BIG25 Berlin: Das Duo Cheroben und Kipkemoi auf Rekordjagd durch Berlins Straßen

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Nach dem Start des 25 km Laufs durch Berlins Straßen im Jahr 1981 zeichneten noch die französischen Allierten verantwortlich, die vor allem erstmals einen Lauf durch die Innenstadt gegen die Vorstellungen der Polizei durchsetzten. Der „25 km de Berlin“ ist längst Geschichte, mittlerweile hat der Lauf den Status einer Weltklasse-Veranstaltung, bei der die Weltrekorde bei Männern (1:11:18, Dennis Kimetto (KEN)) sowie Frauen (1:19:50, Mary Keitany (KEN)) aufgestellt wurden. Vierzehn der jemals schnellsten Zeiten über die allerdings nur noch selten gelaufenen Distanz von 25 km wurde auf der Berliner Strecke vom Olympiastation in die Innenstadt und zurück erzielt.

Dass es auch am kommenden Sonntag (10. Mai 2015) wieder ein schnelles Rennen geben wird, steht außer Frage. Dafür konnte der sportlich Leiter des Laufs Christoph Kopp wieder Topathleten verpflichten, die in der Tat über ein eindrucksvolles Spektrum an Vorleistungen aufweisen. Allen voran ist der Sieger des Vorjahres zu nennen. Abraham Cheroben lief damals mit 1:11:47 die drittschnellste Zeit in der Geschichte, nur Weltrekordler Kimetto mit 1:11:!8 und Wilfried Kirwa Kigen mit 1:11:29 waren jemals schneller. Dabei lag Cheroben lange dicht am Weltrekord und erst ein erheblicher Wind verhinderte eine bessere Zeit.

Das könnte diesmal besser werden, den die Vorhersagen für das Wetter am Sonntag sind recht gut. Zudem ist Cheroben mittlerweile in der Weltklasse etabliert, was sich schon daran erkennen lässt, als der schnelle Kenianer im letzten Jahr im Halbmarathon auf globaler Skala der schnellste Läufer mit 58:48 im spanischen Valencia war. Abrahams letzter Auftritt in Berlin liegt erst gut einen Monat zurück, wo er beim Halbmarathon „nur“ Dritter wurde. Der Grund für diese Platzierung war allerdings in einer Wadenverletzung zu sehen, die ihn damals vor allem beim Finale beeinträchtigte. Es wird vieles vom Auskurieren seiner Probleme abhängen, ob er seine Zeit aus dem Vorjahr steigern kann. Da er die 25 km Schleife durch die Stadt und das Brandenburger Tor aus dem Vorjahr bestens kennt, wird er sicher auf der wegen des erheblichen Höhenunterschiedes nicht einfachen Strecke die richtige Renneinteilung wählen.

b-hm-2014-cheroben-vor-zielAbraham Cheroben ist der Favorit bei den BIG25 am 10. Mai 2015.  (c) H. Winter

Kenneth Kipkemoi wird ein weiteres Mal mit Cheroben an den Start gehen, die beiden sind bereits ein eingespieltes Team. Im letzten Jahr war er hinter Cheroben mit 59:01 der Zweitschnellste des letzten Jahres und auch bei den BIG25 2014 wurde er Zweiter in 1:12:32, auch hinter Cheroben. Stark einzuschätzen sind zwei weitere Kenianer, die jeweils gute Halbmarathon-Bestzeiten von unter 62 Minuten aufweisen: Charles Maina (61:13) und Frederick Ngeny (61:37). Der Zweitschnellste 25 km Läufer aller Zeiten, Wilfried Kirwa Kigen ist ein weiterer Kandidat für eine schnelle Zeit, lange Zeit hatte er im Weltrekordlauf von Kimetto mithalten können. Eliud Mwangi lief 2014 in Lille einen Halbmarathon in 61:09 und wird sicher im ersten Teil ein hohes Tempo mitgehen können.

Für dieses Tempo wird in der Anfangsphase Mike Kiprotich als „Hase“ verantwortlich zeichnen. Um in den Bereich des Weltrekords zu laufen, sind die 5 km Abschnitte um 14:15 Minuten zu absolvieren, das sind 2:51 Minuten pro km. Ganz schön flott! Leichter zu erreichen, ist sicherlich die Jahres-Weltbestzeit von 1:13:54, die eine ganze Reihe von Athleten beim Rotterdam Marathon Mitte April als Durchgangszeit schafften.

Mit Paul Schmidt (TSV Dresden) startet ein deutscher Läufer, der sich in diesem Jahr in die erweiterte deutsche Spitze geschoben hat. Beim Berliner Halbmarathon erreichte er 64:58 Minuten, bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m wurde er am vergangenen Wochenende Siebenter. André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) ist nach einer Fußverletzung dagegen nicht rechtzeitig fit für die BIG 25 Berlin.

Bei den Frauen geht mit Sutume Asefa Kebede eine sehr starke Läuferin aus Äthiopien am Start.  So gewann Kebede den Paderborner 10-km-Osterlauf in 31:49 und den Halbmarathon im italienischen Verbania in 69:07.

Ihre stärkste Konkurrentin dürfte Elizeba Cherono sein, die in diesem Jahr bereits Zweite beim Berliner Halbmarathon in 70:56 Minuten wurde, ihre Bestzeit steht bei 70:15. Aber auch eine zweite Äthiopierin kann ganz vorne mitlaufen: Zewdnesh Ayele Belachew hat im Halbmarathon eine Bestzeit von 71:37 Minuten.

Über 11.000 Läufer sind für Sonntag insgesamt für die Läufe über 10 km, die Halbmarathondistanz, 25 km sowie eine 5×5-km-Staffel angemeldet.

 

   Die Topläufer bei den BIG25 Berlin 2015:

Abraham Cheroben KEN 1:11:47 Berlin 2014
Kenneth Kipkemoi KEN 1:12:32 Berlin 2014
Wilfred Kirwa Kigen KEN 1:11:29 Berlin 2012
Eliud Mwangi KEN 1:01:06 HM – Lille 2014
Frederick Ngeny KEN 1:01:37 HM – Berlin 2013
Charles Maina KEN 1:01:13 HM – Paderborn 2010
Taoufik Allam MAR 1:02:43 HM – Berkane 2013
Noureddin Htabi MAR 1:02:51 HM – Breda 2014
Paul Schmidt GER 1:04:58 HM – Berlin 2015
Henry Kosgei KEM 1:16:42 Berlin 2013