43. Grandmas Marathon in Duluth (MN, USA) am 22. Juni 2016: Boniface Kongin gewinnt nach kuriosem Rennverlauf

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Der Kenianer Boniface Kongin (KEN) gewann nach einem kuriosen Rennverlauf die 43. Ausgabe des Grandmas Marathon am Samstag in Duluth (MN, USA). In einem zunächst sehr flotten Rennen auf dem Punkt-zu-Punkt-Kurs auf dem Highway 61 mit Start in Two Harbors am Ufer des Lake Superior rettete sich Konging in 2:11:56 ins Ziel. Bei den Frauen gewann Nell Rojas (USA) hoch überlegen in 2:28:06. Das Rennen der Männer begann mit ersten Meilen von 4:56, 5:00, 4:48, 4:54, 4:49 und 4:43 (4:50 Min/Meile = 3:00 Min/km) ungewöhnlich flott, so dass der später Sieger Kongin nach 10 km in 29:58 auf Kurs zu einer Zeit im Regime von 2:06:30 lag. Dabei trug der Kenianer, der erst am 5. Mai den Pittsburgh Marathon in 2:10 Stunden gewann, mit „7110“ keine Elite-Startnummer und hatte sogar Startgebühren für seinen Auftritt bezahlt, da sich der Veranstalter weitgehend auf US-Läufer konzentrieren wollte. Am Ende verdiente er sich aber ein Preisgeld von 12.000 US$.

Bei 10 km lag er 45 Sekunden vor seinem Landsmann Elisha Barno (KEN), der sich anschickte diesen Lauf zum fünften Mal in Folge zu gewinnen. Im letzten Jahr war er in 2:10:06 vorne, der Kursrekord steht seit 2014 auf 2:09:06. Und den hatte Kongin ohne Zweifel im Visier, als er allein auf weiter Front den Halbmarathon nach 1:02:51 passierte und damit sogar auf Kurs zu einer Zeit von unter 2:06 Stunden lag. Dazu bleibt allerdings anzumerken, dass an diesem Tag ein heftiger Rückenwind auf dem Punkt-zu-Punkt blies.

grandmas-mar-2019-winnerBoniface Kongin gewann in einem dramatischen Rennen den Grandmas Marathon. (c) Veranstalter

Bis 20 Meilen (von dort sind es noch recht genau 10 km bis ins Ziel) konnte er die hohe Fahrt halten, dann begann ein Drama mit Krämpfen, Sehnenschmerzen und Gehpausen, die ihm viel Zeit kosteten. Nach 20 Meilen in 1:36:20 war allerdings sein Vorsprung auf den Zweiten Andrew Colley (USA) auf über 4 Minuten angewachsen, so dass selbst letzte 10 km in 35:36 zum Sieg reichten. Der fiel dann aber recht knapp aus, denn als Kongin nach 2:11:56 über die Zielline humpelte, kam Colley schon nach 2:12:13 ins Ziel und brauchte damit für die letzten 10 km nur 31:33. Platz 3 ging an Harbart Okuti (KEN) in 2:13.01.

Einen schwarzen Tag erwischte der Seriensieger Elisha Barno (KEN), der bis zum Halbmarathon mit Colley und fünf weiteren Athleten in einer Verfolgergruppe lief, um dann massiv einzubrechen. Somit blieb für ihn in diesem Jahr statt dem üblichen Platz 1 nur Platz 100 in indiskutablen 2:31:17. Und Dominic Ondoro (KEN), seit 2014 der Inhaber des Streckenrekords, stieg nach gut 17 Meilen aus dem Rennen.

Bei den Frauen bestimmte zunächst ein Quintett das Renngeschehen. 10 km passierte man in 35:22. Bei der Hälfte hatte sich Nell Rojas in 1:15:00 mit 15 Sekunden von einer Vierergruppe absetzen können und lag damit im Regime ihrer PB von 2:31:23 bei California International Marathon im letzten Jahr. Diesen Vorsprung konnte die Läuferin aus Boulder bei 20 Meilen (gut 32 km) in 1:53:22 auf über zwei Minuten auf Margaret Njuguna (KEN) als erste Verfolgerin ausbauen, um den Lauf in 2:28:06 zu gewinnen. Njuguna belegte Platz 2 in 2:33:12 vor Sophie Seward (USA) in 2:33:21.

Wie bei den Männern enttäuschte auch bei den Frauen eine Favoritin. Sarah Kiptoo (KEN) fiel nach dem Halbmarathon immer weiter zurück und wurde am Ende in 2:38:46 nur Zehnte. Insgesamt wurden 6361 Finisher im Marathon registriert, 3405 Männer und 2956 Frauen. Den Halbmarathon mit 7100 weiteren Finsihern gewannen Panuel Mkungo (KEN) in 1:02:37 und Katy Jermann (USA) in 1:10:27.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Boniface Kongin KEN 2:11:56
2. Andrew Colley USA 2:12:13
3. Harbert Okuti KEN 2:13:01
4. Joseph Whelan USA 2:13:39
5. Craig Hunt USA 2:15:26
6. Nick Caprario USA 2:16:01
7. Rory Tunningley USA 2:16:25
8. Chris Bendtsen USA 2:17:03
9. Christopher Kipyego KEN 2:17:03
10. Austin Roth USA 2:17:04
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Nell Rojas USA 2:28:06
2. Margaret Njuguna KEN 2:33:12
3. Sophie Seward USA 2:33:21
4. Dakotah Lindwurm USA 2:34:02
5. Amanda Marino ÚSA 2:35:04
6. Molly Grabill USA 2:35:07
7. Sarah Cummings USA 2:36:05
8. Pasca Myers USA 2:36:11