Rom Marathon: Schwieriges Plaster beim Dauerregen in der „ewigen Stadt“

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Die 21. Auflage des Rom Marathons hatten sich die Veranstalter sicherlich anders vorgestellt. Doch der Marathonlauf ist nun einmal ein Freiluftevent und damit von der Wetterbedingungen abhängig. In Rom bedeutete das am Sonntag strömender Regen und damit ungünstige Voraussetzungen für die Läufer vor allem im zweiten Teil, wo es dann vermehrt auf Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen der „Ewigen Stadt“ geht. Am Ende waren in dem IAAF Golden Label Race die Siegerzeiten so schwach wie lange nicht mehr, an Kursrekorde war allerdings bei diesen schlechten Bedinungen auch nicht zu denken.

Aber während die Männer im ersten Teil mutig zur Sache gingen, starteten die Frauen von Anbeginn verhaltener. In beiden Fällen gab es dann sehr moderate Siegerzeiten von Abebe Degefa (ETH) in 2:12:23 und Meseret Tolwak (ETH) 2:30:25.

rom-marathon-sieger-2015Abebe Degefa (ETH) gewinnt den Rom-Marathon 2015.  (c) Veranstalter

Dabei war aber das Rennen der Männer durchaus „denkwürdig“, wenn man sich den Ablauf genauer anschaut. Denn nach überraschend flottem Beginn angesichts des strömenden Regens war eine Sechsergruppe nach 15:05 bei 5 km, 30:11 10 km beim Halbmarathon in 1:04:08 durchaus auf Kurs zu einer sehr guten Zeit.

Nach 25 km in 1:16:02 waren noch drei Läufer vorne, von denen bei 32 km in 1:38:07 nach Ausstieg des Tempomachers Kibor (KEN) nur noch Abebe Degefa und sein Landsmann Birhanu Achame übrig blieben. Degefa hatte 2013 in Beijing 2:08:46 erzielt, Achame lief im letzten Jahr in Rennes 2:10:20. Die Beiden „kämpften“ dann um den Sieg und wirkten dabei wie zwei angeschlagene Boxer, denen der kalte Regen und das mit Wasser übersäte Kopfsteinpflaster zusehends zusetzte.

Einen ersten Eindruck bekam man nach Aussteigen des Tempomachers, der Abschnitt von 30 km nach 35 km wurde in nur 16:43 zurückgelegt. Danach wurde die Pace kurzfristig wieder schneller, um dann in der Schlußphase nach 38 km (1:57:30) wieder stark einzubrechen. 3:25, 3:37 und sogar 3:42 waren die letzten km-Splits des Rennens, die sehr klar belegen, in welcher Verfassung das Führungsduo war. Von einem „taktischen“ Rennen an der Spitze, wie es in einigen Medien zu lesen war, kann nicht die Rede gewesen sein; die wackren Kämpfer waren schlichtweg „breit“.

Am Ende setzte sich Degefa ab und erreichte in schwachen 7:51 für den Schlusspart von der 40 km Marke (2:04:32) nach 2:12:23 das Ziel. Mehr war bei diesen Bedingungen für die mutig angelaufenen Läufer an diesem Tag nicht drin. Mit 1:08:15 für die zweite Hälfte lief man in Rom einen gewaltigen positiven Split. Hinter ihm schleppte sich Birhanu Achame in 2:12:32 ins Ziel vor dem am Ende immer weiter aufkommenden Jamel Chatbi (ITA)  in 2:14:04. Gut schlug sich auch sein Landsmann, der schon 40jährige Haudegen Ruggero Pertile, der nach 2:15:40 das Ziel erreichte.

 Bei den Frauen war das Tempo wesentlich gleichmäßiger. Die Siegerin Meseret Tolwak in 2:30:25 durchlief die Halbmarathonmarke nach 1:15:06. Das war ein perfektes Timing, obwohl die Bedingungen im zweiten Teil eigentlich viel schlechter waren als auf den ersten 25 km. Nach 37 km hatte sich Tolwak von ihrer Landsfrau Alem Kipfle lösen können, die nach 2:31:01 Zweite wurde.

Wie ungünstig die Bedingungen waren, belegt auch die Statistik, dass gerade einmal ACHT (!) Athleten eine Zeit von unter 2:30 Stunden unterboten. Für ein IAAF Gold Label Rennen ist eine solche „Ausbeute“ schon fast blamabel, auch im Regen.

 Ergebnisse Männer:

1. Abebe Negewo Degefa (ETH) 2:12:23

2. Birhanu Addissie Achame (ETH) 2:12:32

3. Jamel Chatbi (ITA) 2:14:04

4. Dadi Feyera Gemeda (ETH) 2:15:05

5. Ruggero Pertile (ITA) 2:15:40

6. Weldon Kiprono Korir (KEN) 2:22:18

7. Nekatibeb Nurelign Tekeste (ETH) 2:25:58

8. Michael Kalomiris (GRE) 2:29:30

9. Giorgio Calcaterra (ITA) 2:34:26

10. Domenico Liberatore (ITA) 2:34:31

Splits der Spitze:

5 km 15:05
10 km 30:11 15:06
15 km 45:20* 15:09
20 km 1:00:45 15:25
HM 1:04:08
25 km 1:16:02 15:17
30 km 1:31:36 15:34
35 km 1:48:16 16:43
40 km 2:04:32 16:13
Ziel 2:12:23  7:52

 

Schlusspart: 38 km 1:57:30 – 39 km 2:00:55 (3:25) – 40 km 2:04:32 (3:37) – 41 km 2:08:14 (3:42)

Ergebnisse Frauen:

1. Meseret Kitata Tolwak (ETH) 2:30:25

2. Alem Fikre Kifle (ETH) 2:31:01

3. Deborah Toniolo (ITA) 2:36:30

4. Annelie Johansson (SWE) 2:40:05

5. Anastasiya Kushnerenko (RUS) 2:40:23

6. Irina Smolnikova (KZK) 2:43:06

7. Jane Fardell (NZL) 2:45:07

8. Maurizia Cunico (ITA) 2:52:39

9. Renate Vranken (NED) 2:55:31

10. Silvia Luna (ITA) 2:57:15