Lilac Bloomsday Run (3.5.2015): Diesmal waren 47000 Aktive am Start

bloomsady-2015-logoDer Lauf gehört sicherlich zu den größten Veranstaltungen auf dem Globus und findet in Spokane im Bundesstaat Washington statt. Dieser Staat liegt an der nördlichen Pazifikküste der USA, Spokane erreicht man aber von Seattle aus erst nach einer 500 km langen Reise und Passieren der Sierra. Zu einem Jubiläumslauf vor 20 Jahren waren gut 60000 Starter auf die 12 km lange Strecke gegangen, in diesem Jahr waren es immerhin noch fast 47000. Dies würde einer Finisherdichte im Ziel eines Marathons von gut 150000 Läufern entsprechen, somit sind die Anforderungen an die Logistik schon extrem, wenn sich nach gut 1 Stunde das Gros der Teilnehmer dem Ziel in der Innenstadt nähert.

Der Kurs geht parallel auf mehreren Straßen heraus aus der Stadt, umrundet einen ca. 50 Höhenmeter tiefer liegenden See und kommt dann mit dem entsprechenden Anstieg zurück in die Stadt. Und beim Zusammenführen der separaten Starts nach gut 3 km wird es auf der Stecke richtig voll. Staus in dieser Dimension gibt es wohl bei kaum einem anderen Lauf. Die meisten Teilnehmer sehen dies aber sehr entspannt und sind weniger auf eine gute Zeit fokusiert.

Die Elite und engagierten Freizeitläufer starten in einem speziellen Bereich vor der Masse und hat mit solchen Problemen kaum zu schaffen. Man hat den neuralgischen Punkt lange passiert, bevor der Läuferpulk eintrifft. In diesem Jahr gab es bereits die 39. Ausgabe des Klassikers und der Kenianer Allan Kiprono wollte den Lauf zum dritten Mal gewinnen. Dass ihm dies nicht gelang, lag an seime Trainingspartner Lani Rutto, der den Lauf schon früh entscheiden konnte.

Bei idealen Bedingungen gingen am 3. Mai 2015 über 20 Männer die erste Meile in 4:37 an. Schon bei drei Meilen (knapp 5 km) zog Rutto an und hatte bei 4 Meilen einen Vorsprung von ca. 50 Metern.

bloomsady-2015-elite-menDie Spitzengruppe in einer frühen Phase des Rennens.  (c) Veranstalter

Kiprono versuchte Rono einzuholen und kam dem Ausreißer bis auf 20 m nahe, Rono zog wieder an und lag am Ende einer langen Steigung nach 10 km wieder 50 m vorne. 800 m vor dem Ziel kam Kiprono nochmals auf 10 m heran, doch dann begann Rutto einen extrem harten Spurt bis ins Ziel, der ihm einen Vorsprung von ca. 80 m und den Sieg in sehr guten 34:22 ein. In den beiden Jahren zuvor war er jeweils nur Fünfter geworden.

bloomsady-2015-winnerSiegte in Spokane (WA): Lani Rutto (KEN).  (c) Veranstalter

Bei den Frauen gab es einen knappen Einlauf, den Cynthia Limo nach 39:27 gewann. Dann folgten Aga Ruti (ETH) in 39:28 und Jane Kibii (KEN) in 39:29. Die drei Läuferinnen konnten sich beim Anstieg nach 10 km aus einer mehrköpfigen Gruppe absetzen.

This is it: Haile beendet (endgültig) seine Karriere als Läufer

haile-portrait-ziel-dubai2009Haile Gebrselassie, einer der größten (Langstrecken-)Läufer aller Zeiten.  (c) H. Winter

 Eher als Randnotiz wurde im Umfeld des Great Manchester Run am Sonntag (10.5.2015) bekannt, dass die äthiopische Lauflegende Haile Gebrselassie eine lange und einmalige Karriere nun endgültig beendet hat. Der Ausnahmeläufer war selbst außerhalb der Laufszene derart bekannt, dass eigentlich nur sein Vorname „Haile“ Verwendung fand. Aber auch seine Leistungen jenseits der Laufstrecken können sich sehen lassen, als sehr erfolgreicher Geschäftsmann und einflußreiche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in seinem Heimatland. Inweit er seine außergewöhnliche Popularität nun auch in politische Ambitionen umsetzt, wird die nahe Zukunft zeigen. Wünschenswert für sein Heimatland wäre es allemal.

Nach bescheidenen Jahren als Kind und der nicht unüblichen Basis seiner Laufkarriere eines langen Schulweges, der laufend zurückzulegen war, war der kleine Äthiopier schon im Juniorenbereich eine Ausnahmeerscheinung, der zu einer Zeit als die Langstrecken der Bahnleichtathletik noch im Fokus des Interesses standen, schnell in die Weltspitze aufstieg. Am 4. Juni 1994 – also vor über 20 Jahren – lief der damals 21jährige im niederländischen Hengelo mit 12:56,96 über 5000 m auf der Bahn seinen ersten Weltrekord, dem (etwa) 26 weitere globale Bestmarken folgen sollten. Unvergessen sind seine Duelle mit einer weiteren Lauflegende, dem Kenianer Paul Tergat, die im Jahr 2000 in dem denkwürdigen Finale über 10000 m bei den Olympischen Spielen im australischen Sidney gipfelten, wo Haile in einem Wimpernschlagfinish am Ende vorne lag und die Goldmedaille gewann. Vier Jaher zuvor hatte er schon in Atlanta in der gleichen Disziplin auch schon Gold gewonnen.

Seine mit großen Erwartungen verbundene Karriere als Marathonläufer verlief zunächst allerdings weniger reibungslos. Die Jagd nach dem Weltrekord seines Kontrahenten Paul Tergat, der im September 2003 mit 2:04:55 als erster Mensch unter 2:05 Stunden lief, erfuhr zunächst etliche Rückschläge. Sein Debut beim Amsterdam Marathon im Herbst 2005 ging er zu ungestüm an und wurde bei seinen 2:06:20 durch kräftigen Wind gebremst.

Im Januar 2006 dann sein erster Paukenschlag auf der Straße. Vermittelt durch den lengendären Mike Long (Elite Racing, San Diego) demonstrierte Haile erstmals die Rekordtauglichkeit der Wüstenregionen (im Winter) und lief in Tempe, Arizona (USA) mit 58:55 einen Weltrekord im Halbmarathon. Zwei Monate später sollte der nächste Rekord über 25 km folgen, doch die Zeit im Lauf im niederländischen Alphen aan Rijn von 1:11:37 konnte vor allem wegen diverser Randbedingungen des eigentlich auf 20 km angelegten Rennens keine Anerkennung finden. Mehr als eine Minute schneller als der damalige Weltrekord war die Zeit aber allemal.

Sein Auftritt im April beim London Marathon 2006 geriet im Regen mit 2:09:05 zu einer Enttäuschung, besser aber noch nicht in Rekordnähe verliefen dann sein erster Sieg in Berlin in 2:05:56 und zwei Monate später im eiskalten Fukuoka in 2:06:52. Das Jahr 2007 brachte dann zunächst den Ausstieg beim London Marathon, bevor er im September im zweiten Anlauf in Berlin mit 2:04:27 seinen ersten Marathon-Weltrekord lief.

Diesem sollte dann im Januar 2008 in Dubai der nächste folgen, doch nach einem (zu) schnellen Beginn mit 1:01:27 für die erste Hälfte, ging Haile in der aufkommenden Hitze am Ende etwas die Puste aus. Trotzdem schaffte er noch 2:04:53 und war damit der maßgebliche Initiator der einmaligen Erfolgsgeschichte des Marathons im Vereinigten Arabischen Emirat.

Dubai08-091 2008 lag Haile mit seinen Tempomachern bis kurz vor Schluss auf Weltrekordkurs beim Dubai Marathon. Dopppel-Weltmeister Abel Kirui (verdeckt hinter Haile) machte ihm bis 30 km das Tempo.  (c) H. Winter

 Nach seiner Absage des Olmypischen Marathons 2008, den Sammy Wanjiru sehr eindrucksvoll gewann, war Haile dann im September 2008 in Berlin bestens gerüstet und lief in einem perfekten Rennen in 2:03:59 als erster Mensch einen Marathon unter 2:04 Stunden. Die nächsten drei Auftritte waren dann nicht in Rekordnähe: Im Regen von Dubai 2009 (2:05:29), im Wind von Berlin 2009 (2:06:08) und nochmals in Dubai 2010 (2:06:09).

bm-2008-haile-20kmHaile und „Hasen“ nach 20 km beim Berlin Marathon 2008. 22 km später hat der Meister als erster Mensch einen Marathon unter 2:04 Stunden absolviert.  (c) H. Winter

Danach setzte in der Rückschau sein leistungsmäßiger Abstieg ein, der bereits nach seinem Ausstieg beim New York Marathon 2010 zu einem vorschnellen Rücktritt führte. Haile revidierte kurz danach seine Entscheidung, die ganz großen Erfolge (und Siege) sollten sich aber nicht mehr einstellen. Die Veränderungen zeigten sich spektakulär beim Berlin Marathon 2011, wo Haile das direkte Duell mit Patrick Makau durch seinen Ausstieg nach gut 30 km verlor. Der Kenianer lief durch, gewann und nahm Haile mit 2:03:23 seinen Weltrekord ab. Die Wachablösung des Ausnahmeläufers war damit vollzogen, die nächsten Rekorde liefen seine Erben Kipsang und Kimetto, die mittlerweile eine Minute schneller waren als der Ähiopier.

running-spitze-14kmHaile, Patrick Makau und Tempomacher nach 15 km beim Berlin Marathon 2011. Haile stieg aus, Makau nahm ihm seinen Weltrekord.  (c) H. Winter

Im Februar 2012 wollte sich Haile etwas unverständlich bei Eiseskälte in Tokyo noch für das äthiopische Olympiateam empfehlen. Bis 35 km sah das Unterfangen gut aus, dann ließen auf dem trostlosen Streckenstück im Schlusspart seine Kräfte nach, Platz 4 in 2:08:17 ersparten ihm die Reise im Sommer nach London. Sein Traum von einer olympische Medaille im Marathon konnte er sich somit nicht mehr erfüllen.

Im Herbst 2013 kam noch einmal Hoffnung auf, Haile hielt in dem denkwürdigen Finale mit Mo Farah und Kenenisa Bekele beim Halbmarathon des Great North Run lange mit und wurde erst in einem denkwürdigen Finale von den beiden wesentlich jüngeren Kontrahenten abgehängt. Im Dezember lief er dann seinen letzten Marathon im japanischen Fukuoka, den er aber nach der Wende bei 33 km aufgab. Er ging dann zwar nochmals an den Start eines Marathons, diesmal aber als (Edel-)“Hase“ beim London Marathon 2014. Wer immer diesen Einfall hatte, gebracht hatte dies – abgesehen von erheblichem Interesse der Öffentlichkeit – eigentlich niemanden etwas. Durch ein viel zu hohes Tempo auf den ersten 5 km (der Marathon hat immerhin 42) brachte der Meister seine Jünger gewaltig als Limit und stieg schon kurz danach viel zu früh aus. Seine Klientel musste für das Höllentempo im zweiten Teil arg büßen.

Mit dieser Aktion, bei der er sich leicht verletzte, verpasste er vor allem seinen geplanten Angriff auf den Masters-Weltrekord beim Hamburg Marathon im April 2014. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass dann ein Jahr später Haile als Ehrengast beim Turin Marathon miterleben musste, wie der der kenianische Senior Kenneth Mugara den Masters-Weltrekord über die Marathondistanz auf 2:08:44 steigerte.

Und gleiches ereignete sich nun auch beim Great Manchester Run, wo ihm im gleichen Rennen der US-amerikanische Senior Bernard Lagat in phenomänalen 27:48 seinen Weltrekord von 28:00 entriss. Haile wurde am Ende 16ter in30:05, seinen Anschied hatte er sich aber sicher etwas anders vorgestellt,

dubai2015-haile-und-siegerHaile als Ehrengast beim Dubai Marathon im Januar 2015 mit den äthiopischen Spitzenläufern, die die ersten drei Plätze errangen.  (c) H. Winter

Somit verliefen die letzten Jahre seiner einmaligen Karriere nicht sehr glücklich. Dabei bleibt aber zu berücksichtigen, dass es bisher kaum einen Läufer gab, der ununterbrochen über mehr als 20 Jahre in der Weltspitze agierte. Aber es waren nicht nur die unglaublichen läuferischen Fähigkeiten, die Haile so einmalig machten. Seine Fröhlichkeit, sein immerwährendes Lächeln waren nicht aufgesetzt, jeder der ihn etwas näher kennenlernen konnte, hat das schnell feststellen können. Dazu kam eine soziale Verantwortung für sein Heimatland, mit der er als Geschäftsmann viele seiner Landsleute in Arbeit und Brot brachte.

Vermissen wird man auch sein bemerkenswerten Auftritte in den Pressekonferenzen, in denen er sehr schlagfertig auf alle Anmerkungen und Fragen einging. Sein Mentor und Manager Joes Hermens hatte sich frühzeitig bemüht, dem Superstar neben dem Training auch fundierte Kenntnisse der englischen Sprache zu vermitteln. Haile war auch hier ein Phänomen.

Beim Dubai Marathon vor einigen Jahren auf die Bankenkrise und seine Geschäfte angesprochen, antwortete Haile sehr schlagfertig: Wenn er läuft ist er „happy“. Die Bankmanager sollten mit dem Laufen anfangen, dann werden sie bestimmt auch bald „happy“ sein …

Haile, laufe weiter (wenn auch nicht mehr im Wettstreit), sei „happy“ und habe Erfolg an allen Fronten deiner Engagements, geschäftlich aber vielleicht auch bald politisch. Und nochmals Dank für unvergessliche Jahre auf den Bahnen und Straßen dieser Welt. Du warst (und bist) in der Tat EINMALIG!

Great Manchester Run: Haile hört auf und Bernard Lagat läuft neuen Masters-Weltrekord

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Der gut 40jähriger Bernard Lagat (USA, * 12.12.1974) sorgte als Dritter in 27:48 für den Paukenschlag beim Great Manchester Run heute mittag (10.5.2015) in der englischen Industriemetropole vergangener Zeiten. Damit verbesserte er den Masters-Weltrekord über diese Distanz von Haile Gebrselassie, der vor zwei Jahren an gleicher Stelle 28:00 gelaufen war. Haile gleichfalls im Rennen, musste sich aber als 16. mit einer Zeit von 30:05 begnügen. Sieger in dem sehr schnellen Rennen wurde der Kenianer Stephen Sambu in 27:30.

2015-05-10-top3greatmanchesterrun2105Die 3 Erstplatzierten beim Great Manchester Run am 10. Mai 2015. Von links: Mokoka (Platz 2), Sambu (Sieger) und Lagat (3. mit Masters-WR in 27:48).  (c) Veranstalter

 Im geschlagenen Feld landeten die schnellen Kenianer Wilson Kipsang in 27:53 und Weltrekordler Leonard Komon in 28:19. Dass Haile mit 42 Jahren seine lange Karriere demnächst beenden würde war klar, seine Ankündigung – die mittlerweile auch von seinem Manager Joes Hermens bestzätigt wurde – kam aber doch etwas überraschend. Seine Entscheidung wird sicher auch durch ein nicht ganz zufriedenstellendes Resultat in Manchester motiviert sein. Ein weiterer Rücktritt vom Rücktritt dürfte sehr unwahrscheinlich sein. Ein Rückblick auf eine einmalige Karriere gibt es hier an gesonderter Stelle.

Sehr flott in Spitze und Breite war die Konkurrenz der Frauen, die Betsy Saina in guten 31:49 gewann. Erstaunlich die Leistung der immer stärker werdenden Britin Gemma Steel, die Zweite in 31:55 wurde und dabei die große Edna Kiplagat in 31:57 auf Platz 3 verweisen konnte.

 

       Ergebnisse der Männer:

1. STEPHEN SAMBU KEN 00:27:30
2. STEPHEN MOKOKA KEN 00:27:38
3. BERNARD LAGAT USA 00:27:48
4. WILSON KIPSANG KEN 00:27:53
5. LEONARD KOMON KEN 00:28:19
6. TESFAALEM MEHARI MAR 00:28:23
7. ANDREW BUTCHART GBR 00:29:09
8. ROSS MILLINGTON GBR 00:29:11
9. JONATHAN TAYLOR GBR 00:29:19
10. MARK CHRISTIE GBR 00:29:20

 

   Ergebnisse der Frauen:

1. BETSY SAINA KEN 00:31:49
2. GEMMA STEEL GBR 00:31:55
3. EDNA KIPLAGAT KEN 00:31:57
4. CAROLINE KILEL KEN 00:32:18
5. DIANE NUKURI KEN 00:32:27
6. JELENA PROKOPCUKA LAT 00:32:33
7. FIONNUALA BRITTON GBR 00:32:56
8. TIKI GELANA ETH 00:33:12
9. JESS COULSON USA 00:33:15
10. JO PAVEY GBR 00:33:21

BIG 25 Berlin 2015: Weltrekord vom Wind verweht, aber äthiopischer Rekord bei den Frauen

5180284_9660f427fc_mStarker Wind aus Westen verhinderte einen realistischen Angriff auf den Weltrekord über 25 km bei den Männern, den 2012 Dennis Kimetto an gleicher Stelle aufstellte. Angesichts der äußeren Bedingungen schlug sich der Kenianer und Favorit Abraham Cheroben großartig und stellte mit 1:12:31 eine neue Jahres-Weltbestleistung auf (was allerdings wenig besagt, da die Strecke mittlerweile nur noch selten gelaufen wird). Bei den Frauen  war die Leistung noch hochkarätiger, denn dort gab es durch Sutume Kebede (ETH) in sehr guten 1:21:55 einen neuen Landesrekord.

big25-2015-vorstartKurz vor dem Start zu den BIG25 am 10. Mai 2015.  (c) H. Winter

Der angekündigte Regen blieb zwar aus, dafür blies aber ein scharfer Wind, der zusammen mit dem Höhenprofil der Strecke den angekündigten Angriff auf den Weltrekord von 1:11:18 nicht realistisch erscheinen ließ. Dass die Athleten trotzdem von Beginn an sich mächtig ins Zeug, hatte auch mit dem Rückenwind und dem Gefälle auf dem  ersten Teil der Strecke zu tun.

Eine Gruppe von sechs ostafrikanischen Läufern angeführt vom Tempomacher Mike Kiprotich mussten sich nach 1 km in 2:56 noch kurz orientieren, danach nahm die Spitzengruppe mächtig Fahrt auf und lag nach drei schnellen km zwischen 2 km und 5 km in 2:47, 2:45 und 2:50 nach 14:11 für die ersten 5 km auf Kurs von 1:10:55, also auf Kurs zu einem Weltrekord. Kimetto war allerdings 2012 hier in glatten 14 Minuten durchgelaufen. Das Tempo blieb unvermindert hoch und nach Passieren des Brandenburger Tors wurde bald am Beginn der Friedrichsstraße die 10 km nach 28:30 erreicht, und man lag mit einer Projektion von 1:11:15 immer noch unter einem Weltrekord-Split.

Bis zur Halbzeit konnte man dieses Tempo halten, dann sorgte auch der scharfe Gegenwind dafür, dass die Pace langsamer wurde und das Unternehmen Weltrekord ein frühes Ende fand. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tempomacher bereits seinen Dienst quittiert und eine Viergruppe setzte sich immer deutlicher vom Rest am ab: Favorit Abraham Cheroben, Kenneth Kipkemoi und Frederick Ngeny (alle Kenia) sowie der kurzfristig eingesprungene Äthiopier Tesmegen Ejerssa. Aus dieser Gruppe verabschiedete sich Ngeny reativ bald und ein Trio passierte die 15 km in 43:05 mit Kurs auf „nur“ noch 1:11:48.

Cheroben hatte sich da schon leicht absetzen können, wurde aber noch einmal von Ejerssa eingeholt, der sich seinerseits an die Spitze setzte. Mit einem km-Abschnitt nach 16 km in 3:02 war es dann auch mit einer sehr schnellen Endzeit vorbei, man lag nun bereits auf über 72 Minuten für die Projektion ins Ziel.

Kenneth Kipkemoi verlor auf dem Kudamm immer mehr an Boden, so dass nur noch ein Duo um den Sieg kämpfte. Die beiden Führenden hatten nach gut 18 km kaum die Kantstraße erreicht, da lief Cheroben kurz in Schlangenlinien und erhöhte schlagartig das Tempo. Sein Zwischenspurt gegen den Wind führte zu einem Split von 2:52 nach 19 km. Die 20 km Marke passierte er schon mit deutlicher Führung nach 57:49, Kimetto und Begleiter waren hier beim Weltrekord 47 Sekunden schneller.

Den Anstieg von 20 km nach 21 km am Thedor-Heuss-Platz von 19 m (!) führte zu einer deutlichen Reduzierung des Tempos mit einem km-Split von 3:11. Der Halbmarathon wurde nach 61:16 Minuten erreicht. Cheroben konnte noch einmal zulegen mit km-Splits von 2:56, 2:54 und 2:58, aber auch die abschüssige Passage ins Stadion in 2:43 war nur eine leichte Verbesserung seiner Zeit im Ziel von 1:12:31. Angesichts der Bedingungen muss diese Leistung aber sehr hoch eingeschätzt werden, von Entäuschung kann keine Rede sein. Bei hoffentlich besseren Bedingungen will es der 22jährige Kenianer im nächsten Jahr noch einmal versuchen.

big25-2015-cheroben-winnerAbraham Cheroben gewann die BIG25 Berlin 2015 in 1:12:31.  (c) H. Winter

Platz 2 gingen an den Äthiopier Ejerssa in 1:13;28, der im Schlußviertel eine volle Minute auf Cheroben verlor. Ejerssa hatte als Zweiter beim Paderborner Osterlauf Anfang April dieses Jahres in 1:01:08 im Halbmarathon bereits auf sich aufmerksam gemacht. Mitte April lief er am Logo Maggiore einen weiteren Halbmarathon in 1:01:38. Kenneth Kipkemoi wurde Dritter in 1:14:18 und auch der Vierte Frederick Ngeny lief mit 1:14:49 unter 1:15 Stunden. Bester deutscher Läufer wurde Paul Schmidt aus Dresden (nicht zu verwechseln mit dem legendären 800 m Läufer aus den 60er Jahren) in 1:18:48. Und mit allen Topathleten zusammen schafften es insgesamt nur 50 Läufer unter einem 4 Minuten/km Schnitt zu bleiben, d.h. 1:40 Stunden. Keine berauschendes Resultat.

big25-2015-erjessaWar noch kurzfristig in das Teilnehmerfeld gekommen und wurde am Ende Zweiter: Tesmegen Ejerssa (ETH) in 1:13:28.  (c) H. Winter

Hervorragend war aber die Leistung der besten Frau Sutume Kebede, die nach sehr flotten 31:08 für die ersten 10 km (damit lag sie mit Kurs von 1:17:50 deutlich unter der Durchgangszeit von Mary Keitany bei ihrem Weltrekord) im Gegenwind auf dem Rückwind immer mehr Zeit verlor und am Ende aber großartige 1:21:55 lief. Das ist in der Tat ein neuer äthiopischer Landesrekord, den vorher Firehiwot Dado in 1:23:48 hielt (Grand Rapids 2010). Ihr Vorsprung vor der Zweitplatzierten war mit über 5 Minuten gewaltig, Winny Jepkorir (KEN) lief 1:25:59. Genau eine Minute später wurde Elizeba Cherono nach 1:26:59 Dritte.

big25-2015-kebedeSutume Kebede (ETH) gewann mit Landesrekord.  (c) H. Winter

big25-2015-winner-womenDie Erstplatzierten Frauen: Jepkorir, Kebede und Cherono (v.l.).  (c) H.Winter

 

big25-2015-winner-menDie Erstplatzierten Männer: Cheroben, Ejerssa und Kipkemoi (v.l.).  (c) H. Winter

big25-2015-winner-hmDer Sieger im Halbmarathon wurde der US-Amerikaner Jerrod Braam in 1:13:08 und kam damit etwas später als der Sieger über die 25 km ins Ziel.  Braam wurde genau 1 km vor dem Ziel von Cheroben eingeholt (die Halbmarathonläufer hatten im Tiergarten abgekürzt) und verlor bis ins Ziel noch 37 Sekunden auf den 25km-Sieger. (c) H. Winter

big25-2015-stadionVolles Haus im Ziel im Berliner Olympiastadion. Von über 11000 angemeldeten Teilnehmer wurden am Ende 9148 im Ziel registriert.  (c) H. Winter

Ergebnisse der ersten Männer (25 km):

1. Cheroben, Abraham (KEN) 01:12:31
2. Ejerssa, Temesgen Daba (ETH) 01:13:28
3. Kipkemoi, Kenneth (KEN) 01:14:18
4. Ngeny, Frederick (KEN) 01:14:49
5. Maina, Charles Wachira (KEN) 01:17:18
6. Kosgei, Henry (KEN) 01:17:36
7. Schmidt, Paul (GER) 01:18:48
8. Ndungu, Michael Ngure (KEN) 01:20:46
9. Bahn, Stephan (GER) 01:27:03
10. Van Wel, Reinardus (NED) 01:29:31
11. Dahl, Simon (GER) 01:29:59

 

Splits der Männerspitze (25 km):

5 km 14:11 2:56, 2:53, 2:47, 2:45, 2:50
10 km 28:30 14:19 2:50, 2:53, 2:53, 2:55, 2:48
15 km 43:05 14:35 2:51, 2:52, 2:58, 2:56, 2:58
20 km 57:49 14:44 3:02, 2:56, 2;57, 2:52, 2:57
25 km 1:12:31 14:42 3:11, 2:56, 2:54, 2:58, 2:43

BIG25 Berlin: Das Duo Cheroben und Kipkemoi auf Rekordjagd durch Berlins Straßen

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Nach dem Start des 25 km Laufs durch Berlins Straßen im Jahr 1981 zeichneten noch die französischen Allierten verantwortlich, die vor allem erstmals einen Lauf durch die Innenstadt gegen die Vorstellungen der Polizei durchsetzten. Der „25 km de Berlin“ ist längst Geschichte, mittlerweile hat der Lauf den Status einer Weltklasse-Veranstaltung, bei der die Weltrekorde bei Männern (1:11:18, Dennis Kimetto (KEN)) sowie Frauen (1:19:50, Mary Keitany (KEN)) aufgestellt wurden. Vierzehn der jemals schnellsten Zeiten über die allerdings nur noch selten gelaufenen Distanz von 25 km wurde auf der Berliner Strecke vom Olympiastation in die Innenstadt und zurück erzielt.

Dass es auch am kommenden Sonntag (10. Mai 2015) wieder ein schnelles Rennen geben wird, steht außer Frage. Dafür konnte der sportlich Leiter des Laufs Christoph Kopp wieder Topathleten verpflichten, die in der Tat über ein eindrucksvolles Spektrum an Vorleistungen aufweisen. Allen voran ist der Sieger des Vorjahres zu nennen. Abraham Cheroben lief damals mit 1:11:47 die drittschnellste Zeit in der Geschichte, nur Weltrekordler Kimetto mit 1:11:!8 und Wilfried Kirwa Kigen mit 1:11:29 waren jemals schneller. Dabei lag Cheroben lange dicht am Weltrekord und erst ein erheblicher Wind verhinderte eine bessere Zeit.

Das könnte diesmal besser werden, den die Vorhersagen für das Wetter am Sonntag sind recht gut. Zudem ist Cheroben mittlerweile in der Weltklasse etabliert, was sich schon daran erkennen lässt, als der schnelle Kenianer im letzten Jahr im Halbmarathon auf globaler Skala der schnellste Läufer mit 58:48 im spanischen Valencia war. Abrahams letzter Auftritt in Berlin liegt erst gut einen Monat zurück, wo er beim Halbmarathon „nur“ Dritter wurde. Der Grund für diese Platzierung war allerdings in einer Wadenverletzung zu sehen, die ihn damals vor allem beim Finale beeinträchtigte. Es wird vieles vom Auskurieren seiner Probleme abhängen, ob er seine Zeit aus dem Vorjahr steigern kann. Da er die 25 km Schleife durch die Stadt und das Brandenburger Tor aus dem Vorjahr bestens kennt, wird er sicher auf der wegen des erheblichen Höhenunterschiedes nicht einfachen Strecke die richtige Renneinteilung wählen.

b-hm-2014-cheroben-vor-zielAbraham Cheroben ist der Favorit bei den BIG25 am 10. Mai 2015.  (c) H. Winter

Kenneth Kipkemoi wird ein weiteres Mal mit Cheroben an den Start gehen, die beiden sind bereits ein eingespieltes Team. Im letzten Jahr war er hinter Cheroben mit 59:01 der Zweitschnellste des letzten Jahres und auch bei den BIG25 2014 wurde er Zweiter in 1:12:32, auch hinter Cheroben. Stark einzuschätzen sind zwei weitere Kenianer, die jeweils gute Halbmarathon-Bestzeiten von unter 62 Minuten aufweisen: Charles Maina (61:13) und Frederick Ngeny (61:37). Der Zweitschnellste 25 km Läufer aller Zeiten, Wilfried Kirwa Kigen ist ein weiterer Kandidat für eine schnelle Zeit, lange Zeit hatte er im Weltrekordlauf von Kimetto mithalten können. Eliud Mwangi lief 2014 in Lille einen Halbmarathon in 61:09 und wird sicher im ersten Teil ein hohes Tempo mitgehen können.

Für dieses Tempo wird in der Anfangsphase Mike Kiprotich als „Hase“ verantwortlich zeichnen. Um in den Bereich des Weltrekords zu laufen, sind die 5 km Abschnitte um 14:15 Minuten zu absolvieren, das sind 2:51 Minuten pro km. Ganz schön flott! Leichter zu erreichen, ist sicherlich die Jahres-Weltbestzeit von 1:13:54, die eine ganze Reihe von Athleten beim Rotterdam Marathon Mitte April als Durchgangszeit schafften.

Mit Paul Schmidt (TSV Dresden) startet ein deutscher Läufer, der sich in diesem Jahr in die erweiterte deutsche Spitze geschoben hat. Beim Berliner Halbmarathon erreichte er 64:58 Minuten, bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m wurde er am vergangenen Wochenende Siebenter. André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) ist nach einer Fußverletzung dagegen nicht rechtzeitig fit für die BIG 25 Berlin.

Bei den Frauen geht mit Sutume Asefa Kebede eine sehr starke Läuferin aus Äthiopien am Start.  So gewann Kebede den Paderborner 10-km-Osterlauf in 31:49 und den Halbmarathon im italienischen Verbania in 69:07.

Ihre stärkste Konkurrentin dürfte Elizeba Cherono sein, die in diesem Jahr bereits Zweite beim Berliner Halbmarathon in 70:56 Minuten wurde, ihre Bestzeit steht bei 70:15. Aber auch eine zweite Äthiopierin kann ganz vorne mitlaufen: Zewdnesh Ayele Belachew hat im Halbmarathon eine Bestzeit von 71:37 Minuten.

Über 11.000 Läufer sind für Sonntag insgesamt für die Läufe über 10 km, die Halbmarathondistanz, 25 km sowie eine 5×5-km-Staffel angemeldet.

 

   Die Topläufer bei den BIG25 Berlin 2015:

Abraham Cheroben KEN 1:11:47 Berlin 2014
Kenneth Kipkemoi KEN 1:12:32 Berlin 2014
Wilfred Kirwa Kigen KEN 1:11:29 Berlin 2012
Eliud Mwangi KEN 1:01:06 HM – Lille 2014
Frederick Ngeny KEN 1:01:37 HM – Berlin 2013
Charles Maina KEN 1:01:13 HM – Paderborn 2010
Taoufik Allam MAR 1:02:43 HM – Berkane 2013
Noureddin Htabi MAR 1:02:51 HM – Breda 2014
Paul Schmidt GER 1:04:58 HM – Berlin 2015
Henry Kosgei KEM 1:16:42 Berlin 2013

Great Manchester Run 2015: Haile will es (vielleicht) gegen die Weltklasse noch einmal wissen

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Am kommenden Sonntag (10.5.2015) kommt es im englischen Manchester zu einem der nur noch wenigen Auftritte der großen Lauflegende Haile Gebrselassie, der dort schon sechsmal an den Start ging. In den Jahren 2005, 2009, 2010, 2011 and 2012 und hatte der äthiopische Superstar der Laufszene den Lauf über die 10 km gewonnen. Im vorletzten Jahr reichte es nur noch zu Platz 3 und in diesem Jahr wird er wohl mit der Masse „joggen“ und sich nicht am Rennen der Elite beteiligen.

Das dürfte wohl auch eine kluge Entscheidung sein, denn das Elitefeld in Manchester ist in diesem Jahr ausgesprochen stark und würde dem mittlerweile 41 Jahre alten Senior kaum Chancen eröffnen, ein hohes Tempo lange mitzuhalten. Aber so ganz sicher kann man sich bei Haile nicht sein, ob er nicht doch noch Ambitionen entwickelt.

Die hat in jedem Fall ein anderer Veteran, der auch die 40 Jahre überschritten hat. Der US-Amerikaner Bernard Lagat wird erstmal einen 10 km Lauf der Straße in Angriff nehmen und hat dabei die tollen 28:00 im Visier, die Haile als Masters-Weltrekord in Manchester lief. Lagats Kommentar zu seinem Start: “It is not going to be easy, but it is good to have something to shoot at. It is a really quick time. It shows how great Haile has been for so long. It will be an honour for me to run in the same race with him. I’m really excited about it. It’s one of the reasons I wanted to run in the Morrisons Great Manchester Run.”

bm2009-haile-tjHaile läuft am 10. Mai 2015 zum sechsten Mal beim Great Manchester Run zusammen mit ca. 40000 „Mitläufern“.  (c) T. Jung

Mindestens drei Läufer werden es Haile und Bernard sehr schwer machen, sich ganz vorne zu platzieren. Da ist zuerst Wilson Kipsang, der Ex-Marathonweltrekordler mit 2:03:23, der noch den London Marathon Ende April in den Knochen haben dürfte. Das war allerdings im letzten Jahr auch so, und Kipang wurde in 27:40 Zweiter. Mit Leonard Komon ist der Weltrekordler über 10 km und 15 km auf der Straße am Start, der kürzlich in Prag den Halbmarathon nur als Dritter in 59:57 beendete. Und dann ist auch Ibrahim Jeilan (ETH) dabei, der Weltmeister 2011 und Vize-Weltmeister 2013 über 10000 m auf der Bahn wurde.

Genauso hochklassig ist das Elitefeld der Frauen mit der Rückkehr von Meseret Defar (ETH), mit der Kenianerin Edna Kiplagat – wenig überzeugend beim London Marathon -, mit Tiki Gelana (ETH) sowie den beiden Britinnen Gemma Steel und Jo Pavey.

Das Elitefeld der Männer:

manchester-run-2015-startlist-1Das Elitefeld der Frauen:

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Volkswagen Prag Marathon: Der Rennverlauf im Liveticker (3. Mai 2015)

prag-marathon-logo

Um 9:00:40 wurde der Marathon in Prag mit 10000 Teilnehmern gestartet. Die Bedingungen mit 8°C und leicht bedecktem Himmel sind ausgezeichnet.

Der erste km wurde in 3:00 zurückgelegt. Das ist o.k. Der Tempomacher Ngandu (KEN) läuft weit vor einer 17köpfigen Spitzengruppe. Kein gutes Zeichen. Das zeigt sich auch in der Zwischenzeit bei 5 km in 15:28. Man ist viel zu langsam, man liegt auf Kurs von 2:10:30.

Bei den Frauen sieht das anders aus. Hier liegt Rono (KEN) allein in Führung und passiert 5 km in schnellen 16:52. Damit läuft sie auf eine Zeit von 2:22 Stunden.

Das Rennen der Männer wird schneller. 9 km in 27:37 und dann 10 km in 30:41 (Tempomacher läuft 9 Sekunden vorweg). Damit liegt man nun knapp unter 2:10 Stunden.

Bei 15 km liegt der Pacemaker immer noch 5 Sekunden vorweg. Split der Verfolger 45:38. Die letzten 5 km damit in 14:57 und die Projektion ins Ziel ist mittlerweile auf 2:08:20 gesunken.

Durchgangszeit der ersten Frau (Rono) bei 15 km ist 50:43, ca. 8 Läuferinnen liegen 0:38 zurück.

Rono weiter allein an der Spitze bei 16 km nach 53:31. Damit liegt sie auf Kurs von knapp über 2:21 Stunden.

Die Männerelite passiert soeben 19 km nach 57:45 und dann 20 km nach 1:00:50. Der Tempomacher liegt immer noch vor dem Feld (3 Sekunden). Durchgangszeit beim Halbmarathon ist 1:04:06 (Tempomacher 1:04:00). Damit ist man aktuell auf Kurs von 2:08 Stunden. Eine ganz flotte Zeit ist fast schon nicht mehr möglich.

Veränderungen an der Spitze nach 1:11 Stunden. Zwei Läufer haben zum Tempomacher aufgeschlossen und die Spitzengruppe hat sich weit auseinander gezogen. Durchgangszeit bei 25 km ist 1:15:29, damit die letzten 5 km in 14:39! An der Spitze nun Kipchumba und Chebet mit Kurs auf 2:07:25. Eine Verfolgergruppe liegt etwa 10 Sekunden dahinter.

Bei den Frauen hat Rono an der Spitze Probleme, das hohe Tempo zu halten. Durchgangszeit beim Halbmarathon war 1:11:42, also Kurs von 2:23:24. Bei 23 km fällt sie weiter ab, Split 1:18:29.

Die Männerspitze passiert die 30 km nach 1:30:29, also glatte 15 Minuten für die letzten 5 km. Man liegt auf Kurs von 2:07:15, die Verfolgergruppe mit Kimutai, Assefa, Kandie und Ronoh liegt 22 Sekunden zurück. Sehen wir noch eine Zeit von unter 2:07 Stunden?

An der Spitze hat sich Evans Kiplagat Chebet abgesetzt. Split bei 33 km war 1:39:30. Sein Vorsprung zu Kipchumba wächst schnell. Kurs aktuell 2:07:13. Kipchumba wird von den Verfolgern eingeholt. Es kommt noch einmal Bewegung in das Rennen der Männer.

Kandie kommt von hinter dem führenden Chebet immer näher. 35 km passiert Chebet nach 1:45:43 und wird von Kandie überholt, Kurs 2:07:27.

Bei den Frauen ist Rono mittlerweile zurückgefallen, ihr Anfangstempo war für sie offensichtlich zu hoch. Bei den Männern läuft Kandie dem Sieg entgegen. Sein Vorsprung wird immer größer. Split bei 40 km 2:01:18. Noch 2 km für Kandie. Chebet liegt bereits 28 Sekunden zurück, dann folgt Robi.

Kandie nähert sich bereits der Innenstadt und sieht sehr müde aus. Ende März lief er den Halbmarathon in Prag in knapp über einer Stunde, heute wir er den Lauf gewinnen. Eine 2:07er-Zeit ist nicht mehr zu schaffen.

prag-mar-2015-siegerDie Erstplatzierten beim Prag Marathon 2015. Chebet, Kandie und Robi (v.l.). Der Sieger mit dem Schlüssel für das gewonnene Automobil.  (c) CZ TV

Der inoffizielle Einlauf bei den Männern: 1. Kandie 2:08:32, 2. Chebet 2:08:50, 3. Robi 2:09:05, 4. Assefa 2:10:01, 5. Ronoh 2:10:52. Nach 2:13:05 kommt Kipchumba ins Ziel, der das Rennen lange vorne bestimmte. Der Sieger Kandie verbesserte seinen Hausrekord um fast 2 Minuten.

Bei den Frauen liegen 3 Läuferinnen bei 35 km an der Spitze. Mittlerweile konnte sich die Äthiopierin Yebrgual Melese absetzen. Melese lief im Januar in Houston 2:23:23 Bestzeit. Auf Platz 2 läuft die Portugiesin Moreira.

Melese ist auf dem Schlusspart und wird ihre Bestzeit knapp verpassen. Inoffizieller Einlauf: 1. Melese 2:23:49, 2. Moreira (POR) 2:24:49, 3. Hayle 2:25:24, 4. Rono 2:26:31. Moreira verbessert ihre Bestzeit um 2 Minuten.

Das wars aus Prag. Fazit: Die hohen Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt, aber interessante Rennen gab es bei Männern und Frauen.

Prag Marathon: Gelingt Geoffrey Ronoh der Durchbruch über die Marathondistanz?

prag-marathon-logoMit sechs Läufer mit Bestzeiten von unter 2:08 Stunden verspricht die 21. Ausgabe des Prag Marathons am Sonntag (3.5.2015) wieder hochkarätige Leistungen im Männerfeld. Dabei ist ein ganz heisser Anwärter auf den Sieg, der junge Kenianer Geoffrey Ronoh, mit seiner Vorleistung von 2:15 Stunden noch gar nicht erfasst. Aber insb. seine Vorleistungen auf den Unterdistanzen sind einfach so gut, dass man von ihm eine gewaltige Steigerung seines Hausrekords erwarten kann. Auch das Frauenfeld ist ähnlich star besetzt und bietet vier Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:24 Stunden auf. Ronoh hatte im letzten Jahr die beiden Topstars der Szene, Wilson Kipsang und Dennis Kimetto (die beiden belegten soeben in London die Plätze 2 und 3), beim Mattoni Olomouc-Halbmarathon hinter sich gelassen. Ferner gewann er eine 10 km Lauf in Prag in schnellen 27:28.

volare-athletes-2014Geoffrey Rohnoh (Pace Men) war beim Halbmarathon im böhmischen Olmütz schneller als Kimetto, Kipsang und Wilfred Kirwa Kigen. In der Mitte ihr Manager Gerard van de Veen (Volare Sports).  (c) Veranstalter

Viel schneller als Ronoh hat der Äthiopier Deribe Robi einen Marathon absolviert. Im Januar lief er im Arabischen Emirat Dubai2:06:06 und hat den Streckenrekord auf dem nicht einfachen Kurs von 2:05:39 im Visier, den sehr überraschend 2010 der damals noch unbekannte Eliud Kiptanui aufstellte.

dubai2015-robiDeribe Robi hat in Prag mit 2:06:06 die beste Vorleistung der Elite.  (c) H. Winter

Gilbert Yegon ist der zweite Läufer im Feld, der bereits unter 2:07 gelaufen ist. Auch er hat schnelle Zeiten im Kopf: „Ich möchte eine persönliche Bestzeit und den Streckenrekord erreichen“, sagte der Kenianer, der 2009 eine Zeit von 2:06:18 erreicht hatte. Im vergangenen Jahr zeigte er, dass er wieder in Bestform ist. Zunächst gewann er im Dauerregen den Düsseldorf-Marathon mit 2:08:07, dann wurde er beim hochklassigen Frankfurt-Marathon Dritter in 2:07:08. Vor drei Wochen startete Yegon in Rotterdam. „Aber ich bekam ein Rückenproblem und musste nach 17 km aufgeben. Ich hatte gute Behandlungen in Kenia, jetzt bin ich wieder fit und konnte auch normal trainieren“, sagte Yegon.

Die Äthiopier Kebede Teferi und Hailu Mekonnen, die beide Bestzeiten von 2:07:35 aufweisen, sowie die Kenianer Nicholas Chelimo (2:07:38) und Evans Chebet (2:07:46) sind weitere Siegkandidaten – ebenso wie Nicholas Kemboi (Katar/2:08:01), der in Prag vor zwei Jahren triumphierte. Und dann gibt es natürlich noch Geoffrey Ronoh, obwohl er auf der Startliste lediglich die Nummer 18 ist was die Bestzeiten angeht.

Abgesehen von Boston hat in diesem Jahr bisher keine Kenianerin einen großen Marathon gewonnen. Es sieht so aus als ob sich daran auch in Prag am Sonntag nichts ändern wird. Äthiopierinnen haben zuletzt die Rennen in London, Paris und Hamburg sowie zuvor in Dubai und Tokio für sich entschieden. Und sie sind auch in Prag die Favoritinnen.

Während Koren Jelela mit ihrer vier Jahre alten Bestzeit von 2:22:43 Stunden die schnellste auf der Startliste ist, haben vier äthiopische Landsfrauen im Januar exzellente Form gezeigt: Tadelech Bekele und Ashete Bekere verbesserten sich in Dubai auf 2:22:51 beziehungsweise 2:23:43, Yebrgual Melese lief einen persönlichen Rekord von 2:23:23 in Houston. Betelhem Moges erreichte mit 2:24:24 in Dubai ebenfalls eine persönliche Bestzeit.

Eine Europäerin könnte in Prag auch eine sehr gute Rolle spielen: Sara Moreira lief ein herausragendes Marathondebüt in New York im vergangenen November. Die Portugiesin wurde damals Dritte mit 2:26:00. Sie könnte am Sonntag für eine Überraschung sorgen, wenn sie in ähnlicher Form ist.

Die Favoriten mit Bestzeiten

Männer:
Deribe Robi ETH 2:06:06
Gilbert Yegon KEN 2:06:18
Kebede Teferi ETH 2:07:35
Hailu Mekonnen ETH 2:07:35
Nicholas Chelimo KEN 2:07:38
Evans Chebet KEN 2:07:46
Nicholas Kemboi QAT 2:08:01
Dereje Tesfaye ETH 2:08:15
Afewerk Mesfin ETH 2:09:48
Assefa Fikre ETH 2:10:23
Paulo Roberto Paula BRA 2:10:30
Hillary Kipchumba KEN 2:10:30
Felix Kandie KEN 2:10:37
Geoffrey Ronoh KEN 2:15:51

Frauen:
Koren Jelela ETH 2:22:43
Tadelech Bekele ETH 2:22:51
Yebrgual Melese ETH 2:23:23
Ashete Bekere ETH 2:23:43
Betelhem Moges ETH 2:24:24
Sara Moreira POR 2:26:00
Janet Rono KEN 2:26:03
Margarita Plaskina RUS 2:27:07
Olga Dubovskaya BLR 2:28:08
Iulia Andreeva KRG 2:30:58
Afera Godfay ETH Debut

Nachlese zum Virgin money London Marathon 2015: Paulas Erbinnen hielten sich zurück

london-marathon-logo-2015Das zum London Marathon vorhergesagte regnerische Wetter kam in der Tat, allerdings etwas früher als erwartet. Pünktlich zum Start der Elitefrauen um 9:20 Uhr ließ dann der Regen nach und es klarte zunehmend auf. Mit schwachem Wind und Temperaturen um 10°C waren dann die Bedingungen für einen Marathonlauf eigentlich recht gut, was die Männer zu einem schnellen Lauf mit einem noch spannenderem  Finale nutzen. Über die außergewöhnlich besetzten Elitefelder war im Vorfeld (auch an dieser Stelle) ausgiebig berichtet worden, so dass die Erwartungen an schnelle Rennen hoch waren.

Dies galt für allem vor den Wettstreit der Frauen, die schon seit gut 10 Jahren der Fabelzeit von Paule Radcliffe von 2:15:25 hinterherlaufen und nicht in Ansätzen in der Lage waren in diese Dimensionen vorzudringen. Aber aus dem Angriff zumindest in das Regime des (Nur-Frauen-)Weltrekords von Paula von 2:17:42 wurde nichts, aus Gründen, die kaum herauszufinden waren, gab es im Ziel recht enttäuschende Zeiten. Paula, die in der gleichen Veranstaltung – allerdings mit dem Massenstart 50 Minuten später – zu ihrem viel beachteten Abschiedslauf gestartet war, bleibt auch im Jahr 2015 mit ihren unglaublichen Leistungen das Maß aller Dinge.

londom-mar-2015-women-30kmDieses Bild veranschaulicht die Renngestaltung der Frauen nach dem Ausstieg der Tempomacherinnen nach 25 km. Tempohatz am Limit sieht anders aus.  (c) H. Winter

Das Rennen der Frauen startete mit einem sehr langsamen km von 3:38. Dies wurde aber umgehend korrigiert mit km-Abschnitten von 3:19, 3:23, 3:17 und 3:15, so dass nach 5 km in 16:52 auf Kurs von 2:22:20 lag. Auf dem kommenden 5 km in 16:28 wurde das Tempo hochgehalten, obwohl die Tempomacherinnen schon mehrmals deutlich vor der Elite liefen. 10 km in 33:10 und Kurs auf 2:20:39 leißen nun für den Rest des Rennen einiges erwarten, insb. der geballten Menge an Läuferinnen absoluter Weltklasse.

Doch dann kam es ganz anders. Recht unerwartet verlor die Elite sehr sichtbar den Kontakt zu den beiden Tempomacherinnen Peres Jepchirchir und Rebecca Chesir und das hatte Folgen. Die km-Splits stiegen nun deutlich an und akkumlierten sich bei der Hälfte in 1:11:41 bereits zu einer Zeit im Ziel von 2:23:22. EIgentlich hatte man im Vorfeld eine Zeit von 1:09:15 angestrebt, nun lag man fast 2 1/2 Minuten zurück. Jegliche Ambitionen auf eine Topzeit waren damit dahin.

NAch 25 km gingen die beiden Pacemaker(innen) aus dem Rennen, die hattensich redlich bemüht, genutzt hatte das aber wenig. Die 5 km-Abschnitten ab 20 km (1:08:06) betrugen 17:14, 17:14 und 17:22. Das war zwar sehr gleichmäßig aber etwa eine Minute zu langsam. Bewegung kam erst ins Rennen als es nach 37 km in einen Tunnel ging, wo die kleine Äthiopierin Sigist Tufa eine frühe Entscheidung suchte. Mit km-Abschnitten von 3:10, 3:07 und 3:10 konnten überraschend keine der großen Favoritinnen ihr Tempo mitgehen und der Kampf um den Sieg war eigentlich hier entschieden.

Was zunächst nach einer großen Überraschung aussah, niemand hatte im Vorfeld Tufa auf der Rechnung gehabt, war jedoch durchaus im Rahmen der Erwartungen, Denn Tufa hatte in 2:21:52 den Shanghai Marathon im letzten Herbst gewonnen und hatte beim schnellen Rennen in Dubai im Januar weit vor der Elite das Tempo bis 35 km bestimmt, um dann aber eingeholt zu werden und das Rennen vorzeitig zu beenden.

londom-mar-2015-tufa-40kmSiegte beim London Marathon durch ein schnelles Finale: Tigist Tufa aus Äthiopien,  (c) H. Winter

In London zeigte Tufa aber keine Anzeichen von Erschöpfung und gewann den Lauf nach 2:23:22. Damit war die Weltelite geschlagen, die durch das moderate Tempo Tufa sicherlich in die Karten gespielt hatte. Hinter Tufa konnte Mary Keitany die bereits enteilte Tirfi Tsegaye noch abfangen und in 2:23:40 Platz 2 erringen. Die nächsten beiden Plätze gingen dann an die Aselefech Mergia (ETH) und eine der großen Favoritinnen Florence Kiplagat. Einen schwarzen Tag hatte die Vorjahressiegerin Edna Kiplagat (EKN), die abgeschlagen in 2:27:16 nur Elfte wurde.

In der Grafik der projizierten Endzeiten als Funktion der Streckenlänge ist deutlich der dramatische Einbruch des Tempos nach gut 10 km zu erkennen. Eine Grund für diesen Verlauf des Rennens konnte man aber auch nach intensiver Nachfrage nicht bekommen. Fazit: Große Ankündigungen, eine einmalige Besetzung, aber eher bescheidene Resultate. Man muss schon ins Jahr 2008 (Irina Mikitenko 2:24:14) zurückgehen, um eine ähnlich „schwache“ Siegerzeit in London zu finden. 2:19:19, 2:18:37, 2:20:15 und 2:20:21 waren die Zeiten in den Vorjahren.london-2015-pace-womenProjizierte Endzeiten als Funktion der Streckenlänge für das Rennen der Frauen beim London Marathon 2015.  (c) H. Winter

Das Rennen der Männer lief ganz anders als jenes der Frauen und konnte in allen Belangen die hohen Erwartungen an das einmalige Feld der Eliteläufer erfüllen. Beim Start der Männer um 10:10 Uhr hatte sich der Regen lange verzogen und es herrschten nahezu perfekte Bedingungen. Sofort ging man flott zur Sache um legte den ersten km in 2:52 zurück. Auch die nächsten km auf dem leicht abschüssigen Steckenteil aus Greenwich heraus waren mit 2:56, 2:52. 2:55 und 2:58 schnell udn führten bei 5 km zu einer Zwischenzeit von 14:33. Man war damit auf Kurs von 2:02:47, lag also unter dem aktuellen Weltrekord von Dennis Kimetto (2:02:57). Dann wurde man etwas langsamer, lag aber bei 10 km nach 29:14 immer noch auf einer Zeit im Ziel von 2:03:21.

londom-mar-2015-men-vor25kmDas Elitefeld der Männer kurz vor 25 km. Ein Tempomacher (PACE 2) ist noch dabei. Unmittelbar dahinter laufen: Kimetto, Kipchoge und Kipsang (v.l.).  (c) S. Hartnett

Im weiteren Verlauf verlor man immer etwas mehr Zeit und mit 5 km Abschnitten von 14:50 und besonders 14:58 lag man beim Halbmarathon in 1:02:19 eine gute 1/2 Minute über den Vorgaben. Als man dann sogar für den 5 km Abschnitt von 20 km nach 25 km mit 15:01 sogar über einem 3 Minuten/km Schnitt blieb, war an eine Zeit im Bereich des Weltrekords schon lange nicht mehr zu denken.

In der Spitzengruppe gab es da aber schon dort die ersten Ausfälle, wobei es besonders hart beide „Mutais“ traf. Geoffrey Mutai, der eigentlich schon im Februar in Tokyo starten wollte, musste auf Grund seiner nicht ausgeheilten Verletzung aufgeben, Namensvetter Emmanuel lief zwar durch, wurde aber in 2:10:54 nur Elfter und klagte über massive Muskelbeschwerden. Dabei war es insbesondere er, der Kimetto in Chicago und dann in Berlin zu Fabelzeiten und zum Weltrekord trieb.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge gewann den London Marathon 2015.  (c) H. Winter

 Noch bevor der letzte der zwei Tempomacher seinen Dienst nach gut 25 km quittierte, lagen noch 6 Männer an der Spitze: Dennis Kimetto (akt. Weltrekordhalter), Wilson Kipsang (vorige Weltrekordhalter), Eliud KIpchoge (Sieger von Hamburg, Rotterdam und Chicago), Tilahun Ragassa (ETH), Sammy Kitwara (KEN) sowie Stanley Biwott (Vorjahreszweiter in London). Zwischen 30 km in 1:28:56 und 35 km in 1:44:02 – einem 5 km Abschnitt in nur 15:06 – verloren zunächst Kitwara und dann Regassa den Anschluss, der Kampf um den Sieg entwickelte sich als ein rein kenianisches Unterfangen.

Wie bei den Frauen spielte der Tunnel bei ca. 38 km eine vorentscheidende Rolle. Kipsang und Kipchoge setzten sich vom anderen Duo Kimetto und Biwott schnell ab und liefen bis 40 km nach 1:58:29 bereits einen Vorspung von 30 Sekunden auf den allerdings nicht ganz fir angetretenen Dennis Kimetto heraus. Dabei wurde das Rennen mit km-Abschnitten von 2:49 und 2:51 richtig flott. An der Spitze erhöhten Kipsang und Kipchoge das Tempo weiter, aber erst ca. 800 m vor dem Ziel konnte ich Kipchoge absetzen, wobei die beiden den Marker für den letzten km in 2:02:00 passierten.

Mit einem Lächeln im Gesicht, das kannte man schon von seinem Sieg in Chicago, war Kipchoge nicht mehr einzuholen und gewann in 2:04:42. Zum Kursrekord von Wilson Kipsang fehlten am Ende gerade einmal 9 Sekunden. Kipsang wurde diesmal Zweiter in 2:04:47. Damit konnte sich Kipchoge für die Niederlage im Duell mit Kipsang beim Berlin Marathon 2013 revanchieren, wo Kipsang mit 2:03:23 Weltrekord und Kipchoge – nach eigener Aussage – noch die Erfahrung im Marathon fehlte. Bemerkenswert war das Finish der beiden in 6:13 bzw. 6:17 von der 40 km Marke bis ins Ziel (beide Zeiten gehören mit zu schnellsten Abschnitten in der Geschichte des Marathons). Genau die gleiche Zeit hatte Kipsang übrigens bei seinem Sieg im letzten Jahr gelaufen, diesmal war aber jemand noch schneller. Und auch zu erwähnen bleibt der letzte km, den Kichoge in 2:41 herunterspurtete. Seine lange Karriere auf der Bahn lässt grüßen.

london-2015-wilson-42kmVorjahressieger Wilson Kipsang wurde diesmal Zweiter.  (c) H, Winter

Auf Platz 3 kam dann der aktuelle Weltrekordhalter Dennis Kimetto nach 2:05:50 ins Ziel, dann folgten Biwott, Regassa und Kitwara. Obwohl der Welt- und der Kursrekord verfehlt wurden, erbrachte London einige interessante statistische Fakten. Kipchogo rannte seinen fünften Marathon hintereinander unter 2:06, damit überholte er Haile, Geoffrey Mutai und Patrick Makau.

Und Wilson Kipsang kann gleichfalls beeindruckende Daten vorweisen. Mit einem Fünfermittel von 2:04:13 ist er der schnellste Mann der Szene und hat nun sechs Läufe mit Zeiten von unter 2:05 Stunden. Mit Kipchoge gibt es wieder einen Topstar der Szene, der erst nach einer großen Karriere auf der Bahn den Umstieg auf die Straße sehr erfolgreich vollzog. London dürfte mit Sicherheit nicht sein letztes Wort in Sachen schneller Zeiten gewesen sein. Ob sich ein Tempolauf schon im Herbst realisieren lässt, wird weitgehend von seiner und der Entscheidung des kenianischen Verbandes hinsichtlich eines Starts beim WM-Marathon im August in Beijing abhängen.

london-2015-dennis-42kmWeltrekordhalter Dennis Kimetto wurde Dritter.  (C) H. Winter

 In einer ersten Analyse des Rennens in London zeigt der Vergleich mit den letzten Marathonläufen in Berlin und Chicago 2014, dass man vermutlich den ersten Part etwas zu forsch begonnen hat. Wie die Grafik der projizierten Endzeiten als Funktion der Streckenlänge ausweist, war man bis fast 20 km im gleichen zeitliche Regime wie bei den beiden anderen Läufen, man verlor dann aber bis 35 km entscheidende Zeit. Das Finale war dann wieder WR-würdig.pace-berlin-chicago-2014-london2015Und am Ende dieser Nachlese zu einer denkwürdigen Veranstaltung muss der Abschiedslauf der legendären Paula Radcliffe erwähnt werden, die ihren Erbinnen Standards vorgesetzt hat, an denen diese noch lange zu „beißen“ haben werden. Auch nach dem diesjährigen Lauf deutet sich immer mehr an, dass Paulas Sensationslauf von 2003 eine Marke für die Ewigkeit geschaffen hatte. Paula nahm es diesmal „locker“ und lief nach einem emotional bewegenden Finish mit 2:36 Stunden auch noch eine beachtliche Zeit. Mit Paula geht eine in allen Belangen großartige Athletin in den sportlichen „Ruhestand“. Danke Paula für dein großes Kämpferherz, deine große Fairness und deine unglaublichen Leistungen. Du warst und bleibst eine der ganz Großen!

llondon-2015-paula-finish Paula Radcliffe beendete mit einem emotionalen Finish nach 2:36 Stunden ihre einmalige sportliche Karriere.  (c) H. Winter

 Präsentiert wurde die gesamte Veranstaltung wieder in einer aufwenig produzierten Sendung der BBC, die in allen Belangen auch diesmal herausragend war und in Steve Cram, Brandon Foster und Jo Pavey Kommentatoren der Extraklasse aufbot. Ralf Scholt und seine Fritzen von der ARD sollten sich einmal anschauen, wie man einen Marathon mit allen seinen sportlichen Facetten überträgt. Dann stimmt nämlich auch wie von selbst die Quote. 3,2 Millionen Zuseher (35%) waren im Mittel bei der über 5stündigen Sendung dabei, fast 4 Millionen sogar im Maximum. Da kann man nur neidisch auf die Insel schauen.

londom-mar-2015-winners-tower-bridgeSiegerin Tufa und Sieger Kipchoge beim Pressetermin am Tag nach dem Rennen mit der Tower Bridge im Hintergrund.  (c) H. Winter

 

     Ergebnisse der Frauen:

1. Tufa, Tigist (ETH) 02:23:22
2. Keitany, Mary (KEN) 02:23:40
3. Tsegaye, Tirfi (ETH 02:23:41
4. Mergia, Aselefech (ETH) 02:23:53
5. Kiplagat, Florence (KEN) 02:24:15
6. Sumgong, Jemima (KEN) 02:24:23
7. Jeptoo, Priscah (KEN) 02:25:01
8. Felix, Ana Dulce (POR) 02:25:15
9. Mazuronak, Volha (BLR) 02:25:36
10. El Moukim, Rkia (MAR) 02:26:33
11. Kiplagat, Edna (KEN) 02:27:16
12. Lewandowska, Iwona (POL) 02:27:47
13. Nukuri, Diane (BDI) 02:27:50
14. Arkhipova, Tatyana (RUS) 02:28:42
15. Aguilar, Alessandra (ESP) 02:29:45

 

  Splits der Eliteläuferinnen (nicht Tempomacher!):

5 km 16:54 3:40, 3:19, 3:23, 3:17, 3:15
10 km 33:22 16:28 3:19, 3:25, 3:12, 3:09, 3:23
15 km 50:53 17:31 3:30, 3:27, 3:28, 3:30, 3:36
20 km 1:08:06 17:13 3:21, 3:10, 3:31, 3:38, 3:23
 HM 1:11:43
25 km 1:25:22 17:16 3:17, 3:26, 3:40, 3:16, 3:37
30 km 1:42:36 17:14 3:29, 3:26, 3:28, 3:23, 3:28
35 km 1:59:58 17:22 3:31, 3:25, 3:30, 3:33, 3:23
40 km 2:16:11 16:13 3:23, 3:22, 3:11, 3:07, 2:10
 Ziel 2:23:22  7:11 3:16, 3:14

 

Ergebnisse der Männer:

1. Kipchoge, Eliud (KEN) 02:04:42
2. Kipsang, Wilson (KEN) 02:04:47
3. Kimetto, Dennis (KEN) 02:05:50
4. Biwott, Stanley (KEN) 02:06:41
5. Regassa, Tilahun (ETH) 02:07:16
6. Kitwara, Samuel (KEN) 02:07:43
7. Guerra, Javier (ESP) 02:09:33
8. Kibrom, Ghebre (ERI) 02:09:36
9. Reunkov, Aleksey (RUS) 02:10:10
10. Lebid, Serhiy (UKR) 02:10:21
11. Mutai, Emmanuel (KEN) 02:10:54
12. Shelley, Michael (AUS) 02:11:19

 

  Splits der Eliteläufer (S. Hartnett):

5 km 14:33 2:52, 2:56, 2:52, 2:55, 2:58
10 km 29:14 14:41 2:54, 2:55, 2:56, 2:58, 2:58
15 km 44:04 14:50 2:59, 2:57, 2:58, 2:59, 2:56
20 km 59:02 14:58 2:59, 2:59, 2:57, 2:58, 3:05
 HM 1:02:19
25 km 1:24:03 15:01 3:01, 2:58, 3:08, 2:56, 2:58
30 km 1:28:56 14:53 2:57, 2:58, 2:58, 2:58, 3:02
35 km 1:44:02 15:06 2:04, 2:56, 3:06, 3:01, 2:59
40 km 1:58:29 14:27 2:56, 2:55, 2:56, 2:49, 2:51
 Ziel 2:04:42  6:13 1 km to go: 2:02:01 – last km 2:41

 

44. Hermannslauf: Neue Sieger beim Lauf vom „Hermann“ zur Sparrenburg

hermannslauf2015-logo

Der Lauf hat Kultstatus und ist im ostwestfälischen-lippischen Raum DAS Laufereignis: Der Hermannslauf. Von Peter Gehrmann und Mitstreitern vor 43 Jahren aus der Taufe gehoben, ist diese Veranstaltung nach dem Paderborner Osterlauf die größte Sportveranstaltung der Region. Dabei ist die Mischung von wunderbarer Landschaft auf den Höhen des Teutoburger Waldes und eine in allen Belangen fordernde Strecke, die kaum Gelegenheit zum Verschnaufen bietet, die den Reiz dieses Laufes ausmacht. Der Autor dieser Zeilen weiß wovon er spricht. Und mit der Einführung der Chipzeiterfassung ist auch das Teilnehmerlimit von zuvor 4000 Teilnehmern auf gut 7000 aufgestockt worden. Bei nahezu idealen Laufbedingungen erreichten am Sonntag (26.4.2015)  5556 Läufer das Ziel vor der Sparrenburg in Bielefeld.

Zuovr hatten die Läufer bergab und bergauf gut 31 km hinter sich zu bringen, wobei die Anstiege zum Ehberg (8km), Tönsberg (15km), die Treppen von Lämmerhagen (23km) und zum Eisernen Anton (26 km) es in allen Belangen in sich haben. Nach diesen Anstiegen geht es dann meist gleich wieder steil bergab. 2 Stunden für die gesamte Strecke ist die magische Schwelle zur Spitzenklasse. Dass die in diesem Jahr von nur 12 Läufern unterboten wurde, ist allerdings im Vergleich zu den Vorjahren ein eher schwaches Ergebnis.

Bei Männern sowie Frauen gab es durch Florian Reichert und Hilde Aders neue Sieger. Sie triumphierten überraschend über die Seriensieger Elias Sansar und Silke Pfenningschmidt, die sich jeweils kurzfristig noch zu einem Start entschlossen hatten. Während Silke Pfenningschmidt den Lauf verletzungsbedingt abbrach, musste der achtfache Hermannslauf-Sieger Elias Sansar mit Yohannes Hailu Atey noch einen weiteren Läufer an sich vorbeiziehen lassen, und sich mit Platz 3 begnügen.

Den Rennverlauf bestimmte bis zum Anstieg zum Eisernen Anton Yohannes Atey vom TuS Deuz, der zunächst noch von Sansar begleitet wurde. Als sich Atey bereits zur Hälfte des Rennens absetzte, sah er schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann kam Florian Reichert immer näher und passierte Atey, der nicht mehr folgen konnte. Auf der Bielefelder Promade lief zu seinem ersten Sieg  in 1:46:24 nach zwei zweiten Plätzen 2013 und 2014. Hilde Aders aus Norwegen steigerte ihre Zeit vom letzten Jahr um über 10 Minuten auf 2:07:02 und ließ mit Maja Weiffen und Stephanie Fritzemeier vom Veranstalter TSVE 1890 Bielefeld die nächsten Läuferinnen deutlich hinter sich.

Der 45. Hermannslauf wird am 24.04.2016 stattfinden.

hermannslauf2015-siegerDie Erstplatzierten des 44. Hermannslauf: Atey, Reichert, Sansar (v.l.).  (c) Veranstalter

ORLEN Warschau Marathon: Hayle Lemi (ETH) gewinnt auch seinen zweiten Marathon

Mit sehr guten Zeiten, sechs Männer liefen unter 2:09 Stunden ins Ziel ein, überzeugte der Warschau Marathon am Sonntag (26.4.) (mehr waren das am gleichen Tag in London auch nicht). Dabei konnte der Äthiopier Hayle Lemi mit seinem Sieg in 2:07:57 seine tolle Vorstellung bei seinem Debüt und Sieg beim Dubai Marathon im Januar eindrucksvoll bestätigen. Damit hat der Mann eine eindrucksvolle Bilanz: 2 Starts – 2 Siege. Auch bei den Frauen gab es Ergebnisse internationaler Klasse: Der Sieg ging gleichfalls an Äthiopien durch Fatuma Sado in 2:26:25.

warschau2015-siegerDie Erstplatzierten beim Warschau Marathon 2015.  (c) Veranstalter

Dass es diesmal in Warschau flott zur Sache gehen sollte, zeigte sich schon bei 14°C und leichtem Nieselregen auf den ersten km. 5 km in 15:02 und 10 km in 30:00 waren ein flotter Beginn mit Kurs auf eine Zeit unter 2:07. Neben einer großen Gruppe afrikanischer Läufer war auch der Pole Henryk Szost vorne mit dabei. Das Tempo ließ nur unwesentlich nach, der Halbmarathon wurde nach 63:31 passiert und selbst bei 30 km in 1:30:47 war noch 12 Läufer in der Spitzengruppe.

Dann dünnte die Spitze weiter aus mit Lemi Berhanu, Geneti, Tolossa, Kemboi, Mwaniki, Richard Sigei, Robert Chemosin and Amanuel Mesel bei 35 km in 1:46:09. Szost war etwas zurückgefallen und lag mit 38 Sekunden Rückstand auf Position 9, die er auch bis zum Ziel verteidigte. An der Spitze fiel nur ein Läufer (Tolossa) zurück und die Entscheidung fiel dann – wie in Dubai – etwa ein km vor dem Ziel, wo Lemi das Tempo anzog und sich leicht von der Konkurrenz absetzen konnte. Mit 2:07:57 blieb er unter 2:08 Stunden, dahinter war der Einlauf dann relativ eng. Robert Kwemoi (KEN) wurde Zweiter in 2:08:05 und Markos Geneti Dritter (ETH) in 2:08:11. Dann folgten – gleichfalls mit guten Zeiten – Mesel in 2:08:18, Sigei in 2:08:28 und Kemboi in 2:08:29. Henryk Szost erzielte auf Platz 9 2:10:11 und wurde damit überlegen polnischer Meister vor Jocob Nowak in 2:14:09 und Artur Kozlowski in 2:14:13.

Bei den Frauen passierte eine Fünfergruppe den Halbmarathon nach 1:14:00. Dann wurde das Tempo mit 5 km Abschnitten in 17:17 und 17:10 deutlich schneller und 5 km vor dem Ziel setzte sich Fatuma Sado ab und gewann in guten 2:26:25. Sie verpasste zwar ihre persönliche Bestzeit deutlich, aber so schnell wie sie in Warschau war noch nie eine Läuferin auf polnischem Boden gelaufen.

     Ergebnisse Männer:

1. LEMI Hayle Berhanu ETH 02:07:57
2. KWEMOI Chemosin Robert KEN 02:08:05
3. GENETI Markos ETH 02:08:11
4. MESEL Amanuel ERI 02:08:18
5. SIGEI Richard KEN 02:08:28
6. KEMBOI Elijah KEN 02:08:29
7. TOLOSSA Debebe ETH 02:09:52
8. BEDADA Abdisa Sori ETH 02:10:04
9. SZOST Henryk POL 02:10:11
10. MWANIKI Samuel Theuri KEN 02:10:53
11. DEBELE Tulu Dereje ETH 02:11:47
12. KYEVA Cosmas Mutuku KEN 02:12:01
13. TAKADA Chiharu JPN 02:12:27
14. NOWAK Jakub POL 02:14:09
15. KOZŁOWSKI Artur POL 02:14:43
16. ARTEM Alekseev RUS 02:14:57

Hamburg Marathon: Ein Jubiläum im Nieselregen

hamburg-mar-2015-logoAuch lang andauernder Nieselregen konnte dem 30. Jubliäum des Hamburg Marathons wenig anhaben. Teilnehmerzahlen, Zuschauerinteresse und vor allem auch die leistungssportliche Bilanz kann sich international durchaus sehen lassen. Bei den Männern gewann der Kenianer Lucas Rotich in hochklassigen 2:07:17 und auch bei den Frauen gab es durch Meseret Hailu (ETH) in 2:25:41 eine schnelle Zeit.

hamburg-2015-siegerDie Schnellsten beim Hamburg Marathon 2015: Luca Rotich (KEN) in 2:07:17 und Ghirmay Ghebreslassie (ERI) in 2:07:47.  (c) Veranstalter

 Kühle Temperaturen um 12°C, aber auch leichter Regen bildeten den Rahmen für den Jubiläumslauf in der Stadt an der Elbe, wo das Management von Global Sports wieder ein – angesichts der Randbedingungen – hochkarätiges Feld verpflichten konnte. Eine ungewöhnlich große Anzahl von 18 Läufern passierte den Halbmarathon nach 63:48, wobei kurz danach einer der Favoriten, der Kenianer Micah Kogo, Probleme bekam und zurückfiel.

Eine gute Zeit deutet sich bei 30 km an, wo sich die Spitzengruppe nach 1:30:43 auf die Hälfte reduziert hatte. Die Entscheidung fiel dann nach 35 km, wo sich Rono und Ghirmay Gebreslassie (ERI) absetzen konnten. Der junge Mann aus Eritrea war vor zwei Jahren in Paderborn sensationell ganz nahe an eine Stunde im Halbmarathon gelaufen. Beim Chicago Marathon im Oktober lief er als Tempomacher in 2:09 Stunden durch. Rotich hatte zur gleichen Zeit als Zweiter in Amsterdam 2:07:18 erreicht. Und diese Zeit sollte er mit 2:07:17 diesmal ganz knapp unterbieten und mit einem starken Finale zu gewinnen.

Ghebreslassie verlor noch gegenüber Rotich deutlich an Boden, konnte aber in 2:07:47 Platz 2 sichern. Stephen Chebogut wurde in 2:08:01 Dritter. 8 Läufer unter 2:11 war auch ein gutes Resultat in der Breite. Für Zeiten im Bereich des Streckenrekords von 2:05:30 waren die Bedingungen diesmal nicht gut genug.

Achtbar schlug sich von deutscher Seite Julian Flügel aus Regensburg, der mit 2:14:51 unter 2:15 blieb. Weniger gut verlief das Debut von Steffen Uliczka aus Kiel, der nach 67:08 bei der Halbdistanz nachließ und nur 2:20:19 erreichte. Das war Platz 26.

Gleichfalls nicht zufrieden dürfte Sabrina „Mocki“ Mockenhaupt gewesen sein, die ihr Ziel von einer Zeit unter 2:30 Stunden mit 2:32:41 verfehlte. Schon ihre Halbmarathonläufe in New York City und Paderborn waren nicht überzeugend und deuteten auf eine Zeit jenseits der 2:30 Stunden hin. Deutlich schneller waren die Erstplatzierten, wo ein Trio die halbe Distanz in 1:13:00 absolvierte. Meseret Hailu, die den Amsterdam im Oktober in sehr guten 2:21:09 gewann, siegte in 2:25:41 auch in Hamburg vor der Kenianerin Sylvia Kibet in 2:26:16.

Ergebnisse der Männer:

1. Rotich, Lucas (KEN) 02:07:17
2. Ghebreslassie, Ghirmay (ERI) 02:07:47
3. Chebogut, Stephen (KEN) 02:08:01
4. Rono, Philemon (KEN) 02:08:18
5. Kipketer, Gideon (KEN) 02:09:34
6. Bat-Ochir, Ser-Od (MGL) 02:10:15
7. Kogo, Micah (KEN) 02:10:37
8. Abera, Tesfaye (ETH) 02:10:49
9. dos Santos, Marilson (BRA) 02:11:00
10. Kibet, Stephen (KEN) 02:11:08
11. Mwangangi, John (KEN) 02:13:14
12. Limo, Jackson (KEN) 02:13:39
13. Naert, Koen (BEL) 02:13:39
14. Fernandez, Ivan (ESP) 02:13:43
15. Silva, Rui Pedro (POR) 02:14:21
16. Flügel, Julian (GER) 02:14:51

 

Düsseldorf Marathon: Diesmal nur leistungssportliche Hausmannskost

marathon_duesseldorf_logoIrgendwie kann der Mann einem schon leid tun. Da bemühte sich der Renndirektor des Metro Group Düsseldorf Marathons über die letzten Jahre die Veranstaltung in der internationalen Szene zu etablieren, doch dann gab es 2015 einen herben Rückschlag. Aus der (finanziellen) Not lag des Fokus am 26.4. auf Athleten mit Bestzeiten von über 2:10 Stunden, die damit auch weniger kosten. Ein besonderes Augenmerk wurde auch den deutschen Topläufer André Pollmächer gerichtet, der sich in Düsseldorf mit einer guten Zeit bereits in Richtung Olympia 2016 empfehlen wollte. Das Unterfangen ging schief.

Was noch blieb, war ein Sieg der Vorjahressiegerin Annie Bersagel aus den USA in akzeptablen 2:28:29. Bei den Männer siegte der Rumäne Marius Ionescu in 2:13:19, eine Zeit mit der man Marathon der 2. Liga gewinnen kann. Eigentlich war man in Düsseldorf mit einer breiten Spitze und einem Streckenrekord von 2:07:48 aus dem Jahr 2013 auf den Sprung in die Weltelite, doch fehlende finanzielle Ressourcen erzwangen diesmal drastische Einsparungen.

Die deutschen Teilnehmer enttäuschten auf der ganzen Linie. André Pollmächer durch die Entwicklungen in Düsseldorf im Folus des Interesses konnte die (hohen) Erwartungen nicht erfüllen und stieg nach 26 km mit Fußproblemen aus. Zuvor hatte er noch in einer vierköpfigen Spitzengruppe die Halbdistanz in perfekten 65:52 passiert. Auch Manuel Stöckert (SC Ostheim Rhön) gab bei seinem Debüt das Rennen vorzeitig auf.

Bleibt zu hoffen, dass der Düsseldorf Marathon nach diesem sportlichen Rückschlag im kommenden Jahr wieder die Kurve nach oben bekommt. Immerhin waren in allen Wettbewerben gut 18000 Aktive auf den Beinen.

      Ergebnisse der Männer (HM – Marathon):

1. Marius Ionescu (ROM) 01:05:53 | 02:13:19 |
2. Abdelhadi El Hachimi (BEL) 01:05:52 | 02:13:46 |
3. Marcin Blazinski (GER) 01:06:48 | 02:16:08 |
4. Sibusiso Nzima (RSA) 01:05:52 | 02:16:35 |