Der Virgin London Marathon gibt sein Elitefeld bekannt: Besser geht es kaum noch – Arne läuft in London – Und Kenenisa Bekele auch

londom-mar-logoSoeben hat der Virgin money London Marathon sein Elitefeld bei den Männern für den Lauf am 24. April 2016 bekannt gegeben. Neben einer Ansammlung von Athleten der absoluten Weltklasse wird von deutscher Seite der neue Rekordler Arne Gabius dabei sein, der offensichtlich London den Vorzug vor dem Hamburg Marathon gab, der eine Woche früher stattfindet.

Auch in 2016 blieb man in London dem Nimbus treu, die besten Elitefelder der globalen Marathonszene an den Start zu bringen. Wieviele britische Pfund die Veranstalter im Vorfeld für die Verpflichtung dieses Feldes auf den Tisch haben legen müssen, verschweigt man mit britischer Höflichkeit. Das gleichfalls einmalige Feld der Frauen wurde schon vor einer Woche bekannt gemacht. Topstar des Laufs im April an der Themse wird der Kenianer Eliud Kipchoge sein, der seit mehr als einem Jahr den Marathon der Männer mit Siegen in Chicago, London und Berlin dominiert. Nach seinem Sieg in 2:04:00 mit heraus hängenden Innensohlen beim Berlin Marathon im September 2015 und vor allem seinem Sieg gegen den Rest der Weltelite beim letzten London Marathon ist Kipchoge nach einer sehr erfolgreichen Karriere auf der Bahn auch auf der Straße das Maß der Dinge.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge (KEN) gewann im letzten Jahr in London und ist aktuell der vermeintlich beste Läufer über die Marathondistanz im globalen Vergleich.  (c) H. Winter

Diesen Status hat zwar Kenenisa Bekele (ETH) auf der Bahn in noch überragenderer Qualität zu bieten, seine Weltrekorde über 5000 m und 10000 m scheinen derzeit unerreichbar. Doch auf der Straße ist die Bilanz des Superstars eher durchwachsen, was vor allem langwierigen Verletzungen geschuldet ist. So bleibt im Marathon seine Zeit vom viel versprechenden Debut von 2:05:04 beim Paris Marathon im April 2014 seine bisherige Bestmarke, beim Chicago Marathon im Herbst des gleichen Jahres reichte es für ihn leicht angschlagen in 2:05:51 nur zu Platz 4. Gleichfalls nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ging sein Auftritt auf der Rennstrecke in Dubai daneben, nach 29 km musste er nach einer bis dahin beeindruckenden Vorstellung das Rennen aufgeben. Insbesondere auch nach den Eindrücken von Dubai kann man einem fitten Bekele eine Zeit in den Dimensionen des Weltrekords (2:02:57) durchaus zu trauen. London ist somit sicherlich eine wichtige Etappe des Äthiopiers, auch im Marathon ähnlich wie sein Vorbild Haile in die Geschichte des Laufsports einzugehen.

chicago-2014-race-bekele-26miKenenisa Bekele (ETH) gehört zu den besten (Langstrecken-)Läufern der Geschichte. Vor allem verletzungsbedingt konnte er sein Potential im Marathon noch nicht abrufen. London ist ein erneuter Anlauf des Äthiopiers sich auch im Marathon in der Weltspitze zu etablieren.  (c) H. Winter

Etwas überraschend findet sich in der Liste der Starter mit Arne Gabius auch ein deutscher Läufer, der in den letzten beiden Jahren beim Frankfurt Marathon sehr positiv von sich reden machen konnte. Nach einem beeindruckenden Debüt im Oktober 2014 setzte er im Jahr danach noch eins drauf und verbesserte in einem überaus mutig geführten Rennen den über 27 Jahre alten Rekord des Dresdners Jörg Peter von 2:08:47 auf 2:08:33. Dabei hatte er bis 25 km schon an Endzeiten im Regime von 2:06 Stunden geschnuppert und will diese Entwicklung in der britischen Hauptstadt fortsetzen. Sein Traingsberater Renato Canova traut dem Hamburger durchaus Zeiten in dieser Dimension zu, wobei Gabius diesmal ohne Druck an den Start gegen kann. Den deutschen Rekord hat er in der Tasche und für Rio ist er damit auch sicher qualifiziert. Es wird sehr interessant werden, wie sich Gabius in einem Feld absoluter Weltklasse schlägt, das vermutlich sogar stärker sein wird als im August bei Olympia. In Hamburg wird man sicher traurig sein, denn eine Woche zuvor hätte man mit Gabius sicher ein tolles Zugpferd gehabt, das ähnlich wie in Frankfurt für große Aufmerksamkeit in den deutschen Medien gesorgt und ggfs. sogar Siegchancen an der Alster gehabt hätte. Vermutlich war ein Start für Gabius in London ungleich attraktiver, vor allem auch finanziell.

gabius-frankfurt-2014Arne Gabius lief im Oktober mit 2:08:33 neuen deutschen Rekord und wird sich im April mit den besten der Welt beim London Marathon messen.  (c) H. Winter

Dazu schreibt Gabius auf seiner HomepageAm Sonntag, den 24.04.2016, werde ich meinen dritten Marathon laufen und zwar in London. Der Virgin Money London Marathon ist einer der besten Marathons der Welt und gehört zu der World Marathon Major Serie (WMM). Er ist ein MUSS für jeden Eliteläufer! London gilt als eine der schnellsten Strecken im Frühjahr und hat ein ausgezeichneten Ruf. Eine neue persönliche Bestzeit will ich nicht ausschließen. Ich freue mich sehr, dass mir die Veranstalter ein gutes Angebot machen konnten und ich mich mit den aktuell besten Marathonläufern der Welt messen darf. Auf dem Weg zum Olympischen Marathon am 21.08.2016 passt der London Marathon zeitlich perfekt in die Vorbereitung. Für mich ist es außerdem sehr wichtig, möglichst viel Erfahrung auf dem Weg nach Rio zu sammeln und da ist London mit diesem Weltklassefeld die beste Adresse. Vor dem Marathon in London sind ein schneller Halbmarathon und schnelle 10km geplant. Wo diese Läufe sein werden, ist noch nicht ganz klar.

london-2015-wilson-42kmWilson Kipang (KEN) wurde letztes Jahr Zweiter nach seinem Sieg im Vorjahr.  (c) H. Winter

london-2015-dennis-42kmDennis Kimetto wurde im letzten Jahr Dritter und hält den aktuellen Weltrekord über die Marathondistanz. Seine letzten beiden Auftritte waren weniger glücklich: Bei der WM in Beijing sowie in Fukuoka stieg er aus.  (C) H. Winter

Die Liste der Eliteathleten beim London Marathon:

Eliud Kipchoge (KEN) 2:04:00
Dennis Kimetto (KEN) 2:02:57
Wilson Kipsang (KEN) 2:03:23
Endeshaw Negesse (ETH) 2:04:52
Stanley Biwott (KEN) 2:04:55
Kenenisa Bekele (ETH) 2:05:04
Tilahun Regassa (ETH) 2:05:27
Abera Kuma (ETH) 2:05:56
Samuel Tsegay (ERI) 2:07:28
Ghirmay Ghebreslassie (ERI) 2:07:47
Amanuel Mesel (ERI) 2:08:17
Serhiy Lebid (UKR) 2:08:32
Arne Gabius (GER) 2:08:33
Tewelde Estifanos (ERI) 2:09:16
Ghebrezgiabhier Kibrom (ERI) 2:09:36
Vitaliy Shafar (UKR) 2:09:58
Marcin Chabowski (POL) 2:10:07
Scott Overall (GBR) 2:10:55
Chris Thompson (GBR) 2:11:14
Yuki Sato (JPN) 2:12:12
Callum Hawkins (GBR) 2:12:17
Nordstad Moen (NOR) 2:12:54
Lee Merrien (GBR) 2:13:41
Derek Hawkins (GBR) 2:14:04
Shawn Forrest (AUS) 2:14:37
Kevin Seaward (IRL) 2:14:52
Phil Wicks (GBR) 2:15:37
Paul Pollock (IRL) 2:15:38
Ben Moreau (GBR) 2:15:52
Ian Kimpton (GBR) 2:15:55
Matthew Hynes (GBR) 2:16:00
John Beattie (GBR) 2:16:38
Andrew Davies (GBR) 2:16:55
Stephen Scullion (IRL) 2:34:33
Bedan Karoki (KEN) debut
Gervais Hakizimana (RWA) debut
Jonathan Hay (GBR) debut
Ryan McLeod (GBR) debut
Alejandro Fernandez Martin (ESP) debut

Houston Marathon am 17. Januar 2016: Mary Wancera (KEN) läuft Weltklassezeit im Halbmarathon

houston-mar-logoMary Wancera (KEN) sorgte mit einer Zeit von 66:29 für das herausragende Ergebnis beim Houston Marathon am heutigen Morgen. Dies ist die elftschnellste Zeit der Geschichte (siehe Tabelle unten). Während vor allem der Hauptwettbewerb, der Marathon der Männer, recht enttäuschende Zeiten erbrachte, entwickelte sich der Halbmarathon der Frauen zu einer Galavorstellung von Wancera und ihrer Landsfrau Cynthia Limo, die gleichfalls mit 66:41 eine großartige Leistung ablieferte. Houston Marathon am 17. Januar 2016: Mary Wancera (KEN) läuft Weltklassezeit im Halbmarathon weiterlesen

Standard Chartered Hong Kong Marathon am 17. Januar 2016: Mike Kiprotich siegte im strömenden Regen

honkong-mar-2016-logoDas 20. Jubiläum des Standard Chartered Hong Kong Marathon am heutigen Sonntagmorgen erlebte denkbar schlechte Bedingungen. Schon in der Nacht hatte es in Strömen geregnet, und auch während der Läufe über 10 km bis Marathon, für die insgesamt laut Veranstalter über 74000 Teilnehmer gemeldet hatten (aber nur 61000 auf den Beinen waren), hatte Petrus kein Einsehen. Vor allem in den Tunneln bereiteten die Wassermassen und die hohe Luftfeuchte den Läufern großen Probleme

Beim Halbmarathon lagen 8 Läufer in 1:05 Stunden noch auf Kurs deutlich unter dem Streckenrekord Doch als hier der Tempomacher ausstieg, wurde die Pace langsamer. Fünf Läufer blieben bis hinter 40 km zusammen, bevor sich eine Dreiergruppe lösen konnte, die sich 1 km vor dem Ziel auf zwei Läufer reduzierte. Am Ende lag nach einem engen Finish der Kenianer Kiprotich Mutai in 2:12:12 vorne. Knapp dahinter wurde sein Landsmann Lawrence Cherono Zweiter in 2:12:14, Platz 3 ging an Gemeda Dasi Feyera (ETH) in 2:12:20. Auch bei den Frauen gab es einen engen Einlauf, den Haylay Letebrhan Gebreslasea (ETH) in 2:36:51 vor Lemma Ayelu Geda (ETH) in 2:36:53 gewann. Platz 3 ging gleichfalls mit Bizuayehu Ehite Gebireyes in 2:37.28 an eine äthiopische Läuferin.

Mike Kiprotich (KEN) gewann den Hong Kong Marathon bei strömendem Regen in 2:12:12.  (c) Veranstalter

  Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Mike Kiprotich Mutai KEN 2:12:12
2. Lawrence Cherono KEN 2:12:14
3. Gemeda Dadi Feyera ETH 2:12:20
  Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Haylay Letebrhan Gebreslasea ETH 2:36:51
2. Lemma Ayelu Geda ETH 2:36:53
3. Bizuayehu Ehite Gebireyes ETH 2:37:28

Standard Chartered Mumbai Marathon am 17. Januar 2016: Gideon Kipketer läuft Streckenrekord

mumbai-mar-2016-logoMit einem neuen Streckenrekord durch den Kenianer Gideon Kipketer ging soeben der Standard Chartered Mumbai Marathon zu Ende. Kipeter verbesserte mit 2:08:35 nicht nur den Kursrekord in Mumbai, sondern erzielte auch die schnellste jemals auf indischem Boden gelaufende Zeit. Bei der Hälfte lag noch eine große Gruppe in einer Zeit von 1:04:59 zusammen, bevor das Tempo bei günstigen äußeren Bedingungen (18°C) deutlich anzog. Der spätere Sieger lief den zweiten Part in schnellen 1:03:36, also fast einen Dreiminuten-Schnitt pro km. Auch der Zweitplatzierte Seboka Dibaba (ETH) blieb mit 2:09:20 unter der alten Bestmarke. Kurz dahinter wurde Marius Kimutai in 2:09:32 Dritter. Die Siegerzeit ist ferner eine neue Jahres-Weltbestzeit, die zuvor Vincent Kipruto vor zwei Wochen in Xiamen mit 2:10:18 aufgestellt hatte. Da überraschend am gleichen Tag im texanischen Houston die Siegerzeit über 2:10 Stunden lag, wird Mumbai die globale Jahresbestmarke mindestens bis zum kommenden Freitag innehaben. Dann startet allerdings um 6:30 Uhr in der Frühe der Dubai Marathon, und spätestens um 8:39 Ortzeit wird man wissen, ob es eine neue Welt-Jahresbestleistung gibt.

Auch bei den Frauen gab es durch Shuko Genemo (ETH) mit 2:27:50 eine ausgezeichnete Leistung. Über vier Minuten betrug ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Bornes Kitur (KEN) in 2:32:00.

mumbai-mar-2016-winnersDie Erstplatzierten der Männer beim Mumbai Marathon 2016 mit sehr guten Zeiten. Von links: Dibaba (2), Kipketer (1) und Kimutai (3).  (c) Veranstalter

    Ergebnis der Männer:
1. Gideon Kipketer KEN 2:08:35 (CR)
2. Seboka Dibaba ETH 2:09:20
3. Marius Kimutai KEN 2:09:39
4. Herpasa Negasa ETH 2:10:17
5. Jacob Chesari KEN 2:11:59
6. Josphat Leting KEN 2:12:04
7. Seboka Negusse ETH 2:13:20
8. Jackson Kiprop KEN 2:1:54
Ergebnis der Frauen:
1. Shuko Genemo ETH 2:27:50
2. Bornes Kitur KEN 2:32:00
3. Valentine Kipketer KEN 2:34:07
4. Rebecca Korir KEN 2:34:31
5. Tesfanesh Merga ETH 2:36:16
6. Alem Fikre ETH 2:38:26
7. Sudha Singh IND 2:39:28
8. Netsanet Achamo ETH 2:39:28
Die Entwicklung des Streckenrekords in Mumbai:
17. Jan. 2016  Gideon Kipketer KEN 2:08:35
20. Jan. 2013 Jackson Kiprop UGA 2:09:32
16. Jan. 2011 Girma Assefa ETH 2:09:54
18. Jan. 2009 Kenneth M. Mungara KEN 2:11:51
15. Jan. 2006 Daniel Rono KEN 2:12:03
16. Jan. 2005 Julius Kipk. Sugut KEN 2:13:20
15. Feb. 2004 Hendrick Ramaala RSA 2:15:47

Ryan Hall (USA) beendet seine Karriere: „This is it“

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Ryan Hall (UAS) lief beim Houston Halbmarathon am 14. Januar 2007 59:43. Das ist bis heute US-Rekord.  (C) Veranstalter

Eindrucksvoller hätte man sich kaum in der internationalen Laufszene etablieren können als Ryan Hall (USA) in Houston (TX) am 14. Januar 2007. Im Rahmen des Houston Marathon lief er damals die halbe Distanz in grandioser Manier. Es ist eine Ironie die Schicksals, dass er fast auf den Tag genau 9 Jahre später seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt gab. Dabei war sein Lauf im regnerischen Houston 2007 in der Tat ein „Paukenschlag“. Mit einer 5000 m Bestzeit von 13:16,03 war er zwar recht gut ausgewiesen, aber im Straßenlauf war ein noch ein Nobody.

So zeugte es schon von einer erheblichen Portion Selbstvertrauen, als er sich für den Lauf in Houston mit Tinte 4:42 und 4:37 auf die Hand schrieb. Das waren Meilenabschnitte, um das Rennen zu gewinnen (61:37) und für einen Angriff auf den US-Rekord mit 60:55 durch Mark Carp, der von 1985 bis 1990 auch Weltrekord im Halbmarathon war. In einem mutigen Sololauf lief Hall von Anfang an viel schneller als diese Splits und beendete trotz kurzer Magenprobleme nach 15 km den Lauf in phänomenalen 59:43. Hall war auf Anhieb in der Weltklasse der internationalen Straßenlaufszene angekommen.

Im April 2007 danach machte er sein Debüt über die volle Distanz beim London Marathon und als Siebter in 2:08:24 enttäuschte Hall nicht, wobei er bis gut 35 km in der Spitzengruppe mitlaufen konnte. Ein Jahr später war er wieder in London am Start und konnte in einem seiner besten Rennen seine Bestzeit um über 2 Minuten auf 2:06:17 steigern. Damit wurde er Ende Fünfter.

Eine gleichfalls beeindruckende Leistung lieferte er zuvor bei den US-Olympia Trials im Central Park von New York City im November 2007 ab, die er souverän in 2:09:04 mit 2 Minuten Vorsprung gewann. Dabei war es weniger die Zeit als vielmehr die Zwischenzweiten, die beeindruckten: die ersten Hälfte lief er in 66:17, die zweite in 62:47. Die 5 km Splits waren damals  16:44, 15:41, 15:27, 15:12, 15:05, 14:48, 14:28 und 14:56. Bei den Olympischen Spielen in der Hitze Beijings reichte es allerdings „nur“ zu einem 10. Platz in 2:12:33.

Sein vielleicht größte Stunde als Straßenläufer schlug dann am 18. April 201  beim legendären Boston Marathon, wo die Topathleten außergewöhnlich gute Bedingungen zu noch außergewöhlicheren Leistungen nutzen konnten. Dabei war es vor allem Ryan Hall, der vor allem in der ersten Hälfte des Rennens immer wieder das (hohe) Tempo aufrecht erhielt. Und obwohl die Zeiten am Ende keine Anerkennung finden konnten (Punkt-zu-Punkt-Kurs, zu starkes Gefälle) waren die Ergebnisse beeindruckend. Geoffrey Mutai (KEN) gewann in damals sensationellen 2:03:02, Hall lief gleichfalls mit 2:04:58 eine tolle Zeit.

Danach plagten Hall immer wieder diverse gesundheitliche Probleme. Bei Olympia 2012 in London stieg er noch vor der Hälfte aus, seine Starts danach in New York City und Boston sagte er ab. 2014 belegte er in Boston in 2:17:50 Platz 20, im letzten Jahr stieg er nach einem Katapultstart beim Los Angeles Marathon nach der Hälfte aus. Somit war der Schritt in den Ruhestand, wo er nun seine Frau Sara trainieren will, eine logische Konsequenz.  “Up to this point, I always believed my best races were still ahead of me. I’ve explored every issue to get back to the level I’ve been at, and my body is not responding. I realized that it was time to stop striving, to finally be satisfied and decide ‘mission accomplished.’”

This is it. This was it.

Und hier folgt eine ausführliche Stellungnahme von Ryan Hall von heute:

„My Running Dream“

It all started in a day dream, looking out over the waters of Big Bear Lake on a car ride to middle school basketball game.  I was 13 years old and was hit with a vision that I should attempt a 15-mile run around the lake, despite the fact that the only running I was doing at the time was chasing a ball.  The next Saturday I laced up my running shoes and took the first steps that would change the trajectory of my life forever.

It took more than three hours later my Dad and I finished the long, painful, mind-numbing run.  It wasn’t pretty, but I made it – and then I walked straight to the couch and collapsed in exhaustion.  Anyone looking at me in that state would have thought I had just run both my first and last official run, but in that moment something happened. I was inspired. I felt in my spirit that God was communicating to me that I would one day run with the best runners in the world.

After that day my previous hatred of running gave way to a relentless, dedicated pursuit of my vision.  I dropped baseball, basketball and football and poured all of my energy into running, not letting any distractions get in my way.  It was in those early days, training through the snow, running up the ski resort’s double black diamond runs, and flying through the windy single-track mountain trails, that the foundation was laid for everything that followed.

And what followed was exactly what I had seen in my mind’s eye that day as a 13-year-old: running with the best guys in the world. Becoming the first American to break an hour in the half marathon, competing in two Olympic Games, finishing in the top five of many of the biggest marathons in the world, and even helping to create arguably the most historic marathon of all-time – leading much of the 2011 Boston Marathon, in which two athletes ran significantly faster than any other marathon had ever been run, and personally finishing in a time that I never thought would be possible to become the fastest American of all-time.  I reflect on these achievements not with pride, but with humility, for I know that I was only faithful to the gift I had been given.

Now it’s time to start a new chapter of my life.  Running with the best guys in the world was never meant to last forever – it was an amazing season of my life but it always had to have an end.  I have demanded a lot from my body and it gave me everything it could for 20 years, but at this time I am convinced there is nothing left for it to give.  Which is why I have decided to stop running at a competitive level and begin the process of giving back to my body rather than demanding more from it.  This decision was not made in haste, but rather has been a gradual process as I have felt my body change.  Nagging injuries such as the hamstring tendentious I developed in the 2012 Olympic Marathon continue to bother me and throw off my mechanics to this day.  It has been made very clear to me that while my heart and mind still want to perform at my best, my body is no longer able to.  I am proud of my best days, but even prouder of the many, many very bad days that I had to pick myself up from.  Perhaps one of the biggest gifts running has given me is the ability to be resilient.

I am so thankful for the amazing people I have met through running.  The running community is truly a special and powerful group of people and it has changed my life.  If it weren’t for running, I would never have met my wife, Sara, my kids, or many of my closest friends.  I am grateful for the places running has taken me.  Growing up in a big family, I hardly left California before I started running, but now I’ve traveled the world, raced in some of the most beautiful places in the world, and experienced many different cultures.  Running has taught me so many life lessons and helped shape me as a person.  These are the biggest rewards that will transcend my running career and serve me well for the rest of my life.  I am also thankful for my sponsors who have allowed me to pursue my sport to the highest level possible and provided the best product in the world to help me strive for my goals.  Without the support of my sponsors, family and friends, I wouldn’t be where I am today.

Running will always be a part of my life and now I look forward to helping others to reach their running goals, starting with my wife, who I am coaching for the upcoming Olympic Trials.  It has been fun for me to recently be beside her on the bike, encouraging her, seeing her grow, and even getting the same chills for her that I used to get when I was having a really good day out on the road.  I also hope that my running career has and will continue to lead to other peoples’ breakthroughs, both out on the road and in their hearts through participation in our Steps Foundation, running clinics, books, videos and just being a part of the amazing running community.

I will always look back at my running career with a smile on my face and thankfulness in my heart.  Many, many thanks to everyone who has cheered for me, encouraged me, and supported me on my journey.  I was never alone out on the race course.

Standard Chartered Hong Kong Marathon am 17. Januar 2016: Streckenrekorde im Visier

honkong-mar-2016-logoAm kommenden Sonntag werden beim Standard Chartered Hong Kong Marathon zum 20. Mal Läufer durch die Straßen der ehemaligen britischen Kronkolonie eilen, der mittlerweile den Status eines kaum nachzuvollziehbaren IAAF Gold Label Road Race verliehen bekam. Einer Topathleten in dem Rennen, das auch 2016 bei nicht einfachen äußeren Bedingungen (Regen, 18°C) gestartet werden wird, ist der Äthiopier Feyera Gemeda, der 2014 als nicht eingeladener Läufer das Rennen gewann. Gemeda hat eine Bestzeit von 2:11:45 vom letztjährigen Toulouse Marathon und lief mit 1:00:29 in Yangzhou einen beachtlichen Halbmarathon. Von seinen Landsleuten sind der Vorjahreszweite Fikre Assefa und Megersa Bacha zu nennen, der 2:06:56 in Paris im Jahr 2013 erreichte.

Auf kenianischer Seite ist vor allem Albert Matebor zu nennen, der mit seiner Zeit von 2:05:25 vom Frankfurt Marathon 2011 der schnellste Läufer im Feld ist. Samuel Mwaniki, Cosmas Mutuku, Laurence Cherono und Isaac Kosgei sind alles sub-2:10 Stunden Läufer. Und Robert Kipchumba schaffte seinen Hausrekord bereits 2011 mit 2:08:07 in Xiamen, glänzte aber vor allem im Halbmarathon mit Zeiten von 59:28 und 59:32 in Rotterdam. Das ist allerdings schon eine Zeit her (2006, 2009), im letzten Jahr lief er in Hong Kong in 2:13:07 auf Platz 3, nur knapp geschlagen in einer sehr breiten Spitzengruppe.

honkong-mar-2014-winnerDer Sieger aus dem Jahr 2014, Feyera Gemeda (ETH), ist am Sonntag in Hong Kong wieder am Start.  (c) Veranstalter
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Bei den Frauen ist Koren Jelela (ETH) die große Favoritin, die ihre Bestzeit von 2:22:43 bei ihrem Sieg beim Toronto Waterfront Marathon lief und im Oktober in Frankfurt 2:23:52. Tsehay Desalegn wurde letztes Jahr Dritte und Haylay Gebreslasea (klingt fast wie das weibliche Pendant zum großen Haile) wurde Vierte und konnte sich in Prag auf 2:25:24 steigern. Schon etliche Jahre zurück liegen die Topzeiten von Askale Tafa (ETH), die in den Jahren 2007 und 2008 in Dubai, Paris und Mailand gewann. Auch in Berlin war sie 2008 erfolgreich, wo sie in 2:21:31 Zweite wurde. Insgesamt werden laut Pressemitteilung der Veranstalter (Dank an Pat Butcher) über diverse Distanzen etwa 75000 Teilnehmer erwartet, damit ist das Event eines der größten seiner Art in Asien.
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  Die Sieger beim Hong Kong Marathon in den letzten Jahren:
2005  Samson Loywapet (KEN) 2:15:21  Dai Yanyan (CHN) 2:34:41
2006  Simon Kipruto (KEN) 2:14:18  Dire Tune (ETH) 2:35:15
2007  Steven Kamar (KEN) 2:17:03  Rose Nyangacha (KEN) 2:38:19
2008  Koichiro Fukuoka (JPN) 2:16:50  Kim Kum-ok (PRK) 2:36:43
2009  Cyprian Mwobi (KEN) 2:14:57  Winfrida Nyansikera (KEN) 2:41:25
2010  Cyprian Mwobi (KEN) 2:20:12  Triyaningsih (INA) 2:47:35
2011  Nelson Rotich (KEN) 2:16:00  Janet Rono (KEN) 2:33:42
2012  Dejere Abera (ETH) 2:11:27  Misiker Demissie (ETH) 2:30:12
2013  Julius Masei (KEN) 2:14:18  Misiker Demissie (ETH) 2:30:49
2014  Feyera Gemeda (ETH) 2:15:05  Rehima Kedir (ETH) 2:34:53
2015  Sentayehu Merga (ETH) 2:13:00  Kim Hye-gyong (PRK) 2:31:46

Boston Marathon am 18. April 2016: Elitefelder der Extraklasse

boston-2016-logoAm gleichen Tag, an dem der London Marathon das Elitefeld der Frauen bekannt machte, wurde das komplette Feld der Topathleten beim traditionellen Boston Marathon am 18. April 2016 veröffentlicht. Und auch in Boston sind diese Felder in der Tat hochkarätig. So werden allein sechs Männer mit Bestzeiten von unter 2:06 Stunden an der Startlinie stehen, sogar 10 Männer im diesjährigen Feld liefen schon unter 2:06 Stunden. Bei den Frauen unterboten zwei Läuferinnen bereits die Schallmauer von 2:20 Stunden, acht haben Bestzeiten von unter 2:23 Stunden. Somit können wieder spannende Wettkämpfe erwartet werden, wobei leider die Leistungen keinen Eintrag in die Bestenlisten finden können, weil der legendäre Kurs von Hopkinton ins Zentrum von Boston nicht Regel konform ist. Für eine World Marathon Majors Veranstaltung eigentlich ein Unding. Aber Tradition hat seinen Preis. Nimmt man dann noch das fordernde Höhenprofil bei dem Punkt-zu-Punkt-Kurs hinzu, ist es jedes Jahr immer wieder aufs Neue erstaunlich, welche Klasse von Eliteathleten sich an Start in der kleinen Gemeinde Hopkinton begeben. Für die Freizeitläufer werden für eine Teilnahme sogar Qualifikationszeiten gefordert.

Einer der Topläufer dürfte der zweimalige Boston-Sieger Lelisa Desisa (ETH) sein, der seine Bestzeit von 2:04:45 bei Sieg 2013 in Dubai erzielte. Er strebt seinen dritten Erfolg auf der Traditionsstrecke an, zuvor geht er in einer Woche noch in Dubai an den Start. Seine Konkurrenz besteht u.a. aus den beiden kenianischen Boston-Siegern Geoffrey Mutai und Wesley Korir, die allerdings aktuell nicht über die Leistungsstärke ihrer Bestzeiten verfügen. Mutai gewann den legendären Lauf in Boston im Jahr 2011 in 2:03:02 – leider ein Muster ohne Wert -, gewann dann im Herbst den New York City Marathon und war ein Jahr danach mit legalen 2:04:15 sehr erfolgreich in Berlin. Danach ging seine Leistungskurve nach unten, beim Berlin Marathon 2015 reichte es noch zu 2:09:29. Korir lief seine Bestzeit von 2:06:13 im Jahr 2012 in Chicago und zuvor gewann er den Boston Marathon und zweimal den Los Angeles Marathon.

dubai-2015-desisa-40kmDer Vorjahres-Sieger Lelisa Desisa (ETH) ist auch in diesem Jahr in Boston am Start.  (c) H. Winter

Erhebliche Konkurrenz dürfte den Dreien vor allem von Yemane Adhane Tsegay, Wilson Chebet, Sammy Kitwara und Michael Kipyego erwachsen. Tsegay and Chebet waren die Nächstplatzierten des letzten Jahres in Boston, wobei Tsegay bei der WM 2015 in Beijing die Silbermedaille gewann. Chebet hatte bisher bereits dreimal den Amsterdam Marathon gewonnen und war im Jahr 2011 in 2:05:27 in Rotterdam vorne. Kitwara hat in Chicago Platz 2 abonniert, mit einer Bestzeit von 2:04:28 im Jahr 2014. Kipyego lief 2011 seine Bestmarke von 2:06:48 in Eindhoven und brachte das außergewöhnliche Kunststück fertig, 2013 und 2014 jeweils 2:06:58 beim Tokyo Marathon zu laufen. 2012 hatte er zudem in Tokyo in 2:07:37 gewonnen und dabei u.a. Haile Gebrselassie hinter sich gelassen.

Wie hoch die Leistungsbreite in Boston sein wird, zeigen die Teilnahmen von Getu Feleke, Hayle Lemi Berhanu, Stephen Chebogut and Deribe Robi. Feleke gewann bereits in Wien und Amsterdam, lief seine Bestzeit von 2:04:50 2012 in Rotterdam und ist mit der letzten Olympiasiegerin im Marathon Tiki Gelana verheiratet, die auch in Boston am Start ist. Berhanu gewann im letzten Jahr in 2:05:28 in Dubai und wird dort nächste Woche noch vor Boston wieder an den Start gehen. Chebogut gewann den letzten Marathon in Eindhoven in 2:05:52 sowie in Reims und Istanbul. Und Robi war in Einhoven in 2:05:58 direkt hinter Chebogut auf Platz 2, 2014 hatte er in Marrakesch gewonnen.

Weiterhin zu beachten sind  Solonei Da Silva (BRA), Abdi Nageeye (NED), Cutbert Nyasango (ZIM), Jackson Kiprop (UGA) – der geht zuvor am Sonntag in Mumbai an den Start -, Paul Lonyangata (KEN) und  Abdelmajid El Hissouf (MAR).

Bei den Frauen ragen im wesentlichen fünf Teilnehmerinnen heraus. Mit der besten Zeit von 2:18:58 vom Rotterdam Marathon 2012 ist Tiki Gelana (ETH) notiert. Die amtierende Olympiasiegerin ist zum ersten Mal in Boston dabei. Buzunesh Deba (ETH) wurde Zweite in Boston 2014 und Dritte in 2015. 2014 lief sie Boston mit 2:19:59 denkbar knapp unter der Traumbarriere bei den Frauen. Tirfe Tsegaye (ETH) gewann in Tokyo, Paris, Dubai und Berlin, wobei sie 2014 in Berlin 2:20:18 ihre Bestzeit lief. Mamitu Daska (ETH) gewann in Dubai und Houston als auch in Franfurt, wo sie im Jahr 2011 in 2:21:59 Bestzeit erzielte. Und Atsede Bayisa (ETH) gewann in 2:22:03 im Jahr 2012 in Chicago, war zweimal in Paris vorne und siegte kürzlich bei der ersten Ausgabe des Saitama Marathon.

Sehr gute Aussichten auf vordere Platzierungen haben die Siegerin des letzten Jahres Caroline Rotich (KEN), die schon dreimal in Boston dabei war, Jelena Prokopcuka (LAT), die zweimal in New York City gewann und in Boston auch zweimal Zweite war, sowie Joyce Chepkirui (KEN), die im letzten Jahr in Amsterdam und Honolulu vorne war, in Boston war sie im letzten Jahr aber nur Zehnte. Dazu kommen Valentine Kipketer (KEN), die schon Amsterdam und Mumbai gewann, Flomena Cheyech Daniel (EKN) mit Siegen in Paris, Wien und Toronto und Purity Cherotich Rionoripo (KEN) mit einer Zeit von 2:25:09 beim Sieg im Lissabon Marathon 2015.

Tadelech Bekele (ETH) lief im letzten Jahr 2:22:51 in Dubai und Fatuma Sado (ETH) gewann in Los Angeles, Xiamen, Warschau, Hamburg und Beijing. Von deutscher Seite ist der Start von Fate Tola (ETH/GER) interessant, die zweimal in Wien gewann und ggfs. einen Startplatz im Marathon in Rio für Deutschland anstrebt.

boston-course.mapDer Kurs des Boston Marathon von Hopkinton ins Zentrum von Boston ist ein Punkt-zu-Punkt-Kurs und damit nicht Bestzeiten konform.  (c) Veranstalter

Elitefeld der Männer:

Geoffrey Mutai KEN 2:03:02 (Boston, 2011)
Sammy Kitwara KEN 2:04:28 (Chicago, 2014)
Tsegaye Mekonnen ETH 2:04:32 (Dubai, 2014)
Lelisa  Desisa ETH 2:04:45 (Dubai, 2013)
Yemane Adh. Tsegay ETH 2:04:48 (Rotterdam, 2012)
Getu Feleke ETH 2:04:50 (Rotterdam, 2012)
Wilson Chebet KEN 2:05:27 (Rotterdam, 2011)
Hayle Lemi Berhanu ETH 2:05:28 (Dubai, 2015)
Stephen Chebogut KEN 2:05:52 (Eindhoven, 2015)
Deribe Robi ETH 2:05:58 (Eindhoven, 2015)
Wesley Korir KEN 2:06:13 (Chicago, 2012)
Michael Kipyego KEN 2:06:48 (Eindhoven, 2011)
Paul Lonyangata KEN 2:07:14 (Shanghai, 2015)
Jackson Kiprop UGA 2:09:32 (Mumbai, 2013)
Cuthbert Nyasango ZIM 2:09:52 (Prague, 2014)
Abdi Nageeye NED 2:10:24 (Amsterdam, 2015)
Abdelm. El Hissouf MAR 2:10:35 (Seoul, 2015)
Solonei Da Silva BRA 2:11:32 (Padova, 2011)
Jordan Chipangama ZAM 2:11:35 (Duluth, 2015)
Ian Burrell USA 2:13:26 (Houston, 2014)
Girma Mecheso USA HM 1:02:16 (Houston, 2015)

Elitefeld der Frauen:

Tiki Gelana ETH 2:18:58 (Rotterdam, 2012)
Buzunesh Deba ETH 2:19:59 (Boston, 2014)
Tirfi Tsegaye ETH 2:20:18 (Berlin, 2014)
Mamitu Daska ETH 2:21:59 (Frankfurt, 2011)
Atsede Bayisa ETH 2:22:03 (Chicago, 2012)
Flom. Cheyech Daniel KEN 2:22:44 (Paris, 2014)
Tadelech Bekele ETH 2:22:51 (Dubai, 2015)
Jelena Prokopcuka LAT 2:22:56 (Osaka, 2005)
Valentine Kipketer KEN 2:23:02 (Amsterdam, 2013)
Caroline Rotich KEN 2:23:22 (Chicago, 2012)
Joyce Chepkirui KEN 2:24:11 (Amsterdam, 2015)
Fatuma Sado ETH 2:24:16 (Toronto, 2015)
Purity Cherotich KEN 2:25:09 (Lisbon, 2015)
Fate Tola ETH/GER 2:25:14 (Berlin, 2012)
Lamei Sun CHN 2:27:55 (Beijing, 2012)
Sarah Crouch USA 2:32:44 (Chicago, 2014)
Neely Spence Gracey USA HM 69:59 (Philadelphia, 2015)

Chevron Houston Marathon am 17. Januar 2016: Weltklasse vor allem im Halbmarathon

houston-mar-logoEin Feld internationaler Klasse konnte Race Director Brant Kotch für den Chevron Houston Marathon am 17. Januar 2016 bekannt geben. Warum diese Veranstaltung immer noch nur das IAAF Bronze Label Road Race hat, weiß vermutlich auch der in massive Skandale verstrickte internationale Verband nicht. Wie dem auch sei, die Sieger der letzten Jahre sowie die besten Frauen des letzten Jahres sind in Houston wieder am Start und garantieren dadurch schon früh in der Saison hochwertige Leistungen. Die Jahres-Weltbestzeiten bei Männern (2:10:18) und Frauen (2:24:04) vom Xiamen Marathon sollten in Reichweite sein.

Dazu Kotch: “The group that our elite athlete committee has assembled, including a two-time men’s marathon winner and the second and third-place finishers from the 2015 women’s marathon, are undoubtedly capable of high-level performances and we can only hope for optimal conditions. We are also particularly eager to see what the international stars can do on our half marathon course: We have Boston Marathon and World Championships marathon winners on display in those races. All of the races have the potential to be lightning-fast.”

Diesen Worten des Race Directors ist eigentlich wenig hinzuzufügen, gerade auch der Halbmarathon wird in Houston mit einer hochklassigen Besetzung für Furore sorgen. Die Klasse beginnt schon mit Mare Dibaba (ETH), die neben einer Zeit von unter 2:20 Stunden im letzten Jahr in Xiamen auch Weltmeisterin im Marathon im Sommer in Beijing wurde. Dibaba hat im Halbmarathon eine Bestzeit von 1:07:13 und ist damit deutlich schneller als der aktuelle Kursrekord von 1:08:26 aus dem Jahr 2012 durch Belaynesh Oljira. Dazu kommt die Zweite der Halbmarathon-Weltmeisterschaften Mary Wacera. Schnellste im Feld ist Cynthia Limo (KEN) mit 1:07:02. Mit Buzunesh Deba (ETH) kommt die Zweite des Boston Marathon 2014, die auch Zweite in Houston im Jahr 2013 war.

dubai-2015-desisa-40kmLelisa Desisa (ETH) ist einer der Topstars im Halbmarathon der Männer.  (c) H. Winter

Genauso stark ist der Halbmarathon bei den Männern durch Lelisa Desisa (ETH) besetzt, der 2015 den Boston Marathon gewann und die halbe Distanz 2012 schon in 59:30 gelaufen war. Noch schneller war sein Landamann Mosinet Geremew mit einer Bestzeit von 59:11 anreist, die er 2014 in Delhi aufstellte. Erst im Dezembe war er an gleiche Stelle nur 10 Sekunden langsamer, er ist also in sehr gute Form. Von den US-Athleten wird Diego Estrada wieder nach Houston kommen, der dort im letzten Jahr US-Meister in 1:00:51 wurde.

dubai2015-workuBazu Worku konnte in Houston bereits 2013 und 2014 gewinnen. Schafft er am Sonntag einen dritten Sieg in der texanischen Metropole?  (c) H. Winter

Im Marathon wird Bazu Worku (ETH) wieder am Start sein, der dort schon 2013 und 2014 gewann. Seine Bestzeit lief er mit 2:05:25 beim Berlin Marathon 2010. Birhanu Gedefa (ETH) ist der Titelverteidiger in Houston und der Sieger von Daegu 2015. Girmay Birhanu (ETH) mit einer Bestzeit von 2:05:49 wurde 2014 in Dubai Dritter. Dominic Ondoro (KEN) könnte die Dominanz der Äthiopier in Houston brechen, im letzten Jahr verpasste er nur knapp in 2:08:00 das Podium.

Guteni Shone (ETH) war Zweite bei den Frauen im letzten Jahre mit neuer Bestzeit von 2:23:32. Sie kommt nach Houston nach einem Sieg beim Seoul Marathon.  Biruktayit Eshetu Degefa und Sechale Dalasa belegten im letzten Jahr die Plätze 3 und 4 in Houston. Aus Australien kommt Lisa Weightman mit einer Bestzeit von 2:26:05 beim 2013 Melbourne Marathon.
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In diversen Wettbewerben (5 km, 10 km, HM, Marathon) werden 27000 Teilnehmer in Houston erwartet, und nach Angaben der Organisatoren machen 200.000 Zuschauer das Event zur größten eintägigen Sportverasntaltung in Texas. Der Start des Marathon erfolgt um 7:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr MEZ).
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Elitefeld Marathon der Männer:
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Bazu Worku (ETH) 2:05:25
Girmay Birhanu (ETH) 2:05:49
Dominic Ondoro (KEN) 2:08:00
Birhanu Gedefa (ETH) 2:08:03
Artur Kozlowski (POL) 2:10:58
Mario Macias (USA) 2:15:55
Sage Canaday (USA) 2:16:52
Pardon Ndhlovu (ZIM) 2:16:52
Yitayal Atnafu (ETH) Debüt
Jovanny Godinez (USA) Debüt
Duncan Kwemboi (KEN) Debüt
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Elitefeld Marathon der Frauen
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Guteni Shone (ETH) 2:23:32
Biruktayit Eshetu Degefa (ETH) 2:23:51
Lisa Weightman (AUS) 2:26:05
Sechale Dalasa (ETH) 2:26:27
Emily Samoei (KEN) 2:26:52
Rachel Hannah (CAN) 2:33:30
Ayantu Dakebo (ETH) 2:33:59
Jovana De La Cruz (PER) 2:35:03
Ariana Hilborn (USA) 2:35:21.
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Elitefeld Halbmarathon der Männer:
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Standard Chartered Mumbai Marathon am 17. Januar 2016: Hochklassige Elitefelder am Start

mumbai-mar-2016-logo

Mit einem hochklassigen Elitefeld bei den Männern wird am 17. Januar 2016 die 13. Ausgabe des Standard Chartered Mumbai Marathon gestartet. Der Sieger von 2013 Jackson Kiprop (UGA), der als Tempomacher seine Bestzeit und den Streckenrekord in Mumbai von 2:09:32 aufstellte, wird wieder vor Ort sein. Kiprop startete im letzten Jahr bei der WM in Beijing und wurde dort in 2:15:16 Zehnter. Er will sich in Mumbai durch eine gute Leistung für das Olympiateam seines Landes empfehlen. Ob diesbezüglich die indische Metropole das geeignete Plaster sein wird, muss sich zeigen. Klimatisch könnte allerdings der indische Winter an die Verhältnisse im August in Rio de Janeiro durchaus heranreichen.

Von den Vorleistungen des Starterfeldes dürfte Kiprop allerdings kaum auf einer vorderen Position zu erwarten sein, denn der Rest des Elitefeldes der Männer ist schon außergewöhnlich gut besetzt. Allein vier Läufer mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden und sogar neun Aktive mit Zeiten unter 2:08 Stunden sind für den Lauf in Mumbai gemeldet. Dabei wird der 44jährige Haudegen Hendrick Ramaala (RSA) allerdings nicht mehr in die Regionen seiner Bestzeit von 2:06:55 laufen können. Das sieht bei Seboka Dibaba (ETH), David Kiyeng (KEN) und Abraham Girma (ETH) schon anders aus.

Dibaba lief seine Bestzeit von 2:06:17 als Neunter des Dubai Marathon 2012 und wurde u.a. beim Seoul Marathon 2013 und Paris Marathon 2015 jeweils Dritter mit 2:07:26 bzw. 2:07:33. Kiyeng lief seinen Hasurekord von 2:06:26 bereits 2009 in Paris und gewann 2012 den Dagu Marathon in 2:07:57. Im letzten Jahr wurde er in Kapstadt Fünfter in 2:14:38, und sein letzter Marathon unter 2:10 Stunden datiert aus 2013 mit 2:09:30 in Chuncheon. Girma lief als Fünfter 2012 in Amsterdam 2:06:47 und 2013 lief er noch zweimal unter 2:10 Stunden in Hengsui und Paris, im letzten Jahr wurde er in Linz Dritter in 2:13:02.

Vier weitere Läufer haben Bestzeiten im Regime von 2:07 Stunden: Lawrence Kimaiyo (KEN, PB 2:07:01, Kosice 2012), Jacob Cheshari(KEN, 2:07:46, Frankfurt 2013) – Gewinner des Hannover Marathon 2015 – , Mulugeta Wami (ETH, 2:07:11, Amsterdam 2013) und Dereje Debele (ETH, 2:07:48, Düsseldorf 2013 – Sieger).

Bei den Frauen ist das Feld nicht ganz so stark besetzt. Hier sind Valentine Kipketer (KEN), die mit 2:23:02 den Amsterdam Marathon 2013 gewann, sowie Nesanet Achamo (ETH) als Zweite des Hamburg Marathon von 2014 die stärksten Läuferinnen im Feld.

Liste der Eliteathleten:
Jackson Kiprop UGA/1986 2:09:32
Seboka Dibaba ETH/1987 2:06:17
David Kiyeng KEN/1983 2:06:26
Abraham Girma ETH/1986 2:06:48
Hendrick Ramaala RSA/1972 2:06:55
Lawrence Kimaiyo KEN/1990 2:07:01
Mulugeta Wami ETH/1982 2:07:11
Jacob Cheshari KEN/1984 2:07:46
Dereje Debele ETH/1986 2:07:48
Marius Kimutai KEN/1992 2:09:14
Seboka Negusse ETH/1989 2:09:14
Ezekial Omullo KEN/1987 2:09:19
Josphat Leting KEN/1988 2:09:34
Herpasa Negasa ETH/1993 2:10:17
Lungile Gongqa RSA/1979 2:11:59
Michael Mazibuko RSA/1986 2:12:29
Xolisa Tyali RSA/1988 2:16:03
Joseph Ebuya KEN/1987 debut
Liste der Tempomacher
Michael Mutai KEN/1983
Ezekiel Chepkorom UGA/1992
Gideon Kipketer KEN/1992
Stephen Kiplagat KEN/1990
Geoffrey Kipyego KEN/1987
Liste der Eliteathletinnen:
Valentine Kipketer KEN/1993 2:23:02
Netsanet Achamo ETH/1987 2:24:12
Shuko Genemo ETH/1995 2:27:29
Workitu Ayanu ETH/1987 2:29:25
Alem Fikre ETH/1988 2:30:13
Rebecca Korir KEN/1992 2:30:36
Seada Kedir ETH/1988 2:31:38
Bornes Kitur KEN/1986 2:33:50
Tesfanesh Merga ETH/1986 2:34:44
Pamela Kipchoge KEN/1983 2:35:27

London Marathon am 24. April 2016: London gibt das Elitefeld der Frauen bekannt

london-marathon-logo-2015Wie in den Vorjahren wird beim Virgin money London Marathon am 24. April 2016 wieder ein Elitefeld von absoluter Weltklasse bei den Frauen an den Start gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltern präsentiert man in London sehr zeitig seine Felder, um festzustellen, dass für den „Rest“ der Marathonläufe im Frühjahr nur noch wenige Damen aus der ersten Garde verfügbar sind. Die starten nämlich fast ausnahmslos im April an der Themse. Wieviel es auch diesmal gekostet haben mag, um ein derartiges Weltklassefeld an die Startlinie in Black Heath zu bringen, darüber schweigt man sich in britischer Höflichkeit aus. Aber die Qualität der Frauenfeldes in London ist auch 2016 einmalig. Es wird vermutlich leichter sein, einen vorderen Platz bei den Olympischen Spielen in Rio der Janeiro zu erzielen als im London Marathon.

Nicht weniger als 5 Läuferinnen mit Bestzeiten unter der Schallmauer bei den Frauen von 2:20 Stunden sind in London verplichtet worden, 8 Athletinnen sogar mit Zeiten von unter 2:21 Stunden. Die vier schnellsten Zeiten des letzten Jahres wurden von Läuferinnen erzielt, die diesmal in London dabei sind. Dabei fungiert die „Titelverteidigerin“ aus dem Vorjahr, Tigist Tufa (ETH), mit einer Vorleistung von 2:21:52 sogar nur auf Platz 9. Tufa profitierte im letzten Jahr von dem moderaten Tempo jenseits der 10 km und konnte sich auf den letzten Kilometern mit einem gewaltigen Antritt von der versammelten Weltklasse absetzen. Dabei hatte sie allerdings schon drei Monate zuvor bis 35 km beim Dubai Marathon demonstriert, dass sie das Potential für eine sub-2:20-Läuferin besitzt. Bei den hohen Erwartungen an das Elitefeld war ihre Zeit im Ziel 2:03:22 etwas enttäuschend.

londom-mar-2015-tufa-40kmTigist Tufa (ETH) gewann den London Marathon im letzten Jahr.  (c) H. Winter

Ob das Rennen am 24. April schneller wird, ist fast zu erwarten. Noch eínmal wird sich ein derartiges Klassefeld auf ein langsames Tempo im Mittelteil kaum einlassen. Mary Keitany ist auch 2016 die Läuferin in London mit der schnellsten Vorleistung. Bei ihrem Sieg in London im Jahr 2012 lief sie 2:18:37 und  nach einer Babypause gewann sie zuletzt den New York City Marathon. Sie wird siche dafür sorgen, dass das Tempo diesmal nicht verschleppt werden wird.  Gleiches dürfte für Florence Kiplagat gelten, die vor allem durch ihre Weltrekorde im Halbmarathon in Barcelona von sich reden machte. Sie möchte am 14. Februar ihren Weltrekord zum dritten Mal steigern, möglichst sogar auf eine Zeit von unter 65 Minuten.

Erstmals in London wird die Kenianerin Gladys Cherono in ihrem dritten Marathon dabei sein. Nach einem tollen Debut mit 2:20:03 im Januar 2015, war sie bei ihrem Sieg beim Berlin Marathon in 2:19:25 die weltschnellste Läuferin in der Marathon-Saison 2015. Ihr Leistungspotential ermöglicht ihr sicher, noch schneller zu laufen. Bleibt zu hoffen, dass das diesmal in London auch umgesetzt wird. Und diesbezüglich sind noch Mare Dibaba (ETH) und ihre Landsfrau Aselefech Mergia zu nennen. Dibaba ist wie Cherono erstmals in London am Start und sorgte im letzten Jahr ganz früh in der Saison bei ihrem Sieg im chinesischen Xiamen in 2:19:52 für eine Topleistung, die sie auch schon 2012 als Dritte in Dubai erzielte. Sie gewann im August 2015 in Beijing den Weltmeistertitel im Marathon der Frauen. Mergia konnte den Dubai Marathon bereits dreimal gewinnen, 2011, 2012 (PB 2:19:31) und 2015 (knapp vor Gladys Cherono). Im letzten Jahr wurde sie in London Dritte.

londom-mar-2015-women-30kmDie Spitze des Frauenfeldes beim London Marathon 2015 in der mittleren Phase des Rennens. (c) H. Winter

Neben den 2:20-Stunden-Läuferinnen Priscah Jeptoo (KEN, PB 2:20:14), Feyse Tadese (ETH, 2:20:27) und Jemima Sumgong (KEN, 2:20:48) sind auch die besten britischen Frauen am Start, die sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifizieren wollen. Das Elitefeld der Männer, das auch diesmal in der Qualität dem der Frauen nicht nachsteht, dürfte in Kürze bekannt gemacht werden.london-2015-pace-womenDer Rennverlauf bei den Frauen beim London Marathon 2015. Wie die Grafik veranschaulicht, wurde das Tempo vor allem nach 10 km zunehmend verschleppt.  (c) H. Winter

Feld der Elite-Läuferinnen mit pers. Bestzeit:
Mary Keitany (KEN) 2:18:37
Gladys Cherono (KEN) 2:19:25
Aselefech Mergia (ETH) 2:19:31
Florence Kiplagat (KEN) 2:19:44
Mare Dibaba (ETH) 2:19:52
Priscah Jeptoo (KEN) 2:20:14
Feyse Tadese (ETH) 2:20:27
Jemima Sumgong (KEN) 2:20:48
Tigist Tufa (ETH) 2:21:52
Jessica Augusto (POR) 2:24:25
Volha Mazuronak (BLR) 2:25:36
Rkia El Moukim (MAR) 2:26:33
Diana Lobacevske (LTU) 2:28:03
Sonia Samuels (GBR) 2:28:04
Freya Ross (GBR) 2:28:10
Alyson Dixon (GBR) 2:29:30
Louise Damen (GBR) 2:30:00
Susan Partridge (GBR) 2:30:46
Irvette Van Blerk (RSA) 2:31:26
Cassie Fien (AUS) 2:38:53
Jess Coulson (GBR) debut
Charlotte Purdue (GBR) debut

Die schnellsten fünf Zeiten im Marathon der Frauen im Jahr 2015:
1. 2:19:25 Gladys Cherono Kiprono KEN Berlin 27.9.2015
2. 2:19:52 Mare Dibaba ETH Xiamen 3.1.2015
3. 2:20:02 Aselefech Mergia ETH Dubai 23.1.2015
4. 2:20:03 Gladys Cherono Kiprono KEN Dubai 23.1.2015
5. 2:20:21 Lucy Wangui Kabuu KEN Dubai 23.1.2015
Läuferinnen in fettem Font sind in London im April 2016 am Start

Egmond Halve Marathon am 10. Januar 2016: Ein Lauf unter extremen Bedingungen

egmond-halve-marathon-logoMit einem ungewöhnlichen Rennverlauf bei extremen äußeren Bedingungen ging heute Mittag in Egmond aan Zee der 44. Egmond Halve Marathon über die Bühne. Die Temperaturen von 7°C und kein Regen waren zwar von Vorteil, aber Wind mit einer Stärke von „5“ und eine extreme Strecke forderten im ersten Teil den Läufer einiges ab. Nur so ist auch ein Ablauf zu erklären, der zwei Hälften sah, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Die ersten 10 km wurden von der Spitze in 36:36 (!) zurückgelegt, das ist bestenfalls das Niveau engagierter Freizeitläufer. Für die zweiten 10 km brauchte der Spitzenläufer 28:12, das ist Weltklasse und über 8 Minuten schneller als das erste Segment.

Ein wesentlicher Grund für diese hohe Asymmetrie lag darin begründet, dass der Pulk der Läufer auf den ersten 7 km direkt am Sand-Strand liefen und ein kräftiger Wind entgegen blies.  So erinnerten die Bilder von der Strecke mehr einer Jogging-Partie als ein Lauf mit internationaler Topbesetzung. Erst als es vom Strand und die Dünen auf befestigte Wege ging, wurde das Tempo schlagartig erhöht. Wurden die ersten beiden 5 km-Abschnitte noch in über 18 Minuten zurückgelegt, so brauchte man für die 5 km nach 15 km in 50:59 nur noch 14:23.

egmond-halve-marathon-strand-spitze1Eine ungewöhnlich große Gruppe für eine Veranstaltung mit Topathleten am Strand von Egmond aan Zee auf den ersten 7 km.  (c) TV80

Bei 15 km lagen bis auf Emmanuel Mutai (KEN), der wenige Sekunden zurücklag, die Favoriten in einer Vierergruppe vorne: Aberu Kuma (ETH), Bernard Kipyego (KEN), Abdi Nageeye (NED) und Yekeber Bayabal (ETH). Ab hier wurde das Rennen sehr schnell, nach einem km in 2:46 brach die Spitzengruppe auseinander und der Äthiopier Bayabal setzte sich ab. Dabei holte er zunächst kurz nach 16 km die Frauen ein, die in einem Handicap-Rennen 9:17 Minuten vor den Männern gestartet wurden, und hielt das Tempo hoch. Die weiter km-Abschnitte: 2:46, 2:44, 2:45 und 2:48. Nach 20 km in 64:48 (da ist man sonst bei Topläufen schon lange im Ziel) lief der Führende die 5 km in beeindruckenden 13:49.

Durch dieses hohe Tempo kam auch keiner der Verfolger mehr an Bayabal heran, der in 1:08:08 ein Rennen mit einem wahrhaft ungewöhnlcihen Verlauf gewann. Benard Kipyego war zwischendurch etwas zurückgefallen, arbeitete sich in der Schlussphase aber noch auf Platz 2 in 1:08:33 vor, kurz dahinter belegte Aberu Kuma (ETH) in 1:08:40 den dritten Platz. Und hinter dem „Niederländer“ Abi Nageeye in 1:09:02 lief einer der Favoriten Emmanuel Mutai eine Sekunde später auf Platz 5 ein. Im internationalen Maßstab sind das alles eher zweitklassige Zeiten, bedürfen aber der Berücksichtigung der Randbedingungen. Und die waren in der Tat sehr extrem.

Das zeigte sich auch bei den Frauen, die bis 10 km in 44 (!) Minuten gleichfalls eine Joggingtour hinter sich brachten. Dann wurde aber auch bei den Frauen die Fahrt deutlich schneller. Bei 15 km nach 59:45 – die letzten 5 km in 15:45 – lag noch ein Duo an der Spitze, vom dem Genet Yalew (ETH) am Ende die meisten Reserven hatte und in 1:19:02 gewann. Zweite wurde Dibabe Kuma (ETH) in 1:19:32. Auch für diese Zeiten gilt die gleiche Einschätzung wie bei den Männern. Im (Elite-)Halbmarathon erreichten 1224 Aktive das Ziel, insgesamt waren in Egmond 17000 Teilnehmer auf den Beinen. Im kommenden Jahr findet der Lauf am 8. Januar 2017 statt.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Yekeber Bayabal ETH 1:08:08
2. Bernard Kipyego KEN 1:08:33
3. Abera Kuma ETH 1:08:40
4. Abdi Nageeye NED 1:09:02
5. Emmanuel Mutai KEN 1:09:03
6. Khalid Choukoud NED 1:09:24
7. Filex Chemonges UGA 1:09:36
8. Abdi Ulad Hakin DEN 1:10:09
9. Ronald Schröer NED 1:10:16
10. Michel Butter NED 1:10:48
Splits des führenden Läufers (inoffiziell)
 5 km 19:25*
10 km 36:36 17:11
15 km 50:59 14:23
20 km 1:04:48 13:49
 HM 1:08:08  3:20
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen
1. Genet Yalew ETH 1:19:02
2. Dibabe Kuma ETH 1:19:31
3. Jachline Chepngeno KEN 1:20:34
4. Aynalem Kasahun ETH 1:21:55

Standard Chartered Dubai Marathon am 22. Januar 2016: Sechs ehemalige Dubai-Champions am Start

dubai-mar-2016-logoVergleichbar mit einer „Salami-Taktik“ machen die Organisatoren des Standard Chartered Dubai Marathon ihre Elitefelder bekannt, die in knapp zwei Wochen am 22. Januar 2016 (Freitag) unweit des Nobelhotels Burj Al Arab an den Start gehen werden. Nachdem schon vier Sieger bzw. Siegerinnen der letztenJahre als Teilnehmer der diesjährigen Ausgabe verkündet wurden, wurde jetzt auch der Start der beiden Sieger von 2014 und 2015 angekündigt.

Auf dem neuen Kurs mit Start und Ziel gegenüber der Dubai Police Academy siegte im Januar 2014 überraschend der junge Tsegaye Mekonnen Asefa (ETH) in 2:04:32, ein inoffizieller Junioren-Weltrekord, allerdings mit der Einschränkung unsicherer Geburtsdaten in seinem Heimatland. Danach konnte er aber die hohen Erwartungen auf eine große Karriere kaum erfüllen. Im gleichen Jahr wurde er London in 2:08:06 Fünfter und stieg im Oktober in Frankfurt aus. Auch beim London Marathon 2015 beendete er das Rennen nach 35 km vorzeitig. Ob der Youngster an der Stelle seines frühen Triumphes wieder eine Topzeit laufen kann, erscheint mehr als fraglich.

sieger-asefa-mod-dubai-2014Tsegaye Mekonnen (ETH) ist nach 2014 diesmal wieder in Dubai dabei.  (c) H. Winter

Auch der (überraschende) Vorjahressieger Hayle Lemi Berhanu wird wieder and der Startlinie stehen, nachdem er im letzten Jahr nach der Aufgabe von Topstar Kenenisa Bekele (ETH) die Gunst der Stunde nutzte und die sichtbar irritiere Konkurrenz bezwang. In einem sehenswerten Finale konnte der zuvor weitgehend unbekannte Nachwuchsmann (2014: Sieger in Zürich in 2:10:40) seinen Landsmann Lelisa Desisa in 2:05:28 bezwingen. Seine Leistung aus dem Emirat konnte er im Verlaufe des Jahres auch in Warschau bestätigen, wo er den Orlen Warschau Marathon in 2:07:57 gewann.

dubai-2013-zielEin legendäres Finale in Dubai im Jahr 2013. Fünf Läufer schaffen eine Zeit von unter 2:05 Stunden. Das gab es zuvor und auch danach noch nie.  (c) H. Winter

Aktuelle Liste der Eliteathleten (10.1.2016)
Ayele Abshero Biza ETH 2:04:23 (CR) 1. Dubai 2012
Tsegaye Mekonnen Asefa ETH 2:04:32 1. Dubai 2014
Tsegaye Kebede ETH 2:04:38 1. Chicago 2012
Hayle Lemi Berhanu ETH 2:05:28 1. Dubai 2015
Mamitu Daska Molisa ETH 2:24:19 1. Dubai 2010
Tirfi Tsegaye Beyene ETH 2:23:23 1. Dubai 2013
Mula Seboka Sefu ETH 2:25:01 1. Dubai 2014

dubai-2015-mapDer Kurs wurde gegenüber dem Vorjahr leicht verändert, man läuft 2016 zunächst in Richtung Media City und dann zur nördlichen Wende in Jumeirah. Die gesamte Marathonstrecke umfasst zwei Wenden sowie zwei 90°-Kurven.  (c) Veranstalter

Great Edinburgh Xcountry am 9. Januar 2016: Mo Farah im Spurt geschlagen

edinburgh-2016-logoMit einer Überraschung endete der Great Edinburg Xcountry, denn der hohe Favorit Mo Farah (GBR) startete in die Olympische Saison mit einer Niederlage. Lange lag der zweifache Doppel-Olympiasieger über die Bahnlangstrecken souverän an dritter Position im 8 km Lauf. Kurz vor Eingang der letzten von 4 Runden, setzte sich Mo an die Spitze und zog das Tempo an. Dabei blieb zunächst eine Fünfergruppe zusammen, die erst 500 m vor dem Ziel durch den Antritt von Garrett Heath (USA) gesprengt wurde. Farah konnte zunächst folgen, verlor dann aber knapp 400 m vor dem Finale den Kontakt zum Amerikaner. Und auch sein legendäres Finish brachte ihn nicht mehr näher an Heath heran, der deutlich in 25:29 mit 2 Sekunden Vorsprung den Lauf gewann. Der Amerikaner hatte in den letzten beiden Jahren bereits bei der gleichen Veranstaltung jeweils die 4 km gewonnen und dabei mit Asbel Kiprop und Kenenisa Bekele hochkarätige Konkurrenz hinter sich gelassen. Farah zeigte sich im Interview leicht enttäuscht und wird seine Vorbereitungen auf die Saison 2016 mit einem Trainingslager in Kenia/Äthiopien fortsetzen. Bis zu den Wettkämpfen in Rio sind es noch gut acht Monate und somit viel Zeit.

edinburgh-2016-moMo Farah wurde beim Edinburgh Cross nur Zweiter.  (c) BBC

edinburgh-2016-winner-wmBei den Frauen siegte überlegen die Britin Kate Avery, die sich nach der Hälfte der 6 km Strecke absetzen konnte und den Vorsprung zunehmend ausbaute.  (c) BBC

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Tiberias Winner Marathon am 8. Januar 2016: Äthiopischer Sieg im strömenden Regen

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Bei strömendem Regen ging heute morgen der Tiberias Winner Marathon am Ufer des Sees Genezareth über die Bühne. Am schnellsten war der Äthiopier Teferi Kebede Balcha in 2:15:30 vor seinem Landsmann Dereje Tadesse Raya in 2:19:52. Eine Fünfergruppe lag bis 15 km zusammen und trug den denkbar schlechten Verhältnissen durch ein sehr moderates Tempo Rechnung. 5 km wurden nach 16:24 zurückgelegt und die 10 km am südlichen Rand des Sees nach 32:58. Nach 15 km in 49:07 brach die Spitzengruppe auseinander. Der spätere Sieger Balcha konnte sich hier von seinen vier Mitstreitern absetzen und passierte die 20 km-Marke am legendären Kibbuz Ein Gev am Ostrand des Sees in 1:04:49, Dereje Raya (ETH), Samuel Demie (ETH) und David Barmasai (KEN) folgen mit 8 Sekunden Rückstand.
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Balcha baute nun seinen Vorsprung in der zweiten Hälfte kontinuierlich aus, bei 25 km in 1:20:03 lag er schon eine volle Minute vor dem Verfolgertrio, bei 30 km nach 1:35:47 war sein Vorsprung schon auf über zwei Minuten angewachsen. Am Ende siegte der Äthiopier hoch überlegen in 2:15:30, was durch die auch in diesem Jahr schlechten äußeren Bedingungen zu erklären sein mag. Der Streckenrekord von 2:07:30 in Tiberias liegt in der Tat in anderen Regionen. Hinter Balcha brach die Verfolgergruppe auseinander und Dereje Raya wurde Zweiter in 2:19:52, dann folgten Samuel Demie in 2:22:21 und der ehemalige Dubai-Sieger David Barmasai in 2:23:51.
tiberias-mar-2015-winnerTeferi Balcha (ETH) war in 2:15:30 der Sieger der Regenschlacht beim Tiberias Winner Marathon am 8. Januar 2016 am See Genezareth. (c) Veranstalter
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Bei den Frauen gewann Edinah Kwambai (KEN) in 2:51:15. Der Lauf war als offene israelische Meisterschaften ausgeschrieben worden, auch mit dem Ziel Qualifikationszeiten für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu erzielen. Bei den ungünstigen Bedingungen schaffte aber bis auf den Sieger keiner der gut 2000 Teilnehmer im Marathon die entsprechenden Normen von 2:19 bzw. 2:45 zu unterbieten. Und der Sieger hätte schon gut 10 Minuten schneller laufen müssen, um sich für das Olympiateam seines Landes zu empfehlen.
 tiberias-mar-2016-vor-startSo sah es heute morgen kurz vor dem Start um 7:30 Uhr Ortszeit in Tiberas aus.  (c) Veranstalter

 

Ergebnis Marathon der Männer:
 1. Teferi Kebede Balcha
ETH
02.15.30
 2. Dereje Tadesse Raya
ETH
02.19.52
 3. Samuel Getachew Demie
ETH
02.22.11
 4. David Barmasai Tumo
KEN
02.23.51
 5. Mlkmo G’mbr
ISR
02.24.01
 6. Luka Rotich Lobuwan
KEN
02.24.47

Egmond Halve Marathon (NL) am 10. Januar 2016: Hochklassige Eliteläufer

egmond-halve-marathon-logoBereits zum 44. Mal findet am kommenden Sonntag in der niederländischen Küstenstadt der „Saucony Egmond Halve Marathon“ statt. Der Lauf geht über die Halbmarathondistanz und hat als Besonderheit ein Streckenstück, das kurz nach dem Start knapp 7 km auf Sand unmittelbar am Strand verläuft. Der Rückweg dieses Laufs, der 1973 erstmals gestartet wurde, geht dann auf festen Wegen zurück ins Ortszentrum von Egmond. Durch den Termin bedingt können die Bedingungen sehr schwierig werden, wie auch ein Blick in die Siegerlisten zeigt. Der Streckenrekord in Egmond wurde 2012 durch Dawit Wolde (ETH) mit 1:00:45 aufgestellt, was paradoxerweise genau eine Sekunde schneller ist als die aktuelle Welt-Jahresbestzeit des nun sehr jungen Jahres 2016.

Parcourskaart-Egmond-Half-2015-v2Der Streckenverlauf bem Egmond Halve Marathon. Kurz nach dem Start geht für ca. 7 km untermittelbar am (Sand-)Strand entlang.  (c) Veranstalter

In diesem Jahr ist es dem Veranstalter gelungen Athleten der absoluten Weltklasse zu verpflichten. Mit Bernard Kipyego (KEN), Abera Kuma (ETH) und Emmanuel Mutai (KEN) sind in der Tat Ausnahmekönner der Szene am Start.

Der 25-jährige Äthiopier Abera Kuma war bereits 2013 dabei und gewann den Halbmarathon in 1.01.20. Seine Bestzeit im Halbmarathon steht bei 1.00.19, erzielt in Birmingham im Jahr 2012. 2014 wurde er beim Berlin Marathon Dritter in 2.05.56, und sein größter Erfolg war bisher der Sieg beim Rotterdam Marathon im letzten Jahr in 2.06.47.

Auch Bernard Kipyego (KEN) war schon in Egmond am Start, im letzten Jahr wurde er aber nur Sechster in 1.04.17. Seine Bestzeit im Halbmarathon mit 59:10 Minuten ist ungleich schneller (Rotterdam 2009) und in Ras Al Khaimah lief er 2011 und 2014 mit 59:45 und 59:47 gleichfalls unter einer Stunde. Er gewann im Oktober den Amsterdam Marathon in 2:06:19 und lief damit bereits viermal unter 2:07 Stunden über die volle Marathondistanz.

Der dritte im Bunde der Topathleten ist der Kenianer Emmanuel Mutai, der bei seinem Sieg beim London Marathon 2011 eine Zeit von 2.04.40 erreichte. Davor und danach glänzte er mit einer ganzen Anzahl zweiter Plätze, am prominentesten war sicher Rang 2 in 2:03:13 hinter dem Weltrekord laufenden Dennis Kimetto (2:02:57) im Rahmen des Berlin Marathon 2014. Seine Bestzeit über die halbe Distanz erzielte er bereits 201 in Lissabon mit ganz knapp über einer Stunde in 1:00:03.

london-2015-e-mutai-finishDer Kenianer Emmanuel Mutai (KEN) ist einer der diesjährigen Topathleten in Egmond aan Zee.  (c) H. Winter

Bei der Traditionsveranstaltung an der niederländischen Küste werden 17.000 Läufer erwartet („hardlopers“), weitere Information finden sich auf der Webseite des Veranstalters:  www.sauconyegmondhalvemarathon.nl.

 

    Die Sieger der letzten Jahre beim Egmond Halve Marathon
2011 16.990 Ayele Abshero ETH 1:02.23 Ab. Afework ETH 1:12.53
2012 15.937 Dawit Wolde ETH 1:00.45 Meseret Hailu ETH 1:11.18
2013 17.268 Abera Kuma ETH 1:01.20 Helah Kiprop ETH 1:10.55
2014 17.739 Ayele Abshero ETH 1:02.52 Guteni Schone GER 1:11.55
2015 17.000 Azm. Mengist ETH 1:03.01 Pur. Cherotich  KEN 1.11.40