dagewo Great 10K Berlin am 16. Oktober 2022: Micah Cheserek gewinnt in 27:57

Mit dem Sieg von Micah Cheserek (KEN) in 27:57 starteten die degewo Great10K Berlin einen Neustart in die leistungssportliche Liga des Straßenlaufs, nachdem durch die Corona Pandemie bedingt die Veranstaltung bei den letzten Auflagen auf sportlicher Sparflamme gelaufen war. Den Wettbewerb der Frauen gewann ohne nennenswerte internationale Konkurrenz Deborah Schöneborn (GER) vom SCC Running Team in 32:54. Das Rennen bestimmten vom Start an das kenianische Dreigestirn Cheserek, der Sieger von 2018 Vincent Kibet (KEN) sowie Lawi Kosgei (KEN). Mit schnellen ersten Kilometern in 2:41 und 2:39 lag man mit 5:20 bei 2 km auf Kurs zu einer Zeit von 26:41, also deutlich unter dem bestehenden Streckenrekord von 27:12, den Leonard Komon bereits im Jahr 2012 aufgestellt hatte.

Nach dem sehr flotten Beginn wurde das Tempo moderater, so dass man mit km-Splits von 2:49 und 2:44 bei 4 km in 10:54 „nur noch“ im Regime des Streckenrekords agierte. Beim Eingang in den Berliner Zoo wurden die 5km nach 13:44 passiert und spätestens bei 6 km in 16:35* (Zeit korrigiert, da km-Marker falsch stand) wurde klar, dass der Streckenrekord nicht mehr in Gefahr geraten würde. Bereits vor 5 km war Lawi Kosgei aus der Spitzengruppe herausgefallen, davor hatte er sich bis gut 3 km weitgehend um das Tempo verdient gemacht. Nach 19:26 bei 7 km und 22:19 bei 8 km konnte sich kurz vor der 9 km Marke (Split: 25:09) etwas überraschend Cheresek, der mit einer PB von 28:37 (Lille 2022) angereist war, lösen, um das Rennen in 27:57 knapp vor Kibet in 28:00 zu gewinnen.

Micah Cheserek (links) sowie Vincent Kibet bestimmten das Geschehen beim Great 10K Berlin in der zweiten Hälfte. (c) H. Winter

Lawi Kosgei hatte im zweiten Teil gewaltig an Boden verloren und wurde in 28:56 – also eine volle Minute hinter dem Sieger – Dritter. Als bester deutscher Läufer wurde Jonathan Dahlke (GER) von Bayer Leverkusen in 29:43 Gesamtvierter. Und er war mit seiner Leistung auch der letzte Läufer, der noch in einer Zeit von unter 30 Minuten das Ziel erreichte. Bei der Bewertung der Leistungen ist allerdings einzuräumen, dass bei Temperaturen um 18°C vor allem ein Taupunkt um 13°C sowie mit einem auffrischenden Wind bis 10 km/h keine optimalen Bedingungen herrschten.

Ergebnisse 10 km der Männer:
1. Micah Cheserek KEN 27:57
2. Vincent Kibet KEN 28:00
3. Lawi Kosgei KEN 28:56
4. Jonathan Dahlke GER 29:43
5. Emil Bezecny AUT 30:04
6. Leonid Latsepov GER 30:10
7. Valentin Pfeil AUT 30:13
8. Timo Benitz GER 30:16
9. Karl Junghannß GER 30:21
10. Timo Hinterndorfer AUT 30:26
Ergebnisse 10 km der Frauen:
1. Deborah Schöneborn GER 32:54
2. Thea Heim GER 33:41
3. Blanka Dörfer GER 34:50
4. Katharina Saathoff GER 35:30
5. Eli Anne Dvergsdal NOR 35:34
6. Svea Timm GER 35:47
Die Splits des führenden Läufers:
distance split LAP projected pace
1 km 2:41 last km: 2:41 proj: 0:26:49
2 km 5:20 last km: 2:39 proj: 0:26:41
3 km 8:10 last km: 2:49 proj: 0:27:12
4 km 10:54 last km: 2:44 proj: 0:27:15
5 km 13:44 last km: 2:50 proj: 0:27:28
6 km 16:35 last km: 2:51 proj: 0:27:38
7 km 29:26 last km: 2:51 proj: 0:27:45
8 km 22:19 last km: 2:53 proj: 0:27:54
9 km 25:09 last km: 2:50 proj: 0:27:57
10 km 27:57 last km: 2:48 proj: 0:27:57