30. eDreams Mitja Marató de Barcelona am 16. Februar 2020: Victor Chumo und Ashete Bekere gewinnen

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Victor Chumo (KEN) und Ashete Bekere (ETH) heißen die Sieger der 30. Ausgabe des eDreams Mitja Marató de Barcelona. Dabei liefen sie mit 59:58 bzw. 1:06:37 zwar schnelle Zeiten, die hohen Erwartungen der Organisatoren, insb. im Rennen der Frauen, erfüllten sich schon in einer frühen Phase der Rennen nicht. Die Vorjahressiegerin Roza Dereje (ETH) hatte im Vorfeld die Jagd auf den Streckenrekord von 1:05:09 und sogar den Weltrekord der Frauen von 1:04:51 angekündigt, aber schon nach 5 km in 15:51 befanden sich 4 Läuferinnen in einem dichten Männerpulk „nur“ auf Kurs zu einer Zeit von knapp unter 1:07:00, was sich bis 10 km in 31:32 nicht wesentlich änderte.

Bei Temperaturen um 15°C waren die äußeren Bedingungen mit einem Taupunkt um 13°C, d.h. erheblicher Luftfeuchte, keinesfalls perfekt. Neben Dereje lagen Ashete Bekere, die nur mit einer PB von 1:10:36 notiert war, Dorcas Kimeli (KEN) sowie Asnakech Awoke (ETH) vorne, die zusammen in 47:23 mit Kurs auf 1:06:39 die 15 km-Marke passierten. In dieser Gruppe fehlte die Frau mit der besten Vorleistung von 1:05:46 Zeineba Yimer (ETH), die kurzfristig ihren Start abgesagt hatte.

Während vorne Bekere und auch Awoke das Tempo machten – auch Awoke hatte bisher nur eine persönliche Bestleistung von 1:10:21 – , verlor nach 16 km überraschend Dereje den Anschluss und fiel schnell weit zurück. An der Spitze waren es nun Bekere und Awoke, die sich mit ständigen Führungswechseln ein Katz-und-Maus-Spiel lieferten, das Bekere aber schon bald gewann und sie bei 20 km nach 1:03:10 deutlich in Führung sah.

Bekere gewann in 1:06:37, womit sie ihre PB um fast genau 4 Minuten „pulverisierte“, gleiches galt für Asnakech Awoke in 1:07:04 auf Platz 2. Kurz darauf kam in 1:07:10 Dorcas Kimeli als Dritte ins Ziel. Die Topfavoritin im Vorfeld Roza Dereje finishte erst nach 1:08:38. Die Zeiten, in denen Barcelona durch Florence Kiplagat in die Regionen von Weltrekorden vordrang, scheinen in der katalanischen Metropole aktuell ruhmreiche Vergangenheit zu sein.

Ashete Bekere gewann überraschend den Barcelona Halbmarathon. (c) Veranstalter

Vom großen deutschen Kontingent war Alina Reh (GER) vom SSV Ulm die Schnellste, die über 16:37 bei 5 km und 33:01 bei 10 km das Ziel in 2:10:08 auf Platz 6 erreichte, unmittelbar hinter der Britin Charlotte Arter (GBR) in 1:10:01. Sehr achtbar schlugen sich die Schöneborn Schwestern von der LG Nord Berlin, die die gesamte Distanz zusammenliefen. Deborah Schöneborn (GER( wurde in 1:11:37 Achte vor Schwester Rebeca in 1:11:40. Und gleich dahinter belegte Miriam Dattke (GER) aus Regensburg in 1:11:40 Platz 10.

Im Rennen der Männer deutete sich nach dem ersten Kilometer in 2:53 an, dass es keine Zeit absoluter Weltklasse geben würde. 13 Läufer passierten an der Spitze des Feldes 5 km in 14:17 Minuten auf Kurs zu einer Zeit von 1:00:15. Hier war der deutsche Läufer Amanal Petros (GER) vom TV Wattenscheid vorne noch dabei, bis nach 8 km in 22:38 die Fahrt deutlich erhöht wurde. Nur sieben Läufer waren bei 10 km nach 28:04 noch vorne, Petros lief in einer Verfolgergruppe mit 15 Sekunden Rückstand. Und der weitere deutsche Topläufer im Marathon Philipp Pflieger (GER) folgte hier erst nach 29:23, er hatte sich aber das Rennen gut eingeteilt und wurde am Ende in PB von 1:02:50 auf Platz 19 registriert.

Bei 15 km nach 42:24 hatte sich die Spitze auf sechs Läufer rediziert, Chumo, Tesfaneh Alkanew (ETH), Abrar Osman (ERI), Moses Koech (Ken) sowie die beiden Debütanten aus Uganda Stephen Kissa (UGA) und Mande Bushendich (UGA). Das Tempo hatte an der Spitze aber nachgelassen, so dass man bei 19 km in 54:10 mit einer Projektion ins Ziel von 1:00:09 über einer Stunde lag. Dann zogen aber Chumo, Koech und Kissa die Fahrt wieder an und über 57:02 bei 20 km hatte Chumo die besten Reserven und gewann in 59:58 mit einer Zeit von noch knapp unter einer Stunde. Damit war der Sieger in diesem Jahr eine gute Minute schneller als im Vorjahr, das Ansinnen, den Kursrekord von 59:44 durch Mule Wasihun aus dem 2018 zu verbessern, blieb aber nicht vom Erfolg gekrönt.

Victor Chumo gewann den Halbmarathon in Barcelona in 59:58 Minuten. (c) Veranstalter

Stephen Kissa wurde bei seinem Debüt in 1:00:00 Zweiter vor dem zeitgleichen Moses Koech. Der Mann mit der besten Vorleistung von 59:47 im Feld Abrar Osman wurde in 1:00:06 Vierter. Petros musste seinem hohen Tempo im Stundenregime zu Beginn etwas Tribut zollen und wurde in 1:02:18 Elfter, womit er aber seine PB weiter steigerte und einen weiteren Leistungsnachweis für einen Start im Marathon bei Olympia 2020 erbrachte.  Gut schlugen sich auch Simon Boch (GER) aus Regensburg mit 1:02:31 und Samuel Fitwi (GER) von der LG Vulkaneifel mit 1:02:34 auf Platz 16.

 Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Victor Chumo KEN 59:58
2. Stephen Kissa UGA 1:00:00
3. Moses Koech KEN 1:00:00
4. Abrar Osman ERI 1:00:06
5. Tesfahun Akalnew ETH 1:00:10
6. Mande Bushendich UGA 1:00:14
7. Victor Kiplangat UGA 1:01:04
8. Ben Connor GBR 1:01:34
9. Noah Kipkemboi KEN 1:01:52
10. Ashenafi Moges ETH 1:02:15
11. Amanal Petros GER 1:02:18
12. Fikre Bekele ETH 1:02:20
13. Simon Boch GER 1:02:31
14. Patricio Castillo MEX 1:02:33
15. Thimon Theuer AUS 1:02:34
16. Samuel Fitwi Sibhatu GER 1:02:34
17. Daniel Mateo Angulo ESP 1:02:35
18. Abderrazak Charik FRA 1:02:45
19. Philipp Pflieger GER 1:02:50
20. Amaury Paquet BEL 1:02:59
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Ashete Bekere ETH 1:06:37
2. Asnakech Awoke ETH 1:07:04
3. Dorcas Kimeli KEN 1:07:10
4. Roza Dereje ETH 1:08:38
5. Charlotte Arter GBR 1:10:01
6. Alina Reh GER 1:10:08
7. Rachel Z. Chebet UGA 1:10:13
8. Debora Schöneborn GER 1:11:37
9. Rebeca Schöneborn GER 1:11:40
10. Miram Dattke GER 1:11:40
11. Fionnuala McCormack IRL 1:11:41
12. Carolina Wikström SWE 1:11:44
13. Samantha Harrison GBR 1:11:44
14. Laura Hottenrott GER 1:11:56
15. Mekdes Woldu ERI 1:11:57
Elite Halbmarathon der Männer:
Abrar Osman ERI 59.47
Victor Chumo KEN 1.00.03
Moses Koech KEN 1.00.11
Victor Kiplangat UGA 1.00.16
Noah Kipkemboi KEN 1.00.52
Ben Connor GBR 1.01.12
Napoléon Solomon SWE 1.01.14
Ashenafi Moges ETH 1.01.22
Ronald Kirui KEN 1.01.43
Stephen Kissa UGA Debüt
Mande Bushendich UGA Debüt
Fikre Bekele ETH Debüt
Tesfahun Akalnew ETH Debüt
Emmett McGinty IRL 1.02.04
Abdi Ulad DEN 1.02.15
Amanal Petros GER 1.02.32
RaulPinto POR 1.02.54
PhilippPflieger GER 1.03.14
ScottOverall GBR 1.03.21
Elite Halbmarathon der Frauen:
Roza Dereje ETH 1.06.01
Zeineba Yimer ETH 1.05.46
Dorcas Kimeli KEN 1.07.44
Melat Y. Kejeta GER 1.08.41
Josina Papenfuss GER 1.09.19
Alina Reh GER 1.09.31
Charlotte Arter GBR 1.09.41
Asnakech Awoke ETH 1.10.21
Jessica Augusto POR 1.10.29
Ashete Bekere ETH 1.10.36
Fionnuala McCormack IRL 1.10.44
Anja Scherl GER 1.11.07
Miram Dattke GER 1.11.55
Charlotta Fougberg SWE 1.11.58
Debora Schöneborn GER 1.13.00
Laura Hottenrott GER 1.13.15
Corinna Harrer GER 1.13.21
Thea Heim GER 1.13.57
Rebeca Schöneborn GER 1.14.15