74. Fukuoka International Open Marathon Championship am 6. Dezember 2020: Yuya Yoshida gewinnt in 2:07:05

fukuoka-mar-2015-logo1Yuya Yoshida (JPN) gewann in 2:07:05 am heutigen Sonntag die weitgehend der japanischen Elite vorbehaltene 74. Ausgabe des Fukuoka International Marathon in der südjapanischen Hafenstadt. Im Gegensatz zu fast allen anderen Marathonläufen im Sommer, Herbst und Winter 2020 war die Traditionsveranstaltung eine der wenigen Events, die mit entsprechenden Hygieneauflagen auch in Zeiten der Corona Pandemie über die Bühne gingen. Etwa 200 Läufer waren sehr pünktlich um 12:10 Uhr vor den leeren Rängen des Heiwadai gestartet, die Qualifikationszeit für eine Teilnahme war in diesem Jahr auf 2:25 Stunden gesteigert worden. Bei sehr guten äußeren Bedingungen (15°C, wenig Wind) erreichte eine sehr umfangreiche Spitzengruppe von ca. 50 Läufern bei 5 km in 14:56 (erste km-Splits: 2:57, 3:00, 3:00, 2:59, 3:00), die sich über 10 km in 29:53 und bei 15 km in 44:46 auf 13 Akteure reduzierte. Damit lag man unter einem 3 Minuten/km-Schnitt (Endzeit: 2:06:35) auf Kurs zu einer Zeit von knapp unter 2:06 Stunden.

Ein ungewohntes Bild kurz vor dem Start des 74. Fukuoka International Marathon: Ein Heiwadai Stadion ohne Zuschauer. (c) Livestream/Screensot

Auch bei 20 km in 59:35 und bei der Halbdistanz in 1:02:54 war sogar noch der Landesrekord durch Suguru Osako von 2:05:29 beim Tokyo Marathon 2020 in Reichweite. Als es nun an der Hakata Station vorbeiging, operierten vorne neben drei Tempomachern (incl. Bedan Karoki, der war also nicht in Valencia) Keita Shitara (JPN), Yoshihiki Takenouchi (JPN), Ryota Sato (JPN), Toshihi Kenmotsu (JPN), Taku Fujimoto (JPN) und Yuya Yoshida. Das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi (JPN) hat augenscheinlich seinen Leistungszenit überschritten und lag nach der Hälfte auf Platz 40 in 1:05:02 weit zurück und hatte mit dem Ausgang des Rennens – wie schon in den letzten beiden Jahren als Laufprofi – nichts mehr zu tun. Yuki arbeitete sich zwar noch auf Platz 19 in 2:13:59 vor, Begeisterung wie vor einigen Jahren wegen seiner Leistungen am Limit kann er damit aber nicht mehr erzeugen.

Bei 25 km in 1:14:32 waren neben den Tempomachern Karoki und Silas Kangori (KEN) nur noch vier weitere Athleten vorne mit dabei, was sich beim 30 km in 1:29:31 mit dem Ausstieg der Pacer auf Fujimoto und Yoshida reduzierte, die immer noch auf Kurs zu einer Zeit von 2:05:54, d.h. unter 2:06 Stunden lagen. Als es zur Wende bei 31,6 km ging, setzte sich Yoshida eindrucksvoll von Fujimoto ab, war dort mit 4 Sekunden vorne und baute diesen Vorsprung mit 1:44:47 bei 35 km auf 40 Sekunden aus. Fujimoto brach ein und wurde am Ende auf Platz 12 mit 2:12:27 im Stadion durchgereicht.

Yuya Yoshida gewann den Fukuoka Marathon 2020. (c) Livestream/Screenshot

Das für die Qualität der Läufer zu hohe Anfangstempo forderte nun seinen Tribut, so gut wie alle Läufer waren „platt“ und km-Splits bis hinauf zu 3:14 kosteten am Ende Yoshida eine 2:06er-Zeit. Über 2:00:15 bei 40 km brauchte er den zeitlichen Puffer mit einem Schlussabschnitt ins Stadion von 6:50 Minuten völlig auf und gewann das Rennen in 2:07:05. Der Sieger bestritt in Fukuoka erst seinen zweiten Marathon und gehörte nicht zu den eingeladenen Läufern. Bei seinem ersten Marathon im Februar 2020 in Beppu-Oita wurde er Dritter in 2:08:30, nachdem er zu Beginn des Jahres beim Hakone Ekiden für das siegreiche Team der Aoyama Gakuin University auf dem vierten Abschnitt Etappenrekord lief und damit zum Sieg seines Teams maßgeblich beitrug.

Hinter dem Sieger wurde das Ranking noch erheblich durcheinander gemischt, Shohei Otsuka (JPN) arbeitete sich noch aus einer Verfolgergruppe auf Platz 2 in 2:07:38 vor und Dritter wurde Natsuki Terada (JPN) in 2:08:03. Nur 7 Läufer – das ist selbst für Fukuoka ein schwacher Standard – blieben am Ende unter 2:10 Stunden. Wie auch schon in anderen Events gezeigt, lassen sich offentlich Freiluft-Events im Laufbereich recht problemlos auch zu Corona-Zeiten organisieren. Unspezifische „Lockdown-Keulen“, wie sie die Politik aktuell präferiert, sind nicht nur hier sicherlich kaum das richtige Maß der Dinge. Dazu passt dann auch die kürzliche Nachricht des japanischen Verbands JAAF, dass für den Sommer bei Sport-Veranstaltungen mit insgesamt 700.000 Teilnehmern nur eine Infektion nachgewiesen wurde.

Ergebnisse 74. Fukuoka Marathon – 6.12.20
1. Y​O​S​H​I​D​A​ ​Y​u​y​a ​(​9​7​) 1​:​0​2​:​5​5 2​:​0​7​:​0​5
2. O​T​S​U​K​A​ ​S​h​o​h​e​i​ (​9​4​) 1​:​0​3​:​1​9 2​:​0​7​:​3​8
3. T​E​R​A​D​A​ ​N​a​t​s​u​k​i ​(​9​1​) 1​:​0​3​:​2​0 2​:​0​8​:​0​3
4. G​I​T​H​A​E​ ​M​i​c​h​a​e​l ​(​9​4​) 1​:​0​3​:​1​9 2​:​0​8​:​1​7
5. S​A​K​U​D​A​ ​N​a​o​y​a ​(​9​4​) 1​:​0​3​:​2​0 2​:​0​8​:​2​1
6. T​A​K​E​N​O​U​C​H​I​ ​Y​o​s​h​i​k​i ​(​9​2​) 1​:​0​2​:​5​4 2​:​0​9​:​3​1
7. K​U​I​R​A​ ​P​a​u​l ​(​9​0​) 1​:​0​3​:​2​0 2​:​0​9​:​5​7
8. Y​O​S​H​I​O​K​A​ ​K​o​k​i ​(​9​7​) 1​:​0​3​:​1​9 2​:​1​0​:​1​3
9. T​A​N​A​K​A​ ​A​s​u​k​a ​(​8​9​) 1​:​0​3​:​2​0 2​:​1​1​:​0​7
1​0. O​K​A​M​O​T​O​ ​N​a​o​k​i ​(​8​4​) 1​:​0​3​:​5​9 2​:​1​1​:​0​9