Sidney Marathon am 20. September 2015: Die „Titelverteidiger“ sind wieder am Start

sidney-marathon-logo-2015Mit Marathons in Beijing, Kapstadt und Sydney beginnt an diesem Wochende die Serie der hochkarätig besetzten Marathons an allen Stellen des Globus, die sich über Berlin, Chicago, Amsterdam, Frankfurt, New York City, Fukuoka, etc. in den nächsten Wochen fortsetzen wird.

Auf der recht hügeligen Strecke in der australischen Metropole werden die Sieger des Vorjahrs beim Blackmores Sydney Marathon am Sonntag bei diesem IAAF Gold Label Road Race an den Start gegen. Bei den Männer ist der Titelverteidiger Gebo Burka (ETH) auch der Favorit auf den Sieg. Im letzten Jahr erzielte er den Streckenrekord von 2:11:18, der auf Grund des Streckenprofils besser ist, als es die pure Zeit ausweist. Dass der junge Äthiopier auch 2015 in guter Form ist, zeigt seine neue Bestzeit vom Houston Marathon 2:08:12 im Januar, wo er bis kurz vor Schluss sogar wie der Sieger aussah und erst auf dem letzten Metern abgefangen wurde.

Der stärkste Gegner dürfte ihm in Nicholas Chelimo erwachsen, dessen Bestzeit sogar bei 2:07:38 steht, die er allerdings schon 2010 in Eindhoven erzielte. Anch seinem Sieg in Köln 2013 in 2:09:45 war ein 2014 in Kosice 7 Minuten langsamer. Die weiteren Topläufer in Syndey haben die interessante Vorgeschichte, dass sie zum Teil noch Ende August in der „Hölle“ Beijings bei WM Marathon am Start waren. Ruggero Pertile (ITA) belegte as Master in Bejing einen tollen vierten Platz und auch  Cuthbert Nyasango (ZIM) mit einer Bestzeit von 2:09:52 war im WM-Rennen, wurde aber nur 23ter. Und  Ghebrezgiabhier Kibrom (ETH) wurde in 2:09:36 immerhin Achter beim London Marathon 2015.

la-marathon-2014-burka-winnerGebo Burka gewann 2014 den LA MArathon und lief in Houston im Jahr 2015 in Houston 2:08:12.  (c) LA Marathon

Bei den Frauen ist auch die Vorjahressiegerin Biruktayit Eshetu (ETH) am Start, die nun sogar den Sydney Marathon zum dritten Mal gewinnen kann. Auch die stellte im letzten Jahr bei ihrem Sieg mit 2:29:42 den Streckenrekord auf. Da die Organisatoren das Preisgeld für eine Zeit von unter 2:28 Stunden massiv erhöht haben, wird sie dieses Jahr sicher versuchen deutlich schneller zu laufen. Beim Houston Marathon im Januar demonstrierte sie, dass sie mit 2:23:51 deutlich schneller laufen kann. Beim Paris Marathon im April wurde sie dann Sechste.

Ihre Konkurrenz wird vor allem in den Keniannerinnen Jane Kiptoo und Miriam Wangari bestehen. Kiptoo erzielte ihre Bestzeit von 2:31:21 im Jahr 2014, in diesem Jahr gewann sie den Marathon in Genf in 2:35:44. Wangari lief im Januar im chinesischen Xiamen als Dritte in 2:27:53 Bestzeit Weiterhin dabei sind Alemitu Abera Begna (ETH) mit einer Bestzeit von 2:23:14  und Sun Lamei (CHN) von 2:27:55, beide Zeiten datieren allerdings aus dem Jahr 2012.

Übertragung von Marathonläufen im TV: Kommentar von Adharanand Finn zum WM-Marathon

Nachstehend folgt ein Kommentar des Autors des Buchs „Running with the Keyans“, Adharanand Finn, der den Kern der Sache recht treffend benennt. Die meisten Übertragungen von Marathonläufen außerhalb Japans sind Zumutungen, wobei überwiegend Leute involviert sind, denen der Sachverstand in hohem Maße fehlt. Leider!

adharanana-finn

Dear President Seb, can you make it one of your first priorities as head of IAAF to improve television coverage of athletics? After staying up into the wee hours to watch the men’s marathon in Beijing last night, I have a few simple suggestions.

Firstly, put people in charge of the live feeds who actually understand the sport. It’s no wonder people say they find marathons boring to watch on television when they’re so badly covered.

In Japan, elite long distance running races are some of the most popular sporting events of the year and while there are many cultural and historical reasons for this, the quality of the TV coverage is also a factor.

Watching a marathon is a little like watching a football or cricket match. For long periods it can meander without much happening, before suddenly there’s a burst of activity, a flurry of excitement. A runner makes a break, it gets covered, or someone fails to react, misses the move and gets dropped. Everything changes in those few seconds.

And it’s for those moments we watch, patiently following the ebb and flow, anticipating the moves, wondering who will make them, and when. This anticipation is part of the viewing experience, just like in football, or cricket.

Yet producers would never cut away from a football match to show what is happening somewhere else, then return to find two goals have been scored, and just carry on as though nothing has happened.

It’s even worse when you’ve stayed up until 3am to watch the race. The groans around the world could be heard across Twitter when we returned from watching one of the heptathlon hurdles heats to find an unknown runner from Lesotho leading the race by 20 seconds. The world record holder, Dennis Kimetto, had disappeared. The lead group of about 50 runners, which we had diligently watched sparring with each other for 90 minutes, without much going on, had suddenly been blown apart. How did that happen?

In Japan, if they miss a crucial moment, they go back and replay it. Really. Like you would a goal. That is the key bit of the action.

One simple device they use in Japan is called the split screen. I know the Japanese have a history of technological innovation, but really, it’s not that hard. You keep footage of the marathon up in one corner of the screen while you switch events, so those of us interested in the marathon can still follow the action. Simple, no?

Hell, you could even use it to show the longer track races when cutting away to field events. Or vice versa. The possibilities are endless.

Instead, last night we were left with the ridiculous scenario where we were looking out for glimpses of the big screen in the stadium, which was showing the marathon to those watching the events live.

TCS New York City Marathon am 1. November 2015: Erneute Auflage des Duells Wilson Kipsang vs. Lelisa Desisa

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Durch den zeitigen Ausstieg nach 32 km bei der WM Ende August in der Hitze von Beijing konnte erwartet werden, dass einer der Topstars der globalen Marathonszene noch beim einem der Herbstmarathons an den Start gehen wird. Bei Wilson Kipsang hat sich diese Vermutung bestätigt, er wird beim TCS New York City Marathon am 1. November laufen. Damit wird es zu einer Neuauflage des historischen Duells im letzten Jahr mit dem Äthiopier Lelisa Desisa kommen, das Kipsang 2014 erst kurz vor dem Ziel im Central Park zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Während Kipsang in Beijing durch den vorzeitigen Ausstieg Kräfte schonte, lief Desisa durch und wurde allerdings nur Siebter. Kipsang wurde beim London Marathon hinter Eliud Kipchoge Zweiter, Desisa wurde gleichfalls Zweiter in Dubai und gewann den Boston Marathon. Durch die extremen Bedingungen in Beijing (Hitze, Luftfeuchtigkeit und leichter Smog) wird der Marathon Ende August dem Äthiopier erheblich Ressourcen gekostet haben.

Gleiches dürfte für Yemane Tsegaye (ETH) gelten, der in Beijing zu Silber lief. Gute Aussichten auf Topplatzierungen haben die beiden Kenianer Stanley Biwott und Geoffrey Kamworor. Biwott überzeugte erst am letzten Sonntag beim Halbmarathon des Great North Runs, wo er bis kurz vor Schluß ein hohes Tempo gegen Mo Farah anschlug und nur knapp in der Topzeit von 59:23 unterlag. Kamworor musste sich kürzlich gleichfalls von Farah geschlagen geben. Im WM-Finale über 10000 m holte er Silber. Mit Gebre Gebremariam (ETH) sind in New York City immerhin 5 Läufer am Start, der erstmals nicht mehr unter der Leitung von Mary Wittenbery Robertson erfolgen wird, die in diesem Jahr ihren Job als Race Directorin aufgab.

london-2015-wilson-42kmWilson Kipsang wurde im April Zweiter beim London Marathon und startet am 1. November in New York City.  (c) H. Winter

Die Liste der männlichen Topathleten:

Wilson Kipsang, KEN 2:03:23
Lelisa Desisa, ETH 2:04:45
Yemane Tsegaye, ETH 2:04:47
Gebre Gebremariam, ETH 2:04:53
Stanley Biwott, KEN 2:04:55
Geoffrey Kamworor, KEN 2:06:12
Yuki Kawauchi, JPN 2:08:14
Meb Keflezighi, USA 2:08:37
Daniele Meucci, ITA 2:11:08
Nick Arciniaga, USA 2:11:30
Zicheng Li, CHN 2:13:12
Craig Leon, USA 2:13:53
Juan Luis Barrios, MEX 2:14:20

Copenhagen Halbmarathon am 13. September 2015: Bedan Karoki läuft mit 59:14 Jahres-Weltbestzeit

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1 1/2 Jahre nach den Weltmeisterschaften im Halbmarathon in der dänischen Hauptstadt gingen 24000 Teilnehmer an der Start des „Copenhagen Half Marathon“, einer sehr gut organisierten Veranstaltung. Das IAAF Bronze Label Road Race überzeugte auf ganzer Linie – Weltklassezeiten, tolle TV-Übertragung, etc. – , woanders hat man ohne diese Leistungen ein Gold Lable.

Das Rennen mit einem Topfeld bei den Männern hielt den hohen Erwartungen Stand, die Siegerzeit des Kenianers Bedan Karoki von 59:14 ist die schnellste Zeit über die Halbmarathondistanz des Jahres 2015. Sehr gute Tempomacher sorgten von Anfang an für eine hohe Pace, über 2:45 für den ersten km ging es in 13:54 nach 5 km, wo 12 Männer die Spitzengruppe bildeten. Vor der 10 km Marke, die man nach 27:56 erreichte, gingen die Tempomacher aus dem Rennen und man wurde etwas langsamer. Noch 9 Läufer waren vorne, wobei die Gruppe sich schnell auseinanderzog. Man lag auf Kurs zu einer Zeit von 59 Minuten.

Noch vor der 15 km Marke ergriff Karoki die Initiative und setzte sich schnell ab, dahinter formierte sich eine dreiköpfige Verfolgergruppe, die zunehmend an Boden verlor. Bei 20 km in 56:05 war klar, dass eine neue Bestzeit für Karoki und für das Jahr 2015 geben würde. Bedan Karoki siegte in 59:14 vor Alex Korio (KEN) in 59:28 und Edwin Kipyego in 59:30. Mit Simon Cheprot (KEN) lief mit 59:32 noch ein vierter Läufer unter der prestigeträchtigen Stundengrenze. Auch auf den nächsten Plätzen wurden bemerkenswerte Zeiten erzielt. Einer der Favoriten, der Sieger des Berliner Halbmarathons vom April 2015, enttäuschte aber auf ganzer Linie: Berhanu Legese wurde in 1:02:56 im geschlagenen Feld nur 17.

Dazu der Sieger, der weitgehend in Japan lebt und trainiert: “The weather was not too bad; perfect temperature, but a bit windy. I am very happy with my PB. At 8km the pace was slowing down, so I wanted to push. It was a bit hard to run mostly on my own. With more competition, I could have run under 59 minutes.”

copenhagen-hm-2015-siegerBedan Karoki (KEN) gewann den Copenhagen Halbmarathon nach 59:14 Minuten.  (c) Veranstalter

Auch das Rennen der Frauen war flott mit 15:58 für 5 km und 32:18 nach 10 km. Hier lagen noch vier Läuferinnen vorne. Nach 15 km in 48:44 waren nur noch Purity Rionoripo (KEN) und Sutume Asefa (ETH) in Front, Kabuu lag knapp zurück. Am Ende war Purity Rionoripo die Beste in 1:08:29, womit sie ihre Bestzeit um eine 1/2 Minute steigerte und damit alle drei ihrer bisherigen Halbmarathons gewann.

Sutume Asefa wurde nach ihrem Sieg über 25 km bei den BIG25 im Mai nun Zweite in 1:08:47 und kurz dahinter folgte dann Lucy Kabuu (KEN) in 1:08:51.


Ergebnisse der Männer:

1 Bedan Karoki Muchiri (1) KEN 59:14
2 Alex Oloitiptip Korio (7)  KEN 59:28
3 Edwin Kipyego (8)  KEN 59:30
4 Simon Cheprot (4)  KEN 59:32
5 Paul Kip. Lonyangata (6)  KEN 1:00:01
6 Philip Langat (13)  KEN 1:00:04
7 Joel Kemboi Kimurer (3)  KEN 1:00:58
8 Emmanuel Kipk. Bett (9)  KEN 1:01:01
9 Richard Sigei (19)  KEN 1:01:08
10 Shumay Mogos (44)  ETH 1:01:09

 

  Ergebnisse der Frauen:

1 Purity Cherotich Rionoripo (154)  KEN 1:08:29
2 Sutume Asefa (152)  ETH 1:08:47
3 Lucy Wangui Kabuu (157)  KEN 1:08:51
4 Christelle Daunay (153)  FRA 1:09:57
5 Margaret Agai (162)  KEN 1:09:57
6 Elizeba Cherono (156)  KEN 1:10:52
7 Gladys Jepkemoi Yator (159)  KEN 1:10:54
8 Helen Bekele (161)  ETH 1:11:55

 

Great North Run am 13. September 2015: Mo Farah gewinnt und läuft einen (leider nicht gültigen) Europa-Rekord

great-nirth-2015-logoOhne Frage ist und bleibt der Brite Mo Farah das Maß aller Dinge auf den Langstrecken. Auch bei Great North Run im englischen Newcastle konnte einer der besten Kenianer Stanley Biwott nicht bezwingen. Auf dem leider nicht Rekord tauglichen Punkt-zu-Punkt-Kurs gewann Farah in 59:23 knapp vor dem Kenianer, das wäre ein neuer Europa-Rekord gewesen, den Mo erst im April mit 59:32 in Lissabon aufgestellt hat. Dabei begann das Rennen recht verhalten mit einer Zwischenzeit von 14:26 bei 5 km. Kurz vor 10 km forcierte Mike Kigen (KEN) das Tempo, so dass dort die Durchgangszeit 28:45 betrug. Nach etwa 35 Minuten startet Stanley Biwott eine vorentscheidene Attacke, der nur noch Mo Farah folgen konnte.

Mit Meilenabschnitten bis hinunter zu 4:20 Minuten wurde das Rennen richtig schnell. Nach 42:29 wurde 15 km erreicht mit einem 5 km Abschnitt von phänomenalen13:44. Obwohl der Brite immer wieder etwas abreißen lassen musste, verlor er nie den Kontakt zum Führenden und kämpfte sich immer wieder an Biwott heran, der sichtlich bemüht war, den Doppelweltmeister von Beijing vor dem Finale loszuwerden. Da ihm dies nicht gelang, war der Ausgang des Rennen fast vorherzusehen. Nach 20 km in 56:39 (14:10) beginn ein sehenswertes Finale, in dem Mo die letzten 800 m in 2:01 und die letzten 400 m in 57 Sekunden heruntersprintete. Biwott hatte nicht die Spur einer Chance gegen den Ausnahmeläufer, der mit diesem Lauf eine überaus erfolgreiche Saison 2015 abschloß. Nach diesen Leistung kann man für die Zukunft nur gespannt sein,  was Mo vor allem noch auf der Straße leisten wird.

vlcsnap-2015-09-13-18h58m03s216Mo Farah war im Schlußspurt beim Great North Run nicht zu schlagen.  (c) BBCone

Die Abstände zu den Nächstplatzierten waren erheblich, Mike Kigen (KEN) lief auf Platz 3 1:00:10 und Stephen Mokoka (RSA) wurde in 1:00:40 Vierter.

Bei den Frauen war Mary Keitany (KEN) schnell auf sich alleine gestellt, nach nur 5 Minuten setzte sie sich von der Verfolgerinnen ab. Durch die Absagen der Topläuferinnen Rita Jeptoo (KEN) sowie Tigist Tufa und Gelete Burka (beide Äthiopien) war das Elitefeld der Frauen arg dezimiert worden. Bei 5 km in 16:01 war Mary bereits auf Kurs zu 1:07:30, diese Zeit war am Ende auch fast ihre Siegerzeit. Über 32:16 bei 10 km und 48:15 bei 15 km siegte sie überlegen in 1:07:32. Die Britin Gemma Steel sicherte sich problemlos in 1:11:00 Platz 2 und Jelena Procupkupa (LAT) komplettierte in 1:11:52 das Podium.

Eine erhebliche Enttäuschung produzierte (wieder einmal) Ryan Hall (USA), der die 5 km noch knapp unter 15 Minuten lief, danach aber zunehmend schlapp machte. Seine Zeit im Ziel von 1:09:38 ist absolut indiskutabel. Ganz nebenbei: Die Siegerin Mary Keitany war über 2 Minuten schneller als der US-Star.

Insgesamt nahmen wieder 55000 Läuferinnen und Läufer an dem größten Halbmarathon der Welt teil, bei dem im letzten Jahr nach dem Start im Jahr 1981 der Millionste Finisher gefeiert werden konnte.

 

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Usti nad Labem Halbmarathon am 12. September 2015: Peres Jepchirchir läuft 67:17

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Tschechien scheint für die erst 21-jährige Kenianerin Peres Jepchirchir ein gutes Terrain zu sein, denn nach ihrer Weltjahres-Bestleistung über 10 km mit 30:55 beim Birell Grand Prix am letzten Wochenende in Prag gewann sie in der Klassezeit von 67:17 auch den Halbmarathon im böhmischen Usti nad Labem (deutsch: Aussig). schon früh hatte sie sich von allen Mitstreiterinnen absetzt und war bereits nach 15:32 für die ersten 5 km auf Kurs zu einer Zeit um 65:30 Minuten, die weit unter ihrer Bestleistung von 69:12 lag.

Dann blieb das Rennen schnell, aber für die nächsten 5 km zur 10 km Marke brauchte sie mit 16:16 (Split: 31:48) schon deutlich länger. Nach 15 km in 47:32  wurde das Tempo wieder auf hohem Niveau gehalten (5 km-Abschnitt in 15:44), so dass ein neuer Streckenrekord (69:08 Minuten) so gut wie sicher war. Im Ziel hatte sie dann mit einer Zeit von 67:17 einen Riesenvorsprung auf die Verfolgerinnen Shitaye Eshete (BHR) in 70:14 und Linah Cheruto (KEN) in70:48.

Bei den Männer war der Einlauf ein Zweikampf zwischen Merhawi Kesete (ERI) in 60:58 und Barselius Kipyego (KEN) in 60:59. Als Dritter folgte dann Eliah Tirop (KEN) in 61:12. Kesete hatte bereits im Juni den Hamburg-Halbmarathon gewonnen. Der Streckenrekord von 60:38 aus dem Jahr 2013 durch Philemon Limo (KEN) blieb von Anfang des Rennens an außer Reichweite.

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Peres Jepchirchir (KEN) gewann nach den 10 km in Prag eine Woche später auch den Halbmarathon im böhmischen Aussig.  (c) Usti nad Labem HM


Ergebnisse der Männer:

1. Merhawi Kesete ERI 60:58
2. Barselius Kipyego KEN 60:59
3. Elijah Tirop KEN 61:12
4. Festus Talam KEN 61:34
5. Emmanuel Oliaulo KEN 61:58
6. Kenneth Keter KEN 62:29

Ergebnisse der Frauen:

1. Peres Jepchirchir KEN 67:17
2. Shitaye Eshete BHR 70:14
3. Linah Cheruto KEN 70:48
4. Caroline Kilel KEN 71:45
5. Eva Vrabcova CZR 72:11
6. Etalemahu Habtewold ETH 72:43

Kopenhagen Halbmarathon am 13. September 2015: Weltklassefelder auf der WM-Strecke von 2014

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Auf dem gegenüber der WM 2014 leicht modifizierten Kurs geht beim Copenhagen Halbmarathon am Sonntag ein erlesenes Weltklassefeld an den Start, das in der Tat da Potential für sehr schnelle Zeiten hat. Allen voran ist Bedan Karoki (KEN) zu nennen, der auf dem flotten Kurs (Kamworor gewann den WM-Titel dort in 59:08) nicht nur den Streckenrekord im Auge hat. Aber jede Zeit in dieser Dimension wäre schon schneller als alle Leistungen im Halbmarathon dieses Jahres, in dem Stanley Biwott mit 59:20 beim City-Pier-City in Den Haag der Spitzenreiter ist. Karoki lief seine schnellste Zeit von 59:23 beim Philadelphia Halbmarathon, bei der WM in Beijing verpasste er auf Platz 4 über 10000 m knapp eine Medaille.

Zusammen mit Karoki, der aktuell in Japan lebt und bei der Cross-WM 2015 hinter Kamworor Zweiter wurde, stehen sieben Läufer mit Zeiten unter einer Stunde auf der Startliste, was die Qualität des Feldes nachdrücklich belegt. Die beste Vorleistung weist Simon Cheprot (KEN) auf, die er mit 59:20 auf der allerdings nicht zertifizierten Strecke von Rom-Ostia 2013 schaffte, nachdem er im Jahr zuvor dort bereits 59:39 gelaufen war. Der Äthiopier Berhanu Legese gewann dieses Jahr den Berliner Halbmarathon im März in 59:45. Edwin Kiprop Kiptoo lief 59:35 bei City Pier City im März, Joel Kimurer gewann den Valencia Halbmarathon in 59:36 im Jahr 2012, für Paul Lonyangata ist es hier das erste Rennen des Jahres, zuvor hatte er bereits zweimal die Stunde unterboten. Alex Oloitiptip (KEN) lief dieses Jahr 59:58 bei Azkoitia-Azpeitia in Spanien.

copenhagen-hm-2015-karokiBedan Karoki (KEN) ist einer der Favoriten beim Kopenhagen Halbmarathon.  (c) Veranstalter

Bei den Frauen sind immerhin vier Läuferinnen gemeldet mit Bestzeiten von 69 Minuten und darunter. Mercy Kibaru wurde Fünfte bei der letzten Weltmeisterschaft und lief ihre Bestzeit von 1:08:13 im Jahr 2013 bei Rom-Ostia. Die Bestmarke der 40jährigen Christelle Daunay (FRA) von 1:08:34 ist bereits aus dem Jahr 2010. Die Äthiopierin Sutume Assefa lief im Mai 1:08:23 als Durchgangszeit bei ihrem Sieg bei den BIG25 Berlin.

Der Start erfolgt vor dem Nationalstadion, 25000 Teilnehmer werden zu dem IAAF Bronze Label Lauf erwartet. Der Livestream der TV-Übertragung von DR! startet um 11 Uhr.

Startliste der Elitemänner:

Bedan Karoki Muchiri KEN 59.23 1
Edwin Kiprop Kiptoo KEN 59.35 2
Joel Kemboi Kimurer KEN 59.36 3
Simon Cheprot KEN 59.39 4
Birhanu Legese ETH 59.45 5
Paul Kipch. Lonyangata KEN 59.54 6
Alex Oloitiptip Korio KEN 59.58 7
Edwin Kipyego KEN 60.04 8
Emmanuel Kipkemei Bett KEN 60.08 9
Nicholas Manza Kamakya KEN 60.09 10
Did Lema Biru ETH 61.00 11
Stephen Omiso Arita KEN 27.55 (10k) 12
Philip Langat KEN 27.58 (10k) 13
Ahmed Tamri MAR 28.06 (10k) 14
Tolossa Chengere ETH 28.12 (10k) 15
Yohanes Ghebregergis ERI 61.06 16
Temesgen Daba Ejersa ETH 61.08 17
Elroy Gelant RSA 61.10 18
Richard Sigei KEN 61.14 19
William Morwabe KEN 61.52 20
Moses Kipkosgei Bowen KEN 61.55 21
Abayneh Degu Tsehay ETH 62.00 22
Japhet Kiprotich SWE 62.00 23
Samuel Theuri Mwaniki KEN 62.14 24
Abdi Hakin Ulad DEN 62.24 25
Ryotaro Otani Japan 62.48 26
Philip Koech KEN 62.54 27
Julius Kiplimo KEN 2.13,55 (mar) 28
Nassir Dawud ERI 63.12 29
Fouad Hahioui MAR 64.00 30
Jesper Faurschou DEN 64.01 31
Henrik Them Andersen DEN 64.11 32
Adhanom Abraham Eritrea 64.38 33
Dadafo Dhaqabi Tesama NOR 64.55 34
Maciek Miereczko POL 64.59 35
Thijs Nijhuis DEN 65.14 36
Mikhail Borodin RUS 65.50 37
James Mwangi Wangari KEN 38
Mads Tærsbøl DEN 39
Hassane Ahouchar MOR 62.55 40
Abida Ezamzami MOR 64.20 41

 

Startliste der Elitefrauen:

Mercy Jerotich Kibaru KEN 68.13 151
Sutume Asefa ETH 68.23 152
Christelle Daunay FRA 68.34 153
Purity Cherot. Rionoripo KEN 69.00 154
Desi Jisa Mokonin ETH sub 70 155
Elizeba Cherono KEN 70.15 156
Lucy Wangui Kabuu KEN 70.25 157
Tsegereda Girma ETH 70.30 158
Gladys Jepkemoi Yator KEN 70.46 159
Perendis Lekapana KEN 70.53 160
Helen Bekele ETH 71.25 161
Margaret Agai KEN 71.32 162
Maria McCambridge IRL 72.26 163
Veronica Nyaruai Wanjiru KEN 32.22 (10k) 164
Gladys Kiprotich KEN 73.09 165
Anna Holm Baumeister DEN 74.19 166
Veronika Blom NOR 74.22 167
Christina Bus Holth NOR 74.31 168

Diamond League Meeting Brüssel am 11. September 2015: Kejelcha läuft 12:53,98

IAAF_DiamondLeagueWährend die meisten Helden der Stadion-Leichtathletik beim Saisonfinale der Diamond League in Brüssel schon ganz schön müde waren, ging es über die Meile sowie den 3000 m Hindernis bei den Frauen und vor allem auch über die 5000 m der Männern noch einmal richtig zur Sache. Bei den Frauen ging die Niederländerin Sifan Hassan auf Jagd auf den Meilen-Weltrekord von Masterkova von 4:12,56 aus dem Jahr 1996. Am Ende zog aber Faith Kipyegon (KEN) davon und siegte mit der drittschnellsten Zeit der Geschichte von 4:16,71, Hassan wurde in 4:18,10 Zweite.

Über 3000 m Hindernis der Frauen machte die Algerierin Habiba Ghribi ihr Vorhaben hinsichtlich einer schnellen Endzeit wahr und siegte mit neuem Afrikarekord von 9:05,36. Bisher waren nur die Weltrekordlerin Galkina (8:58,81) sowie Zaripova (9:05,02) schneller als die Silbermedaillengewinnerin von Beijing Ende August ganz knapp vor Gesa Felicitas Krause.

Bei den Männer leisteten die beiden Tempomacher Haron Lagat und Vincen Rono beste Führungsarbeit zu einer Zeit unter 13 Minuten, die im Jahr 2015 mit 12:58 bisher nur einmal unterboten wurde. Mit recht konstanten Rundenzeit um 62 bis 63 Sekunden wurden die 1000 m Abschnitte in 2:35 bis 2:36 zurückgelegt. Mit einem schnellen Schluß-Kilometer von 2:31 wurde dann am Ende vom erst 18jährigen Yomif Kejelcha eine Siegerzeit von 12:53,98 erzielt, der damit die von ihm gehaltene Jahres-Weltbestzeit um 5 Sekunden steigerte. Insgesamt blieben vier Läufer unter 13 Minuten. Darunter war aber nicht Galen Rupp (USA), der mit dem Ziel den US-Rekord von 12:53 (Bernard Lagat) an den Start gegangen war, aber nach 3000 m schnell zurückfiel und am Ende in 13:08,38 nur Zehnter des Laufs wurde.

dl-bruessel-2015-kejelchaYomif Kejelcha (ETH) lief mit 12:53,98 in Brüssel neue Jahres-Weltbestleistung und gewann damit auch den 40000 US$ Daimond League Jackpot.  (c) SRFsport

Die Durchgangszeiten des führenden Läufers:

1000 m Haron Lagat 2:35,71
2000 m Vicent Rono 5:11,59 2:35,88
3000 m Vincent Rono 7:47,88 2:36,29
4000 m Adbelaati Iguider 10:22,97 2:35,09
5000 m Yomif Kejelcha 12:53,98 2:31,01

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Der „Bank of America Chicago Marathon“ gibt seine Elitefelder bekannt.

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Erstmals ohne Tempomacher für die Eliteathleten wird der Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober 2015 über die Bühne gehen. Die Begründung von Race Director Carey Pinkowski, damit den Wettbewerb zu fördern, ist sicher nur bedingt nachzuvollziehen. Dabei hat der Chicago Marathon in den letzten vier Jahren eine eindrucksvolle Steigerung des Leistungsniveaus hinter sich, die die Stadt am Lake Michigan wieder in die Weltspitze des Marathonlaufs geführt hat. Im vorletzten Jahr konnte der aktuelle Weltrekordler Dennis Kimetto in großartigen 2:03:45 den Kursrekord in den Topbereich drücken, nur Berlin und Frankfurt können bessere Rekordmarken aufweisen. Von den schnellsten jemals erzielten Zeiten wurden sechs in Berlin, 3 in Chicago und eine in Frankfurt aufgestellt.

chicago-2014-spitze-37kDie Erstplazierten beim Chicago Marathon im letzten Jahr: Eliud Kipchoge (rechts, startet am 27. September in Berlin) gewann, die beiden anderen Mitstreiter Sammy Kitwara und Dickson Chumba laufen auch 2015 in Chicago.  (c) S. Hartnett

Die Liste der Eliteatleten enthält vornehmlich Namen, die in Chicago schon gut bekannt sind. Allen voran ist das Sammy Kitwara (KEN), der nach dem Gesetz der Serie eigentlich in diesem Jahr gewinnen sollte. 2012 wurde er Vierter, 2013 Dritter und 2014 Zweiter. Dabei lief er im letzten Jahr mit 2:04:28 eine tolle Zeit, mit der er auch der schnellste Läufer beim diesjährigen Lauf ist. Gleichfalls im letzten Jahr lief hier Dickson Chumba (KEN), der kurz hinter Kitwara in 2:04:32 einlief. Chumba sorgte als wenig bekannter Läufer durch seinen Sieg beim Tokyo Marathon 2014 für Aufsehen. Auch der Sieger des diesjährigen Tokyo Marathons Endeshaw Hegesse (ETH) in 2:06:00 ist am Start, der seine Bestzeit von 2:04:52 im Januar 2013 in Dubai schaffte.

Die Liste der sub-2:05 Läufer wird komplettiert durch Altmeister Tsegaye Kebede, der 2012 in Chicago siegte und mit 2:04:38 Streckenrekord lief. Unvergessen bleibt das Rennen von 2010, wo er sich einen erbitterten Kampf um den Sieg gegen den legendären Sammy Wanjiru lieferte. Damals entschied dieses Duell die Gesamtwertung der World Marathon Majors Serie zu Gunsten Wanjirus. In der letzten Zeit musste man allerdings den Eindruck gewinnen, dass der kleine Äthiopier seinen Leistungszenit überschritten hat;  2014 wurde er in 2:06:30 in London Dritter, nachdem er den Lauf dort ein Jahr zuvor noch gewann, in diesem Jahr lief er in Tokyo nur 2:07:58.

Weiterhin zu beachten sind die beiden Äthiopier Tilahun  Regassa  and  Abera  Kuma. Regassa lief 2012 mit seiner Bestzeit von 2:05:27 ein großartiges Debüt, 2015 lief er in Xiamen auf Platz 2 (2:06:54) und beim London Marathon wurde er Fünfter in 2:07:16. Dass Kuma unbedingt zu beachten ist, zeigte er beim Rotterdam Marathon im April in diesem Jahr, den er in 2:06:47 gewann. Seine Bestzeit von 2:05:56 lief er im letzten Jahr beim Berlin Marathon, wo er beim Weltrekordlauf von Dennis Kimetto Platz 3 belegte. Ein Stammgast in Chicago ist Wesley Korir, der 2012 den Boston Marathon gewann und in Chicago mit 2:06:13 seine Bestzeit lief. Wesley, der mit seiner „Kenyan Kids Foundation“ auch Schirmherr der „Nacht im Grünauer Forst“ im Süden Berlins ist, gehört seit einigen Jahren dem kenianischen Parlament an und hat zunehmend Schwierigkeiten, Sport und Politik auf hohem Niveau zu betreiben.

chicago-2014-kiplagat-26miFlorence Kiplagat belegte im letzten Jahr in Chicago nur den für sie enttäuschenden dritten Platz (Doping korrigiert vermutlich Platz 2). Nach ihren Weltrekorden über den Halbmarathon ist sie eine Kandidatin für Zeiten deutlich unter 2:20 Stunden.  (c) H. Winter

Bei den Frauen ragt fast einsam Florence Kiplagat heraus, die beim Berlin Marathon 2011 mit 2:19:44 unter 2:20 Stunden lief. Ihre Ausnahmeleistungen waren aber die beiden Weltrekorde im Halbmarathon in Barcelona. Im Februar steigerte sie ihre Bestmarke aus dem Vorjahr auf phänomenale 65:09 Minuten und hat sicher das Potential ganz schnell zu laufen. Im letzten Jahr wurde sie leicht angeschlagen nur Dritte beim Chicago Marathon. Der Streckenrekord in Chicago ist sehr hochwertig und dürfte auch von Kiplagat nur schwer zu unterbieten sein (vor allem ohne Tempounterstützung, es sei denn, es finden sich „schnelle“ Männer). Paula Radcliffe lief den Kursrekord bereits im Jahr 2002 2:17:18,  das war damals an einem eiskalten Tag neuer Weltrekord.

Mit Deena Kastor und Joan Benoit-Samuelson sind zwei weitere Läuferinnen mit hochkarätigen Leistungen gemeldet, die beiden Damen sind aber längst in die Jahre gekommen und streiten nur noch um guten Zeiten in den Mastersklassen. Somit ist vor allem Mulu Seboka (ETH) zu nennen, die im Januar beim Dubai Marathon 2:21:56 erzielte. Eine Anwärterin auf einen der vorderen Plätze könnte noch Amane Gobena (ETH) sein, die in diesem Jahr beim Paris Marathon 2:23:30  lief und damit Zweite wurde.

Insgesamt werden wieder 45000 Aktive an der Startlinie im Grant Park im Herzen der Stadt erwartet. Es wird spannend werden, wie sich das Rennen der Elite ohne Tempomacher/-innen entwickeln wird. Die Erfahrungen über die letzten Jahre aus Boston und New York City stimmen nicht übermäßig optimistisch, dass sich der Höhenflug schneller Zeiten beim Chicago Marathon fortsetzen wird.

 

                    Liste der Eliteathleten:

Sammy Kitwara
Dickson Chumba
Tsegaye Kebede
Endeshaw Negesse
Tilahun Regassa
Abera Kuma
Wesley Korir
Sammy Ndungu
Lucas Rotich
Satoshi Yoshii
Fernando Cabada
Hiroyuki Yamamoto
Rob Watson
Liam Adams
Shogo Kanezane
KEN
KEN
ETH
ETH
ETH
ETH
KEN
KEN
KEN
JPN
USA
JPN
CAN
AUS
JPN
2:04:28
2:04:32
2:04:38
2:04:52
2:05:27
2:05:56
2:06:13
2:07:04
2:07:17
2:10:45
2:11:36
2:11:48
2:13:29
2:13:49
2:14:22

 

                    Liste der Eliteathletinnen:

Deena Kastor
Florence Kiplagat
Joan Samuelson
Mulu Seboka
Amane Gobena
Kayoko Fukushi
Diane Nukuri
Blake Russell
Susan Partridge
Jessica Draskau Petersson
Tera Moody
Fionnuala Britton
USA
KEN
USA
ETH
ETH
JPN
BDI
USA
GBR
DNK
USA
IRL
2:19:36
2:19:44
2:21:21
2:21:56
2:23:30
2:24:21
2:27:50
2:29:10
2:30:46
2:30:53
2:30:53
2:31:46

Great North Run am 13. September 2015: „Mo is Back!“

great-nirth-2015-logoMulti-Weltmeister Mo Farah (GBR) und Mary Keitany (KEN) sind die Topstars des Morrisons Great North Run im britischen Newcastle am kommenden Sonntag, dem größten Halbmarathon der globalen Laufszene. Bei dem vom ehemaligen britischen Weltklasse-Langstreckler Brendon Foster initiierten Lauf wird wieder ein hochklassiges Elitefeld an der Startlinie stehen und schnelle Zeiten auf der leider nicht Bestzeiten tauglichen Punkt-zu-Punkt-Strecke von Newcastle upon Tyne nach South Shields produzieren. Was 1981 mit 12000 Teilnehmer begann, hat sich über die Jahre auf 57000 Aktive im letzten Jahr gesteigert.

Erster Anwärter auf einen weiteren Sieg beim Great North Run ist sicher der Superstar der Szene Mo Farah, der vor seiner Bahnsaison, in der er unbesiegt blieb und Ende August in Bejing wieder Doppel-Weltmeister über 5000 m und 10000 m wurde, bei seinem Sieg beim Lissabon-Halbmarathon in einem denkwürdigen Lauf den Europarekord auf 59:32 schraubte. Eine nicht ganz uninteressante Begleiterscheinung seines Starts in Nwwcastle ist die Tatsache, dass am Freitag das Finale der Diamond League in Brüssel über die Bühne geht, bei dem Mo der Sieg der Serie für die 5000 m und damit 50000 US$ so gut wie sicher gewesen wären. Auf diese Auszeichnung (und das Geld) hat er zu Gunsten Newcastles verzichtet, wobei aber anzunehmen ist, dass er bei der ganzen Aktion kein Geld verlieren dürfte.

great-nirth-2015-moMo Farah (GBR) ist der Topstar des Great North Runs am 13. September 2015.  (c) Veranstalter

 

  Liste der Eliteathleten:
Mo Farah GBR 59:32 HM (ER)
Stephen Sambu KEN 60:41 HM
Mike Kigen KEN 59:58 HM
Ryan Hall USA 59:43 HM
Stanely Biwott KEN 58:56 HM
Juan Luis Barrios MEX 60:46 HM
Stephen Mokoka RSA 60:47 HM
Masato Kikuchi JPN 60:32 HM
Mark Kiptoo KEN 60:29 HM
Thomas Ayeko UGA 61:12 HM
Chris Thompson GBR 61:00 HM
Andrea Lalli ITA 61:11 HM
Collis Birmingham AUS 60:56 HM

Liste der Eliteathletinnen:

Mary Keitany KEN 65:39 HM
Gemma Steel GBR 68:13 HM
Priscah Jeptoo KEN 65:45 HM
Gelete Burka ETH 30:53 10km
Tigist Tufa ETH 70:03 HM
Reia Iwade JPN 69:45 HM
Birhane Dibaba ETH 69:34 HM
Aly Dixon GBR 70:38 HM
Sara Hall USA 70:49 HM
Doris Changeiywo KEN 68:49 HM
Jelena Prokopcuka LAT 68:09 HM
Adrianna Nelson USA 69:59 HM
Atsede Baysa ETH 67:33 HM

Arne Gabius wird deutscher 10km-Meister und will beim Frankfurt Marathon unter 2:08 Stunden laufen

b-hm-2015-gabius
Ohne große Probleme setzte sich Deutschlands Topläufer über die längeren Strecken, Arne Gabius (Team Haspa Marathon Hamburg), bei den deutschen Meisterschaften über die 10 km auf der Straße durch. In einer Zeit von 28:44, lag er im Ziel 5 Sekunden vor Amanal Petros (TSVE Bielefeld), den er während des Rennens lange mitzog. Dritter wurde Philipp Pflieger (LG Telis Regensburg) in 28:54 und blieb damit gleichfalls unter 29 Minuten. Auch in der Breite konnte der Lauf im bayrischen Bad Liebenzell überzeugen, 15 Läufer schafften am Ende Zeiten unter 30 Minuten.

Gabius befindet sich aktuell im vollem Training auf den Frankfurt Marathon am 25. Oktober und legt momentan unter der Regie von Laufguru Renato Canova Umfänge von über 200 km in der Woche zurück. In Frankfurt deutete er gestern auf einer ersten Pressekonferenz an, dass er beabsichtigt, eine Zeit zwischen 2:07 und 2:08 Stunden zu erzielen. Das wäre dann ein neuer deutscher Rekord, den seit über 27 Jahren der Dresdner Jörg Peter mit einer Zeit von 2:08:47 hält. Diese Zeit soll in Frankfurt fallen, wo mit dem Lauf auch die deutschen Meisterschaften im Marathon stattfinden werden. Sollte es mit dieser Rekordmarke nicht klappen, bleibt immer noch der Meisterschaftsrekord von 2:12:12, den der Freiburger Herbert Steffny vor genau 30 Jahren an gleicher Stelle aufstellte. Nur 3 Sekunden langsamer ist die Olympianorm des DLV für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016, die er dann nebenher auch noch erfüllen würde. Und auch die schnellste Zeit eines deutschen Läufers auf deutschem Boden könnte interessant werden; Jörg Peter lief am 21.7.1984 in Berlin-Grünau 2:09:14.

Das Rennen der Frauen in Bad Liebenzell gewann Fate Tola (LG Braunschweig) in guten 31:56, womit sie Altmeisterin Sabrina „Mocki“ Mockenhaupt in 32:59 deutlich distanzierte. Mocki konnte sich allerdings für ihre Niederlage gegen Alina Reh (TSV Erbach) revanchieren, die 33:34 lief und Dritte in der Hauptklasse wurde.

Lille Halbmarathon am 5. September 2015: Einmaliges Fotofinish bei den (schnellen) Männern

lille-hm-2015-logoNicht so schnell wie in den Vorjahren, dafür aber umso knapper verlief der Halbmarathon im französischen Lille. Aus der Spitzengruppe lösten sich drei Läufer, die fast gleichzeitig die Ziellinie passierten und mit der gleichen Zeit notiert wurden. Vorne war  Stephen Chebogut (KEN) in 60:19, vor Bonsa Dida (ETH) und Vincent Kipruto (KEN). Bei den Frauen war die Entscheidung weniger umstritten, hier siegte die Altmeisterin Peninah Arusei (KEN) in 68:56 vor Sarah Chepchirchir (KEN) in 70:01.

lille-hm-2015-zielSehr knapp war der Einlauf bei den Männern in diesem Jahr beim Halbmarathon in Lille.  (c) FranceTV

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„Tilburg Ten Miles“ am 6. September 2015: Shalane Flanagan läuft US-Rekord über 10 km

tilburg-2015-logoMit großartigen Ergenissen gingen am 6. September 2915 die „Tilburg Ten Miles“ in der niederländischen Provinz Brabant über die Bühne. In sehr guten 30:58 siegte zwar die Äthiopierin Yalew Genet und verpasste die Weltjahresbestleistung vom Vortag in Prag denkbar knapp, das eigentlich Highlight schaffte aber die US-Amerikanerin Shalane Flanagan, die nach einem nicht zufriedenstellenden Rennen über 10000 m bei der der WM in Beijing nun mit der tollen Zeit von 31:03 über die 10 km auf der Straße einen neuen Landesrekord aufstellte. Schon früh hatten sich Genet und Flanagan vom Rest des Feldes absetzen können und nach 5 km in 15:26 deutete sich schon eine sehr gute Zeit an. Nach einem kleineren Renn über eine Unterdistanz wird Shalane dann die Saison 2015 beenden und nicht mehr bei einem der Herbstmarathons an den Start gehen.

Das Rennen der Männer über die klassische 10 Meilen-Distanz gewann der Kenianer Bernard Koech in 45:21.

shalane-flanagan-10km-us-recordShalane Flanagan (USA) lief in Tilburg neuen US-Rekord über 10 km auf der Straße.  (c) Veranstalter

  Das Ergebnis über 10 km der Frauen   (c) Alberto Stretti

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Volksbank Münster Marathon am 6. September 2015: Vorjahressieger Josphat Kiprono gewinnt erneut

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Auch die 14. Auflage des Volksbank Münster Marathons in der westfälischen Metropole war wieder ein Fest des Laufsports, auf dem Prinzipalmarkt, „Münsters guter Stube“; herrschte eine tolle Stimmung und jeder Teilnehmer wurde lautstark angefeuert. Für eine Veranstaltung einer solchen Art scheint Münsters Innenstadt nahezu ideal geeignet zu sein. Bevor allerdings die Aktiven dieses „Bad“ in der Menge genießen konnten, ging es durch weite Passagen der Sonntagsruhe in den Außenbezirken der Stadt, die nur an den Wechselpunkten der Staffeln sowie den sog. „Powerpoints“ – dann aber gewaltig – gestört wurde. Dabei bleibt man aber auch in Münster von dem generellen Problem nicht verschont, dass die Zuschauer dem Marathonlauf zunehmend fortbleiben. Direkte Vergleiche mit der Zuschauerresonanz an spezifischen Stellen der Strecke mit den letzten Jahren zeigen das leider sehr deutlich.

Diese Entwicklungen aber dem mit viel Herzblut agierenden Veranstalter anzulasten, wäre in Münster sicher unangebracht, was man dort vor allem im Rahmenprogramm auf die Beine stellt, ist in der Tat beeindruckend. In gleicher Weise haben die Organisatoren um den rührigen Chef Michael Brinkmann auch wenig Einfluss auf die sinkenden Finisherzahlen (im Gegensatz zu den Anmeldungen sind diese Zahlen weit belastungsfähiger), die (auch) in Münster für den reinen Marathon kontinuierlich sinken. Liefen zur Premiere 2002 noch über 4000 Teilnehmer über die Matten im Zielbereich, waren das diesmal nicht einmal die Hälfte.ms-mar-2015-finisherzahlen-jahrDie Finisherzahlen beim Münster Marathon seit Beginn im Jahr 2002.  Quelle: Zahlen des Veranstalters

Da diese Abnahme ein sehr kontinuierlicher Prozess zu sein scheint, wird man sich auch nur schwer dagegen stemmen können. Es sind diverse Entwicklungen in der Laufszene, die sich wohl kaum aufhalten lassen. An der Organisation und Reputation des Marathons in Münster liegt das sicher nicht. Dabei hatte man sich im Vorfeld durch die Absage eines Marathons in Groningen (NL) vor Wochenfrist berechtigte Hoffnung gemacht, die Tendenz sinkender Zahlen für die reinen Marathonläufer zu drehen. Wie sich nun zeigte, leider ohne großen Erfolg.
Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Staffeln zum wichtigsten Standbein und garantieren hohe Teilnehmerzahlen für die gesamte Veranstaltung. Dabei ist es aber eine bekannte Tatsache, dass man durch die Konkurrenz auf Unterdistanzen den Hauptwettbewerb maßgeblich schwächt. Die Perspektiven für die Zukunft liegen sicher im Staffel-Segment.

In diesem Zusammenhang sind auch die aktuellen Daten interessant, die der Veranstalter zu den Teilnehmerzahlen bekannt gab. Danach hatten sich 2468 Aktive angemeldet und auch die Startgebühren bezahlt. Am Start wurden davon aber nur 1991 registriert, von denen dann 1931 das Ziel erreichten. Noch gravierender war der „Schwund“ bei den Staffeln, die recht früh ausgebucht sind und entsprechend zeitig zu melden sind. Hier waren 1413 Staffeln angenommen worden, danach wurde die Anmeldung geschlossen. Im Ziel wurden aber nur 1315 Staffeln registriert, immerhin aber 5260 Läuferinnen und Läufer.

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Start zum Münster Marathon punktlich um 9 Uhr. Rechts der spätere Sieger Kiprono.  (c) H. Winter

Die sportlichen Schlagzeilen werden durch Eliteathleten geschrieben, die überwiegend aus Ostafrika kommen und mit schnellen Zeiten für die Reputation der Veranstaltung sorgen. Auch in diesem Jahr stand die Jagd auf den Streckenrekord bei den Männern im Fokus des Interesses, der bereits 2010 durch Patrick Muriuki (KEN) mit 2:10:25 aufgestellt wurde. Im Vorfeld war man bei der Klasse der am Start befindlichen Topathleten und den im Laufe der Woche stark gesunkenen Temperaturen recht zuversichtlich, dass ein Angriff auf diese Marke von Erfolg sein könnte. Mit entsprechender Inszenierung wurden die Spitzenkräfte vor dem Lauf dann auch vorgestellt. Am Ende wurden die hohen Erwartungen nur bedingt erfüllt, und die Streckenrekorde blieben unangetastet. Dies lag aber wohl weniger am auffrischenden Wind – wie man vielfach hören konnte -, sondern vor allem bei den Männern an einer ungünstigen Renngestaltung. Hatte im letzten Jahr Emmanuel Samal (KEN) mit einem „Katapultstart“ völlig überzogen, so hielten sich diesmal die gesamten Elitemänner einschließlich Tempomacher ungewöhnlich stark zurück.

ms-mar-2015-5km-menDie Spitze des Feldes an der 5 km Marke. Mit einem Split von 15:56 war man verhalten angegangen.  (c) H. Winter

Schon nach 5 km in 15:56 lag man eine ½ Minute hinter dem Split zum Streckenrekord zurück und war auf Kurs von 2:14:30. Bevor man den Innenstadtbereich nach 10 km in 31:44 verließ, änderte sich daran nichts. Als man nun am Aasee entlang aus der Stadt lief, hatte man sich auf dieses Tempo eingestellt und lief die nächsten 5 km Abschnitte sogar noch verhaltener. Bei 15 km nach 47:50 war eigentlich schon die Jagd auf eine neue Männer-Bestmarke in Münster vorbei. Dass kurz darauf das Tempo sogar noch weiter absackte, konnte durch den frischen Wind nur bedingt erklärt werden.

Hätte ein Lauf in den Regionen des Streckenrekords km-Abschnitte um 3:05 Minuten erfordert, so stiegen die km-Splits nach 17 km auf dem Weg vom Ortsteil Gievenbeck hinaus nach Nienberge auf 3:21, 3:17, 3:24, 3:19. Dabei war oft die mit viel Aufwand aufgebrachte „Blaue Linie“ von geringem Nutzen, da diese auch nicht in Ansätzen die vermeintliche Ideallinie markierte und so eher irritierte als die Läufer unterstützte.

ms-mar-2015-12km-menDie Spitze der Männer hat 12 km zurückgelegt. Man liegt nach verhaltenem Beginn auf Kurs zu einer Zeit von 2:14:30.   (c) H. Winter

Dies hatte eine Durchgangszeit beim Halbmarathon von 1:07:36 zur Folge, man lag also sehr deutlich hinter der im Vorfeld angestrebten Zeit von 1:05:00 zurück. So richtig verstehen konnte man dies, vor allem nach der Rennentwicklung im letzten Drittel, eigentlich nicht. Auf dem Weg übers Land von Nienberge nach Roxel zog das Tempo nur unwesentlich an. Über 1:19:46 bei 25 km ging es in 1:35:24 nach 30 km, wo sich der „Tempomacher“ verabschiedete. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand die Führungsgruppe aus etwa 10 Läufern, von denen sieben nach 30 km noch zusammenlagen. Erstaunlicher Weise wurde das Rennen nun ohne Tempogestalter schneller, man erreichte nach 5km in 15:24 (das ist genau das Tempo für den Streckenrekord) die 35 km nach 1:50:48.

ms-mar-2015-30km-menDie Spitzengruppe hat soeben die Matten der 30 km Marke im Ortsteil Roxel passiert.  (c) H. Winter

Nun ging es durch den Ortskern von Gievenbeck und der Vorjahressieger Josphat Kiprono (KEN) startete eine erste Attacke, der zunächst nur Weldon Kirui (KEN) folgen konnte. Doch nach 36 km lag man wieder zu Viert beieinander. Nach 37 km verschäfte Kiprono das Tempo nochmals, seinen Antritt mit einem km-Abschnitt von 2:54 konnte nur Kirui mitgehen. Die beiden Mitstreiter Avenew Gebre (ETH) sowie Joel Kositany verloren schnell an Boden.

ms-mar-2015-35km-menNach dem Verpflegungspunkt bei 35 km startet der spätere Sieger Josphat Kiprono eine erste Attacke.  (c) H. Winter

Somit kam nur noch das Führungsduo für den Sieg in Frage, das die 5 km nach 40 km in 2:05:56 in schnellen 15:08 zurücklegte. Kurz danach fiel dann die Entscheidung zu Gunsten des Vorjahressiegers, der den Schlusspart bis ins Ziel in großartigen 6:20 Minuten, eine Zeit von der 40 km-Marke bis ins Ziel, die recht selten selbst bei den ganz großen Marathonläufen erzielt wird. Nicht ganz so beeindruckend war dann die Zeit auf der Uhr über der Ziellinie, die 2:12:16 (netto, brutto: 2:12:18) zeigte, als Josphat Kiprono diese passierte. Durch seinen gewaltigen Antritt nahm er Weldon Kirui auf den letzten 1 ½ Kilometern noch 18 Sekunden ab, der Zweiter nach 2:12:34 wurde. Auch der Drittplatzierte, Ayenew Gebre bliebt mit 2:12:53 unter dem früheren internationalen Qualifikationsstandard von 2:13 Stunden.

ms-mar-2015-35km-josphatDer Kenianer Josphat Kiprono gewann auch in diesem Jahr den Volksbank Münster Marathon nach 2:12:16 (2:12:18 – gun time !). Dabei verhinderte eine zu langsame erste Hälfte eine bessere Zeit in Richtung Streckenrekord.  (c) H. Winter

Das grandiose Finale sowie eine Zeit von 1:04:40 für die zweite Hälfte zeigt die schwache Tempogestaltung im ersten Teil mit 1:07:36. „Negative Splits“ sind durchaus attraktiv, in diesem extremen Regime aber wohl kaum; Streckenrekorde kann man auf jeden Fall mit so einer Renntaktik nicht erzielen. Und schon die sehr gute Zeit im zweiten Part, wo die Läufer recht ungeschützt dem Wind ausgesetzt waren, spricht nicht für den „Wind“ als wesentlichen Grund für das Verpassen des Streckenrekords oder besserer Siegerzeiten.

ms-mar-2015-5km-sansarElias Sansar von der LG Lage-Detmold, vielfacher Sieger des Hermanns-Laufs, überzeugte mit einer tollen Leistung von 2:23:30 und wurde damit in der Gesamtwertung als bester Deutscher Siebter.  (c) H. Winter

Gegen den dominierenden Einfluss des„Windes“ sprach auch die tolle Leistung des besten deutschen Läufers, Elias Sansar (LG Lage Detmold), der mit guten 2:23:30 Gesamtsiebter wurde und damit gar nicht so weit von seinem Hausrekord von 2:21:03 aus dem Jahr 2008 (!) agierte.

Die in Münster aufgeführten Siegerzeiten scheinen die Netto-Zeiten zu sein, international ist eigentlich aber die „Gun-Time“ (Bruttozeit) von Relevanz. Die Verwendung der Nettozeiten ist für einen Vierstundenläufer, der einige Minuten an der Startlinie warten musste (in Münster sind diese Zeiten aber generell recht kurz), angebracht, ansonsten sind sie Wettbewerb verzerrend und für die schnellen Läufer wenig sinnvoll. Sonst kommt es nämlich zu kuriosen Platzierungen, wie die Plätze 15 und 16 zeigen. Platz 15 belegte Alexander Schmidt, der aber 10 Sekunden hinter Robert Tausewald einlief und den man auf Platz 16 in der Liste wiederfindet. Die Erklärung für dieses Kuriosum: Die Nettozeiten von Schmidt und Tausewald waren 2:45:04 und 2:45:11, der Einlauf erfolgte aber nach den Bruttozeiten von 2:45:24 und 2:25:14. Was für ein Unsinn!

ms-mar-2015-5km-womenBei den Frauen verdiente sich der Belgier Roger Königs seinen Namen als Tempomacher für die Frauen zu Recht und realisierte ein perfektes Timing für die Elite-Frauen. Hier nach 5 km in 17:48. Links vorne die spätere Siegerin Nancy Koech (KEN).  (c) H. Winter

Eine Lektion in Sachen Tempogestaltung lieferten wieder einmal die Frauen zusammen mit dem Tempomacher Roger Königs (BEL) ab, die recht regelmäßig auf ihre Uhren geschaut haben müssen. Denn fast wie ein Uhrwerk agierte vor allem Nancy Koech (KEN), die zusammen mit drei Mitstreiterinnen die 5 km nach 17:48 und 10 km nach 35:33 passierte; damit lag sie fast genau auf Kurs zur Schallmauer bei den Frauen von 2:30 Stunden. Sogar der Streckenrekord von Eleni Gebrehiwot mit 2:29:12 lag da noch in Reichweite. Überraschend meldete sich bald die Favoritin Edinah Kwambai (KEN) aus der Spitzengruppe ab, und Koech suchte nach 1:15:22 für die erste Hälfte die Entscheidung. Nach 30 km im Ortsteil Roxel in 1:46:52 lag sie schon eine Minute vor Abiyote Deme (ETH) und mehr als 3 Minuten vor Rael Kimaiyo (KEN).

Dabei war ihre Tempogestaltung unterstützt von Roger Königs nach wie vor beispielhaft. Bei 30 km lag sie auf Kurs von 2:30:19. Im letzten Teil wurde sie kaum schwächer, lief die zweite Hälfte in 1:15:02 und erreichte den Prinzipalmarkt unter dem Jubel der Zuschauer nach 2:30:25. Platz 2 ging an Abiyote Deme (ETH), für die das anfängliche Tempo zu hoch schien und die in 2:37:31 über sieben Minuten später ins Ziel kam. Eine große Überraschung produzierte Jana Groß-Hardt vom LAZ Rhede, die sich in 2:40:59 auf Platz 3 bei den Frauen kämpfte. Ihre Bestzeit vom ersten Marathon steigerte sie dabei gleich um 10 Minuten. So schlecht können die Bedingungen also nicht gewesen sein.

ms-mar-2015-3h-laeuferDie Gruppe der „3 Stunden-Läufer“ nach 5 km. Die Tempomacher erreichten das Ziel in der Tat in der vorgegebenen Zeit. Bei den zu ziehenden Läufern sah das schon anders aus. Von den Läufern auf dem Foto schaffte es nur Thomas Schulze (1024, ganz rechts) in perfekten 2:59:22 (brutto 2:59:29) ins Ziel.  (c) H. Winter

 

  Ergebnisse der Männer  (Netto-Zeiten!):

1. Kiprono, Josphat KEN 2:12:16
2. Kirui, Weldon KEN 2:12:34
3. Gebre, Ayenew ETH 2:12:53
4. Kositany, Joel Kipsang KEN 2:13:14
5. Ekiru, Thomas Esito KEN 2:14:38
6. Kibet, David KEN 2:23:12
7. Sansar, Elias LG Lage Detmold 2:23:30
8. Kipkogei, S. Kipkirui Phönix Bielefeld 2:26:29
9. Graute, Matthias TRC Essen 84 2:29:52
10. Königs, Roger BEL 2:30:24

 

(Inoffizielle) Splits der Spitze der Männer:

5 km  15:56 (2:14:28)
10 km  31:44  15:48 (2:14:30)
15 km  47:50  16:06 (2:14:33)
20 km  1:04:00  16:10 (2:15:01)
  HM 1:07:35 (2:15:10)
25 km  1:19:46  15:46 (2:14:38)
30 km 1:35:24 15:38 (2:14:11)
35 km  1:50:48 15:24 (2:13:35)
40 km 2:05:56 15:08 (2:12:51)
Ziel 2:12:16  6:20

 

   Ergebnisse der Frauen  (Netto-Zeiten!):

1. Koech, Nancy 2:30:23
2. Deme, Abiyote Eshetu 2:37:31
3. Groß-Hardt, Jana LAZ Rhede 2:40:59
4. Kimaiyo, Rael Jepyator 2:41:08
5. Mulligan, Sarah 2:47:53
6. Schmidt, Lena LSG Karlsruhe 2:47:55
7. Dörschel, Christl SG Wenden 2:48:42
8. Junnila, Elina Vihti Triathlon 2:57:51
9. Auffenberg, Melanie SC Altenrheine 2:58:41
10. Straeten, F. Anne Brillux Münster 3:05:21

 

Splits der Spitze der Frauen:

5 km  17:48 (2:30:13)
10 km  35:33  17:45 (2:30:00)
  HM 1:15:22 (2:30:44)
30 km 1:46:52 (2:30:19)
Ziel 2:30:25  

 

Meia Maratona Internacional Cidade de Luanda am 6. September 2015: Sammy Kitwara (KEN) gewinnt deutlich

luanda-hm-2015-logoMit der sehr ansprechenden Zeit von 60:25 gewann der kenianische Spitzenläufer Sammy Kitwara unangefochten den hochklassig besetzten Halbmarathon von Luanda (Angola). Damit zeigte er gute Form für einen in Kürze folgenden Herst-Marathon, der mit hoher Sicherheit der Bank of America Chicago Marathon am 11. Oktober sein wird. Auf den weiteren Plätzen des Podiums lefeen Stepen Kibet (KEN) in 61:09 und der Äthiopier Birhanu Legesse in 61:41.

luanda-hm-2015-kitwara
Nach seinem Ausstieg beim WM-Marathon Ende August in Beijing war der Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto schon wieder am Start, mit Platz 19 und einer Zeit von 64:43 hatte er zu keiner Phase mit dem Ausgang des Laufs zu tun.

Gleichfalls hochkarätig besetzt war das Rennen der Frauen, das Philomena Cheyech (KEN) in gleichfalls ausgezeicheten 68:18 vor Cynthia Limo (KEN) in 68:46 gewann. Die äthiopische Marathon-Spezialistin Mamitu Daska (ETH) wurde Dritte nach 69:05. Auch im Rennen der Frauen lag der vermeintliche Topstar deutlich zurück. Die Weltrekordlerin über die Halbmarathon-Distanz, Florence Kiplagat (KEN),  wurde in 69:20 nur Vierte.


Die TOP10 beim Halbmarathon in Luanda (ANGOLA): 

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