39. Generali München Marathon am 9. Oktober 2022: Kenianische Siege beim erfolgreichen Restart zum Eliteevent

Philemon Kipchumba (KEN) und Agnes Keino (KEN) gewann die 39. Ausgabe des Generali München Marathon mit den stärkstem Elitefeldern in der Geschichte dieses Events. Mit Siegerzeiten von 2:07:28 und 2:23:26 „pulversierten“ sie die bisherigen Streckenrekorde aus der Frühphase der Veranstaltung von 2:09:46 sowie 2:32:11. Der Marathon-Olympiasieger von 1972, Frank Shorter (USA), war als Ehrengast eingeladen wurde und Zeuge einer Leistungsexplosion in den Münchner Straßen, mit der der München Marathon einen gewaltigen Schritt in Richtung der Topliga internationaler Straßenläufe vollzog. Gut 4300 Läufer erreichten im Marathon das Ziel, während zusammen mit diversen Rahmenwettbewerben insgesamt gut 18.000 Läufer auf den Beinen waren.

Nach dem Startschuss durch Frank Shorter pünktlich um 9:00 Uhr legten die Männer bei guten äußeren Bedingungen (9°C, wenig Wind) mit einem ersten Kilometer in 3:01 flott los und erreichten 5 km nach 15:07 (offizielle Zeit von 15:00/15:02 nicht relevant, weil die Zeitmatten gut 25 m zu früh lagen). Mit konstanten km-Splits um 3:01 erreichte die 10-köpfige Spitze 10 km nach 30:12, 15 km nach 45:15 und 20 km nach 1:00:20. Die jeweiligen 5 km-Split betrugen 15:07, 15:05, 15:03 und 15:05, viel gleichmäßiger kann man ein Rennen kaum gestalten. Beim Halbmarathon in 1:03:41 am Ende der Passage des Englischen Gartens war der Mann mit der besten Vorleistung Tsegaye Mekonnen (ETH) zurückgefallen und stieg bald darauf aus.

Sieben Läufer bildeten nun noch die Spitzengruppe, die 25 km nach 1:15:34 und 30 km nach 1:30:38 erreichten. Ein Quintett lag danach noch vorne, bevor sich bei 35 km in 1:45:33 mit einem 5 km-Split von 14:55 das Trio Philimon Kipchumba, Berhane Tesfay (ERI) und Mengistu Zelalem (ETH) absetzen konnte. Von diesem Läufern war von der Papierform Zalalem der klare Favorit, Tesfay war mit 2:14:42 vom diesjährigen Stockholm Marathon notiert und Kipchumba lief in München sein Debüt über die volle Marathondistanz. So kam es wenig überraschend, dass Tesfay kurz nach 35 km im Herzen der Münchner Innenstadt den Anschluss verlor und auf der Leopoldstraße der Kampf zwischen Zalalem und Kipchumba entbrannte.

Der Debütant Philimon Kipchumba gewann den 39. München Marathon. (c) Livestream/Screenshot

Wie eine Klette klebte Zelalem an den Hacken von Kipchumba, doch nach 40 km in 2:00:54 waren seine Künste am Ende. Mit einem flotten 41. Kilometer in 2:56 konnte sich der Debütant vom Mann aus Eritrea lösen und im Olympiastadion gleich seinen ersten Marathon in 2:07:28 gewann, womit er München auf den Weg in die Topliga der Marathon-Events hievte. Dazu der Race Direktor Gernot Weigl: „Das ist eine Sternstunde für den Generali München-Marathon. Wir freuen uns riesig über die tollen neuen Streckenrekorde. Damit sind wir in eine neue Dimension vorgestoßen“. Platz 2 ging an Zelalem in 2:07:56 und mit der grandiosen Steigerung seiner PB auf 2:08:10 wurde Berhane Tesfay Dritter. Erfreulich von deutscher Seite verlief das Debüt von Sebastian Hendel (GER) von der LG Vogtland, der auf dem Rad von seiner Frau und deutschen Topathletin Kristina Hendel begleitet wurde und in beachtlichen 2:10:37 ins Ziel kam. Nun träumen die beiden Hendels von einer gemeinsamen Teilnahme am Olympischen Marathon 2024 in Paris.

Im Rennen der Frauen liefen zunächst Agnes Keino und Topfavoritin Mare Dibaba (ETH) lange zusammen. Dibaba wurde 2015 Marathon-Weltmeisterin und lief ihre PB von 2:19:52 bereits im Jahr 2012 in Dubai. Auch Aberu Zennebe (ETH) (PB 2:24:30, Chongqing 2019) konnte nach 17 Minuten für die ersten 5 km bis kurz vor dem Halbmarathon vorne noch mithalten, fiel dann aber weit zurück und wurde am Ende nur Fünfte in 2:28:33. Das Führungsduo erreichte die Hälfte der Distanz nach ca. 1:11:45 und lag damit ca. 5 Minuten unter der Durchgangszeit zum Streckenrekord. 30 km passierte man nach 1:42:01 und noch vor der 35 km Marke bekam Dibaba Probleme an der Leiste und musste ihr Tempo reduzieren. Keino stürmte davon, erreichte die 35 km in 1:58:37 und lag dort schon eine halbe Minute vor Dibaba.

Über 2:15:55 bei 40 km erreichte Agnes Keino, die im Frühsommer in Kopenhagen 2:25:08 gelaufen war, das Ziel als Siegerin in 2:23:26 fast 11 Minuten unter dem Streckenrekord. Dibaba kämpfte sich bis auf das Olympiagelände durch und wurde in 2:24:12 Zweite. Platz 3 ging an die bereits in der Alterklasse W40 startende Marokkanerin Souad Kambouchia (MAR) in dafür sehr beachtlichen 2:27:35.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Philimon Kipchumba KEN 2:07:28
2. Mengistu Zelalem ETH 2:07:56
3. Berhane Tesfay ERI 2:08:10
4. Sebastian Hendel GER 2:10:37
5. Edwin Kimaiyo KEN 2:11:02
6. Rodgers Keror KEN 2:12:34
7. Meshack Koech KEN 2:14:53
8. Ngonidzashe Ncube ZIM 2:15:39
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Agnes Keino KEN 2:23:26
2. Mare Dibaba ETH 2:24:12
3. Souad Kambouchia MAR 2:27:35
4. Viola Yator KEN 2:28:11
5. Aberu Zennebe ETH 2:28:33
6. Cavaline Nahimana BUR 2:31:21
7. Helen Jepkurgat KEN 2:32:07
8. Lisa Fuchs GER 2:37:19
Eliteathleten Marathon:
Tsegaye Mekonnen ETH 2:04:32 Dubai 2014
Mengistu Zelalem ETH 2:08:48 Castellon 2020
Edwin Kimaiyo KEN 2:09:12 Shanghai 2017
Meshack Koech KEN 2:10:17 Rotterdam 2017
Emmanuel Sikuku KEN 2:11:05* Rennes 2016
Ngonidzashe Ncube ZIM 2:11:46 Enschede 2022
Justus Kangogo KEN 2:13:34 Venedig 2021
Berhane Tesfay ERI 2:14:42 Stockholm 2022
Vinvent Kiprotich KEN Debüt
Philimon Kipchumba KEN Debüt
Rodgers Keror KEN Debüt
Sebastian Hendel GER Debüt
Elitheathletinnen Marathon:
Mare Dibaba ETH 2:19:52 Dubai 2012
Atsede Bayisa ETH 2:22:03 Chicago 2012
Aberu Zennebe ETH 2:24:30 Chongqing 2019
Agnes Keino KEN 2:25:08 Kopenhagen 2022
Viola Yator KEN 2:26:51* Rennes 2017
Mercy Kwambau KEN 2:27:32 Florenz 2021
Souad Kambouchia MAR 2:27:49 Florenz 2021
Helen Jepkurgat KEN 2:29:10 Prag 2019
Cavaline Nahimana BUR 2:30:09 Mailand 2022