Itelligence Invitational Citylauf in Dresden am 21. März 2021: Simon Boch schafft im Solo-Lauf Marathon-Olympianorm, Fabienne Schlumpf läuft Halbmarathon-Landesrekord

Simon Boch (GER) von der LG Telis Finanz Regensburg und Fabienne Schlumpf (SUI) von der TG Hütten sorgten am Sonntag (21.4.) für die sportlichen Highlights beim Itelligence Invitational Citylauf in Dresden. Boch unterbot in 2:10:48 beim Debüt über die Marathondistanz auf Anhieb die Olympianorm von 2:11:30 und platzierte sich damit im bundesweiten Ranking für einen Platz bei den Spielen im Sommer in Tokyo/Sapporo auf Platz 3. Die Weltklasse-Hindernisläuferin auf der Bahn Fabienne Schlumpf steigerte anschließend im Halbmarathon den schweizerischen Landesrekord auf 1:08:27.

In einer Mamutveranstaltung mit insgesamt zwei 10 km-Läufen, einem Marathon und zwei Halbmarathon-Rennen gab es im 10 km-Elitelauf einen Sieg des holländischen Landesrekordlers (28:08) Richard Douma (NED) in 28:55 knapp vor Ilya Osman (GER) von der TV Waldstraße Wiesbaden in 28:56. Das ursprüngliche Ziel unter 28 Minuten zu laufen, verhinderten kühle Temperaturen um 2°C und ein heftig aufböender Wind. Schon nach der Hälfte der Distanz in 14:17 war klar, dass es keine Topzeiten geben würde. Der Sieger erklärte nach seinem Einlauf ins Ziel, dass die Bedingungen zu ungünstig für das geplante schnelle Rennen waren und man das Tempo deshalb drosseln musste.

Im 10 km-Lauf der Frauen lief alles schnell auf ein Duell der Topläuferinnen Katharina Steinruck (GER) aus Frankfurt und der Schwedin Sarah Lahti (SWE) hin. Erst auf der kurzen Zielgeraden konnte sich Steinruck mit neuer persönlicher Bestzeit von 31:59 durchsetzen. Lahti folgte zweitgleich auf dem zweiten Platz. Für die Fankfurterin war trotz der widrigen Umstände das Rennen einer guter Härtetest für den Elite-Marathon am 11. April in Hamburg.

Diese 10 km-Läufe waren eine bedingt mutmachende Ouvertüre für den Marathon, wo sich der deutsche Topläufer Simon Boch gleich bei seinem Debüt nach Olympia laufen wollte. Allein der Versuch bei diesem Wetter dieses Ziel zu verfolgen, verdient höchsten Respekt. Dazu kamen dann noch Absagen von weiteren Topathleten, so dass der gute Simon zusammen mit seinem Vereinkameraden Tom Cherif (GER) vom Start an allein vorne weglief. Nach 5 km in 15:13 und 10 km km in 30:33 war das Führungsduo schnell unterwegs mit Kurs auf einer Endzeit von knapp unter 2:09 Stunden. Aber bereits nach 5 Runden (= 12,5 km) auf der 2,5 km Runde durch den wunderschönen Großen Garten war der Hauptakteur allein, der „Hase“ Cherif war da schon beim Kampf gegen den strammen und kalten Wind am Ende seiner Kräfte.

Simon Boch allein auf weiter Flur beim Kampf um das Olympiaticket. (c) H. Winter

Simon lief sich auch von diesen Entwicklungen  nicht beirren und zog weiter gleichmäßig seine Kreise auf der Parkrunde. Über 1:01:14 bei 20 km erreichte er die Halbdistanz nach 1:04:36 und lag dort immer noch auf einer Zeit von knapp über 2:09 Stunden. 25 km erreichte er nach 1:16:37, 30 km in 1:32:08 und 35 km in 1:48:04. Die km-Splits waren nun auf über 3:10 Minuten angestiegen und bei 34 km lag er erstmals auf Kurs zu einer Zeit von über 2:10 Stunden. Mit Splits um 3:10 konnte er den Zeitverlust im Finale in Grenzen halten und über 2:03:53 bei 40 km erreichte er das Ziel nach 2:10:48, eine in Anbetracht der äußeren Bedingungen ausgezeichneten Leistung, mit der er auf Anhieb im ersten Marathon die Olympianorm von 2:11:30 unterbieten konnte.

Ob diese Zeit am Ende für den Start beim Olympischen Marathon reichen wird, dürfte sich am 11. April in Hamburg entscheiden, wo vor allem Richard Ringer (GER) seine Zeit vom Debüt in Valencia im Dezember 2020 von 2:10:59 deutlich zu steigern gedenkt. Zwischen Ringer und Boch geht es aktuell um den dritten Startplatz, die beiden ersten Slots halten derzeit Amanal Petros (GER) mit seinem neuen deutschen Rekord von 2:07:18 und Hendrik Pfeiffer (GER), der im Februar 2020 in Sevilla 2:10:18 schaffte.

Bericht wird fortgesetzt.