41. Valencia Marathon Trinidad Alfonso am 5. Dezember 2021: Cherono gewinnt, Amanal Petros steigert deutschen Rekord auf 2:06:27

Lawrence Cherono (KEN) und Nancy Jelagat (KEN) gewannen 41. Ausgabe des Valencia Marathon in  „Ciudad del Running“, bei der aufböender Wind die erhoffte Flut an Rekordleistungen erschwerte. Auch in Valencia wachsen die Bäume und schnellen Zeiten in den Himmel. Nach einmaligen Entwicklungen in den letzten Jahren ist mit den Siegerzeiten von Cherono mit 2:05:12 und Jelegat in 2:19:31 die Normalität zurückgekehrt. Abgesehen davon gab es aber auch in diesem Jahr mehrere Landesrekorde, wobei von deutscher Seite Amanal Petros (GER) von der TV Wattenscheid seinen nationalen Rekord aus dem letzten Jahr von 2:07:18 auf 2:06:27 steigerte. Damit ist Petros der erste Deutsche, der einen vollen Marathon mit einem km-Schnitt von unter 3 Minuten lief.

Petros gehörte auch zu jenen gut 30 Läufern, die nach 14:44 für die ersten 5 km die 10 km-Marke nach 29:27 passierten. Bei 15 km in 44:18 lagen noch 12 Läufer vorne, Petros und etwas überraschend einer der Favoriten im Vorfeld, Halbmarathon-Weltmeister und New York City Marathon Sieger Geoffrey Kamworor (KEN) lagen in einer 17-köpfigen Gruppe 15 Sekunden zurück. Dieser Rückstand vergrößerte sich nach 59:03 bei 20 km bis zum Halbmarathon in 1:02:18 für die Spitze mit 1:03:01 auf 43 Sekunden. Mit diesen Splits hatte sich die Hoffnung auf schnelle Zeiten im Regime des Streckenrekords von 2:03:00 erledigt. Wie im Nachgang zu erfahren war, hatte man wegen des erheblichen Winds die Ziele von 61:45 für die erste Hälfte etwas nach oben korrigiert.

Lawrence Cherono gewann den Valencia Marathon in 2:05:12. (c) Livestream/Screenshot

Bei 25 km in 1:13:56 zählte die Spitzengruppe noch 8 Läufer, die Verfolgergruppe lag hier genau eine Minute zurück. Mit 1:29:06  brauchte die Spitze für die nächsten 5 km 15:04, so dass mit 1:29:53 die Verfolger den Abstand etwas verringern konnten. Bei 35 km in 1:44:11 war der Vorsprung auf eine halbe Minute zusammen geschmolzen Der letzte verbliebene Tempomacher Bernard Ngeno (KEN) lief zwar durch und landete am Ende in neuer PB von 2:07:11 auf Platz 15, beendete aber nun seine Führungsarbeit. So war es vor allem Cherono, der das Tempo aber nur bedingt hoch halten konnte. Nach 37 km erlief sich Chalu Deso (ETH), der mit einer 2:04:53 im letzten Jahr in Valencia Sechster geworden war, einen kleinen Vorsprung, den Cherono aber noch vor 40 km in 1:58:57 wieder kompensieren konnte.

Doch schon kurz zuvor waren dei beiden Führenden von Philemon Kacheran (KEN) eingeholt worden, der sich aus der zweiten Gruppe nach vorne gearbeitet hatte. Während Cherono & Co den 5 km-Abschnitt von 35 km nach 40 km in 14:46 gelaufen hatten, absolvierte Kacheran dieses Segment in sehr schnellen 14:14 und brachte dabei auch Kamworor in Schlagweite zur Spitze. Cherono und Deso zusammen mit Kacheran stritten nun um den Sieg. Den Kampf entschied 400 m vor dem Ziel Cherono für sich, der nach Boston und Chicago nun auch in Valencia vorne lag. Seine Siegerzeit von 2:05:12 konnte sich vor allem auch wegen der windigen Bedingungen sehen lassen, das Finale von 40 km bis ins Ziel absolvierte er in eindrucksvollen 6:15 Minuten.

Amanal Petros steigerte seinen deutschen Marathon-Rekord auf 2:06:27. (c) Livestream/Screenshot

Deso folgte als Zweiter in 2:05:16 und Kacheran wurde Dritter in 2:20:19. Eine Zeit lang sah es so aus , als ob Geoffrey Kamworor noch aufschließen könnte, doch das Finale der Spitze war einfach zu schnell (6:15 auf dem Schlusspart entsprechen 2:51 pro km), so dass er in 2:05:23 Vierter wurde und damit seine PB von Berlin aus dem Jahr 2012 um fast eine Minute steigerte. Amnal Petros kam auf Platz 11 in 2:06:27 ins Ziel und verbesserte – weitgehend im Zielbereich unbeachtet – damit seinen deutschen Marathonrekord vom letzten Jahr von 2:07:18 um 51 Sekunden. Damit ist der deutsche Landesrekord nach vielen Jahren der Stagnation auf einem hohen internationalen Niveau angekommen. Vor allem in Anbetracht des starken Winds kann man durchaus erwarten, dass der aus Eritrea stammende Athlet diese Marke schon bald weiter zu steigern vermag. Mit Hälften von 1:03:01 und 1:03:26 zeigte Petros in seinem erst vierten Marathon ein recht gleichmäßiges Rennen.

In der nicht ganz so stark besetzten Frauenkonkurrenz ging eine Gruppe von 13 Läuferinnen das Rennen bis 5 km in 16:26 an, bei 10 km in 32:55 hatte sich die Spitzengruppe bereits auf 10 Athletinnen reduziert und lag mit 2:18:54 deutlich auf Kurs zu einer Zeit von unter 2:20 Stunden, dem im Vorfeld ausgegebenen Ziel. Über 49:32 bei 15 km und 1:06:03 bei 20 km erreichten Nancy Jelagat, Etagegne Woldu (ETH), Beyenu Degefa (ETH), Rahma Tusa (ETH) sowie Azmera Gebru (ETH) die Halbmarathonmarke nach 1:09:41. Wie erwartet war hier der Streckenrekord von 2:17:16 aus dem Vorjahr durch Peres Jepchirchir, die vor einem Monat den New York City Marathon gewann, zu keiner Phase in Reichweite, eine Zeit unter 2:20 Stunden schon.

Nach 30 km in 1:39:14 fiel die Spitzengruppe auseinander und vorne konnte sich Nancy Jelangat souverän absetzen. Dabei stand Jelangat mit einer PB von 2:36:22 vom Trevisio Marathon im Jahr 2019 und einem „DNF“ vom London Marathon 2020 noch nicht einmal auf der erweiterten Liste der Topathletinnen. Die schon 35-jährige Athletin  hatte aber im August beim Berliner Halbmarathon in 1:05:21 ihre großes läuferisches Potential angedeutet. Und dieses zeigte sie im Finale dieses Laufs. Bei 35 km in 1:55:42 betrug ihr Vorsprung auf die erste Verfolgerin Woldu 18 Sekunden, den sie bis 40 km in 2:12:14 auf 30 Sekunden ausbaute. In ihrem zweiten Marathon gewann Jelagat die Konkurrenz in 2:19:31 und blieb damit als einzige Läuferin unter 2:20 Stunden. Die vor allem aus Äthiopien angereiste übermächtige Elite musste mit den Plätzen vorliebnehmen. Woldu wurde Zweite in 2:20:16 vor ihrer Landsfrau Beyenu Degefa in 2:23:04. Beachtlich war auf Platz 5 die Steigerung der Irin Fionnuala McCormack (IRL) auf 2:23:58. Das Debüt von Miriam Dattke (GER) fand gegen Mitte des Rennens durch Magenprobleme bedingt ein frühes Ende.

  Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Nancy Jelagat (KEN) 2:19:31
2. Etagegne Woldu (ETH) 2:20:16
3. Beyenu Degefa (ETH) 2:23:04
4. Rahma Tusa (ETH) 2:23:20
5. Fionnuala Mc Cormack (IRL) 2:23:58
6. Azmera Gebru (ETH) 2:24:01
7. Adanech Andesa (ETH) 2:24:13
8. Dorcas Tuitoek (KEN) 2:24:54
9. Meseret Dinke (ETH) 2:25:12
10. Giovanna Epis (ITA) 2:25:20

   Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Lawrence Cherono (KEN) 2:05:12
2. Chalu Deso (ETH) 2:05:16
3. Philemon Kacheran (KEN) 2:05:19
4. Geoffrey Kamworor (KEN) 2:05:23
5. Abebe Negewo (ETH) 2:05:27
6. Goitom Kifle (ERI) 2:05:28
7. Kinde Atanaw (ETH) 2:05:54
8. Gabriel Geay (TAN) 2:06:10
9. Daniel Do Nascimento (BRA) 2:06:11
10. Herpasa Negasa (ETH) 2:06:20
11. Amanal Petros (GER) 2:06:27 (DR)

Elitefeld Frauen:
Guteni Shone (ETH) 2:20:11
Azmera Gebru (ETH) 2:20:48
Bornes Chepkirui (KEN) 2:21:26
Bedatu Hirpa (ETH) 2:21:32
Juliet Chekwel (UGA) 2:23:13
Rahma Tusa (ETH) 2:23:46
Jessica Augusto (POR) 2:24:25
Meseret Dinke (ETH) 2:25:31
Fionnuala McCormack (IRL) 2:26:47
Daria Mykhailova (UKR) 2:27:29
Bojana Bjeljac (CRO) 2:27:42
Iwona Bernardelli (POL) 2:27:47
Failuna Matanga (TAN) 2:27:55
Laura Hottenrott (GER) 2:28:02
Giovanna Epis (ITA) 2:28:03
Sonia Samuels (GBR) 2:28:04
Nazret Weldu  (ERI) 2:28:07
Paola Bonilla (ECU) 2:28:24
Elena Loyo (ESP) 2:28:25
Kokob Tesfagaber Solomon (ERI) 2:28:37
Irvette van Zyl (RSA) 2:28:40
Marcela Cristina Gómez (ARG) 2:28:58
Úrsula Sánchez (MEX) 2:29:11
Majida Maayouf (MAR) 2:29:24
Dorcas Tuitoek (KEN) Debüt
Etagegne Woldu (ETH) Debüt
Beyenu Degefa (ETH) Debüt
Adanech Anbesa (ETH) Debüt
Miriam Dattke (GER) Debüt

Elitefeld Männer:
Lawrence Cherono (KEN) 2:03:04
Herpasa Negasa (ETH) 2:03:40
Kinde Atanaw (ETH) 2:03:51
Abebe Negewo (ETH) 2:04:51
Chalu Deso (ETH) 2:04:53
Gabriel Geay (TAN) 2:04:55
Nobert Kigen (KEN) 2:05:13
Sondre Moen (NOR) 2:05:48
Philemon Kacheran (KEN) 2:06:05
Geoffrey Kamworor  (KEN) 2:06:12
Tadu Abate (ETH) 2:06:13
Olika Adugna (ETH) 2:06:15
Yohanes Ghebregergis (ERI) 2:06:28
Michael Kunyuga (KEN) 2:06:43
Samuel Tsegay (ERI) 2:06:53
Hamid Ben Daoud (ESP) 2:07:03
Alex Kibet (KEN) 2:07:09
Ghirmay Ghebreslassie (ERI) 2:07:11
Amanal Petros (GER) 2:07:18
Maru Teferi (ISR) 2:07:20
Javier Guerra (ESP) 2:07:27
Koen Naert (BEL) 2:07:39
Bethwell Kipkemboi (KEN) 2:07:41
Japhet Kosgei (KEN) 2:08:08
Goitom Kifle (ERI) 2:08:09
Polat Kemboi (TUR) 2:08:14
Daniel do Nascimento (BRA) 2:09:05
Nicolás Navarro (FRA) 2:09:17
Stephen Kiplimo (KEN) 2:09:54
Iván Fernandez Anaya (ESP) 2:09:55
Yago Rojo (ESP) 2:09:56
Eulalio Muñoz  (ARG) 2:09:59
Andamlak Berihu Berta (ETH) Debüt