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“Weltklasse Zürich”: Ayana schlägt Dibaba über 3000 m bei einem Meeting mit vielen müden Helden
Das Elite-Meeting in Zürich – selbstbewußt und mit Recht als “Weltklasse Zürich” tituliert – konnte am 3. September 2015 die hohen Erwartungen nur sehr bedingt erfüllen. Auch durch die WM in Beijing war man diesmal spät in der Saison dran und die “Helden” der WM waren überwiegend sehr sichtbar müde. Bei allerdings recht kühlen äußeren Bedingungen blieb das in Zürich sonst übliche Feuerwerk an Topleistungen in vielen Events aus.
8:10 Minuten über 3000 m Hindernis der Männer durch Paul Koech (KEN), 1:45,55 Minuten durch Adam Kczczot (POL) über 800 m (Rudisha wurde nur Vierter) oder 1500 m der Männer in 3:35,79 durch Asbel Kiprop sind recht durchwachsene Leistungen, die die hohen Erwartungen im Vorfeld nicht ganz erfüllen konnten.
Das groß angekündigte Rennen über 3000 m der Frauen mit drei (!) Weltmeisterinnen von Beijing war am Ende sehr gut, aber nicht von dem erhofften Regime. Dazu gingen die beiden Topfavoritinnen Almaz Ayana (ETH), die Weltmeisterin über 5000 m, und Genzebe Dibaba (ETH), die Weltmeisterin über 1500 m, das Rennen zu zaghaft an. Nachdem man sich erst nach 200 m entschloss, den Tempomacherinnen zu folgen, wurde der erste km in “nur” 2:49,92 zurückgelegt. Erst dann wurde es durch die Initiative von Ayana deutlich schneller, mit 65 – 66er Runden wurde der zweite km in 2:45,44 zurückgelegt (Split: 5:35,36). In der letzten Runde versuchte Dibaba erstmals an ihrer Landsfrau vorbeizuziehen, aber Ayana konterte und setzte sich souverän von Dibaba ab. Mit einem Schluss-km von 2:47,00 erreichte sie die Ziellinie nach 8:22,36, womit sie allerdings etwas langsamer als im Frühjahr in Rabat war, wo sie mit 8:22,22 Afrika-Rekord gelaufen war. Dibaba folgte mit deultichem Abstand nach 2:26,54. Die dritte Weltmeisterin im Bunde, Vivian Cheruiyot (KEN), spielte in 8:38,91 auf Platz 6 keine Rolle.
Almaz Ayana (ETH) ist aktuell über die Bahnlangstrecken der Frauen das Maß der Dinge. (c) SRF-sportlive
“Weltklasse Zürich” am 3. September 2015: 26 Weltmeister von Beijing am Start
Die Weltspitze der Leichtathletik wird sich in Zürich wieder die Klinke in die Hand geben. „Wir können mit Stolz sagen, dass bei uns die grosse WM-Revanche stattfindet. Teilweise sind unsere Felder sogar besser besetzt, als der WM-Final in Peking“, stellt der für die Athletenverpflichtung verantwortliche Meeting-Co-Direktor Andreas Hediger fest.
„Mit dabei sind nicht weniger als 20 Einzel-Weltmeister sowie 12 Silber- und 20 Bronze-Medaillengewinner von Peking in Einzeldisziplinen sowie 17 Jahresweltbeste. Acht Olympiasieger von 2012 und sieben Olympiasieger von 2008 werten die Felder weiter auf“, ergänzt Hediger.
Zwölf Goldmedaillengewinner der Europameisterschaft im letzten Jahr kehren außerdem an ihre Erfolgsstätte, den Letzigrund, zurück. Unter ihnen ist auch ein großes Schweizer Aushängeschild, der Hürdenläufer Kariem Hussein.
Besonders hochkarätig ist das Feld der Frauen über 3000 Meter besetzt. Gleich drei Weltmeisterinnen treffen dort aufeinander: Die 1500 Meter-Siegerin Genzebe Dibaba bekommt es mit der 5000 Meter-Weltmeisterin Almaz Ayana (Äthiopien) und der 10000 Meter-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot (Kenia) zu tun.
Alle drei Medaillengewinner der WM treten außerdem im Weitsprung der Frauen sowie bei den Männern über 400 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter Steeple, im Hochsprung, Weitsprung und Diskuswerfen an.
Tianna Bartoletta (USA), Wayde van Niekerk (Südafrika), Asbel Kiprop (Kenia), Derek Drouin (Kanada), Greg Rutherford (Großbritannien) und Piotr Malachowski (Polen) erwarten damit sehr anspruchsvolle WM-Revanchen, bei denen sie ihre Vorherrschaft untermauern müssen. Die Blicke im ausverkauften Letzigrund werden sich außerdem auf 100 Meter-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce und 800 Meter-Weltrekordhalter David Rudisha richten.
Bei den Männern wird es außer den 3000 m Hindernislauf keine weitere Langstrecke geben, und bei der Besetzung der 200 m fehlen mit Bolt, Gatlin, etc. die Stars der Szene. Auch Europas neue Sprint-Königin Dafne Schippers sucht man in den Startlisten vergeblich.
Besonders spannend wird es im Diamond Race: In 16 Disziplinen fällt die Entscheidung über den Gewinner der Diamond Trophy, die mit einem Preisgeld von 40.000 US-Dollar dotiert ist. „Weltklasse Zürich“ beginnt am Donnerstag im Stadion Letzigrund um 17.55 Uhr mit dem Diskuswerfen der Männer. Das Programm dauert bis 22.05 Uhr. Am Mittwoch findet im Hauptbahnhof ab 18 Uhr bereits der Männer-Stabhochsprung statt.
Zeitplan “Weltklasse Zürich 2015”
Perth City to Surf Marathon am 30. August 2015: Yuki Kawauchi siegt überlegen
Ohne jede Konkurrenz gewann das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi den Chevron City to Surf Marathon im australischen Perth in 2:16:23. Damit lag er zwar 20 Minuten vor der Konkurrenz, verfehlte aber seinen Streckenrekord von 2:12:55 aus dem letzten Jahr recht deutlich. Vielstarter Yuki ist 2015 nicht in der Form der Vorjahre. Ingesamt waren bei dieser Traditionsveranstaltung mit der ersten Auflage bereits im Jahr 1975 etwa 50000 Teilnehmer in diversen Wettbewerben über 12 km, halben und vollen Marathon auf den Beinen.
Tröstlich für Yuki mag allerdings die Tatsache gewesen sein, dass er das Fernduell gegen seine japanischen Konkurrenten beim gleichzeitg stattfindenden Hokkaido Marathon knapp gewann. Dort lief der Sieger Arata Fujiwara bei heißen und schwülen Bedingungen 2:16:49.
Yuki Kawauchi gewann auch in diesem Jahr den Perth City to Surf Marathon. (c) ABC-online
| 1. | 2:16:23 | Yuki Kawauchi |
| 2. | 2:35:47 | Chris O’Neill |
| 3. | 2:47:55 | Justin Kelly |
| 4. | 2:48:29 | Kevin Matthews |
| 5. | 2:50:57 | Barry O Shea |
| 6. | 2:52:06 | Steve McKean |
WM Beijing 2015: 5000 m der Frauen – Ayana schlägt Dibaba mit Tempolauf ab 2000 m
Im 5000 m Lauf der Frauen verhinderte die Äthiopierin Almaz Ayana den erwarteten Doppelerfolg ihrer Landsfrau und 1500 m Weltmeisterin Genzebe Dibaba. Dabei half Ayana eine Taktik, die sich die kenianischen Männer hinsichtlich des Wettstreits gegen Mo Farah genau anschauen sollten. Denn nach zwei ruhigen Anfangs-Kilometern in 3:01,65 und 3:04,62, in denen Dibaba ähnlich provokativ am Ende lief wie Farah bei den Männern, verschärfte Ayana ganz plötzlich das Tempo erheblich und vollzog einen Lauf am Limit, dem nur noch Dibaba und die Kenianerin Viola Kibiwott folgen konnten. Das vorher dicht zusammen liegende Feld der Läuferinnen wurde innerhalb von Sekunden weit auseinander gerissen. Der dritte km wurde in 2:49,36 zurückgelegt, nur Dibaba war da noch im Schlepptau. Ayana erhöhte das Tempo weiter und konnte nach 3600 m mit einer Runde in 64,5 Sekunden (Tempo von 13:26 Minuten) Dibaba schnell abschütteln; den vierten km lief sie in 2:44,62.
Der Vorsprung war nun auf gut 50 m angewachsen und der Superstar der Saison geschlagen. Ayana ließ auch im Schlußpart nicht nach und erreichte mit einem Schluß-km von 2:47,58 das Ziel nach 14:26,83. Das war mit weiten Abstand die schnellste Zeit einer Läuferin bei einer WM (zuvor Tirunesh Dibaba 14:38,59). Wirklich erstaunlich waren die letzten 3000 m in 8:20,56 (die ersten 3000 m in 8:55,63). Mit dieser Zeit lag sie unter dem äthiopischen Rekord und der Jahres-Weltbestleistung von 8:22,22, die auch Ayana erzielte. Phänomenal! Und skaliert man ihre Zeit auf den letzten 3 km auf die gesamte Strecke, so lief Ayana ein Tempo von 13:54,3. Der Sieger der Männer lief gerade einmal 13:50:38 …
Mit dem größten Vorstand in der Geschichte der WM wurde Dibaba auf der Zielgeraden von ihrer Landsfrau Senbere Teferi in 14:44:07 noch abgefangen. Es gab nur Bronze für Dibaba in 14:44:14, diese Art von Medaille hatte Ayana bei der letzten WM errungen. Somit gingen alle Medaillen nach Äthiopien.
Almaz Ayana (ETH) stürmt zum WM Sieg im 5000 m Lauf der Frauen nach einem eindrucksvollen Tempolauf ab 2000 m. (c) ZDF-online
Zielfoto des Einlaufs beim 5000 m Lauf der Frauen. Nach Ayana (ganz rechts) ist eine große zeitliche Lücke unterdrückt. Danach erkennt man den knappen Kampf um Silber und Bronze, den Teferi mit 7/100 Sekunden zu ihren Gunsten entscheidet. (c) IAAF
| 1 | Almaz Ayana | ETH |
14:26.83 |
| 2 | Senbere Teferi | ETH |
14:44.07 |
| 3 | Genzebe Dibaba | ETH |
14:44.14 |
| 4 | Viola Jelagat Kibiwot | KEN |
14:46.16 |
| 5 | Mercy Cherono | KEN |
15:01.36 |
| 6 | Janet Kisa | KEN |
15:02.68 |
| 7 | Irene Chepet Cheptai | KEN |
15:03.41 |
| 8 | Susan Kuijken | NED |
15:08.00 |
| 9 | Ayuko Suzuki | JPN |
15:08.29 |
| 10 | Eloise Wellings | AUS |
15:09.62 |
| 11 | Mimi Belete | BRN |
15:17.01 |
| 12 | Stephanie Twell | GBR |
15:26.24 |
| 13 | Nicole Tully | USA |
15:27.42 |
| 14 | Misaki Onishi | JPN |
15:29.63 |
| 15 | Jennifer Wenth | AUT |
15:35.46 |
WM Beijing 2015: Marathon der Frauen – Mare Dibaba (ETH) gewinnt im Spurt
Im Spurt wurde die Entscheidung im Marathon der Frauen entschieden, wobei die Weltjahresschnellste Mara Dibaba (ETH) sich ohne großer Probleme nach 2:27:35 durchsetzen konnte. Sie siegte vor Helah Kiprop (KEN) in 2:27:36 und der für Brunei startenden Ex-Kenianerin Eunice Kirwa in 2:27:39. Erst nach Jemima Sumgong (KEN) in 2:27:42 folgte deutlich hinter dem Führungsquartett Altmeistern Edna Kiplagat (KEN) nach 2:28:18, die es damit versäumte, nach Daegu 2011 und Moskau 2013 zum dritten Mal hintereinander einen WM-Marathon zu gewinnen.
Die Bedingungen waren etwas günstiger als bei den Männern, da der Himmel mit dichten Wolken verhangen war, warm war es aber trotzdem. Dies erklärt auch das vorsichtige Anlaufen mit Splits von 17:51 für 5 km und 35:32 für 10 km. Bis zum Halbmarathon nach moderaten 1:15:16 blieb das Feld weiterhin lange zusammen, bis sich nach 35 km (2:04:04) eine Sechsergruppe herausbildete, aus der allerdings die Gewinnerin des London Marathon Tigist Tufa (ETH) schnell herausfiel. Neben Mare Dibaba (nicht verwandt mit Genzebe Dibaba, die später am Tag über 5000 m eine zweite Goldmedaille anpeilt) stritten nun die drei Kenianerinnen Helah Kiprop, Jemima Sumgon und Titelverteidigerin Edna Kiplagat sowie die nach Brunei eingebürgerte Kenianerin Eunice Kirwa um den Titel.
Eine Vorentscheidung fiel an der 40 km Marke (2:20:38), an der Kiplagat überraschend nicht mehr folgen konnte und damit alle Hoffnungen auf drittes WM-Marathon-Gold begraben musste. Eine Vierergruppe lief dann ins das “Vogelnest” von Beijing ein, und Mare Dibaba gewann den Spurt auf den letzten 100 m auf der Bahn im Stadion recht deutlich. China scheint für die Äthiopierin ein gutes Pflaster zu sein, denn bereits Anfang Januar lief sie in Xiamen mit 2:19:52 eine Zeit, die bisher keine andere Läuferin im Jahr 2015 unterbieten konnte. Zieht man die ehemalige Staatsangehörigkeit von Kirwa in die Rechnung ein, belegten die Ostafrikanerinnen die ersten sechs Plätze. Beste Europäerin wurde auf Platz 11 die Litauerin Rasa Drazdauskaité in 2:31:23.
Die Weltjahresschnellste 2015 war auch in Beijing die Schnellste: Mare Dibaba (ETH) gewann den WM Marathon im Spurt nach 2:27:35. (c) IAAF
| 1 | Mare Dibaba | ETH |
2:27:35 |
| 2 | Helah Kiprop | KEN |
2:27:36 |
| 3 | Eunice Jepkirui Kirwa | BRN |
2:27:39 |
| 4 | Jemima Jelagat Sumgong | KEN |
2:27:42 |
| 5 | Edna Ngeringwony Kiplagat | KEN |
2:28:18 |
| 6 | Tigist Tufa | ETH |
2:29:12 |
| 7 | Mai Ito | JPN |
2:29:48 |
| 8 | Tirfi Tsegaye | ETH |
2:30:54 |
| 9 | Hye-Song Kim | PRK |
2:30:59 |
| 10 | Serena Burla | USA |
2:31:06 |
| 11 | Rasa Drazdauskaité | LTU |
2:31:23 |
| 12 | Filomena Costa | POR |
2:31:40 |
| 13 | Sairi Maeda | JPN |
2:31:46 |
| 14 | Risa Shigetomo | JPN |
2:32:37 |
| 15 | Alina Prokopeva | RUS |
2:32:44 |
| 16 | Changqin Ding | CHN |
2:33:04 |
| 17 | Alessandra Aguilar | ESP |
2:33:42 |
| 18 | Jaisha Orchatteri | IND |
2:34:43 |
| 19 | Sudha Singh | IND |
2:35:35 |
| 20 | Visiline Jepkesho | KEN |
2:36:17 |
| 21 | Sinead Diver | AUS |
2:36:38 |
| 22 | Katarina Bérešová | SVK |
2:37:24 |
| 23 | Sarah Klein | AUS |
2:37:58 |
| 24 | Esther Erb | USA |
2:38:15 |
| 25 | Lishan Dula | BRN |
2:38:18 |
| 26 | Clara Canchanya | PER |
2:39:24 |
WM Beijing 2015: 5000 m der Männer – Mo Farah ist nicht zu schlagen
Der Brite Mo Farah ist auf den Bahnlangstrecken nach wie vor das Maß aller Dinge. Durch ein langsames Rennen spielten ihm die Ostafrikaner in die Hände und waren in allen Belangen chancenlos. Da die Stärke Mo im Finish mittlerweile sich auch in den letzten Busch herumgesprochen haben sollte, bleibt die Taktik der Kenianer und Äthiopier unverständlich. Herausragend an dem Lauf im Vogelnest von Beijing war weniger die Siegerzeit von 13:50,38 als viel mehr die Zeiten auf den letzten 1000 m! Mo Farah wurde somit zum dritten Mal hintereinander Weltmeister über die 5000 m. Bisher hatte nur Ismael Kirui (KEN) noch zweimal Gold über 5000 m bei einer WM geholt.
Fast im Fußgängertempo ging es los, 1000 m wurden nach 3:02,04 passiert, da könnten die Frauen morgen sogar schneller anlaufen. Auch die 2000 m Zwischenzeit von 5:58,69 waren wenig berauschend. Erst danach wurde es etwas schneller, 3000 m nach 8:47,28.
4000 m wurde nach 11:31,18 erreicht, somit wurde der letzte km von Farah in 2:19:20 gelaufen. Noch eindrucksvoller waren die letzten 800 m in großartigen 1:49,1 und die letzte Runde in 52,67. Das muss man kaum kommentieren. Dass der deutsche Teilnehmer Richard Ringer bei solchen Zeiten in der Schlußphase fast stehen blieb, ist in Grenzen nachzuvollziehen

Nach dem Titel über 10000 m gewann Mo Farah mit seinem Sieg über die 5000 m auch bei der WM 2015 das “Double” und kann von den Ostafrikanern einfach nicht besiegt werden.
| 1 | Mohamed Farah | GBR |
13:50.38 |
| 2 | Caleb Mwangangi Ndiku | KEN |
13:51.75 |
| 3 | Hagos Gebrhiwet | ETH |
13:51.86 |
| 4 | Yomif Kejelcha | ETH |
13:52.43 |
| 5 | Galen Rupp | USA |
13:53.90 |
| 6 | Ben True | USA |
13:54.07 |
| 7 | Ryan Hill | USA |
13:55.10 |
| 8 | Isiah Kiplangat Koech | KEN |
13:55.98 |
| 9 | Ali Kaya | TUR |
13:56.51 |
| 10 | Edwin Cheruiyot Soi | KEN |
13:59.02 |
| 11 | Albert Kibichii Rop | BRN |
14:00.12 |
| 12 | Mohammed Ahmed | CAN |
14:00.38 |
| 13 | Imane Merga | ETH |
14:01.60 |
| 14 | Richard Ringer | GER |
14:03.72 |
| 15 | Tom Farrell | GBR |
14:08.87 |
Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober 2015: Ein Rennen ohne “Hasen”
Noch hat der Chicago Marathon am 11. Oktober 2015 die Liste der Eliteathleten nicht öffentlich gemacht, da kündigt Race Director Carey Pinkowski an, dass man in diesem Jahr bei dem World Marathon Majors Event in der Windy City auf den Einsatz von Tempomachern, despektierlich im Deutschen auch als “Hasen” (engl: rabbits) bezeichnet, verzichten wird. Begründet wird dies ähnlich wie beim New York City und Boston Marathon durch einen Gewinn an Wettbewerb an der Spitze im Vergleich zu einem gnadenlosen Temporennen. Diese Logik ist durchaus nachzuvolziehen, die Entscheidung könnte aber auch andere Gründe haben.

Traditionell hatten in Chicago die “Hasen” für die Männerelite die Startnummern 50, 51, etc., dies ist in diesem Jahr Geschichte. Die Tempomacher sind dieses Jahr arbeitslos, die Elite muss es wie in New York City und Boston allein richten. Mit Startnummer 51 lief im letzten Jahr übrigens Ghirmay Ghebreslassie (ERI), der am letzten Sonntag in Beijing Marathon-Weltmeister wurde. (c) BOA Marathon
Race Director Carey Pinkowski dazu: “The race, not the time, is what counts. We have always tried to blend pace and competition. But the athletes relied too much on the pace up front, and the chemistry of the competition has become too much about settling in behind the rabbits. Without the rabbits, the leaders need a much greater level of concentration. That will allow us to see more tactics, strategy and competition throughout the race. This is a place where people always have come to run fast. Great competition produces great performances.”
Race Director Carey Pinkowski backt dieses Jahr “kleine Brötchen” und lässt ohne “Hasen” rennen. Links: Ex-Weltrekordler Steve Jones und rechts: Joan Benoit-Samuelson, die dieses Jahr mit Deena Kastor am Start und auf der Jagd nach Masters-Rekorden ist. Ohne Häsinnen! (c) H. Winter
Es hört sich immer gut an, wenn der rührige Organisator aus Chicago etwas von sich gibt. Aber ein weniger attraktiver Grund dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass man diesmal Probleme hatte, ein Feld von Weltklasseathleten zu rekrutieren. Die Entscheidung eines “Hasen-freien” Laufs ist insofern auch schade, als man in Chicago in den letzten Jahren im Begriff war, den kleinen leistungsmäßigen Rückstand zur Weltspitze mit Berlin und Dubai stetig zu reduzieren. So lief Weltrekordler Dennis Kimetto vor zwei Jahren mit 2:03:45 einen hochklassigen Streckenrekord. Diese Zeiten sind in Chicago (zunächst einmal) vorbei. Schade!
WM Beijing 2015: 3000 m Hindernis der Frauen – Gesa Felicitas Krause holt überraschend Bronze
Mit einer großen Überraschung wartete die erst 23jährige deutsche Läuferin Gesa Felicitas Krause im WM-Finale über 3000m Hindernis der Frauen auf. Denn als nach moderatem Beginn mit 9:09,96 für die ersten 1000 m und 6:22,27 nach 2000 m das Tempo enorm verschärft wurde, konnte die kleine Frankfurterin problemlos das Tempo der Spitze mitgehen und musste im Spurt nur den Favoritinnen Hyvin Kiyeng (KEN) und Olympiasiegerin Habiba Ghribi (TUN) denkbar knapp den Vortritt lassen. Gerade einmal 0,14 Sekunden trennten in diesem allerdings langsamsten WM-Finale der Geschichte die Läuferinnen auf dem Podium (siehe auch Zielfoto).
Als es nach dem letzten Hindernis Richtung Ziellinie ging, lag Krause sogar noch einmal kurz vorne, bevor sie von Kiyeng in 9:19,11 und dann auch Ghribi in 9:19,24 abgefangen wurde. Nur eine 1/100-Sekunde trennte Krause von Silber, die ihre Bestmarke vom Meeting in Monaco von 9:20,15 auf 9:19,25 steigern konnte. Mit dieser Zeit verfehlte sie den deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt von 9:18,54 beim WM-Finale im August 2009 in Berlin um weniger als eine Sekunde. Bemerkenswert an ihrer Leistung war auch der letzte km, der in 2:57 zurückgelegt wurde. Dies war die erste Medaille, die eine deutsche Läuferin in diesem Wettbewerb bei einer WM gewinnen konnte, und ist auch ein großer Erfolg von Wolfgang Heinig, der Krause seit mehreren Jahren trainiert.
Zielfoto des Einlaufs beim 3000 m Hindernislauf der Frauen bei der WM 2015 in Beijing. Nur eine 1/100 Sekunde trennten Platz 2 und 3. (c) IAAF
| 1 | Hyvin Kiyeng Jepkemoi | KEN |
9:19.11 |
| 2 | Habiba Ghribi | TUN |
9:19.24 |
| 3 | Gesa Felicitas Krause | GER |
9:19.25 |
| 4 | Sofia Assefa | ETH |
9:20.01 |
| 5 | Emma Coburn | USA |
9:21.78 |
| 6 | Hiwot Ayalew | ETH |
9:24.27 |
| 7 | Virginia Nyambura Nganga | KEN |
9:26.21 |
| 8 | Lalita Shivaji Babar | IND |
9:29.64 |
| 9 | Stephanie Garcia | USA |
9:31.06 |
| 10 | Salima Elouali Alami | MAR |
9:32.15 |
| 11 | Ruth Jebet | BRN |
9:33.41 |
| 12 | Colleen Quigley | USA |
9:34.29 |
| 13 | Özlem Kaya | TUR |
9:34.66 |
| 14 | Fadwa Sidi Madane | MAR |
9:41.45 |
| 15 | Rosefline Chepngetich | KEN |
9:46.08 |
WM Beijing 2015 – 1500 m der Frauen: Dibaba gewinnt mit super-schneller zweiten Hälfte
Genzebe Dibaba (ETH) gewann unangefochten die 1500 m der Frauen und holte damit erstmals eine Goldmedaille über diese Laufdistanz bei einer WM für Äthiopien. Das Rennen begann mit den beiden US-Amerikanerinnen Rowbury and Simpson außergewöhnlich langsam, wie die erste Runde in 1:17,06 belegt. Dann wurde es etwas schneller, aber 2:25,64 für 800 m waren nach wie vor überaus schwach. Aber genauso extrem wie die erste Hälfte verlief auch die Zweite, allerdings mit völlig umgekehrten Vorzeichen,
Dibaba übernahm nun das Kommando und legte gewaltig los. die nächsten 400 m nach 1200 m in 3:22,99 wurden in großartigen 57,24 zurückgelegt. Und auch die letzte Runde, auf der die Äthiopierin die Führung nicht mehr abgab, wurde in 59,4 wieder sehr schnell gelaufen. Da der Split bei 700 m 2:10,8 betrug lief Dibaba die letzten 800 m in fast unvorstellbaren 1:57,3 – eine herausragende Zeit schon in einem reinen 800 m Rennen – und passierte die Ziellinie nach 4:08:10. Nur drei Läuferinnen konnten das hohe Tempo noch halbwegs mitgehen, wobei Faith Kipyegon (KEN) in 4:08:96 Silber und Sifan Hassan (NED) in 4:09:36 Bronze gewannen.
Genzebe Dibaba (ETH) gewann WM-Gold über 1500 m der Frauen. Damit ist die Weltmeisterin über diese Distanz in der Halle und draußen, ferner hält sie auch beide Weltrekorde in Halle und an der (frischen) Luft. Mehr geht kaum. Allerdings geht ihre Mission WM-Doppel-Gold in Beijing über die 5000 m noch weiter. (c) Wikipedia
| 1 | Genzebe Dibaba | ETH |
4:08.09 |
| 2 | Faith Chepngetich Kipyegon | KEN |
4:08.96 |
| 3 | Sifan Hassan | NED |
4:09.34 |
| 4 | Dawit Seyaum | ETH |
4:10.26 |
| 5 | Laura Muir | GBR |
4:11.48 |
| 6 | Abeba Aregawi | SWE |
4:12.16 |
| 7 | Shannon Rowbury | USA |
4:12.39 |
| 8 | Angelika Cichocka | POL |
4:13.22 |
| 9 | Rababe Arafi | MAR |
4:13.66 |
| 10 | Tatyana Tomashova | RUS |
4:14.18 |
| 11 | Jennifer Simpson | USA |
4:16.28 |
| 12 | Malika Akkaoui | MAR |
4:16.98 |
WM Beijing 2015 – 10000 m der Frauen und 3000 m Hindernis der Männer: Die Kenianer gewinnen den “Länderkampf” gegen die USA
Die Entscheidungen über 10000 m der Frauen und im anschließenden 3000 m Hindernis-Lauf der Männer geriet – fast wie erwartet – zu einem “Länderkampf” Kenia vs. USA, den die Ostafrikaner allerdings klar zu ihren Gunsten entschieden. In einem recht moderat angelaufenen 10000 m der Frauen, man passierte die 5000 m nach erst 16:11,99 wurde es erst im letzten Drittel deutlich schneller. Es war vor allem die US-Amerikanerin Molly Huddle, die auf dem letzten km das Tempo enorm verschärfte, am Ende hatte aber Vivian Cheruiyot, die schon 2011 in Daegu den Weltmeistertitel errang, in 31:41,31 die Nase vorne, vor Gelete Burka (ETH) und Emily Infield (USA), die eine zu früh jubelnde Huddle noch knapp überspurtete. Dabei legte Cheruiyot den letzten km in sehr schnellen 2:48,30 zurück. Platz 5 ging an Sally Kipyego (KEN) und Platz 6 mit Shalane Flanagan wieder an die USA.
| 1 | Vivian Jepkemoi Cheruiyot | KEN |
31:41.31 |
| 2 | Gelete Burka | ETH |
31:41.77 |
| 3 | Emily Infeld | USA |
31:43.49 |
| 4 | Molly Huddle | USA |
31:43.58 |
| 5 | Sally Jepkosgei Kipyego | KEN |
31:44.42 |
| 6 | Shalane Flanagan | USA |
31:46.23 |
| 7 | Alemitu Heroye | ETH |
31:49.73 |
| 8 | Betsy Saina | KEN |
31:51.35 |
| 9 | Belaynesh Oljira | ETH |
31:53.01 |
| 10 | Susan Kuijken | NED |
31:54.32 |
Im Duell über 3000 m Hindernis war die Dominanz der Kenianer erdrückend. Nicht ganz erwartet belegten sie alle vier ersten Plätze. Haudegen Ezekiel Kemboi (KEN) siegte in 8:11,28 und wurde damit zum vierten Mal in Folge Weltmeister. Den kenianischen Erfolg in dem viel zu langsam angelaufenen Rennen (1000 m in 2:49:50) vervollständigten Conseslus und Brimin Kipruto sowie Jairus Birech. Erst dann kamen die beiden Amerikaner Daniel Huling und der hoch eingeschätzte Evan Jager, dessen Renntaktik eines langsamen Beginns den Kenianern in die Hände spielte. Nach 2000 m in 5:36,77 wurde der letzte km in 2:34,51 gelaufen, ganz schön flott für 2 1/2 Runden auf der Bahn mit Hindernissen und drei Wassergräben …
| 1 | Ezekiel Kemboi | KEN |
8:11.28 |
| 2 | Conseslus Kipruto | KEN |
8:12.38 |
| 3 | Brimin Kiprop Kipruto | KEN |
8:12.54 |
| 4 | Jairus Kipchoge Birech | KEN |
8:12.62 |
| 5 | Daniel Huling | USA |
8:14.39 |
| 6 | Evan Jager | USA |
8:15.47 |
| 7 | Brahim Taleb | MAR |
8:17.73 |
| 8 | Matthew Hughes | CAN |
8:18.63 |
| 9 | Krystian Zalewski | POL |
8:21.22 |
| 10 | Donald Cabral | USA |
8:24.94 |
Deutsche Läufer mit guten Leistungen auf der Halbdistanz bei der Vorbereitung auf den Berlin Marathon 2015
Mehrere deutsche Marathonläufer nutzten Läufe über die halbe Distanz zur Vorbereitung auf den in fünf Wochen stattfindenden Berlin Marathon. Bei Stadt-Lauf 2015 in Berlin- Steglitz war Julian Flügel (Team Memmert) eine Klasse für sich und lief weit vor dem restlichen Feld her. Nach der erste Hälfte in 31:40 für den Viertelmarathon war sogar noch eine Zeit unter 1:04 Stunden drin, dann wurde er aber etwas langsamer und erreicht in guten 1:04:30 das Ziel auf der Steglitzer Schloßstraße. Damit zeigte er gute Form in seinen Vorbereitungen auf den Berlin Marathon am 27. September 2015, wo er unter einer Zeit von 2:13 Stunden bleiben will. Insgesamt erreichten 4614 Teilnehmer im Viertel- und Halbmarathon das Ziel eines Laufs, für dem (laut Veranstalter) 6732 Meldungen vorlagen.
Julian Flügel lief in Berlin-Steglitz 1:04:30 im Halbmarathon. (c) H. Winter
In ähnlichen Dimensionen lief Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) mit Platz 8 in 1:04:48 beim Wörthersee-Halbmarathon im österreichischen Kärnten. Damit lag er vor dem Dresdner Paul Schmidt (Team), der 1:06:19 schaffte. Beide wollen gleichfalls in Berlin an Start gehen.
Den Lauf am Ufer des Wörthersee gewann der Kenianer Laban Korir in 1:01:53 Minuten vor seinen beiden Landsleuten Philemon Rono in 1:02:03 und David Kogei in 1:02:14. Bei den Frauen siegte Lisa Nemec (CRO) in 1:11:05 vor Viola Jepchumba (KEN) in 1:12:13. Auf Platz 6 lief Anna Hahner (Run2Sky) in 1:15:15 vor Zwillingsschwester Lisa in 1:16:55 ein. Anna plant am 27. September beim Berlin Marathon und Lisa am 25. Oktober in Frankfurt an der Startlinie zu stehen.
Ergebnisse im Halbmarathon der Männer:
| 1. | Laban Korir | KEN | 1:01:51 |
| 2. | Philemon Rono | KEN | 1:02:02 |
| 3. | David Kogei | KEN | 1:02:13 |
| 4. | Paul Mwangi | KEN | 1:02:20 |
| 5. | Geoffrey Ronoh | KEN | 1:02:49 |
| 6. | Petro Mamu | ERI | 1:03:40 |
| 7. | Abel Kirui | KEN | 1:03:42 |
| 8. | Philipp Pflieger | GER | 1:04:48 |
WM 1015 – 10000 m der Männer: Mo Farah besiegt die Kenianer und wird (wieder) Weltmeister
Mo Farah ist und bleibt einer der Superstars der Langstreckenszene. Souverän verteidigte der britische Ausnahmeläufer seinen WM-Titel über die 10000 m, was bisher nur den Haile Gebrselassie sowie Kenenisa Bekele gelungen war. Mit 27:01,13 siegte er vor den drei Kenianern Geoffrey Kamworor (27:01,76), Paul Tanui (27:02,83) und Bedan Karoki (27:04,77). Mit seiner Siegerzeit blieb Farah 4 Hundertstelsekunden unter den 27:01,17 von Kenenisa Bekeles beim Olympiasieg 2008, was somit einen neuen (allerdings kaum nennenswerten) Stadionrekord bedeutete. Ferner lief niemals ein Läufer auf chinesischem Terrain schneller über die 10000 m auf der Bahn. Arne Gabius, der sich in Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon befindet, musste früh abreißen lassen und wurde einmal überrundet (wobei er fair Platz machte) in 27:24,47 Siebzehnter des Laufs.
In sehr emotionalen Worten äußerte sich Gabius nach dem Lauf zu den Aktionen des (selbst ernannten) Doping-Experten Hajo Seppelt und was der gute Mann mit seinen unausgewogenen Recherchen angerichtet hat. Seppelt zeigte sich wenig einsichtig und kontert mit Phrasen, die man langsam nicht mehr hören kann und will. Profunder Journalismus, Herr Seppelt, sieht anders aus!
Viel hatten sich die Kenianer vorgenommen, um Mo Farahs Dominanz über die Bahnlangstrecken zu brechen, und agierten mit beeindruckender Teamarbeit. Um allerdings den Briten in Verlegenheit zu bringen, betrieben sie ihre Taktik eines schnelles Rennens am Anfang viel zu halbherzig. Bereits nach dem ersen km in 2:52 war klar, dass es keine Jagd am Limit geben würde. Dies zeigte sich auch bis zur Hälfte nach 13:40, was Farah in die Hände spielte. Dass eingangs der letzten Runde Farah nach vorne ging und die letzte Runden in tollen 54,14 lief – wobei er fast durch einen Tritt Kamworors in seine Hacke zu Fall kam – belegt sehr deutlich, dass man ihn so nicht bezwingen kann. Vermutlich hätten unsere wackren Kenianer mit einem Kurs auf den Weltrekord starten müssen, um Farah in Verlegenheit zu bringen. Ob sie diese Taktik allerdings dann durchgehalten hätten, ist kaum zu erwarten. Fazit: Mo Farah ist für die Kenianer einfach zu stark!
Mo Farah (GBR) lässt Geoffrey Kamworor (KEN) und seinen beiden anderen Landsleuten keine Chance im Spurt – Schlussrunde in 54,14 – und wird zum zweiten Mal Weltmeister über 10000 m. (c) ZDF online
Für den Rest des Feldes reichte allerdings die kenianische Taktik. Nur der ehemalige Trainingspartner von Mo, Galen Rupp (USA), konnte bis auf die Schlussrunde vorne mithalten, alle anderen Kontrahenten, insg. die Äthiopier, waren chancenlos und fielen überraschend deutlich zurück.
In der aktuellen Form ist es recht wahrscheinlich, dass Farah auch seinen Titel über die 5000 m verteidigen kann. Hier dürfte allerdings die Gegenwehr der Äthiopier erheblich stärker sein als am heutigen Tag über die 10000 m.
Ergebnis 10000 m Männer:
| 1 | Mohamed Farah | GBR |
27:01.13 |
| 2 | Geoffrey Kipsang Kamworor | KEN |
27:01.76 |
| 3 | Paul Kipngetich Tanui | KEN |
27:02.83 |
| 4 | Bedan Karoki Muchiri | KEN |
27:04.77 |
| 5 | Galen Rupp | USA |
27:08.91 |
| 6 | Abrar Osman | ERI |
27:43.21 |
| 7 | Ali Kaya | TUR |
27:43.69 |
| 8 | Timothy Toroitich | UGA |
27:44.90 |
| 9 | Joshua Kiprui Cheptegei | UGA |
27:48.89 |
| 10 | Muktar Edris | ETH |
27:54.47 |
| 11 | Mosinet Geremew | ETH |
28:07.50 |
| 12 | El Hassan Elabbassi | BRN |
28:12.57 |
| 13 | Nguse Amlosom | ERI |
28:14.72 |
| 14 | Cameron Levins | CAN |
28:15.19 |
| 15 | Hassan Mead | USA |
28:16.30 |
| 16 | Shadrack Kipchirchir | USA |
28:16.30 |
| 17 | Arne Gabius | GER |
28:24.47 |
| 18 | Tetsuya Yoroizaka | JPN |
28:25.77 |
| 19 | Teklemariam Medhin | ERI |
28:39.26 |
| 20 | Stephen Mokoka | RSA |
28:47.40 |
| 21 | Aweke Ayalew | BRN |
29:14.55 |
| 22 | Kenta Murayama | JPN |
29:50.22 |
| 23 | Yuta Shitara | JPN |
30:08.35 |
Die 1000m-Splits der Spitze:
| 1000 m | 2:52,22 | |
| 2000 m | 5:33,20 | 2:39,98 |
| 3000 m | 8:15,13 | 2:42,93 |
| 4000 m | 10,57,62 | 2:42,49 |
| 5000 m | 13:40,83 | 2:43,21 |
| 6000 m | 16:22,92 | 2:42,09 |
| 7000 m | 19:06,34 | 2:43,42 |
| 8000 m | 21:06,34 | 2:44,65 |
| 9000 m | 24:32,30 | 2:42,31 |
| 10000 m | 27:01,13 | 2:28.83 |
WM 2015 – Marathon der Männer am 22. August 2015: Ein 19jähriger aus Eritrea wird Weltmeister
Der Marathon bei der WM in Beijing nahm einen sensationellen Verlauf. Anstelle der hoch eingeschätzten Stars waren am Ende die “Nobodies” vorne. Bei allerdings durch Temperaturen oberhalb von 25°C hatte das Rennen mehr den Charakter eines “survival of the fittest”. Und da war ein erst 19 Jahre alter Läufer aus Eritrea wohl am besten auf diese Bedingungen vorbereitet. Ghirmay Ghebreslassie, dessen Stern in der Laufszene bezeichnender Weise beim Paderborner Osterlauf von 2 Jahren mit einer Halbmarathonzeit von knapp über einer Stunde aufging, gewann mit kluger Renneinteilung am Ende unangefochten in 2:12:27.
Obwohl Kenia seine Topstars aufgeboten hatte, gab es (wieder) ein Debakel bei einer WM für die Marathon-Nation #1. Der Paris-Sieger 2015 Mike Kigen war auf Platz 22 in 2:21 noch der Beste, die Weltrekordler Wilson Kipsang und Dennis Kimetto stiegen nach 30 km aus; Kipsang war da noch in Schlagweite, Kimetto lag da schon 3 Minuten zurück. Der positive Aspekt: Die beiden schnellsten Läufer aller Zeiten könnten jetzt noch bei einem der hochkarätigen Herbst-Marathons starten, wo die Bedingungen ungleich leistungsfördernder sein dürften.
Der Marathon mit einem sehr überschaubaren Zahl von 68 Startern begann mit einer ausgesprochenen Peinlichkeit. Direkt hinter der Elite starteten viele Tausend Hobbyläufer zu einem 10 km-Lauf, mit der der KOnsequenz, dass einige der Teilnmehmer in das Feld der WM-Teilnehmer liefen. Ein Mann mit der Startnummer 3762 lief sogar bis fast 5 km vorne weg und machte das “Tempo”. Ein ausgesprochener Skandal, der leider wieder belegt, in welchem desolaten Zustand die Leichtathletik aktuell agiert. Genutzt hat diese “Unterstützung” von außen wenig, die vorsichtig agierende Elite passierte 5 km nach langsamen 16:06.
Nach gut 3 km läuft immer noch ein (engagierter) Freizeitläufer des 10 km Laufs vor den Eliteathleten her und greift damit in den laufenden Wettkampf ein. Nach den Regeln müsste dies zur Annullierung der Resultate führen. In jedem Fall ist dies ein organisatorischer Skandal. (c) ZDF online
Die ersten Akzente setzte der Mogole Ser-Od Bat-Ochir, der später aber weit zurückfiel. Nach 10 km in 31:51 war man auf Kurs zu 2:14:33 und es begann die Zeit der Italiener Rugerro Pertile (der gute Mann wurde vor wenigen Tagen 41 Jahre alt!) und Daniele Meucci, die sich mehrmals im Verlauf des Rennen leicht absetzen konnten. Am Ende wurde sie für ihre Aktivität mit Platz 4 und 8 belohnt.
Bei 20 km nach 1:03:23 war das Tempo etwas schneller geworden, aber die diversen Gruppen schlossen sich wieder zusammen, 22 Läufer waren an der Spitze, bevor Pertile und Meucci das Tempo zum Halbmarathon in 1:06:55 weiter erhöhten. Bei 25 km (1:19:16) war Pertile wieder eingeholt und es begann nach 30 km in 1:35:02 der Auftritt von Tsepo Mathibello Ramonene aus Lesotho, der der Spitze schnell weit enteilte und dann mit Aufregung im Feld sorgte. Nach 35 km in 1:50:39 war aber sein Pulver verschossen und am Ende belegte der gute Aussenseiter in 2:17:17 Platz 14.
Nach 1:52 Stunden hatte der junge Ghebreslassie (ERI) den Führenden eingeholt und das Feld dahinter war da schon völlig auseinander gefallen, Jeder lief für sich. Yemane Tsegay (ETH) konnte nach gut 2 Stunden kurz zum Spitzenreiter aufsachließen, aber vor 40 km setzte sich Ghebreslassie noch einmal, diesmal entscheidend ab. Nach 40 km in 2:05:41 hatte er schon 12 Sekunden Vorsprung auf Tsegay, auf Platz 3 hatte sich Munyo Mutai mit 38 Sekunden Rückstand gekämpft. Die letzten 5 km hatte Ghebreslassie in beeindruckenden 15:02 zurückgelegt, der mit Abstand schnellste 5km-Split der gesamten Laufs.
In dieser Kostellation ging es auch ins Stadion: Ghebreslassie gewann überlegen nach 2:12:27 – eine Zeit, die durch die brutalen äußeren Bedingungen verständlich wird – , Platz 2 ging an Tsegay in 2:13:07 und Dritter wurde Mutai in 2:13:29. Im Ziel wartete niemand mit einem Zielband und auch eine Runde im Stadion war nicht zu laufen, was etliche Läufer hochgradig irritierte. Bei aller Perfektion chinesischer Organisationskunst, diesmal ging einiges daneben bzw. wurde überaus unglücklich arrangiert. Man kann nur hoffen, dass sich solche mehr als peinliche Dinge nicht weiter häufen.
Ghirmay Ghebreslassie ist der neue Weltmeister im Marathon. (c) ZDF-online
Die Splits der Spitze:
| 5 km | 16:06 | |
| 10 km | 31:51 | 15:45 |
| 15 km | 47:48 | 15:57 |
| 20 km | 1:03:23 | 15:35 |
| HM | 1:06:55 | |
| 25 km | 1:19:16 | 15:53 |
| 30 km | 1:35:02 | 15:46 |
| 35 km | 1:50:39 | 15:37 |
| 40 km | 2:05:41 | 15:02 |
| Marathon | 2:12:27 | 6:46 |
Ergebnis des WM Marathon am 22. August 2015 (T > 26°C):
| 1 | Ghirmay Ghebreslassie ERI |
2:12:27 |
| 2 | Yemane Tsegay ETH |
2:13:07 |
| 3 | Munyo Solomon Mutai UGA |
2:13:29 |
| 4 | Ruggero Pertile ITA |
2:14:22 |
| 5 | Shumi Dechasa BRN |
2:14:35 |
| 6 | Stephen Kiprotich UGA |
2:14:42 |
| 7 | Lelisa Desisa ETH |
2:14:53 |
| 8 | Daniele Meucci ITA |
2:14:53 |
| 9 | Amanuel Mesel ERI |
2:15:06 |
| 10 | Jackson Kiprop UGA |
2:15:15 |
| 11 | Chol Pak PRK |
2:15:43 |
| 12 | Alphonce Felix Simbu TAN |
2:16:57 |
| 13 | Javier Guerra ESP |
2:16:59 |
| 14 | Tsepo Ramonene LES |
2:17:16 |
| 15 | Berhanu Lemi ETH |
2:17:36 |
| 16 | Abdelhadi El Hachimi BEL |
2:17:40 |
| 17 | Aleksey Reunkov RUS |
2:18:11 |
| 18 | Solonei da Silva BRA |
2:19:19 |
| 19 | Tadesse Abraham SUI |
2:19:24 |
| 20 | Roman Fosti EST |
2:20:34 |
Marathon der Männer bei WM in Beijing am 22. August 2015: Die Weltrekordler wollen auch den WM-Titel
Die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM in der chinesischen Hauptstadt Beijing wird im Marathon der Männer mit Start um bereits 7:20 Uhr Ortszeit vergeben. Dabei ist der frühe Starttermin sicher eine gute Entscheidung hinsichtlich der hochsommerlichen Temperaturen, die zur Startzeit bereits 26°C betragen sollen und während des gut zwei Stunden dauernden Laufs auf etwa 30°C ansteigen werden. Das sind sicherlich keine optimalen Bedingungen für einen Marathonlauf, wobei der Vorteil einer geringen Luftfeuchte durch die miserable Luftqualität vermutlich wieder zunichte gemacht wird.
Durch die verknappten Kontigente an ostafrikanischen Läufern ist die Konkurrenz sehr überschaubar, allerdings für eine WM von herausragender Qualität. Somit wird der WM-Titel nur über die beiden Superstars der Szene Wilson Kipsang und Dennis Kimetto zu erringen sein. Der Titelverteidiger (und Olypiasieger) Stephen Kiprotich aus Uganda wird somit nur eine Chance auf einen weiteren Erfolg bei einem Meisterschaftsrennen haben, wenn das Rennen nicht zu schnell werden wird. Aber selbst Kirpotich konnte seine Bestmarke in diesem Jahr beim Tokyo Marathon auf 2:06:33 steigern. Dies ist übrigens bis auf eine Sekunde die gleiche Zeit, die der legendäre Sammy Wanjiru bei Olympischen Marathon 2008 an gleicher Stelle lief.
Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang ist einer der Favoriten für den WM-Marathon der Männer am 22. August. (c) H. Winter
Große Siegchancen werden Wilson Kipsang (KEN) eingeräumt, der beim letzten Olympia-Marathon in London Bronze holte, nachdem er bei 5 km die Trinkflasche verpasste und viele Zeit verlor, nach 15 km aber ein aberwitziges Tempo anschlug und das Feld sprengte. Kipsang ist mittlerweile ein sehr konstanter und erfahrener Läufer. Dies kann man nur bedingt vom aktuellen Weltrekordler Dennis Kimetto (KEN) sagem, der als Dritter beim London Marathon nicht ganz fit erschien. Sollte er seine gesundheitlichen Probleme überwunden haben, ist ihm ein Platz auf dem Podium so gut wie sicher.
Kipsang als auch Kimetto sind sehr zuversichtlich, dass der WM-Titel im Marathon wieder zurück in das Land der besten Läufer über diese Distanz geholt wird. Andererseits hat der Weltmeister Kiprotich die Chance, nach Abel Anton (1997 und 1999), Jaouad Gharib (2003 und 2005) sowie Abel Kirui (2009 und 2011) der vierte Doppel-Weltmeister zu werden.
Neben ihrem Landsmann Mark Korir, der in diesem Jahr in Paris gewann, und Titelverteidiger Stephen Kiprotich wird von äthiopischer Seite vor allem Lelisa Desisa zu beachten sein, der dieses Jahr zum zweiten Mal den Boston Marathon gewann. Ferner ist Desisa der amtierende Vize-Weltmeister nach Platz 2 bei der WM 2013 in Moskau. Ein weiterer Starter für Atiopien ist Hayle Lemi Berhanu, der in diesem Jahr durch seinen Sieg im Januar beim Dubai Marathon in 2:05:27 auf sich aufmerksam machte, danach gewann er im April noch den Warschau Marathon in 2:07:57. Seine bisherigen vier Marathonauftritte hatte er alle gewonnen. Wird diese Serie in Beijing anhalten? Das wäre dann doch eine Überraschung.
Startliste der Top-Favoriten mit Bestzeiten bis 2:10 Stunden
688 – Wilson Kipsang KIPROTICH KEN PB: 2:03:23 – 2015: 2:04:47
468 – Berhanu LEMI ETH 2:05:28 – 2:05:28
695 – Mark KORIR KEN 2:05:49 – 2:05:49
684 – Dennis Kipruto KIMETTO 2:02:57 – 2:05:50
461 – Lelisa DESISA ETH 2:04:45 – 2:05:52
470 – Endeshaw NEGESSE ETH 2:04:52 – 2:06:00
969 – Stephen KIPROTICH UGA 2:06:33 – 2:06:33
283 – Shumi DECHASA BRN 2:06:43 – 2:07:20
420 – Ghirmay GHEBRESLASSIE ERI 2:07:47 – 2:07:47
423 – Amanuel MESEL ERI 2:08:17 – 2:08:18
437 – Javier GUERRA ESP 2:09:33 – 2:09:33
875 – Aleksey REUNKOV 2:09:54 – 2:10:10




ETH
KEN
NED
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