10. Mattoni Olomouc Half Marathon am 15. Juni 2019: Rachik und Fisikovici mit „EuroHeroes“-Hattrick

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Yassine Rachik (ITA) sowie Lilia Fisikovici (MDA) gewannen die 10. Auflage des Mattoni Olomouc Half Marathon und damit auch die dritte Runde der 2019 EuroHeroes Challenge von RunCzech. Nach Karlovy Vary und České Budějovice gewannen Rachik in 1:04:26 und Fisikovici in 1:13:32 die Halbmarathon-Rennen im mährischen Olmütz. Damit lieferten die beiden Sieger bei sommerlich warmen Temperaturen allerdings ihre langsamsten Zeiten in der EuroHeroes Serie ab. Das Rennen der Männer war auch in Olomouc recht eintönig. Rachik setzte sich schon nach dem ersten Kilometer ab und hatte bei 5 km in 14:51 bereits einen Vorsprung von 21 Sekunden auf das Verfolgerduo Roman Romanenko (UKR) und Camilo Santiago (ESP), den der Italiener bis 10 km in 29:57 auf 44 Sekunden auf Romanenko und 1:03 Minuten auf Santiago ausbauen konnte.

olomouc-hm-2019-finish-rachikYassine Rachik gewann in Olomouc auch den dritten Lauf der EuroHeroes-Serie. (c) CZTV/Screenshot

Der Rennen war hier bereits entschieden, aber die von Rachik anvisierte Zeit von unter 62 Minuten war hier nicht mehr zu schaffen. Er wurde auf dem Weg nach 15 km deutlich langsamer und lag dort in 45:20 schon über einem 3 Minuten/km-Schnitt (1:03:18). Romenenko hatte hier 1:15 Minuten auf den Führenden eingebüßt, auf Platz 3 hatte sich mittlerweile eine weitere halbe Minute dahinter Paul Pollock (IRL) vorgeschoben. An der Spitze wurde Rachik noch langsamer und brauchte nach 20 km in 1:01:02 für das letzte 5 km-Segment 15:42. Damit war selbst eine Zeit von unter 64 Minuten nicht mehr drin. Rachik gewann in 1:04:26, blieb damit über 4 Minuten hinter dem Kursrekord von  1:00:15 durch Stephen Kiprop aus dem letzten Jahr zurück.

olomouc-hm-2019-winnersDie Siegerehrung der Männer: Romanenko, Rachik, Pollock (v.l.). (c) CZTV/Screenshot

Wie bei den beiden Rennen zuvor wurde Romanenko wieder Zweiter, diesmal in 1:05:01. Und Pollock wurde in 1:06:12 Dritter und lag damit gut 4 Minuten hinter seiner PB zurück. Somit war auch das Podium in Olomouc mit sehr bescheidenen Zeiten zu erreichen, hier machte sich das Fehlen internationaler Konkurrenz, insb. aus Ostafrika, sehr deutlich bemerkbar. Und spannender waren die Rennen im Rahmen der EuroHeroes-Serie sicher auch nicht. Solange nicht mehr europäische Topläufer zu einer Teilnahme an der Serie zu bewegen sind, bleibt die löbliche Idee eine bestenfalls halbe Sache.

Auch bei den Frauen waren die Zeiten schwach, aber das Rennen um den Sieg war durchaus spannend. Von anfangs 8 Frauen in der Spitzengruppe passierten Stephanie Twell (GBR) und die Siegerin der beiden ersten Läufe Lilia Fisikovici die 5 km-Marke nach 17:08 als Erste. Bald darauf konnte sich Twell von ihrer Mitstreiterin lösen, und sie hatte bei 10 km nach 34:07 mit Kurs zu einer Zeit von exakt 72 Minuten einen Vorsprung auf Fisikovici von 11 Sekunden. Als Dritte lag Olha Kotovska (UKR) weitere 15 Sekunden zurück. An dieser Konstallation änderte sich wenig, als es zur 15 km-Marke in die berühmten Svoboda-Gärten ging. Twell war vorne in 51:56 deutlich langsamer geworden, der Vorsprung war aber konstant geblieben.

olomouc-hm-2019-finish-fisikoviciLilia Fisikovici gewann in Olomouc auch den dritten Lauf der EuroHeroes-Serie. (c) CZTV/Screenshot

Doch schon 2 Kilometer weiter wurde klar, dass sich Twell heute übernommen hatte. Fisikovici holte sie schnell ein und ging an der Britin problemlos vorbei, um das Rennen nach 1:13:32 überlegen zu gewinnen. Steff Twell brach nun ein und wurde noch von drei weiteren Läuferinnen passiert. So wurde Olha Kotovska in 1:14:35 Zweite vor Darya Mykhailova (UKR) in 1:14:52. Für Twell war der Ausflug vom Höhentrainingslager in San Moritz nach Olomouc eine Enttäuschung, in 1:15:57 blieb für sie am Ende nur Platz 5.

Insgesamt waren im Halbmarathon gut 6400 Teilnehmer am Start. Mit dem Halbmarathon in Ústí nad Labem geht am 21. September die EuroHeroes Challenge 2019 zu Ende. Der Veranstalter RunCzech ist gut beraten, nach Abschluss dieser Serie Konzeption, Nutzen und Erfolg kritisch zu analysieren. Sportlich war die Aktion schon bis jetzt recht enttäuschend und hat die Entwicklung des Straßenlaufs in Europa kaum einen Meter weiter nach vorne gebracht.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Yassine Rachik ITA 1:04:26
2. Roman Romaněnko UKR 1:06:01
3. Paul Pollock IRL 1:06:12
4. Camilo Santiago ESP 1:08:05
5. Vít Pavlišta CZE 1:08:09
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Lilia Fisikovici MDA 1:13:32
2. Olha Kotovska UKR 1:14:35
3. Darya Mykhailova UKR 1:14:52
4. Matea Parlov CRO 1:15:18
5. Stephanie Twell GBR 1:15:57