3. Eldoret City Marathon (Kenia) am 6. Juni 2021: Victor Kipchirchir mit beachtlichem Streckenrekord

Victor Kipchirchir (KEN) und Mercy Kipchumba (KEN) gewannen die dritte Ausgabe des Eldoret City Marathon in 2:08:56 sowie 2:28:10. Dabei konnte der Sieger bei dem nach Aussagen der Organisatoren bestdotierten Marathonlaufs auf dem afrikanischen Kontinent – Sieger und Siegerin erhalten Preisgelder von umgerechnet ca. 30.000 US$ – den Kursrekord von Matthew Kisorio von 2:12:38 aus dem Jahr 2019 angesichts von gut 2000 m Seehöhe auf ein beachtliches Niveau steigern. Einträge in die (internationalen) Bestenlisten werden die Leistungen vom heutigen Sonntag nicht finden, als der Start in der Nähe der Universität auf 2150 m Seehöhe erfolgt und das Ziel sich gut 100 m tiefer im Zentrum der Läufer-Metropole befindet.

Das Rennen der Männer bestimmte  zunächst eine vielköpfige Gruppe an der Spitze, die sich über 47:10 bei 16 km nach der Hälfte in sehr flotten 1:03:20 auf sechs Läufer reduzierte. Kurz darauf konnte sich bereits Kipchirchir, der seine Bestzeit von 2:07:39 bei seinem Sieg beim Valenica Marathon im November 2016 erzielte, erfolgreich absetzen und bis 25 km in 1:15:11 einen Vorsprung von ca. 5 Sekunden auf eine vierköpfige Verfolgergruppe mit Leonard Langat (KEN), Bernard Kipkemoi (KEN), Kenneth Limo (KEN) sowie Edwin Kimutai (KEN) herauslaufen. Kipchirchir hielt das Tempo an der Spitze hoch und konnte bis 33 km in 1:39:12 seinen Vorsprung auf die Verfolger auf über eine volle Minute ausbauen.

Victor Kipchirchir gewann die 3. Ausgabe des Eldoret City Marathon in 2:08:56. (c) Eldoret Marathon

Bis zu diesem Zeitpunk lag der Führende auf Kurs zu einer Zeit um 2:07 Stunden, angesichts der Seehöhe eine phänomenale Zeit. Aber im Schlusspart durch die Innenstadt musste nicht nur er dem hohen Tempo Tribut zollen. Mit km-Splits von über 3:10 Minuten wurde Kipchirchir sichtbar langsamer, wobei es aber der Konkurrenz noch schlimmer erging. Somit konnte er das Rennen in mehr als beachtlichen 2:08:56 gewinnen und den Streckenrekord um 3 1/2 Minuten verbessern. Platz 2 ging an Leonard Langat in 2:10:49, der erst Anfang Mai in Genf 2:10:57 gelaufen war, während der 61-Minuten-Halbmarathonläufer Emmanuel Bor (KEN) bei seinem Marathondebüt in 2:11:10 Dritter wurde.

Durch die wegen der Corona Pandemie sehr limitierten Startmöglichkeiten ostafrikanischer Athleten im Ausland finden sich in der Liste der Platzierten viele namhafte Topathleten, wie z.B. Albert Korir (KEN), der im Jahr 2019 den Houston Marathon in 2:10:02 sowie den Otawa Marathon in 2:08:03 gewann und beim New York City Marathon in 2:08:36 Zweiter wurde. Er kam heute nie ins Rennen, lag nach der Hälfte eine halbe Minute zurück und wurde am Ende in 2:13:53 nur Zehnter.

Zu den Hygiene-Maßnahmen beim Eldoret Marathon gehörten Temperaturmessungen vor dem Start. (c) Eldoret Marathon

Mehr als kurios war der Rennverlauf bei den Frauen. Genau eine Woche nach ihrem Start beim Prag Marathon mit der „Battle of the Teams“ war die kenianische Topläuferin Valery Aiyabei (EKN) schon wieder am Start eines (vollen) Marathon. Erst am letzten Sonntag war sie in Prag in 2:22:39 Dritte geworden und legte trotzdem von Anbeginn ein Wahnsinnstempo im ersten Teil der Strecke auf das Pflaster, was stark an ihren Auftritt beim Frankfurt Marathon im Oktober 2019 erinnerte, wo sie trotz eines massiven Leistungseinbruchs im zweiten Teil den Streckenrekord auf 2:19:10 steigern konnte.

In ähnlichen Regionen agierte sie vom Start weg beim heutigen Lauf, über 44:32 bei 14 km wurde die Titelverteidigerin in Eldoret (2019: 2:27:17) bei der Hälfte mit 1:09:57 gestoppt, also einer Zeit von unter 2:20 Stunden. Dieses Tempo wollte und konnte keiner ihrer Konkurrentinnen mitgehen, beim Halbmarathon lag eine fünfköpfige Verfolgergruppe in 1:11:09 trotz flotter Fahrt über eine Minute zurück. Das „Feuerwerk“ von Aiyabei hielt noch bis 25 km in 1:24:01 an, doch dann kamen die Verfolger schnell näher. Kurz darauf brach die Führende ein und noch vor der 33 km-Marke wurde sie von dem Duo Mercy Kipchumba und Judith Korir (KEN) überholt, das nun bis einen Kilometer vor Schluss um den Sieg stritt. Mercy Kipchumba gewann den Eldoret Marathon in 2:28:10. (c) Eldoret Marathon

Die Außenseiterin und Marathon-Debütantin Kipchumba hatte die besten Reserven und gewann die Frauen-Konkurrenz in 2:28:10 vor Judith Korir in 2:28:31. Mit Jackline Chelal (KEN) als Dritte in 2:29:47 erreichten drei Läuferinnen das Ziel in unter 2 1/2 Stunden. Valery Aiyabei joggte das Rennen zu Ende und landete eine Woche nach dem Marathon in Prag in 2:29:09 auf Platz 22. Damit befand sie sich in einer Reihe bekannter Athletinnen, die heute wenig überzeugen konnten, wie zum Beispiel auch Eunice Chumba (BRN), die sich erst am 16. Mai in Mailand auf 2:23:10 steigern konnte. Sie fiel nach der Hälfte aus der Verfolgergruppe und wurde im Ziel Neunte in 2:32.10.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. VICTOR KIPCHIRCHIR ROTICH 2:08:56
2. Leonard Langat 2:10:49
3. Emmanuel Bor 2:11:10
4. Bernard Kipkemoi 2:12:38
5. EMMANUEL RUTTO NAIBEI 2:12:43
6. KIPRUTO TITUS 2:12:43
7. EVANS KIPCHIRCHIR SAMBU 2:12:48
8. Hosea Kiplimo 2:12:59
9. Kenneth Limo 2:13:11
10. Albert Korir 2:13:53
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. MERCY KIPCHUMBA 2:28:10
2. JUDITH KORIR 2:28:31
3. JACKLINE CHELAL 2:29:47
4. Martha Njoroge 2:30:37
5. Jackline Chepngeno 2:31:15
6. Joyce Kiplimo 2:31:17
7. MAURINE CHEPKEMOI 2:31:38
8. EMILY CHEBET 2:31:52
9. EUNICE CHEBICHII CHUMBA 2:32:10
10. Caroline Jepchirchir 2:32:26