3. ADNOC Abu Dhabi Marathon am 26. November 2021: Titus Ekiru und Judith Korir gewinnen Hitzeschlacht am Arabischen Golf

Titus Ekiru (KEN) und Judith Korir (KEN) sorgten bei der 3. Ausgabe des ADNOC Abu Dhabi Marathon für kenianische Siege. Angesichts der fordernden äußeren Bedingungen mit Temperaturen um 26°C bei einem Taupunkt von 20°C (nur 50% des Schweisses trägt zur Kühlung bei!) liefen der Welt-Jahresschnellste Ekiru mit 2:06:13 und Korir mit 2:22:30 absolute Weltklassezeiten. Die Streckenrekorde von der letzten Ausgabe im Jahr 2019 von 2:04:40 durch Reuben Kipyego (KEN) sowie von 2:21:11 durch Vivian Kiplagat (KEN) bei den Frauen wurden somit am Ende verfehlt, wobei diese Leistungen vom dem späteren Dezember-Termin profitierten.

Im Rennen der Männer ging man trotz der fordernden Bedingungen das Rennen flott mit einem ersten Kilometer in 2:50 an, von 21 Läufern in 14:39 bei 5 km und 29:30 bei 10 km blieben bis 15 km in 44:21 12 Akteure vorne übrig, wobei sich dort der letzte von drei Tempomachern verabschiedete. Dies nahm Ekiru zum Anlass, die Pace noch einmal zu erhöhen, dem nur der Streckenrekordler Kipyego zu folgen vermochte. 20 km erreichte das Duo in 58:38 mit einem 5 km-Abschnitt von 14:17 und man passierte die Hälfte nach angesichts der Bedingungen aberwitzigen 1:01:46, womit man deutlich unter dem Kursrekord lag. Mit einem Abstand von 15 Sekunden folgte ein weiteres Duo, Alphonce Simbu (TAN) zusammen mit Victor Kipchirchir (KEN).

Nach 50 Minuten hatten sich Kipyego und Ekiru von Simbu und Kipchirchir abgesetzt. (c) Livestream/Screenshot

Bei 25 km in 1:13:05 lag Ekiru vorne, knapp dahinter (3 Sekunden) lagen Philemon Cherop (KEN) und Kipyego und weitere 40 Sekunden zurück das Duo Simbu und Kipchirchir. Über 1:27:48 bei 30 km und 1:42:49 bei 35 km hatte Ekiru seinen Vorsprung auf Kipyego auf 1:10 ausgebaut, dann folgten Simbu und über 3 Minuten zurück der Ex-Doppel-Weltmeister Abel Kirui (KEN). Waren schon die 5 km von 30 km nach 35 km in 15:11 der langsamste Abschnitt des Führenden im bisherigen Rennen, so zeigte nun die Schwüle Wirkung. Bei 40 km wurde er in 1:58:58 gestoppt und brauchte für die 5 km mit 15:58 fast 16 Minuten. Die Projektion ins Ziel sank damit von 2:04:09 – also weit unter dem Kursrekord – auf 2:05:30 ab. Und auch das Finale mit 7:15 von 40 km bis ins Ziel zeigte, wieviel Kraft der Lauf bis dahin bereits gekostet hatte.

Ekiru gewann trotzdem unangefochten den Lauf in 2:06:13 – angesichts der Bedingungen eine großartige Zeit – und gewann damit nach Mailand auch seinen zweiten großen Marathon im Jahr 2021. Simbu konnte noch vor 40 km Kipyego passieren und wurde in 2:07:50 Zweiter vor dem Kenianer in 2:08:25. Mit letzten Abschnitten über 7 Minuten „schlichen“ auch sie ins Ziel. Sehr gut eingeteilt hatte sich Altmeister Abel Kirui die Strecke und lief mit 6:42 von allen Eliteathleten das schnellste Finale und wurde damit noch Viertee in 2:08:46.

Bei den Frauen zeigte Judith Jeptum Korir eine herausragende Leistung, wobei die Siegerin des Izmir Marathon im Mai 2021 ihre PB von 2:26:52 erheblich steigern konnte. Mit dieser Zeit war sie im Vorfeld gar nicht im engeren Favoritenkreis, der deutlich schnellere PBs von 2:21 bis 2:23 Stunden aufzuweisen hatte. Nach 5 km in 16:46 lagen 9 Läuferinnen vorne zusammen, was sich über 33:24 bei 10 km bei 15 km in 50:09 auf 4 Läuferinnen reduzierte. Bei 20 km in 1:06:52 reduzierte sich das auf das Trio Korir, Wude Yimer (ETH) und Eunice Chumba (BRN), 1 1/2 Minuten dahinter folgten Abebech Bekele (ETH) sowie Letebrhan Gebreslasea (ETH).

Beim Halbmarathon in 1:10:26 – mit Kurs auf 2:20:52 lag man unter dem Streckenrekord – war das Ranking unverändert, bevor sich Korir mit einem Tempomacher absetzen konnte, bei 25 km in 1:23:26 ihr Vorsprung auf das Verfolgerduo Chumba und Yimer 25 Sekunden betrug. Diesen Vorsprung baute Korir nun konsequent aus, führte bei 30 km in 1:40:04 bereits 1:40 vor Chumba und bei 35 km in 1:56:50 wuchs ihr Vorsprung auf über 3 Minuten an. Damit war ihr der Sieg nicht mehr zu nehmen, über 2:14:30 bei 40 km erreichte sie in neuer PB von 2:22:30 das Ziel. Wie der Sieger musste auch die Siegerin der Hitze Tribut zollen, bei 35 km lag sie noch auf Kurs zu einer Zeit von 2:20:51, was im Schlussteil noch um über 1 1/2 nach oben rutschte.

Platz 2 ging an Eunice Chumba in 2:26:01, die sich im Mai 2021 in Mailand auf 2:23:10 steigern konnte. Das Podium komplettierte Immaculate Chemutai (KEN) in 2:28:30 und mit Abebech Bekele in 2:29:43 liefen insgesamt (nur) 4 Frauen unter 2:30 Stunden ins Ziel ein. Insgesamt gab es im Marathon 865 Finisher und 250 Finisherinnen.

 Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Titus EKIRU KEN 2:06:13
2. Alphonce Felix SIMBU TAN 2:07:50
3. Reuben Kiprop KIPYEGO KEN 2:08:25
4. Abel KIRUI KEN 2:08:46
5. Felix KIMUTAI KEN 2:10:48
6. Philemon Rono CHEROP KEN 2:12:31
7. Cyrus Kipkemboi MUTAI KEN 2:13:29
8. Julius TUWEI KEN 2:13:36
9. Abdi Asefa KEBEDE ETH 2:13:58
10. Anouar EL GHOUZ MAR 2:15:26
 Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Judith Jeptum KORIR KEN 2:22:30
2. Eunice Chebichii CHUMBA BRN 2:26:01
3. Immaculate CHEMUTAI UGA 2:28:30
4. Abebech Afework BEKELE ETH 2:29:43
5. Aleksandra MOROZOVA RUS 2:33:01
6. Letebrhan Haylay GEBRESLASEA ETH 2:34:16
7. Tsgereda GIRMA ETH 2:36:43
8. Wude Ayalew YIMER ETH 2:47:29
Splits des Siegers:
5 km 14:40
10 km 29:30 14:50
15 km 44:21 14:51
20 km 58:38 14:17
HM 1:01:46
25 km 1:13:05 14:27
30 km 1:27:48 14:43
35 km 1:42:59 15:11
40 km 1:58:57 15:58
Marathon 2:06:13 7:16
Splits des Siegerin:
5 km 16:46
10 km 33:24 16:38
15 km 50:09 16:45
20 km 1:06:52 16:43
HM 1:10:26
25 km 1:23:26 16:44
30 km 1:40:04 16:38
35 km 1:56:50 16:46
40 km 2:14:30 17:40
Marathon 2:22:30 8:00
Liste der Eliteathleten:
Titus Ekiru KEN 2:02:57 Mailand 2021
Reuben Kipyego KEN 2:03:55 Mailand 2021
Marius Kipserem KEN 2:04:11 Rotterdam 2019
Barnabas Kiptum KEN 2:04:17 Mailand 2021
Abel Kirui KEN 2:05:04 Rotterdam 2009
Victor Kipchirchir KEN 2:07:39 Valencia 2016
Philemon Rono KEN 2:05:00 Toronto 2019
Abdi Kebede ETH 2:06:43 Siena 2021
Shumi Dechasa BRN 2:06:43 Hamburg 2014
Alphonce Simbu TAN 2:08:27 Otsu 2019
Hicham Laqouhai MAR 2:06:32 Marrakesch 2020
Alemu Demshu ETH 2:08:47 Marrakesch 2020
Felix Kimutai KEN 2:09:23 Dongying 2019
Amlosom Nguse ERI 2:10:15 Siena 2021
Liste der Eliteathletinnen:
Vivian Kiplagat KEN 2:21:11 Abu Dhabi 2019
Eunice Chumba BRN 2:23:10 Mailand 2021
Megertu Kebede ETH 2:21:10 Frankfurt 2019
Sintayehu Hailemichael ETH 2:22:45 Frankfurt 2018
Abebech Bekele ETH 2:23:33 Dubai 2015
Betelhem Moges Cherenet ETH 2:23:38 Mailand 2021
Judith Jeptum Korir KEN 2:26:52 Izmir 2021
Sharon Cherop KEN 2:22:28 Berlin 2013
Monica Jepkoech KEN 2:23:59 Nagoya 2019