74. Kagawa Marugame Halbmarathon (Japan) am 2. Februar 2020: Brett Robinson und Helalia Johannes gewinnen Festival der Landesrekorde

Brett Robinson (AUS) in 59:57 Minuten und Helalia Johannes (NAM) in 1:08:10 gewannen die 74. Ausgabe des Kagawa Marugame International Half Marathon, bei der bei perfekten äußeren Bedingungen insgesamt fünf Landesrekorde aufgestellt wurden.)In einem Rennen, das sich wieder einmal durch eine grandiose Leistungsdichte auszeichnete – so blieben im Ziel z.B. 62 Läufer unter 1:03 Stunden – stellte der Japaner Yosuke Ogura (JPN) in 1:00:00 einen neuen Landesrekord auf, den zuvor Yuta Shitara (JPN) mit 1:00:17 im Jahr 2017 in Usti nad Labem erzielt hatte.

Nach 2km in 5:40 Minuten war noch eine vielköpfige Spitzengruppe vorne. (c) Livestream/Screenshot

Und Yuta Shitara, der am 1. März beim Tokyo Marathon die 2:05-Stunden-Marke angreifen will, war nach 2 km in 5:40 der aktivste Läufer, der vorne in einer fast 100-köpfigen (!) Spitzengruppe für das Tempo sorgte und teilweise bis zu 10 m vor dem Rest des Feldes lief. Über 8:25 bei 3 km wurde 5 km nach 14:14 von einer etwa 80-köpfigen Männergruppe erreicht, die sich bald auf ca. 30 Akteure ausdünnte. Nach 9 km in 25:35 übernahm vorne der Brite und Sieger des Jahres 2017 Callum Hawkins (GBR) die Initiative und passierte 10 km nach 28:27.

Die umfangreiche Spitze dünnte nun weiter aus und nach 13 km in 36:55 waren noch 12 Läufer in Front, wobei Frontläufer Shitara ans Ende der Gruppe zurückgefallen war und später auch keine Rolle mehr um den Sieg spielte. Bei 15 km in 42:37 waren es nun vor allem Hawkins und der Australier Robinson, die aufs Tempo drückten, dem bald darauf nur noch die beiden Japaner Taku Fujimoto (JPN) und Yusuke Ogura (JPN) zu folgen vermochen. Bei 18 km in 51:07 lag man mit einer Projektion von 59:55 auf Kurs zu einer Zeit von unter einer Stunde und damit zu australischen und japanischen Landesrekorden.

Brett Robinson gewann den Halbmarathon in Marugame mit australischem Landesrekord. (c) Livestream/Screenshot

Nach 19,5 km zog Robinson davon und gewann über 56:48 bei 20 km das Rennen mit neuem Landesrekord in 59:57. Damit steigerte der Sieger seine PB von 1:04:15, die er 2018 in Melbourne gerannt war, erheblich. Im letzten Jahr war er beim London in 2:10:55 ins Ziel gekommen. Hinter ihm kam noch gewaltig Bewegung in den Rennablauf, der Brite Hawkins setzte sich zunächst auf Platz 2 zusammen mit dem Japaner Fujimoto, doch dann bekam Ogura noch den „zweiten Wind“ und zog an den beiden in Landesrekordzeit von 1:00:00 vorbei.

Dritter wurde Callum Hawkins in 1:00:01, der damit sichtbar enttäuscht ein weiteres Mal denkbar knapp an der magischen Stundenbarriere gescheitert war. Fujimoto blieb in 1:00:06 gleichfalls unter der alten Rekordmarke von Shitara, der abgeschlagen auf Platz 6 in 1:00:49 ins Ziel kam. Hinter den Erstplatzierten kam eine Rekordzahl von 33 Männern in unter 62 Minuten ins Ziel. Unter 103 Läufern, die das Ziel in schneller als 1:05 Stunden erreichten, waren NICHT das Lauf-Unikum Yuki Kawauchi (JPN) und der Olympiasieger von 2012 Stephen Kiprotich (UGA). Schon nach 10 km in 30:19 bzw. 30:14 hatten die Beiden auf den Rängen 123 und 116 aber auch nicht in Ansätzen mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Yuki wurde am Ende in indiskutablen 1:05:16 Einhundertundfünfter, Kiprotich landete in 1:05:53 auf Platz 115. Das Ende eindrucksvoller Karrieren zeichnete sich in Marugame sehr deutlich ab.

Bei den Frauen waren es Helalia Johannes (NAM) und Mao Ichiyama (JPN), die das Rennen von Anfang an bestimmten. In einem Männerpulk erreichten die Beiden 5 km nach 15:38 und 10 km nach 31:33. Bis hierhin lag die Japanerin mit 1:06:30 im Regime des neuen Landesrekords von 1:06:38, den Hiromi Niiya erst vor zwei Wochen in Houston aufgestellt hatte. Doch nach 12 km zog Johannes davon und die Japanerin fiel schnell zurück und wurde am Ende nur Fünfte in 1:08:56, mehr als 2 Minuten über der Marke von Niiya.

Helalia Johannes gewann den Marugame Halbmarathon mit Landesrekord, wobei ihr Zielband von einem männlichen Läufer vor ihr zerrissen  wurde. (c) Livestream/Screenshot

Johannes erreichte 15 km in 48:05 und lag dort 7 sekunden vor Ichiyama, 5 weitere Sekunden danach folgte schon Charlotte Purdue (GBR). Vorne zeigte die Frau aus Namibia keine Schwächen und gewann über 1:04:36 bei 20 km den Lauf mit Landesrekordzeit von 1:08:10 vor Purdue in 1:08:23. Auf Platz 3 lief auch Kyun Sun Choi (KOR) in 1:08:35 einen südkoreanischen Rekord und auch auf Platz 6 gab es durch Andrea Seccafien (CAN) in 1:09:38 einen Landesrekord, der erst vor zwei Wochen in Houston durch Natasha Wodak mit 1:09:41 aufgestellt worden war.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Brett Robinson AUS 59:57 NR
2. Yusuke Ogura JPN 1:00:00 NR
3. Callum Hawkins GBR 1:00:01
4. Taku Fujimoto JPN 1:00:06
5. Masato Kikuchi JPN 1:00:43
6. Yuta Shitara JPN 1:00:49
7. Ezrah Kipketer Tanui KEN 1:00:57
8. Kelvin Kiptum Cheruiyot KEN 1:00:57
9. Patrick M. Wambui KEN 1:01:03
10. Yuki Sato JPN 1:01:06
11. Shohei Otsuka JPN 1:01:09
12. Shoya Kawase JPN 1:01:18
13. Ryu Takaku JPN 1:01:30
14. Yuta Aoki JPN 1:01:32
15. Naoki Okamoto JPN 1:01:34
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Helalia Johannes NAM 1:08:10 NR
2. Charlotte Purdue GBR 1:08:23
3. Kyun Sun Choi KOR 1:08:35 NR
4. Sinead Diver AUS 1:08:50
5. Mao Ichiyama JPN 1:08:56
6. Andrea Seccafien CAN 1:09:38 NR
7. Ellie Pashley AUS 1:10:35
8. Rui Aoyama JPN 1:11:36
9. Ako Matsumoto JPN 1:11:45
10. Reia Iwade JPN 1:12:13