Während sein älterer, weit bekannterer Bruder Martin Lel nach einer einmaligen Karriere mittlerweile kaum noch damit vertraut ist, die Ziellinie zu erreichen (auch in Mailand stieg er zur gleichen Zeit nach der Halbdistanz aus dem Rennen), errang Cyprian Kotut seinen ersten großen internationalen Erfolg beim 40. Jubiläum des Paris Marathon am Sonntagvormittag. Nach 2:07:11 beendete er überaus erfolgreich seine Rundreise durch die französische Hauptstadt und gewann mit dieser Zeit genauso das Rennen wie bei den Frauen Visiline Jepkesho (KEN) in 2:25:52.
Auf der Jagd nach dem Streckenrekord von Kenenisa Bekele mit 2:05:04 aus dem Jahr 2014 ging man engagiert zu Werke, merkte aber schon bald, wie hochklassig die Marke des Äthiopier war, der nach langer Verletzungspause am 24. April in London wieder einen Marathon absolvieren will. Dass der Veranstalter mit den Antrittsgeldern kaum gespart haben kann, zeigt die hohe Anzahl von Läufern, die im ersten Teil des Rennens die Spitzengruppe formten. 15 Athleten erreichten 5 km nach schnellen 14:32, das war ein Tempo für eine Endzeit von 2:02:39. Aber schon die kommenden 5 km wurden nur noch in 15:03 absolviert (10 km – 29:35). Auf diesem Niveau stabilisierte sich die Fahrt an der Spitze und über 59:35 bei 20 km passierte man die halbe Distanz nach 1:02:47, wobei die drei Tempomacher noch 30 Meter vor der Gruppe liefen, um die Topathleten wieder auf Rekordkurs zu bringen.
Nach 30 km waren alle Tempomacher aus dem Rennen, aber auch der Vorjahressieger Mark Korir war hier nicht mehr dabei. Eine gute Zeit wurde dann auf dem 5 km Segment nach 35 km vertan, für das 8 Läufer an der Spitze 15:22 Minuten brauchten. Bald darauf fiel dann die Entscheidung. Eine Attacke des Äthiopiers Gebretsadik Abraha, Dritter beim Amsterdam Marathon 2012, konnte nur noch Kotut mitgehen, der seinerseits kurz danach den Äthiopier passierte. Dahinter kam Stephen Chemlany immer weiter auf, Kotut konnte aber kontern und gewann unangefochten nach 2:07:11. Eine gute Zeit, aber nicht unbedingt der Standard an Topzeiten aus den vergangenen Jahren. Der Sieger war sichtlich überwältigt, zumal er seinen Hausrekord um gute 1 1/2 Minuten steigern konnte.


Bei den Frauen konnte Visiline Jepkesho (KEN) nach ihren Siegen in 2014 in Mailand und Lissabon einen weiteren wichtigen Sieg erringen. Die Spitzengruppe von 6 Läuferinnen beim Halbmarathon in 1:12:32, dünnte bei 30 km auf vier Aktive nach1:43:23 aus, bevor sich Jepkesho mit Gulume Tollesa (ETH) absetzen konnte. Kurz danach konnte aber Tolessa der immer stärker werdenden Kenianerin nicht mehr folgen, die in 2:25:53 vor Tollesa in 2:26:14 und Dinknesh Mekasha in 2:28:12 gewann. Von 57000 gemeldeten Läufern gingen nur 43300 an den Start, die Finisherzahl ist noch nicht bekannt.
Ergebnisse Marathon der Männer: | |||
1. | Cyprian Kotut | KEN | 2:07:11 |
2. | Laban Korir | KEN | 2:07:29 |
3. | Stephen Chemlany | KEN | 2:07:37 |
4. | Micah Kogo | KEN | 2:08:03 |
5. | Gebretsadik Abraha | ETH | 2:08:18 |
6. | Alfers Lagat | KEN | 2:08:28 |
7. | Yatayal Atanfu | ETH | 2:08:53 |
8. | Luka Kanda | KEN | 2:09:29 |
9. | Bernard Koech | KEN | 2:11:31 |
10. | Felix Kiprotich | KEN | 2:12:16 |
Ergebnisse Marathon der Frauen: | |||
1. | Visiline Jepkesho | KEN | 2:25:53 |
2. | Gulume Tollesa | ETH | 2:26:14 |
3. | Dinknesh Mekasha | ETH | 2:28:12 |
4. | Rebecca Chesire | KEN | 2:31:29 |
5. | Yebrgual Melese | ETH | 2:32:05 |
6. | Sule Utura | ETH | 2:34:08 |