17. Xiamen Marathon (China) am 6. Januar 2019: Äthiopische Siege in Jahres-Weltbestzeiten

Marathon_Xiamen_2018

Mit eindrucksvoller äthiopischer Dominanz ging heute morgen die 17. Ausgabe des Xiamen Marathon in der Metropole am chinesischen Meer über die Bühne. Bei den Männern war der Vorjahressieger Dejene Debela Gonfa (ETH) in 2:09:26 vorne, bei den Frauen erwies sich Medina Deme Armino (ETH) in 2:27:25 als die schnellste Läuferin. Nach starkem Regen im Vorjahr herrschten in diesem Jahr mit Temperaturen um 15°C gute Bedingungen, allerdings verursachte der auffrische Wind an der Küste an einigen Stellen des Kurses nicht unerhebliche Probleme. Mit 36.826 Startern hatte man das Limit um 6000 Teilnehmer erhöht, insgesamt lagen den Veranstaltern 81.073 Anmeldungen für den mittlerweile größten Marathon-Lauf in China vor.

xiamen-mar-2019-startersEine Neuerung in der internationalen Marathonszene: Das kollektive Startsignal mit ca. 13 Pistolen. (c) Livestream/Screenshot

Da man in Xiamen Ambitionen auf das neue „Plantium Label“ der IAAF ab dem Jahr 2020 entwickelt, hatte man ein hochkarätiges Elitefeld verpflichtet, das vor allem bei den Männern den Streckenrekord von Moses Mosop aus dem Jahr 2015 von 2:06:19 angreifen sollte. In der frühen Phase des Rennens sah es diesbezüglich auch recht gut aus. Vor allem durch die Tempoarbeit von Gilbert Masai lag die erste Männergruppe nach 14:56 für 5 km und 29:58 nach 10 km auf Rekordkurs. Dies war auch noch bei 15 km in 44:55 der Fall, wo neben dem Tempomacher Masai  Asbel Kipsang (KEN), einer der Topfavoriten Eliud Kiptanui (KEN), Vorjahressieger Debela Gonfa (ETH) und Birhan Tesefaye (ETH) vorne lagen. Mit einem Abstand von ca. 100 m folgte eine Gruppe mit sieben Läufern, deren Rückstand im weiteren sich stetig verkürzte.

Über 1:00:20 bei 20 km wurde die Hälfte der Distanz nach 1:03:47 bis 1:03:50 erreicht, womit man durch eine auch dem Wind geschuldete Verschleppung des Tempo auf den letzten gut 5 km den Kursrekord aus den Augen verlor. Daran sollte sich auch auf dem zweiten Teil der Strecke nichts mehr ändern; man wurde sogar noch langsamer. Über 25 km in 1:15:50 lief die Spitzengruppe den kommenden 5 km-Abschnitt in nur 15:46, was zur Folge hatte, dass nach ca. 29 km die Verfolgergruppe zur Spitze aufschloss. Danach erreichten 2 Tempomacher und 7 Athleten 30 km nach 1:31:35, wobei Kipsang schon bei 25 km mit einem Krampf ausgestiegen war.

xiamen-mar-2019-finish-men-gonfaVorjahressieger Debela Gonfa gewann auch diesmal den Xiamen Marathon. (c) Livestream/Screenshot

Bei 35 km nach 1:46:58 stieg der letzten Tempomacher aus und fünf Läufer stritten um den Sieg. Der Abstand zur Durchgangszeit bei 35 km zum Streckenrekord von 1:44:10 war hier auf fast schon 3 Minuten angestiegen. 40 km erreichte das Führungsquartett nach 2:02:55, aber erst 600 m vor dem Ziel (2:07:43) fiel die Spitzengruppe auseinander, und der Kampf um den Sieg reduzerte sich 400 m vor dem Ziel (2:08:17) auf ein Duell des Vorjahressiegers Debela Gonfa und  Afewerk Mesfin Woldtensae (ETH). Gonfa gewann nach 2:09:26, Woldtensae folgte 2 Sekunden später. Und Birhan Tesfaye (ETH) komplettierte in 2:09:36 ein rein äthiopische Podium. Erst auf Platz 6 folgte mit Stephen Kibiwott (KEN) in 2:13:32 der beste kenianische Läufer in einer kaum beeindruckenden Zeit.

Nach dem Rennen wurde der Sieger bei XINHUA zitiert: „The race course is good, and the weather is really good. I like to race in China.“ Gonfa hatte neben zweimal Xiamen auch den letzten Marathon in Beijing gewinnen können. Bei den Frauen lagen nach 10 km in 33:34 vier Läuferinnen zusammen mit dem Tempomacher Emmanuel Biwott (KEN) in Front., von denen sich die 21-jährige Medina Armino (ETH) und  Shasho Insermu Mijana (ETH) nach 20 km in 1:07:29 absetzen konnten.

Die Frau mit der besten Vorleistung von 2:23:28 Insermu versuchte sich nach 30 km in 1:42:49 immer wieder von ihrer Mitstreiterin zu lösen, was ihr aber nie gelang. Als noch knapp 800 m zu laufen waren, zog Armino davon und gewann das Rennen in 2:27:25 noch recht deutlich vor Insermu in 2:27:42. Dritte wurde Fantu Jimma in 2:29:55. Während viele Dinge in der Organsation in Xiamen sehr gut funktionierten und in der Tat „Platinum“ waren, standen auch diesmal die sportlichen Leistungen etwas zurück.

Dieses Kriterium reicht sicherlich für höchste Weihen durch die IAAF noch sich aus. Zwar wurden in beiden Rennen Welt-Jahresbestzeiten aufgestellt, die sind aber auf recht bescheidenem Niveau und werden schon in knapp zwei Wochen bei den Marathon-Läufen in Houston und ggfs. sogar Mumbai in Gefahr geraten. Und spätestens am 25. Januar 2019 wird dann wieder der Duabi Marathon die Standards in ganz andere Dimensionen schrauben.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Dejene Debela GONFA ETH 2:09:26
2. Afewerk Mesfin WOLDTENSAE ETH 2:09:28
3. Birhan Nebebew TESFAYE ETH 2:09:36
4. Chele Dechasa BEYENE ETH 2:09:43
5. Belachew Alemayehu AMETA ETH 2:09:52
6. Stephen Kipkoech KIBIWOT KEN 2:13:32
7. Eliud KIPTANUI KEN 2:14:15
8. Robert Kiplimo KIPKEMBOI KEN 2:15:00
Splits des Siegers:
5KM 14:56
10KM 29:57 15:02
15KM 44:55 14:58
20KM 1:00:20 15:26
 HM 1:03:47
25KM 1:15:50 15:30
30KM 1:31:35 15:46
35KM 1:46:58 15:24
40KM 2:02:55 15:57
 Ziel 2:09:26  6:31
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Medina Deme ARMINO ETH 2:27:25
2. Shasho Insermu MIJANA ETH 2:27:42
3. Fantu Eticha JIMMA ETH 2:29:55
4. 何引丽  He Yinli CHN 2:33:28
5. Askale Alemayehu ADULA ETH 2:33:41
6. 马玉贵 Ma Yugui CHN 2:34:39
7. Yoshiko Sakamoto JPN 2:38:58