Dong-A Ilbo Gyeongju Marathon am 11. Oktober 2015: Wilson Loyanai (KEN) siegt in 2:07:01

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Wilson Loyanai, KEN, was the champion of the 2015 Dong-A Ilbo Gyeongju Marathon in a time of 2:07:01. Joel Kemboi, KEN, finished second in a new personal best time of 2:08:11. Ayele Abshero, ETH, placed third in 2:08:53. In the women’s race, athletes from Korea swept the top three places. Lee Sook-Jung, KOR, was the winner in 2:39:21. Park Myong-Ah, KOR, was second in 2:42:39 and Kim Su-Jin, KOR, placed third in 2:43:23.

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GRAND10 Berlin am 11. Oktober 2015: Arne Gabius in sehr guter Form für Frankfurt

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Mit einer Jahresweltbestzeit von 30:41 Minuten hat Gladys Chesire die ASICS Grand 10 Berlin gewonnen. Beim schnellsten deutschen 10-km-Rennen sorgte die Kenianerin für das Highlight des Tages und etablierte sich in der Liste der schnellsten 10-km-Läuferinnen aller Zeiten auf Rang neun. Auf den Plätzen zwei und drei liefen Alice Nawonuna (Kenia) mit 31:02 und Sutume Asefa Kebede (Äthiopien) mit 31:11 ebenfalls Weltklassezeiten. Das Rennen der Männer gewann der erst 19-jährige Joshua Cheptegei, der mit hochklassigen 27:50 einen Landesrekord für Uganda aufstellte. Ihm folgten Philemon Cheboi (Kenia) und Abayneh Degu Tsehay (Äthiopien), die zeitgleich in 28:05 die Ränge zwei und drei belegten. Nur zwei Sekunden dahinter lief Arne Gabius (LTH Hamburg Marathon) als Vierter mit 28:07 eine persönliche Bestzeit.

Bei insgesamt guten, jedoch windigen Wetterbedingungen verzeichnete Veranstalter BERLIN LÄUFT mit 7.844 Anmeldungen einen Teilnehmerrekord, wobei am Ende 5802 Teilnehmer im Ziel registriert wurden (Frauenanteil: 41 %). „Wir haben unsere Position als Deutschlands schnellster 10-km-Lauf einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Zudem freuen wir uns über einen deutlichen Teilnehmerzuwachs“, sagte Gerhard Janetzky, der Race-Direktor von BERLIN LÄUFT.

Wiederum sorgte bei der ASICS Grand 10 Berlin die Siegerin und nicht der schnellste Mann für das hochklassigste Resultat. Von Beginn an drückte die 21-jährige Gladys Chesire, die in diesem Sommer bei den Afrikaspielen die Silbermedaille über 10.000 m gewonnen hatte, auf das Tempo. Die kleine Kenianerin lief in einer Männergruppe und war deswegen recht gut vom Wind geschützt. Auf den ersten Kilometern hielt Satume Asefa Kebede noch mit, doch dann musste sie Chesire ziehen lassen. Am Ende kam die Kenianerin noch sehr dicht an den Streckenrekord ihrer Landsfrau Joyce Chepkirui heran, die vor zwei Jahre mit 30:37 gewonnen hatte. Die Jahresweltbestzeit, die Peris Chepchirchir (Kenia) mit 30:55 in Prag aufgestellt hatte, unterbot sie deutlich.

„Ich freue mich sehr über diese Zeit. Ohne den Wind wäre ich wohl noch etwas schneller gelaufen“, sagte Gladys Chesire, die sich nunmehr auf den Neu Delhi-Halbmarathon Ende November vorbereitet und sich dort für die Halbmarathon-WM im Frühjahr 2016 qualifizieren möchte.

Schnellste deutsche Läuferin wurde Sarah Kistner (MTV Kronberg) mit einer Steigerung auf 33:38 als Neunte. Kurzfristig hatte sich die dreifache Berlin- und Boston-Marathon-Siegerin Uta Pippig zu einem Start in ihrer Heimatstadt entschlossen. Die in Boulder (USA) lebende Läuferin, die vor kurzem ihren 50. Geburtstag feierte, belegte Rang 70 in 42:52 Minuten.

Im Rennen der Männer setzte sich Joshua Cheptegei kurz nach Kilometer 7 von seinen Konkurrenten entscheidend ab. Der 19-jährige amtierende Junioren-Weltmeister über 10.000 m verbesserte auf der schnellen Berliner Strecke seine Bestzeit um über eine halbe Minute und brach mit 27:50 den ugandischen Rekord von Moses Kipsiro um zwei Sekunden. Starker Gegenwind, der besonders auf der ersten Streckenhälfte die Topläufer behinderte, verhinderte noch schnellere Zeiten.

grand10-2015-winner-wGladys Chesire lief bei den ASICS GRAND10 in Berlin mit 30:41 eine neue Weltjahres-Bestleistung für 10 km auf der Straße.  (c) T. Wenning/Berlin läuft!

„Die ersten Kilometer waren zu langsam, wobei auch der Wind störte. Dafür war die zweite Hälfte richtig schnell“, sagte Arne Gabius, der bis zur Passage durch den Berliner Zoo auf dem sechsten Kilometer noch in der Spitzengruppe mitlief. Danach konnte er das Tempo von Joshua Cheptegei zwar nicht ganz halten, doch mit 28:07 rannte der 34-Jährige exakt eine Sekunde schneller als vor einem Jahr bei den ASICS Grand 10 Berlin. Ohne Wind und mit einer etwas flotteren ersten Rennhälfte wäre sicherlich eine Zeit unter 28 Minuten möglich gewesen. „Der Frankfurt-Marathon kann kommen, ich bin bereit“, sagte Arne Gabius, der in zwei Wochen am Main den deutschen Marathonrekord von 2:08:47 Stunden angreifen will.

Text: Presseinformation von Berlin läuft!

  Ergebnisse der Männer:

1. » Cheptegei, Joshua (UGA) 00:14:21 00:27:50
2. » Cheboi, Philemon Kipchilis (KEN) 00:14:21 00:28:05
3. » Tsehay, Abayneh Degu (ETH) 00:14:22 00:28:05
4. » Gabius, Arne (GER) 00:14:22 00:28:07
5. » Langat, John (KEN) 00:14:22 00:28:08
6. » Koech, Paul (KEN) 00:14:36 00:28:25
7. » Hidru, Afewerki Berhane (ERI) 00:14:36 00:28:32
8. » Wander, Julien (SUI) 00:14:37 00:28:49
9. » Mohamed, Mohamed Ali (SOM) 00:15:24 00:29:49
10. » Weldu, Habtom (ERI) 00:15:05 00:29:51
11. » Arbogast, Jannik (GER) 00:15:21 00:29:52
12. » Strassner, Andreas (GER) 00:15:21 00:29:52

B.A.A. Half Marathon am 11. Oktober 2015: Daniel Salel (KEN) siegt in 1:00:56

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Beim B.A.A. Halbmarathon in Boston (USA) hat am Sonntag gewann der Kenianer Daniel Salel in 1:00:56 Stunden vor seinem Landsleuten Stephen Sambu (1:01:18 h) und Eliud Ngetich (1:02:40 h) durch. Bei den Frauen siegte die Vize-Weltmeisterin im Halbmarathon Mary Wacera (KEN) in 1:10:21 mit einer Sekunde Vorsprung auf Cynthia Limo (KEN). Bei wunderschönem Wetter und Temperaturen um 10°C gingen fast 6500 Teilnehmer an den Start.

Vom Start weg setzten sich Salel und Sambu ab und hatten damit im Vorfeld einen Angriff auf den Streckenrekord von 1:00:34 im Visier, den Lelisa Desisa (ETH) im Jahr 2013 angleicher Stelle aufstellte. Die Durchgangszeit der Beiden bei 10 km von 28:26 deutete noch auf eine Zeit im Ziel von sogar unter einer Stunde hin. Im zweiten Teil konnte das Tempo aber nicht ganz gehalten werden, wobei sich Salel kurz nach 11 km von Sambu lösen konnte und einen Vorsprung von über 20 Sekunden herauslief. Mit 1:00:56 blieb der Sieger allerdings deutlich über der Bestmarke von Desisa.

Bei den Frauen passierte eine Gruppe von vier Läuferinnen die 5 km nach 16:38 und 10 km in 33:31. Auf den letzten Meilen konnten sich Wacera und Limo absetzen, wobei Wacere den Zielsprint für sich entscheiden konnte.

boston-hm-2015-startVom Start weg setzte sich beim Boston Halbmarathon Daniel Salel (KEN) an die Spitze.  (c) Veranstalter

 

Ergebnisse der Männer:

1. Daniel Salel KEN 1:00:56
2. Stephen Sambu KEN 1:01:18
3. Eliud Ngetich KEN 1:02:40
4. Eric Ashe USA 1:05:48
5. Raji Assefa ETH 1:05:53
6. Brian C. Harvey USA 1:06:08

Ergebnisse der Frauen:

1. Mary Wacera KEN 1:10:21
2. Cynthia Limo KEN 1:10:22
3. Belaynesh O. Oljira ETH 1:10:41
4. Caroline Rotich KEN 1:10:45
5. Beverly Ramos USA 1:13:51
6. Hellen Jepkurgat KEN 1:14:01

38. Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober 2015: Quo vadis, Chicago?

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Dickson Chumba (KEN) und Florence Kiplagat (KEN) lauten die Sieger beim Bank of America Chicago Marathon 2015. Ein Blick auf die Siegerzeiten, vor allem bei den Männern, deutet schon an, dass in diesem Jahr einiges anders “lief” als in den letzten Jahren: Chumba benötigte für den Kurs mit Start und Ziel im Grant Park 2:09:25, Kiplagat war 2:23:33 unterwegs. Damit lagen die Zeiten bei den Männern im Vergleich zu den Vorjahren in Dimensionen, die für die Ansprüche einer der schnellsten Marathonläufe im globalen Vergleich (Streckenrekord: Dennis Kimetto 2:03:45, 2013) als eher enttäuschend zu bezeichnen sind. Und auch bei der Halbmarathon-Weltrekordlerin Florence Kiplagat hatte man nach ihren Ankündigungen im Vorfeld sicher eine deutlich schnellere Zeit erwartet; der Streckenrekord bei den Frauen ist immer noch Paula Radcliffes damaliger Weltrekord von 2:17:18 aus dem Jahr 2002. Aber die Zeit schien Kiplagat weniger zu interessieren, mit ungewöhnlichen Jubelposen feierte sie ihren Sieg. Die Chancen, dass man nach den nachträglichen Disqualifikationen der letzten Jahre wegen Dopingvergehen einmal wieder die (wirkliche) Siegerin nach dem Zieleinlauf geehrt hat, erscheinen diesmal realistisch.

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 Vor dem Start zum 38. Chicago Marathon.  (c) H. Winter

Vom Leistungsniveau her wird man die 38. Ausgabe dieser Traditionsveranstaltung kaum in Erinnerung behalten, da schon eher wegen der Begleitumstände. Denn gut einem Monat vor dem Startschuss kam aus Chicago die überraschende Kunde, dass man nach den Tempojagden früherer Jahre unvermittelt auf Tempomacher, despektierlich auch als „Hasen“ bezeichnet, verzichten wird. Und was man im Vorfeld befürchten musste, trat dann in voller Konsequenz bei den Männern auch ein: Chicago erlebte einen leistungssportlichen „GAU“.

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Nachdem man sich in den letzten vier Jahren wieder in die Weltelite der Marathonszene gearbeitet hatte – mit einem Mittel der letzten vier Siegerzeiten von 2:04:11 und einem Zehnermittel von 2:04:40 auf Platz 2 hinter Berlin (2:03:49) und vor Dubai (2:04:46) sowie Rotterdam (2:04:52) und London (2:04:56) – war man in diesem Jahr etwa 5 Minuten länger unterwegs. Diese Leistung reiht sich auf Platz 96 der besten Zeiten seit Bestehen des Chicago Marathon ein, im weltweiten Ranking des Jahres 2015 wird man die Top100 deutlich verfehlen. Und abgesehen von den 2:11:11 beim Hitzerennen im Jahr 2007, wo man das Rennen für viele Freizeitläufer auf die halbe Distanz verkürzte, muss man in Chicago bis in das Jahr 1995 zurückblicken, um eine langsamere Zeit des Siegers zu finden. Wenn dann noch bei ähnlich guten Bedingungen am gleichen Morgen ein „Nobody“ der Szene, wie das niederländische Eindhoven, einer Siegerzeit von 2:05:52 und drei Zeiten bis 2:06 vermelden kann, scheinen die Dinge auf den Kopf gestellt. Dass in Chicago am Ende der Streckenrekordler von Eindhoven (2:05:45) gewann, ist dann schon fast eine Ironie des Schicksals.

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Über Rennen mit (oder ohne) Tempomacher kann man diverser Ansicht sein, Argumente gibt es sicher für beide Fälle. Die Behauptung, dass ohne derartige Unterstützung der Wettkampf (wieder) in den Vordergrund tritt, ist aber nur bedingt zu stützen, wie auch die Rennen in Chicago nachhaltig demonstrierten. Dabei konnte die Renngestaltung bei Männern so wie Frauen unterschiedlicher kaum sein. Auch „numerisch“ schlug sich dies mit der Zeit beim Halbmarathon sehr deutlich nieder. chicago-mar-2015-chumba-40kmBei den Frauen hatte die große Favoritin und Halbmarathon-Weltrekordlerin Florence Kiplagat (KEN) vor der Abreise in einem Interview angekündigt, in Chicago „sehr schnell“ laufen zu wollen, nachdem ihre letzten Auftritte über die volle Marathondistanz in Chicago 2014 und London 2015 eher bescheiden waren. Als Orientierung stand der Streckenrekord von Paula Radcliffe von 2:17:18 zur Debatte, der für eine Athletin mit ihren Leistungen auf den Unterdistanzen in Grenzen realistisch erschien. Somit war es schon überraschend, dass Kiplagat die Tempogestaltung vollständig der Japanerin Kayoko Fukushi überließ, die mit dem Ziel einer schnellen Zeit für die Olympiaqualifikation hoch motiviert ins Rennen gegangen war und sichtbar alles dafür gab.

chicago-mar-2015-fukushi-etcFast einem Uhrwerk gleich lief man die km-Abschnitte um 3:20 Minuten und lag nach 5 km in 16:35 und 10 km in 33:05 auf Kurs zu einer Zeit von 2:19:30, also etwa einer Zeit, die Gladys Cherono in Berlin als Weltjahresbeste erzielte. Bis etwa 15 km in 49:40 konnte eine Gruppe von sieben Frauen dieses Tempo halten, dann rutschen die Splits nach oben und bei der Hälfte in 1:10:28 lag man immer noch sehr gut im Rennen. Doch an Stelle einer Tempoverschärfung durch Kiplagat, zeigte diese kaum Ambitionen die gute Führungsarbeit von Fukushi zu nutzen. Die 5 km Abschnitte rutschten jetzt von 16:30 auf etwa 17:20 und wertvolle Zeit ging verloren. Als man die Matten bei 35 km in Chinatown nach 1:58:44 erreichte, lag man nur noch auf Kurs von 2:23 Stunden. Mit einem schnellen km in 3:19 konnte sich Kiplagat nach 38 km auch von der letzten Mitstreiterin absetzen und das Rennen nach 2:23:33 gewinnen.

chicago-mar-2015-kiplagt-41kmNur 10 Sekunden später belegte Yebrgual Melese (ETH) Platz 2 und Birhane Dibaba (ETH) verteidigte in einem tollen Finale in 2:24:24 mit Sekundenvorsprung den letzten Platz auf dem Podium gegen eine tapfer kämpfende Fukushi, die für ihre „Tempomacher-Dienste“ nicht belohnt wurde. Ob 2:24:25 ihr schon das Ticket zu Olympia im japanischen Team sichern wird, bleibt eher fraglich. Fazit für die kleinere Japanerin: Mit designierten Pacemakern hätte sie ihre Ressourcen im ersten Teil etwas schonen und sicher eine noch bessere Leistung abliefern können. Im Vergleich zu ihren Konkurrentinnen wäre das sogar fairer gewesen. So haben andere (Läuferinnen) von ihrem tollen Einsatz profitiert. Thematisiert hat diesen Ablauf nach dem Rennen niemand.

Das Rennen der Männer war das Gegenteil zu dem der Frauen. Schon auf den ersten Kilometern in 3:08, 3:07 und 3:11 war zu ahnen, was sich im weiteren Verlauf anbahnte. Keiner wollte die Verantwortung für das Tempo übernehmen und in breiter Front lief man durch die Innenstadt. Wenn der Race Director vor Ort, Carey Pinkowski, mit „Competion“ und (Renn-)Taktik gemeint hat, dass nun auch weniger ausgewiesene Athleten bei einem solchen Tempo in der Spitze mitliefen, ist das sicher fraglich. Denn nach etlichen km und einer Tempoerhöhung fielen diese Kandidaten auch bei dieser Tempogestaltung zurück. Spätestens nach 5 km in 15:31 wurde klar, was diesmal in Chicago drohte, man war auf Kurs zu 2:11 Stunden.

Und wenn es auch Leute gab, die von einer solchen Renngestaltung fasziniert schienen, ging das an dem Potential des Elitefelds schlichtweg vorbei. Wenn der Vorjahreszweite Sammy Kitwara (KEN) nach dem Rennen sagte, dass die erste Hälfte in diesem Jahr weniger anstrengend war als ein Trainingslauf in der Heimat, dann führte dies die „Competition“ eigentlich ad absurdum. Dabei wäre er bereit gewesen, wie in den Vorjahren, wo er Vierter, Dritter und Zweiter wurde, ein hohes Tempo mitzugehen. Angeblich soll Kitwara auch erst bei der Ankunft in Chicago von dem Verzicht auf Pacemaker erfahren haben. Dazu Pinkowski: „Stimmt nicht. Lost in translation …“.

Wie erratisch sich das Rennen in der Anfangsphase entwickelte, zeigte auch der Vorstoß von Elkanah Kibet, der 2006 in die USA kam und bei der US Army beschäftigt ist. Kibet machte in Chicago sein Debüt und hatte 2015 10 km Rennen in den USA in 29:53 und 30:11 absolviert. Mit 2:55 für den Abschnitt von 8 nach 9 km, also im Bereich seiner Möglichkeiten auf der Unterdistanz, setzte er sich schnell von der großen Spitzengruppe ab und baute seinen Vorsprung auf 15 Sekunden aus. Da dies die für den langsamen Start dringend benötigte Tempoverschärfung war, war es schon erstaunlich, dass keiner der Topläufer mit Kibet mitging und ihn als „Hasen“ nutzte.

Durch die Tempoverschärfung legte Kibet die zweiten 5 km in 15:01 zurück und erreichte mit großem Vorsprung die 10 km Marke nach 30:32. Er war damit auf Kurs zu einer Zeit von 2:08:50, eine schnellere Projektion für die Zeit im Ziel sollten die Läufer im gesamten Rennen nicht mehr erreichen. Noch vor den 15 km war Kibets Einlage aber schon beendet, die Verfolger hatten mit konstanten 15:15 auf den beiden letzten 5 km Abschnitten den Anschluss hergestellt. Am Ende wurde Kibet Siebter in 2:11:31, nachdem er noch bis 30 km in der Spitzengruppe lief.

Zum Halbmarathon in 1:05:11 rutschten die km Abschnitte der Spitze auf bis zu 3:10 ab, man lag nur noch auf Kurs zu einer Zeit von über 2:10, in den letzten Jahren war man an dieser Stelle stets gut 3 Minuten schneller. Doch das war noch nicht das Ende der Tempoverschleppung. Die nächsten beiden 5 km Abschnitte wurde in für Chicago bescheidenen 15:39 und sogar 15:50 zurückgelegt, mit km Abschnitten bis zu 3:17; mit „Competition“ hatte das nur wenig zu tun. Bei 30 km nach 1:33:14 lag die Spitze auf Kurs von über 2:11 Stunden. Und dies bei – bis auf einen zeitweilig auffrischenden Wind – ausgezeichneten Bedingungen mit Temperaturen um 12°C (im Schatten).

In der zehnköpfigen Spitzengruppe waren noch alle Favoriten beieinander, dazu ein Gesicht, das in der Szene weniger bekannt war. Um einen ganzen Kopf überragte der lange US-Amerikaner Luke Puskedra den Rest der Mitstreiter, dem die moderate Renngestaltung sehr entgegenkam und ihm das Laufen in der Spitzengruppe möglich machte. Dabei war Puskedra für Insider kein unbeschriebenes Blatt. Als 21jähriger Student in Oregon lief er den Halbmarathon in großartigen 61:36, was ihm einen Platz im Oregon Project von Nike einbrachte. Sein Marathondebüt in New York ging in 2:28:54 gründlich daneben, aus dem Oregon Project von Salazar flog er heraus, so dass Chicago für ihn eine späten Durchbruch bedeutete. Erst drei Wochen zuvor hatte er sich entschlossen hier zu starten. Er war einer der Profiteure der Tempomacher losen Veranstaltung, im Ziel wurde er sogar Fünfter in 2:10:24 und lief dabei fast zwei exakt gleich schnelle Hälften. Im Februar bei den US-Marathon-Trials kann er sich nun berechtigte Hoffnungen auf Olympia 2016 in Rio machen.

Dass nach 30 km das Rennen auf diesem Niveau nicht weiter „laufen“ würde, war angesichts der Vorleistungen der Kontrahenten zu erwarten: Vorjahreszweiter Sammy Kitwara (KEN, 2:04:28), Vorjahresdritter und Tokyo-Sieger 2014 Dickson Chumba (KEN, 2:04:32), Rotterdam Sieger 2015 Abera Kuma (ETH, 2:05:56), Wesley Korir (KEN, 2:06:13) oder Sammy Ndungu (KEN, 2:07:04). Mit einer Tempoverschärfung nach 31 km mit einem km Abschnitt in 2:47 gab es eine Vorentscheidung, bei der sich Chumba, Kitwara und Kuma absetzen konnten. 35 km in Chinatown wurden in 1:47:52 erreicht, die letzten 5 km in 14:38 und auch die kommenden 5 km wurden in 14:50 sehr schnell zurückgelegt. Hier hatte sich Chumba von Kitwara absetzen können, Kuma war schon vorher abgefallen und brach gewaltig ein. In 2:13:44 wurde er nur Neunter.

Die letzten 10 km hatte Chumba in 29:28 zurückgelegt, das ist das Tempo für einen Marathon in 2:04 Stunden. Das hätte man sich gerne als Zeit im Ziel gewünscht, doch das hatte man auf den ersten 30 km schlichtweg verbummelt. Diesbezüglich kann man sich wieder fragen, ob eine „Bummelei“ auf den ersten ¾ der Strecke mehr bringt als ein rigides Temporennen, das dann gleichfalls ab 30 km mit schnellen Zeiten im Ziel für die „Überlebenden“ (s. Berlin) zum Erfolg führt. Die „Competition“ in der Schlussphase ist mit oder ohne Tempomacher vorhanden, nur dass der sportliche Wert einer schnellen Zeit unzweifelhaft höher liegt. Durch die Renngestaltung brachten sich auf jeden Fall alle Eliteläufer um eine Empfehlung für eine Olympiaqualifikation. Und falls sie noch Ambitionen für Rio hegen, müssen sie noch einmal ran, vermutlich dann aber MIT Tempomachern.

Auf dem Schlusspart ließ sich Chumba die Führung nicht mehr nehmen und erreichte das Ziel im wunderschönen Grant-Park nach 2:09:25, eine kaum Begeisterung auslösende Zeit. Das Preisgeld von 100.000 US$ bekam er natürlich trotzdem. Sammy Kitwara konnte seine Serie in Chicago leider nicht komplettieren, nach Platz 4, 3 und 2 folgte diesmal wieder Platz 2 in 2:09:50. Platz 3 ging an Sammy Ndungu in 2:10:06, der zwischendurch bei einem Toilettenaufenthalt ca. 30 Sekunden verlor und diese in einem kraftraubenden Zwischenspurt wieder kompensierte. Ganze zwei Athleten unter 2:10, das ist für Chicagoer Standards schon bitter. Da gab es hier schon andere Zeiten, unerreicht die Breite im Jahr 2012 (mit Tempomachern!), wo man für Platz 10 2:08:39 laufen musste. Shami Dawit (ETH) hätte damit 2015 gewonnen.

Nach dem Lauf musste sich bei vielen Beteiligten die Enttäuschung erst einmal setzen, auch beim Race Director Carey Pinkowski. Euphemistisch wurde die „Competition“ und was immer beschworen, aber eigentlich konnten die Ergebnisse und der Ablauf der Rennen, insb. bei den Männern, kaum zufriedenstellen. Somit wird man mit Interesse verfolgen, wie sich die Dinge in Chicago weiter entwickeln. Eigentlich konnte man sich nach dem Lauf am letzten Sonntag keine bessere Werbung für einen Lauf MIT Tempomachern (so die denn funktionieren) vorstellen.

Auf eine weitere Diskussion zu den Hintergründen soll hier verzichtet werden, das geht in den Bereich der Spekulation und interner Entwicklungen. Aber wenn Pinkowski auf Grund der versteckten Klagen für die fehlenden Unterstützung im ersten Teil des Rennens empfiehlt, dass die Läufer dann doch bitte an Orten starten sollen, wo Tempomacher eingesetzt werden, ist das schon mehr als bedenklich. (Pinkowski: I thought it was great theater. If they (Dickson Chumba and Sammy Kitwara) didn’t like it, they can go to Berlin (which is paced) next year.). Dazu kann man dann nur anmerken, die werden das vermutlich tun. Und nicht nur diese! Man kann den Verantwortlichen in Chicago nur dringend empfehlen, ihr Konzept noch einmal hinsichtlich dieser Thematik zu überdenken.

Ansonsten war der Marathon für die überwiegende Masse der Teilnehmer ein großartig organisiertes Event, bei dem 20156 Männer und 17199 Frauen im Ziel registriert wurden. Mit 37355 Finishern lag man allerdings deutlich hinter dem Rekord aus dem Vorjahr mit 40659 zurück. Bei einem Frauenanteil von 46 % sind somit in Chicago seit dem Beginn im Jahr 1977 insgesamt 701.604 Teilnehmer über den Zielstrich gelaufen. Das öffentliche Interesse am Lauf ist nach wie hoch, obwohl man im Vergleich zu den Vorjahren abnehmende Tendenzen registrieren muss. Die benannten 1,6 Millionen Zuschauer werden in einer realistischen Schätzung auch nicht in Ansätzen erreicht.

Der Lauf wurde von NBC5 live im TV übertragen, wobei die Vielzahl von Werbeunterbrechungen mehr als störend ist. Dafür sind mit Tim Hutchings, Ed Eystone und auf dem Motorrad Dathan Ritzenhein Kommentaren von internationaler Klasse und Expertise vor Ort. Noch besser macht es allerdings das Radio AM670 The Score. Was Josh List und seine Crew jedes Jahr auf die Beine stellen, ist schlichtweg immer wieder großartig. Die brauchen allerdings auch keine Tempomacher!

Ergebnisse der Männer:

1. Chumba, Dickson (KEN) 02:09:25
2. Kitwara, Sammy (KEN) 02:09:50
3. Ndungu, Sammy (KEN) 02:10:06
4. Gebru, Girmay Birhanu (ETH) 02:10:07
5. Puskedra, Luke (USA) 02:10:24
6. Korir, Wesley (KEN) 02:10:39
7. Kibet, Elkanah (USA) 02:11:31
8. Rotich, Lucas (KEN) 02:13:39
9. Kuma, Abera (ETH) 02:13:44
10. Cabada, Fernando (USA) 02:15:36
11. Adams, Liam (AUS) 02:16:29
12. Richards, Malcolm (USA) 02:16:41
13. Wietecha, Scott (USA) 02:17:02
14. Watson, Rob (CAN) 02:17:21
15. Migliozzi, Tony (USA) 02:17:44
16. Lemon, Chris (USA) 02:18:06
17. Ripley, Zach (USA) 02:18:26
18. Macpherson, Scott (USA) 02:18:34
19. Shaw, Ethan (USA) 02:19:33
20. Geoghegan, Patrick (USA) 02:19:38

Inoffizielle Zwischenzeiten der Männer:

5 km 15:31     3:08, 3:07, 3:11,2:59, 3:06
10 km 30:32  15:01    3:02, 3:01, 3:03, 2:55, 3:00
15 km 46:00  15:28    3:03, 3:05, 3:04, 3:08, 3:08
20 km 1:01:45  15:45    3:10, 3:08, 3:05, 3:10, 3:12
HM 1:05:12
25 km 1:17:24   15:39    3:04, 3:12, 3:17, 3:00, 3:06
30 km 1:33:14  15:50    3:08, 3:09, 3:15, 3:03, 3:15
35 km 1:47:52  14:38    2:58, 2:47, 2:54, 2:59, 3:00
40 km 2:02:41  14:50    2:57, 2:57, 3:03, 2:51, 3:02
Ziel 2:09:25  6:43    3:02, 3:04

Ergebnisse der Frauen:

1. Kiplagat, Florence (KEN) 02:23:33
2. Melese, Yebrgual (ETH) 02:23:43
3. Dibaba, Birhane (ETH) 02:24:24
4. Fukushi, Kayoko (JPN) 02:24:25
5. Seboka, Mulu (ETH) 02:24:40
6. Assefa, Meskerem (ETH) 02:25:11
7. Kastor, Deena (USA) 02:27:47
8. Nukuri, Diane (BDI) 02:29:13
9. Draskau Petersson, Jessica (DEN) 02:30:07
10. Hall, Sara (USA) 02:31:14
11. Partridge, Susan (GBR) 02:31:31
12. Crouch, Sarah (USA) 02:32:51
13. Britton, Fionnuala (IRL) 02:33:15
14. Juodeskaite, Monika (LTU) 02:34:29
15. Arenas, Maritza (MEX) 02:38:21
16. Moody, Tera (USA) 02:39:32
17. Hyland, Rachel (USA) 02:41:26
18. Harnish, Laura (USA) 02:42:09
19. Moeller, Erin (USA) 02:42:27
20. Kersjes, Lauren (USA) 02:44:28

Inoffizielle Zwischenzeiten der Frauen:

5 km 16:35
10 km 33:05  16:30    3:18, 3:20, 3:17, 3:16, 3:19
15 km 49:40  16:35    3:17, 3:18, 3:19, 3:18, 3:23
20 km 1:06:40  17:00    3:24, 3:20, 3:23, 3:26, 3:27
HM 1:10:28
25 km 1:24:00  17:20    3:21, 3:30, 3:36, 3:23, 3:30
30 km 1:41:19  17:19    3:28, 3:24, 3:25, 3:30, 3:32
35 km 1:58:44  17:25    3:29, 3:22, 3:31, 3:31, 3:32
40 km 2:15:58  17:14    3:35, 3:31, 3:25, 3:19, 3:24
Ziel 2:23:33  7:35    3:25, 3:29

Eindhoven Marathon am 11. Oktober 2015: Eine Flut von Klassezeiten

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Mit einer Flut von Klasezeiten wartete heute der DLL Marathon im niederländischen Eindhoven auf, den der 30jährige Kenianer Stephen Chebogut in sehr guten 2:05:52 gewann. Er verpasste damit den angepeilten Streckenrekord von 2:05:46 (Dickson Chumba, 2012) recht knapp, steigerte aber seine Bestleistung vom Hamburg Marathon im April von 2:08:01 sehr deutlich. Chebogut gehört zur Trainigsgruppe von Eliud Kipchoge, die von Patrick Sang traniert wird.

Dass mit an diesem Tag – im Gegensatz zum Chicago Marathon – auf höchstem Niveau agieren wollte, zeigte sich schon nach 5 km, die man in sehr schnellen 14:36 zurücklegte. Auch die weiteren Splits waren hochklassig: 10 km in 29:30, 15 km in 44:17 und 20 km in 59:06. Bei der Hälfte zeigten die Uhren 1:02:24 und es lag sogar eine Zeit von unter 2:05 Stunden im Rahmen der Möglichkeiten. Danach wurde des Tempo etwas langsamer, 25 km nach 1:14:03 und 30 km nach 1:28:52. Danach lagen die km-Splits zwar knapp über 3:00 pro km, aber der Streckenrekord war noch wie vor in Sicht. Auch nach 35 km in 1:43:56 sah es noch gut aus, dann ging das Tempo zurück und nach 40 km in 1:59:16 reichten dann die Kräfte nicht mehr ganz zum Unterbieten des Streckenrekords. Chebogut überquerte die Ziellinie nach 2:05:52.

eindhoven-mar-2015-winnerStephen Chebogut (KEN) gewann in Eindhoven nach 2:05:52.  (c) Veranstalter

Auch die Zeiten der Nächstplatzierten, die bis 40 km in der Spitzengruppe liefen, waren sehr beachtlich, denn auch der Zweitplatzierte blieb in Eindhoven noch unter 2:06 Stunden. Mitfavorit Deribe Robi (ETH) lief 2:05:58. Dritter wurde Mark Kiptoo in 2:06:00.


Ergebnis der Männer:

1. Stephen Chebogut Kenia 2:05:52
2. Deriba Robi Äthiopien 2:05:58
3. Mark Kiptoo Kenia 2:06:00
4. Abayneh Woldegiorgis Äthiopien 2:07:16
5. Edwin Kibet Kenia 2:08:17
6. Stephen Chemlany Kenia 2:09:04
7. Vincent Chepkok Kenia 2:11:59
8. Gilbert Yegon Kenia 2:14:28
9. Samuel Kalalei Kenia 2:14:31
10. Abdelhadi El Hachimi Belgien 2:15:13

38. Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober 2015: Sorgt Florence Kiplagat für das Highlight?

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Nachdem der Chicago Marathon in den letzten vier Jahren mit Topleistungen bei den Männern aufwartete – das Mittel der Siegerzeiten lag bei 2:04:11 und dreimal wurde der Streckenrekord auf hochklassige 2:03:45 (Dennis Kimetto, 2013) verbessert -, könnten diesmal die Frauen für die leistungssportlichen Schlagzeilen sorgen. Dies ist schon insofern anmerkenswert, als nach Dopingbefunden die Siegerinnen der letzten Jahre ihre Titel (und damit auch ihre Preisgelder) verloren

Was immer die wahren Gründe für Cheforganisator Carey Pinkowski waren, beim Chicago Marathon werden in diesem Jahr (offizielle) Tempomacher fehlen. Damit sind die Chancen auf eine Fortsetzung der schnellen Rennen der Vorjahre erheblich gesunken. Aber auch mit sog. „Hasen“ würde das Elitefeld bei der diesjährigen Auflage nicht unbedingt Topzeiten erwarten lassen. Besonders in diesem Jahr muss man in Chicago schmerzlich erfahren, dass der Markt an absoluten Spitzenkönnern im Regime von Zeiten unter 2:05 Stunden recht limitiert ist und der globale Kampf zwischen den diversen Veranstaltern um die besten Kräfte immer härter wird.

Dazu kamen zwei Absagen, die das Feld der Spitzenläufer mit Bestzeiten von unter 2:05 Stunden in Chicago von vier auf zwei Läufer reduzierten. So werden neben dem Sieger von 2012, Tsegaye Kebede (ETH), wegen Verletzung auch der Sieger des diesjährigen Tokyo Marathon, Endeshaw Negesse (ETH), fehlen, für den das Visum zu spät beantragt wurde. Somit ist nun der Vorjahreszweite Sammy Kitwara (KEN), der im letzten Jahr 2:04:28 lief, eine Zeit, die er übrigens im Vorfeld exakt vorhersagte, der schnellste im Feld. Kitwara hat in seinen bisherigen Teilnahmen in Chicago die Plätze 4, 3 und 2 belegt und sollte auch nach dem Gesetz der Serie ein erster Anwärter auf den Sieg sein. Dabei war das Jahr 2015 für ihn nicht sonderlich erfolgreich, beim London Marathon im April konnte er sich mit für ihn schwachen 2:07:43 nicht vorne platzieren.

Nur unwesentlich langsamer war bisher Dickson Chumba (KEN), der im letzten Jahr in 2:04:32 Dritter wurde. Nach seinem Sieg beim Tokyo Marathon 2014 in 2:05:42 wurde er im Februar an gleicher Stelle in 2:06:34 Dritter. Weitere Läufer mit Chancen auf vordere Platzierungen sind Girmay Birhanu Gebru (ETH), der mit einer Bestzeit von 2:05:49 (Dubai 2014) erst kurzfristig verpflichtet werden konnte, und Abera Kuma (ETH), der im letzten Jahr Dritter in 2:05:56 beim Berlin Marathon wurde und dieses Jahr den Rotterdam Marathon in 2:06:47 gewann.

Schon seit vielen Jahren ist Wesley Korir (KEN) in Chicago am Start, der sich neben dem Laufen einen Namen durch soziale Projekte in seinem Land sowie seine Zugehörigkeit zum kenianischen Parlament gemacht hat. Er lief seine Bestzeit von 2:06:13 als Fünfter in Chicago im Jahr 2012. Sein größter Erfolg war sicherlich der Gewinn des Boston Marathon im gleichen Jahr, wo er in diesem Jahr in 2:10:49 Fünfter wurde. Als weiterer Läufer mit einer Zeit unter 2:07 Stunden ist Felix Kiprotich (KEN) dabei, der mit einer Bestzeit von 2:06:59 erst spät in das Elitefeld aufgenommen wurde. Komplettiert wird das Elitefeld durch Sammy Ndungu, der in Japan lebt und bei seinem Sieg 2012 beim Lake Biwa Marathon im japanischen Otsu 2:07:26 lief und in diesem Jahr diesen Sieg in 2:09:08 wiederholen konnte, sowie durch Lucas Rotich, der nach dem zweiten Platz beim Amsterdam Marathon 2014 in 2:07:18 in diesem Jahr den Hamburg Marathon in 2:07:17 gewann. Rotich ist Mitglied der Trainingsgruppe um den Sieger des letzten Jahres und des London sowie Berlin Marathon dieses Jahres, Eliud Kipchoge, und wird in Insiderkreisen als „Geheimfavorit“ gehandelt.

Welche Konsequenzen das Tempomacher-lose Rennen hat, wird sich zeigen müssen, die Erwartungen und Vorhersagen im Vorfeld waren recht diffus. Während Racedictor Carey Pinkowski nun wieder die Rückkehr zu einem spannenderen Rennverlauf sieht – dabei waren die Rennen auch bei den Tempojagden der letzten Jahre durchaus ereignisreich -, sah Boston-Sieger Wesley Korir die Chance, dass durch die Abkehr von bedingungslosen Tempojagden weniger Druck zur Manipulation (sprich: Doping) auf die Athleten ausgeübt werden könnte.

Wie schon eingangs angemerkt, könnte durch Florence Kiplagat das Highlight der Veranstaltung bei den Frauen erzielt werden. Mit ihren grandiosen Weltrekorden im Halbmarathon (65:09) in den letzten beiden Jahren ist Florence über die Unterdistanzen bestens ausgewiesen, ihre Bestzeit von 2:19:44 (Berlin 2011) weiter zu verbessern. Im letzten Jahr war sie leicht verletzt ins Rennen gegangen und wurde in Chicago in 2:25:57 nur Dritte. Auch ihr Fünfter Platz beim diesjährigen London Marathon in 2:24:15 entspricht sicher nicht ihrer wahren Leistungsstärke. Die von Meistercoach Renato Canova betreute Athletin fühlt sich aktuell in sehr guter Verfassung und will in der Tat ihr hohes Potential auch über die volle Marathondistanz ausreizen. Dabei wird sie das Fehlen der Pacemaker(innen) kaum tangieren, da im Bereich von 2:17 bis 2:18 in Chicago immer ein ganze Gruppe einheimischer Athleten am Start ist. Gegen Kiplagat werden Mulu Seboka (ETH, 2:21:56), Birhane Dibaba (KEN, 2:22:30), Yebrgual Melese (KEN, 2:23:23) sowie Amane Gobena (ETH, 2:23:30) nur Außenseiterchancen eingeräumt.

chicago-2014-pk-fl-kiplagatErzielt Florence Kiplagat in diesem Jahr ihren ersten Sieg beim Chicago Marathon?  (c) H. Winter

Die Bedingungen für den Lauf, der um 7:30 Uhr Ortszeit (14:30 MESZ) gestartet wird, werden für die Eliteathleten mit 14°C sehr annehmbar sein, es wird weitgehend aufklaren. Störend dürften allerdings der für Chicago um diese Jahreszeit aufböende Wind sowie ein Anstieg der Temperaturen in den Mittagstunden auf über 20°C sein. Bei einem Frauenanteil von 47 % – man hat fast einen Gleichstand der Geschlechter erreicht – werden insgesamt gut 45000 Teilnehmer an der Startlinie im wunderschönen Grant-Park erwartet. Da aus Sicherheitsgründen zum Start noch keine Zuschauer in den Park gelassen werden, wird dieser unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Erst zum Finale können dann Zuschauer die Tribünen aufsuchen und die Teilnehmer anfeuern, wovon auch an der Strecke sehr reichlich Gebrauch gemacht wird.

 

Liste der Eliteathleten:

Sammy Kitwara KEN 2:04:28
Dickson Chumba KEN 2:04:32
Girmay Birhanu Gebru ETH 2:05:49
Abera Kuma ETH 2:05:56
Wesley Korir KEN 2:06:13
Felix Kiprotich KEN 2:06:59
Sammy Ndungu KEN 2:07:04
Lucas Rotich KEN 2:07:17

Liste der Eliteathletinnen:

Florence Kiplagat KEN 2:19:44
Mulu Seboka ETH 2:21:56
Birhane Dibaba ETH 2:22:30
Yebrgual Melese ETH 2:23:23
Amane Gobena ETH 2:23:30
Kayoko Fukushi JPN 2:24:21
Meskerem Assefa ETH 2:25:58
Diane Nukuri BDI 2:27:50

GRAND10 Berlin am 11. Oktober 2015: Arne Gabius auf dem Weg nach Frankfurt

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Zwei Wochen bevor Arne Gabius beim Frankfurt Marathon den über 27 Jahre alten Deutschen Rekord vom Jörg Peter mit 2:08:47 angreifen möchte, wird er am Sonntag im Rahmen des ASCIS GRAND 10 auf den Straßen Berlins einen letzten Test über 10 km bestreiten. Dabei zeigte der beste deutsche Langstreckenläufer an gleicher Stelle bereits im letzten Jahr bestechende Form und lief seine aktuelle Bestzeit über dies 10 km auf der Straße von 28:08 (auf der Bahn war er allerdings schon gut 20 Sekunden schneller).

In dem Rennen, für das gut 7000 Anmeldungen vorliegen und das als Höhepunkt eine Passage durch den Berliner Zoo umfasst, wird ihm vor allem der kenianische Hindernisläufer Paul Koech den Sieg sehr schwer machen. Auf den Stadionrunden gehörte der mittlerweile 33jährige Koech zu absoluten Elite, der bei den Olympischen Spielen über 3.000 m Hindernis Bronze gewann. Die GRAND10 in Berlin wird sein erster Lauf auf der Straße sein. Ferner zu beachten werden Reuben Maiyo (KEN), vor einem Jahr in Berlin bereits Zweiter, John Langat sowie Joshua Cheptegei. Langat lief kürzlich in den Niederlanden 27:58, Cheptegai war bei der WM Neunter über 10000 m.

gabius-portrait-frankfurt-2015Läuft Arne Gabius in Berlin die 10 km unter 28 Minuten?  (c) H. Winter

Im Rennen der Frauen könnte sich ein Dreikampf um den Sieg entwickeln, wobei Gladys Chesire (KEN) mit 32:12 die schnellste Vorleistung aufweist. Alice Nawowuna (KEN) lief bisher 31:46 und Sutume Asefa Kebede 31:49. Kebede überzeugte auf den Straßen Berlin bereits im Mai gewann sie bei den BIG 25 Berlin in 1:21:55 mit äthiopischen Rekord.

Eindhoven Marathon (NL) am 11. Oktober 2015: Schnelle Männer am Start

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Mit einem hochklassigen Feld an männlichen Eliteathleten will sich der Einhoven Marathon am kommenden Sonntag weiter in der erweiterten Weltspitze etablieren. Dass dieses Vorhaben realistisch erscheint, belegen schon vier Läufer in der Startliste mit Bestzeiten von 2:06 Stunden. Mit einer Zeit um die 63 Minuten für die erste Hälfte soll der bestehende Streckenrekord von 2:05:42 von Dickson Chumba (KEN) aus dem Jahr 2012 in Angriff genommen werden.

Mit der schnellsten  Vorleistung ist der Äthiopier Deriba Robi, der 2:06:06 erst im Januar beim Dubai Marathon erzielte. Erhebliche Konkurrenz wird er von drei Kenianern bekommen, von denen vor allem Mark Kiptoo zu nennen ist. Kiptoo wurde in diesem Jahr beim Rotterdam Marathon Zweiter und gewann den letzten Frankfurt Marathon in 2:06:49. Im Jahr 2013 lief er in Frankfurt seine Bestzeit von 2:06:16. Gilbert Yegon erzielte bereits 2009 beim Amsterdam Marathon 2:06:18 und 2014 beim Frankfurt Marathon 2:07:08. Beim Prag Marathon war seine Vorstellung mit 2:13:29 allerdings weniger überzeugend. Der Vierte im Bunde, Stephen Chemlany (KEN) lief im Frühjahr 2014 seine Bestzeit von 2:06:24. In diesem Jahr schaffte er im April im koreanischen Daegu 2:08:21.

Der Lauf beginnt am Sonntag um 10 Uhr und wird wieder von Oemroep Bravant TV übertragen.

dubai2015-robiDeriba Robi (ETH) hat beim diesjährigen Eindhoven Marathon mit 2:06:06 die schnellste Vorleistung.  (c) H. Winter

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Bank of Chicago Marathon 2015: Florence Kiplagat (KEN) will den Sieg und den Streckenrekord

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NAIROBI, Oct. 5 (Xinhua) — World half marathon record-holder Florence Kiplagat of Kenya is seeking a win at the Chicago Marathon on Sunday, which will guarantee her a slot in the Rio Olympic Games.

Kiplagat, 28, said she has done everything in training and is ready to put it to test along the Chicago city streets, deemed as one of the fastest marathon courses in the world.

However, she warned that a world record will not be on her mind, though she is eager to clinch the win and boost her bargain power for inclusion in the Kenya team to the Rio Olympics.

„I have always dreamt of running at the Olympics. I missed the London Olympics because of stiff competition,“ she said Monday in Eldoret.

„This year, after running in London (she finished fifth), I decided to focus on my speed and was planning to run at the Beijing World Championships. But I lacked the qualifying time and hence, I put my focus on the Chicago Marathon and I hope my choice of race will be vindicated with victory,“ she said.

Kiplagat’s first completed marathon at Berlin in 2011 was a sensational success. After passing halfway in 1:10:11, she ran a negative split to win in 2:19:44.

The previous April in Boston she ran 1:11:42 at 21.1km and 1:42:59 at 30km, but did not finish. She returned to Berlin in 2013 and won again.

Kiplagat made headlines in February 2014 at Barcelona with a Half-Marathon world record of 1:05:12, which she lowered to 1:05:09 in March. But she was unlucky in April during the London marathon finishing fifth in 2:24:15.

„Now it is time to redeem my image and win another marathon,“ she said. „I want to win and time will not be important when I start. But it will be a fast race and if the time falls within my strides, I will certainly go for it.“

„I missed the chance to run 10,000m at the World Championships because I wanted to focus on this race, and now I have to prove that my decision to sit out of Beijing worlds was right,“ she said.

Kiplagat will have to battle with Mulu Seboka of Ethiopia (2:21:56), Paris marathon silver medallist Amane Gobena (2:23:30), and Japan’s Kayoko Fukushi (2:24:21).

Kiplagat, who will jet out on Wednesday for Chicago believes she has rested enough since running in London in April and will take the race by the horns, in a front running style from the start.

„Winning is the only thing that will sway the coaches to consider me for Rio Olympics. I want to wrap it up fast and wait to see how other Kenyans perform in New York and April marathons,“ said Kiplagat.

Cardiff Halbmarathon am 4. Oktober 2015: Ben Siwa (UGA) gewinnt die „Generalprobe“ auf der WM-Strecke

IAAF Half Marathon 2016 logoAls eine Generalprobe für die am 26. März 2016 auf dem gleichen Kurs stattfindenden Weltmeisterschaften im Halbmarathon ging am Sonntag der Lloyds Bank Cardiff Half Marathon über die Bühne. Den Lauf der Männer gewann Ben Siwa (UGA) in 1:02:07, der seine Bestzeit über diese Distanz damit um fast zwei Minuten steigerte. Nach einer schnellen ersten Meile in 4:42 wurde das Tempo moderater und Siwa verpasste den Steckenrekord von Lotarakwai Lengurisi (KEN) aus dem Jahr 2013 um 16 Sekunden.

Dazu der Sieger: “The weather was good, the course was great and there were plenty of supporters out lining the route. I just felt good and decided to push on. This course is flat enough and fast enough for someone to run 59 minutes in March next year. I think I could have run faster had I had some extra runners around me to push me on. It was a personal best for me and now I will be going to the Ugandan trials in January hoping to make the team to come back to Cardiff for the world championships; that is going to be a great race to be in.”

Die Plätze hinter Siwa belegten Gideon Kimosop (KEN) in 1:03:09 und Assefa Bekele (ETH) in 1:03:10. Dan Tanui (KEN) wurde Vierter in 1:03:12.

Bei den Frauen gewann Lenah Jerotich (KEN)  1:11:29 vor ihrer Landsfrau Demaris Kemunto Arebain in 1:11:31. Etwas 50000 Teilnehmer waren an der Veranstaltung am Start.

Twin Cities Marathon (USA) am 4. Oktober 2015: Dominic Ondoro (KEN) gewinnt in 2:11:16

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Beim Marathon in den „Zwillings-Städten“ Minneapolis and St. Paul (Minnesota, USA) gewannen Dominic Ondoro (KEN) in 2:11:16 und Abraha Serkelam Bise (ETH) in 2:31:40 den Medtronic Twin Cities Marathon. Dabei war bei den Männern eine Zeit in dieser Dimension noch bei 30 km nach 1:35:04 kaum vorstellbar, weil die Läufer es mit 16:21 für 5 km, 32:20 für 10 km und 1:07:12 für den Halbmarathon recht gemächlich angehen ließen. Dann aber erhöhten Ondoro und Elisha Barno (USA) das Tempo gewaltig und erreichten das Ziel noch deutlich unter 2:12 Stunden. Der 30 Jahre alten Steckenrekord von Phil Coppess mit 2:10:05 war aber nie in Gefahr. Ondoro lief 2:11:16, Barno 2:11:39 und Jacob Chemtai (USA) als Dritter 2:14:13.

Bei den Frauen gab es eine Sprinteintscheidung, die Abraha Bise (ETH) in 2:31:40 vor Jane Kibii (KEN) in 2:31:44 gewann. Abnet Yeshanbel Sime (ETH) landete in 2:32:44 auf Platz 3.

Ferner wurden bei der gleichen Veranstaltung die US-Meisterschaften über 10 Meilen ausgetragen, die Molly Huddle bei den Frauen in 51:44 gewann. Sie gewann auch den „Handicap-Wettberb“ und damit 10,000 US$ gegen den besten Mann Sam Chelanga, der USATF Meister in 46:47 wurde.

9147 Teilnehmer waren bei den 10 Meilen am Start, über 30000 bei den diversen Events des Medtronic „Twin Cities Marathon Weekend“.


Ergebnisse der Männer:

 1. Dominic Ondoro KEN 2:11:16
2. Elisha Barno USA 2:11:39
3. Jacob Chemtai USA 2:14:13
4. Abrahamm Chelanga USA 2:15:53
5. Kipchumba Chelimo USA 2:19:39
6. David Tuwei USA 2:19:57
7. Griffith Graves USA 2:20:51

 

Köln Marathon am 4. Oktober 2015: Hendrik Pfeiffer sorgte im Halbmarathon für das Highlight

 

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Der Kenianer Benson Waweru und die Äthiopierin Gelane Senbete gewannen den Köln-Marathon am heutigen Sonntag. Ohne internationale Konkurrenz siegten Hendrik Pfeiffer in guten 1:03:42 (deutscher U23-Rekord) und Simret Restle-Apel in 1:12:28 im Halbmarasthon.

Der Verzicht in Köln auf Topläufer internationaler Klasse zeigte sich am Ende im Ziel. Bei 10 km lagen noch 4 Läufer vorne, die nach 30:55 auf eine Zeit um 2:10 Stunden liefen. Angesichts der „Klasse“ der Athleten war das überraschend, doch der weitere Verlauf des Rennens zeigte, dass man über seine Verhältnisse lief. Schon beim Halbmarathon sackte das Tempo enorm ab, wo man mit 1:06:13 nur nich auf 2:12 Stunden unterwegs war. Kurz danach fiel der Mann mit der Startnummer „1“, Edwin Yano (KEN) zurück, und nur noch Benson Waweru (KEN) , der in diesem Jahr bereits den Mannheim-Marathon mit 2:21:31 gewonnen hatte, Wubished Zewde (ETH) und Khalid Lablaq (MAR) kämpften um den Sieg. Bei 30 km in 1:35:12 lag man schon auf 2:14 Stunden und wurde noch schwächer. Nach der 40-km-Marke in 2:08:35 fiel die Entscheidung zwischen Waweru und Zewde: Waweru gewann in 2:16:03 mit einer persönlichen Bestzeit vor Zewde, der nach 2:16:22 im Ziel war. Dritter wurde Lablaq in 2:16:38) und Edwin Yano als Vierter brach in 2:27:03 völlig ein. Bester Deutscher wurde als Fünfter Sebastian Reinwand (TSG ROTH) in 2:31:30.

Bei den Frauen gewann Gelane Senbete nach 2:37:33  vor Fatiha Asmid in 2:45:19 und Anja Lamberty (LG Vulkaneifel) in 2:53:27. Incl. Rahmenwettbewerbe waren gut 24500 Teilnehmer auf den Beinen.

koeln-hm-2015-pfeifferHendrik Pfeiffer gewann in Köln den Halbmarathon.  (c) Veranstalter

Ergebnisse der Männer:

1. Waweru, Benson (KEN) 02:16:03
2. Zewde, Wubishet (ETH) 02:16:22
3. Lablaq, Khalid (MAR) 02:16:38
4. Yano, Edwin Kembo (KEN) 02:27:31
5. Reinwand, Sebastian (GER) 02:31:30
6. El-Ouartassy, Mustapha (MAR) 02:34:26
7. Koubaa, Fauzi (GER) 02:34:53
8. Ackermann, Johann (GER) 02:36:48
9. Abdeta, Gutu (ETH) 02:37:38
10. Lilov, Rosen (BUL) 02:37:53

Kosice Marathon (Slowakei) am 4. Oktober 2015: Samuel Kosgei (KEN) verpasst in tollen 2:07:07 den Kursrekord nur ganz knapp

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Bei idealen Wetterbedingungen verbesserte sich der Kenianer Samuel Kosgei am Sonntag beim Marathon in Košice (Slowakei) als Sieger auf 2:07:07 Stunden. In seinem dritten Marathon-Rennen verpasste er den Streckenrekord nur um sechs Sekunden. Im Jahr 2011 war Kosgei bereits 2:07:47 gelaufen, danach konnte er aber weniger überzeugen und hatte immer wieder Probleme mit Verletzungen. Im letzten Jahr in Valencia 2:09:10 gelaufen. Kosgei hatte 2010 in Berlin auf sich aufmerksam gemacht, als er bei den BIG25 über 25 km mit 1:11:50 einen Weltrekord über diese allerdings selten gelaufene Distanz erzielte.

Dass es bei der 92. Auflage (!) dieses Traditionslaufs nciht ganz langsam werden würde, deutete sich schon auf der ersten Hälfte an, nach ca. 15:05 bei 5 km und 45:18 bei 15 km ging es über 1:00:36 bei 20 km zum Halbmarathon in 1:03:59. Hier lagen noch die beiden Tempomacher sowie weitere 6 Läufern vorn. Diese Zahl reduzierte sich über 5 Läufer bei 25 km nach 1:15:53 auch 4 Läufer bei 30 km in 1:31:04, wo beide Tempomacher ihre Dienste quittierten.

Bei 36 km fiel eine Vorentscheidung, Sammy Kosgei und Collins Tanui setzten sich vom letzten Mitstreiter Tolossa Bekuma (ETH) ab und gewannen schnell an Boden. An der 38 km Marke zog dann Kosgei an und setzte sich mit einem km-Abschnitt von 2:55 von Tanui ab. 40 km erreichte Kosgei nach 2:00:53 und zog dann das Tempo noch einmal gewaltig an. Mit km-Abschnitten von 2:49 erreichte nach tollen 6:14 Minuten das Ziel in ausgezeichneten 2:07:07. Das ist immerhin Platz 22 in der aktuellen Jahres-Weltbestenliste.

kosice-2015-first-menDie Erstplatzierten beim diesjährigen Kosice Marathon. Tanui, Kosgei und Bekuma (von links).  (c) stv1

Wie schnell Kosgei auf dem Schlusspart unterwegs war, zeigt eine Zeitdifferenz von 1:01 Minuten zum Zweiten Collins Tanui, der 2:08:08 benötigte. Dann dauerte es noch einmal 3 Minuten, bis Tolossa Bekuma in 2:11:05 als Dritter im Ziel war.

Das Rennen der Frauen war deutlich schwächer besetzt. Hier gewann Diro Melka (ETH) in 2:35:33, nachdem sie bei der Hälfte in 1:15:10 schon 1 1/2 Minuten vor den Verfolgerinnen lag. Zweite wurde ihre Landsfrau Gelan Adugna in 2:40:57.

Ergebnisse der Männer:

1. Samuel Kosgei KEN 2:07:07
2. Collins Tanui KEN 2:08:08
3. Tolossa Bekuma KEN 2:11:05
4. Charles Cheruiyot KEN 2:11:30
5. Kiprugut Kosgey KEN 2:11:33
6. Omanga Mokaya KEN 2:13:34

Inoffizielle Splits der Spitze:

 5 km ca. 15:10
10 km ca. 30:20 ca. 15:10
15 km 45:18 ca. 15:00
20 km 1:00:36 15:18
 HM 1:03:59
25 km 1:15:53 15:17
30 km 1:31:04 15:11
35 km 1:46:10 15:06
40 km 2:00:53 14:43
 Ziel 2:07:07  6:14

Kathrin Müller und Tadesse Dabi gewinnen den Sparkasse 3-Länder-Marathon am 4. Oktober 2015

3-laender-mar-logoIn einer Zeit von 2:13:44 konnte sich der Äthiopier Tadesse Dabi den Sieg im Sparkasse 3-Länder-Marathon sichern. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Kenianer Richard Bett (2:15:59) und Peter Wangari (2:16:39). Bei den Damen sicherte sich die Deutsche Kathrin Müller bei ihrem Premieren-Marathon in 2:50:48 den Sieg vor Monica Carl (GER, 3:06:51) und Anja Kobs (GER, 3:14:59)

Aus den beabsichtigten Jagd auf debn Streckenrekord wurde nichts, denn am Start in Lindau herrschten im strömenden Regen widrigste Bedingungen. Knapp 5.000 der 6.000 Gemeldeten trotzten dem Regen und Wind und gingen in den diversen Disziplinen an den Start. Sie wurden allesamt mit blauem Himmel, der sich gut 1 Stunde nach dem Start zeigte, belohnt.