31. Olympische Spiele – 5000 m der Männer am 20. August 2016: Mo Farah (GBR) schreibt (Lauf-)Geschichte

rio-verzerrte-olympische-ringeMit dem fast zu erwartenden Sieg des britischen Superstars der Langstreckenszene Mo(hamed) Farah gingen gestern abend die Läufe über die Bahnlangstrecken in Rio zu Ende. In der sehr guten Zeit von 13:03,30 war Farah einmal mehr bei einer großen Meisterschaft von der Konkurrenz nicht zu schlagen, womit er nach Lasse Viren das einmalige Double-Double bei den letzten beiden Olympischen Spielen realisierte. Selbst die Großen der Zunft, wie Emil Zatopek, Haile Gebrselassie oder Kenenisa Bekele, haben dies nicht geschafft. Jedes der vier Kinder von Mo soll eine seiner (Gold-)Medaillen bekommen, seine Mission Olympia ist damit abgeschlossen. Als stolzer Brite wird er im kommenden Jahr bei der WM in London noch einmal auf die Bahn gehen. Danach will er versuchen, was auf der Straße – vor allem im Marathon – möglich ist. Neben dem sportlichen Aspekt dürfte sich das dann auch finanziell lohnen.

olympia-2016-5000m-men-vor-final-lapKurz vor der letzten Runde lag das Feld noch dicht zusammen. (c) ARD-Screenshot

olympia-2016-5000m-men-finaleDer Weltrekord (12:37,35) ist schon vorbei, als es in Rio auf die Zielgerade geht. Farah bleibt vorne, gewinnt Gold und läuft mit 13:03,30 eine sehr gute Zeit. (c) ARD-Screenshot

Überraschender Weise waren im Starterfeld des Finales keine Kenianer zu finden, das gab es lange nicht mehr. Dafür war Äthiopien mit kompletter Mannschaft dabei, die durch Gebremeskel und Gebrhiwet auf den ersten beiden km für ein (einigermaßen) hohes Tempo sorgten, um Farah ein wenig Kraft angesichts seiner einmaligen Spurtqualitäten zu nehmen. Farah realsierte dies früh, ließ sich anfangs nicht ganz so provokativ zurückfallen wie bei den 10000 m und hatte das Rennen stets unter Kontrolle. 2:37,40 für 1000 m und 5:15,96 für die ersten beiden km waren o.k., um Mo zu beeindrucken, hätte es noch schneller gehen müssen. Das konnten die beiden Ostafrikaner aber nicht leisten, Gebremeskel lief sich im wahrsten Sinne „kaputt“ und wurde im Ziel nur Zwölfter.

Als es auf den Schlußkilometer ging, lag noch ein großer Pulk zusammen. Mo hatte da schon lange das Kommando übernommen und lag vorne. Zwar forderte der gebürtige Kenianer Paul Chelimo (USA) den Ausnahmeläufer im Spurt, aber gegen Mo reichte das nicht. Phänomenal die Daten zum Sieg auf dem letzten km, der in 2:23,92 zurückgelegt wurde. Und die letzten 400 m in 52,83. Unglaublich, das schaffen kaum die 800 m Läufer – Mo mit 4600 m Anlauf. Hinter Mo in 13:03,30 wurde Chelimo Zweiter in 13:03,90, den vor dem Rennen mit einer Bestleistung von 13:19 sicher keiner auf der Rechnung hatte. Bronze ging an Äthiopien durch Hagos Gebrhiwet in 13:04,35. Elf Läufer unter 13:10 Minuten ist ein sehr gutes Resultat in der Leistungsdichte bei einem Meisterschaftsrennen. Zu diesen Läufern gehörte auf Platz 5 Bernard Lagat (USA), der in 13:06,78 mit seinem 41 Jahren den eigenen Masters-Weltrekord von 13:14,96 sprichwörtlich „pulverisierte“. Lagat erlebte zunächst für Kenia dann für die USA seine fünften Olympischen Spiele.

Splits des führenden Läufers:
1000 m Dejen Gebremeskel ETH 2:37,40 2:37,40
2000 m Hagos Gebrhiwet ETH 5:15,96 2:38,46
3000 m Dejen Gebremeskel ETH 7:57,15 2:41,19
4000 m Mohamed Farah GBR 10:39,38 2:42,13
5000 m Mohamed Farah GBR 13:03,30 2:23,92
Ergebnisse 5000 m der Männer:
1. Mohamed Farah  GBR 13:03.30
2. Paul Kipkemoi Chelimo  USA 13:03.90 PB
3. Hagos Gebrhiwet  ETH 13:04.35
4. Mohammed Ahmed  CAN 13:05.94
5. Bernard Lagat  USA 13:06.78 SB
6. Andrew Butchart  GBR 13:08.61 PB
7. Albert Kibichii Rop  BRN 13:08.79
8. Joshua Kiprui Cheptegei  UGA 13:09.17
9. Birhanu Balew  BRN 13:09.26 PB
10. Abrar Osman  ERI 13:09.56
11. Hassan Mead  USA 13:09.81
12. Dejen Gebremeskel  ETH 13:15.91
13. Elroy Gelant  RSA 13:17.47
14. Brett Robinson  AUS 13:32.30
15. David Torrence  PER 13:43.12
Muktar Edris  ETH DQ R 163.3b