coast-2015-spitze-25kmDie Spitze hat soeben die 25 km Marke passiert und liegt auf Kurs von 2:08 Stunden.  (c) Shane Mundy

Unveränderte Situation nach 25 km in 1:15:56 mit Kurs auf 2:08:10, Eggleston braucht 1:16:17 und Kawauchi kommt erst nach 1:19:22 als Vierzehnter. Auch der Topfavorit Berhanu Tolcha liegt mit 1:17:35 schon weit zurück. Insgesamt ist man nach dem schnellen Start doch deutlich langsamer geworden, so ganz langsam schmilzt der Vorsprung auf die 2:09:14 dahin …

Die Zeiten für die 30 km sind soeben eingetroffen. Die Spitzengruppe beginnt nun auseinanderzufallen. 5 Läufer werden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verlieren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Die letzten 5 km waren mit 15:21 wieder etwas schneller. Für die letzten gut 12 km hat man noch knapp 38 Minuten Zeit für einen Steckenrekord, d.h. man kann sich jetzt 5 km-Abschnitte von 15:50 leisten. Das sollte klappen …

Bei 35 km erscheint ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die siebenköpfige Spitze hat sich leicht auseinander gezogen und liegt nach 1:46:37 auf Kurs von 2:08:33. Hinter der Kopfgruppe sind die Abstände erheblich. So liegt z.B. Tolcha bereits über 6 Minuten zurück. Mit der Entscheidung hat er nichts mehr zu tun, genauso wenig wie Kawauchi, der auf Kurs von nur noch 2:16 Stunden liegt. Um den Sieg kämpfen andere: Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Isias Beyn.

Bei 40 km hat sich Kenneth Mungara (KEN) in 2:02:01 etwas lösen können, dahinter folgen Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden liegt Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord ist so gut wie sicher!

Kenneth Mungara läuft den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellt damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und – natürlich – neuer „Juli-Weltrekord“!!

gold-coast-2015-winner-mungaraKenneth Mungara siegte in 2:08:42. Das sind: Streckenrekord, All-Comers Australien Rekord, Juli-Weltrekord und Masters(40+)-Weltrekord.  (c) Veranstalter

Und die Zeit von Mungara ist auch ein neuer Masters-Weltrekord bei den Männern, erst im April steigerte der 41jährige Kenianer die Marke des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) auf 2:08:44.

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55. Yuki Kawauchi läuft mit 2:16:23 auf Platz 8, so schwach war er an der Gold Coast noch nie.

 

Ergebnisse – Marathon der Männer:

1. KENNETH MBURU MUNGARA 02:08:42
2. SILAH KIPKEMBOI LIMO 02:08:54
3. EVANS KIPKOGEI RUTO 02:08:55
4. TEWELDE HIDRU 02:09:33
5. DOMINIC KANGOR KIMWETICH 02:11:51
6. ALPHONCE FELIX SIMBU 02:12:01
7. SHIGEKI TSUJI 02:15:19
8. YUKI KAWAUCHI 02:16:23
9. RYO YAMAMOTO 02:16:40
10. SAMUEL WOLDEAMANUEL 02:17:56

 

Ergebnisse – Marathon der Frauen:

1. RISA TAKENAKA 02:28:25
2. KEIKO NOGAMI 02:29:34
3. MANAMI KAMITANIDA 02:33:43
4. SHOKO SHIMIZU 02:37:13
5. FUMIKO HASHIMOTO 02:37:37

Diamond League Meeting Paris: Den 5000 m Weltrekord der Frauen „verschenkt“

IAAF_DiamondLeagueUngünstig hohe Temperaturen für einen Langstreckenlauf und eine noch ungünstigere Tempogestaltung haben beim Diamond League Meeting in Paris am Abend des 4. Juli 2015 den Weltrekordversuch über 5000 m der Frauen scheitern lassen. Das mit großer Spannung erwartete Duell der beiden äthiopischen  Ausnahmeläuferinnen Genzebe Dibaba gegen Almaz Ayana gewann am Ende die Dibaba-Schwester in 14:15,41 und blieb damit um gut 4 Sekunden über der globalen Bestmarke von Tirunesh Dibaba mit 14:11,15. Auch Ayana erreichte mit 14:21,97 eine Weltklassezeit.

dl-paris-2015-dibaba1-eurosport2Mit einer Schlussrunde mit 61,17 war Dibaba eine Klasse für sich.  (c) Eurosport 2

Der Rekordversuch geriet bereits nach 800 m in Gefahr als die Uhr 2:19 zeigte, was dann bei 1000 m 2:54,13 bedeuteten. Dies war 4 Sekunden oberhalb der Marschtabelle. Kurz danach zog dann Ayana das Tempo ernorm an und bereits nach 4:30 waren die beiden Topläuferinnen auf sich allein gestellt. Sofort öffnete sich eine eine große Lücke zu den Verfolgerinnen, die bis dabin mithalten konnten. Durch eine Runde in 64 Sekunden lag man bei 2000m in 5:38,99 und einem km von 2:44,86 wieder auf Rekordkurs.

Doch diese Tempoerhöhung war nur von kurzer Dauer, was man auch daran erkannte, dass sich der Abstand zu den zweiten Gruppe mit Mercy Cherono (KEN) nicht größer wurde. Mit einem km von 2:57,19 durchlief man 3000 m in 8:36,17, mit einem Rekord war es da so gut wie vorbei, zumal auch die Tempowechsel Kraft kosteten. Nach 4000 m in 11:28,33 wurde es wieder etwas schneller und man lag fast auf der Durchgangszeit von Tirunesh Dibaba beim Weltrekord, die den letzten km allerdings in 2:42 lief.

Daran war heute nicht zu denken, Rundenzeiten von 70,6 und 70,5 bis zur letzten Runde zeigten dies deutlich. Mit der Glocke zur letzten Runde spurtete Dibaba an der lange die Führungsarbeit verrichtende Ayana vorbei und setzte sich schnell von ihrer Konkurrentin ab, die nicht mehr zuzusetzten hatte. Mit einer Schlussrunde von 61,17 lief Dibaba mit 14:15,41 noch eine großartige Zeit, zu Weltrekord fehlten aber gut 4 Sekunden. Damit war auch ihr dritter Angriff auf dei Bestmarke der Schwester gescheitert, aber das Potential für einen Weltrekord deuteten beide Läuferinnen an. Man darf auf den Rest der Saison bei einem Lauf mit noch etwas besseren Bedingungen gespannt sein.

Und auch ohne Usain Bolt, dessen Gehabe eigentlich allen Leichtathletikfreunden langsam auf den Senkel gehen sollte, war Paris ein Meeting der Extraklasse, das einmal mehr deutlich machte, dass es auch Spitzen-Leichtathletik ohne den Meister von der karibischen Insel gibt.

dl-paris-2015-dibaba-eurosport2Genzebe Dibaba gewann überlegen das Duell gegen Ayana über 5000 m in Paris.  (c) Eurosport 2

 

dl-paris-2015-5000m-results

Die Splits der Spitze – 5000 m Frauen:

1000 m 2:54,13
2000 m 5:38,98 2:44,86
3000 m 8:36,17 2:57,19
4000 m 11:28,33 2:52,16
5000 m 14:15,41 2:47,08

 

Die Splits der Spitze – Runde für Runde (Quelle: Mark Butler):

400m:  65.9 – Tverdostup (Tempomacher)
800m:   2:18.8 (72.9) – Tverdostup
1200m: 3:28.5 (69.7) – Tverdostup
1600m: 4:35.3 (66.8) – Ayana
2000m: 5:39.0 (63.7) – Ayana
2400m: 6:49.7 (70.7) – Dibaba
2800m: 8:03.5 (73.8) – Dibaba
3200m: 9:09.5 (66.0) – Ayana
3600m: 10:18.3 (68.8) – Ayana
4000m: 11:28.4 (70.1) – Ayana
4400m: 12:39.3 (70.9) – Ayana
4800m: 13:44.1 (64.8) – Dibaba
5000m: 14:15.4 (31.3 last 200m) – Dibaba

 

  Die schnellsten Zeiten über 5000 m der Frauen (Quelle: IAAF):

1. 14:11.15 Tirunesh Dibaba ETH Oslo 06 JUN 2008
2. 14:12.88 Meseret Defar ETH Stockholm 22 JUL 2008
3. 14:14.32 Almaz Ayana ETH Shanghai 17 MAY 2015
4. 14:15.41 Genzebe Dibaba ETH Paris 04 JUL 2015
6. 14:16.63 Meseret Defar ETH Oslo 15 JUN 2007
7. 14:19.76 Genzebe Dibaba ETH Eugene 30 MAY 2015
8. 14:20.87 Vivian Cheruiyot KEN Stockholm 29 JUL 2011
9. 14:21.29 Genzebe Dibaba ETH Oslo 11 JUN 2015
10. 14:21.97 Almaz Ayana ETH Paris 04 JUL 2015

Meeting in Nancy (FRA): Makhloufi (ALG) läuft Weltklassezeit über 1000 m

Bestens geführt von zwei Tempomachern lief der algerische Olympiasieger über 1500 m, Taoufik Makhloufi, beim Meeting im französischen Nancy am 1. Juli 2015 ein grandioses Rennen über die eher selten gelaufene Distanz über 1000 m. Bereits nach der ersten Runde in 52,27 war klar, dass es eine schnelle Zeit gehen könnte. Als nach 600 m (1:18,60) der erste Tempomacher seine Dienst quittierte sorgte der zweite „Hase“ bis 800 m in einer 53,83 Runde und einem Split von 1:46,10 für eine sehr flotte Fahrt.

Nun ging Makhloufi an die Spitze und erzielte mit 26,98 für die letzten 200 m im Ziel mit einer Zeit von 2:13:09 für die viertschnellste Zeit der Geschichte. Dabei kam er bis auf gut 1 Sekunde an den Weltrekord von Noah Ngeny (KEN) mit 2:11,96 aus dem Jahr 1999 in Rieti heran. Die Konkurrenz folgte weit abgeschlagen. Makhloufi besserte mit seiner Zeit den Landesrekord von Morcelli, der zuvor bei 2:13,74 stand.

Am Samstag will Makhloufi beim Diamond League Sportfest in Paris versuchen, die 1500 m unter 3:30 Minuten zu laufen. Der lange verletzte Weltklasseathlet meldete sich mit dieser großartigen Leistung eindrucksvoll in der Weltspitze des Mittelstreckenlaufs zurück.

Splits: 400 m – 52,27, 600 m – 1:18,60, 800 m – 1:46,10, 1000 m 2:13:08

makhloufi-nancy-2015Taoufik Makhloufi (ALG) lief in Nancy ein großartiges Rennen über 1000 m.  (c) Canal+ Sport

Resultat des 1000 m Lauf in Nancy:

1.  Taoufik Makhloufi ALG   2:13.08 NR WL PB
2.  Jonathan Kitilit KEN   2:15.78 PB
3.  Edwin Melly KEN   2:17.51 PB
4.  Abderrahmane Anou ALG   2:17.92 PB
5.  Bekele Gutema ETH   2:19.65 PB
6.  Alexandre Saddedine FRA   2:20.18 PB
7.  Guillaume Adam FRA   2:21.93 PB
8.  Ali Ben el Hadj TUN   2:22.11 PB
Thomas Larchaud FRA   DNF (pace)
Abdel Mahmoudi FRA   DNF

Video vom 1000 m in Nancy gibt es bei YOUTUBE.

Die schnellsten 1000m Läufer aller Zeiten:

1.  2:11.96  Noah Ngeny KEN  Rieti 5 Sep 1999
2.  2:12.18  Sebastian Coe GBR  Oslo 11 Jul 1981
3.  2:12.88  Steve Cram GBR  Gateshead 9 Aug 1985
4.  2:13.08  NR Taoufik Makhloufi ALG  Nancy 1 Jul 2015
5.  2:13.56  Kennedy Kimwetich KEN  Nice 17 Jul 1999
6.  2:13.62  Abubaker Kaki SUD  Eugene 3 Jul 2010
7.  2:13.73  Noureddine Morceli ALG  Villeneuve d’Ascq  2 Jul 1993
8.  2:13.9h  Rick Wohlhuter USA  Oslo 30 Jul 1974
9.  2:13.96  Mehdi Baala FRA  Strasbourg 26 Jun 2003
10. 2:14.09  Joaquim Cruz BRA  Nice 20 Aug 1984

Gold Coast Airport Marathon am 5. Juli 2015: Der „Marathon Juli-Weltrekord“ von 2:09:14 ist in großer Gefahr

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Während bei den Tempojagden der globalen Marathonszene in den letzten Dekaden das Zeitregime für die Absolvierung der Marathondistanz durch einen Menschen auf unter 2:03 Stunden abgesenkt wurde, hatte sich davon die Entwicklung speziell im Monat Juli weitgehend abgekoppelt. Durch die zu erwartetende Hitze im Monat Juli auf der nördlichen Halbkugel finden die großen Marathonläufe im frühen Frühling und Herbst oder auch in den Wintermonaten statt. Dabei sind es vor allem die Veranstaltungen in den Arabischen Emiraten, China oder Japan, die ihre Läufe im Winter organisieren und eine erstaunliche Flut an Höchstleistungen in den letzten Jahren produzieren konnten.

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Die schnellsten Marathonläufer im Monat Juli 30 Jahre nach ihrem Lauf im Grünauer Forst: Michael Heilmann (links) und Jörg Peter (Mitte).  (c) M. Köhler

Der Monat Juli macht diesbezüglich eine Ausnahme. Die Siegerzeit beim legendären Marathon im Grünauer Forst am 21. Juli 1984 des Dresdners Jörg Peter von 2:09:14, ist nach wie vor die schnellste jemals im Monat Juli erziele Zeit über die volle Marathondistanz. Diesbezüglich ist einzuschränken, dass es im letzten Jahr mit dieser Bestmarke denkbar eng wurde. Nur weil der Kenianer Silas Limo beim Marathon an der australischen Gold Coast während des Starts in der zweiten Reihe stand, eine Sekunde auf den Startschuiss verlor und der Wind nach der Wende bei 36 km kräftig bremste, muss sich Grünau diesen Weltrekord mit der australischen Veranstaltung teilen. So knapp wie möglich, blieb der Rekord den Berlinern erhalten. Aber man muss ihn sich jetzt mit dem Kurs an der australischen Ostküste teilen.

ogori-2014-yuki-after-10kmYuki ist einer von 10 Startern beim diesjährigen Gold Coast Marathon, die einen Marathon im Bereich des „Juli-Weltrekords“ abgeschlossen haben.  (c) H. Winter

In diesem Jahr, genauer am 5. Juli 2015, dürfte es noch wesentlich wahrscheinlicher sein, dass ein Läufer den „All-comers“ Rekord auf australischem Boden von 2:09:14 unterbieten wird. Vermutlich sogar sehr deutlich. Nur extrem ungünstige Wetterbedingungen beim Gold Coast Airport Marathon an der Küste Queenslands in Australien könnte dies gegebenenfalls verhindern. Das Feld der Eliteathleten ist diesbezüglich einfach zu gut. Und während bei uns in den nördliche Gefilden der Sommer Einzug hält und hochklassige Marathonläufe kaum stattfinden (ein Grund für den moderaten „Juli-Weltrekord“), hat in Australien der Winter Einzug gehalten, mit sehr förderlichen klimatischen Bedingungen für den Laufsport.

Der Topstar mit der schnellsten Vorleistung ist der Äthiopier Berhanu Shiferaw, der 2013 in Dubai 2:04:48 rannte. In diesem Jahr hat er bereits im März den Seoul Marathon bestritten, wo er allerdings nur 2:10:11 erreichte. Als späte Nachmeldung wurde soeben der US-Amerikaner Ryan Hall gemeldet, der mit seinen 2:04:58 vom Boston Marathon in einer ähnlichen Liga agiert. Auch Hall hat in den letzten Jahren nicht mehr an seine Topzeiten anknüpfen können. Nach letzten Meldungen wird er nicht den vollen Marathon mitlaufen.

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Die Spitzengruppe beim Gold Coast Marathon 2014 nach etwa der halben Distanz. Im grünen Trikot das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi.  (c) Veranstalter

Unter den 27000 Teilnehmer in diversen Wettbewerben wird auch der Japaner Yuki Kawauchi, der den Lauf vor zwei Jahren gewann und immer noch mit seiner Bestzeit von 2:08:14 auf eine Zeit von unter 2:08 wartet. Yuki hatte sich aber zu Silvester in Barcelona verletzt und seine Beschwerden nicht ausreichend auskuriert. Nach Lage der Dinge dürfte er kaum in der Lage sein, unter 2:10 Stunden zu rennen. Das dürfte wohl eher von anderen Herren im Elitefeld zu erwarten sein.Zu diesen zählt vor allem Albert Matebor (KEN, PB 2:05:25), Kenneth Mungara (KEN, 2:07:36) und Eans Ruto (KEN, 2:07:49). Auf vordere Platzierungen haben Ryo Yamamoto (JPN, PB2:08:44), Samuel Woldeamanuel (ETH, PB 2:08:45) und auch Dereje Tadesse Raya (ETH, 2:08:46) gute Aussichten. Und beachten muss man natürlich den „Titelverteidiger“ Silas Limo (KEN, 2:09:14).
Man muss den Organisatoren schon sehr gute Arbeit bei der Zusammenstellung der Elitefelde bescheinigen. In der „Saure-Gurken-Zeit“ für die internationale Marathonszene gibt es somit im Juli ein Topevent hoher Güte. Dazu der Racedirector vor Ort Cameron Hart: “The confirmation of these elite runners is a significant development for this year’s Gold Coast Airport Marathon and consolidates the event’s status as Australia’s leading marathon. Having these quality runners already locked in for the Gold Coast Airport Marathon is a strong indicator of the quality of this event and the pulling power it has on international elite athletes.“Bei den Frauen haben vier Eliteläuferinnen Zeiten unter 2:30 Stunden, so dass der Kursrekord durch Yukiko Akaba (JPN) von 2:27:17 ein realistisches Ziel ist. Auch den australischen All-Comers-Rekord von 2:23:14 durch Naoki Takahashi, erzielt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, erscheint möglich. Den Frauen „Juli-Weltrekord“ erzielte Fatuma Roba (ETH) am 28. Juli 1996 bei den Olmypischen Spielen in Atlanta mit 2:26:05.

Elite der Männer (Bestzeiten):

Berhanu Shiferaw Tolcha (ETH) 2:04:48
Ryan Hall (USA) 2:04:58 – Ist vor Ort, wird aber nicht starten.
Albert Matebor (KEN) 2:05:25
Kenneth Mungara (KEN) 2:07:36
Evans Ruto (KEN) 2:07:49
Yuki Kawauchi (JPN) 2:08:14
Ryo Yamamoto (JPN) 2:08:44
Samuel Woldeamanuel (ETH) 2:08:45
Dereje Tadesse Raya (ETH) 2:08:46
Silas Limo (KEN) 2:09:14
Dominic Kimwetich (KEN) 2:09:36
Tewelde Estifanos Hidru (ERI) 2:10:18
Wirimai Juwawo (ZIM) 2:12:38

Elite der Frauen (Bestzeiten):

Olena Shurhno (UKR) 2:23:32
Biruktayit Eshetu Degafa (ETH) 2:23:51
Risa Takenaka (JPN) 2:28:09
Keiko Nogami (JPN) 2:28:19
Tsehay Desalegn Adhana (ETH) 2:31:25
Manami Kamitanida (JPN) 2:31:34
Isabella Ochichi (KEN) 2:31:38

Die Monats-Weltrekorde im Marathon der Männer (Stand: 1. Juli 2015):

Januar Ayele Abshero ETH 2:04:23 27.1.2012 Dubai
Februar Dickson Chumba KEN 2:05:42 23.2.2014 Tokyo
März Wilson Loyanae KEN 2:05:37 18.3.2012 Seoul
April Duncan Kibet KEN 2:04:27 5.4.2009 Rotterdam
Mai Eliud Kiptanui KEN 2:05:39 9.5.2010 Prag
Juni Patrick Tambwe CG 2:08:55 20.6.2004 Mont St. Michel
Juli Jörg Peter
Silah Limo
GER
KEN
2:09:14
2:09:14
21.7.1984 Berlin-Grünau
6.7.2014 Gold Coast
August Samuel Wanjiru KEN 2:06:32 24.8.2008 Beijing
September Dennis Kimetto KEN 2:02:57 28.9.2014 Berlin (WR)
Oktober Wilson Kipsang KEN 2:03:42 30.10.2011 Frankfurt
November Geoffrey Mutai KEN 2:05:06 6.11.2011 New York City
Dezember Tsegay Kebede ETH 2:05:18 6.12.2009 Fukuoka

Diamond League Meeting in Paris am 4. Juli: Wettstreit zweier Ausnahmeläuferinnen

IAAF_DiamondLeagueNachdem der Start von der Saisonbesten über 5000 m der Frauen, der Äthiopierin Almaz Ayala, beim Diamond League Meeting in Paris St. Denis schon eine Zeit lang feststand, wurde nun der Start einer weiteren Ausnahmekönnerin der Szene bekannt gegeben. Genzebe Dibaba hat nun für Paris „nach“-gemeldet und damit dafür gesorgt, das es am französischen Nationalfeiertag zu einem außergewöhnlichen Wettkampf über die 12 1/2 Runden auf der Bahn kommen wird. Dass dabei die globale Marke der Dibaba Schwester Turnesh von 14:11.15 in erheblicher Gefahr sein dürfte, zeigt schon der Blick auf die aktuellen Leistungen der beiden Damen in der Saison 2015.

Ayana ist mit ihrer Leistung vom Meeting in Shanghai von 14:14.32 nach wie vor die schnellste Läuferin über 5000 m des Jahres und zeigte kürzlich in Rabat  auch über die 3000 m eine Weltklasseleistung. Gleichfalls hochklassig waren die Auftritte von Genzebe Dibaba, die in der Halle im Winter den Weltrekord auf famose 14:18.86 schraubte, den 5 km-Weltrekord auf der Straße Im kalifornischen Carlsbad knapp verpasste und in Eugene auf der Bahn 14:19.76.

Die Beiden sind bisher achtmal aufeinander getroffen, wobei Dibaba sechsmal vorne war. Über 5000 m steht der Vergleich bei 2:1. In Rom und Monaco war Dibaba vor Ayana, die Dibaba dann in Marrakech bei den Afrika-Meisterschaften besiegen konnte. Am Samstagabend wird es mit Sicherheit ein schnelles Rennen geben, bei dem zwei Tempomacherinnen in der ersten Hälfte mit km-Abschnitten von 2:50 für eine Fahrt in Richtung Weltrekord sorgen sollen. Nach Lage der Dinge ist bei diesem „Jahrhundert-Rennen“ dann alles drin.

Allerdings werden die beiden Ausnahmeläuferinnen einen weiteren Gegner im Kampf um schnelle Zeiten bekommen. Die Hitzewelle wird nach den Vorhersagen auch Paris erreichen und lassen Temperaturen zum Starttermin über 25°C erwarten. Sollten diese Prognosen eintreffen, dürfte sich ein Lauf in die Regionen des Weltrekord mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realsieren lassen.

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Im letzten Jahr besiegte Dibaba beim 5000 m Lauf in Monaco Ayana ganz knapp und lief dabei soeben unter 14:30 Minuten.  (c) Veranstalter

Vorwürfe des Doping gegen Nike Oregon Project (NOP): Stellungnahme von Alberto Salazar

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Spät, dafür aber um so ausführlicher nimmt Alberto Salazar Stellung hinsichtlich der Vorwürfe der Manipulation gegen ihn und die von ihm betreuten Athleten seines Nike Oregon Projects. Wie immer haben viele Dinge zwei Seiten, deshalb lohnt sich ein Blick auf seine Darstellung und seine Argumente. Dass Salazar nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist, zeigt sich auch an seiner Stellungnahme. Wie so vieles im NOP ist auch diese wieder ein Zeugnis extremer Aktion. Falls Sie die beiden Teile seiner (Gegen-)Darstellung vollständig lesen wollen, brauchen Sie schon etwas mehr Zeit …

Hier ist der Link zur: Ausführlichen Stellungnahme von Alberto Salazar zu den Vorwürfen des Dopings beim Nike Oregon Project.

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Alberto Salazar der Kopf des Nike Oregon Projects (NOP) nimmt ausführlich Stellung zu den Beschuldigungen gegen ihn und seine Athleten.  (c) NOP

5x5km Staffel-Lauf im Berliner Tiergarten: Ein Fest des Breitensports mit ingesamt 4931 Staffeln im Ziel

Bei der 16. Berliner Wasserbetriebe Team-Staffel über 5x5km ereichten an den drei Tagen vom 24. bis 26. Juni 2015 insgesamt 4931 Staffeln das Ziel im Tiergarten, unweit von Kanlzeramt und Reichstag. Bis auf etwas Regen vor dem Lauf am Freitag herrschten gute Bedinungen und insgesamt 24655 Finisher feierten ein Fest des (Breiten-)Laufsports. Im Gegensatz zu den Topevents des Veranstalters SCC events GmbH dominierte bei dieser Laufveranstaltung der Breitensport, entsprechend ist auch das Leistungsniveau zu sehen. In jedem Fall war die Stimmung auf dem Kurs durch den Tiergarten prächtig, und das Ziel der Organisatoren mit solchen Läufen auch eine größere Klientel ans Laufen zu bringen, geht sicher auf. Und Geld lässt sich mit solchen Events gewiß auch verdienen.

Sportlich sind die 5 km eine Distanz, die jederman auch mit wenig Training zurücklegen kann, entsprechend lassen sich besonders in Firmen, Organisationen und Vereinen Teilnehmer für einen solchen Wettbewerb rekrutieren. Dass dabei für die meisten Staffeln weniger die gelaufende Zeit oder die Platzierung eine Rolle spielt, versteht sich dann fast von selbst. Somit sind die Leistungen breitensportlich einzuordnen, und die Leistungsspitze ist in Anzahl und Klasse für eine Laufveranstaltung mit fast 25000 Teilnehmer sehr dünn ausgeprägt.

Begonnen hatte die Veranstaltung im Jahr 2000 mit 218 Staffeln, motiviert durch das Vorbild in Kopenhagen, wo schon damals über 20000 Teilnehmer berichtet wurden. Dass solche Zahlen keine Fiktion waren, zeigte sich auch schnell in Berlin. 2001 waren es schon 519, 2002 826 Staffeln am Start. 2003 überschritt man mit 1340 Teams (11 unter 1:30 Stunden) bereits die Tausendergrenze. Bald darauf wurde die Veranstaltung mehrtätig, um die vielen Anmeldungen zu verkraften, aktuell liegt man im Bereich 25000 Startern. Langfristig könnte man sich sogar eine ganze Staffel-Woche im Tiergarten vorstellen.

An den drei Tagen in diesem Jahr blieben insgesamt nur sieben Staffeln unter der Schwelle von 1 1/2 Stunden, das ist gerade einmal ein 18 Minuten-Schnitt über 5 km. Eine solche Zeit sollte eigentlich jeder engagierte Freizeitsportler locker schaffen. Vermutlich befanden sich im Teilnehmerfeld eine ganz erhebliche Anzahl solcher Kandidaten, die dann aber keine ausreichenden Mitstreiter im übrigen Team fanden. Enttäuschend ist das dann schon, was am Ende in den Listen an schnellen Zeiten registriert wird. Vor allem am zweiten Tag schaffte das Siegerteam gerade einmal 1:33:38 und nur sieben (!) Staffeln unter einem „4er-Schnitt“ von 1:40 Stunden. Bei 1649 Staffeln ist das schon bitter, reflektiert aber leider den Status bundesdeutschen (Freizeit-)Sports.

Die Auflistung der Team mit den Zeiten unter 1:30 Stunden ist sehr überschaubar:

Lang- und Laufladen – Team 1
Singer-Naumann-Fenske-Leineweber-Krunke
1:22:52 Mittwoch
Kanzlei Hoenig Berlin 1:23:47 Mittwoch
OBETA-Ebeling Team 1:28:39 Freitag
LG Buchsbaum 1:28:42 Freitag
The fastest of Moll Marzipan 1:29:22 Mittwoch
Lang- und Laufladen – Team 2 1:29:31 Mittwoch
SCC Berlin – Männer 1 1:29:34 Freitag

 

Wenn man dann reflektiert, was Einzelläufer über 25 km erreichen, braucht man gar nicht in die Dimensionen des Weltrekords von Dennis Kimetto (KEN) mit 1:11:18 oder die aktuelle Leistung des deutschen Läufers Paul Schmidt von 1:18:48 bei den BIG25 in diesem Jahr gehen. 1 Stunde 30 Minuten ist selbst für einen Einzelläufer nur das Niveau engagierter Hobbyläufer, wohlgemerkt allein! Die Veranstaltung fokusiert sich natürlich auf eine andere Klientel, aber Sport hat auch mit Leistung zu tun. Und die ist an der Spitze durchaus zu sehen, aber das ist einfach viel zu wenig.

Die Gesamtsieger kamen vom ersten Team des Lang- und Laufladens mit Singer-Naumann-Fenske-Leineweber-Krunke in 1:22:52, wobei Daniel Naumann zudem am Freitag noch zweimal aktiv war und am Ende mit der LG Buchsbaum Zweiter wurde. Und sehr beachtlich schlug sich auch das beste Team bei den Frauen, hier lag das erste Frauen-Team des des Lang- und Laufladens mit Al Sayad-Brandt-Neutzse-Boschan-Domaschk in 1:31:04 vorne. Damit hätten die flotten Damen aus Berlin den Lauf am Donnerstag sogar klar gewonnen, vor allen Männerteams!

5km-staffel-2015-vor-start„Stäbe hoch!“. Dieses Ritual erfreut sich vor dem Start immer wieder großer Beliebtheit.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-startPünktlich um 18:30 Uhr erfolgt der Start der 5×5 km Staffel. Hier der Start am Freitag, wo in der ersten Reihe die vorderen Staffeln im Ziel  noch nicht zu sehen sind.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-masse-danielNach dem Start lag Daniel Naumann (links hinter dem Läufer mit Startnummer 244/1) noch im Feld und lief für die Staffel „Berline Pilsener 1“. Danach führte er als Schlussläufer das Team von der LG Buchsbaum zu Platz 2.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-plaumannNach dem ersten Wechsel lag das Team OBETA-Ehling mit dem zweiten Läufer Mike Paumann noch deutlich zurück. Am Ende siegte diese Staffel in 1:28:39 für insgesamt 25 km.  (c) H. Winter

 

5km-staffel-2015-wechsel1Großes Gedränge herrschte bei den Wechseln, organisatorisch ist dieses Problem bei der massenhaften Staffelübergabe aber bestens gelöst.  (c) H. Winter

US-Meisterschaften 2015 in Eugene (OR): Rupp und Huddle gewinnen die 10000 m

2015USATF

Fast noch mehr als die sportlichen Resultate waren es vor allem die Beschuldigungen in Sachen Doping, die über den US-Meisterschaften in der der Leichtahletik schweben. Und diese Meisterschaften finden paradoxerweise auch noch in Eugene (USA, OR) statt, also ausgerechent dort, wo das Nike Oregon Project (NOP) beheimatet ist.

Um die Sache kurz zu machen. Galen Rupp, der zusammen mit Mo Farah in die Schusslinie der Anschuldigungen der dubiosen Praktiken seines Coachs Alberto Salazar geriet, zeigte sich unbeeinflusst von dem Trubel der letzten Woch nach einem BBC- Bericht über angebliche Praktiken im NOP und wurde zum sieben Mal in Folge US-Meister über die 10000 m auf der Bahn. Dass bei großer Wärme nahe der 30°C Marke keine Zeiten hoher Klasse zu erwarten waren, war schon vor dem Startschuss klar, aber eine Siegerzeit von 28:11,61 war durchaus beachtlich, zumal Rupp auf dem Schluss-Kilometer in 2:28 großes Stehvermögen demonstrierte und Benjamin True – der erst vor Wochenfrist die 5000 m bei der Diamond League in New York City gewinnen konnten – keine Chance auf die Meisterschaft ließ. Rupp lief die letzten 1200m in 3:02,12, d.h. seinen letzten 3 Runden lief er um 60,7 Sekunden, damit wird er auch in Beijing (so er nicht gespert wird) durchaus eine Rolle spielen können. Er hat mit seiner einmaligen Serie nun auch den legendären Frank Shorter hinter sich gelassen, der es auf fünf Titel in Serie brachte.

Hier gibt es alle Splits im Detail.

Anmerkenswert ist noch das Resultat, dass am Ende 14 US-Männern unter 29 Minuten blieben, was veranschaulicht, über welche Leistungsstärke im Langstreckenbereich die USA aktuell (wieder) verfügen. Dabei waren noch etliche Topläufer auf der Straße in Eugene gar nicht am Start.

Was an den Dopingvorwürfen wirklich substantiell dran ist, wird erst die nächste Zeit zeigen. Salazar hat in einem ausführlichen Statement nach längerer Bedenkzeit Stellung genommen, die Argumente sind allerdings nur bedingt überzeugend. Bleibt zu hoffen, dass sich die ganze Sache nicht so lange hinzieht wie seinerzeit bei der Ikone Lance Amstrong, vor allem auch mit einem anderen Ausgang.

Auch bei den Frauen gab es angesichts der Bedinungen von 90°F am Start (32°C) ein sehr schnelles Rennen, dass Molly Huddle in 31:39,20 vor Shalane Flangan gewann. Auch bei den Frauen gab es für ein Meisterschaftsrennen erstaunliche Leistungsdichte mit drei Läuferinnen unter 32 Minuten und sechs unter 33 Minuten.

 

Ergebnisse 10000 m der Männer:

1. Galen Rupp Nike / Nike Or P 28:11.61
2. Benjamin True Saucony 28:14.26
3. Hassan Mead Nike / Nike OTCE 28:16.54
4. Shadrack Kipchirchir U.S. Army 28:19.40
5. Ryan Vail Brooks 28:22.21
6. Aron Rono U.S. Army 28:24.73
7. Chris Derrick Nike / Bowerman 28:31.75
8. Diego Estrada ASICS 28:36.06
9. Aaron Braun adidas 28:38.86
10. Brian Shrader Saucony 28:40.12
11. Tyler Pennel Reebok / ZAP Fit 28:46.74
12. Jason Witt Unattached 28:49.43
13. Brendan Gregg Hansons-Brooks 28:52.16
14. Jonathan Grey Unattached 28:56.45

 

  Ergebnisse 10000 m der Frauen:

1. Molly Huddle Saucony 31:39.20
2. Shalane Flanagan Nike / Bowerman 31:42.29
3. Emily Infeld Nike / Bowerman 31:42.60
4. Amy Hastings Brooks 32:03.95
5. Emily Sisson New Balance 32:28.73
6. Desiree Davila Hansons-Brooks 32:53.50