IAAF („World Athletics“) beendet Diskussion um neue Generation der Laufschuhe und „legalisiert“ den „Vaporfly“

Mit einer heutigen Pressemitteilung nahm die IAAF (nun: „World Athletics“) endlich Stellung zu der Problematik in Sachen technologischer Entwicklungen  von Laufschuhen im Elitesegment. Nachdem der Verband in der jüngeren Zeit mehr durch Korruptionsskandale denn Sport auffällig war und nach wie vor für die kommerziell getriebenen Defizite der letzten WM in Doha die volle Verantwortung trägt, kommt die jüngste Entscheidung in Sachen „Siebenmeilenstiefeln“ einem Kniefall vor einem der Hauptsponsoren gleich. Wie ist ansonsten zu verstehen, dass die neuen Regularien im Detail den Spezifikationen des NIKE „Vaporfly Next%“ entsprechen.

Ist auch nach dem 30. April 2020 in allen Belangen „legal“: Der NIKE „Vaporfly Next%“. (c) NIKE Co.

Für die neue Regel 143 („Clothing, shoes und bibs“) Section 5 und die daraus folgende Legalisierung der Laufschuhe des Giganten aus Beaverton muss deren Schuhwerk Pate gestanden haben. Die Anforderungen:

1.) Kommerzielle Verfügbarkeit vier Monate vor dem Einsatz im Wettkampf
2.) Maximale Dicke der Sohle von 40 mm
3.) Einsatz nur einer elastischen Platte im Sohlenmaterial

sind genau die Spezifikationen, die der „Vaporfly Next%“ im Grenzregime erfüllt und die damit den Streit um die Flut der Bestzeiten in den Straßenläufen der jüngeren Vergangenheit beenden sollen.

Damit ist u.a. geklärt, dass der Fabel-Weltrekord im Marathon der Frauen von 2:14:04 durch Brigid Kosgei (KEN) am 13. Oktober 2019 in Chicago seiner Anerkennung entgegensehen kann. Die aktuellere Version „Alphafly“, den Eliud Kipchoge bei seinem sub-2-Stunden-Rennen im Wiener Prater lief, wird schon wegen des Multi-Plattendesign nicht weiter für (legale) Höchstleistungen zu verwenden sein. Da hat man sich zwischen IAAF-Kommission und dem Hersteller in einem billigen Kompromiss einigen können.

Brigid Kosgei hat nach dem Beschluss der IAAF beste Chancen ihren Fabel-Weltrekord anerkannt zu bekommen. (c) S. Hartnett

Was für ein Glück für Brigid Kosgei! Der wurde nämlich am Vorabend des Chicago Marathon nach Kipchoges Lauf für die „historische Mülltonne“ gleichfalls der „Alphafly“ für das Rennen nahegelegt. Aus welchen Eingebungen auch immer, Brigid entschied sich für den „Vaporfly Next%“ und wird ihre grandiose Leistung bei der „Pulverisierung“ der Radcliffe-Marke schon in Kürze in den Rekordlisten wiederfinden.

Was bedeutet ansonsten die Entscheidung der IAAF („World Athletics“)? Die Show geht weiter und „must go on“. Eine simple Analyse der Zeiten im Marathon der letzten Jahre zeigt, dass sich die Leistungen der Weltklasse im Jahr 2019 gegenüber den Vorjahren um ca. 1:45 Minuten bei den Männern und um 3:00 Minuten bei den Frauen gesteigert haben. Die Athleten und vor allem auch Renndirektoren wird das freuen, denn nun ist die Jagd nach PBs und Streckenrekorden auch offiziell eröffnet.

Keep On Running!

Technische Regeln vom 31. Januar 2020 der IAAF („World Athletics“)