37. Berliner Halbmarathon am 2. April 2017: Gilbert Masai und Joan Melly waren am schnellsten (im Ziel)

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34000 Läufer gingen heute beim 37. Berliner Halbmarathon auf der Karl-Marx-Allee an den Start und Gilbert Masai in 59:57 sowie Joan Melly in 1:08:45 waren bei Männern bzw. Frauen wieder am schnellsten zurück im Ziel an gleicher Stelle. Nach verhaltenem Beginn in 3:02 und 2:59 für die ersten beiden Kilometer wurde das Rennen der Männer zunehmend schneller, 5 km passiert eine Gruppe von 8 Läufern nach 14:29 Minuten. Erstaunlicher Weise befand sich zu diesem Zeitpunkt auch noch Homiyu Tesfaye in der Spitzengruppe, der mit einer Bestzeit von 1:07:17 im Halbmarthon nicht gerade hochkarätig ausgewiesen war. Nach 7 km in 20:13 war es aber mit seiner Präsenz vorn vorbei, für kurze Zeit lief er noch am Ende Gruppe und fiel nach etwa 7,5 km schnell zurück.

An der Spitze passierten 6 Läufer die 10 km nach 28:52 und danach zog sich die Gruppe weit auseinander. Simpler Grund dafür war eine Temposteigerung auf 2:43 Minuten für den Kilometer nach 11 km in 31:35. Nun lagen nur noch Gilbert Masai und sein Landsmann Vincent Kipchumba, der bis 10 km als Tempomacher fungierte, in Front. Doch als es auf den Kurfürstendamm ging, konnte auch Kipchumba nicht mehr folgen. Bei 12 km zeigten die Uhren 36:56, der letzte km somit in 2:38! Masai ließ km-Splits von 2:43, 2:46 und 2:48 folgen, womit er den 5 km-Abschnitt von 10 km nach 15 km (42:30) in phänomenalen 13:38 lief. Diese Zeit belegt auch wie schnell die Berliner Strecke ist (und sein kann).

Durch diesen läuferischen Kraftakt hatte sich Masai auf eine Zielzeit von etwa 59:45 gearbeitet, die Möglichkeit unter einer Stunde war nun gegeben. Auch der Split bei 10 Meilen (16093,44 m) von 45:40 bestätigte diese Einschätzung. Masais km-Splits stiegen zwar nun auf über 2:50 an, aber am Ende überquerte er nach 59:57 die Ziellinie auf der Karl-Marx-Allee, so dass der Berlin Halbmarathon ein weiteres Jahr eine Zeit von unter einer Stunde vorweisen konnte. Bei der Qualität des Starterfeldes war dies im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten. In der aktuellen Weltbestenliste der Saison 2017 belegt Masai Platz 7.

b-hm-2017-masai-vor-zielGilbert Masai (KEN) gewann die 37. Ausgabe des Berliner Halbmarathon. (c) H. Winter

Platz 2 ging an Kipchumba, der als Tempomacher durchlief und 1:00:32 erreichte. Schon recht lange musste man auf den Dritten waren, Reuben Limaa (KEN) erzielte 1:01:43. Und nach drei weiteren Läufern aus Kenia und Eritrea wurde Homiyu Tesfaye in 1:02:58 Siebter, nach allen nicht unbedingt positiven Meldungen, die man im Vorfeld von ihm serviert bekam, war das durchaus eine positive Überraschung. Er plant jetzt bei der EM 2018 in Berlin auf der Straße im deutschen Team zu starten. Zufriedenstellend aus deutscher Sicht verlief auch die Generalprobe von Philipp Pflieger (Regensburg) für den Hamburg Marahon in drei Wochen, der 1:04:04 lief und Platz 9 belegte. Am Ende kamen elf Läufer unter einer Zeit von 1:04:52 ein, dies ist der neue Weltrekord bei den Frauen vom Prager Halbmarathon am Samstag.

Die Entscheidung bei den Frauen fiel erst nach 15 km, zuvor hatten bei 5 km nach 16:13 Joan Melly, Edith Chelimo (KEN) sowie Susan Jeptoo vorne gelegen. Bei 10 km in 32:27 (sehr konstantes Tempo!) lagen nur noch Melly und Chelimo vorne. Nach 15 km in 48:36 konnte sich Melly absetzen und den Lauf in 1:08:45 gewinnen. Melly wurde vor fast 2 Jahren Mutter einer Tochter und hatte kürzlich in der Höhe von Eldoret in Kenia einen Halbmarathon in etwa 70 Minuten absolviert. Vielleicht sehen wir sie im September in Berlin wieder, wo sie beim Berlin Marathon an den Start gehen könnte. Platz 2 ging an Edith Chelimo in 1:08:57 und Dritte wurde die Vorjahrssiegerin Elizeba Cherono (NED) in 1:10:43.

b-hm-2017-melly-vor-ziel-1Joan Melly (KEN) gewann die Konkurrenz bei den Frauen. (c) H. Winter

Platz 8 in 1:12:11 belegte Sabrina „Mocki“ Mockenhaupt, die ihren Aufwärtstrend nach langer Verletzungspause fortsetzen konnte und dabei von Paul Schmidt als „Hase“ tatkräftig unterstützt wurde. Dahinter in 1:13:25 belegte im innerdeutschen Duell Katharina Heinig den 9. Gesamtplatz, Mona Stockhecke wurde in 1:15:41 Elfte.

Insgesamt stellten sich bei windigen, aber ansonsten besten Bedingungen 34000 Läufer/innen dem Starter, der die Felder in drei Wellen auf die Tour durch die Hauptstadt schickte. Im Ziel wurden dann auf der Basis einer vorläufigen Auswertung 19962 Läufer und 13327 Läuferinnen gezählt.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Masai, Gilbert KEN 00:59:57
2. Kipchumba, Vincent KEN 01:00:32
3. Limaa, Reubern KEN 01:01:43
4. Chebii, Daniel KEN 01:01:49
5. Kogei, David KEN 01:02:30
6. Tuemay, Tsegay ERI 01:02:54
7. Tesfaye, Homiyu GER 01:02:58
8. Kaptich, Amos KEN 01:03:15
9. Pflieger, Philipp GER 01:04:04
10. Temesgen, Ejerssa ETH 01:04:08
11. Mastromarino, Mariano ARG 01:04:48
12. De Bock, Thomas BEL 01:04:58
13. Bräutigam, Marcel GER 01:05:29
14. Hehir, Sean IRL 01:05:39
15. Csere, Gaspar HUN 01:05:49
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Melly, Joan KEN 01:08:45
2. Chelimo, Edith KEN 01:08:57
3. Cherono, Elizeba NED 01:10:43
4. Kejeta, Melat Yisak ETH 01:11:00
5. Jeptoo, Susan FRA 01:11:28
6. Kosgei, Cynthia Chepchirchir KEN 01:11:58
7. Strähl, Martina SUI 01:11:59
8. Mockenhaupt, Sabrina GER 01:12:11
9. Heinig, Katharina GER 01:13:25
10. Deelstra, Andrea NED 01:15:21
11. Stockhecke, Mona GER 01:15:41
12. Sobczak, Sebastian POL 01:15:43
13. Graffitti, Lara GER 01:18:19
14. Starostzik, Anna GER 01:19:01
15. Mustonen, Sanna SWE 01:19:14