British Athletics Championchips in Manchester am 25. Juni 2021: Mo Farah scheitert über 10.000 m an Olympianorm, Nils Voigt 28:18,74

In einem zusätzlich angesetzten 10.000 m-Lauf im Rahmen der britischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften scheiterte die Lauflegende auf den Bahnlangstrecken Sir Mo Farah (GBR) in 27:47,04 innerhalb von zwei Wochen ein weiteres Mal an der Olympianorm über diese Distanz von 27:28,00 Minuten. Wie der vielfache Olympiasieger und Weltmeister auf den Bahnlangstrecken im kurzen Interview nach dem Lauf andeutete, war dies das Ende seiner Läuferkarriere – zumindest auf der Bahn. Dazu Mo: „Es war etwas zu windig und ich einfach nicht gut genug. Die (internationale) Konkurenz ist mittlerweile einfach zu stark, so dass es an der Zeit ist, Schluss zu machen“. In wie weit dies auch für seine Karriere auf der Straße gilt, wird sich schon bald zeigen. Vermutlich wird er am 12. September 2021 beim 40. Great North Run in Newcastle, dem weltweit größten Halbmarathon, noch einmal am Start sein, der in den letzten Jahren in Serie gewann.

Gegen 21:35 Uhr Ortszeit waren 11 Läufer an den Start dieses Einladungsrennens gegangen, in dem die beiden Australier Finn Gregson (AUS) und David McNeil für das Tempo in der Anfangsphase verantwortlich zeichneten. Die ersten beiden Runden in 1:05,44 und 1:06,03 waren so gut wie perfekt angesichts von Rundenzeiten von 1:05,92 für die Erfüllung der Norm von 27:28,00. Der erste Kilometer wurde in 2:44,46 erreicht, für die Norm waren km-Abschnitte von 2:44,8 Minuten erforderlich. Über 5:30,34 bei 2 km wurden 4 km in 10:59,07 erreicht, wo leider der deutsche Topläufer Nils Voigt (GER) von der TV Wattenscheid 09 den Anschluss schon verloren hatte und schnell weit zurückblieb.

Die Spitzengruppe nach 2800 m mit den Tempomachern Gregson, McNeil sowie Abdi, Farah, Voigt, Kbrom. (c) Livestream/Screenshot

Hier stieg der erste Tempomacher aus und neben Mo und seinem Trainingspartner Bashir Abdi (BEL) hielten nur noch Zerei Kbrom (NOR) und Felix Bour (FRA) den Anschluss , den nach Nils Voigt auch der italienische Nachwuchsstar Nekagenet Crippa (ITA) verlor. Bei der Hälfte in 13:42,98 lag man perfekt im Timing in Sachen Olympianorm, McNeil als letzter Tempomacher stieg aus und Abdi mit Mo im Schlepptau lagen nun allein in Front. Alles sah noch bestens aus. Über 16:30,80 bei 6 km quittierte bei 6400 m Abdir seine Dienste und  Mo Farah war bei dem Kampf gegen die Uhr auf sich allein gestellt.

Schon der 7. Kilometer von 6 km nach 7 km in 2:49,66 offenbarte, dass Mo am Limit kämpfte, was sich in Rundenzeiten in 1:08,64, 1:07,77, 1:08,29 und 1:07:69 zeigte, die alle über dem Soll von 1:05,92 lagen. Über 22:10,69 bei 8 km lag Mo dann bei 9000 m in 24:58,42 und einem letzten Kilometer in 2:47,74 so deutlich hinter der Norm zurück, dass nur noch ein Schlusskilometer unter 2:30 Minuten zu Norm führen würde. Solche Finalrunden konnte Farah durchaus einmal in seiner Karriere rennen, heute war daran aber nicht mehr zu denken. In 2:48,63 für den letzten Kilometer erreichte er das Ziel in 27:47,04, so dass Olympia in Tokyo ohne den Alt-Star der Szene stattfinden wird.

Lauflegende Mo Farah verpasste in Manchester die Olympianorm über 10.000 m und absolvierte damit den letzten Lauf seiner Karriere auf der Bahn. (c) Livestream/Screenshot

Gegenüber seinem Auftritt mit Fußbeschwerden bei den Landesmeisterschaften in Birmingham vor 14 Tagen in 27:50,64 konnte er sich etwas steigern, aber für eine weitere Teilnahme bei den Olympischen Spielen war das deutlich zu wenig. Am Ende kam der Norweger Zerei Kbrom dem Briten sogar etwas näher und wurde in 27:57,63 in persönlicher Bestzeit Zweiter vor Felix Bour in 27:59,31. Nekagenet Crippa verfehlte in 28:00,72 eine 27er-Zeit denkbar knapp.

Und auf Platz 5 lief Nils Voigt in 28:18,74 ins Ziel ein, womit der Wattenscheider und deutsche Shooting Star der Saison 2021 sicher nicht zufrieden war. Nachdem er vor 14 Tagen in Birmingham beim European Cup in 27:49,04 Vierter (vor Farah) geworden war, hatte er vielleicht sogar noch mit der Olympianorm spekuliert, doch nach gut 3000 m war sein Pulver verschossen und er fiel weit zurück, zur Norm fehlten am Ende 50 Sekunden.

Splits des führenden Läufers:
1000 m 2:44,46 2:44,46 27:24,60
2000 m 5:30,34 2:45,88 27:31,70
3000 m 8:15 (man) 2:45 27:30
4000 m 10:59,07 2:44 27:27,68
5000 m 13:42,98 2:43,91 27:25,96
6000 m 16:30,80 2:47,82 27:31,33
7000 m 19:20,45 2:49,66 27:37,79
8000 m 22:10,69 2:50,24 27:43,36
9000 m 24:58,42 2:47,74 27:44,91
10000 m 27:47,04 2:48,63