60. Golden Spike Ostrava am 19. Mai 2021: Kiplimo läuft Weltklasse-Zeit über 10.000 m, Cheptegei scheitert am 3000 m-Weltrekord

Der 19-jährige Jacob Kiplimo (UGA) sorgte auf den Bahnlangstrecken für das Highlight beim Golden Spike Meeting im mährischen Ostrava. Der Teenager bewältige die 10.000 m in 26:33,93 Minuten und schob sich damit hinter Läufern wie Joshua Cheptegei (UGA), Kenenisa Bekele, Haile Gebrselassie oder Paul Tergat auf Platz 7 der ewigen Bestenliste. Nur elfmal wurden in der Geschichte schnellere Zeiten über diese Distanz erzielt. Das Unterfangen seines Landsmanns und Topstars der aktuellen Laufszene, Joshua Cheptegei, nach den Weltrekorden über 5000 m und 10.000 m im letzten Jahr auch den Rekord über 3000 m zu unterbieten, scheiterte mit einer Zeit von 7:33,24 am Ende recht deutlich.

Jacob Kiplimo lief mit 26:33,93 eine Weltklassezeit über 10.000 m. (c) Livestream/Screenshot

Nach einem ersten Kilometer in 2:40,89 blieben im Rennen über 10.000 m bis zum Ausstieg des ersten Tempomachers nach gut 3 km noch drei Läufer an der Spitze übrig, die 5000 m in 13:27,43 absolvierten. Hier stieg der letzte „Hase“ Peter Kiprotich (KEN) aus und nur noch Kiplimo zusammen mit Birhanu Balew (BRN) waren vorne. Bis gut 7000 m in 18:42,60 gilt der wackere gebürtige Äthiopier Balew das Tempo noch mit und fiel dann schnell zurück. Kiplimo lief jetzt die km-Abschnitte um 2:37 Minuten und konnte mit einem letzten Kilometer in 2:34,72 noch weiter zulegen, um das Rennen in der Welt-Jahresbestleistung von 26:33,93 zu gewinnen. Bemerkenswert war seine zweite Hälfte, die er in 13:06 Minuten absolvierte, das ist recht genau Weltrekord-Tempo (26:11 Minuten). Balew als Zweiter, konnte mit 27:07:49 keine 26er-Zeit mehr erzielen.

Jacob Kiplimo lief eine Welt-Lahresbestleistung über 10.000 m. (c) Livestream/Screenshot.

3 1/2 Stunden später wollte dann Kiplimos Landsmann Joshua Cheptegei den Fabel-Weltrekord über 3000 m von 7:20,67 durch Daniel Komen aus dem Jahr 1996 angreifen. Bis 1000 m in 2:26,41 sah es mit Unterstützung des Tempomachers Richard Douma (NED) noch ganz gut aus, auf dem folgenden Kilometer geriet Cheptegei zusammen mit dem verbliebenen Pacer Steward McSweyn (AUS) immer mehr hinter die Wavelight-Anzeige zurück und bei 2000 m in 4:56,19 nach einem zweiten Kilometer in fast 2:30 Minuten, befand sich der Ausnahmeläufer aus Uganda aussichtslos in Sachen globaler Rekordmarke zurück. Dabei werden die kühlen (ca. 12°C) und windigen (ca. 7 km/h) Bedingungen bei dieser Tempohatz am Limit sicher eine Rolle gespielt haben.

Joshua Chepteigei scheiterte beim seinem Weltrekord-Versuch über 3000 m sehr deutlich. (c) Livestream/Screenshot

Er ließ nun im Tempo weiter nach und erreichte das Ziel nach 7:33:24, das waren gut 12 Sekunden mehr als die hochklassige Rekordzeit von Komen, die auch nach 25 Jahren allen Angriffen widerstanden hat. Mit deutlichem Rückstand, der zeitweilig fast eine 1/4 Runde betrug, gingen die nachfolgenden Plätze an die beiden Chelimos im Feld. Paul Chelimo (USA) wurde in 7:41,69 Zweiter vor Oscar Chelimo (UGA) in 7:43,00.