Diamond League Meeting „Bislet Games“ in Oslo am 1. Juli 2021: Karsten Warholm bricht über 400 m-Hürden 29 Jahre alten Weltrekord

Der norwegische Ausnahmeathlet Karsten Warholm (NOR) stellte in Oslo bei den den Bislet Games im Rahmen der Diamond League Serie mit 46,70 sec einen neuen Weltrekord über 400 m-Hürden der Männer auf. Nachdem erst am letzten Wochenende Sidney McLaughlin (USA) die Marke bei den Frauen auf 51,90 steigerte, wurde in wenigen Tagen in der gleichen Disziplin bei Männern sowie Frauen eine neue globale Bestmarke aufgestellt. Warholm stürmte wie von ihm gewohnt unaufhaltsam auf Bahn 7 dem kompletten Feld von Anfang an davon und verbesserte am Ende die Rekordmarke von Kevin Young von den Olympischen Spielen 1992 nach knapp 29 Jahren um 8/100 Sekunden. Recht eindrucksvoll sind seine 100 m-Splits: 11,2 – 10,6 (200 m: 21,8!!) – 11,9 – 13,0. Zweiter wurde Alison dos Santos (BRA) mit Südamerika-Rekord von 47,38. Erst in der letzten Woche bei den US-Olympia-Trials in Eugene hatte Rai Benjamin (USA) mit 46,83 den Weltrekord über diese Distanz denkbar knapp verpasst.

Karsten Warholm flog nach 46,70 sec über die Ziellinie zum neuen Weltrekord. (c) M. Quine

Neben dem im Vorfeld angekündigten Highlight eines Weltrekords durch Warholm gab es durchaus bemerkenswerte Leistungen auf den Bahnlangstrecken. Über 3000 m der Männer brachte der Tempomacher Vincent Kibet (KEN) das Feld in 2:32,04 nach 1000 m. Danach übernahm dann der äthiopische Topläufer und Hallen-Weltmeister Yomif Kejelcha (ETH) mit Nicholas Kimeli im Schlepptau die Führung, passierte die 2000 m nach 5:02,37 und gab diese nicht mehr ab. Mit einem eindrucksvollen Finale erreichte Kejelcha das Ziel nach 7:26,25, das ist Meetingrekord in Oslo und eine neue Welt-Jahresbestleistung.

Über 5000 m der Frauen setzte sich die amtierende Weltmeisterin Helen Obiri (KEN) in 14:26,38 durch, nachdem das Tempo mit Wavelight-Unterstützung bis 4000 m in 11:40,43 sehr konstant im Regime von km-Splits von 2:55 Minuten gehalten wurde. Mit einem flotten Finale in 2:45,78 für den Schlusskilometer lief eine der Favoritinnen auf den Olympiasieg in einem Monat noch eine Zeit von unter 14:30 Minuten. Dies gelang auf Platz 4 auch der Britin Elish McColgan (GBR), die in ihrem Laufstil sehr an ihre berühmte Mutter Liz McColgan erinnert, in 14:28,55, was für die Britin eine neue PB sowie Landesrekord bedeuteten. Die alte Marke von 14:29,11 hatte Paula Radcliffe bereits 2004 aufgestellt.

Im Meilenlauf sorgte zunächst die Absage vom norwegischen Youngster Jakob Ingebrigtsen für eine Enttäuschung. In seiner Absenz gewann der australische Topstar Stewart McSweyn (AUS), der den Meilenrekord von Ozeanien durch Craig Mottram von 3:48,98 auf 3:48,37 steigerte und damit alle Rekorde des fünften Kontinents zwischen 1500m (3:30,51) und 3000m (7:28,02) besitzt. Am Ende kam der Pole Marcin Lewandowski (POL) noch gewaltig auf und erreichte mit 3:49,11 einen polnischen Rekord.