22. El Nadal de la Cursa dels Nassos (Barcelona) am 31. Dezember 2020: Genzebe Dibaba und Helen Obiri verpassen Rekorde


Die bei der 22. Ausgabe des El Nadal de la Cursa dels Nassos in einer Vorstadt Barcelonas zum Silvestertag (31. Dezember 2020) angekündigte Jagd auf die Weltrekorde über 5 km bzw. 10 km der Frauen blieben nicht vom Erfolg gekrönt. Im ersten Lauf über 5 km lief die äthiopische Ausnahmeläuferin Genzebe Dibaba (ETH) „nur“ 15:00 Minuten und im zweiten Lauf über 10 km war die kenianische Weltmeisterin über 5000 m Helen Obiri (KEN) erst nach 30:53 Minuten im Ziel. Bei den Männern überragte Mohamed Amdouni (FRA) in 27:42, der zweitbesten Zeit eines Europäers über die 10 km auf der Straße.

Dass Barcelona nicht Valencia ist, ist eine geografische Trivialität, aber auch in der Organisation von Topleistungen zeigten sich gravierende Unterschiede. So lief Topstar Genzebe Dibaba in dem gemischten Feld zunächst allein und schon nach dem ersten Kilometer in 3:02 stand es um die Jagd auf den Weltrekord von 14:44 durch Sifan Hassan nicht gut. Danach fand sie eine Männergruppe und sie befand sich über 5:55 bei 2 km und 8:48 bei 3 km auf Rekordkurs. Doch diese Aufholjagd hatte der Äthiopierin viel Kraft gekostet, vor allem auf dem letzten Kilometer fehlten ihr sichtbar die Kräfte, und sie erreichte das Ziel erst nach 15:00 Minuten . Das lag 16 Sekunden über dem Weltrekord, den die 29-jährige Dibaba-Schwester bereits 2016 in Carlsbad mit 14:48 einmal gelaufen war.

Zweite wurde die jüngste Schwester der Siegerin Anna Dibaba (ETH) in 16:02. Das Rennen der Männer gewann der französische Topläufer Jimmy Gressier (FRA) in 13:39 mit einer Sekunde Vorsprung auf Santiago Catrofe (ESP) in 13:40. Dazu bleibt anzumerken, dass Gressier – der Mann mit der Kappe – die 5 km zum „Einlaufen“ für die 10 km nutzte.

Nach bereits 2 Minuten stürzte Helen Obiri und die Rekordjagd über 10 km war schon hier vorbei. (c) Livestream/Screenshot

Auch über die 10 km erfüllten sich die Erwartungen der Veranstalter auf einen neuen Weltrekord nicht. Schon nach gut 2 Minuten war die Jagd von Topstar Helen Obiri auf den Rekord von Joyciline Jepkosgei vorbei, die im Jahr 2017 in Prag 29:43 gelaufen war. In einer dichten Männergruppe stürzte die Kenianerin in einer engen Kurve, allerdings ohne Einwirkung eines anderen Läufers, und verlor dadurch ihren Rhythmus und den Anschluss an die Männergruppe. So lag sie allein laufend bei 2 km in 6:15 aussichtlos in Sachen Weltrekord zurück, was sich auch bei 3 km in 9:24 und 4 km in 12:24 kaum besserte. Spätestens nach 5 km in 15:26 hatte sich das Unterfangen Weltrekord zum Jahresende in Barcelona erledigt. Obiri konnte ihr Tempo zwar halten, was aber im Ziel mit 30:53 zu einer Zeit von über einer Minute über der bestehenden Rekordmarke führte. Mit großem Abstand wurde Majida Maayouf (MAR) in 33:19 Zweite.

Mohamed Amdouni gewann die 10 km in 27:42. (c) Livestream/Screenshot

Eine Überraschung gab es im 10 km der Männer, wo sich zunächst Montoya Raphael (ESP) mit flotten 5:26 für die ersten 2 km absetzen konnte, bevor er langsamer wurde und bei 3 km von Mohamed Amdouni eingeholt wurde. Die Beiden passierten 4 km nach 11:07 und bei 5 km in 13:52 was der Franzose mit marokkanischen Wurzeln allein in Front und baute seine Führung über 22:25 bei 8 km und 25:09 bei 9 km konsequent aus, um das Rennen in der Topzeit von 27:42 zu gewinnen.

Auf den zweiten Platz schob sich noch Carlos Mayo (ESP) in 28:06 vor, der beim Halbmarathon in Valencia Anfang Dezember in 1:00:06 nur knapp an der Stundengrenze scheiterte. Aber seine Jagd auf den Landesrekord über 10 km von 27:48 war am Ende nicht erfolgreich. Respektabel war das Resultat des Dritten, Jimmy Gressier startete nämlich nur 15 Minuten nach dem 5 km-Lauf auch über 10 km und erreichte das Ziel nach 28:13.

Ergebnisse 5 km der Frauen:
1. Genzebe Dibaba ETH 15:00
2. Anna Dibaba ETH 16:02
3. Esther Guerrero ESP 16:03
4. Alexia Lemitre ESP 16:07
5. Aude Clavier FRA 16:30
6. Douae Ouboukir FRA 16:43
Ergebnisse 5 km der Männer:
1. Jimmy Gressier FRA 13:39
2. Santiago Catrofe ESP 13:40
3. Yann Schrub FRA 13:45
4. Djilani Bedrani FRA 13:48
5. Hicham Sequeni ESP 13:50
6. Pol Oriach ESP 13:52
Ergebnisse 10 km der Frauen:
1. Helen Obiri KEN 30:53
2. Majida Maayouf MAR 33:19
3. Marta Guasch ESP 33:52
4. Mélody Julien FRA 34:04
5. Merle Audrey FRA 34:06
6. Gisela Bertan FRA 34:51
Ergebnisse 10 km der Männer:
1. Mohamed Amdouni FRA 27:42
2. Carlos Mayo ESP 28:06
3. Jimmy Gressier FRA 28:13
4. Montoya Raphael ESP 28:18
5. Kipkoech Hillary KEN 28:28
6. Mohammed Moussaoui FRA 28:58