Pressekonferenz zum 35. Berliner Halbmarathon am Sonntag

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Recht zuversichtlich äußerten sich die Eliteathleten beim 35. Vattenfall Berliner Halbmarathon am 29. März 2015 auf den Straßen der Berliner Hauptstadt. Gleich zwei Tempojadgen dürften für das Rennen am Sonntag von besonderem Interesse werden. Zum ersten wollen die beiden schnellsten Athleten des Jahres 2014 über die Halbmarathondistanz, die Kenianer Abraham Cheroben sowie Kenneth Kipkemoi, möglichst unter der Weltklassemarke von 59 Minuten bleiben, zu anderen kann man endliche auch mal wieder etwas Erfreuliches von deutschen Athleten berichten, die in Berlin vor allem durch Arne Gabius und Steffen Uliczka vertreten.

Unsere beiden kenianischen Freunde gaben nur sehr spärliche Informationen zum Besten, machgten aber klar, dass sie ihren Weg in die Weltspitzte konsequent fortführen wollen. Dort sind sie aber spästestens nach ihren ersten Plätzen beim Valencia Halbmarathon im letzten Jahr angekommen, wo sie sehr hochklasige 58:48 und 59:01 erzielten. Kein Läufer unterbot diese Marke in 2014. Kipkemoi ist ein Spezialist für zweite Plätze und es würde nicht überraschen, wenn die Reihefolge im Ziel Cheroben – Kipkemoi lauten würde.

Arne Gabius war erst vor zwei Wochen in New York City beim Halbmarathon unterwegs und belegte dort in 1:02:34 Platz 9. Gabius fühlt sich gut erholt und will eine Zeit zwischen „60:30 und 61:30“ angehen. In der Tat hohe Ambitionen, zumal dann sogar der deutsche Rekord von Carsten Eich (60:34) in Reichweite kommen könnte. Seit dem Frankfurt Marathon im letzten Oktober weiss man allerdings, dass solche Ankündigungen des Hamburgers durchaus Sinn für die Realitäten hat. Nach Berlin ist er am 2. Mai für einen 10000 m in Stanford gemeldet, wo er dann seinen zweiten Marathon laufen wird, ist noch nicht entschieden.

Das sind beim zweiten Deutschen im Bunde schon anders aus. Der ehemalige Hindernisläufer Steffen Uliczka möchte beim Hamburg Marathon sein Debut über die volle Distanz geben, Am Sonntag peilt er eine Zeit von möglichst unter 63 Minuten an.

Bei den Frauen ist das Feld diesmal schwach besetzt. Keine Frau im Feld hatte bisher jemals die 70 Minuten unterboten, „Topstar“ ist die Schwedin Isabellah Andersson mit einer Bestzeit von 70:02 aus dem Jahr 2010 beim Venloop.

Wie auf der Pressekonferenz zu erfahren war, sind 31831 Teilnehmer für den Halbmarathon gemeldet. Nimmt man die Bambinis am Samstag und die Inlineskater dazu, werden ca, 40000 Teilnehmer auf den Beinen sein. Das geht schon langsam in die Dimensionen des Großen Bruders im September.

Ein TV-Übertagung des Rennen wird es nicht geben, die lokale öffentlich-rechtliche Anstalt rbb spart sich lieber das Geld für Liveübertragungen von 3. Liga Begegnungen und lässt den Halbmarathon „laufen“. Für die Akzeptanz des Straßenlaufs in einer breiteren Öffentlichkeit ein Desaster, aber diese Attitüden öffentlich rechtlich alimentierter Unternehmen sind leider nur zu vertraut.

Liste der Eliteathleten:

Abraham Cheroben KEN 58:48 Valencia 2014
Kenneth Kipkemoi KEN 59:01 Valencia 2014
Birhanu Legese ETH Debüt
Fentahun Hunegnaw ETH 1:01:18 Barcelona 2015
Richard Mengich KEN 1:00:11 Breda 2014
Sylas Chebogei KEN 1:00:14 Berlin 2014
David Kogei KEN 1:00:50 Valencia 2013
Kennedy Kaptila KEN 1:01:00 Den Haag 2013
Eliud Mwangi KEN 1:01:09 Lille 2014
Fredrick Ngeny KEN 1:01:37 Berlin 2013