21. Standard Chartered Dubai Marathon am 24. Januar 2020: Worknesh Degefa unter 2:20 Stunden, 11 Männer unter 2:07 Stunden

Die äthiopische Topläuferin Worknesh Degefa (ETH) sorgte mit ihrem Sieg in 2:19:38 bei den Frauen für das Highlight der 21. Ausgabe der Standard Chartered Dubai Marathon. Bei den Männern gewann der Debütant Olika Adugna (ETH) in 2:06:15, wobei insgesamt 11 Athleten unter 2:07 Stunden blieben.  Bei keinesfalls idealen Bedingungen mit Temperaturen um 20°C und einem hohem Taupunkt von 15°C sowie auffrischendem Wind waren gut 2000 Aktive im Marathon an den Start gegangen. Zusammen mit einem 10 km-Lauf und einem 4 km-Fun Run waren insgesamt ca. 25.000 im Stadtteil Jumeirah Beach auf den Beinen.

Im Rennen der Frauen war die große Favoritin Degefa der Konkurrenz schnell enteilt, bei 5 km nach 16:22 Minuten führte sie mit 17 Sekunden vor einer 14-köpfigen Verfolgergruppe. Diesen Vorsprung baute die kleine Äthiopierin über 32:28 bei 10 km, 48:32 bei 15 km, 1:04:56 bei 20 km bis zur Halbmarathonmarke in 1:08:36 auf 1 1/2 Minuten aus. Sie lag hier in den Regionen des Kursrekords von 2:17:08 aus dem Vorjahr durch Marathon-Weltmeisterin Ruth Chepngetich. Nach 25 km in 1:21:39 brach bei der Führenden eine Rückenverletzung im Vorfeld wieder auf und Zwang Degefa das Tempo zu drosseln. Zudem bekam ihr Tempomacher Probleme, so dass die allein auf weiter Front agierte.

Worknesh Degefa gewann nach 2018 den Dubai Marathon erneut. (c) H. Winter

Somit verlor sie den Streckenrekord mit Splits von 1:38:31 bei 30 km und 1:55:07 bei 35 km aus den Augen und auch die Konkurrentinnen Guteni Shone (ETH) sowie Bedatu Hirpa (ETH) in 1:56:37 kamen ihr danach schnell näher. Bei 40 km in 2:12:15 war der Vorsprung der Führenden auf unter eine Minute zusammengeschmolzen, den Gudeta aber bis ins Ziel verteidigte. Sie gewann nach ihrem Sieg im Jahr 2018 erneut mit einer Siegerzeit von 2:19:38 das Rennen und sicherte sich ein Preisgeld von 100.000 USD. Damit gab es auch in diesem Jahr ein Zeit bei den Frauen von unter 2:20 Stunden, auf Platz 2 erreichte Shone in 2:20:11 das Ziel vor ihrer weit zurückgefallenen Landsfrau Hirpa in 2:21:55.

Die ersten neun Plätze gingen an äthiopische Läuferinnen. Die Schwedin Anna Lindholm (SWE) erreichte 40 km nach 2:29:17, diese Zeit lag unter der Olympianorm von 2:29:30, aber leider nicht im Ziel nach 42,195 km. Enttäuscht stieg sie noch vor Erreichen des Ziels aus.

Die Sieger Adugna und Degefa im Siegerinterview mit Moderator Tim Hutchins. (c) H. Winter

Im Rennen der Männer gingen 24 Läufer zusammen mit den beiden Tempomachern Silas Kiptoo (KEN) und Felix Kipkoech (KEN) das Rennen mit 2:53 für den ersten Kilometer in der Dunkelheit mit Start um 6 Uhr an. 5 km wurden in 14:42, 10 km in 29:37 passiert, hinter der Spitzengruppe agierte ein Trio mit dem Südamerika-Meister Juan Pacheco (PER) in 30:28. Bei 15 km in 44:30 war die Spitzengruppe auf Kurs zu einer Zeit von 2:05:10, so dass sich schon hier kein Rennen im 2:03-Regime und in Richtung Kursrekord andeutete.

Über 59:28 bei 20 km erreichte die mittlerweile 24-köpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 1:02:42, das war fast eine Minute langsamer als die im Vorfeld diskutierten 1:01:45; die äußeren Bedingungen sowie die Klasse des Feldes – fast ausschließlich im Vaporfly unterwegs – spielte da sicher eine dominate Rolle. Selbst bei 25 km nach 1:14:18 waren noch 22 Akteure in der Spitzengruppe, in der kurz auch der japanische Rekordhalter Suguru Osako (JPN) das Tempo machte, nachdem er bei 15 km schon eine halbe Minute zurücklag. Osako hat sehr überraschend kurzfristig nachgemeldet, wobei er aber Anfang März beim Tokyo Marathon seinen Startplatz bei Olympia 2020 noch ggfs. verteidigen muss. Wie im Vorfeld abgesprochen, brach Osako, der beim Chicago Marathon 2018 mit 2:05:50 Landesrekord lief, den „Testlauf“ bei 25 km ab.

Die Spitzengruppe der Männer kurz vor dem Finale. (c) H. Winter

An der Spitze war nun noch Silas Kiptoo aktiv, die 30 km in 1:29:40 erreichte mit Kurs auf 2:06:06. Ein Pulk von immer noch 18 Läufern war vorne zusammen, eine Topzeit wie in den letzten beiden Jahren war da schon außer Reichweite. Als bei 35 km nach 1:44:48 und 40 km in 2:00:03 immer noch 12 Athleten zusammenlagen, deutete sich ein Ergebnis von einmaliger Leistungsdichte an. Die Spitze lag mittlerweile auf Kurs von 2:06:38 – faktisch ein 3 Minuten/km-Schnitt -, durch ein flottes Finale mit einem Kilometer von 41 km nach 42 km in 2:38 Minuten sahen die Zuschauer auf den Tribünen am Ziel ein Finale wie bei einem Mittelstreckenlauf.

Ein Finale einmaliger Dichte gewann Adugna (vorne). (c) Livestream/Screenshot

Dies gewann der äthiopische Newcomer und Debütant Olika Adugna in 2:06:15 vor dem kenianischen Debütanten Eric Kiptanui (KEN) in 2:06:17. Mit dem 20-jährigen Adugna gab es in guter Tradition in Dubai wieder einen überraschenden Sieger, der über die halbe Distanz mit einer PB von 1:01:43 (Boulogne 2018) an den Start gegangen war. Kiptanuis Resultat kam da vielleicht weniger überraschend, hatte er doch 2018 in Berlin die Halbdistanz in beachtlichen 58:42 absolviert. Dritter wurde Tsedat Abeje (ETH) in 2:06:18 und auf Platz 11 blieb Bershah Yerssie (ETH) in 2:06:34 als letzter Läufer unter 2:07 Stunden. Diese Leistungsbreite ist in der in Geschichte einmalig, die bisherige Bestmarke mit 10 Läufer hatte man gleichfalls 2012 in Dubai aufgestellt.

Solomon Deksisa (l.) war mit 2:04:40 der Mann mit der schnellsten Vorleistung im Feld. Er fiel aber nach 30 km zurück und erreichte das Ziel nicht. (c) H. Winter

Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Worknesh Degefa ETH 2:19:38
2. Guteni Shone ETH 2:20:11
3. Bedatu Hirpa ETH 2:21:55
4. Tigist Abayechew ETH 2:22:45
5. Dera Dida ETH 2:22:52
6. Hawi Feysa ETH 2:23:36
7. Bezunesh Deba ETH 2:26:59
8. Obst Abdeta ETH 2:29:30
9. Buze Diriba ETH 2:30:18
10. Risper Biyaki MEX 2:30:59
Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Olika Adugna ETH 2:06:15
2. Eric Kiptanui KEN 2.06:17
3. Tsedat Abeje ETH 2:06:18
4. Lencho Tesfaye ETH 2:06:18
5. Yitayal Atnafu ETH 2:06:21
6. Yihunilign Adane ETH 2:06:22
7. Aychew Bantie ETH 2:06:23
8. Seifu Tura ETH 2:06:26
9. Chalu Deso ETH 2:06:29
10. Zewudu Hailu ETH 2:06:31
11. Beshah Yerssie ETH 2:06:34
12. Zelalem Bacha BRN 2:07:09

Detaillierte Splits für die Männer