128. Boston Marathon am 15. April 2024: Obiri gewinnt erneut – Lemma siegt nach Sololauf

Hellen Obiri (KEN) wiederholte bei der 128. Ausgabe des Boston Marathon ihren Erfolg aus dem Vorjahr in 2:22:37, während bei den Männern Sisay Lemma (ETH) nach einem Sololauf über gut 35 km in 2:06:17 gewann. Im Rennen der Männer setzte der Japaner Yuma Morii (JPN) auf dem ersten Kilometer in 2:36 ein erstes Ausrufezeichen, wurde aber nach gut 8 Minuten wieder eingeholt. Nach 4 km formte sich ein Führungstrio aus Lemma, Vorjahressieger Evans Chebet (KEN) und Houston-Marathon-Sieger Zouhair Talbi (MAR), das bei 5 km in 14:21 wieder eingeholt wurde. Nach 7 km in flotten 20:03 startete Lemma, der Sieger des Valencia Marathon in 2:01:48, einen Sololauf, der ihn bei 10 km in 28:28 25 Sekunden vor den ersten Verfolgern sah, mit Kurs zu einer Zeit von 2:00:07 – WR.

Über 42:43 bei 15 km und 57:13 bei 20 km änderte sich wenig, mit 1:00:19 bei der Hälfte, lag Lemma fast genau auf WR-Kurs. In 1:02:08 war hier eine sechsköpfige Verfolgergruppe fast zwei Minuten zurück. Lemma passierte die 25 km nach 1:11:44 und wurde danach in 1:26:56 bei 30 km mit einem letzten 5 km-Split von 15:12 deutlich langsamer. Mit 1:29:45 lagen hier sechs Verfolger, die von Talbi angeführt wurden, fast 3 Minuten zurück. Vorne baute Lemma nun massiv ab, erreichte 35 km in 1:42:56 mit glatten 16 Minuten für die letzten 5 km mit Kurs zu einer Zeit von noch 2:04:06. Mit 2:14 Rückstand hatte sich mit Chebet und Albert sowie John Korir (KEN) ein Verfolgertrio gebildet, das nun den Rückstand auf Lemma schnell reduzierte.

Bei 40 km in 1:58:51 war Lemma die letzten 5 km in nur 15:55 gelaufen, das Verfolgertrio war bis auf 1:20 herangekommen. Lemma rettete sich mit 2:06:17 ins Ziel und war dabei den letzten 2195 m von der 40 km-Marke in indiskutablen 7:26 gelaufen. Da waren die später gestarteten Frauen deutlich schneller! Auch der positive Halbmarathonsplit von 1:00:19 zu 1:05:58 sagt alles. Im Kampf um Platz 2 kam Mohamed Esa (ETH) noch von hinten heran und lief 2:06:58. Dritter wurde der Sieger der beiden Vorjahre Evans Chebet (KEN) in 2:07:22.

Sisay Lemma gewann den 128. Boston Marathon in 2:06:17. (c) Livestream/Screenshot

Das Rennen der Frauen verlief völlig anders als das bei den Männern. Bis jenseits der 30 km blieb ein ca. 20-köpfiges Feld an der Spitze zusammen, mit Splits von 16:36 bei 5 km, 33:27 bei 10 km, 50:58 bei 15 km und 1:08:42 bei 20 km. Die Hälfte absolvierte man in 1:12:33 mit Kurs zu einer Zeit auf moderate 2:25 Stunden. Dies änderte sich kaum bei 25 km in 1:26:05 und 30 km in 1:43:27, wo die US-Amerikanerin Emma Bates (USA) für einen kurzen Moment etwas vor der Spitzengruppe lag. Bei 35 km in 2:00:48 ging Hellen Obiri an die Spitze und auf den nächsten 5 km in sehr schnellen 15:06 konnte ihr nur noch Sharon Lokedi (KEN) folgen, nachdem für einige Zeit auch die 44-jährige Edna Kiplagat (KEN) das Tempo noch mitgegangen war.

Nach 40 km in 2:15:54 entwickelte sich ein erbitterter Kampf um den Sieg zwischen Obiri und Lekedi, den Obiri erst auf dem Schlusskilometer mit 2:22:37 zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Dabei war Obiri die letzten 2195 m in großartigen 6:43 gelaufen, das gab es wohl noch nie. Lokedi wurde in 2:22:45 Zweite und Platz 3 sicherte sich fast sensationell die Grande Dame des Marathon Edna Kiplagat in 2:23:21.

  Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Sisay Lemma ETH 2:06:17
2. Mohamed Esa ETH 2:06:58
3. Evans Chebet KEN 2:07:22
4. John Korir KEN 2:07:40
5. Albert Korir KEN 2:07:47
6. Isaac Mpofu KEN 2:08:17
7. CJ Albertson USA 2:09:53
8. Yuma Morii JPN 2:09:59
9. Cybrian Kotut KEN 2:10:29
10. Zouhair Talbi MAR 2:10:45
  Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Hellen Obiri KEN 2:22:37
2. Sharon Lokedi KEN 2:22:45
3. Edna Kiplagat KEN 2:23:21
4. Buze Diriba ETH 2:24:04
5. Senbere Teferi ETH 2:24:04
6. Mary Ngugi KEN 2:24:24
7. Workenesh Edesa ETH 2:24:53
8. Fatima Gardadi MAR 2:24:53
9. Tiruye Mesfin ETH 2:24:58
10. Dera Dida ETH 2:25:16
Elitefeld der Männer:
 
Eliud Kipchoge KEN 2:01:09 Berlin 2022
Evans Chebet KEN 2:03:00 Valencia 2020
Gebriel Geay TAN 2:03:00 Valencia 2022
Herpasa Negasa ETH 2:03:40 Dubai 2019
Benson Kipruto KEN 2:04:24 Chicago 2022
Lelisa Desisa ETH 2:04:45 Dubai 2013
Shura Kitata ETH 2:04:49 London 2018
John Korir KEN 2;05;01 Chicago 2022
Nobert Kigen KEN 2:05:13 Amsterdam 2017
Ghirmay Ghebreslassie ERI 2:05:34 Sevilla 2022
Andualem Belay ETH 2:05:45 Lissabon 2022
Mark Korir KEN 2:05:49 Paris 2015
Andamlik ETH 2:06:40 Berlin 2022
Albert Korir KEN 2:08:03 Ottawa 2019
 Elitefeld der Frauen:
Amane Beriso ETH 2:14:58 Valencia 2022
Sheila Chepkirui KEN 2:17:29 Valencia 2022
Joyciline Jepkosgei KEN 2:17:43 London 2021
Lonah Salpeter ISR 2:17:45 Toyko 2020
Angela Tanui KEN 2:17:57 Amsterdam 2021
Fancy Chemutai KEN 2:18:11 Valencia 2022
Gotytom Gebreslase ETH 2:18:11 Eugene 2022
Hiwot Gebremaryam ETH 2:19:12 Tokyo 2022
Edna Kiplagat KEN 2:19:50 London 2012
Mary Ngugi KEN 2:20:22 London 2022
Ababel Yeshaneh ETH 2:20:51 Chicago 2019
Viola Cheptoo KEN 2:22:44 New York City 2021
Hellen Obiri KEN 2:25:49 New York City 2022
Ergebnisse Marathon der Männer 2022:
1. Evans Chebet KEN 2:06:51
2. Lawrence Cherono KEN 2:07:21
3. Benson Kipruto KEN 2:07:27
4. Gabriel Geay TAN 2:07:53
5. Eric Kiptanui KEN 2:08:47
6. Albert Korir KEN 2:08:50
7. Scott Fauble USA 2:08:52
8. Jemal Yimer ETH 2:08:58
9. Elkanah Kibet USA 2:09:07
10. Kinde Atanaw ETH 2:09:16
Ergebnisse Marathon der Frauen 2022:
1. Peres Jepchirchir KEN 2:21:01
2. Ababel Yeshaneh ETH 2:21:05
3. Mary Ngugi KEN 2:21:32
4. Edna Kiplagat KEN 2:21:40
5. Monicah Ngige KEN 2:22:13
6. Viola Cheptoo KEN 2:23:47
7. Joyciline Jepkosgei KEN 2:24:43
8. Degitu Azimeraw ETH 2:25:23
9. Charlotte Purdue GBR 2:25:26
10. Nell Rojas USA 2:25:57