9. Kobe Marathon (Japan) am 17. November 2019: Massive Steigerungen der Streckenrekorde

Geoffrey Kusuro (UGA) und Haruka Yamaguchi (JPN) gewannen die 9. Ausgabe des Kobe Marathon. In 2:08:46 sowie 2:27:39 liefen die Sieger Streckenrekorde, die die alten Marken um jeweils ca. 4 Minuten steigerten. Erst im letzten Jahr war Susan Cherotich 2:31:38 gelaufen und im Jahr zuvor schaffte bei den Männern Khalili Lemciyeh 2:12:42. Somit zahlte sich der erhöhte Aufwand der Organisatoren in Sachen Eliteathleten erfolgreich aus. Bei 5 km in 17:43 lagen 6 Frauen vorne, bis kurz darauf die spätere Siegerin und „Freizeitläuferin“ Yamaguchi ihren mutigen Sololauf startete, bei dem sie bei 10 km in 34:52 und bei 15 km in 52:08 mit bereits einer halben Minute vor der Konkurrenz führte. Über 1:09:18 bei 20 km erreichte die Spitzenreiterin die Hälfte nach 1:13:08 und lag damit auf Kurs zu einer Zeit weit unter ihrer PB, die sie erst im September mit 2:33:06 in Sydney aufgestellt hatte.

Auch im zweiten Teil hatte die restliche Elite der Frauen nicht die Spur einer Chance. Yamaguchi passierte 25 km in 1:26:42 und hatte bei 30 km in 1:44:13 einen Vorsprung auf eine vierköpfige Verfolgergruppe von gut 3 1/2 Minuten. Im Finale kostete ihr u.a. der Anstieg über eine Brücke (soll ab dem kommenden Jahr aus dem Streckenverlauf verschwinden) etwas Zeit, aber über 2:19:59 bei 40 km gewann sie das Rennen mit der erheblichen Steigerung des Kursrekords auf 2:27:39. Dies ist neben einer PB auch die beste Zeit einer Amateur-Läuferin in ihrem Land. Mit fast vier Minuten Rückstand wurde Sisay Gola (ETH) in 2:31:30 – das war auch noch unter dem alten Streckenrekord – Zweite vor Tesfanesh Merga (ETH) in 2:31:43 auf Platz 3.

Die Sieger beim 9. Kobe Marathon mit erheblichen Steigerungen der Kursrekorde: Haruka Yamaguchi und Geoffrey Kusuro. (c) Veranstalter

Im Rennen der Männer gab es zunächst einen fast aberwitzigen Ausreissversuch durch John Lotiang (KEN), der die ersten 5 km in 15:05 auf Kurs zu einer Zeit von 2:07 Stunden anlief und damit 20 Sekunden vor der Konkurrenz lag. Dabei hatte er eine PB von nur 2:14 Stunden aus dem Jahr 2017, in dem er zudem beim London Marathon nicht ins Ziel kam. Im März steigerte er sich allerdings als Siebter beim Halbmarathon in Lissabon auf 1:00:09. Lotiang hielt über 30:06 bei 10 km und 45:04 bei 15 km sein hohes Tempo, wurde dann aber bei 20 km in 1:00:13 von Geoffrey Kusuro eingeholt, der zusammen mit Lotiang die Hälfte in 1:03:35 erreichte, „Meilen“ unterhalb der Passage zum Kursrekord.

Geoffrey Kusuro gewann den Kobe Marathon 2019 mit Streckenrekord. (c) Livestream/Screenshot

Bis 25 km in 1:15:30 konnte Lotiang dem Mann aus Uganda noch folgen, dann musste er abreißen lassen und hatte bei 30 km in 1:30:41 für Kusuro einen Rückstand von einigen Sekunden. Dieser Rückstand wuchs aber schnell an, Lotiang brach ein und wurde am Ende in 2:15:33 mit weitem Rückstand nur Siebter. An der Spitze zog Kusuro unbeindruckt das hohe Tempo durch und lief über 1:45:52 bei 35 km und 2:01:51 in 2:08:46 einen mehr als beachtlichen Kursrekord. Auch ihm hatte die Brückenpassage und einsetzende Ermüdung am Ende viel Zeit gekostet.

Seine gute aktuelle Form hatte der Sieger bereits Ende September in Montebeliard angedeutet, als er dort im Halbmarathon in 59:54 Zweiter wurde. Seine Konkurrenten hatten im zweiten Abschnitt erheblich an Zeit auf ihn eingebüßt, nach erst 2:12:23 kam Eliud Barngetuny (KEN) als Zweiter ins Ziel, auch das war noch unter der alten Kurs-Bestmarke, und Junichi Tsubouchi (JPN) errang Platz 3 in 2:14:05, gut 5 Minuten hinter dem Sieger.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Geoffrey Kusuro UGA 2:08:46
2. Eliud Barngetuny KEN 2:12:23
3. Junichi Tsubouchi JPN 2:14:05
4. Kalipus Lomwai KEN 2:14:09
5. Weldu Negash ETH 2:14:30
6. John Lotiang KEN 2:15:33
7. Akihiro Kaneko JPN 2:17:06
8. Yoshiki Kawauchi JPN 2:17:18
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Haruka Yamaguchi JPN 2:27:39
2. Sisay Meseret Gola ETH 2:31:30
3. Tesfanesh Merga ETH 2:31:43
4. Mirriam Wangari KEN 2:31:48
5. Shiho Kaneshige JPN 2:31:56
6. Betty Jepleting KEN 2:36:08
7. Jintein Son KOR 2:36:28
8. Susan Jerotich KEN 2:39:04