Honolulu Marathon am 11. Dezember 2016: Feyisa Lelisa ist am Start

honolulu-mar-2016-logoDer äthiopische Gewinner der Silbermedaille beim Olympischen Marathon 2016 in Rio de Janeiro, Feyisa Lelisa, ist der Topstar beim Honolulu Marathon am kommenden Sonntag. Lelisa sorgte beim Zieleinlauf im August in Rio für Aufregung, als er mit gekreuzten Oberarmen die Ziellinie passierte und diese Aktion später als politische Demonstration gegen die Zustände in seinem Heimatland deklarierte. Als Konsequenz seines Auftretens konnte er nicht nach Äthiopien zurückkehren, sondern lebt aktuell in den USA. Der Lauf auf der Hauptinsel Hawaiis ist der erste Marathon von Lelisa nach Rio. Mit einer Bestzeit von 2:04:52 als Dritter beim Chicago Marathon im Jahr 2012 ist er der Mann mit der schnellsten Vorleistung. Neben Platz 2 in Rio konnte er bereits im Februar beim Tokyo Marathon überzeugen, den er in 2:06:56 gewann.honolulu-2015-chebetWilson Chebet (KEN) ist neben Lelisa (ETH) einer der Favoriten beim Honolulu Marathon. (c) H. Winter

Er trifft in Honolulu auf starke Konkurrenz, die von Wilson Chebet (KEN)  und Deribe Robi (ETH) angeführt wird. Chebet, mit seinen drei Siegen in Folge beim Amsterdam Marathon auch „Mr. Amsterdam“ tituliert, lief seine Bestzeit von 2:05:27 als Sieger beim Rotterdam Marathon 2011. In Honolulu war er bereits 2014 und 2015 dabei, mit einem Sieg in 2:15:35 und einem zweiten Platz im letzten Jahr in 2:12:47. Robi hat eine Bestzeit von 2:05:58 als Zweiter des Eindhoven Marathon 2015, in diesem Jahr wurde er dort allerdings in 2:11:00 nur Achter. Zu Podiumsplätzen reichte es für ihn u.a. in Prag (Platz 3, 2015), Dubai (Platz 3, 2015) und Marrakesch (Platz 1, 2014).dubai2015-robiDeribe Robi (ETH) ist einer von drei Läufern in Honolulu mit einer Bestzeit von unter 2:06 Stunden. (c) H. Winter

Weiterhin konnte der Veranstalter Lawrence Cherono (KEN) mit einer Bestzeit von 2:07:24 beim diesjährigen Prag Marathon und Robert Kwambai (KEN) mit 2:08:18 beim Xiamen Marathon im letzten Jahr verpflichten. Besonders zu beachten dürfte Festus Talam (KEN) sein, der beim diesjährigen Eindhoven Marathon Anfang Oktober als Tempomacher angeheuert wurde und das Rennen in 2:06:26 gewann, nachdem er sich kurz vor dem Ziel sogar noch kurzfristig verlief.

Bei den Frauen steht Buzunesh Deba (ETH) im Fokus. Deba wurde im nachhinein zur Siegerin des Boston Marathon 2014 erklärt, nachdem die damalige Erste Rita Jeptoo des Dopings überführt wurde. In Boston lief sie auch ihre Bestzeit von 2:19:59. Ihre aktuelle Form scheint aber fragwürdig zu sein, in Boston wurde sie in diesem Jahr nur Siebte in 2:33:56 und beim New York City Marathon stieg sie sogar aus (und hatte damit noch Reserven, einen weiteren Marathon in 2016 zu bestreiten). Zhang Yingying aus China lief ihre beste Zeit mit 2:22:38 bereits 2008 in Xiamen, ihr aktuelles Leistungsniveau dürfte eher Zeiten von 2:32:45 sowie 2:29:55 reflektieren, die sie in Hengshui und Chongqing lief. Im letzten Jahr war sie schon in Honolulu dabei und wurde in 2:37:01 Vierte.

Brigid Jepcheschir (KEN) schaffte in diesem Jahr als Zweite des Lissabon Marathon 2:24:45, den gleichen Platz ereicht sie in 2:27:45 auch in Mailand. Und die 33jährige Eri Okubo (JPN) ist mit einer Bestzeit von 2:26:08 in Tokyo aus dem Jahr 2012 notiert. In Honolulu war sie mit mäßigem Erfolg in den Jahren 2010 und 2011 dabei. In 2:47:14und 2:34:10 wurde sie jeweils Sechste.

Der Start erfolgt wegen der erheblichen Sonneneinstrahlung auf Hawaii auch in den Wintermonaten bereits um 5 Uhr früh, unterstützt von einem prächtigen Feuerwerk. Das Ziel ist wie in den Vorjahren im Kapiolani Park unweit der Waikiki Beach. Erstmals wird man bereits am Samstagmorgen die Kalakaua Merrie Mile veranstalten, bei der Olympiateilnehmer und viele Freizeitläufer am Start erwartet werden. Im Rahmen eines Handicap-Rennens werden die Elitefrauen mit einem Vorsprung von 27 Sekunden gestartet.

Im letzten Jahr gab es bei 30797 Anmeldungen 21563 Finisher, die aktuellen Zahlen der Anmeldungen liegen in ähnlicher Größenordnung. Besonders ragt diesbezüglich die hohe Zahl japanischer Teilnehmer heraus, die in besten Zeiten bei 60% aller Läufer lag. Durch die Etablierung von immer mehr Massen-Marathonläufen in Japan fiel deren Anzahl in den letzten Jahren kontinuierlich ab.

Liste der Eliteathleten:
Feyisa Lilesa ETH 2:04:52 2012 Chicago
Wilson Chebet KEN 2:05:27 2011 Rotterdam
Deribe Robi ETH 2:05:58 2015 Eindhoven
Lawrence Cherono KEN 2:07:24 2016 Prague
Robert Kwambai KEN 2:08:18 2015 Xiamen
Festus Talam KEN 2:06:26 2016 Eindhoven
Yusei Nakao JPN 2:13:23 2015 Beppu-Oita
Liste der Eliteathletinnen:
Buzunesh Deba ETH 2:19:59 2014 Boston
Yingying Zhang CHI 2:22:38 2008 Xiamen
Brigid Kosgei KEN 2:24:45 2016 Lisbon
Eri Okubo JPN 2:26:08 2012 Tokyo