New York City Halbmarathon

nychalf15_racehead_4Dies war im Vorfeld kaum zu erwarten: Eine „weiße“ Läuferin zeigt der ostafrikanischen Konkurrenz Ihre Grenzen auf. Und das war unter anderen immerhin Joyce Chepkurui, die im letzten Jahr beim Prager Halbmarathon glänzende 66:17 lief. Molly Huddle, die US-Meisterin über 5000m, rannte im Stil einer Paula Radcliffe und dezimierte die Konkurrenz nach Verlassen des Central Parks nach etwa 10 km eindrucksvoll. Als es zwei km vor dem Ziel durch den Tunnel unter dem Battery Park ging war nur noch Chepkurui bei ihr, auch die Vorjahressiegerin Sally Kipyeyo hatte da schon den Anschluss verloren. Aber letztere war da nicht allein.

Etwas enttäuschend gehörte auch Sabrina Mockenhaupt dazu, die am Sonntag nie ins Rennen fand. Schon nach 5 km lag „Mocki“ mit 16:50 15 Sekunden hinter einer großen Frauengruppe (die Frauen waren fast 10 Minuten vor der Männerelite gestartet), bei 10 km war ihr Rückstand auf 1:17 angewachsen und auch danach lief für die nichts mehr. 1:13:07 und Platz 14 waren für eine Läuferin mit einer Bestzeit im Bereich der Siegerzeit indiskutabel. Kaum besser erging es der zweiten deutschen Läuferin im Feld. Mona Stockhecke lief mit 1:18:56 auf Platz 35, berauschend war das nicht.

Da war die Galashow von Molly Huddle von anderer Dimension. Als die gute Molly aus dem langen Tunnel herauskam, war auch die Gegenwehr von Chepkurui erlahmt und sie strebte dem ersten Sieg einer US-Läuferin bei diesem Event entgegen. Aber auch ein eindruckvoller Spurt half ihr nicht zum Kursrekord, den sie mit  1:08:31 aber einstellen konnte. Deutlich dahinter lief Joyce Chepkirui 1:08:42, Sally Kipyego wurde mit über eine Minute Rückstand diesmal nur Dritte in 1:09:39.

Die Bedingungen in New York City waren in diesem Jahr etwas besser als im Vorjahr, wo die Temperaturen um dem Gefrierpunkt lagen. Diesmal war es mit 42°F (5°C) etwas „wärmer“, auch der strenge Winter an der Ostküste ist überstanden, letzte Schneehaufen am Streckenrand erinnerten noch an harte Zeiten in den letzten Monaten. Dafür frischte der Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h immer wieder auf.

Bei den Männern war man auf den erneuten Auftritt von Arne Gabius gespanbt, der in der Anfangsphase im Central Park auf eine gute Rolle spielte und sich immer wieder vorne zeigte. Doch als es nach 14:31 für 5 km und 29:14 für 10 km aus dem Central Park heraus ging, verlor er dann schnell den Anschluss. Bei 15 km hatte sich eine Vierergruppe abgesetzt – Sambu, April, Leonard Korir und Barrios – , da lag Gabius in guter Begleitung wie Keflezighi, Ritzenhein, etc. schon eine halbe Minute zurück und mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Im Ziel wurde Arne  immerhin Neunter in der Zeit von 1:02:34, die Bestzeit aus dem Vorjahr von 1:02:09 verfehlte er allerdings deutlich. In bereits 14 Tagen will er nun beim Berliner Halbmarathon deutlich schneller laufen.

Den Sieg machten dann Stephen Sambu und Leonard Korir unter sich aus, die sich im Tunnel von den beiden Konkurrenten lössen konnten. Sambu sah schon wie der sichere Sieger aus, doch mit einem gewaltigen Spurt kam Korir immer näher und stürzte auf der Ziellinie nach 1:01:06 an seinem Landsmann vorbei, dem eine Zeit von einer Sekunde mehr zuerkannt wurde.

Das Ergebnis der Männer:

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