75. Lake Biwa Mainichi Marathon (Japan) am 8. März 2020: Evans Chebet gewinnt Regenrennen in Otsu

Der Kenianer Evans Chebet gewann am heutigen Sonntag die 75. Ausgabe des Lake Biwa Mainichi Marathon im japanischen Otsu in 2:07:29. Im strömenden Regen waren die äußeren Bedingungen alles andere als gut, vor allem auch für einige japanische Läufer, die sich noch Hoffnungen machten, ähnlich wie beim parallel in Nagoya ausgetragenem Elite-Frauen-Marathon den dritten Startplatz im Olympiateam ihres Landes zu erringen. Neben fehlender Klasse waren es aber auch die mit Regenwasser überfluteten Straßen am Ufer des Lake Biwa, die einen Angriff auf den japanischen Landesrekord von 2:05:29 vom letzten Wochenende von Anfang an im Keim erstickten.

Der erste Start um 9:00:00 musste wegen einer nassen Startpistole abgebrochen werden. (c) Livestream/Screenshot

Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus hatten die Veranstalter die Bewohner des Großraums Otsu am größten japanischen Binnensee gebeten, nicht an die Strecke zu kommen. Ferner wurden alle Helfer hinsichtlich von Schutzmaßnahmen instruiert und mussten einen Mundschutz sowie Handschuhe zu tragen. Nicht nur für die Läufer waren aber die Herausforderungen durch den strömenden Rgen weit höher als der fehlende Zuspruch vom Streckenrand. Auch der Starter hatte – dies ist sicher einmalig in der Geschichte japanischer Topläufe – seine Probleme, denn dem war schlichtweg das „Pulver“ in der Startpistole nass geworden. Der Startvorgang musste abgebrochen werden, die Läufer wurden dann (exakt!) 10 Minuten später gestartet.

Nach dem Abbruch des ersten Starts begeben sich die Läufer zurück in die Katakomben des Stadions. (c) Livestream/Screenshot

Schon nach den ersten beiden Kilometern in 3:11 und 3:07 wurde deutlich, dass es heute in andere Regionen aus in der letzten Woche in der Hauptstadt ging. Nach 5 km in 15:22 lag man gegenüber dem Split beim Tokyo Marathon von 14:32 schon um 50 Sekunden zurück. Darauf zog dann das Tempo an, mit 5 km-Abschnitten von 14:58 und 14:50 erreichten 39 Läufer nach 30:20 für 10 km die 15 km-Marke in 45:10. Über 1:00:13 bei 20 km waren beim Halbmarathon in 1:03:32 noch 28 Akteure vorne zusammen, was sich nach 1:25:15 und 1:30:24 bei 30 km auf 15 Athleten an der Spitze reduzierte. Hier stiegen die letzten beiden Tempomacher Edwin Koech (KEN) (PB 2:07:13) und Allan Kiprono (KEN) (PB 2:09:38) aus und die Spitzengruppe lag auf Kurs zu 2:07:22.

Der erste Kilometer wurden in (offiziellen) 3:11 Minuten viel zu langsam angelaufen. (c) Livestream/Screenshot

Kurz darauf fiel nach 31 km eine Vorentscheidung, als sich Evans Chebet, Stephen Mokoka (RSA) und Felix Kiprotich (KEN) von ihren Mitstreitern absetzen konnten und den Sieg unter sich ausmachten. 35 km erreichte das Trio vorne nach 1:45:44 und lag damit 13 Sekunden vor Naoya Sakuda (JPN) als erstem Verfolger. Kurz vor 36 km steigerte Chebet kurz das Tempo, dem seine beiden Mitläufer nicht mehr folgen konnten und schnell an Boden verloren. Bei 40 km nach 2:00:47 lag Chebet mit einem Vorsprung von 35 Sekunden vor Mokoka und 41 Sekunden vor Kiprotich. An dieser Konstellation sollte sich bis ins Ziel auf der Laufbahn des städtischen Stadions nichts mehr ändern.

2:05-Läufer Evans Chebet gewann den Lake Biwa Marathon in 2:07:29. (c) Livestream/Screenshot

Chebet gewann in 2:07:29 einen weiteren hochwertigen Marathon vor Mokoka in 2:08:05 und Felix Kiprotich in 2:08:48. Bester Japaner wurde auf Platz 4 Naoya Sakuda in 2:08:59, der damit erwartungsgemäß die Norm für einen Platz im Olympia-Team seines Landes von 2:05:29 mehr als deutlich verpasste. Gleiches galt auch für seine Landsleute Shoma Yamamoto (JPN) in 2:09:18, Shoya Okuno (JPN) in 2:09:28 und Kenya Sonoda (JPN) in 2:09:50, die das Ziel aber immerhin in unter 2:10 Stunden erreichten. Bescheiden war einmal wieder die Vorstellung des Lauf-Unikums Yuki Kawauchi (JPN), der in 2:14:33 nur Platz 25 belegte und bereits nach der Hälfte auf Platz 48 in 1:05:35 gut zwei Minuten zurücklag.

Ergebnisse Lake Biwa Marathon 2020:
1. Evans Chebet KEN 2:07:29
2. Stephen Mokoka RSA 2:08:05
3. Felix Kiprotich KEN 2:08:48
4. Naoya Sakuda JPN 2:08:59
5. Shoma Yamamoto JPN 2:09:18
6. Alphonce Simbu TAN 2:09:23
7. Shoya Okuno JPN 2:09:28
8. Kenya Sonoda JPN 2:09:50
9. Filex Chemonges UGA 2:10:08
10. Koki Yoshioka JPN 2:10:13