WM Beijing 2015: Marathon der Frauen – Mare Dibaba (ETH) gewinnt im Spurt

wm-logo-2015Im Spurt wurde die Entscheidung im Marathon der Frauen entschieden, wobei die Weltjahresschnellste Mara Dibaba (ETH) sich ohne großer Probleme nach 2:27:35 durchsetzen konnte. Sie siegte vor Helah Kiprop (KEN) in 2:27:36 und der für Brunei startenden Ex-Kenianerin Eunice Kirwa in 2:27:39. Erst nach Jemima Sumgong (KEN) in 2:27:42 folgte deutlich hinter dem Führungsquartett Altmeistern Edna Kiplagat (KEN) nach 2:28:18, die es damit versäumte, nach Daegu 2011 und Moskau 2013 zum dritten Mal hintereinander einen WM-Marathon zu gewinnen.

Die Bedingungen waren etwas günstiger als bei den Männern, da der Himmel mit dichten Wolken verhangen war, warm war es aber trotzdem. Dies erklärt auch das vorsichtige Anlaufen mit Splits von 17:51 für 5 km und 35:32 für 10 km. Bis zum Halbmarathon nach moderaten 1:15:16 blieb das Feld weiterhin lange zusammen, bis sich nach 35 km (2:04:04) eine Sechsergruppe herausbildete, aus der allerdings die Gewinnerin des London Marathon Tigist Tufa (ETH) schnell herausfiel. Neben Mare Dibaba (nicht verwandt mit Genzebe Dibaba, die später am Tag über 5000 m eine zweite Goldmedaille anpeilt) stritten nun die drei Kenianerinnen Helah Kiprop, Jemima Sumgon und Titelverteidigerin Edna Kiplagat sowie die nach Brunei eingebürgerte Kenianerin Eunice Kirwa um den Titel.

Eine Vorentscheidung fiel an der 40 km Marke (2:20:38), an der Kiplagat überraschend nicht mehr folgen konnte und damit alle Hoffnungen auf drittes WM-Marathon-Gold begraben musste. Eine Vierergruppe lief dann ins das „Vogelnest“ von Beijing ein, und Mare Dibaba gewann den Spurt auf den letzten 100 m auf der Bahn im Stadion recht deutlich. China scheint für die Äthiopierin ein gutes Pflaster zu sein, denn bereits Anfang Januar lief sie in Xiamen mit 2:19:52 eine Zeit, die bisher keine andere Läuferin im Jahr 2015 unterbieten konnte. Zieht man die ehemalige Staatsangehörigkeit von Kirwa in die Rechnung ein, belegten die Ostafrikanerinnen die ersten sechs Plätze. Beste Europäerin wurde auf Platz 11 die Litauerin Rasa Drazdauskaité in 2:31:23.

wm-2015-mare-dibabaDie Weltjahresschnellste 2015 war auch in Beijing die Schnellste: Mare Dibaba (ETH) gewann den WM Marathon im Spurt nach 2:27:35.  (c) IAAF

 1 Mare Dibaba ETH ETH 2:27:35
2 Helah Kiprop KEN KEN 2:27:36
3 Eunice Jepkirui Kirwa BRN BRN 2:27:39
4 Jemima Jelagat Sumgong KEN KEN 2:27:42
5 Edna Ngeringwony Kiplagat KEN KEN 2:28:18
6 Tigist Tufa ETH ETH 2:29:12
7 Mai Ito JPN JPN 2:29:48
8 Tirfi Tsegaye ETH ETH 2:30:54
9 Hye-Song Kim PRK PRK 2:30:59
10 Serena Burla USA USA 2:31:06
11 Rasa Drazdauskaité LTU LTU 2:31:23
12 Filomena Costa POR POR 2:31:40
13 Sairi Maeda JPN JPN 2:31:46
14 Risa Shigetomo JPN JPN 2:32:37
15 Alina Prokopeva RUS RUS 2:32:44
16 Changqin Ding CHN CHN 2:33:04
17 Alessandra Aguilar ESP ESP 2:33:42
18 Jaisha Orchatteri IND IND 2:34:43
19 Sudha Singh IND IND 2:35:35
20 Visiline Jepkesho KEN KEN 2:36:17
21 Sinead Diver AUS AUS 2:36:38
22 Katarina Bérešová SVK SVK 2:37:24
23 Sarah Klein AUS AUS 2:37:58
24 Esther Erb USA USA 2:38:15
25 Lishan Dula BRN BRN 2:38:18
26 Clara Canchanya PER PER 2:39:24

 

WM Beijing 2015: 5000 m der Männer – Mo Farah ist nicht zu schlagen

wm-logo-2015Der Brite Mo Farah ist auf den Bahnlangstrecken nach wie vor das Maß aller Dinge. Durch ein langsames Rennen spielten ihm die Ostafrikaner in die Hände und waren in allen Belangen chancenlos. Da die Stärke Mo im Finish mittlerweile sich auch in den letzten Busch herumgesprochen haben sollte, bleibt die Taktik der Kenianer und Äthiopier unverständlich. Herausragend an dem Lauf im Vogelnest von Beijing war weniger die Siegerzeit von 13:50,38 als viel mehr die Zeiten auf den letzten 1000 m! Mo Farah wurde somit zum dritten Mal hintereinander Weltmeister über die 5000 m. Bisher hatte nur Ismael Kirui (KEN) noch zweimal Gold über 5000 m bei einer WM geholt.

Fast im Fußgängertempo ging es los, 1000 m wurden nach 3:02,04 passiert, da könnten die Frauen morgen sogar schneller anlaufen. Auch die 2000 m Zwischenzeit von 5:58,69 waren wenig berauschend. Erst danach wurde es etwas schneller, 3000 m nach 8:47,28.

4000 m wurde nach 11:31,18 erreicht, somit wurde der letzte km von Farah in 2:19:20 gelaufen. Noch eindrucksvoller waren die letzten 800 m in großartigen 1:49,1 und die letzte Runde in 52,67. Das muss man kaum kommentieren. Dass der deutsche Teilnehmer Richard Ringer bei solchen Zeiten in der Schlußphase fast stehen blieb, ist in Grenzen nachzuvollziehen

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Nach dem Titel über 10000 m gewann Mo Farah mit seinem Sieg über die 5000 m auch bei der WM 2015 das „Double“ und kann von den Ostafrikanern einfach nicht besiegt werden.

 

1 Mohamed Farah GBR GBR 13:50.38
2 Caleb Mwangangi Ndiku KEN KEN 13:51.75
3 Hagos Gebrhiwet ETH ETH 13:51.86
4 Yomif Kejelcha ETH ETH 13:52.43
5 Galen Rupp USA USA 13:53.90
6 Ben True USA USA 13:54.07
7 Ryan Hill USA USA 13:55.10
8 Isiah Kiplangat Koech KEN KEN 13:55.98
9 Ali Kaya TUR TUR 13:56.51
10 Edwin Cheruiyot Soi KEN KEN 13:59.02
11 Albert Kibichii Rop BRN BRN 14:00.12
12 Mohammed Ahmed CAN CAN 14:00.38
13 Imane Merga ETH ETH 14:01.60
14 Richard Ringer GER GER 14:03.72
15 Tom Farrell GBR GBR 14:08.87

Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober 2015: Ein Rennen ohne „Hasen“

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Noch hat der Chicago Marathon am 11. Oktober 2015 die Liste der Eliteathleten nicht öffentlich gemacht, da kündigt Race Director Carey Pinkowski an, dass man in diesem Jahr bei dem World Marathon Majors Event in der Windy City auf den Einsatz von Tempomachern, despektierlich im Deutschen auch als „Hasen“ (engl: rabbits)  bezeichnet, verzichten wird. Begründet wird dies ähnlich wie beim New York City und Boston Marathon durch einen Gewinn an Wettbewerb an der Spitze im Vergleich zu einem gnadenlosen Temporennen. Diese Logik ist durchaus nachzuvolziehen, die Entscheidung könnte aber auch andere Gründe haben.

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Traditionell hatten in Chicago die „Hasen“ für die Männerelite die Startnummern 50, 51, etc., dies ist in diesem Jahr Geschichte. Die Tempomacher sind dieses Jahr arbeitslos, die Elite muss es wie in New York City und Boston allein richten. Mit Startnummer 51 lief im letzten Jahr übrigens Ghirmay Ghebreslassie (ERI), der am letzten Sonntag in Beijing Marathon-Weltmeister wurde.  (c) BOA Marathon

Race Director Carey Pinkowski dazu: „The race, not the time, is what counts. We have always tried to blend pace and competition. But the athletes relied too much on the pace up front, and the chemistry of the competition has become too much about settling in behind the rabbits. Without the rabbits, the leaders need a much greater level of concentration. That will allow us to see more tactics, strategy and competition throughout the race. This is a place where people always have come to run fast. Great competition produces great performances.“

chicago-2014-blue-line-jones-cp-jbsRace Director Carey Pinkowski backt dieses Jahr „kleine Brötchen“ und lässt ohne „Hasen“ rennen. Links: Ex-Weltrekordler Steve Jones und rechts: Joan Benoit-Samuelson, die dieses Jahr mit Deena Kastor am Start und auf der Jagd nach Masters-Rekorden ist. Ohne Häsinnen!  (c)  H. Winter

Es hört sich immer gut an, wenn der rührige Organisator aus Chicago etwas von sich gibt. Aber ein weniger attraktiver Grund dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass man diesmal Probleme hatte, ein Feld von Weltklasseathleten zu rekrutieren. Die Entscheidung eines „Hasen-freien“ Laufs ist insofern auch schade, als man in Chicago in den letzten Jahren im Begriff war, den kleinen leistungsmäßigen Rückstand zur Weltspitze mit Berlin und Dubai stetig zu reduzieren. So lief Weltrekordler Dennis Kimetto vor zwei Jahren mit 2:03:45 einen hochklassigen Streckenrekord. Diese Zeiten sind in Chicago (zunächst einmal) vorbei. Schade!

WM Beijing 2015: 3000 m Hindernis der Frauen – Gesa Felicitas Krause holt überraschend Bronze

wm-logo-2015Mit einer großen Überraschung wartete die erst 23jährige deutsche Läuferin Gesa Felicitas Krause im WM-Finale über 3000m Hindernis der Frauen auf. Denn als nach moderatem Beginn mit 9:09,96 für die ersten 1000 m und 6:22,27 nach 2000 m das Tempo enorm verschärft wurde, konnte die kleine Frankfurterin problemlos das Tempo der Spitze mitgehen und musste im Spurt nur den Favoritinnen Hyvin Kiyeng (KEN) und Olympiasiegerin Habiba Ghribi (TUN) denkbar knapp den Vortritt lassen. Gerade einmal 0,14 Sekunden trennten in diesem allerdings langsamsten WM-Finale der Geschichte die Läuferinnen auf dem Podium (siehe auch Zielfoto).

Als es nach dem letzten Hindernis Richtung Ziellinie ging, lag Krause sogar noch einmal kurz vorne, bevor sie von Kiyeng in 9:19,11 und dann auch Ghribi in 9:19,24 abgefangen wurde. Nur eine 1/100-Sekunde trennte Krause von Silber, die ihre Bestmarke vom Meeting in Monaco von 9:20,15 auf 9:19,25 steigern konnte. Mit dieser Zeit verfehlte sie den deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt von 9:18,54 beim WM-Finale im August 2009 in Berlin um weniger als eine Sekunde. Bemerkenswert an ihrer Leistung war auch der letzte km, der in 2:57 zurückgelegt wurde. Dies war die erste Medaille, die eine deutsche Läuferin in diesem Wettbewerb bei einer WM gewinnen konnte, und  ist auch ein großer Erfolg von Wolfgang Heinig, der Krause seit mehreren Jahren trainiert.

wm-2015-finish-3000mh-wZielfoto des Einlaufs beim 3000 m Hindernislauf der Frauen bei der WM 2015 in Beijing. Nur eine 1/100 Sekunde trennten Platz 2 und 3.  (c) IAAF

1 Hyvin Kiyeng Jepkemoi KEN KEN 9:19.11
2 Habiba Ghribi TUN TUN 9:19.24
3 Gesa Felicitas Krause GER GER 9:19.25
4 Sofia Assefa ETH ETH 9:20.01
5 Emma Coburn USA USA 9:21.78
6 Hiwot Ayalew ETH ETH 9:24.27
7 Virginia Nyambura Nganga KEN KEN 9:26.21
8 Lalita Shivaji Babar IND IND 9:29.64
9 Stephanie Garcia USA USA 9:31.06
10 Salima Elouali Alami MAR MAR 9:32.15
11 Ruth Jebet BRN BRN 9:33.41
12 Colleen Quigley USA USA 9:34.29
13 Özlem Kaya TUR TUR 9:34.66
14 Fadwa Sidi Madane MAR MAR 9:41.45
15 Rosefline Chepngetich KEN KEN 9:46.08

WM Beijing 2015 – 1500 m der Frauen: Dibaba gewinnt mit super-schneller zweiten Hälfte

wm-logo-2015Genzebe Dibaba (ETH) gewann unangefochten die 1500 m der Frauen und holte damit erstmals eine Goldmedaille über diese Laufdistanz bei einer WM für Äthiopien. Das Rennen begann mit den beiden US-Amerikanerinnen Rowbury and Simpson außergewöhnlich langsam, wie die erste Runde in 1:17,06 belegt. Dann wurde es etwas schneller, aber 2:25,64 für 800 m waren nach wie vor überaus schwach. Aber genauso extrem wie die erste Hälfte verlief auch die Zweite, allerdings mit völlig umgekehrten Vorzeichen,

Dibaba übernahm nun das Kommando und legte gewaltig los. die nächsten 400 m nach 1200 m in 3:22,99 wurden in großartigen 57,24 zurückgelegt. Und auch die letzte Runde, auf der die Äthiopierin die Führung nicht mehr abgab, wurde in 59,4 wieder sehr schnell gelaufen. Da der Split bei 700 m 2:10,8 betrug lief Dibaba die letzten 800 m in fast unvorstellbaren 1:57,3 – eine herausragende Zeit schon in einem reinen 800 m Rennen – und passierte die Ziellinie nach 4:08:10. Nur drei Läuferinnen konnten das hohe Tempo noch halbwegs mitgehen, wobei Faith Kipyegon (KEN) in 4:08:96 Silber und Sifan Hassan (NED) in 4:09:36 Bronze gewannen.

genzebe-dibaba-2014Genzebe Dibaba (ETH) gewann WM-Gold über 1500 m der Frauen. Damit ist die Weltmeisterin über diese Distanz in der Halle und draußen, ferner hält sie auch beide Weltrekorde in Halle und an der (frischen) Luft. Mehr geht kaum. Allerdings geht ihre Mission WM-Doppel-Gold in Beijing über die 5000 m noch weiter.  (c) Wikipedia

1 Genzebe Dibaba ETH ETH 4:08.09
2 Faith Chepngetich Kipyegon KEN KEN 4:08.96
3 Sifan Hassan NED NED 4:09.34
4 Dawit Seyaum ETH ETH 4:10.26
5 Laura Muir GBR GBR 4:11.48
6 Abeba Aregawi SWE SWE 4:12.16
7 Shannon Rowbury USA USA 4:12.39
8 Angelika Cichocka POL POL 4:13.22
9 Rababe Arafi MAR MAR 4:13.66
10 Tatyana Tomashova RUS RUS 4:14.18
11 Jennifer Simpson USA USA 4:16.28
12 Malika Akkaoui MAR MAR 4:16.98

WM Beijing 2015 – 10000 m der Frauen und 3000 m Hindernis der Männer: Die Kenianer gewinnen den „Länderkampf“ gegen die USA

wm-logo-2015Die Entscheidungen über 10000 m der Frauen und im anschließenden 3000 m Hindernis-Lauf der Männer geriet – fast wie erwartet – zu einem „Länderkampf“ Kenia vs. USA, den die Ostafrikaner allerdings klar zu ihren Gunsten entschieden. In einem recht moderat angelaufenen 10000 m der Frauen, man passierte die 5000 m nach erst 16:11,99 wurde es erst im letzten Drittel deutlich schneller. Es war vor allem die US-Amerikanerin Molly Huddle, die auf dem letzten km das Tempo enorm verschärfte, am Ende hatte aber Vivian Cheruiyot, die schon 2011 in Daegu den Weltmeistertitel errang, in 31:41,31 die Nase vorne, vor Gelete Burka (ETH) und Emily Infield (USA), die eine zu früh jubelnde Huddle noch knapp überspurtete. Dabei legte Cheruiyot den letzten km in sehr schnellen 2:48,30 zurück. Platz 5 ging an Sally Kipyego (KEN) und Platz 6 mit Shalane Flanagan wieder an die USA.

1 Vivian Jepkemoi Cheruiyot KEN KEN 31:41.31
2 Gelete Burka ETH ETH 31:41.77
3 Emily Infeld USA USA 31:43.49
4 Molly Huddle USA USA 31:43.58
5 Sally Jepkosgei Kipyego KEN KEN 31:44.42
6 Shalane Flanagan USA USA 31:46.23
7 Alemitu Heroye ETH ETH 31:49.73
8 Betsy Saina KEN KEN 31:51.35
9 Belaynesh Oljira ETH ETH 31:53.01
10 Susan Kuijken NED NED 31:54.32

wm-2015-finish-10000m-womenIm Duell über 3000 m Hindernis war die Dominanz der Kenianer erdrückend. Nicht ganz erwartet belegten sie alle vier ersten Plätze. Haudegen Ezekiel Kemboi (KEN) siegte in 8:11,28 und wurde damit zum vierten Mal in Folge Weltmeister. Den kenianischen Erfolg in dem viel zu langsam angelaufenen Rennen (1000 m in 2:49:50) vervollständigten Conseslus und Brimin Kipruto sowie Jairus Birech. Erst dann kamen die beiden Amerikaner Daniel Huling und der hoch eingeschätzte Evan Jager, dessen Renntaktik eines langsamen Beginns den Kenianern in die Hände spielte. Nach 2000 m in 5:36,77 wurde der letzte km in 2:34,51 gelaufen, ganz schön flott für 2 1/2 Runden auf der Bahn mit Hindernissen und drei Wassergräben …

1 Ezekiel Kemboi KEN KEN 8:11.28
2 Conseslus Kipruto KEN KEN 8:12.38
3 Brimin Kiprop Kipruto KEN KEN 8:12.54
4 Jairus Kipchoge Birech KEN KEN 8:12.62
5 Daniel Huling USA USA 8:14.39
6 Evan Jager USA USA 8:15.47
7 Brahim Taleb MAR MAR 8:17.73
8 Matthew Hughes CAN CAN 8:18.63
9 Krystian Zalewski POL POL 8:21.22
10 Donald Cabral USA USA 8:24.94

Deutsche Läufer mit guten Leistungen auf der Halbdistanz bei der Vorbereitung auf den Berlin Marathon 2015

logo-stadtlauf-2015Mehrere deutsche Marathonläufer nutzten Läufe über die halbe Distanz zur Vorbereitung auf den in fünf Wochen stattfindenden Berlin Marathon. Bei Stadt-Lauf 2015 in Berlin- Steglitz war Julian Flügel (Team Memmert) eine Klasse für sich und lief weit vor dem restlichen Feld her. Nach der erste Hälfte in 31:40 für den Viertelmarathon war sogar noch eine Zeit unter 1:04 Stunden drin, dann wurde er aber etwas langsamer und erreicht in guten 1:04:30 das Ziel auf der Steglitzer Schloßstraße. Damit zeigte er gute Form in seinen Vorbereitungen auf den Berlin Marathon am 27. September 2015, wo er unter einer Zeit von 2:13 Stunden bleiben will. Insgesamt erreichten 4614 Teilnehmer im Viertel- und Halbmarathon das Ziel eines Laufs, für dem (laut Veranstalter) 6732 Meldungen vorlagen.

fluegel-frankfurt-2014Julian Flügel lief in Berlin-Steglitz 1:04:30 im Halbmarathon.  (c) H. Winter

In ähnlichen Dimensionen lief Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) mit Platz 8 in 1:04:48 beim Wörthersee-Halbmarathon im österreichischen Kärnten. Damit lag er vor dem Dresdner Paul Schmidt (Team), der 1:06:19 schaffte. Beide wollen gleichfalls in Berlin an Start gehen.

Den Lauf am Ufer des Wörthersee gewann der Kenianer Laban Korir in 1:01:53 Minuten vor seinen beiden Landsleuten Philemon Rono in 1:02:03 und David Kogei in 1:02:14. Bei den Frauen siegte Lisa Nemec (CRO) in 1:11:05 vor Viola Jepchumba (KEN) in 1:12:13. Auf Platz 6 lief  Anna Hahner (Run2Sky) in 1:15:15 vor Zwillingsschwester Lisa in 1:16:55 ein. Anna plant am 27. September beim Berlin Marathon und Lisa am 25. Oktober in Frankfurt an der Startlinie zu stehen.

Ergebnisse im Halbmarathon der Männer:

1. Laban Korir KEN 1:01:51
2. Philemon Rono KEN 1:02:02
3. David Kogei KEN 1:02:13
4. Paul Mwangi KEN 1:02:20
5. Geoffrey Ronoh KEN 1:02:49
6. Petro Mamu ERI 1:03:40
7. Abel Kirui KEN 1:03:42
8. Philipp Pflieger GER 1:04:48

WM 1015 – 10000 m der Männer: Mo Farah besiegt die Kenianer und wird (wieder) Weltmeister

wm-logo-2015Mo Farah ist und bleibt einer der Superstars der Langstreckenszene. Souverän verteidigte der britische Ausnahmeläufer seinen WM-Titel über die 10000 m, was bisher nur den Haile Gebrselassie sowie Kenenisa Bekele gelungen war. Mit 27:01,13 siegte er vor den drei Kenianern Geoffrey Kamworor (27:01,76), Paul Tanui (27:02,83) und Bedan Karoki (27:04,77). Mit seiner Siegerzeit blieb Farah 4 Hundertstelsekunden unter den 27:01,17 von Kenenisa Bekeles beim Olympiasieg 2008, was somit einen neuen (allerdings kaum nennenswerten) Stadionrekord bedeutete. Ferner lief niemals ein Läufer auf chinesischem Terrain schneller über die 10000 m auf der Bahn. Arne Gabius, der sich in Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon befindet, musste früh abreißen lassen und wurde einmal überrundet (wobei er fair Platz machte) in 27:24,47 Siebzehnter des Laufs.

In sehr emotionalen Worten äußerte sich Gabius nach dem Lauf zu den Aktionen des (selbst ernannten) Doping-Experten Hajo Seppelt und was der gute Mann mit seinen unausgewogenen Recherchen angerichtet hat. Seppelt zeigte sich wenig einsichtig und kontert mit Phrasen, die man langsam nicht mehr hören kann und will. Profunder Journalismus, Herr Seppelt, sieht anders aus!

Viel hatten sich die Kenianer vorgenommen, um Mo Farahs Dominanz über die Bahnlangstrecken zu brechen, und agierten mit beeindruckender Teamarbeit. Um allerdings den Briten in Verlegenheit zu bringen, betrieben sie ihre Taktik eines schnelles Rennens am Anfang viel zu halbherzig. Bereits nach dem ersen km in 2:52 war klar, dass es keine Jagd am Limit geben würde. Dies zeigte sich auch bis zur Hälfte nach 13:40, was Farah in die Hände spielte. Dass eingangs der letzten Runde Farah nach vorne ging und die letzte Runden in tollen 54,14 lief – wobei er fast durch einen Tritt Kamworors in seine Hacke zu Fall kam – belegt sehr deutlich, dass man ihn so nicht bezwingen kann. Vermutlich hätten unsere wackren Kenianer mit einem Kurs auf den Weltrekord starten müssen, um Farah in Verlegenheit zu bringen. Ob sie diese Taktik allerdings dann durchgehalten hätten, ist kaum zu erwarten. Fazit: Mo Farah ist für die Kenianer einfach zu stark!

wm2015-10000m-farah-kamwororMo Farah (GBR)  lässt Geoffrey Kamworor (KEN) und seinen beiden anderen Landsleuten keine Chance im Spurt – Schlussrunde in 54,14 – und wird zum zweiten Mal Weltmeister über 10000 m.  (c) ZDF online

Für den Rest des Feldes reichte allerdings die kenianische Taktik. Nur der ehemalige Trainingspartner von Mo, Galen Rupp (USA), konnte bis auf die Schlussrunde vorne mithalten, alle anderen Kontrahenten, insg. die Äthiopier, waren chancenlos und fielen überraschend deutlich zurück.

In der aktuellen Form ist es recht wahrscheinlich, dass Farah auch seinen Titel über die 5000 m verteidigen kann. Hier dürfte allerdings die Gegenwehr der Äthiopier erheblich stärker sein als am heutigen Tag über die 10000 m.

 

 Ergebnis 10000 m Männer:

1 Mohamed Farah GBR GBR 27:01.13
2 Geoffrey Kipsang Kamworor KEN KEN 27:01.76
3 Paul Kipngetich Tanui KEN KEN 27:02.83
4 Bedan Karoki Muchiri KEN KEN 27:04.77
5 Galen Rupp USA USA 27:08.91
6 Abrar Osman ERI ERI 27:43.21
7 Ali Kaya TUR TUR 27:43.69
8 Timothy Toroitich UGA UGA 27:44.90
9 Joshua Kiprui Cheptegei UGA UGA 27:48.89
10 Muktar Edris ETH ETH 27:54.47
11 Mosinet Geremew ETH ETH 28:07.50
12 El Hassan Elabbassi BRN BRN 28:12.57
13 Nguse Amlosom ERI ERI 28:14.72
14 Cameron Levins CAN CAN 28:15.19
15 Hassan Mead USA USA 28:16.30
16 Shadrack Kipchirchir USA USA 28:16.30
17 Arne Gabius GER GER 28:24.47
18 Tetsuya Yoroizaka JPN JPN 28:25.77
19 Teklemariam Medhin ERI ERI 28:39.26
20 Stephen Mokoka RSA RSA 28:47.40
21 Aweke Ayalew BRN BRN 29:14.55
22 Kenta Murayama JPN JPN 29:50.22
23 Yuta Shitara JPN JPN 30:08.35

 

Die 1000m-Splits der Spitze:

1000 m 2:52,22
2000 m 5:33,20 2:39,98
3000 m 8:15,13 2:42,93
4000 m 10,57,62 2:42,49
5000 m 13:40,83 2:43,21
6000 m 16:22,92 2:42,09
7000 m 19:06,34 2:43,42
8000 m 21:06,34 2:44,65
9000 m 24:32,30 2:42,31
10000 m 27:01,13 2:28.83

 

WM 2015 – Marathon der Männer am 22. August 2015: Ein 19jähriger aus Eritrea wird Weltmeister

wm-logo-2015Der Marathon bei der WM in Beijing nahm einen sensationellen Verlauf. Anstelle der hoch eingeschätzten Stars waren am Ende die „Nobodies“ vorne. Bei allerdings durch Temperaturen oberhalb von 25°C hatte das Rennen mehr den Charakter eines „survival of the fittest“. Und da war ein erst 19 Jahre alter Läufer aus Eritrea wohl am besten auf diese Bedingungen vorbereitet. Ghirmay Ghebreslassie, dessen Stern in der Laufszene bezeichnender Weise beim Paderborner Osterlauf von 2 Jahren mit einer Halbmarathonzeit von knapp über einer Stunde aufging, gewann mit kluger Renneinteilung am Ende unangefochten in 2:12:27.

Obwohl Kenia seine Topstars aufgeboten hatte, gab es (wieder) ein Debakel bei einer WM für die Marathon-Nation #1. Der Paris-Sieger 2015 Mike Kigen war auf Platz 22 in 2:21 noch der Beste, die Weltrekordler Wilson Kipsang und Dennis Kimetto stiegen nach 30 km aus; Kipsang war da noch in Schlagweite, Kimetto lag da schon 3 Minuten zurück. Der positive Aspekt: Die beiden schnellsten Läufer aller Zeiten könnten jetzt noch bei einem der hochkarätigen Herbst-Marathons starten, wo die Bedingungen ungleich leistungsfördernder sein dürften.

Der Marathon mit einem sehr überschaubaren Zahl von 68 Startern begann mit einer ausgesprochenen Peinlichkeit. Direkt hinter der Elite starteten viele Tausend Hobbyläufer zu einem 10 km-Lauf, mit der der KOnsequenz, dass einige der Teilnmehmer in das Feld der WM-Teilnehmer liefen. Ein Mann mit der Startnummer 3762 lief sogar bis fast 5 km vorne weg und machte das „Tempo“. Ein ausgesprochener Skandal, der leider wieder belegt, in welchem desolaten Zustand die Leichtathletik aktuell agiert. Genutzt hat diese „Unterstützung“ von außen wenig, die vorsichtig agierende Elite passierte 5 km nach langsamen 16:06.

wm2015-marathon-10minNach gut 3 km läuft immer noch ein (engagierter) Freizeitläufer des 10 km Laufs vor den Eliteathleten her und greift damit in den laufenden Wettkampf ein. Nach den Regeln müsste dies zur Annullierung der Resultate führen. In jedem Fall ist dies ein organisatorischer Skandal.  (c) ZDF online

Die ersten Akzente setzte der Mogole Ser-Od Bat-Ochir, der später aber weit zurückfiel. Nach 10 km in 31:51 war man auf Kurs zu 2:14:33 und es begann die Zeit der Italiener Rugerro Pertile (der gute Mann wurde vor wenigen Tagen 41 Jahre alt!) und Daniele Meucci, die sich mehrmals im Verlauf des Rennen leicht absetzen konnten. Am Ende wurde sie für ihre Aktivität mit Platz 4 und 8 belohnt.

Bei 20 km nach 1:03:23 war das Tempo etwas schneller geworden, aber die diversen Gruppen schlossen sich wieder zusammen, 22 Läufer waren an der Spitze, bevor Pertile und Meucci das Tempo zum Halbmarathon in 1:06:55 weiter erhöhten. Bei 25 km (1:19:16) war Pertile wieder eingeholt und es begann nach 30 km in 1:35:02 der Auftritt von Tsepo Mathibello Ramonene aus Lesotho, der der Spitze schnell weit enteilte und dann mit Aufregung im Feld sorgte. Nach 35 km in 1:50:39 war aber sein Pulver verschossen und am Ende belegte der gute Aussenseiter in 2:17:17 Platz 14.

Nach 1:52 Stunden hatte der junge Ghebreslassie (ERI) den Führenden eingeholt und das Feld dahinter war da schon völlig auseinander gefallen, Jeder lief für sich. Yemane Tsegay (ETH) konnte nach gut 2 Stunden kurz zum Spitzenreiter aufsachließen, aber vor 40 km setzte sich Ghebreslassie noch einmal, diesmal entscheidend ab. Nach 40 km in 2:05:41 hatte er schon 12 Sekunden Vorsprung auf Tsegay, auf Platz 3 hatte sich Munyo Mutai mit 38 Sekunden Rückstand gekämpft. Die letzten 5 km hatte Ghebreslassie in beeindruckenden 15:02 zurückgelegt, der mit Abstand schnellste 5km-Split der gesamten Laufs.

In dieser Kostellation ging es auch ins Stadion: Ghebreslassie gewann überlegen nach 2:12:27 – eine Zeit, die durch die brutalen äußeren Bedingungen verständlich wird – , Platz 2 ging an Tsegay in 2:13:07 und Dritter wurde Mutai in 2:13:29. Im Ziel wartete niemand mit einem Zielband und auch eine Runde im Stadion war nicht zu laufen, was etliche Läufer hochgradig irritierte. Bei aller Perfektion chinesischer Organisationskunst, diesmal ging einiges daneben bzw. wurde überaus unglücklich arrangiert. Man kann nur hoffen, dass sich solche mehr als peinliche Dinge nicht weiter häufen.

wm-2015-gebreslassieGhirmay Ghebreslassie ist der neue Weltmeister im Marathon.  (c) ZDF-online


Die Splits der Spitze:

 5 km 16:06
10 km 31:51 15:45
15 km 47:48 15:57
20 km 1:03:23 15:35
 HM 1:06:55
25 km 1:19:16 15:53
30 km 1:35:02 15:46
35 km 1:50:39 15:37
40 km 2:05:41 15:02
Marathon 2:12:27  6:46

 

Ergebnis des WM Marathon am 22. August 2015 (T > 26°C):

1 Ghirmay Ghebreslassie ERI 2:12:27
2 Yemane Tsegay ETH 2:13:07
3 Munyo Solomon Mutai UGA 2:13:29
4 Ruggero Pertile ITA 2:14:22
5 Shumi Dechasa BRN 2:14:35
6 Stephen Kiprotich UGA 2:14:42
7 Lelisa Desisa ETH 2:14:53
8 Daniele Meucci ITA 2:14:53
9 Amanuel Mesel ERI 2:15:06
10 Jackson Kiprop UGA 2:15:15
11 Chol Pak PRK 2:15:43
12 Alphonce Felix Simbu TAN 2:16:57
13 Javier Guerra ESP 2:16:59
14 Tsepo Ramonene LES 2:17:16
15 Berhanu Lemi ETH 2:17:36
16 Abdelhadi El Hachimi BEL 2:17:40
17 Aleksey Reunkov RUS 2:18:11
18 Solonei da Silva BRA 2:19:19
19 Tadesse Abraham SUI 2:19:24
20 Roman Fosti EST 2:20:34

 

Marathon der Männer bei WM in Beijing am 22. August 2015: Die Weltrekordler wollen auch den WM-Titel

wm-logo-2015Die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM in der chinesischen Hauptstadt Beijing wird im Marathon der Männer mit Start um bereits 7:20 Uhr Ortszeit vergeben. Dabei ist der frühe Starttermin sicher eine gute Entscheidung hinsichtlich der hochsommerlichen Temperaturen, die zur Startzeit bereits 26°C betragen sollen und während des gut zwei Stunden dauernden Laufs auf etwa 30°C ansteigen werden. Das sind sicherlich keine optimalen Bedingungen für einen Marathonlauf, wobei der Vorteil einer geringen Luftfeuchte durch die miserable Luftqualität vermutlich wieder zunichte gemacht wird.

Durch die verknappten Kontigente an ostafrikanischen Läufern ist die Konkurrenz sehr überschaubar, allerdings für eine WM von herausragender Qualität. Somit wird der WM-Titel nur über die beiden Superstars der Szene Wilson Kipsang und Dennis Kimetto zu erringen sein. Der Titelverteidiger (und Olypiasieger) Stephen Kiprotich aus Uganda wird somit nur eine Chance auf einen weiteren Erfolg bei einem Meisterschaftsrennen haben, wenn das Rennen nicht zu schnell werden wird. Aber selbst Kirpotich konnte seine Bestmarke in diesem Jahr beim Tokyo Marathon auf 2:06:33 steigern. Dies ist übrigens bis auf eine Sekunde die gleiche Zeit, die der legendäre Sammy Wanjiru bei Olympischen Marathon 2008 an gleicher Stelle lief.

london-2015-wilson-42kmEx-Weltrekordler Wilson Kipsang ist einer der Favoriten für den WM-Marathon der Männer am 22. August.  (c) H. Winter

Große Siegchancen werden Wilson Kipsang (KEN) eingeräumt, der beim letzten Olympia-Marathon in London Bronze holte, nachdem er bei 5 km die Trinkflasche verpasste und viele Zeit verlor, nach 15 km aber ein aberwitziges Tempo anschlug und das Feld sprengte. Kipsang ist mittlerweile ein sehr konstanter und erfahrener Läufer. Dies kann man nur bedingt vom aktuellen Weltrekordler Dennis Kimetto (KEN) sagem, der als Dritter beim London Marathon nicht ganz fit erschien. Sollte er seine gesundheitlichen Probleme überwunden haben, ist ihm ein Platz auf dem Podium so gut wie sicher.

Kipsang als auch Kimetto sind sehr zuversichtlich, dass der WM-Titel im Marathon wieder zurück in das Land der besten Läufer über diese Distanz geholt wird. Andererseits hat der Weltmeister Kiprotich die Chance, nach Abel Anton (1997 und 1999), Jaouad Gharib (2003 und 2005) sowie Abel Kirui (2009 und 2011) der vierte Doppel-Weltmeister zu werden.

Neben ihrem Landsmann Mark Korir, der in diesem Jahr in Paris gewann, und Titelverteidiger Stephen Kiprotich wird von äthiopischer Seite vor allem Lelisa Desisa zu beachten sein, der dieses Jahr zum zweiten Mal den Boston Marathon gewann. Ferner ist Desisa der amtierende Vize-Weltmeister nach Platz 2 bei der WM 2013 in Moskau. Ein weiterer Starter für Atiopien ist Hayle Lemi Berhanu, der in diesem Jahr durch seinen Sieg im Januar beim Dubai Marathon in 2:05:27 auf sich aufmerksam machte, danach gewann er im April noch den Warschau Marathon in 2:07:57. Seine bisherigen vier Marathonauftritte hatte er alle gewonnen. Wird diese Serie in Beijing anhalten? Das wäre dann doch eine Überraschung.

Startliste der Top-Favoriten mit Bestzeiten bis 2:10 Stunden

688 – Wilson Kipsang KIPROTICH KEN PB: 2:03:23 – 2015: 2:04:47
468 – Berhanu LEMI ETH 2:05:28 – 2:05:28
695 – Mark KORIR KEN 2:05:49 – 2:05:49
684 – Dennis Kipruto KIMETTO 2:02:57 – 2:05:50
461 – Lelisa DESISA ETH 2:04:45 – 2:05:52
470 – Endeshaw NEGESSE ETH 2:04:52 – 2:06:00
969 – Stephen KIPROTICH UGA 2:06:33 – 2:06:33
283 – Shumi DECHASA BRN 2:06:43 – 2:07:20
420 – Ghirmay GHEBRESLASSIE ERI 2:07:47 – 2:07:47
423 – Amanuel MESEL ERI 2:08:17 – 2:08:18
437 – Javier GUERRA ESP 2:09:33 – 2:09:33
875 – Aleksey REUNKOV 2:09:54 – 2:10:10

100 Meilen Berlin – Der Mauerweglauf: Marco Bonfiglio (ITA) und Patrica Rolle (Berlin) überragten

100Meilen-Logo_der_mauerweglauf

In angesichts der heißen Temperaturen ausgezeichneten 13:40:11 Stunden (inoffiziell) gewann der Italiener Marco Bonfiglio die vierte Ausgabe der „100 Meilen Berlin“ und war damit 24 Minuten schneller als 2014. Lange hatte er bei Temperaturen bis nahe 30°C sogar auf Kurs unter dem Streckenrekord des Vorjahrs (13:06 Stunden) gelegen, doch auf den letzten 40 km forderte die Tempojagd ihren Tribut. Am Ende lief der zwischendurch immer wieder mit Magenkrämpfen kämpfende Bonfiglio die 161,85  km (etwas länger als 100 Meilen = 160,9344 km) Strecke in einem mittleren km-Schnitt von 5:04, nicht schlecht für einen Zeitraum von gut 13 1/2 Stunden, vielen Pausen und vor allem etlichen unfreiwilligen Ampelstopps.

Wie schnell der Vorjahreszweite unterwegs war, belegt das Abschneiden der Konkurrenz, die am Ende fast 2 Stunden hinter ihm einlief. Auf Rang zwei landete der Franzose Stephane Ruel (15:34:05) knapp vor dem dem Berliner Marc Cornelius Jänicke (15:35:03), wobei in der Mitte des Laufs schon weit vor Ruel lag.

Erstmals in der Geschichte des Mauerweglaufs blieb eine Einzelläuferin unter 16 Stunden: Mit 15:57:39 unterbot Patricia Rolle (LG Nord Berlin) den bisherigen Streckenrekord ihrer Vereinskollegin Annett Bahlcke um 1:15 Stunden. Rolle belegte damit einen tollen vierten Gesamtplatz und lag damit 20 Minuten vor dem Sieger von 2013 Peter Flock, der diesmal Fünfter wurde.

Wie hart die Bedingungen in diesem Jahr durch die Hitze waren, belegt schon die Tatsache, dass von den 299 gestarteten Einzelläufern etwa ein gutes Drittel das Ziel nicht erreichte.

100meilen-2015-sieger-nach128kmNach Platz 2 im letzten Jahr gewann Marco Bonfiglio (ITA) diesmal die „100 Meilen Berlin“ in überragender Manier.  (c) H. Winter

100meilen-dreizehn-stunden-bonfiglio„Drei“ wie 13 Stunden zeigen der Athlet, sein Betreuer und die Fahrerin auf dem Führungsfahrrad an. Am Ende sollten sie Recht behalten …  (c) H. Winter

100 Meilen Berlin – Der Mauerweglauf: Zwischenstand – Vorjahreszweite Bonfiglio weit in Führung

100Meilen-Logo_der_mauerweglauf

Nach 63,40 km liegt der Vorjahreszweite Marco Bonfiglio (ITA) bereits sehr deutlich in Front. Während seine Mitstreiter aus der Startphase immer mehr an Boden verloren, setzt Bonfiglio sein hohes Tempo von ca. 4:30 Minuten/km unvermindert fort. Und das bei Temperaturen um 26°C (im Schatten). Den Kontrollpunkt bei „Pagel & Friends“ hatte er nach 4:49:30 Stunden erreicht, womit er auf Kurs von 12:20 Stunden liegt, einer Weltklassezeit über 100 Meilen. Es warten aber noch (harte) 100 km auf den wackren Italiener. Auch Platz 2 ist aktuell von einem Italiener besetzt: Federico Borlenghi liegt aber schon 19 Minuten zurück.

100meilen-63km-bonfiglioMarco Bonfiglio hält sich nur kurz am Verpflegungspunkt „Pagel&Friends“ auf. Er liegt aktuell fast 20 Minuten vor der Konkurrenz und auf Kurs zu einer Endzeit von 12:20 Stunden.  (c) livestream 100Meilen

Update: Bonfiglio setzt seine Tempojagd unvermindert fort. Soeben hat er den Kontrollpunkt „Meierei“ im Schlosspark Cäcilienhof nach 83,23 km erreicht. Seine Zwischenzeit beträgt 6:25:30 Stunden, damit liegt er immer noch auf Kurs von 12:30 Stunden. Sehen wir auch in diesem Jahr einen neuen Steckenrekord und eine Zeit von unter 13 Stunden? Die Temperaturen sind mit 27°C nach wie vor hoch, erst am späten Nachmittag soll ein leichtes Gewitter etwas Abkühlung bringen.

Doping im Straßenlauf: Was treibt den „Doping-Experten“ Hajo Seppelt?

hajo-seppeltDer „Doping-Experte“ (der ARD): Hajo Seppelt.  (c) ARD

Es ist nicht so ganz klar, was den (selbst ernannten) „ARD-Doping-Experten“ Hajo Seppelt umtreibt, unablässig seine sensible Nase in Alles zu stecken, was nach Doping riecht. Augenscheinlich ist ihm die Leichtathletik besonders ans Herz gewachsen. Dabei verwundert schon die nicht unerhebliche Asymmetrie in der Auseinandersetzung mit dieser Disziplin, denn selbst wenn Topläufer an seinem Funkhaus in der Masurenallee in Berlin vorbeilaufen und dabei Weltrekorde erzielen, juckt das in dieser öffentlich-rechtlichen Einrichtung niemanden. Sportberichterstattung heisst dort eingentlich nur Fußball, dem Auftrag einer ädquaten Abbildung der Gesellschaft kommt nicht nur diese Medienanstalt schon lange nicht mehr nach.

Deshalb ist der Fokus auf die „Schattenseiten“ einer Disziplin, die es ansonsten im Sendebetrieb kaum gibt, schon sehr fragwürdig und führt unweigerlich zu der Frage, was diesen rastlosen Investigator in Sachen sauberen Sports eigentlich antreibt. Obwohl er den Zuschauer schon mitfühlen lässt, wie er in der eng bestuhlten Economy-Klasse und auf staubigen Straßen zu den Zentren des Sport-Betrugs saust, fällt es im Grunde schwer, seinen Argumenten und Behauptungen zu folgen, so singulär und hausbacken wirken seine „Recherchen“.

Was dabei wirklich erschüttert, sind deshalb weniger die Dinge, die man weitgehend sowieso schon kennt, sondern die Tatsache, dass hier ein Bild der Leichtathletik in der (ansonsten unkundigen und desinteressierten) Öffentlichkeit generiert wird, die in dieser Form für diesen Sport überaus gefährlich ist. Was da der gute Herr Seppelt mit seinem Aktionen anrichtet, ist in der Tat enorm, und macht sein Auftreten noch unverständlicher. Mit fundiertem Journalismus hat das leider nur bedingt zu tun und mit Verantwortung schon recht nicht. Anstelle allgegenwärtiger Selbstinzenierung wäre eine sachlichere Auseinandersetzung mit der Problematik mehr als wünschenswert.

Eine tiefergehende Diskussion mit den Aktionen des „Doping-Experten“ kann hier nicht geführt werden. Dabei ist keinesfalls die eigentliche Problematik der Leistungsmanipulation im Spitzensport (und nicht nur dort) zu verharmlosen, da stimmen wir mit Herr Seppelt überein. Aber an zwei Beispielen sei aufgezeigt, wie unausgegoren und diletantisch die „Enthüllungen“ des Experten sind.

Zum ersten:  Da wird gezeigt, wie der „Dopingexperte“ zum Briefkasten geht, sogleich den (vermutlich anonym) zugesandten Umschlag mit einem USB-Stick öffnet und damit einen Datenpool mit vielen tausend „Blutwerten“ – was immer die sind – der IAAF vorfindet. Anstelle exemplarisch zu zeigen, um was es eigentlich geht und wie die Daten aussehen, wird nur um den Brei herumgeredet und weitere „Experten“ zu Rate gezogen. Und daraus dann abgeleitet, dass großflächig gespritzt, geschluckt und betrogen wird. Sogleich wird dann auch impliziert, dass Topleistungen nur noch auf der Basis eines Betrugs möglich sind. (Laufen deshalb die deutschen Athleten hinterher?) Fazit für die Öffentlichkeit: Die Leichtathletik war schon imm einer Sumpf des Betrugs und der Lügen, es brauchte nur einen Hajo Seppelt, um das aufzuklären.

Dabei bleibt höflich unererwähnt, um was es eigentlich bei den „Blutwerten“ geht und vor allem, wie kritisch diese zu interpretieren sind. Dass die Daten unter Verschluss gehalten werden, ist schlichter Unsinn. Haben die Hämokritwerte („normaler Wert“ bei Männern: 125 bis 149 g/l) doch geholfen (!), die Marathonasse Abderrahim Goumri (MAR) und vor allem Liliya Shobukhova (RUS) des Dopings zu überführen (s. Grafik unten). Die Ergebnisse der Russin in den letzten Jahren werden soeben aus den Ergebnislisten elimiert.

Was soll man da erst zu Superstar Mo Farah sagen, der nach dem ganzen Zirkus, den Herr Seppelt zu verantworten hat, zu Recht erbost war, zumal er durch die Gerüchte um den Meistertrainer Alberto Salazar sowieso schon unter Verdacht geraten war. Nimmt man die Daten vom Stick für Mo, dann hätte man sofort sehen müssen, dass dieser Mann „ultra-clean“ ist. Kein Hämokritwert über 100 g/l!. Nach den „Normen“ leidet der gute Mann fast an einer Blutanämie und läuft gleichzeitig die Weltelite auf den langen Strecken in Grund und Boden. Im Frühjahr lief er zudem in Lissabon im Halbmarathon Europarekord. Man kann sicher damit noch lange keine Manipulation ausschließen, nur auf der Basis der Blutwerte ist dies auch nicht in Ansätzen möglich. Eine entsprechende (Gegen-)Darstellung der WADA (World Athletic Doping Association) sollte man aufmerksam lesen.

blood-data-mo-farahDie Hämokrit-Werte von Mo Farah (GBR) bei Tests zwischen 2002 und 20012. Kein Wert liegt über 100 g/l.  (c) Sunday Times

blood-data-shobukhovaDie Hämokrit-Werte von Liliya Shobukhova (RUS). Werte über 150 g/l ergaben sich bei Test 13 am 9.10.2009 und Test 17 am 7.10.2011, jeweils im Umfeld des Chicago Marathon. Man beachte aber auch Test 16 am 31.7.2011. Die Athletin ist aktuell vom Verband gesperrt und ihre Resultate in Chicago und London werden/wurden gestrichen. (c) Sunday Times

blood-data-goumriDie Hämokrit-Werte von Abderrahim Goumri (MAR) mit Test 20 am 9.10.2009 (162 g/l) und Test 21 am 16.10.2009 (166 g/l). Am 11.10.2009 wurde er beim Chicago Marathon in 2:06:04 Zweiter hinter Samuel Wanjiru. Goumri wurde anschließend vom Verband gesperrt.  (c) Sunday Times

Zum zweiten: Da besucht unser Doping-Experte die Famile von Geoffrey Kipketer Tarno (KEN) im kenianischen Hochland. Tarno war im Oktober 2013 in einem Marathonlauf in Kenia nach 40 km zusammengebrochen und soweit die Ergebnisse der Autopsie belastungsfähig sind, an einem Blutgerinsel verstorben. Kein Zweifel, die Sache ist traurig, und Doping kann nicht ausgeschlossen werden. Man fragt sich nur, was Herr Seppelt damit beweisen will. Insb. Läufer der zweiten und dritten Reihe waren in Kenia immer wieder einmal auffällig geworden, auch deshalb weil oft das Talent fehlte.

Aus einem solchen Fall allerdings zu implizieren, dass die kenianische Elite großflächig betrügt, ist auch nicht in Ansätzen haltbar. Hier hätte man sich zumindest in dem TV-Beitrag die Information gewünscht, dass Tarno erst seit 2009 den Laufsport betrieb und niemals sein Land in Sachen Laufen verlassen hatte. Mit den Läufern (und Läuferinnen), die zu Hunderten auf den Straßen der außerafrikanischen Metropolen mit Topleistungen agieren, hat der gute Tarno nie zu tun gehabt.

Dabei gibt es aktuell durchaus „interessante“ Entwicklungen in Kenia, von denen man in den Berichten der ARD nichts erfährt. Vor einigen Monaten wurden die Manager von Volare Sport und Rosa Associates vom kenianischen Verband für 6 Monate außerhalb des Landes verwiesen. Über die Gründe für dieses Verhalten kann man nur mutmaßen. Eine profunde Recherche in dieser Sache wäre sicher hochinteressant gewesen. Aussagefähiger jedenfalls als die Präsentation der Familie eines „Nobodies“, deren unser Mitgefühl gilt. Zur Aufklärung in Sachen Doping taugt der Fall Tarno kaum.

tarno-grabDas Grab von Geoffrey Tarno, der nach vier Jahren Leistungssport am 13. Oktober 2013 bei einem Marathonlauf zusammenbrach und verstarb.  (c) ARD

Nach den Kenyan Trials: Die „Kenianer“ wollen Mo Farah bei der WM jagen

Am 22. August gibt gleich zum Beginn der WM in Beijing neben dem Marathon der Männer mit den 10000 m Lauf auf der Bahn zwei Highlights auf den Langstrecken. Und wenn es nach den Kenianern ginge, dürfte es dort nur eine Nation auf dem Podium geben. Während das im Marathon mit den Weltrekordlern Wilson Kipsang (2:03:23) und Dennis Kimetto (2:02:57) durchaus realistisch erscheint, wird das im 10000 m Lauf ungleich schwerer zu realisieren sein.

Denn dort gibt es mit dem britischen Superstar Mo Farah und in Einschränkungen auch mit dem US-Läufer Galen Rupp zwei nicht-afrikanische Konkurrenten, die für die Afrikaner in den letzten Jahren schier unbezwingbar erschienen. So ging z.B. über die 10000 m bei den Olympischen Spielen in London 2012 Gold an Farah und Silber an Rupp. Da ferner Tariku Bekele Bronze für Äthiopien holte, war Kenia ohne Medaillegeblieben. Ein Unding für das Läuferland Nr. 1 auf dem Globus. Auch bei der letzten WM 2013 in Moskau war es kaum besser: Farah gewann, vor Ibrahim Jeilan (ETH). Immerhin gab es noch Bronze durch Paul Tanui für Kenia. Das letzte WM-Gold durch Charles Kamathi geht auf das Jahr 2001 zurück. Das ist lange her!

Das wollen die Kenianer in gut zwei Wochen unbedingt ändern. Dass dazu die Chancen halbwegs realistisch erscheinen, deuteten die kenianischen Topläufer über 10000 m bei den kenianischen Trials am letzten Wochenende an. Im der gut 1600 m hoch gelegenen Hauptstadt Nairobi liefen vor allem die drei Erstplatzierten Zeiten, die es in dieser Klasse in dieser Region noch nicht gegeben hat. Paul Tanui – Dritter der letzten WM – machte zunächst das Tempo, das dann im Mittelteil der aktuell in Japan lebende Bedan Karoki übernahm. Dies führte dazu, dass die Spitze ausdünnte und diese Taktik am Ende dem amtierenden Cross- und Halbmarathon-Weltmeister Geoffrey Kamworor mit einem starken Finish den Sieg brachte.

Was dabei vor allem beeindruckend war, waren die Zeiten die unter diesen Bedingungen herauskamen: Kamworor lief als Erster grandiose 27:11,89, dann kam Karoki in 27:15,33 und Tanui in 27:18,45. Extrapoliert man diese Zeiten auf Seehöhe und zieht dann auch noch Temperatur und vor allem Luftfeuchtigkeit in die Abschätzung mit ein, ergeben sich Zeiten, die zweifellos mit der Jahresbestzeit von Farah von 26:50,97 konkurrieren können, die der Brite am 29. Mai in Eugene erzielte.

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Geoffrey Kamworor (Kipsang, links) hier beim Berlin Marathon 2013 will zwei Jahre später in Beijing Weltmeister über 10000 m werden.  Wilson Kipsang (rechts) geht in Beijing im Marathon an den Start. (c) H. Winter

Wie schon an dieser Stelle mehrfach ausgeführt, wird Farah auch bei der kommenden WM mit einem „langsamen“ Rennen kaum zu schlagen sein. Erst vor kurzem in Monaco lief er die 1500 m wieder deutlich unter 3:30 Minuten und zeigte auch bei seinen anderen Auftritten über 5000 m und 10000 m unvermindert höchste Spurtqualitäten. Somit kann die Taktik der Kenianer nur ein Rennen am absoluten Limit sein, das dem Superstar schon weit vor dem Finale alles abverlangt. Wenn man in der Sequenz Tanui – Karoki – Kamworor zu Werke schreitet und dabei sogar über dem WM-Rekord-Tempo von Kenenisa Bekele vom Lauf bei der WM in Berlin 2009 von 26:46,31 agiert, dann könnte es sein, dass Farah abreisen lassen muss. Dem Halbmarathon-Weltrekordler Zsersenay Tadese (ERI) hatte eine solche Tempotaktik immerhin 2009 hinter Bekele die Silbermedaille gebracht.

“The colour of the medal does not matter. Our aim is to win the 10,000m title and God willing, we can do it. We were talking to each other to encourage each other and see how it can be in Beijing. I think with the support of Karoki and Tanui, we can terribly beat Farah” sagte Kamworor.

Ferner Karoki: “If we go to China and run like today, we can bring home all the medals. Team work is the most important thing to realise our dream. We did it in China and we are happy Paul has joined us.“ und Tanui: “For me, I’m glad to be with guys we can go and run together and it feels good to be back in the Kenyan team. If we repeat what we did today, it’s possible to come home with all medals.“

 

Ergebnis der Kenyan Trials in Nairobi (KEN):

  1. Geoffrey Kipsang Kamworor 27:11,89
  2. Bedan Karoki 27:15,33
  3. Paul Tanui 27:18,45
  4. Vincent Yator 27:33,45
  5. Leonard Barsoton 27:35,75
  6. Geoffrey Kirui Kipkorir 27:42,66
  7. James Rugaru 27:50,09
  8. William Sitonik 27:54,35
  9. Stephen Arita 27:55,17
  10. Charles Yosei 29:02,54

 

Die Weltmeister der letzten Jahre:

2013 Mo Farah GBR 27:21.71
2011 Ibrahim Jeilan ETH 27:13.81
2009 Kenenisa Bekele ETH 26:46.31
2007 Kenenisa Bekele ETH 27:05.90
2005 Kenenisa Bekele ETH 27:08.33
2003 Kenenisa Bekele ETH  26:49.57
 2001  Charles Kamathi KEN  27:53.25
 1999  Haile Gebrselassie ETH  27:57.27

„Halbzeit“ – Rückblick auf die globale Laufszene in der ersten Hälfte des Jahres 2015 – Teil 2

Auch der Monat März war in der Tat ereignisreich. Nachdem am Lake Biwa im japanischen Otsu der Kenianer Samuel Ndungu den dortigen Traditions-Marathon (Gold Label der IAAF) in 2:09:08 mit großen Vorsprung gewinnen konnte, gab es eine Woche später im nur unweit gelegenen Nagoya eine neue globale Rekordmarke. Die Russin Mariya Konovalova wurde beim Nagoya-Marathon zwar nur hinter Eunice Kirwa (KEN, 2:22:08) in 2:22:27 Zweite. Diese Zeit bedeutete aber für die im August 1974 geborene Russin einen neuen Masters-Weltrekord im Marathon der Frauen.

konovalova-chicago-2013Die Russin Mariya Konovalova lief beim Nagoya Marathon in 2:22:27 einen neuen Marathon-Masters-Weltrekord für Frauen.  (c) H. Winter

Bemerkenswert für das erste Halbjahr 2015 war dabei, dass dieser Rekord auch bei den Männern fiel. Und dies gleich zweimal: Im April und im Juli jeweils durch den Kenianer Kenneth Mungara.

mo-lisboa-2015-pkLauflegende Mo Farah bei der Pressekonferenz des Halbmarathons in Lissabon. Anschließend gewann er den Lauf und schaffte mit 59:32 einen neuen Europarekord.  (c) Veranstalter

Einen Europarekord lief nach einem kuriosen Rennverlauf der Brite Mo Farah beim Lissaboner Halbmarathon in 59:32. Dabei lag der Topstar der Langstreckenszene auf der Bahn schon scheinbar abgeschlagen zurück, bevor er im Spurt an einer weiteren Größe der Bahnleichtathletik, dem Kenianer Micah Kogo, vorbeizog. Den Halbmarathon in Prag gewannen Daniel Wanjiru (KEN) in 59:51 und Worknesh Degefa (ETH) in 1:07:14, und der Weltrekordversuch über die gleiche Distanz in Berlin durch den Schnellsten des Vorjahres, Abraham Cheroben (KEN), war durch starken Wind schon früh zum Scheitern verurteilt. Am Ende war hier Birhane Legesse (ETH) in 59:45 vorne, Cheroben wurde Dritter. Die Jagd des neuen Stars der deutschen Straßenlaufszene Arne Gabius auf den deutschen Rekord von Carsten Eich (1:00:30) scheiterte an Magenkrämpfen nach 11 km.

gabius-portrait-frankfurt-2015Arne Gabius musste beim Berliner Halbmarathon nach Magenbeschwerden das Tempo nach 11 km herausnehmen.  (c) H. Winter

Die bisher schnellste Zeit des Jahres über die Halbmarathon-Distanz lief am 8. März der Kenianer Stanley Biwott beim City-Pier-City Loop in der niederländischen Hauptstadt Den Haag mit 59:20. Und eine Woche später gab es durch die Siege von Wilson Loyanae Erupe (KEN) in 2:06:11 beim Seoul International Marathon und von William Yegon (KEN) in Barcelona mit 2:08:16 sehr beachtliche Leistungen. Beim mittlerweile hochkarätigen Rom-Marathon war diesmal bei strömendem Regen nur eine Zeit von 2:12:23 durch Abebe Negefa (ETH) möglich.

20th Rome MarathonAbebe Negefa (ETH) gewann im strömenden Regen den Rom Marathon.  (c) Veranstalter

Traditionell häufen sich dann im April innerhalb von zwei Wochen die hochklassigen Läufe des Frühjahrs. Zuvor siegte bereits am 5. April im (süd-)koreanischen Daegu der Äthiopier Girmay Birhanu in beachtlichen 2:07:26, den Streckenrekord von immerhin 2:06:51 schaffte er damit aber nicht. Eine Woche später gab es dann kaum erwartet das nächste Highlight des Jahres: Beim Mailand Marathon siegte Kenneth Mungara in 2:08:44. Paradoxerweise hatte dort Lauflegende Haile Gebrselassie den Startschuss gegeben, der dann einen Monat später nach dem Great Manchester Run seinen (endgültigen) Rücktritt vom Leistungssport bekanntgab. Dort beendete er den Lauf über10 km in 30:05 auf Platz 16, der Sieger Stephen Sambu (KEN) war da mit 27:30 schon lange im Ziel. Haile hatte in letzter Zeit noch den Marathon-Masters-Weltrekord (40+) im Visier, den Andres Espinoza (MEX) 2003 mit 2:08:46 in Berlin aufstellte. Nun unterbot in Mailand ausgerechnet der am 7. September 2013 geborene Mungara diese Marke um 2 Sekunden.

paris-marathon-2015-korirIn offiziellen 2:05:49 gewann Mark Korir (KEN) den Paris Marathon 2015.  (c) H. Winter

Am gleichen Tag siegten in Paris Mark Korir (KEN) in 2:05:49 und Meseret Mengistu (ETH) in 2:23:24 und in Rotterdam lagen 15 Läufer zur Hälfte in 1:02:05 auf Weltrekordkurs. Kräftiger Wind und schwindende Kräfte forderten ihren Tribut, Abera Kuma war am Ende in 2:06:46 noch der Beste. Und noch schlimmer erwischte es die Spitze beim Wien Marathon, wo der Äthiopier Sisay Lemma in 2:07:31 die Leistungsbilanz eines Golden Label Events rettete, danach gab es mit Duncan Koech in 2:12:14 und der Siegerin Maria Neuenschwander (SUI) nur Mittelmaß. Und auch Vorjahressiegerin Anna Hahner auf Platz 5 in 2:30:50 konnte das kaum ändern.

Am 19. April konnten die Läufe in Enschede und Hannover mit Siegen von Evans Cheriuyot (KEN) in 2:09:40 und Jacob Ceshari (KEN) in 2:09:32 ihre Serie schneller Zeiten nicht fortsetzen, dafür meldete man aus San Antonio (Italien) mit dem Sieg von Robert Kipkemboi in gleichfalls 2:09:32 eine beachtliche Zeit. Auch in Zürich war mit 2:11:35 durch Edwin Kemboi der Höhenflug erst einmal vorbei, wobei sich das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi in bekannter Manier auf Platz 2 in 2:12:13 kämpfte. Das war dann auch die bislang beste Zeit des Jahres für den eigenwilligen Japaner, der nach seiner Verletzung zu Silvester in Barcelona und unverminderten Startaktivitäten so langsam seinem Raubbau der Ressourcen Tribut zu zollen scheint.

dubai-2015-desisa-40kmLelisa Desisa (ETH) gewann nach Platz 2 in Dubai den Boston Marathon 2015.  (c) H. Winter

Beim traditionellen Boston Marathon hielten sich die afrikanischen Topathleten merklich zurück, so dass heimische Läufer die Tempogestaltung übernahmen. Am Ende lagen aber doch die Afrikaner vorne. Lelisa Desisa (ETH) siegte in 2:09:17 nach Platz 2 im Januar in Dubai und Caroline Rotich gewann die Frauenkonkurrenz in 2:24:55. Der Sensationssieger des Vorjahres Meb Keflezighi (USA) landete diesmal auf Platz 8 in 2:12:42.

Eine Woche später setzte man in Hamburg durch Lucas Rotich (KEN) in 2:07:17 das Niveau guter Siegerzeiten fort, während in Düsseldorf der (unfreiwillige) Verzicht auf ostafrikanische Topläufer Wirkung zeigte. Marius Ionescu (ROM) siegte in 2:13:19, da war man in den Vorjahren wesentlich schneller. Der deutsche Läufer André Pollmächer lag nach der Hälfte in 1:05:52 noch gut im Rennen, musste dann aber nach 26 km mit Fußproblemen aufgeben. Dafür schaffte man in Warschau durch die Verpflichtung des Siegers des Dubai Marathons Hayle Berhanu Lemi (ETH) in 2:07:57 eine beachtliche Zeit.

warschau2015-siegerDie Männer für das Podium nach dem Warschau Marathon. In der Mitte der Sieger Lemi Berhanu Hayle oder Hayle Lemi Berhanu oder Berhanu Lemi …  (c) Veranstalter

Der Höhepunkt des Frühjahrs war natürlich wieder der London Marathon, wo man bei Frauen sowie Männern wieder die absolute Weltklasse an den Start brachte. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, die sich aber vor allem bei den 50 Minuten früher gestarteten Frauen nicht in Ansätzen erfüllten. Hatte man im Vorfeld durch das Aufeinandertreffen der aktuell besten Marathon-Läuferinnen einen Angriff auf Zeiten in den Regionen einer Paula Radcliffe erwartet – die war übrigens auch am Start und lief einen beeindruckenden „Abschieds-Marathon“ – , so war schon jenseits der 10 km klar, dass diese Hoffnungen arg enttäuscht wurden. Beim Halbmarathon nach 1:11:43, lag man bereits etwa 3 Minuten hinter den Vorgaben. Am Ende profitierte mit Tigist Tufa (ETH) eine Läuferin von dem moderaten Tempo, die keiner auf der Rechnung hatte.

londom-mar-2015-tufa-40kmTigist Tufa (ETH) gewann etwas überraschend aber nicht minder souverän den London Marathon bei den Frauen.  (c) H. Winter

Dabei sorgte Tufa mit einer Bestzeit von immerhin 2:21:52 (Shanghai 2014) im Januar beim Dubai Marathon bis 35 km für Furore, wo sie als kurzfristige Nachmeldung lange auf Kurs von 2:18 Stunden vor dem Feld herlief, dann aber aufgab. In London war das diesmal anders, als sie im Tunnel 7 km vor dem Ziel antrat, konnte keine Kontrahentin folgen und Tufa gewann deutlich in allerdings angesichts der hohen Erwartungen schon enttäuschenden 2:23:22. Das sind immerhin 3 ½ Minuten hinter der besten Zeit des Jahres und noch mehr zu Paulas Fabelzeiten, die diesmal zum Abschied recht locker 2:36 Stunden schaffte.

london-2015-kipchoge-finish-42kEliud Kipchoge (KEN) gewann den London Marathon 2015.  (c) H. Winter

Das Rennen der Männer verlief auf deutlich höherem Niveau, obwohl auch hier nach der Hälfte in 1:02:19 eine Zeit in Weltrekordnähe nicht mehr zu schaffen war. Dafür entwickelte sich ein beeindruckendes Ausscheidungsrennen, in dem es zum Showdown der (kenianischen) Topstars der Szene kam: Wilson Kipsang (Vorjahresssieger, Ex-Weltrekordler, 2:03:23), Dennis Kimetto (Weltrekordler, 2:02:57) und Eliud Kipchoge (Chicago-Sieger 2014, 2:04:05). Am Ende setzte sich nicht ganz unerwartet Eliud Kipchoge in sehr guten 2:04:42 durch, wobei er den letzten km in phänomenalen 2:41 lief, auch 6:13 von der 40 km-Marke ins Ziel waren bemerkenswert. Somit reichte es für Wilson Kipsang in 2:04:47 diesmal nur zu Platz 2 und der nicht ganz fitte Weltrekordler Kimetto lag mit 2:05:50 deutlich dahinter.

london-2015-wilson-42kmEx-Weltrekordler und London Champion 2014 wurde Zweiter in London.  (c) H. Winter

Insbesondere der Schlussteil dieses Laufs – großartig im TV von der BBC in Szene gesetzt – war sicherlich einer der Höhepunkte des Frühjahrs, und ferner ist die Siegerzeit von Kipchoge die weiterhin schnellste Zeit des Jahres im Marathon der Männer.

Ab Mai „dünnen“ dann die hochkarätigen Marathonläufe aus. Am 3. Mai siegten in Prag Felix Kandie (KEN) in 2:08:32 und Yebrgual Melese (ETH) in 2:23:49 und Ende Mai lief man im kanadischen Ottawa in ähnlichen Dimensionen mit den äthiopischen Siegern Girmay Birhanu in 2:08:14 und Abebech Afework in 2:23:53. Zwischendrin gab es am 10. Mai bei den BIG25 über die selten gelaufene Distanz von 25 km einen Weltrekordangriff von Abraham Cheroben (KEN), der aber mit guten 1:12:31 im kräftigen (Gegen-)Wind im zweiten Teil scheiterte. Beachtlich war zudem die Zeit der Siegerin von 1:21:55 durch Sutume Kebede (ETH).

big25-2015-kebedeSutume Kebede (ETH) war die schnellste Frau bei den BIG25 2015.  (c) H. Winter

Am 13. Juni lief Abayuch Woldegiorgis (ETH) im chinesischen Langzhou am Ufer des Gelben Flusses mit 2:10:10 einen Streckenrekord, und der fiel auch einen Monat später am 5. Juli an der australischen Gold Coast. Dort blieben gleich 3 Läufer unter dem Streckenrekord von 2:09:14. Kenneth Mungara gewann in 2:08:42 und steigerte damit seinen Masters-Weltrekord um weitere 2 Sekunden. Ferner lief niemand bisher auf australischem Boden als auch im Monat Juli schneller. Yuki Kawauchi gewann diesen Lauf noch im Jahr 2013, diesmal endete der wackere Japaner in schwachen 2:16:23 nur auf Platz 8.

gold-coast-2015-mungara-zielKenneth Mungura (KEN) verbesserte beim Marathon an der australischen Gold Coast den Masters-Marathon-Weltrekord zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate.  (c) H. Winter

Somit war das erste Halbjahr 2015 der internationalen Straßenlaufszene in der Tat wieder sehr ereignisreich und mit den hochkarätig besetzten WM-Marathons im August in Beijing sowie danach den Stadtmarathons in Berlin, Chicago, Frankfurt, New York, etc. wird auch die zweite Hälfte des Jahres 2015 sicher wieder die hohen Erwartungen erfüllen.

Die TOP10 im Marathon der Männer 2015 (Quelle: IAAF)

1. Eliud Kipchoge KEN 2:04:42 London, 26.April
2. Wilson Kipsang KEN 2:04:47 London, 26. April
3. Berhanu Lemi ETH 2:05:28 Dubai, 23. Januar
4. Mark Korir KEN 2:05:49 Paris, 12. April
5. Dennis Kimetto KEN 2:05:50 London, 26. April
6. Lelisa Desisa ETH 2:05:52 Dubai, 23. Januar
7. Endeshaw Negesse ETH 2:06:00 Tokyo, 22. Februar
8. Deribe Robi ETH 2:06:06 Dubai, 23. Januar
9. Wilson Erupe KEN 2:06:11 Seoul, 15. März
10. Moses Mosop ETH 2:06:19 Xiamen, 3. Januar

Die TOP10 im Marathon der Frauen 2015 (Quelle: IAAF)

1. Mare Dibaba ETH 2:19:52 Xiamen, 3. Januar
2. Aselefech Mergia ETH 2:20:02 Dubai, 23. Januar
3. Gladys Cherono KEN 2:20:03 Dubai, 23. Januar
4. Lucy Kabuu KEN 2:20:21 Dubai, 23. Januar
5. Shure Demise ETH 2:20:59 Dubai, 23. Januar
6. Aberu Kebede ETH 2:21:17 Dubai, 23. Januar
7. Mulu Seboka ETH 2:21:56 Dubai, 23. Januar
8. Eunice Kirwa KEN 2:22:08 Nagoya, 8. März
9. Tatjana Shmyrko UKR 2:22:09 Osaka, 25. Januar
10. Mariya Konovalova RUS 2:22:27 Nagoya, 8. März