Scotiabank Ottawa Marathon am 29. Mai 2016: Sefir gewinnt, keine Familie Korir in Rio

ottawa-marathon-logoMit dem Sieg des hohen Favoriten Dino Sefir (ETH), der mit einer Zeit von 2:04:50 (Dubai 2012) auch der Mann mit der schnellsten Vorleistung im Feld war, endete der Scotiabank Ottawa Marathon, der immerhin mit dem IAAF Gold Label bedacht ist. Die Hitze und Schwüle des Vortages war zwar etwas zurückgegegangen, aber bei Temperaturen um 20°C waren die Bedingungen keinesfalls optimal. Geführt von 3 Tempomachern erreichte ein 10-köpfige Gruppe die 5 km nach 15:18 und 10 km nach 30:16. Dann fielen die ersten Läufer aus der Spitzengruppe heraus, ein prominentes Opfer war der Kenianer Felix Keny, der in Valencia schon eine Zeit von 2:07 Stunden lief.

Auf dem Weg zum Halbmarathon dezimierte sich die Gruppe weiter, zusammen mit den beiden „Hasen“ Kimeli und Sang waren noch die drei Läufer Sefir, Evans Ruto (KEN) und Shura Kitata (ETH) vorne. Nach 1:04:01 passierte man die Halbdistanz und 25 km nach 1:16:06. Einen km später stieg mit Sang der letzte Tempomacher aus und das Rennen konzentrierte sich an der Spitze auf einen Zweikampf zwischen den Äthiopiern Sefir und Kitata, die 30 km nach 1:31:25 erreichten. Die Entscheidung fiel nach 33 km, wo sich Sefir mit einer eindrucksvollen Tempoverschärfung absetzen konnte. Dabei lief er den 5 km Abschnitt zur 35 km Marke in beeindruckenden 14:47, so dass Kitata viel Boden verlor. Über 2:01:35 bei 40 km erreichte er das Ziel nach guten 2:08:14.

Die Konkurrenz hatte viel Boden verloren. Kitata wurde Zweiter in 2:10:04 und Dominic Ondoro (KEN) überholte Ruto noch und wurde in 2:11:39 Dritter. Für Kitata war es im zweiten Rennen seiner Karriere wieder ein zweiter Platz, beim Debüt hatte er letztes Jahr in Shanghai 2:08:53 erreicht. Ruto brach ein und wurde in 2:12:55 nur Vierter. Nach dem Rennen beklagte sich der Sieger: “The pacemakers were not going as fast as I wanted them to go so I had to push them to go faster and faster. That is correct that if there was more competition there was a chance I could have run better.” (Quelle: IAAF)

Bei den Frauen gewann Koren Jelela (ETH), die vor fünf Jahren mit 2:22:43 in Toronto die schnellste Zeit einer Frau im Marathon auf kanadischem Boden gelaufen war. Nach der Hälfte lagen noch vier Läuferinnen in 1:12:30 zusammen. Erst im letzten Drittel konnte sich Jelala absetzen und in 2:27:06 das Rennen gewinnen. Nur noch die Zweite Aberu Mekuria in 2:29:51 schaffte eine Zeit von unter 2:30 Stunden, Platz 3 belegte Sechale Dalasa in 2:32:46. Und auch Platz 4 ging durch Makida Abdela nach Äthiopien.

Auf Platz 5 kam dann Tarah Korir ein, die kanadische Ehefrau des kenianischen Topläufers Wesley Korir, die in Ottawa das Olympia-Limit ihres Verbandes von 2:29:50 unterbieten wollte. Dann wäre nämlich das Ehepaar Korir zusammen nach Rio gefahren (und gestartet). Aus dieser Aktion wurde aber am Ende nichts. Unterstützt von ihrem sichtlich bemühten Ehemann Wesley gab Tarah ihr Bestes und unterbot mit einer Zeit von 2:35:46 ihre Bestzeit von 2:49 um fast eine Viertelstunde. Für Olympia hat das aber leider nicht gereicht, wie sich schon früh im Renngeschehen abzeichnete. Somit kann sie ihren Ehemann nach Rio begleiten, starten wird aber nur der im Kampf um Olympische Meriten.

ottawa-marathon-2016-winner-sefirDino Sefir (ETH) gewann den Ottawa Marathon 2016 in 2:08:14.  (c) RodgersTV

  Ergebnisse Marathon der Männer:
 1. Dino Sefir ETH 01:03:54 02:08:13.8
 2. Shura Kitata ETH 01:03:53 02:10:03.2
 3. Dominic Ondoro KEN 01:03:58 02:11:38.7
 4. Evans Ruto KEN 01:03:54 02:12:54.3
 5. Luka Rotich KEN 01:04:04 02:17:14.8
 6. Elkana Yego KEN 01:06:18 02:18:21.6
 Ergebnisse Marathon der Frauen:
 1. Koren Jelela ETH 01:12:29 02:27:05.4
 2. Aberu Mekuria ETH 01:12:29 02:29:50.4
 3. Sechale Dalasa ETH 01:13:04 02:32:45.5
 4. Makida Abdela ETH 01:14:00 02:34:28.9
 5. Tarah Korir CAN 01:15:38 02:35:45.2