Tokyo Marathon am 28. Februar 2017: Wilson Kipsang will den Marathon-Weltrekord angreifen

tokyo-mar-2017-logo

Der kenianische Ausnahmeläufer Wilson Kipsang will am 28. Februar 2017 beim Tokyo Marathon den Weltrekord über die Marathondistanz angreifen, wie er in einem TV-Interview in seinem Heimatort Iten verlauten ließ.Dass Kipang durchaus weiß, wovon er spricht, belegen nicht nur seine bisherigen Erfolge, die ihn u.a. schon einmal als Inhaber des Weltrekords in den Jahren 2013 bis 2014 sahen. Auf 2:03:23 steigerte er im September 2013 die globale Bestmarke auf der schnellen Berliner Strecke. Ein Jahr später unterbot allerdings schon wieder sein Team-Partner Dennis Kimetto diese Marke mit 2:02:57.

Wie sehr man Ankündigungen im Vorfeld – die oft überzogen sind – bei Kipsang Ernst nehmen muss, belegt u.a. seine Vorstellung beim Berlin Marathon, wo er in einem denkwürdigen Duell nur knapp gegen Kenenisa Bekele (ETH) unterlag und beide Läufer in 2:03:03 und 2:03:13 (Kipsang) großartige Bestzeiten schafften. Den Weltrekord hatten sie zwar verpasst, aber es bestand kein Zweifel, dass Beide das Potential für noch schnellere Zeiten haben. Kenenisa Bekele wollte dies vor Wochenfrist in Dubai schon umsetzen, doch durch ein Desaster am Start, das in einem bösen Sturz von Bekele endete, musste der Äthiopier seine Ambitionen zunächst bis zum London Marathon am 23. April 2017 zurückstellen.

rak-hm-2016-finish-kipsangWilson Kipsang will beim Tokyo Marathon den Marathon-Weltrekord angreifen. (c) H. Winter

Somit kommt für Kipsang die Chance, in Tokyo „ganz schnell zu laufen“ zur rechten Zeit, bevor ein Konkurrent die Maßstäbe ggfs. kurz zuvor noch weiter in die Höhe schrauben kann. Hier ist auch das „Breaking2″-Projekt zu nennen, dass nach letzten Informationen sogar auf einem Regel konformen Kurs in Angriff genommen werden soll, und wo Eliud Kipchoge (KEN) sicher das Zeug zu einer Zeit weit unter 2:03 Stunden haben sollte. Doch dieser Lauf wird wohl vor Ende April nicht gestartet werden.

Der 34jährige Kipsang, der sich zutraut, in Tokyo noch schneller anzulaufen als in Berlin (Halbmarathon in 1:10:11), meint dazu: “For now, my main focus in athletics is Tokyo. My preparation all through from Berlin is going very well and I feel I have the potential to run faster than Berlin if all conditions allow. I know it will be very cold but if the weather will be good, there is a high possibility because Tokyo is one of the fastest course. If I prepare myself well with the right approach and strong pacemakers, we want to really try to see whether we can run under 2:02:57.“

Dabei ist der verunglückte Versuch von Bekele in Dubai für den Kenianer eine weitere Motivation: “It has always been my dream because once I broke the world record in 2013, I have never lost hope to keep trying and going for it once more. I tried recently and missed it by 15 seconds. If I make the next try, there is a possibility. I ran in 2011 and I missed (it). I tried in 2013, yes!  If I keep on with the spirit of training so hard and having the passion to break the record, in due time, we will have a new record.“

Da Tokyo in diesem Jahr eine neue Strecke aufweisen wird, die im Schlussteil weit attraktiver ist als die Zumutung der Vorjahre, darf man auf das Unterfangen von Kipsang mehr als gespannt sein. Schon der spektakuläre Zieleinlauf an der alten Tokyo-Station im Herzen der Stadt wird gegenüber der Tristesse der „Big Site“ eine zusätzliche Motivation für einen schnellen Lauf sein. Wie dem auch sei, die noch junge Marathon-Szene des Jahres 2017 sorgt schon gleich zu Beginn für gewaltigen Wirbel. Zwar hat der WR von Dennis Kimetto aus dem Jahr 2014 alle Angriffe bisher – wenn auch zum Teil denkbar knapp – überstanden, aber in Tokyo und London würde eine neue globale Bestmarke nicht sonderlich überraschend kommen.