ING Nacht-Marathon Luxemburg am 30. Mai 2015: John Komen siegt in 2:13:55

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Pünktlich um 19 Uhr am 30. Mai 2015 fiel der Startschuss zur zehnten Auflage des Luxemburg-Marathons. Insgesamt rund 11.000 Läufer aus über 48 Ländern und unzählige Zuschauer ließen sich das nächtliche Laufspektakel nicht entgehen. Die Kenianerin Naomi Tuei verbesserte den vier Jahre alten Streckenrekord ihrer Landsfrau Rael Kiyara um fünf Sekunden auf 2:34:23 Stunden.

Bei den Männern blieb eine sechsköpfige Gruppe mit 30:54 bei 10 km und 1:06:58 für die halbe Distanz zusammen. Danach fiel die Gruppe auseinander, der spätere Sieger John Komen (KEN) konnte sich lösen und den Lauf in 2:13:55 Stunden gewinnen. Damit war er nur zehn Sekunden langsamer als der Steckenrekordler Bellor Yator im Jahr 2012. Platz 2 ging an Hosei Kipkemboi (Kenia) in 2:15:22  vor Johnstone Maiyo sicherte sich mit 2:19:30 Platz 3.

Nicht nur das Lichtspektakel sorgte bei den Läufern und zahlreichen Zuschauern für tolle Stimmung. Folklorebands, Blasmusikkapellen und Sambamusiker unterstützten die Läufer während des Laufs.

 

    Ergebnisse der Männer:

1. KOMEN, John (KEN) 02:13:55
2. KIPKEMBOI, Hosea (KEN) 02:15:22
3. MAIYO, Johnstone Kibet (KEN) 02:19:30
4. BETT, Stanley (KEN) 02:20:44
5. RUTTO, Stephen Kipchumba (KEN) 02:23:01

 

Ergebnisse der Frauen:

1. TUEI, Naomi (KEN) 02:34:23
2. BOKU, Zerfe Worku (ETH) 02:37:06
3. KIMAIYO, Rael Jepyator (KEN) 02:37:43
4. MOHAMMED, Merima (BDI) 02:38:45
5. KIPCHOGE, Pamela Jemeli (KEN) 02:40:54

19. European Cup über 10000 m in Chia-Pula (Italien): Kein Läufer schafft den „A-Standard“ für die WM

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Weitgehend unter Auschluss der Öffentlichkeit fanden sich die nicht unbedingt besten 10000m-Läufer der europäischen Laufszene zur 19. Auflage des European Cups über 10000 m auf der Bahn ein. Und so sehr man sich auch im Vorfeld bemühte und die Veranstaltung im italienischen Chia-Pula mit viel Herzblut organisierte, man wird den Eindruck nicht los, dass sich diese Disziplin aktuell stark im Abwind befindet.

Diese Auffassung belegt schon die Siegerzeit des aus Kenia stammenden und für die Türkei startenden Polat Kemboi Arikan, der überlegen in 28:09,47 gewann, damit aber weit vom (recht hohen) A-Standard für die WM im August in Beijing (27:45) entfernt war. Auch bei den Frauen, wo die „Spanierin“ Trihas Gebre gleichfalls deutlich in 32: 14.94 gewann, waren die Leistungen für ein europisches Topevent eher bescheiden.

Die Team-Wettbewerbe (Addition der drei besten Zeiten einer Nation) gewannen bei den Männern Spanien in 1:26:23.97 und bei den Frauen Großbritannien in 1:29:23.86, in beiden Fällen belegte Spanien Platz 2.

Ergebnisse des A-Laufes der Männer: 

1 Polat Kemboi Arıkan TUR 28:09.47   SB
2 Juan Pérez ESP 28:25.66   PB
3 Jamel Chatbi ITA 28:39.01   SB
4 Tadesse Abraham SUI 28:41.37   PB
5 Alemayehu Bezabeh ESP 28:42.45   SB
6 Stefano La Rosa ITA 28:42.55
7 Ahmed El Mazoury ITA 29:02.41   SB
8 Cihat Ulus TUR 29:13.09
9 Dewi Griffiths GBR 29:13.51
10 Dmytro Lashyn UKR 29:17.84
11 Abdelhadi El Hachimi BEL 29:18.59
12 Andrew Butchart GBR 29:32.43   PB
13 Bohdan Semenovych UKR 29:41.18
14 Riad Guerfi FRA 29:58.10
15 José España ESP 30:01.17
16 Aimeru Almeya ISR 30:15.18
17 Berihun Wuve ISR 30:22.09
18 Ben Lindsay GBR 30:22.41
19 Şeref Dirli TUR 30:29.42
20 Stsiapan Rahautsou BLR 30:36.18
21 Girmaw Amare ISR 31:20.99

 

Ergebnisse der Frauen:

1 Trihas Gebre ESP 32:14.94   SB
2 Valeria Straneo ITA 32:32.41   SB
3 Lily Partridge GBR 33:02.03
4 Jess Coulson GBR 33:03.03
5 Iwona Lewandowska POL 33:04.68   SB
6 Jeļena Prokopčuka LAT 33:05.42   SB
7 Jo Pavey GBR 33:18.80   SB
8 Sonja Stolić SRB 33:31.22   SB
9 Anna Incerti ITA 33:34.16   SB
10 Paula González ESP 33:34.73   SB
11 Olha Kotovska UKR 33:34.91   SB
12 Maryna Damantsevich BLR 33:36.63
13 Paula Todoran ROU 33:36.92   SB
14 Paulina Kaczyńska POL 33:46.29
15 Olha Skrypak UKR 33:48.63
16 Claudia Pinna ITA 33:52.09   SB
17 Carmen Oliveras FRA 33:53.63   SB
18 Nuria Lugueros ESP 33:55.24
19 Militsa Mircheva BUL 34:03.59   PB
20 Dominika Napieraj POL 34:09.45
21 Tatsiana Stsefanenka BLR 34:18.18
22 Alyson Dixon GBR 34:19.50
23 Nina Savina BLR 34:21.37
24 Valeria Roffino ITA 34:22.72
25 Kateryna Karmanenko UKR 34:28.28   SB
26 Federica Dal Ri ITA 34:29.68
27 Anna Sofie Holm Baumeister DEN 34:40.27
28 Katarína Berešová SVK 34:51.18
29 Sevilay Eytemiş TUR 34:55.88
30 Marta Silvestre ESP 35:01.58
31 Ana Mafalda Ferreira POR 35:07.70
32 Daniela Cunha POR 35:19.35
33 Cláudia Pereira POR 35:49.28   SB

Der (aufhaltbare) Abstieg des Rock´n´Roll San Diego Marathon

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Auch großartige Bestleistungen im Bereich der Altersklassen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der legendäre San Diego Rock´n´Roll Marathon im freien Fall zur leistungssportlichen Bedeutungslosigkeit befindet. Die Veranstaltung, die im Jahr 1998 von Tim Murphy mit der Idee Laufsport und Musik zu kombinieren, ins Leben gerufen wurde, war bereits bei der ersten Auflage ein Riesenerfolg. 20000 Teilnehmer fanden sich damals an der Startlinie ein. Seit dieser Zeit beflügelte die (Rock-)Musik die Teilnehmer auf der Strecke und nach dem Lauf gab es zum Abschluß Konzerte namhafter Stars aus der einschlägigen Musikszene. Die Idee machte Schule und weitete sich schnell auf Läufe in anderen Städten der USA aus.

Aber neben dem Spaß und der Musik hat der Marathonlauf auch eine leistungssportliche Komponente, die von Anfang an in San Diego eine große Rolle spielte. Der legendäre Mike Long und sein „Elite Racing“ zeichneten für dieses Segment in San Diego verantwortlich. Durch seine vielfältigen Kontakte und engen Freundschaften zu vielen Athleten gelang es Long von Anfang an, Topathleten für diese Veranstaltung zu gewinnen. Bereits bei der zweiten Auflage erzielte der Kenianer Philip Taurus mit 2:08:33 eine zu jener Zeit internationale Topleistung. Dies schien damals der Startpunkt einer Entwicklung zu werden, neben dem sehr erfolgreichen Konzept des Breitensports den San Diego Marathon in der globalen Laufszene zu etablieren.

mike-with-bogacheva-tarusDer legendäre Mike Long (Mitte) mit den Siegern des San Diego Marathon im Jahr 1999. Links: Irina Bogacheva, rechts: Philipp Taurus. Taurus lief damals den heute noch aktuellen Streckenrekord von 2:08:33.  (c) Elite Racing

Doch durch diverse Entwicklungen kam es dann – allerdings zunächst noch mit erheblicher Verzögerung – ganz anders. 2007 verstarb Long unerwartet und die bereits auf weitere Standorte ausgedehnte Serie von Rock´n´Roll Marathons wurde von der Competitor Group übernommen, die das Engagement in den Lauf- und Ausdauersport vornehmlich mit den Augen eines Investors betrieb. Das führte zwar zu einer sehr erfolgreichen, fast inflationären Übernahme diverser Laufevents in den USA und später auch in Europa – man nähert sich immer mehr der Millionengrenze von Teilnehmern pro Jahr in den Competitor Events – , führte aber auch zu einer Revision der Konzepte im sportlichen Bereich.

Als man vor zwei Jahren zu dem Schluss kam, dass die Eliteläufer vor allem von der kommerziellen Seite ein erheblicher Kostenfaktor darstellen, wurde dieses Segment rigoros zusammen gestrichen, um es den engagierten Breitensportlern zu überlassen. Der Sturm der Entrüstung, der nach diesen Maßnahmen Competitor entgegenblies, war so gewaltig, dass man schnell zurückruderte. Allein der Verlust an Reputation in den Medien schien für die weitgehend finanziell orientierten Veranstalter Grund genug, zunächst die Enscheidungen in aller Hast zu revidieren. Dazu gehörte auch die erneute Zusammenarbeit mit Mike Turnbull, dem Nachfolger Mike Longs als Athletenkoordinator , der Competitor schon verlassen hatte.

Wie sich die Dinge aktuell bei Competitor trotzdem entwickeln, kann man nur mit Sorge verfolgen. Die Ereignisse am vorletzten Sonntag in San Diego stützen (leider) eine solche pessimistische Einschätzung. Denn die Aufmerksamkeit der Medien wird nun weniger durch absolute sportliche Topleistungen als mehr durch außergewöhnliche Geschehnisse im Lifestyle-Segment sichergestellt.

Und da kam den Veranstaltern die 92jährige (und 67 Tage alte) Herriette Thompson aus Charlotte (VA) gerade recht, die trotz diverser Krebserkrankungen als älteste Frau in der Geschichte einen Marathon in der respektablen Zeit von 7:24:36 (7:22:05 netto) absolvierte. 16mal war Herriette in San Diego bereits dabei, im letzten „schraubte“ sie den Weltrekord der W90 auf 7:07 Stunden. Diesmal war sie für die Veranstalter von so hoher Bedeutung, dass sie sogar in der Business Class nach Kalifornien eingeflogen und in den Tagen vor dem Lauf medial sehr wirksam präsentiert wurde.

san-diego-2015-herniette-92yHerriette Thompson aus Charlotte (VA) ist nun mit 92 Jahren und 65 Tagen die älteste Frau, die jemals einen vollen Marathon absolvierte.  (c) Veranstalter

san-diego-2015-certificate-henrietteDie Splits von Herriette Thompson beim San Diego Marathon 2015.

Zur gleichen Zeit wird der diesjährige Sieger des San Diego Marathons vermutlich seine Unterlagen von der Messe abgeholt haben. Kaum jemand wird ihn registriert haben, und bezahlt haben wird er seinen Start wohl auch selbst.

Der leistungssportliche Fokus in San Diego lag in den letzten Jahren auf dem Halbmarathon. 2013 wurde dort Bernard Koech (KEN) mit 58:41 der drittschnellste Läufer aller Zeiten, das zu große Gefälle im Schlußpart verhinderte jedoch die Aufnahme dieser Leistung in die Bestenlisten. In diesem Jahr beschränkte man sich auf die US-Meisterschaften im Halbmarathon Master-Bereich. Meb Keflezighi als Topstar wurde in einem eigenartigen Rennen vom vermeintlichen Tempomacher Jordan Chipangame (ZIM) wieder eingeholt, der dann in 62:27 knapp gewann. Die Zeit von Keflezighi mit 62:29 kann als neuer US-Masterrekord wegen des Streckenprofils keine Anerkennung finden. Die Rekordausbeute mußte sich so auf die Masters-Bestmarken für 15 km (44:23) und 10 Meilen (16093,44 m, 47:39) beschränken.

Dagegen war das Leistungsniveau im Marathon gemessen an den Ansprüchen früherer Jahre zu Zeiten eines Mike Long nahezu erschreckend. Was in Vorberichten mit einem „marathon with less star power“ gemeint war, konnte man dann am Zieleinlauf erleben. Nachdem bereits im letzten Jahr mit einer Siegerzeit von 2:23:50 das Niveau stark absackte, gab es diesmal einen dramatischen Fall in fast breitensportliche Dimensionen. Igor Campos aus dem kalifornischen Chula Vista gewann in 2:37:05, die beste Frau folgte bereits gut 4 Minuten später. Igor gab sicher sein Bestes und gehört nicht zur Gattung der Eliteläufer, aber eine Siegerzeit fast eine halbe Stunde hinter dem Streckenrekord ist für einen Marathon dieser Güte kaum nachzuvollziehen und nahezu blamabel.

Verständlich wird dieses Resultat – und das ist die eigentliche Relevanz dieser Leistung -, wenn man erfahren muss, wie der Veranstalter durch gezielte Reduzierung der Preisgelder und den Verzicht auf die Einladung adäquater Elitefelder dies sehr bewusst steuert. Damit setzt einer der größten Player in der globalen „Lauf-Industrie“ ganz bewusst Zeichen gegen den Hochleistungssport im Straßenlauf. Man kann das auch noch treffender ausdrücken: In der Gewinn-Maximierung von Straßenlauf-Veranstaltungen sind Eliteläufer ein unnötiger Kostenfaktor. Die Competitor Group scheint bis auf wenige Ausnahmen, diesen Weg konsequent zu beschreiten.

Dabei geht man davon aus, dass diese Entwicklungen den „die Einnahmen einbringenden Massen“ weitgehend gleichgültig sind. In der Tat kann man sich fragen, was es bringt, wenn eine Horde ostafrikanischer Topathleten meilenweit vor dem Rest des Feldes vorwegrennen und dafür üppige Preisgelder kassieren.

In San Diego hat man offensichtlich diese Frage aus kaufmännischer Sicht beantwortet. Ob sich dies am Ende auch „auszahlt“, wird sich zeigen müssen. Die Sponsoren halten momentan der Veranstaltung noch die Treue, das lokale Fernsehen ist aber bereits aus einer ausführlichen Berichterstattung ausgestiegen.

Man wird aufmerksam verfolgen müssen, inwieweit diese Entwicklungen Schule machen und auch auf weitere Veranstaltungen übergreifen. Bei vielen von Competitor zu verantwortenden Rennen wie Tempe/Arizona oder Seattle sind ähnliche Tendenzen unverkennbar. Man kann das auch mit Begriffen aus der Arbeitswelt formulieren: Die „Arbeitsplätze“ für Hochleistung-Athleten aus vornehmlich ostafrikanischen Regionen werden bei Competitor konsequent abgebaut.

Was in San Diego mit großem Engagement und Können Ende des letzten Milleniums so erfolgreich gestartet wurde, findet nach 18 Ausgaben ein jähes Endes. Man erfreut sich an rüstigen Senioren/innen und nimmt bewusst in Kauf, dass es bei der ganzen Aktion einen großen Verlierer gibt: Den (Leistungs-)Sport.

Der globalen Marathonszene stehen diesbezüglich ereignisreiche Jahre ins Haus.

Die Siegerzeiten beim San Diego Marathon in den letzten Jahren veranschaulichen den zunehmenden leistungsportlichen Niedergang in den letzten drei Jahren:

2008 Simon Wangi KEN 2:10:07
2009 Khalid Boumlili MAR 2:11:16
2010 Richard Limo KEN 2:09:56
2011 Terfa Negeri ETH 2:11:18
2012 Nixon Machichim KEN 2:10:03
2013 Simon Njoroge KEN 2:15:00
2014 Ben Bruce USA 2:23:50
2015 Igor Campos USA 2:37:05

Mattoni Budweis Halbmarathon: Cheroben siegt im Glutofen von Ceské Budejovice

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Die 4. Auflage des Halbmarathons in der böhmischen Stadt mit dem berühmten Bier sollte mit einem der Topstars der Szene eine weitere Steigerung des Streckenrekords bringem, den der Kenianer Daniel Chebii mit 59:49 bei der Premiere 2012 ausstellte. Doch auch Abrahm Cheroben musste erkennen, dass bei solchen extremen Bedingungen mehr einfach nicht zu machen war. Denn schon vor dem Start der gut 3000 Teilnehmer auf dem Marktplatz in Budweis waren die Temperaturen eines sehr heißen Tages auf immer noch 29°C gesunken, für einen Halbmarathon weit über einer leistungsfördernden Schwelle.

So waren am Ende die Resultate des Elitefeldes sicher auch nicht das, was sich die Organisatoren von RunCzech vorgestellt hatten. Aber Cheroben lief angesichts dieser Hitzeschlacht ein tolles Rennen und schaffte mit 61:24 eine außergwöhnliche Zeit. Mehr ist bei solchen Temperaturen wohl kaum möglich. Wie extrem die Bedingungen waren, zeigt auch ein Blick in die Ergebnisliste (s. unten), die gerade einmal zwei Athleten unter 63 Minuten sah, die beste Frau brauchte 72 Minuten. Und die zwei Japaner Kai und Kitazawa gingen regelrecht ein.

Angesichts der Temperaturen war ein Angriff auf den Kursrekord mehr als unrealistisch, so dass der Tempomacher Cesari sich zwar mühte aber über 5:48 bei 2 km die 5 km nach 14:36 erreichte, da war da Rennen in Richtung schneller Zeiten bereits „gelaufen“. Sechs Männer war da noch in der Spitzengruppe. Auch bei den Frauen sah es mit 17:12 für Rose Chemlimo (KEN), die ohne Tempomacher lief, ähnlich. Eine Überraschung war die Vorstellung des 2:04-Marathoners Abyele Abshero (ETH), der nach langer Verletzungspause sein erstes Rennen in Budweis bestritt. MIt 14:56 lag er bei 5 km schon sehr deutlich zurück und hat auch nicht in Ansätzen die Leistungsstärke alter Zeiten.

Nach 10 km stieg der Tempomacher aus und schon bald konnte sich Cheroben vom seinem letzten Mitstreiter Benjamin Ngandu (KEN) lösen, Ab der 11 km Marke lief der Sieger der BIG25 Berlin am 10. Mai 2015 ein einsames Rennen, wobei nun mit km-Abschnitten knapp über 2:50 das Tempo sichtbar erhöhte. Als Konsequenz wurde der 5km Abschnitt nach 15 km (43:40) in schnellen 14:21 gelaufen. Ngandu lag hier schon eine halbe Minute zurück, der Äthiopier Abera Kuma – immerhin einmal Sieger des Rotterdam Marathon – folgte als Dritter mit fast einer Minute Rückstand.

Aber so sehr sich Cheroben auch mühte, eine Zeit internationaler Klasse war bei dieser Hitze nicht drin. Mit 58:18 bei 20 km musste er den Bedingungen Tribut zollen und nach 61:24 erreichte er das Ziel. Hinter ihm waren die Abstände weiter gewachsen. Ngandu wurde Zweite nach 62:57 und Kuma lag mit 64:17 fast drei (!) MInuten hinter dem Sieger. Abshero beendete sein Comeback in 66:10, auch angesichts der Bedingungen war das indiskutabel.

budweis-hm-2015-winner-menDie Erstplatzierten beim Halbmarathon in Budweis. Ngandu, Cheroben und Kuma (von links) bei der Siegerehrung auf dem Marktplatz.  (c) CzechTV

Bei den Frauen lag Rose Chelimo nach wenigen Kilometern bereits deutlich in Führung und passierte 5 km in 17:12. Bei 10 km nach 34:00 hatte Chelimo ihren Vorsprung auf bereits 44 Sekunden vor Viola Jelagat ausgebaut. Chelimo hielt mit 51:03 bei 15 km das Tempo und ließ erst Richtung 20 km in 1:08:23 leicht nach. Die Ziellinie passierte sie nach 1:12:01 und verpasste den Steckenrekord von 1:10:54 deutlich. Noch deutlicher war allerdings ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Viola Jelagat, die mit 1:14:38 über 2 1/2 Minuten zurücklag.

Gesamtergebnis Halbmarathon (Männer und Frauen):

1. CHEROBEN Abraham 01:01:24
2. NGANDU Benjamin 01:02:57
3. KUMA Abera 01:04:17
4. TALAM Festus 01:05:42
5. LOKOMWA Thomas James 01:06:07
6. ABSHERO Ayele 01:06:10
7. BETT Benard Kiplangat 01:06:15
8. KAI Shota 01:07:20
9. KITAZAWA Kenta 01:10:16
10. HOMOLÁČ Jiří 01:10:58
11. PECHEK Petr 01:11:35
1. F CHELIMO Rose 01:12:01
12. MÍČ Robert 01:14:24
2. F JELAGAT Viola 01:14:38
3. F FEYISA Mame 01:15:03

 

5. „Nacht im Grünauer Forst“ am 30. Mai 2015: Ein gelungenes Jubiläum

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Paul Schmidt wird Berlin Brandenburgischer Meister über 5000 m und läuft gut zwei Stunden später großartige Streckenrekorde im Grünauer Forst – Rekordzahl an Anmeldungen und Finishern – 1000 Euro für die „Kenyan Kids Foundation“

Nun ist die 5. Ausgabe der „Nacht im Grünauer Forst“ am 30. Mai 2015 schon wieder Geschichte, und man kann auf eine Veranstaltung der Rekorde zurückblicken. Allein die Zahl von 550 Anmeldungen brachte die Veranstaltung in neue Dimensionen des Zuspruchs, aber auch so langsam an die Kapazitätsgrenzen. Während über die 5 km und 10 km durchaus noch einige Teilnehmer mehr an den Start gehen könnten, ist man durch den großen Zulauf bei der „Grünauer Meile“ am Limit.

Den Startschuss und die Siegerehrungen nahm die Berliner Lauflegende Bernd „Hübi“ Hübner vor, der zusammen mit seiner Frau Monika in den Grünauer Forst gekommen war. Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, welches hohe Ansehen Bernd in der Läuferszene hat. Auch für ihn gab es ein Wiedersehen mit Strategen aus alten Wettkampfzeiten, so z.B. mit Günter Hallas, dem Sieger des ersten Berlin Marathons 1974, der die Altersklasse M70 in beachtlichen 25:37 gewann, oder Heiko Schilff, der vor kurzem den FU-Campuslauf initiierte.In diesem Zusammenhang sind auch Thomas Bodora, Marek Neumann und der Topläufer der letzten Jahre, Jonas Engler, zu erwähnen, die geschlossen vor Ort waren und damit an allen fünf Auflagen der Nacht teilgenommen haben.

nacht-2014-start-meileDer Start zur Meile mit über 350 Teilnehmern war einer der Höhepunkte der Veranstaltung.  (c) Malin Winter

Der Teamwettbewerb der Grundschulklassen hat sich voll etabliert, über 350 Starter fanden sich allein bei der Meile an der Startlinie ein. Und von der sportlichen Seite her stellte die 5. Ausgabe des Laufs in der Tat alles in den Schatten. Bei bestem Wetter (die langfristigen Wettervorhersagen hätte man auch durch Würfeln erstellen können …) gab es im Teamwettbewerb ein spannendes und enges Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten für die Preissummen von 150 Euro, 100 Euro und 50 Euro.

Sage und schreibe 50 Teilnehmer (im Ziel!) musste man aktivieren, um auf das Podium zu kommen. Am Ende waren das auf Platz 1 (150 Euro) die Klasse 6a des Humboldt-Gymnasiums Eichwalde mit 58 Teilnehmern vor den Gästen aus Erkner mit der Klasse Flex C von der Löcknitz-Schule, die 54 Teilnehmer ins Ziel brachten und 100 Euro für die Klassenkasse bekommen. Platz 3 (50 Euro) geht nach Schmöckwitz an die Inselschule und die Klasse 4a mit 50 Finishern.

Hier die Auflistung der Top Ten bei der Teamwertung:

1. Humboldt Gymnasium Eichwalde 6a 58
2. Löcknitz Schule Erkner Flex C 54
3. Inselschule Berlin-Schmöckwitz 4a 50
4. Inselschule Berlin-Schmöckwitz 1a 34
5. Humboldt Grundschule Eichwalde 1a 30
6. Inselschule Berlin-Schmöckwitz 2b 29
7. Humboldt Grundschule Eichwalde 4a 27
8. Grundschule Schulzendorf 5a 26
9. Humboldt Grundschule Eichwalde 2c 25
10. Humboldt Grundschule Eichwalde 5b 12

Ein wichtiger Aspekt dieser Veranstaltung war das Sammeln von Spenden für die „Kenyan Kids Foundation“ des Marathonläufers Wesley Korir. Zusammen mit einer großzügigen Spende von Horst Milde lagen am Ende 1000 Euro in den Spendenboxen, ein großartiges Resultat für die Kinder Kenias. Allen ganz herzlichen Dank für das große Spenderherz!

Sportlich war die Nacht so gut wie noch nie. Fünf Streckenrekorde waren die reichliche Ausbeute. Den Reigen eröffnet über die Meile Leo Wasserkampf aus Schmöckwitz, der die Bestmarke über die Meile um 6 Sekunden auf 5:52 steigerte. Bei den Frauen siegte Karsta Parsiegla (SCC Berlin) in 39:51, wobei sie den Streckenrekord in Grünau um über eine volle Minute verbesserte.Schon im ersten Lauf des Abends war über 500 m Sinikka Froese aus Eichwalde 2:05 gelaufen, womit die Bestmarke aus dem Vorjahr um 3 Sekunden unterboten wurde.

Das leistungssportliche Highlight produzierte diesmal allerdings Paul Schmidt aus Dresden, der den Kursrekord auf der exakt vermessenen 10 km-Stecke bei den Männern auf schier unglaubliche 30:43 steigerte. Das geht schon in die Dimensionen der deutschen Elite, zu der Paul mittlerweile sicherlich gehört (seine Leistung – fast beim „Auslaufen“ vollbracht – entspricht Platz 22 der aktuellen deutschen Jahresbestenliste !). Was diese Leistung noch erstaunlicher macht, ist die Tatsache, dass Paul erst um 15:30 Uhr am gleichen Tag im Stadion Lichterfelde an den Start der Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften über 5000 m ging und dort überlegen den Lauf in 14:43,23 gewann. Gut 2 Stunden später war er dann im Grünauer Forst aktiv und lieferte nochmals eine Ausnahmeleistung ab.

nacht2015-10km-schmidtPaul Schmidt aus Dresden sorgte für das leistungssportliche Highlight in diesem Jahr.  (c) Madita Schulz

Fast noch hochwertiger war seine Durchgangszeit nach der Hälfte der Strecke, d.h. bei der Wende zur zweiten Runde, die Paul nach großartigen 15:07 passierte, Damit hatte er ganz nebenbei den Streckenrekord über 5 km von Daniel Naumann von 16:14 aus dem Vorjahr erheblich gesteigert. Gratulation und vielen Dank fürs Kommen, Paul!

Die nächste Ausgabe dieses Laufs ist für Ende Mai 2016 geplant. Die Organisatoren danken herzlich den Sponsoren „Flughafen Berlin Brandenburg BER“, den „Lichtenauer Mineralquellen“, dem Laufmagazin „RUNNING“, dem „ABC-Zentrum Berlin“ sowie der Forstbehörde Berlin-Schmöckwitz und dem Ruderklub „Rotation“ für ihre Unterstützung.

Hier die Listen der Erstplatzierten (CR = Streckenrekord):

500 m – Lauf
1. Sinikka Froese Eichwalde 2:04,3 CR
2. Kine Maurer Schmöckwitz 2:08,6
3. Magnus Schubert Karolinenhof 2:11,8

„Grünauer Meile“
1. Leo Wasserkampf Schmöckwitz 5:52,0 CR
2. Mohamed Azez Erkner 6:19,0
3. Khadar Mohamed Daud Erkner 6:20,9

5 km – Lauf (Männer)
1. Omar Ahmed Mohamud Erkner 17:51,0
2. Heiko Schilff SCC Berlin 19:09,4
3. Marco Nix Friedrichshagen 20:16,5
AK Paul Schmidt Fitness first 15:07* CR

5 km – Lauf (Frauen)
1. Lisa-Marie Ahlswede Eichwalde 23:09,8
2. Paulina Pick PSV Olympia Berlin 23:27,2
3. Raika Zivkovic LT Bernd Hübner 23:38,2

10 km – Lauf (Männer)
1. Paul Schmidt Fitness first 30:43,0 CR
2. Jonas Engler LG Süd Berlin 35:51,8
3. Marek Neumann Runnig Twins 35:53,6

10 km – Lauf (Frauen)
1. Karsta Parsiegla SCC Berlin 39:50,5 CR
2. Benedetta Broggi Berlin 45:14,4
3. Britta Krautzig die-lauf-abc-ler 48:18,7

Golden Gala Rom 2015: Hohe Leistungsdichte aber keine Topzeiten über 5000 m

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In einem schnellen 5000 m Rennen der Männer bei der Golden Gala in Rom im Rahmen der Diamond League Sportfeste blieben 5 Läufer (knapp) unter 13 Minuten, drei weitere Athleten blieben nur ganz knapp darüber. Das ist eine bemerkenswerte Leistungsdichte, aber die absoluten Topzeiten fehlten in letzter Zeit, nicht nur in Rom.

In einem flotten Finale setzte sich der Äthiopier Yomif Kejelcha knapp in 12:58.39 durch. Der gute Mann (Junge) ist erst 17 (?) Jahre alt und lief die letzte Runde in 54,55. Die deutsche Nachwuchshoffnung Richard Ringer wurde auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. In der Weltklasse kann er momentan noch nicht mitmischen, dazu sind 13:48.18 durchaus beachtlich, aber bei weitem nicht ausreichend.

Die Ergebnisse über 5000 m der Männer:

1 Yomif Kejelcha ETH ETH 12:58.39
2 Paul Kipngetich Tanui KEN KEN 12:58.69
3 Hagos Gebrhiwet ETH ETH 12:58.69
4 Imane Merga ETH ETH 12:59.04
5 Thomas Pkemei Longosiwa KEN KEN 12:59.78
6 Muktar Edris ETH ETH 13:00.30
7 Ali Kaya TUR TUR 13:00.31
8 Dejen Gebremeskel ETH ETH 13:00.49
9 Illias Fifa MAR MAR 13:05.61
10 Isiah Kiplangat Koech KEN KEN 13:07.33
11 Aweke Ayalew BRN BRN 13:19.80
12 Yenew Alamirew ETH ETH 13:22.45
13 Jesús España ESP ESP 13:22.92
14 Antonio Abadía ESP ESP 13:28.35
15 Richard Ringer GER GER 13:48.15
16 Sindre Buraas NOR NOR 13:55.49
Yasin Haji ETH ETH DNF
Lawi Lalang KEN KEN DNF
Ismael Kipngetich Kombich KEN KEN DNF
Geoffrey Kibet Barusei KEN KEN DNF

 

Berichte der BBC: Hat die Alberto Salazar Truppe nachgeholfen?

salazar-rupp-moErfolgstrainer Alberto Salazar mit seinen Topstars Galen Rupp und Mo Farah.  (c) AFP

Das Thema „Doping“ in der Laufszene sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Ob die in deftiger Selbstinszenierung präsentierten Stories des selbst ernannten ARD-Dopingexperten (wie wird man dies?) Hajo Seppelt im Sumpf post-sowjetischer Praktiken zur Leistungssteigerung oder die aktuellen Berichte der BBC über Vorkommnisse in der Trainingsgruppe des Ausnahmetrainers Aberto Salazar, immer öfter gerät der Laufsport zur Zeit in die Schlagzeilen.

Was an den Enthüllungen der Truppe aus Oregon dran ist, muss sich noch zeigen. Aktuell gebietet die Fairness, auch die Beschuldigten zu Wort kommen zu lassen. Deshalb folgen hier die Meinungsäußerungen der Beschuldigten. Dabei lässt die BBC den Superstar der Szene Mo Farah (noch?) außen vor, der sich ja auch im gleichen Stall seinen Feinschliff holt.

Hoffen wir im Sinne der Laufbewegung, dass die Enthüllungen grundlos sind und uns ein „Fall Armstrong“ erspart bleibt.

Salazar’s Statement:

„I believe in a clean sport and hard work, and so do my athletes.  Apparently that is not interesting enough for some.  I am very disappointed that the BBC and ProPublica and their ‚reporters‘ have allowed themselves to be used by individuals with agendas and have engaged in such inaccurate and unfounded journalism.  Rather than present the facts, they opted for sensationalism and innuendo.  It is particularly sad that they have attacked Galen and his excellent reputation, which he has earned through years of hard work.“

Rupp’s Statement:

„I am very disappointed in the BBC and ProPublica.  I am dedicated to clean sport and have worked extemely hard for every accomplishment in my running career. I expressly told these reporters that these allegations were not true and their sources admit they have no evidence, yet they print „suspicions“ attacking me and sullying my reputation. That is inexcusable, irresponsible journalism.“

Prefontaine Classics 2015: Mo Farah gewinnt und Arne Gabius rennt 27:43.93

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Die 10000 m auf der Bahn gehören zu jener Disziplin der Leichtathletik, die sich in den letzten Jahren zunehmend im Abstieg befindet. In Europa sind die hochklassigen Rennen früherer Zeiten weitgehend aus den Terminplänen der größeren Event verschwunden. Deshalb war der Lauf in Eugene (Oregon, USA) von großer Bedeutung und entsprechend hochklassig besetzt. Von deutscher Seite war interessant, dass Arne Gabius noch kurzfristig gemeldet hatte und die Norm für die WM in Beijing (27:45) erzielen wollte, die wegen des unmittelbaren Endkampfcharakters der 10000 m bei der WM recht schnell festgelegt wurde.

Von Anfang an wurde an der Spitze auf eine schnelle Zeit gelaufen, insb. Mo Farah hatte augenscheinlich Interesse seinen Hausrekord zu steigern. In diesem Sinne waren die ersten drei km in 2:38, 2:39 und 2:40 genau richtig. Dann wurde es langsamer und Mo ging an die Spitze, um den Tempomacher zu motivieren, schenller zu werden. Mit 13:21 bei 5 km war man nur geringfügig hinter der Marschtabelle. Gabius war hier schon mit gut 100 m weit zurückgefallen.

An der Spitze agierte nun eine Vierergruppe: Mo Farah (GBR), Paul Tanui, Geoffrey Kamworor udn Geoffrey Kirui (GBR), die nun sub-2:40 Splits für die km-Abschnitte nicht mehr halten konnte. 2:42, 2:43, 2:38 waren die km-Splits nach 8 km, eine dreiköpige Gruppe aus Tanui, Mo und Kamworor setzte sich immer deutlicher ab und kämpfe um den Sieg. Mit 24:17 bei 9 km war klar, dass es die erhoffte schnelle Zeit an jenem Abend nicht mehr geben würde. Mit einem Schlußkilometer von 2:33 und einer letzten Runde von 56 Sekunden war der Sieg hart umfochten, aber auf der Schlußgeraden war Mo wieder einmal nicht zu schlagen und gewann in 26:50.97. Eine gute Zeit, aber keine Bestleistung. Auch Tanui und Kamworor blieben mit 26:51.86 sowie 26:52.65 unter der 27 Minuten-Grenze. Am Ende liefen alle der 19 Finisher unter 28 Minuten.

eugene-2015-mo-farahMo Farah gewann mit 26:50.97 in Eugene den 10000 m der Prefontaine Classic.  Foto: Veranstalter

Arne Gabius konnte das hohe Tempo an der Spitze nicht mitgehen und lag schon bald im hinteren Teil des Feldes. Trotzdem langte es für eine gute Zeit. 27:43,93 bedeuten neue Bestzeit und das Ticket für den Endlauf bei der WM in Beijing. Fast unbemerkt während des Kampfs um den Sieg auf der letzten Stadionrunde blieb die Leistung des Kanadiers Cameron Levins, der alle Läufer hinter dem Spitzentrio einsammelte und mit Landesrekord von 27:07.51 Vierter des Laufs wurde.

Ergebnis des 10000 m Lauf (Männer):

 1. Farah , Mohamed                  GBR   26:50.97
 2. Tanui , Paul Kipngetich          KEN   26:51.86
 3. Kamworor , Geoffrey Kipsang      KEN   26:52.65
 4. Levins , Cameron                 CAN   27:07.51
 5. Kirui , Geoffrey Kipkorir        KEN   27:17.91
 6. Bett , Emmanuel Kipkemei         KEN   27:22.34
 7. Elabbassi , El Hassan            BRN   27:25.02
 8. Cheptegei , Joshua Kiprui        UGA   27:27.57
 9. Estrada , Diego                  USA   27:30.53
10. Mbishei , Titus Kipjumba         KEN   27:31.48
11. Mead , Hassan                    USA   27:33.04
12. Toroitich , Timothy              UGA   27:39.71
13. Kipkoech , Josphat Bett          KEN   27:40.20
14. Mokoka , Stephen                 RSA   27:43.73
15. Gabius , Arne                    GER   27:43.93
16. Osako , Suguru                   JPN   27:45.24
17. El Goumri , Othmane              MAR   27:46.34
18. Robertson , Zane                 NZL   27:46.82
19. Yator , Vincent Kipsegechi       KEN   27:56.95
    Amlosom , Nguse                  ERI         DQ
    Acosta , Andrew J.               USA        DNF
    Emanuel , Lee                    GBR        DNF
    Kifle , Goitom                   ERI        DNF
    Kipkemoi , Kenneth Kiprop        KEN        DNF
    Korio , Alex Oloitiptip          KEN        DNF
    Medhin , Teklemariam             ERI        DNF
    Shrader  , Brian                 USA        DNF

ASICS Stockholm Marathon: Die Posse ums Preisgeld

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Keine Frage, der Stockholm Marathon hat einen wunderschönen Kurs und der Einlauf ins ehrwürdige Olympia-Stadion ist schon etwas besonders. Das meinen jedes Jahr immer wieder über 20000 Teilnehmer, die auch am kommenden Samstag (30.5.2015) an den Start gehen werden.

Im leistungssportlichen Bereich sieht das schon anders aus, da gehört der Lauf von den Zeiten her zu den Schlusslichtern der internationalen Szene. Mit einem Kursrekord von 2:11:37 (aus dem Jahr 1983!) kann man heutzutage kaum noch Staat machen. Und auch eine Armada (meistens zweitklassiger) Ostafrikaner kam in Zeiten zwischen 2:13 und 2:20 Stunden ins Ziel.

Das fiel natürlich auch den Organisatoren auf, aber so richtig etwas geändert haben sie an dem Status nichts. So ganz richtig war dies aber bis vor kurzem nicht, denn die guten Leute in Stockholm kamen auf die gloreiche Idee, wenn wir schon keine Spitzenkräfte aus Afrika bekommen, dann könnten die auch gleich ganz wegbleiben. Und um diese Klientel ganz charmant auszuladen, begrenzte man die Vergabe des (erheblichen) Preisgeldes an die Zugehörigkeit zur „nordischen Rasse“ (Entschulding für die Phrase, aber so ist es oder besser: war es).

Dass solche Allüren einen Aufschrei der Entrüstung provozierten und die Organisatoren zu einem hektischen Rückrudern bewegten, spricht für das Funktionieren simpler gesellschaftlicher Kontrollmechnismen in der heutigen Zeit.

Nun sind auch wieder Läufer außerhalb der Weiten Skandinaviens als Empfänger des Preisgelds akzeptiert. Wer von den Ostafrikanern an der Startlinie stehen wird, war noch nicht zu erfahren. Erstaunlich ist nur, dass der Hauptsponsor, der dem Event auch noch seinen Namen leiht, solche Eskapaden mitmacht. Ganz zu schweigen vom pseudo-breitensportlichen Niveau, das dann übrig bleibt und mit dem eine umfangreiche TV-Übertragung noch langweiliger über die Bühne gehen muss.

Eigentlich erstaunlich, dass sich solche Dinge in einem ansonsten recht fortschrittlichen und aufgeschlossenen Land wie Schweden ereignen.

Prefontaine Classic am 29. Mai: 10000 m der Männer mit Weltklassebesetzung

 

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Im Rahmen des Diamond League Sportfestes „Prefontaine Classic“ im Hayward Field von Eugene (Oregon, USA) gibt es am Abend des 29.5.2015 einen 10000 m Lauf auf der Bahn der absoluten Weltklasse. Mittlerweile sind die 10000 m im Stadion fast zu einer Randsportart verkommen, so dass dem Rennen in Eugene hohe Bedeutung bezüglich des Jahresrankings in dieser Disziplin zukommt. Topstar des Laufs ist natürlich Mo Farah (GBR), der Doppel-Weltmeister und -Olympiasieger über die Bahnlangstrecken. Aber auch der „Rest“ der Teilnehmer kann sich wahrlich sehen lassen, allein sieben Athleten mit Bestzeiten von unter 27 Minuten besagt eigentlich alles.

Die aktuelle Startliste (Stand 25. Mai 2015):

Men’s 10,000 Meters Personal Best
Mo Farah (Great Britain) 26:46.57
Josphat Kipkoech Bett (Kenya) 26:48.99
Paul Kipngetich Tanui (Kenya) 26:49.41
Emmanuel Kipkemei Bett (Kenya) 26:51.16
Kenneth Kiprop Kipkemoi (Kenya) 26:52.65
Geoffrey Kirui (Kenya) 26:55.73
Titus Kipjumba Mbishei (Kenya) 26:59.81
Geoffrey Kamworor (Kenya) 27:06.35
Teklemariam Medhin (Eritrea) 27:16.69
Leonard Barsoton (Kenya) 27:20.74
William Malel Sitonik (Kenya) 27:25.56
Cameron Levins (Canada) 27:27.96
Nguse Amlosom (Eritrea) 27:28.10
Timothy Toroitich (Uganda) 27:31.07
Goitom Kifle (Eritrea) 27:32.00
Diego Estrada (USA) 27:32.90
El Hassan El Abbassi (Bahrain) 27:32.96
Suguru Osako (Japan) 27:38.31
Stephen Mokoka (South Africa) 27:40.73
Hassan Mead (USA) 27:49.43
Arne Gabius (Germany) 27:55.35
Joshua Cheptegei (Uganda) 27:56.26
Vincent Kipsegechi Yator (Kenya) None (27:34 road)
Othmane El Goumri (Morocco) None (28:44 road)
Zane Robertson (New Zealand) None (29:29 road)

Kenia benennt das vorläufige Aufgebot für die WM-Marathons in Beijing im August

wm-logo-2015Mit einer kleinen Überraschung – die aber erhebliche Konsequenzen haben könnte – benannte der kenianische Verband heute das (vorläufige) Aufgebot für die Marathonläufe bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August in der chinesischen Hauptstadt. Die Überraschung besteht vor allem darin, dass der Chicago-Sieger 2014 und der London-Sieger 2015, Eliud Kipchoge, nicht nominiert ist.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge fehlt im kenianischen WM-Aufgebot für Beijng im August 2015.  (c) H. Winter

Warum das solche Konsequenzen hat? Kipchoge ist aktuell in bestechender Form, die Art und Weise, wie er in Chicago und vor allem London die absolute Weltklasse hinter sich ließ, war schlichtweg unglaublich. Und dass der Mann noch viel schneller rennen will, deutete er schon auf der Pressekonferenz nach dem London Marathon an. Wo er nun auf die Jagd auf den Weltrekord gehen will, ist leicht zu erraten, dort wo man besonders schnell laufen kann und auch schon in den Vorjahren gelaufen ist. Den Race Director vor Ort wird das sehr freuen und auch die Anhänger des Marathonlaufs, denn der Herbst 2015 wird wieder ein sehr schnelles Rennen sehen.

Dabei werden der aktuelle und der vorherige Weltrekordler beide zuschauen müssen, denn sowohl Wilson Kipsang als auch Dennis Kimetto sind im Aufgebot für Beijing und wollen auch für ihr Land an den Start gehen. Mit einem Marathon im September oder Oktober wird es dann wohl nichts werden.

Auch bei den Frauen fehlen mit Mary Keitany und Florence Kiplagat zwei absolute Weltstars, die nun sicher im Herbst bei einem der großen WMM-Marathons an der Startline stehen werden.

Für Überraschungen ist der kenianische Verband immer gut, denn bei einigen Athleten muss man erst einmal „googeln“, um zu erfahren, mit welchen Leistungen diese sich für das Team Kenya empfohlen haben.

Hier das vorläufige Aufgebot für die WM 2015 (Quelle: The Times of India):

Männer: Wilson Kipsang, Dennis Kimetto, Mark Korir, Felix Kipchichir Kiprotich, Lucas Kimeli Rotich, Luka Lokobe Kanda

Frauen: Edna Kiplagat, Jemimah Jelagat Sumgong, Helah Kiprop, Visiline Jepkesho, Janet Jelagat Rono

23. Lauf durch den Volkspark Friedrichshain: Die Galavorstellung des Paul Schmidt

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Mit einer großartigen Leistung überraschte der deutsche Spitzenläufer Paul Schmidt am Pfingstsonntag beim Lauf durch den Volkspark Friedrichshain, den die Mitglieder des LC Ron Hill wieder mit großem Engagement organisierten. Kernstück der Laufstrecke ist die mehrfache Überquerung des sog. „Bunkerbergs“ mit erheblichen Anstiegen und Abwärtspassagen. Der Lauf zu Pfingsten hat Breitensportcharakter, wobei sich immer wieder engagierte Freizeitsportler mit guten Leistungen auszeichnen. So stand der Streckenrekord für die 10 km, bei der es viermal den Berg zu überwinden gilt, durch Carsten Krüger vom LTC Berlin auf für das Streckenprofil ausgezeichneten 33:11 Minuten.

Was allerdings an diesem Pfingst-Sonntag der Gewinner des 10 km Laufs auf der durchgehend asphaltierten Strecke durch den Park zeigte, war in allen Belangen leistungssportlich hochklassig. Dass mit der überraschenden Teilnahme von Paul Schmidt aus Dresden, der beruflich in der Sportmedizin der Charité in Berlin tätig ist, der Kursrekord in Gefahr war, konnte man erwarten. Denn neben seinen Zeiten bei Berliner Halbmarathon Ende März in 1:04:58 und 29:58,53 bei den deutschen Meisterschaften über 10000 m (7. Platz) in Ohrdruf am 2. Mai ist vor allem seine Vorstellung bei den BIG25 Berlin über 25 km erwähnenswert, wo er bei schwierigen Bedingungen als bester Deutscher gute 1:18:48 erreichte.

Dass der 30jährige bei einer Veranstaltung des Breitensports aber ein derartiges Tempo anschlug und bis ins Ziel durchhielt, musste schon überraschen. Neben dem Radfahrer „vor“ dem Führenden, der in den Bergauf-Passagen diesem kaum folgen konnte, realisierten nur wenige Experten am Streckenrand, was sich auf der Strecke abspielte. Von den Verfolgern war schon lange nichts mehr zu sehen, als Schmidt die Hälfte der Distanz nach etwa 15:20 Minuten zurückgelegt hatte. Damit ging es in Dimensionen, die auf einer flachen Strecke einer Zeit um 30 Minuten entsprechen würde. Und das bei einem Volkslauf!

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Paul Schmidt im Ziel bei den BIG25 am 10. Mai 2015.  (c) H. Winter

Über welches Leistungsniveau der Mann an der Spitze verfügte, demonstrierte er im zweiten Teil, wo er keine Schwächen zeigte und mit dem gleich hohen Tempo in großartigen 30:37 das Ziel am Eingang des Volksparks erreichte. Nicht nur die Veranstalter waren von dieser Leistung völlig überrascht und mussten fast genau 4 Minuten warten, bevor Friedrich Horn vom HSV Weimar in 34:58 einlief. Dritter wurde Raik Drescher von Tria Schramberg nach 34:54. Um über 2 ½ Minuten wurde der schon ausgezeichnete Kursrekord auf der allerdings nicht exakt vermessenen Strecke durch den Park gesteigert. Trägt man dann noch dem Überrunden der meisten Mitläufer Rechnung, die Schmidt nach eigener Aussage zu „Fahrtspiel-Einlagen“ nutzte, kann man über eine solche Demonstration von Leistungsstärke nur anerkennend staunen.

b-hm-2015-schmidtPaul Schmidt zusammen mit Julian Flügel und dem Tempomacher Dickson Kirui beim Berliner Halbmarathon am 29. März 2015.  (c) H. Winter

Für den Sieger steht in der nächsten Zeit ein umfangreiches Programm an, das bereits am kommenden Wochenende mit den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften auf der Bahn des Berlin-Lichterfelder Stadions fortgesetzt werden wird. Mitte Juni soll dann bei einem Sportfest im niederländischen Leiden die 10000 m Bestzeit möglichst auf eine Zeit unter 29:30 gedrückt werden. Nach den Eindrücken im Friedrichshain erscheint dieses Unterfangen sehr realistisch. Und zum Herbst soll dann auch das Debut im Marathon erfolgen, an das er allerdings recht entspannt herangehen möchte. Auch diesbezüglich gibt es schon sehr konkrete Pläne.

ron-hill-2015-siegerDie Erstplatzierten beim 23. Volkslauf durch den Friedrichshain am 24. Mai 2015. Von links: Friedrich Horn, Paul Schmidt und Raik Drescher, dazu die Organisatoren vom LC Ron Hill.  (c) F. Brietze

Bleibt noch anzumerken, dass Emily Preston vom SCC Berlin die 5 km bei den Frauen in 20:47 und Volker Goineau (LG Buchsbaum) den Lauf in 17:15 gewann. Kathrin Schichtl von den ASICS Frontrunner siegte über die 10 km bei den Frauen in 39:37 vor Antonia Maecker (PSB24 Berlin) in 40:22. 245 Teilnehmer wurden im Ziel registriert, dies war eine weiterer Rekord einer in allen Belangen gelungenen Veranstaltung, der Paul Schmidt die (Leistungs-) Krone aufsetzte.

Hier ein Video mit den Stimmen (und Gesichtern) der Sieger.

Ottawa Marathon: Jagd auf die Streckenrekorde scheiterten

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Die hohen Erwartungen konnten die Elitefelder beim Scotiabank Marathon in der kanadischen Hauptstadt Ottawa nicht ganz erfüllen. Sowohl bei den Männern als auch Frauen lag man lange auf Kurs zu neuen Kursrekorden, aber Ende reichte es in beiden Fällen durch deutlich schwächere Hälften nicht zu den angestrebten Höchstleistungen. So blieb der neue Streckenrekord vom Vortag über die 10 km der Frauen das Highlight des Laufweekends in Ottawa, wo Gladys Cherono glänzende 30:56 Minuten lief. So schnell lief in der Saison 2015 noch keine Frau und auch im ganzen letzten Jahr war nur eine Frau schneller gewesen.

ottawa-marathon-2015-results-winnerDer Sieger der Ottawa Marathon 2015: Girmay Birhanu (ETH) in 2:08:14.  (c) Veranstalter

 Das Renngeschehen der Männer entwickelte sich zunächst wie erhofft. Vom Tempomacher Langat bestens geführt, lagen 10 Männer bis 15 km in glatten 45 Minuten nach 5 km in 15:00 und 10 km nach 29:54 noch zusammen. Damit lag man mit 2:06:35 auf Kurs zu einer Zeit unter dem Steckenrekord von Yeman Tsegay, der letztes Jahr in Ottawa 2:06:54 erreichte. Dies änderte sich auch nicht bis zum Halbmarathon, den man in 1:03:16 nach 59:56 bei 20 km erreichte.

Hier brach dann die Spitzengruppe auseinander und nur noch Peter Kirui, Philip Kangogo (beide KEN) sowie der Favorit Girmay Birhanu (ETH) lagen mit dem Tempomacher an der Spitze. Bei 25 km wurde mit 1:14:25 vermutlich falsche Zwischenzeit gemeldet, realistischer war da 1:14:45. In jedem Fall lag man nun auf Kurs von einer Zeit von unter 2:06 Stunden., was auch noch bei 30 km nach 1:29:49 fast unverändert Gültigkeit hatte.

Nach etlichen taktischen Tempoeinlagen kam die rennentscheidende Entwicklung dann nach 35 km in 1:44:58, wo man immer noch deutlich unter dem Streckenrekord lag. Hier konnte sich der Favorit Birhanu absetzten, der in Ottawa bereits seinen vierten Marathon in 7 Monaten lief (alle deutlich unter 2:10 Stunden) und durch seine sehr späte Anreise gehandicapt war. Aber obwohl Birhanu schnell einen großen Vorsprung herauslief, wurde das Tempo zusehens langsamer. Ein aufkommender Wind (so später der Sieger) und nachlassende Kräft durch eine schnelle erste Hälfte forderten ihren Tribut.

Die belegt der Split bei 40 km in 2:00:54, Birhanu brauchte also für diese 5 km fast 16 Minuten (eine ganze Minute langsamer als für den Rekord notwendig gewesen wäre). Noch schlimmer erging es seinen Mitstreitern, die erst nach 2:01:45 (Kangogo) und 2:02:25 (Kirui) diese Marke (genauer Fahne) passierten. Die „Jungs“ waren sprichwörtlich „platt“. Birhanu mühte sich sich noch das Drama in Grenzen zu halten und quälte sich sichtbar in 2:08:13 ins Ziel, allein der Schlusspart von 40 km in 7:19 besagt eigentlich alles. Dann folgte Philip Kangogo in 2:09:56 und von hinten kam Chele Dechasa in 2:09:59 herangestürmt, der die Tempojagd im ersten Teil nicht mitgemacht hatte. Gleiches galt für den Marokkaner Rachid Kisri, der in 2:10:18 sogar noch Peter Kirui in 2:10:23 abfing.

Mit 1:03:16 und 1:05:01 lief der Sieger zwei sehr unterschiedliche Hälften, ein wenig beeindruckender „positiver Split“.

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Auch bei den Frauen erfüllte sich der Traum vom Steckenrekord nicht. Nach perfektem Timing im ersten Part über 33:31 nach 10 km, 50:40 nach 15 km und 1:11:53 bei der Halbdistanz war der Steckenrekord aus dem Vorjahr von 2:24:30 in Reichweite. Aber auch hier ließ das Tempo anschließend deultich nach. Jenseits der 35 km nach 2:00:09 musste überraschend die Topläuferin Meselech Melkamu eine Dreiergruppe ziehen lassen, aus der sich 1 km vor dem Ziel Aberu Zennebe (ETH) lösen und den Lauf nach 2:25:30 gewinnen konnte. Das war genau eine Minute langsamer als der bestehende Steckenrekord.

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Mattoni Karlovy Vary Halbmarathon: Streckenrekorde bei Männern sowie Frauen

Mit einem hochkarätigen Elitefeld war man beim Halbmarathon im tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad) am frühen Samstagabend (23.5.) an den Start gegangen und konnte auch mit Streckenrekorden bei Männer und Frauen die Erwartungen erfüllen. Bei den Männern war am Ende Elijah Serem (KEN) in 1:01:01 vorne, bei den Frauen siegte Mulu Seboka (ETH) in 1:09:11.

karlovy-vary-hm-2015-winnerDie Erstplatzierten in Karlsbad: Kipkemboi, Serem und Kiplagat.  (c) czech.tv

Bei idealen Bedingungen mit Temperaturen um 15°C und 49% relative Luftfeuchte waren die Männer sofort auf Kurs unter dem bestehenden Streckenrekord, den Teshome Mekonen (ETH) mit 61:21 aufstellte. Eine Vierergruppe passierte 5 km nach 14:18 und war damit auf Kurs von knapp über einer Stunde. Über 28:43 bei 10 km ging es nach 15 km in 43:09, wo das Tempo etwas langsamer wurde, mit einer Projektion von 60:41 aber immer noch deutlich im Soll lag.  Aus der Spitzengruppe fiel nur Edwin Kiptoo zurück, der am Ende in 1:01:31 Vierter wurde. Kurz danach konnte sich der spätere Sieger Elijah Serem absetzen und passierte 20 km nach 57:52. Doch eine Zeit unter 61 Minuten verpasste er ganz knapp, da vor dem Ziel noch ein kurzer Hügel zu überwinden war.

Mit neuem Streckenrekord gewann Serem in 1:01:01 das Rennen sehr deutlch, 12 Sekunden danach wurde sein Landsmann Nicholas Kipkemboi Zweiter, Platz 3 ging in 1:01:22 an Be(r?)nard Kiplagat. Ganz überraschend kam der Sieg von Serem nicht, denn er hatte erst Ende April in Nizza als Zweiter den Halbmarathon in 1:00:55 als Elijah Tirop beendet. Neben den moderaten Prämien für Sieg und Rekord gab es vom Sponsor einen großen Schlüssel (und das Automobil gleich dazu).

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Bei den Frauen lag zunächst die für Bahrein startende Kenianerin Eunice Chumba vorne, in schnellen 16:16 wurden 5 km und 10 km nach 32:43 passiert. Nach gut der Hälfte setzte sich Seboka von ihren Mitstreiterinnen ab und hätte fast noch den zweiten tschechischen Mann im Rennen eingeholt. Mit 1:09:11 lief auch sie einen Kursrekord, Zweite wurde in 1:10:22 Linah Cheruto (KEN) und erst auf Platz 3 kam dann Chumba nach 1:10:59 ins Ziel. Ihre Bestzeit verpasste Seboka (1:09:04) denkbar knapp, ihr Leistungsniveau belegt auch Platz 6 beim Dubai Marathon im Januar 2015, wo sie tolle 2:21:56 lief.

karlovy-vary-hm-2015-sebokaMulu Seboka (ETH) siegte beim Halbmarathon in Karlsbad.  (c) czech.tv

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Auch in Riga (Lettland) dominieren die Äthiopier

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Der Streckenrekord durch den Äthiopier Haile Tolossa in 2:12:29 war das Highlight des Lattelecom Riga Marathon am letzten Sonntag (17.5.2015) in der lettischen Hauptstadt. Bei den Frauen gewann seine Landsfrau Meseret Eshetu in 2:37:04, so dass erstmals in der 25jährigen Geschichte der Veranstaltung beide Sieger aus Äthiopien stammten.
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Die Sieger beim Riga Marathon 2015.  (c) Veranstalter

Schon in der frühen Phase des Laufs nach 15:41 für 5 km und 31:16 für 10 km war klar, dass der Steckenrekord in Riga von 2:13:44 durch Yu Chiba (JPN) in Gefahr war. Über 47:06 bei 15 km erreichte eine Gruppe mit Tolossa, Mariko Kipchumba (KEN), Abraraw Tegene, Beyene Effa (beide ETH) and Duncan Koech (KEN) den Halbmarathon in 1:05:50. Währende Kipchumba nach 30 km aus dieser Gruppe fiel, suchte Tolassa nach 40 km die Entscheidung und konnte sich sich absetzen.

Im Ziel lag Tolossa in 2:12:29 deutlich vor seinen Verfolgern. Neben einem neuen Streckenrekord bedeutete die Zeit des Siegers auch die schnellste jemals in Lettland gelaufene Marathonzeit. Effa wurde Zweiter in 2:12:52 vor Duncan Koech in 2:13:43.

  Ergebnisse der Männer:

1. Haile Tolossa (ETH) 2:12:29
2..Beyene Effa (ETH) 2:12:52
3. Duncan Koech (KEN) 2:12:53
4 .Abraraw Tegene (ETH) 2:13:51
5. Mariko Kipchumba (KEN) 2:14:38

Ergebnisse der Frauen:

1. Meseret Eshetu (ETH) 2:37:04
2. Workenesh Tola (ETH) 2:42:07
3. Ruth Wanjiru (KEN) 2:42:29
4. Natalia Volgina (RUS) 2:45:26
5. Vicoty Chepkemoi (KEN) 2:46:56