Gold Coast Airport Marathon (Australien): Kenneth Mungara (KEN) gewinnt in 2:08:42 und läuft neuen Masters-Weltrekord

gold-coast-2015-logoMit einem eindrucksvollen Finale gewann der bereits 41jährige Kenianer Kenneth Mungara den Marathon an der australischen Gold Coast in der Zeit von 2:08:42. Damit blieb er deutlich unter der bisher besten auf australischem Boden erzielten Marathonzeit von 2:09:14, die sein Landsmann Silah Limo im letzten Jahr an gleicher Stelle aufstellte. Diesmal reichte es für Limo in 2:08:54 nur zu Platz 2, aber auch er sowie der Drittplatzierte Evans Ruto in 2:08:55 blieben unter 2:09 Stunden.

In dem Lauf schaffte der Sieger Mungara aber nicht nur den Streckenrekord und den australischen „All-Comers“ Rekord, sondern er verbesserte auch seine Zeit vom Mailand Marathon im April dieses Jahres, wo er mit 2:08:44 den Masters-Weltrekord (40+) bei den Männern des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) schon einmal unterbot.

Und obendrein bedeutet seine Zeit auch noch neuen „Juli-Weltrekord“, den sich der Gold Coast Marathon bisher mit dem Grünau-Marathon in Berlin vom 21. Juli 1984 teilen musste, wo der Dresdner Jörg Peter 2:09:14 erzielte. Niemals lief in der Geschichte des Marathons ein Läufer im Monat Juli schneller als nun Mungara.

Das Rennen mit der vermeintlich besten Besetzung in seiner Geschichte begann ausgesprochen schnell, nach 5 km in 14:49 lag man auf Kurs von 2:05 Stunden. Nur der Japaner Yuki Kawauchi war neben neun Afrikanern dabei, wie sich aber zeigte, war das für Kawauchi in der aktuellen Form zu schnell. Er fiel bald aus der Spitzengruppe heraus und der Sieger von 2013 wurde in 2:16:23 nur Achter.

Auch nach 10 km in 29:48 und 15 km in 45:05 blieb man auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden, bevor das Tempo nach 20 km in 1:00:25 und 1:03:48 bei 25 km in 1:15:56 etwas langsamer wurde. Hier lagen noch acht Läufer an der Spitze, die zunächst unverändert zusammen blieben.

Bei 30 km fiel die Spitzengruppe auseinander, 5 Läufer wurden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verloren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Nach 35 km erschien ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die wieder sieben Athleten umfassende Spitze zog sich nach 1:46:37 auseinander, um den Sieg kämpften Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Tempomacher Isias Beyn.

Ruto und Limo konnten sich kurz vom Rest der Spitze lösen, doch kurz vor 40 km schaffte Mungara noch einmal den Anschluss. Bei 40 km nach 2:02:01 hatte sich Kenneth Mungara (KEN) dann etwas absetzen können, dahinter folgten Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden lag Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord war so gut wie sicher.

Kenneth Mungara lief den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellte damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und neuer “Juli-Weltrekord”.

gold-coast-2015-mungara-zielKenneth Mungara lief 2:08:42,  ist damit der schnellste Master (40+) aller Zeiten und der schnellste Marathonläufer auf australischem Boden.  (c) Veranstalter

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55.

Und ein Drama gab es noch um den Fünftplatzierten Isias Beyn, der als Tempomacher durchlief, kurz vor dem Ziel kollabierte und von übereifrigen Helfern ins Ziel geleitet wurde. Dies führte dann zu seiner Disqualifikation und dem Verlust des Preisgeldes.

Das Rennen der Frauen war fest in japanischer Hand. Neben der Siegerin Risa Takenaka in 2:28:25 gingen auch die nächsten Plätze an japanische Läuferinnen.


Die Splits der Spitze (Männer):

 5 km 14:49
10 km 29:48 14:59
15 km 45:05 15:17
20 km 1:00:25 15:20
 HM 1:03:48
25 km 1:16:56 15:31
30 km 1:31:17 15:21
35 km 1:46:37 15:20
40 km 2:02:01 15:24
  Ziel 2:08:42  6:41

 

Evan Jager (USA): Wer hat Angst vorm „weißen Mann“?

IAAF_DiamondLeagueEin Höhepunkt des Diamond League Meetings am Samstag (4. Juli 2015) in Paris war sicherlich der 3000m-Hindernislauf der Männer und die Vorstellung des US-Amerikaner Evan Jager. In einem sehr schnellen Rennen lag Jager bis zum letzten Hindernis mit einem Vorspung von 1,8 Sekunden vor dem Kenianer Jairus Birech, nach Überqueren der Hürde kam er ohne äußere Einwirkung ins Straucheln und stürzte zu Boden. Birech zog sichtlich überrascht an dem Amerikaner vorbei und gewann in 7:58,83, der ersten Zeit des Jahres 2015 unter 8 Minuten. Jager rappelte sich auf so schnell es ging und überquerte die Ziellinie nach 8:00:45 und verpasste denkbar knapp die große Chance, als erster „weißer Mann“ die 8 Minutenschallmauer über 3000m-Hindernis zu unterbieten.

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Beim letzten Hindernis liegt Jager klar vorne. Von hier sind es noch ca. 70 m bis ins Ziel.  (c) Canal+Sport

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Kurz danach stürzt Jager, Birech kann ihn passieren und das Rennen in 7:58,83 gewinnen.  (c) Canal+Sport

Um die Leistung von Jager zu bewerten, ist es durchaus angebracht, einmal zu spekulieren, dass er die letzte Hürde genauso wie die 34 Hindernisse zuvor (incl. 7 Wassergräben) gemeistert hätte. Jager war in 7:47,1 über der Hürde, Birech in 7:48,9, also 1,8 Sekunden später. Nimmt man diese 1,8 Sekunden Zeitdifferenz, dann wäre Jager sensationelle 7:57,0, vielleicht sogar knapp darunter gelaufen. Diese Zeit ergibt sich auch aus der Laufstrecke von 70 m von der letzten Hürde bis ins Ziel in einem Tempo von 14 Sekunden auf 100 m.

Die sehr unglücklichen Umstände haben eine solche Zeit diesmal (noch) verhindert, aber das ganze Rennen in Paris zeigte, dass Jager in allen Belangen das Leistungsniveau der Kenianer erreicht hat und ihnen mittlerweile ebenbürtig ist. Damit dürfte nach einer langjährigen Dominanz der Afrikaner – insb. Kenianer – ohnegleichen eine Serie auf ihrer „Königsdiziplin“ dem Ende entgegengehen, was man so (schnell) nicht erwarten konnte.

Jager hat seit dem Jahr 2012 (siehe Grafik unten) sich konsequent weiter entwickelt – 7 der schnellsten Zeiten eines US-Sportlers hat er ganz allein erzielt – und steht an der Schwelle zu den sub-8-Minuten. Und sicherlich mehr.

Schon bei der WM im August in Beijing werden die Kenianer alle Kräfte zusammen nehmen müssen, wenn sie diesen US-Boy noch in die Schranken verweisen wollen. Am letzten Samstag in Paris hatten sie noch einmal Glück, das man nun aber auch einmal Jager wünschen würde. Aus dem Sturz in Paris könnte dann Gold in der chinesischen Hauptstadt werden.

Der „weiße Mann“ ist zurück! Und dies in der Königsdisziplin der Afrikaner. Auch in der Leichtathletik gibt es zuweilen noch Wunder …

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Die besten Leistungen US-amerikanischer Läufer im 3000m-Hindernislauf der Männer.  (c) Scotty Bush

Gold Coast Airport Marathon: Topathleten auf der Jagd auf den „Juli-Weltrekord“ von 2:09:14

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Der Start erfolgte vor 20 Minuten um 7:20 Uhr Ortszeit. Der Livestream der TV-Übertragung ist leider für Deutschland gesperrt.

Die Elite im Marathon hat soeben die 5 km-Marke passiert. Mit 14:49 ist man in der Tat sehr schnell gestartet und zehn Läufer, incl. Yuki Kawauchi liegen an der Spitze. Kurz dahinter in 14:54 kommt Jeffrey Eggleston aus den USA, der letztes Jahr hier den dritten Platz hinter Silas und Kawauchi belegte. Aktuell liegt die Spitze auf Kurs von 2:05 Stunden, mal sehen, ob das gut geht.

Zwischenstand nach 5 km:

1. KIMUTAI KIPLIMO 00:14:49 02:05:03
2. BERHANU SHIFERAW TOLCHA 00:14:49 02:05:04
3. ISAIAS BEYN 00:14:49 02:05:05
4. EVANS KIPKOGEI RUTO 00:14:49 02:05:09
5. TEWELDE HIDRU 00:14:49 02:05:10
6. SILAH KIPKEMBOI LIMO 00:14:50 02:05:12
7. KENNETH MBURU MUNGARA 00:14:50 02:05:13
8. ALPHONCE FELIX SIMBU 00:14:50 02:05:16
9. SAMUEL WOLDEAMANUEL 00:14:50 02:05:19
10. YUKI KAWAUCHI 00:14:50 02:05:19
11. JEFFREY EGGLESTON 00:14:54 02:05:52
12. SHIGEKI TSUJI 00:14:58 02:06:21
13. TOMONORI SAKAMOTO 00:15:00 02:06:38
14. RYO YAMAMOTO 00:15:00 02:06:41

 

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Einen ersten Sieger gibt es heute schon. Im Halbmarathon gewinnt der Japaner Takehiro Deki in neuer persönlicher Bestzeit von 62:11.

Die Spitze im Marathon hat mittlerweile die 10 km erreicht. 8 Läufer sind vorne und mit 29:48 nach wie vor sehr schnell unterwegs. Man liegt auf Kurs von unter 2:06 Stunden und hat den zweiten 5 km-Abschnitt unter 15 Minuten zurückgelegt. Mit 29:58 folgt Kimwetich und mit 30:03 Eggleston. Kawauchi mit 30:24 liegt auf Platz 13 zurück.

Bei 15 km beträgt die Zwischenzeit der Spitzengruppe 45:05, man ist auf Kurs von knapp unter 2:07 Stunden. Der südlichste Punkt des Kurses ist nun erreicht, jetzt geht es bis zur Wende bei 36 km nur Richtung Norden.

Bei 20 km liegen weiterhin 8 Läufer in 1:00:25 vorne, das ist ein Tempo auf 2:07:30. Kimwetich hat zur Spitze aufgeschlossen, Eggleston liegt mit 1:00:38 knapp dahinter. Die Durchgangszeit der Spitze beim Halbmarathon: 1:03:48.

gold-coast-2015-spitze-25kmDie Spitze hat soeben die 25 km Marke passiert und liegt auf Kurs von 2:08 Stunden.  (c) Shane Mundy

Unveränderte Situation nach 25 km in 1:15:56 mit Kurs auf 2:08:10, Eggleston braucht 1:16:17 und Kawauchi kommt erst nach 1:19:22 als Vierzehnter. Auch der Topfavorit Berhanu Tolcha liegt mit 1:17:35 schon weit zurück. Insgesamt ist man nach dem schnellen Start doch deutlich langsamer geworden, so ganz langsam schmilzt der Vorsprung auf die 2:09:14 dahin …

Die Zeiten für die 30 km sind soeben eingetroffen. Die Spitzengruppe beginnt nun auseinanderzufallen. 5 Läufer werden mit 1:31:17 gestoppt (Kurs von 2:08:24), dahinter verlieren Kenneth Mungara, Alphonce Simbu und Dominic Kimwetich den Anschluss. Die letzten 5 km waren mit 15:21 wieder etwas schneller. Für die letzten gut 12 km hat man noch knapp 38 Minuten Zeit für einen Steckenrekord, d.h. man kann sich jetzt 5 km-Abschnitte von 15:50 leisten. Das sollte klappen …

Bei 35 km erscheint ein neuer Streckenrekord eine sichere Sache. Die siebenköpfige Spitze hat sich leicht auseinander gezogen und liegt nach 1:46:37 auf Kurs von 2:08:33. Hinter der Kopfgruppe sind die Abstände erheblich. So liegt z.B. Tolcha bereits über 6 Minuten zurück. Mit der Entscheidung hat er nichts mehr zu tun, genauso wenig wie Kawauchi, der auf Kurs von nur noch 2:16 Stunden liegt. Um den Sieg kämpfen andere: Silah Limo, Evans Ruto, Kenneth Mungara, Robert Kipchumba, Twelde Hidru und Isias Beyn.

Bei 40 km hat sich Kenneth Mungara (KEN) in 2:02:01 etwas lösen können, dahinter folgen Ruto und Limo 3 Sekunden später, 10 Sekunden liegt Kipchumba zurück. Der neue Streckenrekord ist so gut wie sicher!

Kenneth Mungara läuft den Schlusspart ins Ziel in 6:41 und stellt damit in 2:08:42 einen neuen Streckenrekord auf. Dies ist gleichzeitig die schnellste Zeit für einen Marathon auf australischem Boden und – natürlich – neuer „Juli-Weltrekord“!!

gold-coast-2015-winner-mungaraKenneth Mungara siegte in 2:08:42. Das sind: Streckenrekord, All-Comers Australien Rekord, Juli-Weltrekord und Masters(40+)-Weltrekord.  (c) Veranstalter

Und die Zeit von Mungara ist auch ein neuer Masters-Weltrekord bei den Männern, erst im April steigerte der 41jährige Kenianer die Marke des Mexikaners Andres Espinoza von 2:08:46 (Berlin 2003) auf 2:08:44.

Auch die weiteren Platzierten auf dem Podium blieben unter 2:09 Stunden. Silah Limo lief 2:08:54, Evans Ruto 2:08:55. Yuki Kawauchi läuft mit 2:16:23 auf Platz 8, so schwach war er an der Gold Coast noch nie.

 

Ergebnisse – Marathon der Männer:

1. KENNETH MBURU MUNGARA 02:08:42
2. SILAH KIPKEMBOI LIMO 02:08:54
3. EVANS KIPKOGEI RUTO 02:08:55
4. TEWELDE HIDRU 02:09:33
5. DOMINIC KANGOR KIMWETICH 02:11:51
6. ALPHONCE FELIX SIMBU 02:12:01
7. SHIGEKI TSUJI 02:15:19
8. YUKI KAWAUCHI 02:16:23
9. RYO YAMAMOTO 02:16:40
10. SAMUEL WOLDEAMANUEL 02:17:56

 

Ergebnisse – Marathon der Frauen:

1. RISA TAKENAKA 02:28:25
2. KEIKO NOGAMI 02:29:34
3. MANAMI KAMITANIDA 02:33:43
4. SHOKO SHIMIZU 02:37:13
5. FUMIKO HASHIMOTO 02:37:37

Diamond League Meeting Paris: Den 5000 m Weltrekord der Frauen „verschenkt“

IAAF_DiamondLeagueUngünstig hohe Temperaturen für einen Langstreckenlauf und eine noch ungünstigere Tempogestaltung haben beim Diamond League Meeting in Paris am Abend des 4. Juli 2015 den Weltrekordversuch über 5000 m der Frauen scheitern lassen. Das mit großer Spannung erwartete Duell der beiden äthiopischen  Ausnahmeläuferinnen Genzebe Dibaba gegen Almaz Ayana gewann am Ende die Dibaba-Schwester in 14:15,41 und blieb damit um gut 4 Sekunden über der globalen Bestmarke von Tirunesh Dibaba mit 14:11,15. Auch Ayana erreichte mit 14:21,97 eine Weltklassezeit.

dl-paris-2015-dibaba1-eurosport2Mit einer Schlussrunde mit 61,17 war Dibaba eine Klasse für sich.  (c) Eurosport 2

Der Rekordversuch geriet bereits nach 800 m in Gefahr als die Uhr 2:19 zeigte, was dann bei 1000 m 2:54,13 bedeuteten. Dies war 4 Sekunden oberhalb der Marschtabelle. Kurz danach zog dann Ayana das Tempo ernorm an und bereits nach 4:30 waren die beiden Topläuferinnen auf sich allein gestellt. Sofort öffnete sich eine eine große Lücke zu den Verfolgerinnen, die bis dabin mithalten konnten. Durch eine Runde in 64 Sekunden lag man bei 2000m in 5:38,99 und einem km von 2:44,86 wieder auf Rekordkurs.

Doch diese Tempoerhöhung war nur von kurzer Dauer, was man auch daran erkannte, dass sich der Abstand zu den zweiten Gruppe mit Mercy Cherono (KEN) nicht größer wurde. Mit einem km von 2:57,19 durchlief man 3000 m in 8:36,17, mit einem Rekord war es da so gut wie vorbei, zumal auch die Tempowechsel Kraft kosteten. Nach 4000 m in 11:28,33 wurde es wieder etwas schneller und man lag fast auf der Durchgangszeit von Tirunesh Dibaba beim Weltrekord, die den letzten km allerdings in 2:42 lief.

Daran war heute nicht zu denken, Rundenzeiten von 70,6 und 70,5 bis zur letzten Runde zeigten dies deutlich. Mit der Glocke zur letzten Runde spurtete Dibaba an der lange die Führungsarbeit verrichtende Ayana vorbei und setzte sich schnell von ihrer Konkurrentin ab, die nicht mehr zuzusetzten hatte. Mit einer Schlussrunde von 61,17 lief Dibaba mit 14:15,41 noch eine großartige Zeit, zu Weltrekord fehlten aber gut 4 Sekunden. Damit war auch ihr dritter Angriff auf dei Bestmarke der Schwester gescheitert, aber das Potential für einen Weltrekord deuteten beide Läuferinnen an. Man darf auf den Rest der Saison bei einem Lauf mit noch etwas besseren Bedingungen gespannt sein.

Und auch ohne Usain Bolt, dessen Gehabe eigentlich allen Leichtathletikfreunden langsam auf den Senkel gehen sollte, war Paris ein Meeting der Extraklasse, das einmal mehr deutlich machte, dass es auch Spitzen-Leichtathletik ohne den Meister von der karibischen Insel gibt.

dl-paris-2015-dibaba-eurosport2Genzebe Dibaba gewann überlegen das Duell gegen Ayana über 5000 m in Paris.  (c) Eurosport 2

 

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Die Splits der Spitze – 5000 m Frauen:

1000 m 2:54,13
2000 m 5:38,98 2:44,86
3000 m 8:36,17 2:57,19
4000 m 11:28,33 2:52,16
5000 m 14:15,41 2:47,08

 

Die Splits der Spitze – Runde für Runde (Quelle: Mark Butler):

400m:  65.9 – Tverdostup (Tempomacher)
800m:   2:18.8 (72.9) – Tverdostup
1200m: 3:28.5 (69.7) – Tverdostup
1600m: 4:35.3 (66.8) – Ayana
2000m: 5:39.0 (63.7) – Ayana
2400m: 6:49.7 (70.7) – Dibaba
2800m: 8:03.5 (73.8) – Dibaba
3200m: 9:09.5 (66.0) – Ayana
3600m: 10:18.3 (68.8) – Ayana
4000m: 11:28.4 (70.1) – Ayana
4400m: 12:39.3 (70.9) – Ayana
4800m: 13:44.1 (64.8) – Dibaba
5000m: 14:15.4 (31.3 last 200m) – Dibaba

 

  Die schnellsten Zeiten über 5000 m der Frauen (Quelle: IAAF):

1. 14:11.15 Tirunesh Dibaba ETH Oslo 06 JUN 2008
2. 14:12.88 Meseret Defar ETH Stockholm 22 JUL 2008
3. 14:14.32 Almaz Ayana ETH Shanghai 17 MAY 2015
4. 14:15.41 Genzebe Dibaba ETH Paris 04 JUL 2015
6. 14:16.63 Meseret Defar ETH Oslo 15 JUN 2007
7. 14:19.76 Genzebe Dibaba ETH Eugene 30 MAY 2015
8. 14:20.87 Vivian Cheruiyot KEN Stockholm 29 JUL 2011
9. 14:21.29 Genzebe Dibaba ETH Oslo 11 JUN 2015
10. 14:21.97 Almaz Ayana ETH Paris 04 JUL 2015

Meeting in Nancy (FRA): Makhloufi (ALG) läuft Weltklassezeit über 1000 m

Bestens geführt von zwei Tempomachern lief der algerische Olympiasieger über 1500 m, Taoufik Makhloufi, beim Meeting im französischen Nancy am 1. Juli 2015 ein grandioses Rennen über die eher selten gelaufene Distanz über 1000 m. Bereits nach der ersten Runde in 52,27 war klar, dass es eine schnelle Zeit gehen könnte. Als nach 600 m (1:18,60) der erste Tempomacher seine Dienst quittierte sorgte der zweite „Hase“ bis 800 m in einer 53,83 Runde und einem Split von 1:46,10 für eine sehr flotte Fahrt.

Nun ging Makhloufi an die Spitze und erzielte mit 26,98 für die letzten 200 m im Ziel mit einer Zeit von 2:13:09 für die viertschnellste Zeit der Geschichte. Dabei kam er bis auf gut 1 Sekunde an den Weltrekord von Noah Ngeny (KEN) mit 2:11,96 aus dem Jahr 1999 in Rieti heran. Die Konkurrenz folgte weit abgeschlagen. Makhloufi besserte mit seiner Zeit den Landesrekord von Morcelli, der zuvor bei 2:13,74 stand.

Am Samstag will Makhloufi beim Diamond League Sportfest in Paris versuchen, die 1500 m unter 3:30 Minuten zu laufen. Der lange verletzte Weltklasseathlet meldete sich mit dieser großartigen Leistung eindrucksvoll in der Weltspitze des Mittelstreckenlaufs zurück.

Splits: 400 m – 52,27, 600 m – 1:18,60, 800 m – 1:46,10, 1000 m 2:13:08

makhloufi-nancy-2015Taoufik Makhloufi (ALG) lief in Nancy ein großartiges Rennen über 1000 m.  (c) Canal+ Sport

Resultat des 1000 m Lauf in Nancy:

1.  Taoufik Makhloufi ALG   2:13.08 NR WL PB
2.  Jonathan Kitilit KEN   2:15.78 PB
3.  Edwin Melly KEN   2:17.51 PB
4.  Abderrahmane Anou ALG   2:17.92 PB
5.  Bekele Gutema ETH   2:19.65 PB
6.  Alexandre Saddedine FRA   2:20.18 PB
7.  Guillaume Adam FRA   2:21.93 PB
8.  Ali Ben el Hadj TUN   2:22.11 PB
Thomas Larchaud FRA   DNF (pace)
Abdel Mahmoudi FRA   DNF

Video vom 1000 m in Nancy gibt es bei YOUTUBE.

Die schnellsten 1000m Läufer aller Zeiten:

1.  2:11.96  Noah Ngeny KEN  Rieti 5 Sep 1999
2.  2:12.18  Sebastian Coe GBR  Oslo 11 Jul 1981
3.  2:12.88  Steve Cram GBR  Gateshead 9 Aug 1985
4.  2:13.08  NR Taoufik Makhloufi ALG  Nancy 1 Jul 2015
5.  2:13.56  Kennedy Kimwetich KEN  Nice 17 Jul 1999
6.  2:13.62  Abubaker Kaki SUD  Eugene 3 Jul 2010
7.  2:13.73  Noureddine Morceli ALG  Villeneuve d’Ascq  2 Jul 1993
8.  2:13.9h  Rick Wohlhuter USA  Oslo 30 Jul 1974
9.  2:13.96  Mehdi Baala FRA  Strasbourg 26 Jun 2003
10. 2:14.09  Joaquim Cruz BRA  Nice 20 Aug 1984

Gold Coast Airport Marathon am 5. Juli 2015: Der „Marathon Juli-Weltrekord“ von 2:09:14 ist in großer Gefahr

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Während bei den Tempojagden der globalen Marathonszene in den letzten Dekaden das Zeitregime für die Absolvierung der Marathondistanz durch einen Menschen auf unter 2:03 Stunden abgesenkt wurde, hatte sich davon die Entwicklung speziell im Monat Juli weitgehend abgekoppelt. Durch die zu erwartetende Hitze im Monat Juli auf der nördlichen Halbkugel finden die großen Marathonläufe im frühen Frühling und Herbst oder auch in den Wintermonaten statt. Dabei sind es vor allem die Veranstaltungen in den Arabischen Emiraten, China oder Japan, die ihre Läufe im Winter organisieren und eine erstaunliche Flut an Höchstleistungen in den letzten Jahren produzieren konnten.

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Die schnellsten Marathonläufer im Monat Juli 30 Jahre nach ihrem Lauf im Grünauer Forst: Michael Heilmann (links) und Jörg Peter (Mitte).  (c) M. Köhler

Der Monat Juli macht diesbezüglich eine Ausnahme. Die Siegerzeit beim legendären Marathon im Grünauer Forst am 21. Juli 1984 des Dresdners Jörg Peter von 2:09:14, ist nach wie vor die schnellste jemals im Monat Juli erziele Zeit über die volle Marathondistanz. Diesbezüglich ist einzuschränken, dass es im letzten Jahr mit dieser Bestmarke denkbar eng wurde. Nur weil der Kenianer Silas Limo beim Marathon an der australischen Gold Coast während des Starts in der zweiten Reihe stand, eine Sekunde auf den Startschuiss verlor und der Wind nach der Wende bei 36 km kräftig bremste, muss sich Grünau diesen Weltrekord mit der australischen Veranstaltung teilen. So knapp wie möglich, blieb der Rekord den Berlinern erhalten. Aber man muss ihn sich jetzt mit dem Kurs an der australischen Ostküste teilen.

ogori-2014-yuki-after-10kmYuki ist einer von 10 Startern beim diesjährigen Gold Coast Marathon, die einen Marathon im Bereich des „Juli-Weltrekords“ abgeschlossen haben.  (c) H. Winter

In diesem Jahr, genauer am 5. Juli 2015, dürfte es noch wesentlich wahrscheinlicher sein, dass ein Läufer den „All-comers“ Rekord auf australischem Boden von 2:09:14 unterbieten wird. Vermutlich sogar sehr deutlich. Nur extrem ungünstige Wetterbedingungen beim Gold Coast Airport Marathon an der Küste Queenslands in Australien könnte dies gegebenenfalls verhindern. Das Feld der Eliteathleten ist diesbezüglich einfach zu gut. Und während bei uns in den nördliche Gefilden der Sommer Einzug hält und hochklassige Marathonläufe kaum stattfinden (ein Grund für den moderaten „Juli-Weltrekord“), hat in Australien der Winter Einzug gehalten, mit sehr förderlichen klimatischen Bedingungen für den Laufsport.

Der Topstar mit der schnellsten Vorleistung ist der Äthiopier Berhanu Shiferaw, der 2013 in Dubai 2:04:48 rannte. In diesem Jahr hat er bereits im März den Seoul Marathon bestritten, wo er allerdings nur 2:10:11 erreichte. Als späte Nachmeldung wurde soeben der US-Amerikaner Ryan Hall gemeldet, der mit seinen 2:04:58 vom Boston Marathon in einer ähnlichen Liga agiert. Auch Hall hat in den letzten Jahren nicht mehr an seine Topzeiten anknüpfen können. Nach letzten Meldungen wird er nicht den vollen Marathon mitlaufen.

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Die Spitzengruppe beim Gold Coast Marathon 2014 nach etwa der halben Distanz. Im grünen Trikot das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi.  (c) Veranstalter

Unter den 27000 Teilnehmer in diversen Wettbewerben wird auch der Japaner Yuki Kawauchi, der den Lauf vor zwei Jahren gewann und immer noch mit seiner Bestzeit von 2:08:14 auf eine Zeit von unter 2:08 wartet. Yuki hatte sich aber zu Silvester in Barcelona verletzt und seine Beschwerden nicht ausreichend auskuriert. Nach Lage der Dinge dürfte er kaum in der Lage sein, unter 2:10 Stunden zu rennen. Das dürfte wohl eher von anderen Herren im Elitefeld zu erwarten sein.Zu diesen zählt vor allem Albert Matebor (KEN, PB 2:05:25), Kenneth Mungara (KEN, 2:07:36) und Eans Ruto (KEN, 2:07:49). Auf vordere Platzierungen haben Ryo Yamamoto (JPN, PB2:08:44), Samuel Woldeamanuel (ETH, PB 2:08:45) und auch Dereje Tadesse Raya (ETH, 2:08:46) gute Aussichten. Und beachten muss man natürlich den „Titelverteidiger“ Silas Limo (KEN, 2:09:14).
Man muss den Organisatoren schon sehr gute Arbeit bei der Zusammenstellung der Elitefelde bescheinigen. In der „Saure-Gurken-Zeit“ für die internationale Marathonszene gibt es somit im Juli ein Topevent hoher Güte. Dazu der Racedirector vor Ort Cameron Hart: “The confirmation of these elite runners is a significant development for this year’s Gold Coast Airport Marathon and consolidates the event’s status as Australia’s leading marathon. Having these quality runners already locked in for the Gold Coast Airport Marathon is a strong indicator of the quality of this event and the pulling power it has on international elite athletes.“Bei den Frauen haben vier Eliteläuferinnen Zeiten unter 2:30 Stunden, so dass der Kursrekord durch Yukiko Akaba (JPN) von 2:27:17 ein realistisches Ziel ist. Auch den australischen All-Comers-Rekord von 2:23:14 durch Naoki Takahashi, erzielt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, erscheint möglich. Den Frauen „Juli-Weltrekord“ erzielte Fatuma Roba (ETH) am 28. Juli 1996 bei den Olmypischen Spielen in Atlanta mit 2:26:05.

Elite der Männer (Bestzeiten):

Berhanu Shiferaw Tolcha (ETH) 2:04:48
Ryan Hall (USA) 2:04:58 – Ist vor Ort, wird aber nicht starten.
Albert Matebor (KEN) 2:05:25
Kenneth Mungara (KEN) 2:07:36
Evans Ruto (KEN) 2:07:49
Yuki Kawauchi (JPN) 2:08:14
Ryo Yamamoto (JPN) 2:08:44
Samuel Woldeamanuel (ETH) 2:08:45
Dereje Tadesse Raya (ETH) 2:08:46
Silas Limo (KEN) 2:09:14
Dominic Kimwetich (KEN) 2:09:36
Tewelde Estifanos Hidru (ERI) 2:10:18
Wirimai Juwawo (ZIM) 2:12:38

Elite der Frauen (Bestzeiten):

Olena Shurhno (UKR) 2:23:32
Biruktayit Eshetu Degafa (ETH) 2:23:51
Risa Takenaka (JPN) 2:28:09
Keiko Nogami (JPN) 2:28:19
Tsehay Desalegn Adhana (ETH) 2:31:25
Manami Kamitanida (JPN) 2:31:34
Isabella Ochichi (KEN) 2:31:38

Die Monats-Weltrekorde im Marathon der Männer (Stand: 1. Juli 2015):

Januar Ayele Abshero ETH 2:04:23 27.1.2012 Dubai
Februar Dickson Chumba KEN 2:05:42 23.2.2014 Tokyo
März Wilson Loyanae KEN 2:05:37 18.3.2012 Seoul
April Duncan Kibet KEN 2:04:27 5.4.2009 Rotterdam
Mai Eliud Kiptanui KEN 2:05:39 9.5.2010 Prag
Juni Patrick Tambwe CG 2:08:55 20.6.2004 Mont St. Michel
Juli Jörg Peter
Silah Limo
GER
KEN
2:09:14
2:09:14
21.7.1984 Berlin-Grünau
6.7.2014 Gold Coast
August Samuel Wanjiru KEN 2:06:32 24.8.2008 Beijing
September Dennis Kimetto KEN 2:02:57 28.9.2014 Berlin (WR)
Oktober Wilson Kipsang KEN 2:03:42 30.10.2011 Frankfurt
November Geoffrey Mutai KEN 2:05:06 6.11.2011 New York City
Dezember Tsegay Kebede ETH 2:05:18 6.12.2009 Fukuoka

Diamond League Meeting in Paris am 4. Juli: Wettstreit zweier Ausnahmeläuferinnen

IAAF_DiamondLeagueNachdem der Start von der Saisonbesten über 5000 m der Frauen, der Äthiopierin Almaz Ayala, beim Diamond League Meeting in Paris St. Denis schon eine Zeit lang feststand, wurde nun der Start einer weiteren Ausnahmekönnerin der Szene bekannt gegeben. Genzebe Dibaba hat nun für Paris „nach“-gemeldet und damit dafür gesorgt, das es am französischen Nationalfeiertag zu einem außergewöhnlichen Wettkampf über die 12 1/2 Runden auf der Bahn kommen wird. Dass dabei die globale Marke der Dibaba Schwester Turnesh von 14:11.15 in erheblicher Gefahr sein dürfte, zeigt schon der Blick auf die aktuellen Leistungen der beiden Damen in der Saison 2015.

Ayana ist mit ihrer Leistung vom Meeting in Shanghai von 14:14.32 nach wie vor die schnellste Läuferin über 5000 m des Jahres und zeigte kürzlich in Rabat  auch über die 3000 m eine Weltklasseleistung. Gleichfalls hochklassig waren die Auftritte von Genzebe Dibaba, die in der Halle im Winter den Weltrekord auf famose 14:18.86 schraubte, den 5 km-Weltrekord auf der Straße Im kalifornischen Carlsbad knapp verpasste und in Eugene auf der Bahn 14:19.76.

Die Beiden sind bisher achtmal aufeinander getroffen, wobei Dibaba sechsmal vorne war. Über 5000 m steht der Vergleich bei 2:1. In Rom und Monaco war Dibaba vor Ayana, die Dibaba dann in Marrakech bei den Afrika-Meisterschaften besiegen konnte. Am Samstagabend wird es mit Sicherheit ein schnelles Rennen geben, bei dem zwei Tempomacherinnen in der ersten Hälfte mit km-Abschnitten von 2:50 für eine Fahrt in Richtung Weltrekord sorgen sollen. Nach Lage der Dinge ist bei diesem „Jahrhundert-Rennen“ dann alles drin.

Allerdings werden die beiden Ausnahmeläuferinnen einen weiteren Gegner im Kampf um schnelle Zeiten bekommen. Die Hitzewelle wird nach den Vorhersagen auch Paris erreichen und lassen Temperaturen zum Starttermin über 25°C erwarten. Sollten diese Prognosen eintreffen, dürfte sich ein Lauf in die Regionen des Weltrekord mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realsieren lassen.

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Im letzten Jahr besiegte Dibaba beim 5000 m Lauf in Monaco Ayana ganz knapp und lief dabei soeben unter 14:30 Minuten.  (c) Veranstalter

Vorwürfe des Doping gegen Nike Oregon Project (NOP): Stellungnahme von Alberto Salazar

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Spät, dafür aber um so ausführlicher nimmt Alberto Salazar Stellung hinsichtlich der Vorwürfe der Manipulation gegen ihn und die von ihm betreuten Athleten seines Nike Oregon Projects. Wie immer haben viele Dinge zwei Seiten, deshalb lohnt sich ein Blick auf seine Darstellung und seine Argumente. Dass Salazar nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist, zeigt sich auch an seiner Stellungnahme. Wie so vieles im NOP ist auch diese wieder ein Zeugnis extremer Aktion. Falls Sie die beiden Teile seiner (Gegen-)Darstellung vollständig lesen wollen, brauchen Sie schon etwas mehr Zeit …

Hier ist der Link zur: Ausführlichen Stellungnahme von Alberto Salazar zu den Vorwürfen des Dopings beim Nike Oregon Project.

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Alberto Salazar der Kopf des Nike Oregon Projects (NOP) nimmt ausführlich Stellung zu den Beschuldigungen gegen ihn und seine Athleten.  (c) NOP

5x5km Staffel-Lauf im Berliner Tiergarten: Ein Fest des Breitensports mit ingesamt 4931 Staffeln im Ziel

Bei der 16. Berliner Wasserbetriebe Team-Staffel über 5x5km ereichten an den drei Tagen vom 24. bis 26. Juni 2015 insgesamt 4931 Staffeln das Ziel im Tiergarten, unweit von Kanlzeramt und Reichstag. Bis auf etwas Regen vor dem Lauf am Freitag herrschten gute Bedinungen und insgesamt 24655 Finisher feierten ein Fest des (Breiten-)Laufsports. Im Gegensatz zu den Topevents des Veranstalters SCC events GmbH dominierte bei dieser Laufveranstaltung der Breitensport, entsprechend ist auch das Leistungsniveau zu sehen. In jedem Fall war die Stimmung auf dem Kurs durch den Tiergarten prächtig, und das Ziel der Organisatoren mit solchen Läufen auch eine größere Klientel ans Laufen zu bringen, geht sicher auf. Und Geld lässt sich mit solchen Events gewiß auch verdienen.

Sportlich sind die 5 km eine Distanz, die jederman auch mit wenig Training zurücklegen kann, entsprechend lassen sich besonders in Firmen, Organisationen und Vereinen Teilnehmer für einen solchen Wettbewerb rekrutieren. Dass dabei für die meisten Staffeln weniger die gelaufende Zeit oder die Platzierung eine Rolle spielt, versteht sich dann fast von selbst. Somit sind die Leistungen breitensportlich einzuordnen, und die Leistungsspitze ist in Anzahl und Klasse für eine Laufveranstaltung mit fast 25000 Teilnehmer sehr dünn ausgeprägt.

Begonnen hatte die Veranstaltung im Jahr 2000 mit 218 Staffeln, motiviert durch das Vorbild in Kopenhagen, wo schon damals über 20000 Teilnehmer berichtet wurden. Dass solche Zahlen keine Fiktion waren, zeigte sich auch schnell in Berlin. 2001 waren es schon 519, 2002 826 Staffeln am Start. 2003 überschritt man mit 1340 Teams (11 unter 1:30 Stunden) bereits die Tausendergrenze. Bald darauf wurde die Veranstaltung mehrtätig, um die vielen Anmeldungen zu verkraften, aktuell liegt man im Bereich 25000 Startern. Langfristig könnte man sich sogar eine ganze Staffel-Woche im Tiergarten vorstellen.

An den drei Tagen in diesem Jahr blieben insgesamt nur sieben Staffeln unter der Schwelle von 1 1/2 Stunden, das ist gerade einmal ein 18 Minuten-Schnitt über 5 km. Eine solche Zeit sollte eigentlich jeder engagierte Freizeitsportler locker schaffen. Vermutlich befanden sich im Teilnehmerfeld eine ganz erhebliche Anzahl solcher Kandidaten, die dann aber keine ausreichenden Mitstreiter im übrigen Team fanden. Enttäuschend ist das dann schon, was am Ende in den Listen an schnellen Zeiten registriert wird. Vor allem am zweiten Tag schaffte das Siegerteam gerade einmal 1:33:38 und nur sieben (!) Staffeln unter einem „4er-Schnitt“ von 1:40 Stunden. Bei 1649 Staffeln ist das schon bitter, reflektiert aber leider den Status bundesdeutschen (Freizeit-)Sports.

Die Auflistung der Team mit den Zeiten unter 1:30 Stunden ist sehr überschaubar:

Lang- und Laufladen – Team 1
Singer-Naumann-Fenske-Leineweber-Krunke
1:22:52 Mittwoch
Kanzlei Hoenig Berlin 1:23:47 Mittwoch
OBETA-Ebeling Team 1:28:39 Freitag
LG Buchsbaum 1:28:42 Freitag
The fastest of Moll Marzipan 1:29:22 Mittwoch
Lang- und Laufladen – Team 2 1:29:31 Mittwoch
SCC Berlin – Männer 1 1:29:34 Freitag

 

Wenn man dann reflektiert, was Einzelläufer über 25 km erreichen, braucht man gar nicht in die Dimensionen des Weltrekords von Dennis Kimetto (KEN) mit 1:11:18 oder die aktuelle Leistung des deutschen Läufers Paul Schmidt von 1:18:48 bei den BIG25 in diesem Jahr gehen. 1 Stunde 30 Minuten ist selbst für einen Einzelläufer nur das Niveau engagierter Hobbyläufer, wohlgemerkt allein! Die Veranstaltung fokusiert sich natürlich auf eine andere Klientel, aber Sport hat auch mit Leistung zu tun. Und die ist an der Spitze durchaus zu sehen, aber das ist einfach viel zu wenig.

Die Gesamtsieger kamen vom ersten Team des Lang- und Laufladens mit Singer-Naumann-Fenske-Leineweber-Krunke in 1:22:52, wobei Daniel Naumann zudem am Freitag noch zweimal aktiv war und am Ende mit der LG Buchsbaum Zweiter wurde. Und sehr beachtlich schlug sich auch das beste Team bei den Frauen, hier lag das erste Frauen-Team des des Lang- und Laufladens mit Al Sayad-Brandt-Neutzse-Boschan-Domaschk in 1:31:04 vorne. Damit hätten die flotten Damen aus Berlin den Lauf am Donnerstag sogar klar gewonnen, vor allen Männerteams!

5km-staffel-2015-vor-start„Stäbe hoch!“. Dieses Ritual erfreut sich vor dem Start immer wieder großer Beliebtheit.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-startPünktlich um 18:30 Uhr erfolgt der Start der 5×5 km Staffel. Hier der Start am Freitag, wo in der ersten Reihe die vorderen Staffeln im Ziel  noch nicht zu sehen sind.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-masse-danielNach dem Start lag Daniel Naumann (links hinter dem Läufer mit Startnummer 244/1) noch im Feld und lief für die Staffel „Berline Pilsener 1“. Danach führte er als Schlussläufer das Team von der LG Buchsbaum zu Platz 2.  (c) H. Winter

5km-staffel-2015-plaumannNach dem ersten Wechsel lag das Team OBETA-Ehling mit dem zweiten Läufer Mike Paumann noch deutlich zurück. Am Ende siegte diese Staffel in 1:28:39 für insgesamt 25 km.  (c) H. Winter

 

5km-staffel-2015-wechsel1Großes Gedränge herrschte bei den Wechseln, organisatorisch ist dieses Problem bei der massenhaften Staffelübergabe aber bestens gelöst.  (c) H. Winter

US-Meisterschaften 2015 in Eugene (OR): Rupp und Huddle gewinnen die 10000 m

2015USATF

Fast noch mehr als die sportlichen Resultate waren es vor allem die Beschuldigungen in Sachen Doping, die über den US-Meisterschaften in der der Leichtahletik schweben. Und diese Meisterschaften finden paradoxerweise auch noch in Eugene (USA, OR) statt, also ausgerechent dort, wo das Nike Oregon Project (NOP) beheimatet ist.

Um die Sache kurz zu machen. Galen Rupp, der zusammen mit Mo Farah in die Schusslinie der Anschuldigungen der dubiosen Praktiken seines Coachs Alberto Salazar geriet, zeigte sich unbeeinflusst von dem Trubel der letzten Woch nach einem BBC- Bericht über angebliche Praktiken im NOP und wurde zum sieben Mal in Folge US-Meister über die 10000 m auf der Bahn. Dass bei großer Wärme nahe der 30°C Marke keine Zeiten hoher Klasse zu erwarten waren, war schon vor dem Startschuss klar, aber eine Siegerzeit von 28:11,61 war durchaus beachtlich, zumal Rupp auf dem Schluss-Kilometer in 2:28 großes Stehvermögen demonstrierte und Benjamin True – der erst vor Wochenfrist die 5000 m bei der Diamond League in New York City gewinnen konnten – keine Chance auf die Meisterschaft ließ. Rupp lief die letzten 1200m in 3:02,12, d.h. seinen letzten 3 Runden lief er um 60,7 Sekunden, damit wird er auch in Beijing (so er nicht gespert wird) durchaus eine Rolle spielen können. Er hat mit seiner einmaligen Serie nun auch den legendären Frank Shorter hinter sich gelassen, der es auf fünf Titel in Serie brachte.

Hier gibt es alle Splits im Detail.

Anmerkenswert ist noch das Resultat, dass am Ende 14 US-Männern unter 29 Minuten blieben, was veranschaulicht, über welche Leistungsstärke im Langstreckenbereich die USA aktuell (wieder) verfügen. Dabei waren noch etliche Topläufer auf der Straße in Eugene gar nicht am Start.

Was an den Dopingvorwürfen wirklich substantiell dran ist, wird erst die nächste Zeit zeigen. Salazar hat in einem ausführlichen Statement nach längerer Bedenkzeit Stellung genommen, die Argumente sind allerdings nur bedingt überzeugend. Bleibt zu hoffen, dass sich die ganze Sache nicht so lange hinzieht wie seinerzeit bei der Ikone Lance Amstrong, vor allem auch mit einem anderen Ausgang.

Auch bei den Frauen gab es angesichts der Bedinungen von 90°F am Start (32°C) ein sehr schnelles Rennen, dass Molly Huddle in 31:39,20 vor Shalane Flangan gewann. Auch bei den Frauen gab es für ein Meisterschaftsrennen erstaunliche Leistungsdichte mit drei Läuferinnen unter 32 Minuten und sechs unter 33 Minuten.

 

Ergebnisse 10000 m der Männer:

1. Galen Rupp Nike / Nike Or P 28:11.61
2. Benjamin True Saucony 28:14.26
3. Hassan Mead Nike / Nike OTCE 28:16.54
4. Shadrack Kipchirchir U.S. Army 28:19.40
5. Ryan Vail Brooks 28:22.21
6. Aron Rono U.S. Army 28:24.73
7. Chris Derrick Nike / Bowerman 28:31.75
8. Diego Estrada ASICS 28:36.06
9. Aaron Braun adidas 28:38.86
10. Brian Shrader Saucony 28:40.12
11. Tyler Pennel Reebok / ZAP Fit 28:46.74
12. Jason Witt Unattached 28:49.43
13. Brendan Gregg Hansons-Brooks 28:52.16
14. Jonathan Grey Unattached 28:56.45

 

  Ergebnisse 10000 m der Frauen:

1. Molly Huddle Saucony 31:39.20
2. Shalane Flanagan Nike / Bowerman 31:42.29
3. Emily Infeld Nike / Bowerman 31:42.60
4. Amy Hastings Brooks 32:03.95
5. Emily Sisson New Balance 32:28.73
6. Desiree Davila Hansons-Brooks 32:53.50

 

 

Darmstädter Stadtlauf am 24. Juni 2015: Fate Tola und Abraham Yano vorne

darmstadt-citylauf-logo

Bereits zum 38. Mal ging der Darmstädter Stadtlauf in der Innenstadt der hessischen Metropole über die Bühne. Mit 1900 Teilnehmern war man am Limit. Weder Regenschauer noch Gewitter trübten die Stimmung am Mittwochabend in der City. Organisator Wilfried Raatz wurde von Nachmeldungen gerade zu überrollt: „Wir haben alles an Startnummer herausgehauen, was ging.“

Das Elite-Rennen der Männer über 7600 Meter dominierte der Vorjahres-Zweite Abraham Yano ( KEN) in 22:06,7, der sich erst auf der Zielgeraden von Solomon Merne Eshete (ETH ) in 22:07,3 absetzte. Auf Rang drei landete Vorjahressieger und Vielstarter Charles Maina (KEN) in 22:16,5. Die Siegerzeit auf dem winkligen Kurs mit Treppen-Passagen entspricht etwa einer Zeit von knapp über 29 Minuten über 10 km.

Das Frauen-Rennen über 5500 Meter gewann Fate Tola (ETH/LG Braunschweig) in 18:19. Die deutsche 10 000-Meter-Meisterin dieses Jahres lag klar vor Halima Kayo (ETH) in 18:23,5. Im Zielkanal fing Olha Kotovska aus der Ukraine in 18:28,2 die zeitgleiche Äthiopierin Indiya Sani ab. Aus dem Duell von Tola mit der aktuellen deutschen  Halbmarathon-Meisterin und Vorjahres-Zweiten Simret Restle-Apel (GW Kassel) wurde diesmal nichts, in 18:58,50 lag sie auf Platz 6 weit zurück.

darmstadt-stadtlauf-2015-frauen Das Elitefeld der Frauen im Lauf über 5500 m. Vorne mit Startnummer „111“ die spätere Siegerin Fate Tola von der LG Braunschweig. Simret Restle-Apel (102) spielte in Darmstadt keine Rolle.  (c) Zöller

 

Ergebnisse 7600 m der Männer

1.
Yano, Abraham
KEN
0:22:06,70
2.
Merne Eshete, Solomon
ETH
0:22:07,30
3.
Wachira Maina, Charles
KEN
0:22:16,50
4.
Beyene, Gadissa
ETH
0:22:17,00
5.
Maiyo, Hillary
KEN
0:22:52,00
6.
Tekle, Yossief
ERI
0:22:53,30
7.
Iukhymchuk, Mykola
UKR
0:22:55,50
8.
Katib, Joseph
GER
0:23:14,00
9.
Kiplagat, Patrick
KEN
0:23:31,00
10.
Arbogast, Jannik
GER
0:23:34,30
11.
Timashov, Wladimir
UKR
0:24:13,30
12.
Bräutigam, Marcel
GER
0:24:18,30

 

  Ergebnisse 5500 m der Frauen:

1.
Tola, Fate
GER
0:18:19,50
2.
Kayo, Halima
ETH
0:18:23,50
3.
Kotovska, Olha
UKR
0:18:28,20
4.
Sani, Indiya
ETH
0:18:28,20
5.
Kejeta, Melat Yisak
ETH
0:18:48,00
6.
Restle-Apel, Simret
GER
0:18:58,50
7.
Kiprop, Charity
KEN
0:19:03,20
8.
Sang, Chelangat
KEN
0:19:08,20

IAAF Diamond League Meeting in Paris am 4. Juli 2015: Almaz Ayana (ETH) will 5000 m Weltrekord angreifen

IAAF_DiamondLeague

Der Bestand des Weltrekords der Frauen über 5000 m auf der Bahn bleibt in Gefahr. Der Rekord von Tirunesh Dibaba mit 14:11,15 ist zwar von außergewöhnlicher Qualität, aber in der Saison 2015 sind dieser Marke zwei Athletinnen aus Äthiopien dieser Marke schon recht nahe gekommen. Und es besteht kein Zweifel, dass beide Ausnahmeläuferinnen das Potential haben, die Marke aus dem Jahr 2008 zu verbessern.

Bereits zum Saisonauftakt lief Almaz Ayana (ETH) beim Diamond League Meeting in Shanghai 14:14.32 und lag damit nur 3 Sekunden hinter der Rekordmarke ihrer Landsfrau. Auch die Schwester der Weltrekordlerin, Genzebe Dibaba, sägt an der globalen Marke, in Oslo verhinderte erst am 11. Juni vor allem der Wind eine schnellere Zeit als 14:21,29 nach einem grandiosen Sololauf.

Nun will Ayala beim IAAF Diamond League Meeting in Paris Denis am 4. Juli (symbolträchtiger Tag!) einen neuen Angriff auf den Rekord von Tirunesh unternehmen. Dass ihre Zeit von Shanghai keine singuläre Eintagsfliege war, zeigt sie erst letzte Woche in Rabat, wo sie auch auf der Unterdistanz über 3000 m in 8:22,22 eine großartige Zeit erreichte und nochmals ihr außergewöhnliches Potential demonstrierte. Übrigens hat Ayana recht gute Erinnerungen an das Stade de France in Paris, wo sich bei der WM 2013 ihr internationaler Durchbruch auf der 5000 m Distanz vollzog. Mit 14:25.84 gewann sie seinerzeit Bronze und verbesserte damals ihre persönliche Bestzeit gleich um 27 Sekunden. Zwei Jahre später dürfte ihr Leistungsvermögen noch um einiges höher sein.

Sollte sich ihr Vorhaben umsetzen lassen, könnte sie in der Tat für ein Glanzlicht des Meetings sorgen und dabei auch Usain Bolt, dessen kaum noch zu rechtfertigende Dominanz in der Präsentation bei den Meetings  einem so langsam auf den Senkel geht, in den (verdienten) Schatten stellen.

ayana-eth-2015Almaz Ayana (ETH) geht am 4. Juli zum National-Feiertag der Franzosen auf die Jagd nach dem 5000 m Weltrekord der Frauen.  (c) Veranstalter

21. Hella Hamburg Halbmarathon: Streckenrekorde durch Merhawi Kesete (ERI) und Agnes Mutune (KEN)

hella-hm-2015-logo

Der 21. Hella Halbmarathon Hamburg am 21. Juni 2015 war in allen Belangen ein großer Erfolg. Von 8072 Voranmeldungen und 8680 Anmeldungen insgesamt kamen 6412 Läufer ins Ziel und bei den Männern und Frauen gab es neue Streckenrekorde.Bei den Männern siegte Merhawi Kesete (ERI) in 1:00:52 und steigerte damit die alte Bestmarke von 1:01:42 um fast eine Minute. Auch bei den Frauen schaffte Agnes Mutune (KEN) mit 1:11:27 einen Kursrekord, der zuvor bei 1:12:46 stand.

Gleich nach dem Start hatte sich zunächst eine gut 10köpfige Spitzengruppe angesetzt, die nach 10 km noch fünf Läufer betrug, mit dabei Daniel Yator als Vorjahressieger und der Streckenrekordhalter Charles Maina. Kurz danach nahte schon die Frauenspitze, wo sich die Vorjahressiegerin Agnes Mutune absetzen konnte.

Am Ende siegte Merhawi Kesete aus Eritrea, der sich vor Daniel Yator gesetzt hatte in 1:00:52. Auch Yator als Zweiter lag mit 1:01:12 noch unter der alten Rekordmarke.

hella-hm2015-winnerMerhawi Kesete (ERI) siegte beim Hamburger Halbmarathon mit neuem Streckenrekord von 1:00:52.  (c) NDR

Die schnellsten deutschen Läufer folgten auf Rang 11 mit Marcin Blazinski (LG farbtex Nordschwarzwald) in 1:04:48  vor Paul Schmidt (Fitness First/thoni mara) in 1:05:06.

Bei den Frauen blieb Agnes Mutune auch in  der zweiten Hälfte voren und siegte in 1:11:27, womit sie um mehr als eine Minute ihren eigenen Streckenrekord unterbot. Im Minutentakt folgten die Nächstplatzierten für das Podium: Halima Beriso (ETH) 1:12:29 und Janet Rono (KEN) in 1:13:20.

 

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:

1, KESETE Merhawi (ERI) 1:00:52
2. YATOR Daniel Kipkosgei (KEN) 1:01:12
3. CHERUIYOT Charles (KEN) 1:01:57
4. YANO Abraham (KEN) 1:02:19
5. KIPLIMO Abraham (UGA) 1:02:27
6. KOGEI David (KEN) 1:03:37
7. BEYENE Gadissa (ETH) 1:03:38
8. GEBRETNSAE Okbay Tsegay (ERI) 1:03:40
9. MAIYO Hillary (KEN) 1:03:49
10. OMAR Ibrahim (DJI) 1:04:42
11. BLAZINSKI Marcin 1:04:48
12. SCHMIDT Paul 1:05:06
13. KIPROTICH Koskei Evens (KEN) 1:08:21
14. DETHLEFS Pascal 1:08:34
15. TS’OTLEHO Peter Fane (LES) 1:08:37

 

Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:

1. MUTUNE Agnes Katunge (KEN) 1:11:27
2. BERISO Halima (ETH) 1:12:29
3. RONO Janet (KEN) 1:13:20
4. SANI Indiya (ETH) 1:13:49
5. TANUI Susan (KEN) 1:13:54
6. SANG Chelangat (KEN) 1:16:51
7. DIETHERS Andrea 1:17:31
8. JEPKOECH Maureen Kiprono (KEN) 1:18:07
9. KIPROP Charity (KEN) 1:18:48
10. AMBJÖRNSSON Josephine (SWE) 1:19:45

B.A.A. 10 k – 10 km Lauf in Boston am 21. Juni: Arne Gabius in 28:36 auf Platz 5

baaa-ak-logo

Der Kenianer Daniel Salel gewann recht deutlich in 28:09 die B.A.A. 10 k in Boston (USA) und unterbrach damit die Siegesserie von Stephen Sambu, der in 28:21 diesmal nur Zweiter wurde. Sambu hatte den Lauf 2013 und 2014 gewonnen. Die Bedingungen waren wie im Vorfeld befürchtet denkbar schlecht, vor allem störte erheblicher Regen und eine zum Teil überflutete Strecke, die vom Stadtzentrum über den Campus der Boston University und zurück führte. Die starken Gewitter blieben aber glücklicherweise aus. Angesichts dieser Bedingungen waren die Zeiten der Eliteläufe überaus beachtlich.

Arne Gabius startete nach seinem Auftritt beim Diamond League Meeting in New York City nochmals bei einem Rennen in den USA und wurde am Ende in 28:36 Fünfter. Damit lag er noch vor dem Weltklasseläufer Geoffrey Mutai, der als Siebter 28:53 benötigte. Mutai hat die ersten beiden Auflagen des Laufs in den Jahren 2011 und 2012 gewonnen und stelle dabei im Jahr 2011 mit 27:19 den Streckenrekord auf, der auch in diesem Jahr sehr deutlich verfehlt wurde.

Bei den Frauen gewann die Kenianerin Mary Wacera in 32:07 vor der Favoritin Edna Kiplagat in 32:15. Platz 3 ging an Diane Mukuri aus Burundi in 32:23.

gabius-portrait-frankfurt-2015Arne Gabius startete noch einmal in den USA und wird bei den B.A.A. 10k in 28:28 immerhin Fünfter.  (c) H. Winter

boston-10k-results-men-strettiDirekt aus Boston: Die Liste der TOP15 über 10 km der Männer.  (c) A. Stretti

Grandmas Marathon in Duluth (MN, USA) am 20. Juni: Die Streckenrekordler geschlagen

grandmas-logo

Der Lauf im US-Bundesstaat hat große Tradition und wird weitgend auf der Route 61 von Two Harbours nach Duluth am Ufer des Lake Superior ausgetragen. Damit ist der Punkt-zu-Punkt-Kurs nicht Bestenlisten tauglich. Im letzten Jahr wurde einer der ältesten Streckenrekorde der globalen Marathonszene aus dem Jahr 1981 (!) durch den Kenianer Dominic Ondoro gebrochen, der das Ziel in Duluth nach 2:09:06 Stunden erreichte. Ondoro wollte diesmal noch schneller laufen, bekam aber nach 20 Meilen (10 km vor dem Ziel) Seitenstiche und fiel etwas zurück. Sein Streckenrekord blieb ihm aber erhalten.

Das Rennen der Männer bei der 39. Auflage des „Grandmas“, dessen Namen auf den ersten Sponsor des Laufs – eines Restaurant in Zielnähe – zurückgeht, wurde durch die beiden Kenianer Elisha Barno and Dominic Ondoro bestimmt, die auch in der kenianischen Läuferhochburg Eldoret und  in Santa Fe (NM) zusammen trainieren. Die angekündigten ungünstigen Wetterbedingungen traten nicht ein, mit Temperaturen um 15°C und kaum Wind waren die Voraussetzungen bis auf sehr leichten Regen akzeptabel.

10 km wurde von der Spitze in 30:34 passiert, die Hälfte war nach 1:04:50 – etwas zu langsam für einen Kursrekord – zurückgelegt. Nach 20 Meilen bekam Ondoro Probleme und Barno gewann in 2:10:36, Ondoro folgte nach 2:11:17, der zunächst sogar auf Platz 3 hinter Jordan Chipangama (ZIM) zurückfiel. Doch der wackre Kenianer kämpfte sich noch wieder auf die zweite Position vor und Chipangama wurde in 2:11:35 Dritter. Damitlaben die Drei vor über 6000 Aktiven, die nach ihnen das Ziel erreichten.

Ondoro meinte nach dem Lauf: “It was too wet, too cold. At 20 miles I got a side stitch and I told [Barno] ‘You go ahead. Don’t wait for me.’ But I’m not disappointed, my record is still there.”

 

Ergebnisse Marathon der Männer:

1. Elisha Barno KEN 2:10:36
2. Dominic Ondoro KEN 2:11:17
3, Jordan Chipangama ZAM 2:11:35
4. Negash Duki ETH 2:13:40
5. Birhanu Dare Kemal ETH 2:13:42
6. Luke Puskedra USA 2:15:27

 

Ergebnisse Marathon der Frauen:

1. Jane Kibii KEN 2:32:06
2. Lindsey Scherf USA 2:32:19
3. Sarah Kiptoo USA 2:32:51
4. Marci Gage USA 2:33:33
5. Dot McMahan USA 2:34:49
6. Caitlin Comfort USA 2:35:29