eDreams Mitja Maratonó Barcelona am 14. Februar 2016: Florence Kiplagat nicht in Form für einen Weltrekord

logo-mitjaWas im Vorfeld schon durchgesickert war, wurde heute morgen beim eDreams Mitja Marató de Barcelona zur Gewissheit: Florence Kiplagat hatte die Folgen einer Erkrankung zum Jahresende noch nicht völlig überstanden und war (noch) nicht in der Form, ihre Fabelzeiten aus den beiden Vorjahren auch nur in Ansätzen zu erreichen. Schon nach 5 km in 16:31 lag sie etwa eine 3/4 Minute hinter dem Fahrplan zum Weltrekord. Über 32:42 bei 10 km erreichte sie, nun schon lage allein an der Spitze des Frauenfeldes laufend, die 15 km in 49:06, womit sie fast 3 (!) Minuten hinter ihrem Weltrekord über diese Distanz aus dem Vorjahr zurück war. Nach 1:05:44 bei 20 km erreichte sie unangefochten als Siegerin in 1:09:19 das Ziel, da waren in RAK am Freitag 11 Frauen schneller, ganz abgesehen von den Zeiten der Erstplatzierten. Mit deutlichem Rückstand wurde die für Schweden startende Kenianerin Isabellah Andersson in 1:10:50 Zweite, Platz 3 ging an Jessica Augusto (POR) in 1:10:58.

barcelona-hm-2016-ziel-kiplagatFlorence Kiplagat (KEN) gewinnt ungefochten das Rennen der Frauen beim Barcelona Halbmarathon nach 1:09:19.  (c) Veranstalter

Und dann kamen schon 3 deutschen Läuferinnen, die ein beherztes Renen liefen und tolle Leistungen ablieferten. Anja Schneider aus Regensburg schaffte tolle 1:11:17 und lief dabei nach 17:10 für die ersten 5 km alle weiteren Abschnitte unter 17 Minuten (16:47, 16:49, 16:51). Nach 5 km hatte sie sich von ihrer Vereinkameradin Franziska Reng lösen können, die in 1:12:32 gleichfalls überzeugen konnte. Wie hoch die Leistung von Schneider einzuordnen ist, zeigt ein Blick auf die Jahresschnellsten der letzten Jahre in Deutschland: 2015 – Mockenhaupt 1:11:13, 2014 – Mockenhaupt 1:11:43, 2013 – Mockenhaupt 1:09:42, 2012 – Mikitenko 1:12:01, 2011 – Mockenhaupt 1:10:31.

Auch Katharina Heinig ließ sich von diesem Leistungsniveau anstecken und lief 1:12:54, womit sie ihre Bestzeit von 1:14:36 aus dem Jahr 2014 in der Tat “pulverisierte”. Dabei lief die Tochter von Ex-Weltklasseläuferin und Bundestrainerin für den Bereich Marathon, Kathrin Dörre-Heinig, mit 5 km-Abschnitten von 17:16, 17:31, 17:47 und 17:41 ein vorbildlich gleichmäßiges Rennen. Neben weiteren deutschen Läuferinnen war auch Anna Hahner am Start, die mit ihrer Zeit von 1:14:02 nicht ganz zufrieden sein konnte. Sie lag damit fast zwei Minuten hinter ihrer Bestzeit vom Berlin Marathon 2015 zurück. Das ausgiebige Training über die Unterdistanzen in der letzen Zeit hatte sich in Barcelona bei ihr noch nicht ausgezahlt.

Im Rennen der Männer fehlte die internationale Klasse, um an die Topzeiten des Jahres von Houston oder RAK heranzukommen. Somit war das Mithalten des italienischen Marathon-Europameisters Daniele Meucci kaum überraschend. Schon die Splits auf den ersten zehn km mit 14:34 bei 5 km und 29:10 bei 10 km waren nicht übermäßig schnell, danach brach aber das Tempo regelrecht ein. Von anfänglich 6 Läufern reduzierte sich die Spitze nach 15 km und 20 km auf 5 und dann 4 Athleten, wobei die 5km Splits nur noch 44:31 bei 15 km und 59:52 bei 20 km betrugen; d.h. die Zeiten für die 5 km Abschnitte betrugen 15:21 und 15:21, für einen flotten Halbmarathon ist das viel zu langsam.

Von den vier Läufern, die nun dem Ziel entgegenstrebten, hatte Vincent Kipruto das beste Finale. Seine Zeit von 1:02:54 ist international aber wenig berauschend. Nur um eine Sekunde geschlagen landete Meucci auf Platz 2, Dritter wurde in 1:02:57 Abdi Fufa (ETH). Recht beachtlich schlugen sich auch die zahlreichen deutschen Teilnehmer im Elitefeld der Männer. Julian Flügel aus Regensburg wurde in 1:04:17 Siebter und damit der beste deutsche Läufer. Beachtlich schlugen sich Sebastian Reinwand in 1:05:10, Steffen Uliczka in 1:05:23 und Simon Stützel in 1:05:37. Paul Schmidt aus Berlin landete in 1:06:40 auf Platz 25.

1. Vincent Kipruto KEN 1:02:54
2. Isabellah Andersson SWE 1:10:50
Die Splits von Florence Kiplagat 2015-2016
Splits 2014 Splits 2015 Splits 2016
5 km
15:47 15:38 16:31
10 km
31:09 31:01 32:42
15 km
46:35 46:13 (WR) 49:06
20 km
61:56 61:53 (WR) 65:44
  HM 65:12 (WR) 65:09 (WR) 69:19