Xiamen International Marathon am 2. Januar 2016: Vier Minuten langsamer als im Vorjahr

xiamen-logo-2016Schon im Vorfeld war zu erwarten, dass die einmaligen Resultate des Vorjahres in der Tat zunächst „einmalig“ bleiben. Während 2015 der Xiamen International Marathon mit Streckenrekorden und internationalen Topzeiten glänzte, waren die Zeiten der heutigen Ausgabe in der ostchinesischen Hafenstadt eher Mittelmaß. Bei den Männer gewann der Kenianer Vincent Kipruto in 2:10:18 und bei den Frauen war Worknesh Edesa (ETH) in 2:24:04 vorne. Im letzten Jahr liefen an gleicher Stelle Moses Mosop und Mare Dibaba 2:06:14 sowie 2:19:52, Zeiten die einige Monate in der Weltjahres-Bestenliste überdauerten. Das wird in diesem Jahr sicher nicht der Fall sein.

Bei günstigen Temperaturen um 15°C – allerdings über 80 % Luftfeuchte – gingen 27.000 Läufer im Marathon an den Start. Nimmt man dann noch weitere 21.000 Teilnehmer dazu, die zeitgleich über 5 km starteten, waren das schon eindrucksvolle Bilder, die das chinesische Fernsehen CCTV-5 einfing. Dass in der Bildregie wieder ein Aktivist (oder eine Aktivistin) saß, die auch nicht in Ansätzen ein Verständnis für den Sport aufbrachte, ist (leider) ein Faktum, mit dem man wohl auch im Jahr 2016 leben muss. Und das nicht nur in China.

Während die erste Phase des Rennens noch recht flott begonnen – 3 km in 9:06, 5 km nach 15:03 – wurde die Fahrt einer 14köpfigen Gruppe danach sichtbar langsamer. Mit km-Abschnitten von 3:09, 3:12, 3:04, 3:03 und 3:03 ging es in 30:34 zur 10 km Marke, wo man auf Kurs von 2:09:11 lag. Kurz vor 6 km schwächelte der spätere Sieger Kipruto kurz, fand dann aber wieder Anschluss. Bei 15 km wurde eine Zwischenzeit von 45:56 gemeldet, die Uhren zeigten allerdings 46:11, und 10 Läufer an der Spitze erreichten 20 km nach 1:01:33 und den Halbmarathon in 1:05:08. Man lag also „nur noch“ auf Kurs von 2:10 Stunden. Mit der Startnummer „33“ spät nachverpflichtet war der bereits 35jährige Haudegen Deriba Merga (ETH) bis hier an der Spitze zu sehen, danach fiel er aber zurück und beendete (vermutlich) das Rennen nicht.

Dann dünnte die Spitze weiter aus mit 8 Läufern in der Spitzengruppe in 1:17:12 bei 25 km und 1:32:30 bei 30 km. Kurz danach bestand die Spitze noch aus Feyisa Bekele, Shura Kitata, Abdela Godana, Alemu Gemechu and Gebre Mekuant (alle ETH) zusammen mit einem Kenianer, Vincent Kipruto. Bei 31 km ging der Tempomacher heraus und die Spitze dünnte weiter aus, nach 38 km waren nur noch Kitata, Kipruto und Bekele vorne. Nach 39 km in 2:00:48 waren Kitata und Kipruto allein und liefen nach 40 km in 2:03:43 den schnellsten km des Rennens mit 2:55. Die Entscheidung fiel erst an der 42 km-Marke, wo sich Kipruto problemlos von Kitata absetzen konnte und in 2:10:18 gewann. Damit gewann Kipruto den vierten Marathon seiner Karriere und zeigte nach dem schwachen Abschneiden im April in Paris mit Platz 14 wieder aufstrebende Form. Abgesehen von der moderaten Zeit im Ziel lief er die beiden Hälften mit 1:05:08 und 1:05:10 überaus gleichmäßig.

Der erst 19jährige Kitata lief 2:10:20, nachdem er erst vor zwei Monaten in Shanghai mit 2:08:53 Bestzeit lief. Platz 3 auf dem Podium erreichte Feyisa Bekele (ETH) in 2:11:09. Mit diesem Resultat konnten die Organisatoren die hochklassigen Zeiten des Vorjahres auch nicht in Ansätzen bestätigen.

xiamen-2016-winnerVincent Kipruto (KEN) im Siegerinterview nach seinem Sieg beim Xiamen Marathon in 2:10:18.  (c) Veranstalter

Bei den Frauen waren die Zeiten etwas hochwertiger, die Fabelzeit vom Vorjahr war aber niemals in Reichweite. Das zeigte sich schon nach 10 km in 34:28, wo man auf Kurs von 1:25:26 lag, bei 20 km in 1:08:08 und Halbmarathon in 1:12:55 war man kaum schneller. Nach gut 25 km begann Workenesh Edesa ihren Sololauf, den die Äthiopierin mit einer Bestzeit von 2:31:06 (Marrakech 2015) zunächst mit zwei dann noch mit einem Tempomacher mit einer grandiosen Verbesserung ihres Hausrekords in 2:24:04 abschloss. Ihre Landsfrau Marta Lema wurde in 2:24:32 Zweite und konnte gleichfalls ihre Bestzeit von 2:25:59 vom Hengshui Marathon im September 2015 steigern. Mit Fantu Eticha (ETH) auf Platz 3 in 2:26:53 war ein äthiopisches Podium perfekt.

Die Splits der führenden Läufer:

 5 km 15:03 2:07:00
10 km 30:34 15:31 2:09:11
15 km 46:11 15:37 2:09:55
20 km 1:01:33 15:22 2:09:52
 HM 1:05:08 2:10:16
25 km 1:17:12 15:39 2:10:18
30 km 1:32:42 15:30 2:10:23
35 km 1:48:10* 15:28 2:10:24
40 km 2:03:43 15:33 2:10:30
 Ziel 2:10:18  6:35


Ergebnisse des Männer (frisch aus dem Drucker):

xiamen-2016-results-menErgebnisse der Frauen:

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