48. Chevron Houston Marathon am 19. Januar 2020: Jemal Yimer und Hitomi Niiya gewinnen den Halbmarathon

houston-mar-logoJemal Yimer (ETH) sowie Hitomi Niiya (JPN) sorgten im Halbmarathon für die Highlights der 48. Ausgabe des Chevron Houston Marathon, bei dem (genau) parallel der aramco Houston Half Marathon ausgetragen wurde. Yimer gewann das Rennen der Männer in 59:25, womit er den Kursrekord von 59:22 durch Feyisa Lelisa nur knapp verpasste, während Niiya die gesamte afrikanische Konkurrenz düpierte und bei ihrem Sieg in grandiosen 1:06:38 nicht nur ihre PB von 1:11:41 bei einem Halbmarathon vor fast zehn Jahren „pulverisierte“, sondern auch ihre Jagd auf den Landesrekord von 1:07:26 von Kayoko Fukushi überaus erfolgreich abschloss. Ein weiterer Höhepunkt stellten insgesamt 9 Läufer dar, die bei recht windigem Wetter mit Temperaturen um 8°C unter der Schallmauer im Halbmarathon von 1 Stunde blieben. Über diese Distanz, die erst seit dem Jahr 2002 ins Programm aufgenommen wurde, hatten zuvor nur 2 Läufer (Feyisa Lelisa in 2012 und Ryan Hall in 2007) diese Marke unterbieten können. Nur in Valencia im Jahr 2018 und in Delhi im Jahr 2014 sind jemals 9 Läufer in einem Rennen unter einer Stunde geblieben.

Hitomi Niiya und Jemal Yimer gewannen den Halbmarathon in Houston. (c) H. Winter

Im Rennen der Männer über die Halbmarathondistanz war man nach schnellen 2:46 von Anfang an auf Kurs zu einer Zeit im Regime um 59 Minuten und zum Streckenrekord. Nach 5 km lagen 15 Läufer in 14:07 vorne, was sich bis 10 km in 28:07 auf 13 Athleten reduzierte. Als sich nach ca. 12 km der Verlauf der Strecke vom Marathon trennte, waren noch 10 Akteure in der Spitzengruppe, die 15 km in 42:14 zurücklegten. Bald darauf fiel etwas überraschend einer der Favoriten im Vorfeld und Vorjahressieger Shura Kitata (ETH), dann auch der Sieger von 2018 Jake Robertson (NZL) zurück und ein Sextett passierte die 20 km-Marke in 56:30. Kitata hatte dort 15 Sekunden, Robertson schon 30 Sekunden Rückstand.

Jemal Yimer gewann den Halbmarathon in Houston. (c) ABC13/Screenshot

In der Schlussphase konnte sich dann der Mann mit der besten Vorleistung Jemal Yimer im Spurt durchsetzen und das Rennen nach 59:25 gewinnen. Bernard Ngeno (KEN) wurde in 59:26 Zweiter vor Shadrack Kiming (KEN) in 59:27. Und eine weitere Sekunde später folgte Philemon Kiplimo (KEN) auf Platz 4. Kitata wurde in 59:47 Achter und Jake Robertson verpasste in 1:00:12 auf Platz 10 als erster Läufer die Stundenbarriere.

Niiya mit Tempomacher auf dem Weg zum Landesrekord. (c) ABC13/Screenshot

Das Rennen der Frauen nahm bereits kurz nach der Startphase einen unerwarteten Verlauf, als sich die 31-jährige Japanerin Hitomi Niiya schnell von der gesamten Konkurrenz mit ihrem persönlichen Tempomacher absetzte und bei 5 km nach flotten 15:37 bereits 15 Sekunden vor einer achtköpfigen Verfolgergruppe mit den ostafrikanischen Topläuferinnen befand. Dieser Rennverlauf kam auch für die Organisatoren so unerwartet, dass in dem Gewühl nach dem gemeinsamen Start von Halbmarathon und Marathon das Führungsfahrzeug zunächst vor der Verfolgergruppe agierte.

Bis 10 km wurde dieses Defizit aber korrigiert, am Rennverlauf hatte sich aber nichts verändert. Bei 10 km in 31:11 hatte Niiya den Vorsprung auf die Verfolger auf 1:17 Minuten ausbauen können und lag damit mit einer Projektion von 66 Minuten mehr als deutlich unter der Marke des Landesrekords. Die Verfolgergruppe war mittlerweile auf 10 Läuferinnen angewachsen, in der sich auch die US-Amerikanerin Sarah Hall (USA) befand. Die 15 km legte Niiya in 47:03 zurück, lag gute 1 ½ Minuten vor der Konkurrenz und erreichte nun den Streckenteil, in dem ihr ein strammer Gegenwind entgegenblies.

Niiya zeigte aber kaum Schwächen und gewann über 20 km in 1:03:13 – mit 16:10 für die letzten 5 km – das Rennen hoch überlegen in der neuen Landesrekordzeit von 1:06:38. Hinter ihr kamen mit unerwartet großem Rückstand Brillian Jepkorir (KEN) in 1:08:08 auf Platz 2 vor Caroline Kipkirui (KEN) in 1:08:13. Sarah Hall wurde in 1:08:53 Neunte, womit es auch bei den Frauen mit 9 Läuferinnen unter 69 Minuten eine beeindruckende Leistungsdichte gab.

Die Sieger im Marathon: Kekile Gezahegn und Askale Merachi. (c) H. Winter 

Auch im Marathon waren die Ambitionen hoch, entsprechend flott wurden die Rennen bei Männern und Frauen angelaufen. Unterstützt durch die beiden Tempomacher Milton Rotich (KEN) und Shadrack Kiplagat (KEN) erreichten 7 Athleten 5 km nach 14:43, 10 km nach 29:45, 15 km nach 44:47 und 20 km nach 59:48 (dort lagen die Matten falsch, keine off. Splits) die Hälfte nach 1:03:06. Man war somit auf Kurs zu einer Zeit um 2:06 Stunden und damit Kursrekord. Bis 25 km in 1:14:57 war noch alles bestens, sechs Läufer agierten vorne und bald darauf setzten sich Bonsa Dida (ETH) mit einer PB von 2:09:04 und Kekile Gezahegn (ETH), der im April 2018 in Rotterdam 2:05:56 erreichte, mit dem letzten Tempomacher Rotich ab, wobei dieser nach 28 km seine Dienste einstellte.

Mit 1:30:01 bei 30 km lag das Spitzenduo noch im Soll, nach brachen die Beiden aber dramatisch beim Kampf gegen den kalten Wind ein. 35 km wurden nach 1:45:33 erreicht und bei ca. 38 km war eine Attacke von Gezahegn erfolgreich, womit er bei 40 km in 2:02:03 (letzten 5 km in 16:30!) bereits 33 Sekunden vor Dida lag. Gezahegn gewann in 2:08:38, womit er allerdings die Jahres-Weltbestzeit von 2:08:06 beim Mumbai Marathon verfehlte. Dida wurde Zweiter in 2:10:37 und der Veteran   (ERI) landete in 2:11:04 auf Platz 3.

Im Marathon der Frauen entwickelte sich ein ähnlicher Rennverlauf wie im Halbmarathon, als die Siegerin des letzten Los Angeles Marathon Askale Merachi (ETH) sich umgehend allein an die Spitze des Frauenfeldes setzte und bereits bei 5 km nach 16:27 eine halbe Minute vor 6 Verfolgerinnen lag. 10 km erreichte Merachi nach 32:55, 15 km nach 49:38 und bei der Hälfte 1:10:10 lag sie nicht nur gut zwei Minuten vor der Konkurrenz sondern auch auf Kurs zu einer sensationellen Endzeit von 2:20 Stunden. Bis 30 km in 1:40:46 sah das im weiteren alles bestens aus, doch dann musste auch sie dem hohen Tempo zuvor und dem kalten Wind Tribut zollen und wurde zusehens – wie im Rennen der Männer – langsamer.

Über 1:57:53 bei 35 km und 2:15:47 bei 40 km erreichte sie das Ziel nach 2:23:29 und verfehlte am Ende den Streckenrekord von 2:23:14 aus dem Jahr 2012 noch recht deutlich. Hinter hier kamen die Verfolgerinnen am Ende stark auf. Vorjahressiegerin Biruktayit Degefa (ETH) wurde in 2:24:47 Zweite und knapp dahinter lief Malindi Elmore (CAN) in 2:24:50 Landesrekord. Insgesamt nahmen mehr als 30.000 Läufer in den Rennen über 5 km, Halbmarathon und Marathon am Marathon-Wochenende in der texanischen Metropole teil.

Ergebnisse Halbmarathon Männer:
1. Jemal Yimer ETH 59:25
2. Bernard Ngeno KEN 59:26
3. Shadrack Kimining KEN 59:27
4. Philemon Kiplimo KEN 59:28
5. Abel Kipchumba KEN 59:35
6. Geoffrey Koech KEN 59:36
Ergebnisse Marathon Männer:
1. Kelkile Gezahegn ETH 2:08:36
2. Bonsa Dida ETH 2:10:37
3. Amanuel Mesel ERI 2:11:04
4. Benson Seurei BRN 2:11:51
5. Stephen Scullion IRL 2:11:52
6. Belay Bezabeh ETH 2:13:32
Ergebnisse Halbmarathon Frauen:
1. Hitomi Niiya JPN 1:06:38
2. Brillian Jepkorir KEN 1:08:08
3. Caroline Kipkirui KEN 1:08:13
4. Gotytom Gebreslase ETH 1:08:19
5. Dorcas Tuitoek KEN 1:08:24
6. Ruti Aga ETH 1:08:25
Ergebnisse Marathon Frauen:
1. Askale Merachi ETH 2:23:29
2.. Biruktayit Degefa ETH 2:24:47
3. Malindi Elmore CAN 2:24:50
4. Meseret Belete ETH 2:24:54
5. Bekelech Gudeta ETH 2:29:22
6. Ursula Sanchez MEX 2:29:32