2020 BU Last Chance Meeting in Boston am 27. Februar 2020: Konstanze Klosterhalfen läuft 5000 m Hallen-Europarekord

Auf der schnellen Bahn der Boston University verbesserte beim BU Last Chance Meeting die deutsche Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen (GER) den Europarekord über 5000 m in der Halle auf 14:30,79. Die alte Bestmarke hatte im Jahr 1999 die rumänische Lauflegende Gabriela Szabo mit 14:47,35 auf der allerdings in der Halle selten gelaufenen Distanz aufgestellt. Diese Marke schraubte nun die in den USA trainierende deutsche Läuferin in neue Dimensionen. Schon nach 3 Runden (600 m) nahm KoKo das Heft des Handelns in die eigenen Hände und führte nach 1000 m in 2:57,51 eine Sekunde vor der ersten Verfolgerin Vanessa Fraser (USA). Mit konstanten (200 m-)Runden um 35 Sekunden baute sie schon nach 2000 m in 5:54,23 ihren Vorsprung auf 5 Sekunden zu Fraser aus.

Es war hier schon klar, dass die deutsche und auch die europäische Bestmarke in Gefahr war. 3000 m passierte Klosterhalfen in einem einsamen Rennen an der Spitze in 8:50,04, 4000 m in 11:43,49, womit sie den Vorsprung zu Fraser, die im Regime des Landesrekords von Shalane Flanagan von 14:47,62 agierte, auf 13 Sekunden ausbauen konnte. Im Finale hatte KoKo noch die Reserven die Rundenzeiten auf 33 Sekunden und in der Schlussrunde sogar auf 31,56 zu drücken. Im Ziel blieben die Uhren bei 14:30,79 stehen, womit sie den Europarekord regelrecht „pulversierte“.

Konstanze Klosterhalfen lief in Boston Europarekord über 5000 m in der Halle. (c) Livestream/Screenshot

In der ewigen Welt-Bestenliste schob sich Klosterhalfen auf Rang 4 vor, der Weltrekord durch Genzebe Dibaba liegt mit 14:18,86 allerdings noch in anderen Dimensionen. Insgesamt kann Konstanze auf eine grandiose Hallensaison zurückblicken, bereits vor drei Wochen hatte sie zwei ihrer deutschen Rekorde beim Hallenmeeting in New York City verbessert. Dort lief sie die Meile in 4:17,26 und unterbot mit ihrer 1500-m-Durchgangszeit (3:59,87) erstmals die Vier-Minuten-Schallmauer über diese Distanz.

Weit abgeschlagen wurde Vanessa Fraser Zweite in 14:48,51, womit sie den Landesrekord denkbar knapp verfehlte. Emmy Infeld (USA) wurde in 14:51,91 Dritte. Einen neuen US-Rekord gab es allerdings kurz darauf im 3000 m-Lauf, wo Karissa Schweizer (USA) in 8:25,70 den Landesrekord von 8:33,25 durch Shalene Flanagan deutlich steigern konnte.

Ergebnisse 5000 m der Frauen:
 1. Konstanze Klosterhalfen GER 14:30,79 ER
 2. Vanessa Fraser USA 14:48,51
 3. Emily Infeld USA 14:51,91
 4. Courtney Frerichs USA 15:02,91
 5. Gwen Jorgensen USA 15:10,98
Ergebnisse 3000 m der Frauen:
1. Karissa Schweizer USA 8:25,70 NR
2. Shelby Houlihan USA 8:26,66
3. Colleen Quigley USA 8:28,71