Holt sich Genzebe Dibaba den nächsten WR?

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Dort, wo Kalifornien sicherlich mit am schönsten ist, findet alljährlich der schnellste 5 km Straßenlauf der globalen Szene statt. Die Carlsbad 5000 sind Legende und wurden 1986 von gleichfalls legendären Tim Murphy begründet, der auch die Idee in San Diego mit den Rock´n Roll Marathons hatte.

Den Ruf als schnellster 5 km Lauf belegen schon die Weltrekorde bei Männern sowie Frauen, die Sammy Kipketer im Jahr 2000 mit 13:00 und Meseret Defar mit 14:46 2006 aufstellten. Dazu gibt es stets sehr attraktive Elitefelder, die der Veranstaltung unmittelbar an der Pazifikküste zu Weltgeltung verhalfen.

Und dieser Status wird auch in diesem Jahr am 29. März aufrechthalten, wenn bei den Frauen das äthiopische Supertalent Genzebe Dibaba, eine der drei schnellen Dibaba Schwestern, auf Jagd nach dem Weltrekord über die 5 km auf der Straße geht.

Der sportliche Leiter des Laufs in Carlsbad, Matthew Turnbull, sieht jedenfalls beste Chancen, dass Genzebe ihren Weltrekord Nummer 5 aufstellt. Dass die Äthiopierin aktuell ein Topstar der Szene ist, hat sie sehr eindrucksvoll mit ihren Hallen-Weltrekorden bewiesen. Zunächst lief sie in Karlsruhe am 1. Februar 2014 über 1500 3:55,17, wenige Tage später in Stockholm 3000 m in 8:16,60 und am 15. Februar 2014 in Birmingham 9:00:48 über 2 Meilen. Drei Weltrekorde in 15 Tagen. Und in diesem Jahr lief sie am 19. Februar 2015 in Stockholm Rekord Nummer 4: 14:18,86 über 5000 m in der Halle.

Mit dieser Zeit ist sie fast eine halbe Minute schneller als die globale Bestmarke auf der Straße, so dass ein Angriff auf die Zeit von Defar durchaus realistisch erscheint. Auch ihre Freiluft-Bestzeit von 14:28:88 untermauert diese Erwartungen. Dazu kommt, dass man erstmals den Streckenverlauf leicht verändert hat. Der Kurs konzentriert sich nun noch mehr auf den Ortskern von Carlsbad und vermeidet dadurch einen Teil des leichten Gefälles und Anstiegs im Steckenverlauf.

Und im gleichen Rennen wird noch eine weitere Dame auf Weltrekordjagd gehen. Die mittlerweile 42jährige US-Lauflegende Deena Kastor, die 2002 in Carlsbad den noch heute gültigen US-Rekord von 14:54 aufstellte, wird den Masters-Weltrekord über 5 km bei den Frauen angreifen. Diesen stellte Colleen De Reuck mit 14:48 2004 gleichfalls in Carlsbad auf.

Bei den Männern wird sich der Äthiopier Dejen Gebremeskel bemühen seine einmalige Serie mit einem fünften Sieg in Serie fortzusetzen. 2011 gewann er mit 13:11, das war bisher seine beste Zeit in Carlsbad. Im letzten Jahr geriet der Lauf zur Posse, als sich bei einer Nachmessung die Strecke um einige Meter zu kurz erwies. Ein Opfer dieses Fehlers wurde vor allem Barnard Lagat, der letztes Jahr in 13:21 „US-Rekord“ lief, der dann aber nicht anerkannt werden konnte. Diesen Rekord von 13:24, erzielt von Mark Davis im Jahr 1996 (natürlich auch in Carlsbad) hat er in diesem Jahr im Visier. Die Streckenlänge des neuen Kurses sollte stimmen und schneller dürfte die Strecke auch geworden sein.

Konkurrenten der Beiden sind u.a. Diego Estrada, der etwas überraschend im Januar 2015 in Houston die US-Halbmarathon-Meisterschaften in 1:00:51 gewann sowie der Brite Andy Vernon, der bei den Europameisterschaften Silber über 10000 m gewann. Vernon lief 2012 in Carlsbad 13:30, das ist auch seine persönliche Bestzeit über 5 km auf der Straße.

Der Lauf der Elite-Frauen wird am 29. März 2015 kurz vor der Mittagsstunde lokaler Zeit gestartet, die Männer sind dann nach deren Zieleinlauf dran. Zum 30. Jubiläum werden wieder über 10000 Teilnehmer insgesamt erwartet, wobei die Anteile von weiblichen und männlichen Teilnehmern ungefähr gleich sind.

Rom Marathon: Schwieriges Plaster beim Dauerregen in der „ewigen Stadt“

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Die 21. Auflage des Rom Marathons hatten sich die Veranstalter sicherlich anders vorgestellt. Doch der Marathonlauf ist nun einmal ein Freiluftevent und damit von der Wetterbedingungen abhängig. In Rom bedeutete das am Sonntag strömender Regen und damit ungünstige Voraussetzungen für die Läufer vor allem im zweiten Teil, wo es dann vermehrt auf Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen der „Ewigen Stadt“ geht. Am Ende waren in dem IAAF Golden Label Race die Siegerzeiten so schwach wie lange nicht mehr, an Kursrekorde war allerdings bei diesen schlechten Bedinungen auch nicht zu denken.

Aber während die Männer im ersten Teil mutig zur Sache gingen, starteten die Frauen von Anbeginn verhaltener. In beiden Fällen gab es dann sehr moderate Siegerzeiten von Abebe Degefa (ETH) in 2:12:23 und Meseret Tolwak (ETH) 2:30:25.

rom-marathon-sieger-2015Abebe Degefa (ETH) gewinnt den Rom-Marathon 2015.  (c) Veranstalter

Dabei war aber das Rennen der Männer durchaus „denkwürdig“, wenn man sich den Ablauf genauer anschaut. Denn nach überraschend flottem Beginn angesichts des strömenden Regens war eine Sechsergruppe nach 15:05 bei 5 km, 30:11 10 km beim Halbmarathon in 1:04:08 durchaus auf Kurs zu einer sehr guten Zeit.

Nach 25 km in 1:16:02 waren noch drei Läufer vorne, von denen bei 32 km in 1:38:07 nach Ausstieg des Tempomachers Kibor (KEN) nur noch Abebe Degefa und sein Landsmann Birhanu Achame übrig blieben. Degefa hatte 2013 in Beijing 2:08:46 erzielt, Achame lief im letzten Jahr in Rennes 2:10:20. Die Beiden „kämpften“ dann um den Sieg und wirkten dabei wie zwei angeschlagene Boxer, denen der kalte Regen und das mit Wasser übersäte Kopfsteinpflaster zusehends zusetzte.

Einen ersten Eindruck bekam man nach Aussteigen des Tempomachers, der Abschnitt von 30 km nach 35 km wurde in nur 16:43 zurückgelegt. Danach wurde die Pace kurzfristig wieder schneller, um dann in der Schlußphase nach 38 km (1:57:30) wieder stark einzubrechen. 3:25, 3:37 und sogar 3:42 waren die letzten km-Splits des Rennens, die sehr klar belegen, in welcher Verfassung das Führungsduo war. Von einem „taktischen“ Rennen an der Spitze, wie es in einigen Medien zu lesen war, kann nicht die Rede gewesen sein; die wackren Kämpfer waren schlichtweg „breit“.

Am Ende setzte sich Degefa ab und erreichte in schwachen 7:51 für den Schlusspart von der 40 km Marke (2:04:32) nach 2:12:23 das Ziel. Mehr war bei diesen Bedingungen für die mutig angelaufenen Läufer an diesem Tag nicht drin. Mit 1:08:15 für die zweite Hälfte lief man in Rom einen gewaltigen positiven Split. Hinter ihm schleppte sich Birhanu Achame in 2:12:32 ins Ziel vor dem am Ende immer weiter aufkommenden Jamel Chatbi (ITA)  in 2:14:04. Gut schlug sich auch sein Landsmann, der schon 40jährige Haudegen Ruggero Pertile, der nach 2:15:40 das Ziel erreichte.

 Bei den Frauen war das Tempo wesentlich gleichmäßiger. Die Siegerin Meseret Tolwak in 2:30:25 durchlief die Halbmarathonmarke nach 1:15:06. Das war ein perfektes Timing, obwohl die Bedingungen im zweiten Teil eigentlich viel schlechter waren als auf den ersten 25 km. Nach 37 km hatte sich Tolwak von ihrer Landsfrau Alem Kipfle lösen können, die nach 2:31:01 Zweite wurde.

Wie ungünstig die Bedingungen waren, belegt auch die Statistik, dass gerade einmal ACHT (!) Athleten eine Zeit von unter 2:30 Stunden unterboten. Für ein IAAF Gold Label Rennen ist eine solche „Ausbeute“ schon fast blamabel, auch im Regen.

 Ergebnisse Männer:

1. Abebe Negewo Degefa (ETH) 2:12:23

2. Birhanu Addissie Achame (ETH) 2:12:32

3. Jamel Chatbi (ITA) 2:14:04

4. Dadi Feyera Gemeda (ETH) 2:15:05

5. Ruggero Pertile (ITA) 2:15:40

6. Weldon Kiprono Korir (KEN) 2:22:18

7. Nekatibeb Nurelign Tekeste (ETH) 2:25:58

8. Michael Kalomiris (GRE) 2:29:30

9. Giorgio Calcaterra (ITA) 2:34:26

10. Domenico Liberatore (ITA) 2:34:31

Splits der Spitze:

5 km 15:05
10 km 30:11 15:06
15 km 45:20* 15:09
20 km 1:00:45 15:25
HM 1:04:08
25 km 1:16:02 15:17
30 km 1:31:36 15:34
35 km 1:48:16 16:43
40 km 2:04:32 16:13
Ziel 2:12:23  7:52

 

Schlusspart: 38 km 1:57:30 – 39 km 2:00:55 (3:25) – 40 km 2:04:32 (3:37) – 41 km 2:08:14 (3:42)

Ergebnisse Frauen:

1. Meseret Kitata Tolwak (ETH) 2:30:25

2. Alem Fikre Kifle (ETH) 2:31:01

3. Deborah Toniolo (ITA) 2:36:30

4. Annelie Johansson (SWE) 2:40:05

5. Anastasiya Kushnerenko (RUS) 2:40:23

6. Irina Smolnikova (KZK) 2:43:06

7. Jane Fardell (NZL) 2:45:07

8. Maurizia Cunico (ITA) 2:52:39

9. Renate Vranken (NED) 2:55:31

10. Silvia Luna (ITA) 2:57:15

Lissaboner Halbmarathon: Mo Farah läuft Europarekord

lisbon-hm-2015-logoMit einer beeindruckenden Renneinteilung gewann der britische Topstar Mo Farah die 25. Ausgabe des Halbmarathons in Lissabon in 59:32. Damit verbesserte er nicht nur den von ihm gehaltenen britischen Rekord, die Zeit ist auch ein neuer Europarekord, den zuvor der Spanier Fabian Roncero mit 59:52 bereits 2001 in Berlin aufstellte.

Das Rennen sollte sehr schnell um 27:45 für die ersten 10 km angelaufen werden. Doch der Wind war schon hier ein Faktor, so dass alle Ambitionen in Richtung eines WR (28:23) schnell unrealistisch wurden. Ein erster zuverlässiger Split bei 9 km von 25:23 deutete auf eine Zeit von 59:30 im Ziel hin. Zu diesem Zeitpunkt war etwas überraschend Mo Farah schon aus der sechsköpfigen Spitzengruppe zurückgefallen und verlor schnell weiter an Boden.

An der Spitze bildeten nun Stephen Kibet und Micah Kogo (beider KEN) ein Duo, das das Tempo erhöhte und bei 14 km nach 39:13 auf Kurs von 59:06 lag. Farah lag da 0:14 zurück, schloss aber zum Äthiopier Idemo Adola auf und reduzierte nun auf Platz 3 liegend den Abstand zur Spitze zusehends. Innerhalb von 2 km holte er 8 Sekunden auf die Spitze auf.

Nach 44 Minuten passierte die Männerspitze die japanische Lauflegende Noguchi, die mit den anderen Frauen vor den Männern gestartet war, und nach gut 51 Minuten hatte Farah die Läufer an der Spitze eingeholt.

Kurz nach Mos Anschluß fiel Kibet zurück und Farah und Kogo kämpften um den Sieg. Bei 20 km in 56:27 war zwar keine außergewöhnliche Zeit mehr zu schaffen, aber der Europarekord war für Mo so gut wie sicher. Als dann noch wenige 100 m zu laufen waren, zeigte Farah, warum er auf den Unterdistanzen zu den besten Läufern aller Zeiten gehört, und löste sich scheinbar spielerisch von seinem Kontrahenten, der in seiner großen Bahnkarriere ebenfalls über eine hohe Spurtkraft verfügente.

lisboa-hm-mo-finsih-sturzGlück hatte Mo Farah als er sich nach Passieren im Zielband verfing und stürzte. Die Sache ging aber bis auf einige Schrammen gut aus.   (c) Oscar Ferdandez

Farah ließ Kogo auf den letzten Metern fast stehen und gewann in 59:32 mit einer Sekunde Vorsprung auf Kogo, der damit gleichfalls eine gute Zeit erzielte. Viel Boden verlor Kibet, der als Dritter 59:58 erreichte. Nach Überqueren der Ziellinie gab es noch eine Schrecksekunde, da sich Farah im Zielband verfing und spektakulär stürzte. Dabei agierten die beiden Damen, die das Zielband hielten, schon bei den Rollis und den Damen denkbar ungeschickt. Glücklicherweise überstand Mo diese Aktion bis auf ein Paar Schrammen ohne größere Blessuren.

Bei den Frauen setzte sich die Kenianerin Rose Chelimo bereits nach der Hälfte vom Rest des Feldes ab und siegte unangefochten nach 1:08:22. Sehr beachtlich war auch die Leistung der Portugiesin Sara Moreira, die nach 1:09:18 im Ziel war und ihr beachtliches Debut beim New York City Marathon vom November letzten Jahres bestätigte. Erst auch Platz 3 finishte dann Prisca Jeptoo, die offensichtlich voll in den Vorbereitungen auf den London Marathon steckt, so dass die für sie eher schwache Zeit wenig aussagekräftig sein sollte.

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10. „Venloop“ Halbmarathon : Alfers Lagat läuft Steckenrekord, Philipp Pflieger Bestzeit

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Beim „Venloop“, einem Halbmarathon im niederlämdischen Venlo mit einer guten Mischung aus Elitefeldern und Breitensportlern siegte der Kenianer Alfers Lagat in der beachtlichen Zeit von 1:00:32. Nachdem das Rennen mit 14:28 für die ersten 5 km recht vorsichtig anglaufen wurde, legte die 6köpfige Spitze danach zu und erreichte 10 km nach 28:41 (14:13). Lagat sollte eigentlich bis 13 km das Tempo mache, lief dann aber durch und erreichte zusammen mit Ezrah Sang 15 km in 42:50 (14:09). Damit war man auf Kurs von 60:14 und einer minimalen Chance einer Zeit von unter einer Stunde. Der große Favorit Nguse Amlosom (ERI), der im letzten Jahr mit 59:39 Fünfter bei der HM-WM in Kopenhagen wurde, war da schon zurückgefallen.

Nach 20 km in 57:25 (14:35) wurde die Pace wieder langsamer, aber trotzdem reichte es für Lagat am Ende, den Streckenrekord von Stephen Chelimo aus dem Jahr 2009 um eine volle Minute zu verbessern. Schon kurz danach lief Ezrah Sang nach 1:00:35 ein und auch die Nächstplatzierten blieben unter der alten Bestmarke beim Venloop.

Erfreulich die Leistungssteigerung von Philipp Pflüger aus Regensburg, der auf Platz 9 mit 1:03:50 einlief. Diese Zeit wurde im letzten Jahr nur von Arne Gabius und André Pollmächer in Deutschland unterboten und sind für den 27jährigen Langstreckler neue Bestzeit.

Bei den Frauen gewann Jane Morara aus Kenia in 70:41.

Insgesamt waren in Venlo etwa 25000 Läufer auf den Beinen.

 Ergebnisse „Venloop“ am 22. März 2015;

1 Alfers Lagat Kenia 1:00:33
2 Ezrah Sang Kenia 1:00:36
3 Nguse Amlosom Eritrea 1:01:18
4 Justus Kiptoo Kanda Kenia 1:01:18
5 Benard Kitus Kenia 1:01:26
6 Khalid Choukoud Haag Atletiek 1:02:31
7 Sondre Nordstad Moen Noorwegen 1:02:32
8 Hirpha Temesgen Ethiopië 1:03:28
9 Philipp Pflieger Duitsland 1:03:51
10 Gert-Jan Wassink Argo 1:04:04
11 Jesse Stroobants België 1:04:06
12 David Nilsson Zweden 1:04:11
13 Willem van Schuerbeeck België 1:04:12
14 Marius Vedvik Noorwegen 1:04:14
15 Mats Lunders België 1:04:16
16 Mariusz Gizynski Polen 1:04:17
17 Koen Raymaekers Hellas 1:04:21

 

 

Streckenrekord beim New Taipei City Marathon durch Eliud Barngetuny

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Nach Siegen bei den Marathons in Salzburg und Lyon gewann der Kenianer Eliud Barngetuny auch in der taiwanesischen Hauptstadt Taipei und verbesserte in 2:13:14 den Kursrekord aus dem Vorjahr um fast genau 4 Minuten (2:17:17). Dass in dem IAAF Bronze Label Road Race der Streckenrekord fallen würde, zeigten schon die frühen Splits eines Führungsduo aus den Kenianern Josphat Chobei and Hosea Kosgei: 10 km 31:43, 15 km 47:28, 20 km 1:02:43. Man lag im Bereich von 2:12, wie es auch die Zeit beim Passieren der Halbmarathonmarke zeigte. Der spätere Sieger Barngetuny lag da noch 22 Sekunden zurück, holte aber schon auf die Spitze auf.

Bei 25 km in 1:18:46 hatte er die beiden Führenden zusammen mit seinem Landsmann Samuel Kalya eingeholt. Das Quartet blieb nicht lange zusammen, bei 30 km nach 1:34:41 war nur noch Chobei bei ihm, verlor aber auch den Anschluss und lag bei 35 km (1:50:24) schon 25 Sekunden zurück. Recht scharfer Wind im Schlussteil verhinderte dann noch etwas bessere Zeiten.

Die Leistungen der Frauen waren bescheidener und sogar kaum Bronce Label würdig. Es gewann die Kenianerin Gladys Kipsoi in 2:39:32 vor Tigist Teshome Ayanu (ETH) in 2:41:31. Insgesamt nahmen etwa 13000 Aktive an der Veranstaltung teil, die von der Stabhochsprunglegende Sergey Bubka als Ehrengast gestartet wurden.

Ergebnisse Männer:

1. Eliud Kiplagat Barngetuny (KEN) – 2:13:14 – CR
2. Josphat Kiptanui Too Chobei (KEN) – 2:15:51
3. Samuel Kalya (KEN) – 2:18:30
4. Andre Sambu Sipe (TAN) – 2:21:45
5. Dadi Tesfaye Beyene (ETH) – 2:22:37
6. Hosea Kosgei (KEN) – 2:23:08
7. Eshetu Wendimu Tsige (ETH) – 2:23:40
8. Etsu Miyata (JPN) – 2:26:35
9. Ahmed Nasef (ITA) – 2:27:54
10. Debesay Tsige (ERI) – 2:28:06

Ergebnisse Frauen:

1. Gladys Kipsoi (KEN) – 2:39:32
2. Tigist Teshome Ayanu (ETH) – 2:41:31
3. Ruth Wanjiru Kuria (KEN) – 2:42:18
4. Rose Chekurui Kosgei (KEN) – 2:48:09
5. Almaz Negede Fekade (ETH) – 2:51:22
6. Eliana Patelli (ITA) – 2:52:36

Paderborner Osterlauf 2015: Die 10 km sind ausgebucht

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Wie der Geschäftsführer der Paderborner Osterlauf GmbH, Christian Stork, gestern bekannt gab, sind alle 4200 Startplätze für den E.ON 10 km Lauf ausgebucht. Wer noch am Ostersamstag (4. April 2015) an der Pader laufen möchte, muss dann auf die kürzen 5 km oder den Halbmarathon ausweichen. Im letzten Jahr hatte man noch 150 Plätze für Nachmeldungen am Veranstaltungstag zurückgehalten und damit eine lange Schlange vor den Anmeldeschaltern erzeugt, die Startplätze waren in Minuten vergeben.

Dieser Hatz will man sich offensichtlich diesmal nicht aussetzen und hat nach Vergabe aller 10 km-Slots die Anmeldung für diese Distanz geschlossen. Aus diesem frühen Ausverkauf kann man erwarten, dass in diesem Jahr die Zahl der „echten“ Finisher erstmals die 10000er Marke übersteigt.

Der 10 km Lauf ist schon seit vielen Jahren der Teilnehmer stärkste Lauf in Paderborn, wobei das Leistungsniveau seit gut 20 Jahren stagniert. Erstaunlicherweise hat auch eine Armada von Ostafrikanern es bisher nicht geschafft, den Streckenrekord von 27:47 durch den deutschen Läufer Carsten Eich aus dem Jahr 1993 zu unterbieten. Während die afrikanischen Athleten den Kursrekord über den Halbmarathon fast im Jahrestakt auf mittlerweile auch international hochklassige 1:00:09 steigern konnten, hat seit der Premiere des 10 km Laufs im Jahr 1974, d.h. vor gut 40 Jahren, nie ein schwarzer Läufer einen neuen Streckenrekord aufstellen können. Die ist in der Tat in der globalen Laufszene in der Tat überaus ungewöhnlich!

b-hm2013-pk-eichCarsten Eich aus Leipzig hält beim Osterlauf in Paderborn seit 1993 (!) den Streckenrekord über die 10 km.  (c) H. Winter

Neben Streckenrekordler Carsten Eich ist allerdings der Kenianer Moses Kipkosgei Kigen der „König“ und Seriensieger in Paderborn. Viermal gewann Kigen die 10 km zwischen 2003 und 2007 in 28:18, 28:26, 28:32 und 28:02, dazwischen im Jahr 2006 lief er den Halbmarathon und schaffte dort einen Streckenrekord in 1:01:30. Die hochkarätige Marke von Carsten Eich unterbot der kleine und äußerst spurtstarke Kenianer, der sich mittlerweile auf den Marathon konzentriert (PB 2:07:45. Dubai 2012),  jedoch nicht.

Die Streckenrekordler in Paderborn über 10 km seit 1983:

Ralf Salzmann (GER) 29:18 1983
Cor Lambregts (NED) 29:13 1985
Uwe Mönkemeyer (GER) 29:05 1986
Jan Huruk (POL) 28:56 1990
Carsten Eich (GER) 28:30 1992
Carsten Eich (GER) 27:47 1993

 

Sportissimo Prag Halbmarathon: Leonard Komens zweiter Versuch

prag-hm-2015-logoLeonard Komen, der Weltrekordhalter über 10 km und 15 km auf der Straße ist der Topstar beim Prag Halbmarathon am Samstag, 28. März 2015. Im letzten Jahr lief fast am gleichen Tag ein eindrucksvolles Debüt in Berlin, wo er nach furiosem Beginn bis gut 10 km auf Weltrekordkurs lag, dann aber seiner fehlenden Erfahrung und der schlechen Renneinteilung Tribut zollen musste. Trotz allem waren seine 59:14 eine beeindruckende Premiere über diese Distanz, die für die Zukunft hoffen lässt. Die diese liegt jetzt am übernächsten Samstag auf den Straßen der tschechischen Hauptstadt.

Prag verfügt, wie nur wenige weitere Strecken in der globalen Laufszene über einen sehr schnellen Kurs. Nach Lissabon, wo 2010 Zersenay Tadese (ERI) mit 58:23 den aktuellen Weltrekord aufstellte, Den Haag (Samuel Wanjiru 58:33) und Philadelphia (Mathew Kisorio 58:46) hat man dort mit 58:47 den viertbesten Kursrekord (Atsedu Tsegay 2012). (Dabei müsste man eigentlich die Zeit von Kisorio wegen seines Dopingvergehens sogar streichen.)

Dass Komon seine Jagd auf eine schnelle Zeit mitnichten alleine über die Bühne bringen muss, lässt schon ein Blick auf die Vorleistungen im Teilnehmerfeld erwarten, das vor allem auf durch seine Leistungsbreite besticht. 12 Männer gehen in Prag an die Startlinie mit Hausrekorden von unter 61 Minuten, fünf blieben sogar unter einer Stunde. Bei den Frauen sieht es ähnlich aus, wo bereits 9 Frauen die 70 Minuten unterboten. Und so kann der Präsident des Organisationsteams Carlo Capalbo stolz verkünden: „This is, of course, one of the strongest fields we’ve ever had in Prague.  I think we can look forward to some great competition.“

Keonard Komon plant in der Tat schneller als beim Debut in Berlin zu laufen. Leider hat der kenianische Topstar Geoffrey Mutai, der soeben beim London Marathon noch ins Elitefeld aufgenommen wurde, absagen müssen. Aber die Konkurrenz für Komen dürfte auch ohne ihn erheblich werden.

Peter Kirui, der im Februar für Mary Keitany beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah Tempo machte, hat mit 59:22 eine Bestzeit, die nur knapp hinter der von Komon zurück liegt. Was diesbezüglich stark ins Gewicht fällt ist die Tatsache, dass er mit dieser Zeit im letzten Jahr den Lauf in Prag gewann und damit mit der Strecke bereits bestens vertraut sein sollte. 59:39 lief 2011 der Äthiopier Azmeraw Bekele als Zweiter beim Cier-Pier-City in Den Haag und Geoffrey Ronoh glänzte bei diversen Rennen im letzten Jahr, wobei er im August 2014 in Klagenfurt in 59:45 seinen Halbmarathon-Rekord aufstellte. Und der Fünfte im Bunde mit Zeiten unter einer Stunde ist der Kenianer Daniel Wanjiru, der im letzten Jahr in 59:59 in Prag Platz 3 belegte. Erst im Februar wurde er nur wenige Sekunden langsamer immerhin Zweiter in Ras Al Khaimah. Sowohl Bekele als auch Wanjiru haben mit ihren legendäern Namensvettern nichts zu tun.

komon-b-hm-2014Leonard Komon (KEN) will in Prag am 28.3.2015 schnell laufen.  (c) H. Winter

Bei den Frauen hat Lucy Kabuu (KEN) mit 66:06 die schnelle Vorleistung, die 2013 als Siegerin in Ras Al Khaimah aufstellte. Damit ist die hinter Florence Kiplagat und Mary Keitany die drittschnellste (legale) Halbmarathon-Läuferin aller Zeiten. Ihre gute Form hat Lucy erst im Januar beim Dubai Marathon unter Beweis gestellt, wo sie in hochklassigen 2:20:12 Dritte wurde.

Ihre härtesten Konkurrentinnen dürften die Doppel-Marathon-Weltmeisterin Edna Kiplagat (KEN, PB 67:41), Lineth Chepkurui (KEN, PB 67:47) und Worknesh Degefa (ETH, PB67:49) sein.

 

Die Felder der Eliteathleten beim Prag Halbmarathon:

Men:
Leonard Komon KEN 59:14
Peter Kirui KEN 59:22
Azmeraw Bekele ETH 59:39
Geoffrey Ronoh KEN 59:45
Daniel Wanjiru KEN 59:58
Amanuel Mesel ERI 60:10
Nicholas Kipkemboi KEN 60:11
Samson Gebreyohannes ERI 60:13
Adugna Takele ETH 60:15
Cuthbert Nyasango ZIM 60:26
Bernard Bett KEN 60:46
Atalay Yirsaw ETH 60:59
Women:
Lucy Kabuu KEN 66:09
Edna Kiplagat KEN 67:41
Lineth Chepkurui KEN 67:47
Worknesh Degefa ETH 67:49
Waganesh Mekasha ETH 68:48
Netsenat Achamo ETH 69:10
Lisa Nemec CRO 69:16
Diane Nukuri BDI 69:12
Afera Godfay ETH 69:52

25 Jahre Halbmarathon in Lissabon: Mo Farah will schnell laufen

lisbon-hm-2015-logoDas 25. Jubiläum des ECP Meia Maratona in der portugiesichen Hauptstadt Lissabon steht ganz im Zeichen des Starts eines der aktuellen Superstars der Szene. Der Brite Mo Farah, Doppelweltmeister sowie Doppel-Olympiasieger über die Langstrecken auf der Bahn, versucht sich vor dem Start der Bahnsaison wieder einmal auf der Straße. Nach seinen Starts in den beiden Vorjahren beim Great North Run im englischen Newcastle mit dem legendären Finish gegen Kenenisa Bekele und dem Sieg mit exakt einer Stunde im letzten Jahr, will Mo diesmal noch schneller laufen und hat sich dazu den ausgewiesenen Rekordkurs in Lissabon ausgewählt.

Mo Farah ist der Topstar beim EDP Lisboa Meia Maratona.  (c) Veranstalter
 

Nachdem Lissabon immer wieder Garant für schnelle Zeiten war und ist, war es vor allem Zersenay Tadese (ERI) im Jahr 2010, der hier mit phantastischen 58:23 Minuten einen Weltrekord aufstellte. Von welcher Qualität diese Marke ist, zeigen schon seine Splits – 5 km: 13:55, 10 km: 27:53 (13:58), 15 km: 41:31 (13:38), 20 km: 55:18 (13:47). Das sind im Mittel km-Abschnitte von 2:46 und 5 km-Abschnitte von 13:50. Und dies 21- bzw. gut 4-mal.

Dass diese Marke höchste Qualität hat, hat in den letzten fünf Jahren eine ganze Armada von Topathleten erfahren müssen. So zum Beispiel auch der WR-Rekordhalter über 10 km und 15 km auf der Straße, der Kenianer Leonard Komon (der startet übrigens am 28. März in Prag), der im letzten Jahr den Berliner Halbmarathon in (zu) schnellen 2:40 anlief und nach gut 10 km ein Tempo auf Weltrekordkurs nicht mehr halten konnte.

Somit dürfte es für Mo Farah auch nicht einfach werden, zumindest in die Nähe dieser Marke zu laufen. Bei diesem Vorhaben wird er aber kräftige Unterstützung bekommen, denn mit Stephen Kibet (KEN, PB 58:54), Guye Adola (ETH, PB59:06), Silas Kipruto (KEN 59:39) sowie Aziz Lahbabi (MAR, PB 59:25) sind vier weitere sub-Stundenläufer am Sonntag um 10:30 Ortszeit (11:30 MEZ) am Start.

Ohne Zweifel muss für einen Lauf in Richtung Weltrekord alles stimmen, auch das Wetter. Mit Temperaturen um 15°C, leichter Bewölkung sowie einer schwachen Brise sieht das aktuell in der Vorhersage recht günstig aus. Somit könnte zumindest für Farah ein „Minimalziel“ in Reichweite kommen, der Europarekord von 59:52, den der Spanier Fabian Roncero bereits 2001 beim Berliner Halbmarathon aufstellte.

Bei den Frauen sind für diesen Lauf, der 1991 mit knapp 4000 Läufern begann und aktuell 34000 Teilnehmer hat, bisher nur die Portugiesin  Dulce Felix (PB 1:08:32) und Priscah Jeptoo (KEN, PB 1:06:11) bekannt, die ihre Weltklassezeit 2013 als Zweite beim Halbmarathon im Emirat Ras Al Khaimah erzielte.  Im gleichen Jahr lief Jeptoo dann sogar 1:05:45 beim Great North Run, wo die Zeiten wegen der zu großen Höhendifferenz keinen Eingang in die Bestenlisten finden können.

Rom Marathon mit Angriff auf den Streckenrekord der Männer

 

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Am Sonntag um 8:50 Uhr startet unweit des Colliseums der Rom Marathon mit einem leistungsstarken Elitefeld, das durchaus das Zeug hat, den Streckenrekord von Benjamin Kiptoo aus dem Jahr 2009 von 2:07:17 ins Visier zu nehmen. Der italienische Sportsender RAIsport2 wird den Lauf live – zu empfangen über den Satelliten Eurobird 13°Ost – in voller Länge übertragen. Neben dem Renngeschehen wird die Übertragung sicher auch wieder spektakuläre Bilder aus dem Helikopter von der „Ewigen Stadt“ präsentieren.

Der schnellste Läufer mit 2:07:13 verfügt über eine Bestzeit, die knapp unter dem Streckenrekord liegt. John Kipkorir Komen lief diese Zeit 2011 in La Rochelle. Noch zwei weitere Läufer haben gleichfalls Hausrekorde unter 2:08 Stunden: Teshome Gelana Etana (ETH, PB 2:07:37 Houston 2010) sowie Mustapha El Aziz (MAR, PB 2:07:55 Seoul 2013).

Komplettiert wird das Elitefeld durch Habtamu Assefa (ETH, PB 2:08:28), Abebe Negewo (ETH, PB 2:08:46), Oleksandr Sitkovskyy (UKR, PB 2:09:14), Andualem Belay Shiferaw (ETH, PB 2:09:59), Birhanu Addis Achame (ETH, PB 2:10:20), Nekatibeb Nurelign Tekeste (ETH, PB 2:11:00) sowie Dadi Feyera Gemada (ETH, PB 2:11:45). Die italienischen Farben vertreten Ruggero Pertile (ITA, PB 2:09:53) und der Debütant Jamel Chatbi (ITA, HM 1:02:38).

Bei den Frauen steht der Kursrekord in Rom seit 2008 durch Galina Bogomolova (RUS) auf 2:22:53. Die schnellste Läuferin im Feld kommt ebenfalls aus Russland, Albina Mayorova mit einer Bestzeit von 2:23:52. Ihre ernsthaftesten Konkurrentinnen sind deutlich schwächer ausgewiesen: Nastassia Ivanova Staravoitava (BLR, PB 2:27:04), Olena Burkovska (UKR, PB 2:27:07) sowie das äthiopische Quartett Meseret Tolwalk (PB 2:27:26), Alem Fikre Kifle (PB 2:30:13, Alemu Mokonnin Ourge (PB 2:31:20) und Aynadis Moges Admasu (PB 2:31:05).

London Marathon 2015: Bekele raus, Mergia und Mutai rein

londom-mar-logoKeine Frage, der Virgin London Marathon am 26. April stellt hinsichtlich der Elitefelder bei Männern sowie Frauen (wieder einmal) alles bisherige in den Schatten. Dass es nun im Vorfeld zu kleineren Korrekturen kommt, liegt in der Natur einer zeitigen Benennung der Topathleten.

Die Absage von einem der Superstars der Szene, dem Äthiopier Kenenisa Bekele, war schon unmittelbar nach dem Dubai Marathon Ende Januar zu erwarten, wo Bekele mit einer Oberschenkelzerrung aussteigen musste und danach erst einmal diverse Ärzte wegen seiner Achillessehenbeschwerden konsultiert werden sollten. Nun ist sein Ausscheiden aus dem Kreis der Topathleten in London auf offiziell bekannt gemacht worden.

Dafür haben die Veranstalter die Verpflichtung von einem hervorragenden „Ersatz“-Mann gemeldet. Geoffrey Mutai, nach wie vor einer der besten Marathonläufer der globalen Laufszene, wird nach seiner Absage in Tokyo im Februar nun an der Themse an den Start gehen. Bereits in Tokyo war von seinem Manager Gerard van de Veen zu erfahren, dass wegen fehlender Fitness nach langer Verletzung nun sein Start in London möglich sei. Damit sind die drei Ausnahmeathleten aus dem Stall von Volare Sports (Manager van de Veen) erstmals alle in einem Rennen versammelt: Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang (2:03:23), Weltrekordler Dennis Kimetto (2:02:57) und nun auch Geoffrey Mutai, dessen Fabelzeit in Boston 2011 von 2:03:02 leider keine Anerkennung in die Rekordlisten fand. Die drei Herren haben zusammen ein Mittel ihrer Marathonzeiten von 2:03:08. Unglaublich!

bm-2012-race-20km-mutaiGeoffrey Mutai ist nun auch beim London Marathon dabei.  (c) H. Winter

Aber auch bei den Frauen ist sehr attraktiver Zuwachs zu vermelden. Hier bereichert Aselefech Mergia das Elitefeld, die ihre Bestmarke mit 2:19:31 in Dubai 2013 aufstellte. Nach Geburt einer Tochter gewann sie in Dubai im Januar den Marathon zum dritten Mal und zeigte mit ihrer Siegerzeit von 2:20:02, dass sie die alte Leistungsstärke erhalten hat.

Ein weiterer neuer Name auf der Startliste ist die „Türkin“ Elvan Abeylegesse, die 2008 Silbermedaillien über 5000 m und 10000 m auf der Bahn gewann und einige Zeit den 5000 m WR hielt. Sie wird sicher viel schneller laufen können als bei ihrem Debut 2013 in 2:29 beim Istanbul Marathon.

Nimmt man dann noch den Abschiedslauf der Lauflegende Paula Radcliffe dazu, dann wird das 35. Jubiläum des London Marathons in der Tat eine ganz besondere Veranstaltung werden.

Elitefeld der Männer:

Wilson Kipsang KEN 2:03:23
Dennis Kimetto KEN 2:02:57
Emmanuel Mutai KEN 2:03:13
Eliud Kipchoge KEN 2:04:05
Geoffrey Mutai KEN 2:04:15
Ayele Abshero ETH 2:04:23
Sammy Kitwara KEN 2:04:28
Tsegaye Mekonnen ETH 2:04:32
Stanley Biwott KEN 2:04:55
Tilahun Regassa ETH 2:05:27
Samuel Tsegay ERI 2:07:28
Serhiy Lebid UKR 2:08:32
Aleksey Reunkov RUS 2:09:54
Ghebrezgiabhier Kibrom ERI 2:10:00
Marcin Chabowski POL 2:10:07
Koen Raymaekers NED 2:10:35
Scott Overall GBR 2:10:55
Michael Shelley AUS 2:11:15
Javier Guerra ESP 2:12:21
Bekir Karayel TUR 2:13:21
Hermano Ferreira POR 2:13:28
Christian Kreienbühl SUI 2:15:35
Anuradha Cooray SRI 2:15:51
Mert Girmalegesse TUR 2:17:45
Cesar Lizano CRC 2:17:50
Stijn Fincioen BEL 2:17:57
Matt Hynes GBR 2:43:40
Pedro Ribeiro POR Debut
Guye Adola ETH Debut

Elitefeld der Frauen;

Edna Kiplagat KEN 2:19:50
Mary Keitany KEN 2:18:37
Aselefech Mergia ETH 2:19:31
Florence Kiplagat KEN 2:19:44
Priscah Jeptoo KEN 2:20:14
Tirfi Tsegaye ETH 2:20:81
Feyse Tadese ETH 2:20:27
Jemima Sumgong KEN 2:20:41
Tigist Tufa ETH 2:21:52
Tetyana Gamera UKR 2:22:09
Tatyana Arkhipova RUS 2:23:29
Ana Dulce Félix POR 2:25:40
Sara Moreira POR 2:26:00
Alessandra Aguilar ESP 2:27:00
Rkia El Moukim MOR 2:28:12
Iwona Lewandowska POL 2:28:32
Mary Davies NZL 2:28:57
Elvan Abeylegesse TUR 2:29:30
Diane Nukuri BUR 2:29:35
Sonia Samuels GBR 2:30:56
Alyson Dixon GBR 2:31:10
Emma Stepto GBR 2:32:40
Volha Mazuronak BLR 2:33:33
Rebecca Robinson GBR 2:37:14

„DLV-Maut“: Wir sind das (Läufer-)“Volk“!

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Der Widerstand gegen die „Lauf-Maut“ wächst weiter – Kritik kommt auch von Organisatoren des Krooger Waldlaufs – Neue Verbandsgründung geplant – Karin Jordt in der KIELER ZEITUNG

„Unsere, zugegeben teilweise boomenden Veranstaltungen sollen geschröpft werden. Warum boomen die vom DLV veranstalteten Laufwettkämpfe nicht?“ Kroog. Die geplante „Lauf-Maut“, eine Gebührenerhöhung von 300 Prozent für jeden Athleten, der bei Volksläufen die Ziellinie überquert, sorgt weiter für Empörung und Diskussionen.

Auch Thorsten Schmidt-Didlaukies, Organisator des Krooger Waldlaufs, kritisiert die Regelung des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) scharf.

Ab 2016 soll jeder Veranstalter,egal ob beim Marathon, Stadt- oder Waldlauf, für erwachsene Teilnehmer jeweils einen Euro überweisen – wir berichteten.

„Wir Volkslaufveranstalter aus Kiel und dem Umland haben über diesen Konflikt erkannt, dass wir den Deutschen Leichtathletikverband (DLV) im Kern für die Durchführung unserer Veranstaltungen nicht mehr brauchen. Wir können ohne Kostensteigerung ohne weiteres einen neuen Volkslaufverband bilden“, stellt Schmidt-Didlaukies fest.

Dieser Meinung haben sich mittlerweile bundesweit zahlreiche Veranstalter von Volksläufen angeschlossen und planen die Gründung eines eigenen Verbandes. „Wir werden unseren Lauf im nächsten Jahr nicht beim DLV anmelden“, kündigt auch Jens Meier vom Lauftreffverein Kiel-Ost, Organisator des Ostufer Fischhallen-Laufs, an.

Der Verein sei wegen der Gründung eines neuen Verbandes bereits mit vielen anderen Lauf-Veranstaltern im Gespräch.

Bislang waren jeweils drei Cent pro Teilnehmer für den Härtefonds fällig, der eingerichtet wurde, um soziale Notstände als Folge von Unfällen beim Lauf zu überbrücken.

Außerdem zahlten die Veranstalter „25 Cent für jeden Finisher an den Leichtathletikverband“, erläutert Schmidt-Didlaukies, der eng mit dem Lauftreffverein Kiel-Ost und den Organisatoren des Fischhallenlaufs kooperiert. „Wir im Orga-Team wussten bislang nicht, wohin dieses Geld geht, aber es war soweit in Ordnung.“

Eine Vervierfachung der Gebühr lehnt der Leiter des Krooger Jugendtreffs aber mit Nachdruck ab, wie er an unsere Zeitung schreibt: „Wir Volkslaufveranstalter wollen Volkssport wortwörtlich fördern, jeder soll mitmachen dürfen ohne große Leistungsfähigkeit oder Vereinszugehörigkeit.

Uns als Volkslaufveranstalter interessieren auch wenig die Fortbildungen von Kampfrichtern (die brauchen wir nicht) und Übungsleitern (die haben wir nicht), Ausrichtung von DLV-Kongressen (die kennen wir nicht), wir möchten mit unserer Bewegung als Volkssport nur bedingt Spitzensportler in Trainingslagern fördern, sind denen aber sehr freundschaftlich verbunden, erst recht wenn sie bei uns starten.“

Der Krooger Waldlauf, der in diesem Jahr am Sonntag, 31. Mai, stattfindet, ist eine integrative Veranstaltung mit Volksfestcharakter: Teilnehmer haben die Wahl haben zwischen Laufstrecken von zehn Meilen, zehn Kilometern und fünf Kilometern, ebenfalls fünf Kilometer können Schüler, Walker und Nordic-Walker absolvieren, für Kinder sind 1,5 Kilometer oder 800 Meter zu bewältigen.

Es gibt keinen Leistungsdruck und keine Zeitvorgaben – auch Menschen mit Behinderungen machen beim Walken mit. Um das Fest zu organisieren, haben sich zehn Vereine und Institutionen mit ihren ehrenamtlichen Helfern unter Federführung des Jugendtreffs „Lug ins Land“ zusammen geschlossen.

„Der DLV fordert auch zukünftig keine Finishergebühr bei Bahnlaufveranstaltungen, wo die Leute bei Wettkämpfen im Kreis laufen: Wo ist da die Systematik?“, fragt Schmidt-Didlaukies. Allein diese Tatsache lasse das Anliegen des DLV unglaubwürdig erscheinen:

„Unsere, zugegeben teilweise boomenden Veranstaltungen sollen geschröpft werden. Warum boomen die vom DLV veranstalteten Laufwettkämpfe nicht?“

Die Volkslaufveranstalter wollten aber durchaus auch konstruktiv sein und hätten einer moderaten Erhöhung der Gebühren auf 50 Cent pro Zieleinläufer zugestimmt. Aber die Veranstalter seien gar nicht gefragt, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Dennoch sei man für eine konstruktive Lösung offen – „aber nicht bei 300 Prozent Kostensteigerung.“

Karin Jordt in der KIELER ZEITUNG 1864 · KIELER NEUESTE NACHRICHTEN, Mittwoch, dem 11. März 2015 

Los Angeles ASICS Marathon: Was treibt Ryan Hall?

la-marathon-logo-2015Die im Vorfeld angekündigte Hitze kam, deshalb wurde auch der Start um eine Stunde vorverschoben, auf kurz vor 7 Uhr. Da die Hitze in Kalifornien aber in der Regel mit geringer Luftfeuchte einhergeht (der Pazifik ist kalt), lässt sich das noch halbwegs ausstehen. So ganz war die Wärme um die 20°C bereits beim Start natürlich nicht weg zu diskutieren und die Elite agierte etwas vorsichtiger (vor allem die Frauen). Am Ende gab es bei den Männern keine guten, aber passable Zeiten. An eine Tempojagd im Bereich der Fabelzeit durch Markos Geneti von unter 2:07 bei sintflutartigen Regenfällen war nicht zu denken.

Obwohl die Männer loslegten, als wolle man diese Zeit angreifen. Mit einer ersten Meile in 4:42 (entspricht 2:55 pro km) lief vor allem der US-Amerikaner Ryan Hall los, wie er es in dem legendären Rennen von Boston im Jahr 2011 tat und am Ende mit (leider nicht Bestenlisten tauglichen) 2:04:58 belohnt wurde.

Dabei haben die Kurse in Boston und Los Angeles einige Gemeinsamkeiten. Wie in Boston ist in Los Angles mit dem Stadium-down-to-Sea das Gefälle zu hoch. In Boston geht es von 459 feet in der Gemeinde Hopinkton auf 17 feet, in LA von 505 feet auf 110 feet, d.h. ein Gefälle von 442 feet (134 m) bzw. 395 feet (120 m). Regelkonform wären nur 42,2 m. Dabei sind beide Kurse durch das sehr wellige Profil nicht einfach zu laufen. Das „Boston des Westens“ für den Kurs von LA trifft die Dinge recht gut.

An diesen Aspekt wird der gute Ryan weniger gedacht haben, als er sich durch sein ungestümes Tempo schnell von seinen amerikanischen Mitstreitern verabschiedete, der Lauf in LA war gleichzeitig als USATF-Meisterschaften angesetzt worden. Durch diese Tempoarbeit erreichte die Spitze des Feldes, Hall und 8 Afrikaner, die 5 km mit Kurs zu einer Zeit um 2:06:30, d.h. Streckenrekord. Danach wurde es etwa ruhiger, aber noch vor der 10 km Marke, die man nach immer noch schnellen 30:22 passierte, war Hall schon zurück gefallen und verabschiedete sich nach einem Alleinlauf bis zur Halbmarathonmarke aus dem Rennen und der US-Meisterschaft.

Die afrikanischen Athleten ließen es bei 70°F (21°C) nun etwas ruhiger angehen, beim Halbmarathon in 1:05:10 lagen nach einem Zwischenspurt nur noch die Kenianer Daniel Limo und Edwin Koech vorne. Limo setzte sich von Koech ab und gewann in 2:10:35. Auf Platz 2 kam Lani Rutto (KEN) in 2:12:42 ein, und den dritten Platz für das Podium schaffte nach 2:12:56 Jared Ward (USA), der mit dieser Leistung US-Meister wurde. Und nicht Ryan Hall. Was der jetzt machen will, ist noch nicht klar. Da er aber zeitig (genug) aus dem Rennen ausstieg, könnten wir ihn noch bei einem der etablierten Frühjahrsmarathons sehen, vielleicht sogar wieder in Boston. Nur muss der gute Mann irgendwann mal wieder eine akzeptable Leistung abliefern.

Nur unwesentlich besser erging es Halls Ehefrau Sara, die gleichfalls in indiskutablen 2:48 enttäuschte, aber immerhin die Piers in Santa Monica erreichte. Das sehr vorsichtig geführte Rennen bei den Frauen war lange Zeit offen, bis sich in der Schlußphase die Kenianerin Ogla Kimaiyo in 2:34:10 absetzen konnte. Dabei schaute sie im Finale immer wieder sorgsam nach hinten, denn dort kam ihr die Russin Natalya Puchkova immer näher, doch nach 2:34:33 endete für sie die erfolglose Aufholjagd. Platz 3 ging wie bei den Männern an die USA. Meisterin des Landes wurde Blake Russell in 2:34:57.  Alles Zeiten, die auch angesichts der äußeren Bedingungen nicht berauschend waren.

Los Angeles hat damit mit den US-Athleten noch nicht abgeschlossen, denn schon in knapp einem Jahr werden sich die Marathonläufer und -innen an gleicher Stelle zu den Olympic Trials einfinden. Dann wird Ryan Hall durchlaufen müssen, wenn er noch einmal bei Olympischen Spielen dabei sein möchte. Vor allem wird die interne Konkurrenz noch um einiges stärker sein als am letzten Sonntag. Die Fahrkarte nach Rio wird kein einfaches Unterfangen sein, nicht nur für Ryan Hall.

Ergebnis Marathon – Männer

1. DANIEL KIPROP LIMO KEN 2:10:34.49
2. LANI RUTTO KEN 2:12:41.99
3. JARED WARD USA 2:12:55.21
4. EDWIN KIBET KOECH KEN 2:13:34.65
5. DAVID KEMBOI KIYENG KEN 2:15:33.28
6. MATT LLANO USA 2:16:12.29
7. MIKE MORGAN USA 2:16:55.28
8. DANIEL TAPIA USA 2:17:13.04

 

 Ergebnis Marathon – Frauen

1. OGLA JERONO KIMAIYO KEN 2:34:09.41
2. NATALYA PUCHKOVA RUS 2:34:32.34
3. BLAKE RUSSELL USA 2:34:56.68
4. MAO KURODA  JPN 2:35:03.43
5. HEATHER LIEBERG USA 2:35:31.25
6. BRIANNE NELSON USA :36:06.43
7. JODIE ROBERTSON USA 2:36:17.77
8. REBECCA (BECKY) WADE USA 2:37:29.94

 

„Lauf der Sympathie“ des VfV Spandau und TSV Falkensee

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Der Lauf im Nordwesten Berlins von der Stadhalle in Falkensee außerhalb der Stadtgrenzen bis zum Rathaus Spandau hat gewissermaßen Kultstatus und erlebte am 15. März 2015 bereits die 26. Ausgabe. Der 10 km lange Punkt-zu-Punkt Kurs hat sich über die Jahre als ausgesprochen schnell erwiesen, er ist aber leider damit nicht Bestlisten tauglich. Insgesamt sind jedes Jahr ca. 2500 Teilnehmer auf den Beinen, der Lauf ist also in der Community bestens angenommen.

Und der Nachweis einer schnellen Strecke wurde auch in diesem Jahr bei recht wechselhaftem Wetter erbracht. Dabei ist es immer wieder faszinierend, welche Leistungsdichte der 10 km Lauf vor allem bei den Männern zeigt. Internationale Eliteathleten – die würden dann fast ausschließlich aus Ostafrika kommen – sowie die nationale „Spitze“ fehlen bei dieser Veranstaltung. Es sind somit weitgehend ambitionierte Freizeitläufer aus dem Raum Berlin, die sich auf dem Kurs messen und Leistungen zeigen, die man bei anderen Veranstaltungen dieser Kategorie kaum findet.

Sieger war einer der besten Läufer in der Berliner Szene Hannes Liebach, der denkbar knapp in 31:25 vor Nils Gerber mit einer Sekunde Vorsprung gewann. Insgesamt blieben 8 Läufer unter 32:00 Minuten, ein sehr erstaunliches Ergebnis. In Spandau scheint eine tolle Leistungsdichte von Hobbyläufer noch zu existieren. Den Läufern und auch dem Veranstalter kann man dazu nur nachhaltig gratulieren.

Und auch die Zeiten der Frauen sind unter diesen Randbedingungen erstklassig. Es siegte am letzten Sonntag Luisa Borschan vom SCC Berlin in 35:17 vor Cornelia Schindler in 35:47. Hier war somit der Ausgang des Rennens deutlich klarer als bei den Männern. Ein nahezu unglaubliches Ereignis bei den Frauen ist aber die Tatsache, dass in den Top10 ACHT(!) Läuferinnen vom SCC Berlin zu finden sind. Eine solche Dominanz eines Vereins auf diesem Leistungsniveau findet man sonstwo kaum.

Ergebnisse 10 km – Männer

1. Hannes Liebach SCC Berlin 31:25
2. Nils Gerber VfL Fortuna Marzahn 31:26
3. Matthias Müller ASICS Frontrunner 31:31
4. Sebastian Schenk VfV Spandau 31:35
5. Tom Thurley Caputher SV 31:36
6. Nico Matysik Neuköllner SF 31:37
7. Christoph Malik TSV Bayer Leverkusen 31:48
8. Christian Krannich Neuköllner SF 31:56
9. Solomon Böhme OSC Berlin 32:54
10. Philipp Hoffmann OSC Berlin 33:05

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2014-05-RunForAfrika-kj-(165)Karsta Parsiegla (hier bei ihrem Start im Mai 2014 bei der „Nacht im Grünauer Forst“) war eine von ACHT (!) SCC-Frauen in den Top10 beim Lauf der Sympathie 2015.  (c) T. Jung

Ergebnisse 10 km – Frauen

1. Luisa Borschan SCC Berlin 35:17
2. Cornelia Schindler SCC Berlin 35:45
3. Mares-Elaine Strempler SCC Berlin 35:58
4. Victoria Brandt SCC Berlin 36:22
5. Julia Pahnke SCC Berlin 37:16
6. Nadia Dagher SCC Berlin 37:34
7. Mariam Kostanian Turngemeinde Berlin 37:34
8. Julia Kind SCC Berlin 37:36
9. Karsta Parsiegla SCC Berlin 38:23
10. Sarah Hoffmann BSV Friesen 38:30

 

New York City Halbmarathon

nychalf15_racehead_4Dies war im Vorfeld kaum zu erwarten: Eine „weiße“ Läuferin zeigt der ostafrikanischen Konkurrenz Ihre Grenzen auf. Und das war unter anderen immerhin Joyce Chepkurui, die im letzten Jahr beim Prager Halbmarathon glänzende 66:17 lief. Molly Huddle, die US-Meisterin über 5000m, rannte im Stil einer Paula Radcliffe und dezimierte die Konkurrenz nach Verlassen des Central Parks nach etwa 10 km eindrucksvoll. Als es zwei km vor dem Ziel durch den Tunnel unter dem Battery Park ging war nur noch Chepkurui bei ihr, auch die Vorjahressiegerin Sally Kipyeyo hatte da schon den Anschluss verloren. Aber letztere war da nicht allein.

Etwas enttäuschend gehörte auch Sabrina Mockenhaupt dazu, die am Sonntag nie ins Rennen fand. Schon nach 5 km lag „Mocki“ mit 16:50 15 Sekunden hinter einer großen Frauengruppe (die Frauen waren fast 10 Minuten vor der Männerelite gestartet), bei 10 km war ihr Rückstand auf 1:17 angewachsen und auch danach lief für die nichts mehr. 1:13:07 und Platz 14 waren für eine Läuferin mit einer Bestzeit im Bereich der Siegerzeit indiskutabel. Kaum besser erging es der zweiten deutschen Läuferin im Feld. Mona Stockhecke lief mit 1:18:56 auf Platz 35, berauschend war das nicht.

Da war die Galashow von Molly Huddle von anderer Dimension. Als die gute Molly aus dem langen Tunnel herauskam, war auch die Gegenwehr von Chepkurui erlahmt und sie strebte dem ersten Sieg einer US-Läuferin bei diesem Event entgegen. Aber auch ein eindruckvoller Spurt half ihr nicht zum Kursrekord, den sie mit  1:08:31 aber einstellen konnte. Deutlich dahinter lief Joyce Chepkirui 1:08:42, Sally Kipyego wurde mit über eine Minute Rückstand diesmal nur Dritte in 1:09:39.

Die Bedingungen in New York City waren in diesem Jahr etwas besser als im Vorjahr, wo die Temperaturen um dem Gefrierpunkt lagen. Diesmal war es mit 42°F (5°C) etwas „wärmer“, auch der strenge Winter an der Ostküste ist überstanden, letzte Schneehaufen am Streckenrand erinnerten noch an harte Zeiten in den letzten Monaten. Dafür frischte der Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h immer wieder auf.

Bei den Männern war man auf den erneuten Auftritt von Arne Gabius gespanbt, der in der Anfangsphase im Central Park auf eine gute Rolle spielte und sich immer wieder vorne zeigte. Doch als es nach 14:31 für 5 km und 29:14 für 10 km aus dem Central Park heraus ging, verlor er dann schnell den Anschluss. Bei 15 km hatte sich eine Vierergruppe abgesetzt – Sambu, April, Leonard Korir und Barrios – , da lag Gabius in guter Begleitung wie Keflezighi, Ritzenhein, etc. schon eine halbe Minute zurück und mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Im Ziel wurde Arne  immerhin Neunter in der Zeit von 1:02:34, die Bestzeit aus dem Vorjahr von 1:02:09 verfehlte er allerdings deutlich. In bereits 14 Tagen will er nun beim Berliner Halbmarathon deutlich schneller laufen.

Den Sieg machten dann Stephen Sambu und Leonard Korir unter sich aus, die sich im Tunnel von den beiden Konkurrenten lössen konnten. Sambu sah schon wie der sichere Sieger aus, doch mit einem gewaltigen Spurt kam Korir immer näher und stürzte auf der Ziellinie nach 1:01:06 an seinem Landsmann vorbei, dem eine Zeit von einer Sekunde mehr zuerkannt wurde.

Das Ergebnis der Männer:

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